Kieferorthopädie

Die Kieferorthopädie beschäftigt sich teils mit medizinisch notwendigen, teils mit ästhetischen Behandlungen. Eine Behandlung, von der jeder schon einmal gehört hat, ist die Zahnspange zur Korrektur schiefer Zähne. Mit einer Spange lassen sich jedoch nicht nur die Zähne begradigen, sondern auch Probleme im Kieferbereich beheben. Fehlstellungen im Kiefer führen häufig zu starken Schmerzen und einer Einschränkung der Lebensqualität. Zudem können sie sich auf den kompletten Körper auswirken, weshalb es umso wichtige ist, diese so rasch wie möglich zu beheben.

INHALTSVERZEICHNISInhaltsverzeichnis

Die Kieferorthopädie ist ein spezieller Teilbereich der Zahnmedizin, der sich mit der Stellung der Zähne und der Kiefer zueinander und deren Funktionsstörungen beschäftigt. Zahnärzte müssen je nach Land ein weiterführendes Studium oder eine Fachprüfung nach einer langjährigen Praxiserfahrung ablegen, um kieferorthopädisch tätig zu sein.

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Meistens finden die Behandlungen in der Kindheit und Jugend statt. Aber auch Erwachsene profitieren noch von einer kieferorthopädischen Therapie, für ein reguläres Gebiss ist man nie zu alt. Der Vorteil des jugendlichen Alters ist das noch nicht abgeschlossene Kieferwachstum.

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Die Zähne und Kiefer sollten in bestimmter Art und Weise zueinanderstehen, um reibungslos zu funktionieren. Jegliche Abweichung stellt einen Fehlbiss dar, der sich mitunter auf den ganzen Körper auswirken kann. Kieferorthopädische Behandlungen eignen sich jedoch nicht nur bei Kieferfehlstellungen, sondern auch bei schiefen Zähnen oder der sogenannten craniomandibulären Dysfunktion.

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Kinder werden am besten in drei verschiedenen Entwicklungsschritten dem Kieferorthopäden vorgestellt, so ist ein rasches Eingreifen möglich. Erwachsene, die sich durch ihre Zahn- oder Kieferfehlstellung gehemmt fühlen, dadurch Probleme bei der Zahnreinigung haben oder an körperlichen Symptomen ihrer Fehlstellung leiden, sollten ebenfalls einen Kieferorthopäden aufsuchen.

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Wie bei jeder Behandlung ist eine genaue Anamnese wichtig. Eine Zahnregulierung sollte immer in Kombination mit der Funktion und Kiefergelenkstellung vorgenommen werden, die in der Funktionsanalyse untersucht wird.

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Zahnmedizinische Geräte verschieben die Zähne durch Druck oder Zug an die gewünschte Position. Dafür gibt es viele Apparaturen, die je nach Fehlstellung zur Anwendung kommen. Bei Erwachsenen sind oft vorbereitende Maßnahmen notwendig, bevor ein Gerät eingesetzt werden kann.

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Die Dauer ist individuell verschieden, je nach Fehlstellung und Behandlung. Meistens erfolgt sie mehrere Monate bis zu vier Jahre.

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Jedes zahnmedizinische Gerät kann sich lockern, lösen oder beschädigt werden, dann kann es Verletzungen verursachen. Feste Zahnspangen erfordern eine gründliche und regelmäßige Mundhygiene, da sie mit einem größeren Kariesrisiko einhergehen.

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Sowohl Verlässlichkeit bei den Kontrollterminen als auch beim Tragen der herausnehmbaren Zahnspangen sind für einen Erfolg unerlässlich. Im Falle von festen Geräten ist die Mundhygiene ein wesentlicher Bestandteil der Therapie.

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Ein schönes Lächeln hilft der Harmonie des Gesichts und der Ausstrahlung, doch kann es auch vor körperlichen Beschwerden schützen, sofern die Kiefer dadurch nicht stärker belastet werden. Je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto leichter lassen sich Fehlstellungen beheben.

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Die Kosten einer kieferorthopädischen Behandlung variieren sehr stark, je nach verwendeter Spange, Fehlstellung und Zeitaufwand. Die Krankenkasse übernimmt in der Regel die Kosten einer Behandlung für Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren, jedoch nicht für kosmetisch ansprechende Geräte. Erwachsene erhalten oft Zuschüsse, kieferorthopädische Operationen hingegen werden vollständig übernommen.

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    Was versteht die Medizin unter der Kieferorthopädie?

    Die Kieferorthopädie ist ein Spezialgebiet der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Ihre Aufgabe ist das Erkennen, Vorbeugen und Behandeln von Zahn- und Kieferfehlstellungen sowie der damit verbundenen Funktionsstörungen. Schiefe Zähne stören nicht nur die Harmonie des Gesichts, oft wirken sie sich auf die Aussprache, das Kauen und in weiterer Folge auf die Verdauung sowie die Atmung aus. Belastet eine Fehlstellung den Kiefer, kann dieses durch die Verbindung mit der Wirbelsäule auf andere Bereiche des Körpers wirken.
    Mit zahnmedizinischen Apparaturen oder Geräten, von der Allgemeinheit als Zahnspangen bezeichnet, soll der natürliche Schluss der Zähne (Okklusion), eine normale Stellung der beiden Kiefer zueinander und die optimale Funktion hergestellt werden.

    Kieferorthopädie - Was versteht die Medizin unter der Kieferorthopädie?

    Wie unterscheidet sich ein Kieferorthopäde von einem Zahnarzt?

    Ein Kieferorthopäde ist ein Zahnarzt mit einer weiterführenden Ausbildung. Wie diese Ausbildung aussieht, unterscheidet sich oft zwischen verschiedenen Ländern. In Österreich gibt es momentan keine Fachzahnarztausbildung, auch wenn sich der Verein der österreichischen Kieferorthopäden seit geraumer Zeit für eine dreijährige Weiterbildung einsetzt. Im Moment muss ein Zahnarzt mindestens fünf Jahre vorwiegend oder ausschließlich eine kieferorthopädische Tätigkeit ausführen, dann kann er eine Prüfung vor einer Fachkommission ablegen. Mittlerweile bietet eine Akademie das nebenberufliche Masterstudium Master of Science für Kieferorthopädie an. Dieses Studium berechtigt aber nicht zum Prüfungsantritt, kann jedoch in den Namensschildern der Praxis angegeben werden.
     
    In Deutschland hingegen gibt es ein eigenes weiterführendes ganztägiges Vollzeitstudium der Kieferorthopädie. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Zahnmedizinstudiums ist je nach Zahnärztekammer ein Jahr die Arbeit als Allgemeinzahnarzt auszuführen, bevor das weiterführende Studium absolviert werden kann. Entweder erfolgt die Ausbildung drei Jahre an der Universitätszahnklinik oder alternativ zwei Jahre der dreijährigen Ausbildung an einer Praxis mit speziellen Weiterbildungsberechtigung. Von diesen drei Jahren müssen mindestens zwei ohne Unterbrechung stattfinden. Abgeschlossen wird dieses Studium mit einer Fachprüfung.

    Für wen ist eine Behandlung durch einen Kieferorthopäden geeignet?

    Der Großteil der Patienten einer kieferorthopädischen Behandlung sind zwischen zwölf und 18 Jahre alt. Es gibt aber keine Altersbeschränkung, wann eine Behandlung stattfinden kann. Schon direkt nach der Geburt können Behandlungen erfolgen, zum Beispiel bei einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte oder Störungen der Muskulatur im Mundbereich (orofaziale Störung), da diese für die weitere Entwicklung ausschlaggebend sind. Eine frühkindliche Behandlung für Kinder ab sechs Jahren ist selten, nur bei sehr starken Fehlstellungen oder um beispielsweise nach dem Verlust eines Milchzahns einen Lückenhalter einzusetzen.

    Kieferorthopädie - Für wen ist eine Behandlung durch einen Kieferorthopäden geeignet?

    Die Korrektur von Zahnfehlstellungen mit keiner oder wenig Kieferbeteiligung ist problemlos ein Leben lang möglich. Gerade wenn in der Jugend eine Korrektur verabsäumt wurde, kann diese leicht im Erwachsenenalter nachgeholt werden. Manchmal wird eine Behandlung als Vorbereitung (präprothetische Kieferorthopädie) sogar notwendig, wenn aufgrund der Zahnfehlstellung keine Versorgung wie dem Einsetzen von Brücken, Kronen oder Implantate möglich ist. Auch eine Kieferfehlstellung ist noch korrigierbar, verlangt aber meist nach einer kieferorthopädischen-chirurgischen Kombinationstherapie.
     
    Ein Höchstalter für eine kieferorthopädische Behandlung gibt es nicht, bis ins hohe Alter sind Zahn- und Kieferregulierungen möglich. Auch Vorerkrankungen schließen eine Behandlung nicht kategorisch aus, der Arzt passt die Behandlung den gegebenen Umständen an.

    Wie unterscheiden sich kieferorthopädische Behandlungen bei Erwachsenen und Kindern?

    Der große Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen ist der Abschluss des Kieferwachstums. Bei Kindern ist das Wachstum noch nicht abgeschlossen, eine Kieferfehlstellung kann in vielen Fällen mit einem zahnmedizinischen Gerät behoben werden. Bei Erwachsenen ist das Kieferwachstum schon abgeschlossen und auch die Gewebereaktionen sind dem Alter entsprechend eingeschränkt. Daher dauern Behandlungen bei Erwachsenen oft länger, Kieferfehlstellungen erfordern zumeist eine Operation. Erwachsene Patienten leiden zudem häufiger an kranken oder fehlenden Zähnen, Entzündungen des Zahnfleischs (Gingivitis) oder des Zahnhalteapparats (Parodontitis), die vor der kieferorthopädischen Behandlung behoben werden müssen. Während sich Kinder weniger an sichtbaren Zahnspangen stören bevorzugen Erwachsene oft unauffällige bis nicht sichtbare zahnmedizinische Geräte wie Aligner.

    Wann kommt die Kieferorthopädie zum Einsatz?

    Kieferorthopädie - Wann kommt die Kieferorthopädie zum Einsatz?

    Ein reguläres Gebiss zeigt eine bestimmte Zahnstellung untereinander. So überlappen die oberen Schneidezähne die unteren vertikal um ein bis drei Millimeter. Bei den Backenzähnen beißen die an der Wange gelegenen (bukkalen) Höcker der unteren Backenzähne mittig zwischen die Höcker der oberen Backenzähne. Und auch die Kiefer passen von ihrer Größe und Lage her zueinander. Kommt es hier zu Fehlstellungen, nutzen sich einige Zähne stärker ab, es kommt zu Schmerzen oder auch Veränderungen der Gesichtsproportionen.

    Eine vorliegende Kieferfehlstellung führt in der Regel zu einer Zahnfehlstellung (dentoalveoläre Dysgnathie). Umgekehrt kann auch eine Zahnfehlstellung die Kieferentwicklung beeinflussen und so eine Kieferfehlstellung begünstigen.

    Kieferorthopädie - Kieferfehlstellung

    Fehlbiss
    Jede Abweichung vom regulären Biss, unabhängig ob es einzelne Zähne, die Stellung der Zähne untereinander oder die Art und Weise, wie die Ober- und Unterkiefer zueinander passen, betrifft, wird als Fehlbiss bezeichnet. Wobei nicht jede Abweichung von der Norm zwingend eine Fehlstellung sein muss, so wie einige Fehlstellungen nicht als solche wahrgenommen werden. Die Ursachen sind vielfältig, neben erblichen Faktoren sind Daumenlutschen oder eine intensive Verwendung eines Schnullers oft für einen Fehlbiss verantwortlich. Der Verlust eines Milchzahns kann die Anordnung der bleibenden Zähne durcheinander bringen, möglich sind auch Fehlstellungen aufgrund eines Vitaminmangel oder einer Infektionskrankheit.
     


     
    Offener Biss
    Bei einem offenen Biss haben die oberen und unteren Schneidezähne auch im zusammengebissenen Zustand keinen Kontakt miteinander. Das erschwert das Abbeißen, Sprechen und Kauen. Andere Zähne hingegen haben Kontakt, diese werden stärker abgenutzt. Eine häufige Folge ist eine Fehlbelastung der Kiefergelenke und Verformung des Kieferknochens. Patienten zeigen vermehrt eine Mundatmung und Zungenfehlfunktion, die Zunge liegt dann entweder an den Schneidezähnen an oder auf ihnen. Begünstigt wird ein offener Biss durch Daumenlutschen oder einen langen Gebrauch von Schnullern.
     


     
    Kreuzbiss
    Bei einem Kreuzbiss beißen die an der Wange gelegenen (bukkalen) Höcker seitlich an den bukkalen Höckern des Oberkiefers vorbei. Ein Kreuzbiss der Schneidezähne liegt vor, wenn die unteren Schneidezähne vor den oberen Schneidezähnen stehen. Ein schiefes Gesicht kann die Folge eines einseitigen Kreuzbiss sein. Da die Zähne so nicht gut ineinandergreifen, kommt es zu einer starken Abnutzung. Oft passt sich der Unterkiefer beim Kauen in seiner Bewegung unter Belastung des Kiefergelenks an die Zahnfehlstellung an.
     


     
    Überbiss
    Stehen die oberen Schneidezähne weit über den unteren Schneidezähne, handelt es sich um einen Überbiss. Ein Rückbiss ist eine spezielle Form, hier ist der Unterkiefer nach hinten verlagert und bildet so eine große Stufe zwischen den oberen und unteren Schneidezähnen aus. Durch diese Zahnfehlstellung steigt das Verletzungsrisiko, weder liegt die Lippe schützend vor den Zähnen, noch stützen die unteren Frontzähne die oberen ab. Bei großen Unterschieden können die unteren Schneidezähne die Schleimhaut verletzen oder sogar in den Gaumen hineinwachsen. Eine spezielle Form des Rückbisses ist der Deckbiss, bei denen die Zähne auch noch nach hinten gekippt sind. Dadurch kommt es zu einer unnatürlichen Bewegung des Kiefers und Belastung des Kiefergelenks. Ein Überbiss wird oft vererbt, aber auch Daumenlutschen oder eine intensive Verwendung eines Schnullers fördert einen Überbiss.
     


    Kieferorthopädie - Kiefersperre

    Kiefersperre

    Kann ein Patient den Mund nicht mehr normal schließen, spricht der Arzt von einer Kiefersperre. Dies kann durch eine Verletzung wie eine Ausrenkung, ein Kieferbruch oder auch durch Kieferfehlbildungen, Tumoren oder Abszessen verursacht werden.


     
    Kieferklemme
    Im Gegensatz zur Kiefersperre bezeichnet die Kieferklemme den Zustand, wenn ein Patient seinen Mund nicht mehr normal öffnen kann. Ursachen sind meist Entzündungen, Krämpfe oder Erkrankungen der Muskulatur, des Kiefergelenks oder der Nerven.
     


     
    Craniomandibuläre Dysfunktion
    Die craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) äußert sich nicht mit einem typischen Leitsymptom, sondern mit vielen unterschiedlichen Beschwerden, daher ist sie nicht leicht zu erkennen. Zahnfehlstellungen und Kieferfehlstellungen führen häufig zu einer Fehlbelastung, Verlagerung und Funktionsstörung der Kiefergelenke und Kaumuskulatur, da der Kiefer oder die Muskulatur die Zahnfehlstellungen in ihren Bewegungen bis zu einem gewissen Grad kompensieren.
     
    Häufig leiden Patienten an Kopfschmerzen, Zahnschmerzen oder Ohrenschmerzen, doch auch ein Tinnitus, Schlafstörungen und Schluckbeschwerden können vorkommen. Die Verspannungen der Kaumuskulatur ziehen meist Verspannungen von Nacken, Schultern und Rücken nach sich. Da es sich um allgemeine Symptome handelt, für die vielfältigste Ursachen in Betracht kommen, geht der Diagnose oft ein langer und kostspieliger Leidensweg voraus. Neben einer erblichen Komponente spielen Entzündungen, Verletzungen sowie Überbelastung und psychische Faktoren eine Rolle bei der Entstehung einer CMD.
     


    Kieferorthopädie - Schiefe Zähne

    Schiefe Zähne

    Zähne können gekippt, verdreht, zu eng beieinander (Engstand) oder aufgrund von Platzmangel an einer anderen Stelle als üblich stehen (verlagert). Steht ein Zahn schief, stört es oft nicht nur die Ästhetik, sondern behindert zum Teil die Reinigung der Zähne, wodurch es zu mehr Karies kommen kann.

    Kieferorthopädie - Kieferfehlstellungen

    Wann sollte ich zu einem Kieferorthopäden gehen?

    Kieferorthopädie - Wann sollte ich zu einem Kieferorthopäden gehen?

    Bei Kindern sind insgesamt drei Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll, so können Fehlstellungen früh erkannt und zum richtigen Zeitpunkt behandelt werden. Diese sind den Entwicklungen angepasst und finden ab dem vierten Lebensjahr bei vollständigem Milchgebiss, dem achten Lebensjahr beim Durchbrechen der ersten bleibenden Zähnen und schließlich dem zwölften Lebensjahr in der zweiten Phase des Zahnwechsels statt. Der Beginn der Behandlung richtet sich dann individuell nach der Fehlstellung, der Entwicklung des Zahnwechsels und dem Körperwachstum. Kinder, die früh ihre bleibenden Zähne bekommen, können früher beginnen als Kinder mit einer sogenannten verzögerten Dentition.

    Wenn sich Erwachsene beim Lachen gehemmt fühlen oder die Zahnreinigung durch schiefe Zähne erschwert ist, dann sollten sie einen Kieferorthopäden aufsuchen. Zudem ist eine kieferorthopädische Untersuchung sinnvoll, wenn verschiedene Symptome und der Verdacht auf die craniomandibuläre Dysfunktion auftreten. Knackgeräusche des Kiefers, Blockaden, oder Zähneknirschen gehören medizinisch abgeklärt. Sogar gewisse Formen des Schnarchens können mit einer speziellen kieferorthopädischen Schiene behandelt werden.

    Welche Diagnoseverfahren gibt es in der Kieferorthopädie?

    Kieferorthopädie - Welche Diagnoseverfahren gibt es in der Kieferorthopädie?

    Gerade in der Kieferorthopädie ist eine genaue Diagnose wichtig, da sich sonst für den Körper weitreichende Folgen abzeichnen können. Den größten Erfolg bringt eine individuelle Behandlung, die den natürlichen Zahnbogen erhält und auf die vorgegebenen Funktionen Rücksicht nimmt. Nicht individuell angepasste Behandlungen müssen durch das große Fachwissen des Kieferorthopäden ausgeglichen werden.

    Zu Beginn findet ein unverbindliches Beratungsgespräch statt, in dem der Arzt zuerst über die Vorgangsweise aufklärt und vielleicht schon einige Untersuchungen durchführt, sonst finden diese an einem zweiten Termin statt. Ein wichtiger Teil ist das Anamnesegespräch, dort bespricht der Arzt mit dem Patienten seine persönliche Vorgeschichte, wie Fehlstellungen innerhalb der Familie, Unfälle, Daumenlutschen oder das Verwenden von Schnullern in der Kindheit. Zudem fragt der Arzt nach Vorerkrankungen wie Herzkrankheiten, Diabetes oder Blutgerinnungsstörungen, einer regelmäßigen Medikamenteneinnahme oder einer bestehenden Schwangerschaft.
     
    Bei einer genauen Untersuchung vermisst der Arzt den Schädel und das Gebiss, dies erleichtert die Einteilung in Kategorien für die Abrechnung mit der Krankenkasse.
    Zu diesen Untersuchungen gehört in der Regel mehrere Röntgenbilder. Ein Panoramaröntgen gibt Aufschluss über das Knochenvolumen, querliegende oder verlagerte Zähne, zu viel angelegte (Zahnüberzahl) oder nicht angelegte Zähne (Zahnunterzahl), wie viele davon bereits durchgebrochen sind (Dentitionsstadium), ob eine Durchbruchstörung vorliegt und wie groß der Engstand und damit der Platzmangel der Zähne ist. Zusätzlich zeigen sich krankhafte Veränderungen wie Zysten oder Tumore auf einem Röntgenbild. Bei Kindern kommt meist ein Fernröntgen zum Einsatz, dieses zeigt das Wachstum des Schädels und das weitere Kieferwachstum sowie die Lage der Kiefer untereinander. Manchmal ist auch ein Röntgen der Hand notwendig, da die Verknöcherung der Gelenkfugen Rückschlüsse auf das weitere Wachstum erlaubt.
     
    Idealerweise erfolgt anschließend eine klinische und instrumentelle Funktionsanalyse. So wird die Lage der Zunge in Ruheposition überprüft, ob sie an die Zähne drückt oder sogar über diese hinausragt. Die Funktion der Lippen, der Atmung und der Kiefergelenke wird ebenso untersucht, wie in der instrumentellen Funktionsanalyse die Lage der Kiefergelenke von Ober- und Unterkiefer und damit die Okklusion. Die manuelle Funktionsanalyse bezieht sich auf die beteiligten Muskeln und Gewebe im Bereich der Kaugelenke. Zu diesen Untersuchungen gehört auch eine Analyse des Bewegungsapparates wie Kopf-Hals-Bereich, der Rücken und die Wirbelsäule.

    Kieferorthopädie - Wie läuft eine Behandlung in der Kieferorthopädie ab?

    Anschließend nimmt der Arzt für die Modellanalyse einen Abdruck des Gebisses. Heutzutage sind auch schon 3D-Modelle des Gebisses möglich, mithilfe der 3D-Planung können beispielsweise Aligner ohne einen Abdruck gefertigt werden. Eine Kausimulation mit dem Artikulator simuliert an einem Modell oder virtuell die Bewegungen und möglichen Fehlbelastungen des Kiefers.
     
    Mit diesen Untersuchungen erstellt der Arzt einen persönlichen Behandlungsplan, der die Diagnose, den ungefähren Zeitplan sowie die Kosten der verwendeten Materialien und Laborbefunde enthält. Dieser wird vom Arzt ausführlich erklärt, zusätzlich zeigt er die Vor- und Nachteile von alternativen Behandlungen auf und beantwortet alle aufkommenden Fragen. Der Patient stimmt mit seiner Unterschrift dem Behandlungsplan zu, dann kann die Therapie beginnen.

    Wie läuft eine Behandlung in der Kieferorthopädie ab?

    Die Zähne liegen nicht fest im Kieferknochen, sondern sind über dünne Fasern befestigt. Der Knochen selbst baut sich bei Druck ab, bei Zug baut er sich auf. Mit einem zahnmedizinischen Gerät wird nun Druck oder Zug erzeugt, so werden die Zähne in die Richtung, in die der Druck wirkt, verschoben.
     
    Steht der Behandlungsplan fest, führt der Arzt gegebenenfalls vorbereitende Maßnahmen durch. Für die Behandlung muss das Gebiss kariesfrei sein. Entzündungen werden austherapiert, eventuell saniert der Arzt noch das Gebiss vor Behandlungsbeginn.
    Sind die Zähne durch eine Mundhygiene gründlich gereinigt und bereit, setzt der Arzt bei einem weiteren Termin die zahnmedizinische Apparatur, auch Zahnspange genannt, ein. Zu Auswahl stehen verschiedene Formen wie beispielsweise feste oder herausnehmbare Spangen.
     
    Bei Erwachsenen, die eine Kieferfehlstellung besitzen, sind oft mehrere Phasen der Behandlung notwendig. Zuerst werden Zahnfehlstellungen mit zumeist festen Geräten korrigiert. Anschließend findet die kieferorthopädische Operation statt, bei der der Kiefer in die richtige Position verlagert wird. Zum Schluss kommt die Feineinstellung, so wird die Okklusion der Zähne sichergestellt.

    Feste Zahnspange

    Eine feste Zahnspange besteht aus sogenannten Brackets, das sind kleine Plättchen aus Metall, Kunststoff oder Keramik, die entweder sichtbar an die Vorderseite oder unsichtbar an die Hinterseite der Zähne mit Kunststoffkleber geklebt werden. Mit Zement werden außerdem kleine Metallringe (Bänder) bei den Backenzähnen fixiert. Die Brackets und die Bänder halten einen dünnen Metallbogen aus Stahl oder Nickel-Titan, der mit Zug die Zähne in die richtige Position schiebt. Nachdem der Arzt die Spange eingesetzt hat, erklärt er ausführlich die Reinigung der Zähne, die durch die Brackets erschwert ist. Danach finden regelmäßige Kontrolltermine statt, in denen der Arzt die Fortschritte untersucht.

     

    Meist geht eine feste Zahnspange mit einer kürzeren Behandlungsdauer einher, größere Korrekturen sind damit möglich und die Mitarbeit der Patienten ist einfacher, da das Gerät nicht entfernt werden kann. Allerdings stören sich viele an der Ästhetik, wenn es sich um die sichtbar angebrachten Metall-Brackets handelt. Liegt der Bogen auf der Hinterseite der Zähne, ist meistens die Aussprache von den Buchstaben S und C gestört, da die Zunge dagegen stößt. Ist die Behandlung abgeschlossen, entfernt der Arzt die Apparatur und reinigt und poliert die Zähne.

    Kieferorthopädie - Feste Zahnspange

     
    Herausnehmbare Zahnspange
    Im Gegensatz dazu handelt es sich bei einer herausnehmbaren zahnmedizinischen Apparatur um eine Kunststoffplatte (aktive Platte), an der Klammern und Korrekturelemente angebracht sind. Mit den Klammern wird die Spange an die Zähne geklemmt, die Zahnbewegungen werden über Federn und Schrauben in der Kunststoffplatte gesteuert. Das Sprechen und Essen fällt mit dieser Spange wesentlich schwieriger, da sie den Gaumen bedeckt und so die Zunge blockiert. Dafür kann sie aus dem Mund entfernt werden, bis zu 16 Stunden am Tag müsste sie aber getragen werden. Bei regelmäßigen Kontrollen stellt der Arzt das Gerät nach, zusätzlich gibt es einen kleinen Schlüssel für Zuhause, durch den ein Verstellen möglich ist. Jeden Tag muss die Spange mit Zahnpasta und Zahnbürste oder einer Reinigungstablette gereinigt werden, dafür ist die Reinigung der Zähne selbst nicht eingeschränkt. Eine herausnehmbare Apparatur verlängert meist die Behandlungsdauer, außerdem kritisieren einige Ärzte weniger zufriedenstellende Ergebnisse durch die geringere Zugkraft.
     


     
    Unsichtbare Zahnspange (Aligner)
    Erwachsene bevorzugen oft die Anwendung von Alignern, einer durchsichtigen Schiene, die die Zähne sanft in ihre Position drückt. Hier gibt der Arzt gleich mehrere dieser Schienen nach Hause mit, nach beispielsweise zwei Wochen wird auf eine andere Schiene gewechselt – diese Prozedur wiederholt sich, bis das gewünschte Ergebnis erzielt wurde. Bei Kindern ist auch ein Punkt auf der Schiene möglich, der den Wechsel mit seinem Verblassen anzeigt. Bis zu 22 Stunden am Tag muss die Schiene getragen werden, also tags und nachts, nur zum Essen und Zähneputzen wird sie herausgenommen. Die Reinigung von Alignern mit Zahnpasta und Zahnbürste ist recht unkompliziert. Die Behandlungszeit ist relativ kurz, allerdings ist anschließend eine Stabilisierungsphase mit sogenannten Retainern nötig.

    Kieferorthopädie - Unsichtbare Zahnspange (Aligner)


     
    Retainer
    Bei Kindern wie auch Erwachsenen ist nach der Zahnregulierung zur Stabilisierung ein Retainer nötig. Ein Retainer ist eine herausnehmbare oder auch feste Zahnspange an der Zahninnenseite, die eine neuerliche Verschiebung der Zähne verhindert. Diese sogenannte Retention bildet den Abschluss der Therapie, Kontrollen finden dann nur noch selten statt.
     


    Bionator

    Gerade in der Wachstumsphase ist noch eine Beeinflussung des Kiefers möglich. Für diesen Bereich gibt es in der Funktionskieferorthopädie den sogenannten Bionator, ein herausnehmbares Gerät, das das Skelett beeinflusst und eine Fehlentwicklung der Kau-, Wangen- und Zungenmuskulatur ausgleichen kann. Der Bionator liegt locker im Mund, die Veränderung basiert nicht auf Gewalt, sondern durch sanften Druck beim Schlucken oder Sprechen. Manchmal müssen auch stärkere Kräfte auf die Kiefer ausgeübt werden, um eine korrekte Lage zu erreichen, der Arzt verwendet dann zum Beispiel eine Kopf-Kinn-Kappe für den Unterkiefer oder eine Delaire- oder Grummons-Maske für den Oberkiefer.

    Kieferorthopädie - Bionator

     
    Headgear und Distalizer
    Bei großen Fehlstellungen benutzten Ärzte früher ein Headgear. Dies ist eine Spange, die im Mund an Ankerzähnen und außerhalb des Mundes mit Spezialbändern am Kopf und Nacken befestigt ist. Sie hemmt das Wachstum des Oberkiefers und drückt die Backenzähne nach hinten, sodass die Schneidezähne mehr Platz bekommen. Eingesetzt wurde sie, wenn keine Zähne entfernt werden sollten oder bereits ein Zahn fehlte und so die Gefahr bestand, dass andere Zähne aufgrund der Lücke ihre Position veränderten. Das Verschieben der Ankerzähne war teilweise sehr schmerzhaft für Patienten. Da sie sich zusätzlich lockerten, musste das Gerät konsequent getragen werden. Die Mundhygiene ist sehr aufwendig und die Ästhetik leidet sehr darunter. Daher verwenden die Ärzte heute bei einer Zahnlücke einen Distalizer.
     
    Ein Distalizer ist ein kleines Gerät, das direkt auf die Zähne geklebt wird und an dem Gummibänder befestigt werden. Der Arzt kontrolliert regelmäßig den Erfolg und tauscht bei Bedarf die Gummibänder aus. Ein Distalizer verschiebt die Backenzähne, ohne dass Zähne gezogen werden müssen und verlagert den Unterkiefer nach vorne. Er ist im Gegensatz zum Headgear wesentlich komfortabler und ästhetischer, dazu ist er effektiver und verkürzt die Behandlungsdauer.
     


    Wie lange dauert eine kieferorthopädische Behandlung?

    Kieferorthopädie - Wie lange dauert eine kieferorthopädische Behandlung?

    Wie lange eine Behandlung dauert, ist individuell verschieden – je nach Fehlstellung, Art der Zahnspange, Mithilfe und persönlichen Stoffwechsel des Patienten variiert die Behandlungszeit. Erst mit den Diagnose-Unterlagen kann der Arzt die Dauer abschätzen, wobei er immer nur eine grobe Einschätzung treffen kann. Die Behandlungsdauer liegt meist zwischen ein paar Monaten und drei Jahren, in einigen Fällen auch länger. Erwachsene werden meist zwischen sechs Monaten und eineinhalb Jahren behandelt.

    Kieferfehlstellungen benötigen eine längere Therapie, da hier mehrere Phasen der Behandlung notwendig sind. Ein Retainer verbleibt für gewöhnlich zwölf bis 24 Monate, teilweise auch lebenslang, wobei die Behandlung dann bereits als abgeschlossen gilt.

    Welche Komplikationen und Risiken birgt die Kieferorthopädie?

    Kieferorthopädie - Welche Komplikationen und Risiken birgt die Kieferorthopädie?

    Schmerzen sind am Anfang einer kieferorthopädischen Behandlung ganz normal, da sich der Patient erst an die zahnmedizinischen Geräte und den Druck gewöhnen muss. Je nach Schmerzempfinden sind diese mit Schmerzmittel leicht zu behandeln.

    Feste Zahnspangen erzeugen mitunter Empfindlichkeiten und Druckstellen im Mund sowie Zahnfleischentzündungen oder kleine Verletzungen an Lippen oder Zunge; hier hilft eine desinfizierende Mundspülung. Ein ganz besonderer Aspekt bei festen Zahnspangen ist das erhöhte Kariesrisiko und die Dekalzifizierung des Zahnschmelzes, wenn die Brackets sichtbar an der Außenseite der Zähne angebracht werden. Da die Zunge einen selbstreinigenden Effekt hat, werden die Brackets an der Innenseite der Zähne besser davor geschützt. Auch eine genaue Ausrichtung kann dem Vorgang entgegenwirken. Deshalb ist bei festen Spangen eine gründliche und regelmäßige Mundhygiene wichtig. Keramik-Brackets haben noch einen weiteren Nachteil: Da sie sehr hart sind, besteht hier die Gefahr, die Zähne beim Beißen abzuschleifen. Herausnehmbare Geräte sollten zudem nicht beim Sport getragen werden, da sie das Verletzungsrisiko steigern.
     
    Jedes zahnmedizinische Gerät kann sich lockern, beschädigt werden oder Schmerzen verursachen. In solchen Fällen solltest Du einen Arzt aufsuchen, da es sonst zu Verletzungen kommen kann oder sich bei lockeren Geräten Essensreste festsetzen können. Auch ein Retainer kann sich lösen und dann Verletzungen im Mund verursachen oder verschluckt werden. Erfolgt die Korrektur einer Zahnfehlstellung ohne Rücksicht auf die Position des Kiefergelenks, kann sich trotz Zahnregulierung eine craniomandibuläre Dysfunktion ausbilden.

    Welche Faktoren begünstigen einen Behandlungserfolg in der Kieferorthopädie?

    Wie bei einer jeden Behandlung muss der Patient pünktlich und verlässlich zu seinen Kontrollterminen erscheinen. Bei herausnehmbaren Geräten oder Retainern hängt der Behandlungserfolg maßgeblich von der Mitarbeit des Patienten ab, also dem regelmäßigen Tragen. Bei festen Zahnspangen ist eine gründliche Mundhygiene wichtig, bei wiederholten Auftreten von Karies müsste der Arzt die Behandlung sogar abbrechen. Deshalb ist eine genaue Aufklärung aller Fragen und Unklarheiten im Beratungsgespräch wesentlich für den Behandlungserfolg.

    Kieferorthopädie - Welche Faktoren begünstigen einen Behandlungserfolg in der Kieferorthopädie?

    Bei kieferorthopädischen Behandlungen sind dazu die Befunde und eine vollständige Diagnose unerlässlich, um keine Kieferfehlstellungen oder eine Belastung des Kiefergelenks durch eine unzureichende Befundung zu riskieren. Zudem kann auch der Verzicht auf Nikotin eine kieferorthopädische Behandlung unterstützen, da die Giftstoffe den Knochenabbau beeinflussen.

    Welche Vorteile bietet die Kieferorthopädie?

    Kieferorthopädie - Welche Vorteile bietet die Kieferorthopädie?

    Schöne gerade Zähne und die richtige Kieferstellung sind nicht nur für die Harmonie des Gesichts und der Ausstrahlung, sondern auch für die Gesundheit vorteilhaft. Die Aussprache, die Kaufähigkeit bis zur reibungslosen Verdauung und auch die Reinigung der Zähne hängt von ihrer Stellung ab. Kann sich der Mund aufgrund eines offenen Biss oder Überbiss nicht mehr richtig schließen, kommt es zu einer dauerhaften Mundatmung mit einer Mundtrockenheit. Damit stiegt nicht nur das Risiko von Karies, auch Entzündungen im Mund- und Rachenraum treten häufiger auf. Dazu kommen die vielfältigen körperlichen Auswirkungen durch Fehlbelastung der Kiefergelenke wie Schmerzen des Kopfes, Rücken, Nackens oder der Schultern.

    Bei Kindern ist das Kieferwachstum noch nicht abgeschlossen, weshalb eine Kieferfehlstellung bereits mit einer Zahnregulierung verhindert werden kann. Im Erwachsenenalter bleibt dafür meist nur noch eine Operation, die mit größeren Risiken verbunden ist. Zusätzlich ist das Ergebnis bei Kindern oft stabiler als bei erwachsenen Patienten. Das zeigt die große Bedeutung einer frühzeitigen Untersuchung und Behandlung von Fehlstellungen in der Kindheit und Jugend.
     
    Oftmals wird erwähnt, dass eine kieferorthopädische Behandlung vor Karies, Parodontitis oder Zahnverlust schützt, doch dafür gibt es wissenschaftlich keine guten Belege. Allerdings wurde der Nutzen auch noch nicht widerlegt.

    Was kostet eine kieferorthopädische Behandlung?

    Kieferorthopädie - Kosten

    Wie viel die kieferorthopädische Behandlung kostet, ist individuell verschieden und lässt sich nicht pauschal beantworten. Erst mit den fertigen Behandlungsunterlagen kann der Arzt die Kosten genauer abschätzen. Der Preis für eine kieferorthopädische Behandlung setzt sich aus der Art der Fehlstellung und verwendeten zahnmedizinischen Apparatur sowie dem Material- und Zeitaufwand zusammen. Sichtbare metallene feste Zahnspangen kosten weniger als Brackets aus Keramik oder Drähte aus Titan. Innenliegende Brackets erfordern einen hohen Aufwand, daher sind sie meist teurer.

    Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Leistungen der Kieferorthopädie?

    Ob und vor allem welche medizinischen Leistungen von der Krankenkasse übernommen werden, ist je nach Land oft unterschiedlich. Fehlstellungen werden in Schweregrade eingeteilt, Österreich orientiert sich an dem Index of Orthodontic Treatment Need (IOTN, Index der kieferorthopädischen Behandlungsnotwendigkeit). Deutschland hat basierend auf diesem Index die Kieferorthopädischen Indikationsgruppen erstellt. Ab dem Schweregrad drei übernimmt die Krankenkasse je nach Ausmaß die Kosten für die Behandlung – jedoch nur für Kinder unter 18 Jahren. In Deutschland zahlen die Eltern während der Behandlung 20 Prozent der Kosten, bei mehreren Kindern gleichzeitig sind es nur noch zehn Prozent für die Geschwisterkinder. Wurde die Behandlung abgeschlossen, also alle medizinischen Leistungen unabhängig eines Erfolges erbracht, dann erhält der Patient eine Abschlussbescheinigung, die er bei der Krankenkasse zusammen mit den Originalrechnungen einreicht. Der Versicherungsträger erstattet dann die bezahlten 20 beziehungsweise zehn Prozent zurück. Bricht der Arzt aufgrund von mangelnder Mundhygiene oder unzureichender Mitarbeit des Patienten die Behandlung ab, bezahlt die Krankenkasse die geleisteten Maßnahmen nicht. Inkludiert sind auch Reparaturen der Geräte, solange diese nicht zu oft vorkommen, sonst kann die Krankenkasse die Kostenübernahme verweigern.

    Kieferorthopädie - Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Leistungen der Kieferorthopädie?

    In Österreich gibt es mittlerweile die Gratiszahnspange, die Kinder ohne Zuzahlung der Eltern erhalten. Eignet sich das Kind aus bestimmten Gründen nicht für die Gratiszahnspange, werden bei bestimmten Fehlstellungen oder auch Erkrankungen wie im Hals-, Nasen- oder Ohrenbereich, dennoch die Kosten zumindest zum Teil refundiert.

     

    In den Leistungen der Kasse sind meist die Beratungsgespräche, nicht aber die Funktionsanalyse enthalten. So müssen genauere funktionstherapeutische Untersuchungen und Maßnahmen privat bezahlt werden. Zudem darf keine kosmetische Korrektur erfolgen, kosmetische Zahnspangen, wie Keramik-Brackets, zahnfarbene oder innenliegende Drähte zählen als Mehrleistung, für die die Krankenkasse keine Kosten übernimmt. Ein Kieferorthopäde darf im Übrigen keine Kassenbehandlungen verweigern oder diese von solchen Mehrleistungen abhängig machen.

     

    Die Zahnregulierung von Erwachsenen wird nicht von der Krankenkasse übernommen, sie können aber einen jährlichen Zuschuss von der Krankenkasse erhalten, der im Ermessen der Krankenkasse liegt. Diese Zuschüsse gelten aber nicht für kosmetische Behandlungen oder unauffällige Geräte. Liegen bei einem Erwachsenen schwere Fehlstellungen vor, die eine Operation nötig machen, übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Auch im Falle einer craniomandibulären Dysfunktion werden Aufbissbehelfe bezahlt, andere davon abweichende Schienen und die Diagnostik müssen privat bezahlt werden. Zeitweise werden auch nur Kostenzuschüsse für kieferorthopädischen Behelfe statt einer Kieferregulierung von der Krankenkasse geleistet, wenn die Behelfe die kieferorthopädische Behandlung sicherstellen oder Fehlstellungen kurzfristig beheben.


    Deckt eine Zahnzusatzversicherung die Kosten für Behandlungen aus der Kieferorthopädie?

    Neben den gesetzlichen Krankenversicherungssystem gibt es noch private Krankenversicherungen, die mit einer zusätzlichen Zahnzusatzversicherung erworben werden können. Eine solche Zusatzversicherung ermöglicht eine freie Arztwahl, bessere Wartezeiten und Zuschüsse bei verschiedenen Zahnbehandlungen und Regulierungen. Es gibt verschiedene Anbieter mit verschiedenen Angeboten und Vereinbarungen. In einigen Fällen deckt die Zahnzusatzversicherung alle Kosten, in den meisten Fällen jedoch nur einen Großteil von 60 bis 85 Prozent. Dennoch sind kosmetische Zahnregulierungen wie Aligner oft nicht enthalten. Zu beachten ist, dass diese Zusatzversicherung abgeschlossen werden muss, bevor das Erstgespräch mit dem Kieferorthopäden stattfindet, sonst kann es sein, dass die Kosten nicht mehr übernommen werden.

     

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