Zahnkrone

Bei vielen Menschen kann es im Lauf des Lebens durch Karies, Parodontitis, Unfälle oder Fehler in der Zahnentwicklung zu Schädigungen bis hin zum gänzlichen Verlust der Zähne kommen. Eine der am häufigsten durchgeführten Behandlungen beim Zahnarzt – das Einsetzen einer Zahnkrone – bietet eine geeignete Möglichkeit, die Kaufunktion, Ästhetik und das Sprachvermögen wiederherzustellen. In diesem Beitrag erhältst Du alle wichtigen Informationen bezüglich Behandlung, unterschiedlicher Kronenarten sowie entsprechender Einsatzgebiete.


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Zuletzt aktualisiert: 3. Februar, 2020



Was versteht die Medizin unter einer Zahnkrone?

Unter einer Zahnkrone verstehen Zahnärzte eine Form des festen Zahnersatzes, die zur Wiederherstellung größerer Teile eines Zahnes dient. Dein Zahnarzt setzt dabei die Zahnkrone wie eine schützende Hülle auf den verbleibenden Stumpf des Zahnes und verklebt die Zahnkrone mit dem behandelten und präparierten Zahn, wodurch dieser seine natürliche Form und Stabilität wiedererlangt.

Zahnkrone

Wann kommt die Zahnkrone zum Einsatz?

Der Hauptgrund für den Einsatz von Zahnkronen ist eine ausgedehnte Zerstörung von Zähnen durch Karies, insbesondere dann, wenn nicht die Möglichkeit besteht, Füllungen im Zahn sicher zu verankern. Mitunter kann auch eine Unfallverletzung zu einer derartig tief greifenden Verletzung des Zahnes führen. In einigen Fällen überkronen Zahnärzte auch wurzelbehandelte Zähne zur Stabilisierung. Zudem lassen sich mit Kronen auch ästhetische Fehlstellungen von Zähnen im sichtbaren Bereich teilweise beheben. Dies ist oft der Fall, wenn bei Patienten kieferorthopädische Maßnahmen nicht infrage kommen.

Wie bei Karies und Unfallverletzungen kann auch beim Zähneknirschen, dem sogenannten Bruxismus, Zahnsubstanz in Höhe und Breite verloren gehen und eine Zahnkrone erforderlich werden lassen. Des Weiteren setzen Zahnärzte Kronen oft beim Einsatz von Prothesen und Brücken ein, wobei die Kronen in diesem Fall der Befestigung am Restgebiss dienen.

Wann sollte eine Zahnkrone nicht zur Anwendung kommen?

Liegen Defekte der Zähne vor, die sich aufgrund ihrer Ausdehnung und Lokalisation noch mit plastischen Füllungsmaterialien wie Kunststoff oder Amalgam versorgen lassen, ist kein Anbringen einer Zahnkrone erforderlich. Weitere Gegenanzeigen für Zahnkronen sind Zähne mit schlechter Erhaltungsprognose sowie eine unzureichende Mundpflege durch den Patienten. Auch bei Patienten unter 18 Jahren ist aufgrund des noch nicht abgeschlossenen Kieferwachstums eine Versorgung mit einer Zahnkrone nicht indiziert.

Was sind die Vor- und Nachteile von Zahnkronen?

Zahnkronen haben den Vorteil, dass durch ihren Einsatz durch Karies stark zerstörte Zähne in einer Vielzahl der Fälle noch gerettet werden können. Zudem bietet eine Krone einen Schutz vor einer erneuten Kariesbildung. Eine mangelnde Passgenauigkeit kann dagegen eine erneute Kariesbildung sowie eine Entzündung des Zahnnervs begünstigen.

Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass Dein Zahnarzt die Zahnsubstanz beschleifen muss, was in seltenen Fällen zu einer Schädigung des Zahnnervs führen kann. Außerdem sollte Dir bewusst sein, dass eine Zahnkrone eine begrenzte Haltbarkeit aufweist, sodass diese nach einigen Jahren ersetzt und der Zahn erneut beschliffen werden muss.

Sind Zahnkronen für jeden Zahn geeignet?

Die wichtigsten Voraussetzungen für das Einsetzen einer Zahnkrone sind ein gesundes Zahnfleisch und eine fest verankerte Zahnwurzel ohne krankhafte Prozesse. Besteht dagegen keine Zahnwurzel des Originalzahnes mehr oder ist diese beschädigt, kann Dein Zahnarzt auch Implantat einsetzen.

Zahnkrone

Welche unterschiedlichen Funktionen kann eine Zahnkrone übernehmen?

Zahnkronen können zu unterschiedlichen Zwecken Verwendung finden. Mediziner differenzieren hierbei Ersatz-, Schutz- und Verankerungskronen. Die Ersatzkrone stellt die klassische Zahnkrone dar, die bei einem großen Zahndefekt zum Einsatz kommt, um die natürliche Zahnkrone zu ersetzen. Schutzkronen verwenden Zahnärzte häufig dann, wenn am Zahn der harte und feste Zahnschmelz verloren gegangen ist und die Krone für einen Schutz des darunter freiliegenden, weichen Dentins sorgen soll.

Eine Verankerungskrone wiederum hat die Aufgabe der Verankerung von Zahnersatz. Dabei kann es sich um eine Zahnbrücke handeln, bei der der Zahnarzt einen Zahn im Ganzen austauscht und die beiden benachbarten Zähne mittels Überkronung als Brückenpfeiler nutzt.

Was ist der Unterschied zwischen einer Teil- und Vollkrone?

Anhand der Größe und Ausdehnung unterscheiden Zahnärzte eine Teil- von einer Vollkrone. Eine Teilkrone bedeckt nur einen Teil des Zahnes, beispielsweise nur die Kaufläche. Sie kommt dann zur Anwendung, wenn der Zahn durch Karies eine solche Beschädigung aufweist, dass eine Füllung nicht mehr ausreicht, die Beschädigung jedoch noch nicht so groß ist, dass eine Vollkrone erforderlich ist. Vorteilhaft wirkt sich eine Teilkrone dahingehend aus, dass viel gesunde Zahnsubstanz bestehen bleibt. Eine Vollkrone kannst Du Dir dagegen wie eine Art Kappe vorstellen, die Dein Zahnarzt auf den darunterliegenden Zahnstumpf aufbringt. Diese sollte sowohl die Kaufunktion wiederherstellen als auch dem natürlichen Zahn möglichst ähnlich sehen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Zahnkrone und einer Zahnbrücke?

Eine Zahnkrone kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn Teile eines Zahnes völlig zerstört sind, der Zahn aber noch vorhanden ist. Eine Zahnbrücke dient dagegen dem Ersatz eines verloren gegangenen Zahnes, also der Schließung einer Zahnlücke. Wie der Name bereits vermuten lässt, überspannt diese Form des Zahnersatzes, die sowohl festsitzend als auch herausnehmbar sein kann, wie eine Brücke den Platz, an dem der Zahn ersetzt werden soll. Die natürlichen Zähne neben der Zahnlücke dienen dabei als Pfeiler, die die Brücke stützen.
Dafür präpariert Dein Zahnarzt zuvor die sogenannten Brückenpfeiler wie eine Krone.

Aus welchen Materialien können Zahnkronen gefertigt werden?

Hinsichtlich des Materials, aus denen sich Zahnkronen anfertigen lassen, differenzieren Zahnärzte Vollgusskronen, Verblendkronen, Vollkeramikkronen und Vollkunststoffkronen.

Eine Vollgusskrone ist aus Metall gefertigt und unterscheidet sich daher farblich vom natürlichen Zahn. Verwendung findet die Vollgusskrone daher hauptsächlich im nicht sichtbaren Bereich, zum Beispiel bei einem Backenzahn. Sie ist auch unter dem Begriff Metallkrone oder, bei enthaltenem Gold, Goldkrone bekannt. Charakteristischerweise besitzt sie eine besonders lange Haltbarkeit und ist bruchstabil.

Eine Verblendkrone besteht zwar ebenfalls aus Metall, ist allerdings teilweise oder komplett mit einem zahnfarbenen Material – meist Keramik, aber auch Kunststoff – überzogen und kommt deshalb in der Regel im sichtbaren Bereich zum Einsatz, also bei einem Schneidezahn oder im vorderen Bereich der Backenzähne.

Eine Vollkeramikkrone, auch Mantelkrone genannt, die den Zahn mantelförmig umfasst, besteht ausschließlich aus Keramik. Keramik ist nicht so bruchstabil wie Metall, weshalb die Kronen im Normalfall etwas dicker hergestellt werden müssen. Dein Zahnarzt muss daher bei der Präparation auch mehr vom Zahn abtragen, damit genug Platz für die Krone vorhanden ist.

Vollkunststoffkronen eignen sich sehr gut als Langzeitprovisorien, kommen dagegen aber in der Regel nicht als definitiver Zahnersatz zur Anwendung. Hierbei besteht die Möglichkeit, vorgefertigte Rohlinge mit entsprechender Anpassung zu benutzen oder eine individuelle Krone zu fräsen.

Zahnkrone

Wie viele Termine braucht es für das Anbringen der Zahnkrone?

Im Normalfall sind für das Anbringen der Zahnkrone zwei Termine erforderlich. Während des ersten Termins präpariert Dein Zahnarzt den Zahn und formt diesen ab. Daraufhin kann ein Zahntechniker anhand der Abformung die Krone im gewünschten Material erstellen. In der Zwischenzeit schützt eine provisorische Krone aus Kunststoff den Zahn. Beim zweiten Termin setzt Dein Zahnarzt die angefertigte Krone ein und verklebt diese nach genauer Passkontrolle.

Was muss ich vor der Behandlung beachten?

Neben der üblichen Untersuchung des Zahnes mit Sonde und Spiegel prüft Dein Zahnarzt zunächst, ob die Zahnwurzel und der sie umgebende Kieferknochen gesund sind. Ebenfalls testet er mittels Kälteprovokation, ob der Zahnnerv noch lebt. Hierfür sprüht er ein Kältespray auf ein Wattekügelchen und drückt dieses dann auf den Zahn. Spürst Du den Kältereiz nicht, ist davon auszugehen, dass der Zahnnerv abgestorben ist. Weiterhin kann eine Röntgenaufnahme Deiner Zähne erfolgen.

Sollte sich aus diesen Untersuchungen ein krankhafter Befund ergeben, ist vor dem Anfertigen der Krone eine Vorbehandlung erforderlich, wie beispielsweise eine Wurzelbehandlung. Zudem ist zu beachten, dass alte Füllungen, zum Beispiel aus Amalgam, entfernt werden. Außerdem informiert Dich Dein Zahnarzt über den Behandlungsablauf und klärt Dich über mögliche Risiken und Komplikationen auf.

Wie genau verläuft die Zahnkronen-Behandlung?

Zu Beginn der Behandlung entfernt Dein Zahnarzt unter örtlicher Betäubung die Karies und eventuell vorhandene alte Füllungen. Daraufhin schleift er den entsprechenden Zahn mit diamantierten Schleifkörpern ab. Im nächsten Schritt nimmt er einen genauen Abdruck des abgeschliffenen Zahnes. Dafür benutzt der Zahnarzt einen kleinen Abdrucklöffel und füllt diesen mit einer weichen, anpassungsfähigen Masse, die exakt die Gestalt der Zähne und des beschliffenen Zahnes wiedergibt. Die Abformungen dienen dem Zahntechniker im Labor als Arbeitsgrundlage für die Anfertigung des Zahnersatzes.

Für den Übergang bekommst Du bis zur endgültigen Fertigstellung der Zahnkrone in der Zahnarztpraxis ein Provisorium, das mit einem provisorischen Zement auf den Zahnstumpf gesetzt wird. Das Provisorium schützt den Zahn vor Reizungen wie Wärme oder Kälte und mechanischen Belastungen.

Nach Fertigstellung der endgültigen Zahnkrone erfolgt an einem zweiten Termin das Einsetzen der Zahnkrone, ebenfalls unter lokaler Betäubung. Dafür muss der Zahnersatz zunächst „anprobiert“ und angepasst werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Krone harmonisch in den Zahnstumpf übergeht. Es dürfen keine Spalten oder Stufen vorhanden sein, da sich ansonsten am Kronenrand Zahnbelag beziehungsweise Speisereste sammeln oder Keime eindringen können. Zudem prüft Dein Zahnarzt, ob der überkronte Zahn gut in der Zahnreihe eingefügt ist und der Biss mit dem Gegenkiefer stimmt.

Bei perfektem Sitz der Krone fixiert er sie mit einem speziellen Befestigungszement auf dem Zahn oder klebt sie ein.

Was muss ich nach der Behandlung unbedingt beachten?

Anfangs kann sich die Zahnkrone beim Kauen noch etwas ungewohnt anfühlen. Sollten allerdings nach einigen Tagen noch ein Druckgefühl oder Schmerzen beim Kauen bestehen, raten wir Dir, die Zahnkrone von Deinem Zahnarzt überprüfen zu lassen. Bei einer provisorischen Zahnkrone, die Du nach dem ersten Behandlungstermin erhältst, ist zudem zu beachten, dass diese aus wenig belastbarem Kunststoff besteht und nicht perfekt an Dein Gebiss angepasst ist. Verzichte daher bis zum Erhalt der endgültigen Zahnkrone auf klebrige Nahrungsmittel wie Kaugummis, da diese an der Zahnkrone haften bleiben können und sie lösen. Ebenso sind während des Zeitraumes Lebensmittel wie hartes Brot oder rohe Karotten ungeeignet.

Welche Risiken und Komplikationen können bei und nach der Behandlung auftreten?

Bei einer Überkronung können unter anderem Blutungen, Verletzungen von Nerven, Infektionen von Zahn oder Zahnfleisch, eine Entzündung des Zahnnervs (Pulpitis) und eine Narbenbildung des Zahnfleisches auftreten. Weiterhin kann es nach Einsetzen einer Zahnkrone zu einem Ablösen oder Ausfallen der Zahnkrone, einer Beschädigung der Zahnkrone mit gegebenenfalls erforderlichen Ersatz der Krone, allergischen Reaktionen oder einer Unverträglichkeit gegenüber des Kronenmaterials, einer Überempfindlichkeit beim Aufbeißen sowie Schmerzen auf kalte oder heiße Reize wie warme Gerichte oder Speiseeis kommen. Mitunter empfinden Patienten das Ergebnis auch ästhetisch unbefriedigend, beispielsweise bei vorhandenem dunklen sichtbaren Rand der Zahnkrone.

Zahnkrone

Wie lange hält eine Zahnkrone und was kann ich tun, damit sie länger hält?

Bei entsprechender Mundhygiene gehen Experten von Richtwerten für die Haltbarkeit einer Zahnkrone von 10 bis 15 Jahren und teilweise mehr aus. Um für eine möglichst lange Haltbarkeit zu sorgen, solltest Du am besten nach jeder Mahlzeit, mindestens aber zweimal täglich, Deine Zähne putzen. Mit Zahnseide und einer Interdentalbürste kannst Du zudem die Zwischenräume Deiner Zähne gut pflegen. Besonders der Rand der Zahnkrone, der auf das Zahnfleisch auftrifft, sollte eine ausführliche Pflege erfahren.

Was kann ich tun, um eine Zahnkronen-Behandlung vorzubeugen?

Da eine Schädigung des Zahnes, die eine Zahnkronen-Behandlung erforderlich werden lässt, in den meisten Fällen auf Karies zurückzuführen ist, solltest Du versuchen, die Erkrankung vorzubeugen. Dabei hilft vor allem wie bereits beschrieben eine gründliche Mundhygiene. Weiterhin empfehlen wir Dir, möglichst wenig zuckerhaltige Getränke und Speisen zu Dir zu nehmen, da Zucker für die für die Entstehung von Karies verantwortlichen Bakterien eine Nahrungsgrundlage bietet. Außerdem sind regelmäßige zahnärztliche Kontrolluntersuchungen ratsam.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Grundsätzlich ist eine Kronenversorgung- wie zahlreiche andere zahnmedizinische Behandlungen auch – privat zu zahlen. Wir empfehlen Dir in jedem Fall, vor Beginn der Behandlung mit Deinem Zahnarzt einen Kostenplan zu erstellen und individuell bei Deiner Krankenkasse anzufragen, welche Kosten sie trägt.


Dauer Dauer

Bis zu mehreren Stunden

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

Top Ärzte auf diesem Fachgebiet

Zahnmedizin
Dr. med. univ. et med. dent. Babette B. Habitzl

Dr. med. univ. et med. dent. Babette B. Habitzl

Fachärztin für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

Perfektastraße 40/4 , Wien

Das Wichtigste zusammengefasst

Der Hauptgrund für den Einsatz von Zahnkronen ist eine ausgedehnte Zerstörung von Zähnen durch Karies


Die Zahnkronen-Behandlung besteht aus mindestens zwei Sitzungen


Die wichtigste Voraussetzung für das Einsetzen von Zahnkronen ist das Vorhandensein einer Zahnwurzel ohne krankhafte Prozesse


Zahnkronen besitzen meist eine Haltbarkeit von 10 bis 15 Jahren. Wichtig ist hierbei auf eine gründliche Mundhygiene zu achten

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