Bruxismus (Zähneknirschen)

Ein häufiges Knirschen mit den Zähnen wird von Angehörigen allgemein als lästige, nervöse Angewohnheit oder Tick wahrgenommen. Dass das Zähneknirschen, medizinisch auch Bruxismus genannt, das vor allem nachts auftritt, jedoch vielfach nicht nur ein Ausdruck von Nervosität, sondern auf eine Vielzahl an Ursachen zurückzuführen ist, und teils schwerwiegende Folgen nach sich ziehen kann, ist weitläufig weniger bekannt. Es gilt einen Bruxismus möglichst schnell zu erkennen, um Folgeschäden an Gebiss, Kiefer und allgemeinem Wohlbefinden zu vermeiden.


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Zuletzt aktualisiert: 23. April, 2021

INHALTSVERZEICHNISInhaltsverzeichnis

Unter einem Bruxismus versteht der Mediziner ein unbewusstes, meist nächtliches auftretendes Aufeinanderpressen und Knirschen der Zähne.

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Das offensichtlichste Symptom ist das häufige Aufeinanderpressen, Kauen, Malmen und Knirschen der Zähne. Als Begleitsymptomatik kann es zu sichtbaren Veränderungen der Zähne und unterschiedlichen Schmerzzuständen der Zähne, der Kiefer, des Kopfes oder Nackens kommen.

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Genaue Ursachen sind nicht bekannt. Als Risikofaktoren gelten genetische, anatomische, psychologische und medikamentöse Faktoren beziehungsweise eine Kombination all dieser.

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Erste Anlaufstelle ist meist der Zahnarzt, der eine Begutachtung und Behandlung der Zähne vornehmen wird. Weitere Stationen in der Abklärung sind die Kieferorthopädie, Schlafmedizin und Psychologie.

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Je nach Ursache und Ausprägung der Symptomatik stehen unterschiedliche Konzepte der Behandlung zur Verfügung: zahnärztliche Versorgung, kieferorthopädische Eingriffe, Aufbissschienen, Biofeedbackverfahren, Psychotherapie, Schmerztherapie und Physiotherapie.

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Da das Zähneknirschen häufig mit Stress und psychischer Belastung in Verbindung gebracht wird, sind vor allem Selbstbeobachtung und Aufmerksamkeitstraining hilfreich, um Situationen, in denen mit den Zähnen geknirscht wird, zu erkennen. Der zweite Schritt sind dann Ablenkungen und Mechanismen zum Stressabbau wie beispielsweise autogenes Training, Meditation oder Yoga.

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Die häufigsten Folgen eines Bruxismus sind zum einen deutliche Veränderungen der Zähne, Abreibungen des Zahnschmelzes oder Lockerungen des Zahnhalteapparats. Doch nicht nur die Zähne selbst, auch die Kiefergelenke stehen unter enormer Beanspruchung, wodurch es zur sogenannten craniomandibulären Dysfunktion kommen kann.

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Zu Beginn steht stets ein Anamnesegespräch, indem Du Deinen Arzt über Deine Symptome und Deinen Alltag aufklärst, um möglicherweise Stress als Auslöser festzustellen. Anschließend erfolgt eine genaue Untersuchung Deiner Zähne, Deines Gebisses und Deines Zahnhalteapparats.

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Je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto besser ist insgesamt die Prognose. Grundsätzlich lässt sich ein Bruxismus durch die Kombination verschiedener Therapien gut behandeln, da Zähneknirschen jedoch häufig auf Stress zurückzuführen ist, ist oft eine lebenslange Stressbewältigung notwendig.

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Eine tatsächliche Vorbeugung ist nicht möglich, da es bislang unklar ist, wieso und bei welchem Patientenkollektiv es zum Auftreten des Zähneknirschens kommt. Besteht allerdings eine gewisse Neigung, kann eine Verschlechterung des Bruxismus und die Herausbildung von möglichen Folgeschäden durch regelmäßige zahnärztliche Begutachtungen und Stressreduktion verhindert werden.

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Die Behandlungskosten können sehr unterschiedlich hoch ausfallen, je nachdem wie fortgeschritten der Bruxismus und mögliche Folgen sind. Da es sich in den meisten Fällen um medizinisch notwendige Behandlungen handelt, werden die Kosten meist vollständig oder zu einem großen Teil von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Unter einem Bruxismus versteht die Medizin ein krankhaft häufiges und unbewusstes, meist nächtliches Auftreten von Zähneknirschen. Während fast jede Person das eine oder andere Mal ohne darüber nachzudenken die Zähne aufeinanderpresst oder damit knirscht, verbringen Betroffene häufig mehrere Stunden am Tag damit, den Käfern zu malmen, wodurch auch der Krankheitswert des Bruxismus entsteht.


Die Ursachen eines Bruxismus können sowohl zahnmedizinischer also psychopathologischer Natur sein, bestimmte Risikofaktoren sowie eine genetische Prädisposition erhöhen das Risiko.


In der Therapie des Bruxismus gilt es nicht nur die möglichen Folgeschäden an Zähnen und Kiefergelenk zu behandeln, sondern auch Auslöser oder Gründe zu finden. Eine exakte zahnmedizinische Diagnostik und Medikamentenanamnese hilft, mögliche Ursachen auszuschließen. Sind keine strukturellen oder anatomischen Auslöser zu finden, handelt es sich häufig um einen stressbedingten Bruxismus, der dementsprechend behandelt werden muss.


Die Behandlung zieht sich in der Regel über mehrere Monate bis Jahre (beispielsweise Psycho- und Verhaltenstherapie), lässt sich allerdings gut in den Alltag integrieren, sodass keine Ausfallzeiten entstehen. Nur im Falle eines notwendigen kieferorthopädisch-operativen Eingriffs können einige Tage Krankenstand notwendig werden.

Was ist Bruxismus?

Bruxismus ist der Fachbegriff für das Zähneknirschen. Im medizinisch-pathologischen Kontext wird darunter das gehäufte, unbewusste, meist nächtlich auftretende Aufeinanderpressen und Knirschen der Zähne und dessen Folgen verstanden. Beim Zähneknirschen handelt es sich um eine recht häufig auftretende, jedoch lange Zeit nicht als eigenes Krankheitsbild wahrgenommene Symptomatik. Letzteres liegt vor allem an der Tatsache, dass ein Bruxismus in unterschiedlichen Ausprägungen auftritt und nicht immer Folgen nach sich ziehen muss, weshalb er auch lange Zeit unbemerkt bleiben kann.

Was sind die Symptome von Bruxismus?

Der Begriff „Zähneknirschen“ beschreibt die Symptomatik: Betroffene pressen Ober- und Unterkiefer aufeinander, sodass die beiden Zahnreihen aufeinander aufliegen. Dabei wird unbewusst ein enormer Druck auf die Zähne ausgeübt. Hinzu kommen häufig mahlende oder kauende Geräusche, unter denen die Zahnoberflächen noch zusätzlich beansprucht werden.

Bruxismus (Zähneknirschen) - Was sind die Symptome von Bruxismus?

Welche Ursachen hat Zähneknirschen?

Bruxismus (Zähneknirschen) - Welche Ursachen hat Zähneknirschen?

Wie und warum genau es zum Bruxismus kommt, ist bislang noch nicht vollständig geklärt. In Diskussion stehen genetische, psychische, anatomische und medikamentöse Ursachen.
Es wird angenommen, dass beispielsweise Kieferfehlstellungen mit unvollständigem Gebissschluss unbewusst dazu führen, die Zähne mit mehr Druck aufeinanderzupressen, sodass ein Gebissschluss angedeutet werden kann. Auch Höhenunterschiede innerhalb der Zahnreihen (beispielsweise durch Füllungen oder Zahnkronen) scheinen ebenfalls im Zusammenhang mit dem Bruxismus zu stehen.

Als psychopathologischer Faktoren werden von Spezialisten vor allem Stress und hohe psychische Belastungen als Auslöser gesehen. Das Aufeinanderpressen und -reiben der Zähne könnte hierbei in erster Linie ein Stressbewältigungsmechanismus und Ablenkung sein, die dann zur unangenehmen Gewohnheit werden. Zudem werden auch bestimmte Medikamente, Alkohol und aufputschende Substanzen mit dem Bruxismus in Zusammenhang gebracht und daher als Risikofaktoren gesehen.
 
Da der Bruxismus bei Erwachsenen vorrangig im Schlaf auftritt und häufig auch mit anderen schlafbezogenen Störungen wie dem Schlafwandeln kombiniert ist, wurde die Erkrankung vor allem auch schlafmedizinisch untersucht. Sie wird heute den Parasomnien zugeordnet, einer Gruppe von Erkrankungen, die zu einem unterbrochenen und schlechten Schlaf führen. Die darunterfallenden Erkrankungen, wie auch der Bruxismus, werden meist als Ausdruck psychischer Belastungsstörungen oder schlafbezogener Atemstörungen (Schnarchen, Schlafapnoe) angesehen.

Bruxismus (Zähneknirschen) - Warum knirschen Kinder mit den Zähnen?

Warum knirschen Kinder mit den Zähnen?

Auch bei Kindern kann ein Bruxismus auftreten, hierbei gilt er allerdings innerhalb einer gewissen Alterspanne als normal und unbedenklich. Ursache für das kindliche Zähnepressen sind die erstmals austretenden Milchzähne, die erst abgeschliffen und auf eine Ebene gebracht werden müssen. Dabei kann das Zähneknirschen helfen, weshalb es bei Kindern bis zum letzten Zahndurchbruch auftreten kann und danach meistens von selbst aufhört.

Welcher Arzt behandelt Bruxismus?

Bruxismus (Zähneknirschen) - Welcher Arzt behandelt Bruxismus?

Die Behandlung eines Bruxismus kann sich in vielen Fällen als sehr schwierig erweisen, da es nicht nur notwendig ist die Folgeerscheinungen an den Zähnen zu behandeln, sondern auch eine mögliche Ursache für den Bruxismus zu finden, um sich diesen langfristig abgewöhnen zu können.

Meist ist also im Laufe der Behandlung nicht nur ein einziger Arzt Ansprechpartner, sondern es steht vor allem eine Kombination aus unterschiedlichen Fachbereichen und eine interdisziplinäre Herangehensweise im Vordergrund. Erster Ansprechpartner ist häufig der Zahnarzt, der erste Verschleißerscheinungen an den Zahnoberflächen erkennt und die Verdachtsdiagnose des Bruxismus stellt. Meist müssen dann darüber hinaus Spezialisten für Kieferorthopädie, Schmerzmedizin, Schlafmedizin, Physiotherapie und Psychotherapie hinzugezogen werden.

Wie lässt sich Bruxismus behandeln?

Wie bereits angedeutet ist in vielen Fällen ein interdisziplinärer Ansatz notwendig, weshalb die Behandlung von Zähneknirschen meist eine Kombination von Therapien aus verschiedenen Fachbereichen notwendig macht.
 

Zahnärztliche Behandlung
Bei deutlichen Abnutzungserscheinungen, bereits gelockerten Zähnen oder Unebenheiten der Zahnreihen, die möglicherweise ursächlich für das Zähnepressen sein könnten, muss eine zahnärztliche (und kieferorthopädische) Abklärung durchgeführt werden. Dabei kann der Spezialist Fehlstellungen ausgleichen und gelockerte oder stark beschädigte Zähne ersetzen.
 


 
Schmerztherapeutische Behandlung
Da die Zahnoberflächen nicht von Nervenbahnen durchzogen sind, kommt es anfangs zu keiner Schmerzsymptomatik. Dies kann sich ändern, sobald untere Zahnschichten freigelegt sind, Lockerungen im Zahnhalteapparat bestehen oder es bereits zu der komplexen Symptomatik der craniomandibulären Dysfunktion gekommen ist. In der Schmerztherapie stehen unterschiedliche Substanzen zur Verfügung, die sowohl lokal initiiert also oral eingenommen werden können. Zu bedenken ist, dass eine langfristige Schmerztherapie auch mit Nebenwirkungen einhergehen kann und daher in keinem Fall alleinige Lösung des Problems sein darf.
 


Physiotherapeutische Maßnahmen

In mehreren physiotherapeutischen Einheiten werden Übungen erlernt, die Kiefergelenke entlasten, die Kaumuskulatur entspannen und insgesamt eine Haltungsverbesserung erzielen sollen. Zum Einsatz kommen Verfahren der Osteopathie, der manuellen Medizin sowie wärme- und kältetherapeutische Ansätze. Auch Massage- und Akupunktureinheiten können zu einer Verbesserung der Verspannung- und Schmerzsymptomatik beitragen.

Bruxismus (Zähneknirschen) - Physiotherapeutische Maßnahmen

 
Schlafbezogene Therapien
Sollte der Bruxismus vor allem nächtlich auftreten, sollte unbedingt eine schlafmedizinische Abklärung erfolgen, um mögliche pathologische Grundlagen zu klären. Bestehen parallel eine Schlafapnoe oder eine starke Schnarchneigung, können Schlafmediziner und Lungenfachärzte mit speziellen Schlafmasken Abhilfe schaffen.
 


 
Psychotherapeutische Behandlung
Psychotherapeutische Ansätze umfassen Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie, progressiven Muskelentspannung, Meditation oder Hypnose. Welche Therapieform die richtige ist, wird im Zuge eines psychotherapeutischen Gesprächs und der Erkundung möglicher auslösender Faktoren gemeinsam mit der Therapeutin oder dem Therapeuten erarbeitet.
 


 
Biofeedback
Biofeedbackverfahren arbeiten mit Sensoren im Kaumuskel, die die erhöhte Muskelaktivität, die zum ständigen Zähneknirschen führt, erkennen und ein kurzes Signal an die Patienten senden, sodass diese sich der Handlung bewusst werden und sich diese abtrainieren können. Biofeedbackverfahren sind also Teil der verhaltenstherapeutischen Ansätze.
 


Wann kommt bei Bruxismus eine Aufbissschiene zum Einsatz?

Da Ursache und Auslöser für die Erkrankung häufig nicht bekannt sind, gilt es in erster Linie die Zähne zu schützen und eine weitere Abnutzung und Beschädigung des Gebisses zu verhindern. Dabei kommen vor allem Aufbissschienen (Okklusionsschienen) zum Einsatz. Diese werden individuell an das Gebiss der betroffenen Person angepasst, um Unebenheiten auszugleichen und einen optimalen Kieferschluss (Okklusion) zu gewährleisten. Gleichzeitig können bereits aufgetretene Abnutzungserscheinungen oder Bewegungseinschränkungen der Kiefergelenke ausgeglichen werden.

Bruxismus (Zähneknirschen) - Wann kommt bei Bruxismus eine Aufbissschiene zum Einsatz?

Wie läuft die Therapie von Zähneknirschen mit Botox ab?

Bruxismus (Zähneknirschen) - Wie läuft die Therapie von Zähneknirschen mit Botox ab?

Die Behandlung mit Botox ist ein Konzept, bei dem versucht wird, die Kaumuskulatur zu lähmen und so die unwillkürlichen und unbewussten Kau- und Beißbewegungen zu hemmen. Dabei wird die muskellähmende Substanz Botulinumtoxin in die Kaumuskulatur gespritzt, was zu einer vorübergehenden Lähmung führt. Unterschiedliche Studien deuten allerdings darauf hin, dass das Botulinumtoxin den Kieferknochen angreifen und zu einer langfristigem Destruktion dessen führen kann.

Was kann ich selbst gegen Zähneknirschen tun?

Kommt es auch untertags zu einem Auftreten des Bruxismus, sind Wachsamkeit und gezielte Ablenkungs- und Entspannungsübungen das Um und Auf. Ganz entscheidend ist es nämlich, Situationen und Auslöser für das Zähneknirschen an sich selbst zu bemerken, um solche Situationen vermeiden oder schon prophylaktisch Ablenkungsmechanismen finden zu können. Empfohlen werden darüber hinaus Entspannungsübungen, autogenes Training oder Yoga, wodurch Du bewusst vom Alltag und Stress Abstand nehmen kannst und jegliche Konzentration gezielt auf die Bewegung richten sollst, um eine Verkrampfung der Kiefer zu unterbinden.

Was sind mögliche Folgen von Zähneknirschen?

Viel ernster und schwerwiegender als die eigentliche Symptomatik des Zähneknirschens sind die möglichen Folgen. Diese sind vor allem bei Personen zu erwarten, die sehr häufig, sowohl am Tag als auch nachts, zum Bruxismus neigen. Mögliche Folgen können sich sowohl direkt an den Zähnen als auch in Form von sehr unterschiedlichen Symptomen muskulärer und neurologischer Natur zeigen.
 
Erste sichtbare Auswirkungen des häufigen Zähneknirschens lassen sich vor allem an den Zähnen feststellen. Zwar gehört die oberste Schicht der Zähne, der Zahnschmelz, zu den härtesten Substanzen im Körper, doch auch dieser ist nicht unzerstörbar. Vor allem starke Säuren können dessen Struktur auflockern und schädigen und führen dadurch zu Karies. Gerade ein solch vorgeschädigter Zahn enthält Schwachstellen, die der hohen Beanspruchung des Zähneknirschens nicht ewig standhalten können. Druck- und Reibekräfte führen zur weiteren Abrasion des Zahnschmelzes, sodass diese schützende Schicht immer dünner wird und schließlich das empfindliche Zahnbein freigeben kann.
 
Abgesehen vom Zahn selbst wird vor allem der Zahnhalteapparat, bestehend aus dem Zahnfleisch, der Zahnwurzel, dem Zahnfach und seinem gesamten Faserhalteapparat, nachhaltig beansprucht. Hält er dieser Krafteinwirkung nicht mehr stand, kommt es zur Zahnlockerung.

Bruxismus (Zähneknirschen) - Was sind mögliche Folgen von Zähneknirschen?

Doch nicht nur die Zähne selbst können Schäden davontragen: Jeder Druck, der auf die Zähne ausgeübt wird, leitet sich in erster Linie in die beiden Kiefergelenke fort. Auch diese werden stark beansprucht, wodurch es zu deutlichen Abnutzungserscheinungen des Gelenkknorpels bis hin zur Luxation (Ausrenkung) kommen kann.
 
In Verbindung mit dem Kiefergelenk stehen zahlreiche Muskelgruppen: Nämlich nicht nur jene, die der Kaumuskulatur zuzuordnen sind, sondern auch die gesamte mimische Muskulatur sowie Muskeln, die der Stabilisierung und Drehung des Kopfes dienen und gleichzeitig mit Muskelgruppen der Schulter und der oberen Wirbelsäulenabschnitte in Verbindung stehen.
 
Eine Verspannung all dieser Muskelgruppen kann zu einer sehr ausgeprägten Schmerzsymptomatik (Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Rückenschmerzen, Blockierungen der Wirbelsäule oder des Kiefergelenks) führen. Diese sehr ausgeprägte Verspannungssymptomatik kann wiederum zu Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen, Knackgeräuschen in den Gelenken oder unangenehmen Ohrgeräuschen führen. Für diese gesamte Symptomgruppe hat sich der Begriff der craniomandibulären Dysfunktion (CMD) durchgesetzt. Betroffene des Syndroms leiden häufig nicht nur an diffusen Zahnschmerzen und Einschränkungen beim Kauen und Sprechen, sondern entwickeln Schlafstörungen und erleben eine sehr hohe psychische Beanspruchung und reduzierte Lebensqualität.

Wie erfolgt die Diagnose von Bruxismus?

Bruxismus (Zähneknirschen) - Wie erfolgt die Diagnose von Bruxismus?

Sofern Symptome vorliegen, ist die erste Anlaufstelle meist der Allgemeinmediziner, bei dem der Patient über Muskelverspannungen, Kopfschmerzen und Bewegungseinschränkungen klagt.

Um einen Bruxismus festzustellen, wird der Arzt ein sehr gezieltes Anamnesegespräch zu genauer Symptomatik und psychosozialen Faktoren wie Arbeit, Familiensituation, Sport, Freizeit und Ähnlichem führen. Für den Zahnarzt steht diagnostisch eine genaue Inspektion der einzelnen Zähne, des Gebisses und des Zahnhalteapparats im Vordergrund. Dazu wird zusätzlich ein OPTG (Orthopantomogramm), oft auch ein MRT angefertigt.

Wie ist die Prognose bei Bruxismus?

Die Prognose des Bruxismus ist umso besser, je eher er bemerkt und therapiert wird. Nur so können nicht nur nachhaltige Schäden an den Zähnen, sondern auch eine Abnutzung des Kiefergelenks vermieden werden.

Bruxismus (Zähneknirschen) - Wie ist die Prognose bei Bruxismus?

Wie kann ich Zähneknirschen vorbeugen?

Eine Vorbeugung ist dadurch möglich, indem häufige Risikofaktoren wie zum einen Zahn- und Kieferfehlstellungen und zum anderen erhöhter Stress behandelt, reduziert und vermieden werden. Dabei helfen unter anderem regelmäßige Zahnarztbesuche, bei denen Dein Arzt schon frühzeitig mögliche Auslöser beheben und ausgleichen kann.
 
Stressreduktion als vorbeugende Maßnahme klingt zwar immer sehr einfach, lässt sich allerdings häufig im Alltag gar nicht so leicht umsetzen wie gedacht. Versuche daher ganz bewusst Pausen und Auszeit zu schaffen sowie von Arbeit und Verpflichtungen Abstand zu nehmen. Abschalten und Entspannen kann dabei individuell sehr unterschiedlich aussehen – die einen suchen soziale Kontakte, die anderen Ruhe auf der Couch oder Abwechslung durch Sport. Welche Maßnahme für Dich am geeignetsten ist, gilt es herauszufinden. Auch das Vermeiden von Genussmitteln wie Alkohol, Koffein oder Nikotin können dazu beitragen, Stress zu reduzieren und das Risiko des Auftretens eines Bruxismus zu minimieren.

Was kostet die Behandlung von Bruxismus?

Bruxismus (Zähneknirschen) - Kosten

Die Behandlungskosten sind abhängig vom Umfang der vorgeschlagenen Therapieoptionen und können daher individuell sehr unterschiedlich hoch ausfallen. In erster Linie musst Du mit einer zahnärztlichen Behandlung rechnen, eventuell auch mit einer kieferorthopädischen. Die Kosten für eine Aufbissschiene können, je nachdem wo, wie und aus welchem Material sie angefertigt wird und ob es sich um Spezialanfertigungen handelt, bei bis zu 800 Euro liegen.

Auch die Kosten für das Einsetzen von Kronen, Implantaten oder Brücken oder kieferorthopädischen Eingriffen richten sich nach dem Ausmaß der Behandlung und können daher sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Die Kosten für eine Zahnbrücke liegen beispielsweise je nach Material bei bis zu 2.500 Euro, bei einem Implantat ist mit Summen zwischen 1.800 und 2.500 Euro zu rechnen.

 

In jedem Fall solltest Du vorab mit Deinem Arzt den genauen Behandlungsablauf und alle auf Dich zukommenden Kosten besprechen, um hier einen genaueren Richtwert zu erhalten.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung von Zähneknirschen?

Grundsätzlich übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten nur bei Therapieverfahren, die eine medizinisch notwendig sind. Bei allen anderen Therapien und Anwendungen sind die Kosten selbst zu tragen beziehungsweise können in Einzelfällen Kostenzuschüsse beantragt werden. Im Falle einer Aufbissschiene leisten die Krankenkassen einen Zuschuss von bis zu 80 Prozent, bei zahnärztlichen Behandlungen gibt es von den Krankenkassen sehr genaue Regelungen, was übernommen wird und was Du selbst bezahlen musst.

 

Auch hier empfiehlt es sich, sich vorab bei den Krankenkassen und beim behandelnden Arzt zu informieren. Eine notwendige schmerztherapeutische Behandlung sowie Physiotherapie werden in der Regel durch die Kassen übernommen. Bei den Verfahren der Psychotherapie und Meditation gibt es nur sehr wenige Ärzte, die Kassenverträge haben. Eine genaue Recherche kann hierbei hohe Kosten verhindern.

 


Über den Autor: Dr. Florian Lanza

Assistenzarzt auf der Universitätszahnklink in Wien


Dr. Florian Lanza ist als Assistenzarzt auf der Universitätszahnklink in Wien tätig und unterstützt MOOCI seit August 2019 als medizinischer Experte für den Bereich der Zahnmedizin.

Neben der konservierenden und ästhetischen Zahnheilkunde bildet er mit Begeisterung die nächste Generation an Zahnärzten aus.

Sein Anliegen ist es, dass mit der Aufklärungs- und Informationsarbeit bei MOOCI dazu beigetragen wird den Patienten absolute Transparenz zu bieten.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Unter einem Bruxismus versteht die Medizin ein krankhaft häufiges und unbewusstes, meist nächtliches Auftreten von Zähneknirschen. Während fast jede Person das eine oder andere Mal ohne darüber nachzudenken die Zähne aufeinanderpresst oder damit knirscht, verbringen Betroffene häufig mehrere Stunden am Tag damit, den Käfern zu malmen, wodurch auch der Krankheitswert des Bruxismus entsteht.


Die Ursachen eines Bruxismus können sowohl zahnmedizinischer also psychopathologischer Natur sein, bestimmte Risikofaktoren sowie eine genetische Prädisposition erhöhen das Risiko.


In der Therapie des Bruxismus gilt es nicht nur die möglichen Folgeschäden an Zähnen und Kiefergelenk zu behandeln, sondern auch Auslöser oder Gründe zu finden. Eine exakte zahnmedizinische Diagnostik und Medikamentenanamnese hilft, mögliche Ursachen auszuschließen. Sind keine strukturellen oder anatomischen Auslöser zu finden, handelt es sich häufig um einen stressbedingten Bruxismus, der dementsprechend behandelt werden muss.


Die Behandlung zieht sich in der Regel über mehrere Monate bis Jahre (beispielsweise Psycho- und Verhaltenstherapie), lässt sich allerdings gut in den Alltag integrieren, sodass keine Ausfallzeiten entstehen. Nur im Falle eines notwendigen kieferorthopädisch-operativen Eingriffs können einige Tage Krankenstand notwendig werden.

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