Milchzähne

Das Milchzahngebiss bei Kleinkindern besteht insgesamt aus 20 Milchzähnen, die etwa ab dem sechsten Lebensmonat vereinzelt durchbrechen. Die Zähnchen sind zwar schon während der Schwangerschaft im Kiefer des Kindes angelegt, jedoch sind sie in den ersten Monaten noch nicht sichtbar. Diese Zähne brauchen eine richtige und sorgfältige Pflege, da der Zahnschmelz hierbei noch nicht vollkommen ausgereift ist. In den folgenden Absätzen kannst Du mehr über das Thema Milchzähne und deren Besonderheiten erfahren.


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Zuletzt aktualisiert: 19. Mai, 2020



Was versteht die Medizin unter Milchzähnen?

Das Kleinkind hat insgesamt 20 Zähne im Milchgebiss. Erwachsene hingegen haben 32 Zähne im bleibenden Gebiss. Die Milchzähne der Kinder erfüllen viele Aufgaben, wobei sie in erster Linie dafür verantwortlich sind, die Nahrung zu zerkleinern. Wenn die nachfolgenden Zähne wachsen, dann fallen die Milchzähne nach und nach aus und werden durch die zweiten Zähne ersetzt. Die kleinen Milchzähne müssen ausfallen und können wegen ihrer Struktur nicht mitwachsen. Denn sie sind schwächer, kleiner und auch nicht so tief verwurzelt wie die bleibenden Zähne.
 
In der Medizin gibt es auch ein sogenanntes Zahnschema, mit dem die Ärzte die Zähne dokumentarisch darstellen können. Das heißt, damit kann der Mediziner jeden Zahn in seiner jeweiligen Position im Kiefer benennen. Dieses Gebissschema wird auch FDI-Schema genannt.
 
Hierbei wird das menschliche Gebiss in genau vier Quadranten aufgeteilt. Die Ordnungszahl des Quadranten sind: 1 = oben rechts, 2 = oben links, 3 = unten links, 4 = unten rechts. Die von Dir wahrgenommene Bezeichnung für die jeweilige Seite wird hierbei jedoch zugrunde gelegt, denn die Aufzeichnung ist genau spiegelverkehrt.
 
Du kannst Dir das auch so vorstellen, dass Du bildlich hinter dem Zahnschema stehst. Hierbei werden die Zähne in jedem Quadranten von 1 bis 8 durchnummeriert. Bei dem FDI-Schema beginnt der Mediziner mit dem mittleren Schneidezahn fortlaufend bis nach hinten bis zum eventuell vorhandenen Weisheitszahn zu zählen.

Das Kindergebiss besteht aus 20 Milchzähnen.

Wie ist das Milchzahngebiss aufgebaut?

In der Regel entwickelt sich das Milchgebiss schon ab dem vierten Lebensmonat und wird erst durch die bleibenden Zähne ersetzt, wenn das Kind heranwächst. Das Milchgebiss der Kleinkinder besteht insgesamt aus 20 Zähnen, die um einiges kleiner sind als die bleibenden Zähne.
 
Diese kleinen Zähne im Milchgebiss haben zwar auch eine Wurzel, jedoch wird sie von den bleibenden Zähnen beim Zahnwechsel aufgelöst. Das heißt, die einzelnen Zähne des Milchgebisses fallen nach und nach aus. Vollständig ausgebildet ist das Milchgebiss im Normalfall spätestens bis zum dritten Lebensjahr.
 
Aufbau des Gebisses bei Milchzähnen:
 

  • Frontzähne: Dazu zählen nur Schneide- und Eckzähne.
  • Backenzähne: Das Gebiss bei Kleinkindern besteht aus acht vorderen Backenzähnen und weist keine großen hinteren Backenzähne auf.
  • Milchschneidezähne: Bei dieser Art unterscheiden Ärzte zwischen den mittleren und den seitlichen Schneidezähnen. Dabei wachsen zuerst die mittleren Schneidezähne und erst dann folgen die seitlichen Schneidezähne.
  • Milcheckzähne: Diese Zähne brechen meist erst nach den seitlichen Schneidezähnen durch.
  • Milchbackenzähne: Die Backenzähne im Milchgebiss gelten als Vorgänger der vorderen Backenzähne bei Erwachsenen.

Was sind die Besonderheiten und Aufgaben der Milchzähne?

Die Milchzähne sind vor allem besonders wichtig, damit die Kleinkinder die Nahrung zerkleinern können. Zudem gilt das Milchgebiss als Platzhalter für die Zähne des bleibenden Gebisses.
 
Außerdem erfüllen sie auch bei der Sprachentwicklung, also beim Sprechen, eine große Rolle und sind für die Bildung von s-Lauten sehr bedeutend. Denn viele Laute kommen erst bei einem Zusammenspiel von Zunge und Zähnen zusammen. Fehlen die vorderen Zähne bei Kindern, dann neigen sie meist zum Lispeln und benötigen eine Therapie bei einem Logopäden.
 
Auch spielen die Milchzähne bei Kleinkindern eine bedeutende Rolle beim Wachstumsprozess des Gebisses. Denn wenn das Kind die Milchzähne durch Karies schon vor dem natürlichen Zahnwechsel verliert, kann es zu einer Verschiebung des Gebisses kommen. Dadurch können auch die folgenden Zähne nicht an dem dafür vorgesehenen Platz im Kiefer durchbrechen.

Wie unterscheiden sich Milchzähne von bleibenden Zähnen?

Die Zähnchen der Kleinkinder weisen grundsätzlich eine weichere Struktur auf, als die Zähne im bleibenden Gebiss. Zusätzlich sind die Milchzähne nicht so tief verwurzelt und können somit von zweiten Zähnen leicht hinausgeschoben werden. Die bleibenden Zähne hätten im kleinen Milchgebiss kaum Platz und die Milchzähne wären auch für ein Erwachsenengebiss zu klein.
 
Kommt es bei Milchzähnen schon zu Problemen, so können diese ebenso Auswirkungen auf die nachkommenden Zähne haben. Denn wenn beispielsweise ein Milchzahn zu früh ausfällt, dann kann er seine Platzhalterfunktion nicht mehr richtig übernehmen. In weiterer Folge kann sich der bleibende Zahn dann nicht mehr in dem jeweiligen Platz in der Zahnreihe einordnen. Dadurch kann es wiederum zu Fehlstellungen kommen.

Die letzten Milchzähne beginnen mit dem zweiten Lebensjahr durchzubrechen.

Wann wachsen Milchzähne?

Je nach Position des Zahnes brechen die Milchzähne durch das Zahnfleisch. Dabei beginnen die ersten Zähnchen meist ab dem sechsten Lebensmonat zu wachsen und das Gebiss ist in der Regel im Alter von zwei bis drei Jahren vollständig ausgebildet.
 
Die unteren Schneidezähne wachsen oftmals im Alter von sechs bis sieben Monaten. Die oberen Schneidezähne hingegen werden erst nach der Mitte des siebten Monats und dem neunten Monat sichtbar.
 
Dagegen brechen die vorderen Backenzähne im Alter von 14 Monaten durch. Eckzähne kommen meist erst nach dem 18. Lebensmonat. Erst mit dem zweiten Lebensjahr brechen auch die hinteren Backenzähne durch das Zahnfleisch und vervollständigen das Milchgebiss.

Warum fallen Milchzähne aus?

Milchzähne gelten vorwiegend als Platzhalter für die bleibenden Zähne. Das heißt, sie übernehmen auch nur solange ihre Aufgaben im Gebiss, bis die zweiten Zähne wachsen. Brechen die bleibenden Zähne schon durch, dann werden die Milchzähne locker und fallen aus. Somit machen sie den größeren Zähnen Platz. Die bleibenden Zähne passen dann auch perfekt zum dazugehörigen Kopf und Körper.

Wann fallen Milchzähne aus?

Grundsätzlich ist der Zahnwechsel bei jedem Kind unterschiedlich, wobei es ungefähre Richtwerte gibt, wann welcher Zahn ausfällt und durch die bleibenden ersetzt wird. Der natürliche Zahnwechsel beginnt in der Regel im sechsten Lebensjahr. Dabei unterscheiden Mediziner vor allem zwischen zwei Phasen:
 

  • Phase I: Die Schneidezähne werden locker und fallen aus. Dabei kommen die bleibenden Schneidezähne schon durch das Zahnfleisch und ersetzen die ausgefallenen. Auch die ersten großen Backenzähne werden in dieser Phase im Gebiss sichtbar. Dies geschieht meist zwischen dem sechsten und neunten Lebensjahr.
  • Phase II: Die zweite Phase liegt zwischen dem neunten und zwölften Lebensjahr. Hierbei brechen die kleinen Backenzähne durch.

 
Diese Altersangabe ist lediglich ein Durchschnittswert. Denn bei manchen Kindern kommt es schon früher zum Zahnwechsel und bei anderen wiederum erst später.

Die Schneide- und Backenzähne fallen in der Regel zwischen dem sechsten und neunten Lebensjahr aus.

Warum fallen Milchzähne nicht aus?

Du solltest Dir keine Sorgen über den Zahnwechsel bei Deinem Kleinkind machen, wenn die Zähne nicht zum natürlichen Zeitpunkt ausfallen. Dies kann unterschiedliche Ursachen haben, die jedoch harmlos sind. Haben die Zähne des bleibenden Gebisses zum Beispiel kaum Platz, weil der Kiefer des Kindes noch zu klein ist, dann kann es passieren, dass die Zähne erst später und nicht zum üblichen Zeitpunkt kommen. Brechen die Milchzähne später als gewöhnlich durch, gilt dies in der Regel auch für die bleibenden Zähne.

Welche Erkrankungen können bei Milchzähnen auftreten?

Karies ist die häufigste Erkrankung der Milchzähne. Bereits vor dem zweiten Lebensjahr können die Milchzähne an Karies erkrankt sein. Grund dafür sind in erster Linie Nuckelflaschen mit zuckerhaltigen Getränken, die in vielen Fällen zu oft benutzt werden. Durch die süßen Getränke kann es schnell zu Milchzahnkaries kommen. Dadurch fallen die Milchzähne zu früh aus und die nachfolgenden Zähne des bleibenden Gebisses können somit zu schief wachsen.
 
Grundsätzlich können Milch, gesüßter Tee, Pulvergetränke und jedes Getränk mit Zuckerzusatz Milchzahnkaries verursachen. Dabei werden vor allem die vorderen Zähne mit zuckerhaltiger Flüssigkeit benetzt. Speziell wenn das Kleinkind mehrmals täglich aus der Nuckelflasche trinkt, können sich dort die Karies-Bakterien gut ansiedeln.

Wie kann man Karies an den Milchzähnen vorbeugen?

Um Karies an den Milchzähnen zu vermeiden, sollten Eltern den Kleinkindern weniger süße Getränke geben. Zudem sollten sie darauf achten, dass die Kinder die süßen Flüssigkeiten nur zu den Mahlzeiten bekommen. Kurz vor dem Schlafengehen sollte die Nuckelflasche auch nur mit Wasser gefüllt sein.
 
Außerdem ist eine richtige Zahnpflege schon ab dem ersten Milchzahn essenziell, um Karies vorbeugen zu können. In dem nachstehenden Absatz kannst Du erfahren, wie die richtige Pflege von Milchzähnen bei Kindern ausschaut.

Wie sieht die richtige Pflege von Milchzähnen aus?

Du solltest vor allem darauf achten, dass das Kind schon von Anfang an eine eigene Zahnbürste hat, die für Kinder geeignet ist. Das bedeutet, dass der Bürstenkopf besonders weich und die Bürste selbst mit einem dicken Griff ausgestattet sein sollte, sodass das Kleinkind die Zahnbürste auch gut festhalten kann. Zudem sollte die Zahnbürste genauso wie bei Erwachsenen alle drei Monate gewechselt werden.
 
Bei der Zahnpasta für Kinder spielt vor allem der Gehalt an Fluorid eine bedeutende Rolle. Kinder reagieren in der Regel empfindlicher auf Fluorid als Erwachsene. Daher sollte die Zahncreme für Kinder bis sechs Jahre einen geringeren Fluorid-Gehalt haben als die Zahnpasta für Erwachsene. Bei Kleinkindern besteht die Gefahr, dass sie die Zahncreme schlucken.
 
Zudem sollten Eltern auch auf die richtige Ernährung der Kinder achten. Vor allem bei Milchzähnen kann es schnell zu Karies kommen, da Kohlenhydrate in der Mundhöhle vergären und Säure produzieren. Diese Säure wiederum greift den Zahnschmelz an und ist karies-erzeugend.

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Beim Putzen der Milchzähne gibt es auch eine bestimmte Methode, mit der man die Zähnchen gründlich reinigen kann. Dies ist die sogenannte KAI-Regel. Ab einem Alter von ungefähr drei Jahren beginnen Kleinkinder die Zahnbürste selbst in die Hand zu nehmen. Bei der KAI-Methode geht es darum, dass die Kinder lernen, immer in der gleichen Reihenfolge zu putzen und somit, mithilfe der Eltern, keine Zahnfläche vergessen.
 
Die Reihenfolge der KAI-Regel ergibt sich aus: Kauflächen (K), Außenflächen (A) und Innenflächen (I). Die Kauflächen werden mit offenem Mund mit Hin- und Her-Bewegungen gründlich gereinigt. Bei den Außenflächen hingegen sollte das Kind zubeißen, sodass die Zähne aufeinanderliegen. Anschließend sollte mit kreisenden Bewegungen von der Mitte aus geputzt werden. Um die Innenflächen zu reinigen, öffnet das Kind wieder den Mund und putzt die Zahninnenflächen von Rot nach Weiß (vom Zahnfleisch zur Zahnkrone).
 
Dabei stellen sich oft auch viele Eltern die Frage, wann sich die Kinder selbst die Zähne putzen können. Grundsätzlich gilt, dass Kinder erst mit einem Alter von ungefähr acht Jahren motorisch dazu in der Lage sind. Du kannst also schon ab sechs Jahren Schritt für Schritt damit aufhören, Deinem Kind die Zähne zu putzen, damit es sich daran gewöhnt. Dabei solltest Du jedoch unbedingt die Zahnpflege Deines Kindes kontrollieren, damit es bei den Milchzähnen nicht zu Karies kommt.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten von Behandlungen der Milchzähne?

Ja, in der Regel übernimmt die Krankenkasse die Kosten jeder Behandlung. Nur in seltenen Fällen kommt für die Eltern ein Selbstbehalt auf, wenn beispielsweise bei Karies eine bestimmte Füllung verwendet wird. Du kannst Dich aber schon im Voraus bei dem Versicherungsträger darüber informieren.


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Das Wichtigste zusammengefasst

Das Milchzahngebiss bei Kleinkindern besteht insgesamt aus 20 Milchzähnen


Die ersten Zähnchen beginnen meist ab dem sechsten Lebensmonat zu wachsen und ab dem sechsten Lebensjahr beginnt allmählich der Zahnwechsel


Milchzähne gelten vorwiegend als Platzhalter für die bleibenden Zähne


Kommt es bei den kleinen Zähnchen schon zu Problemen, so können diese ebenso Auswirkungen auf die nachkommenden Zähne haben

Dr. Benjamin Gehl

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