Zahnschmerzen

Jeder von uns weiß, wie unangenehm Schmerzen an einem Zahn sein können, denn sie zählen zu den häufigsten Beschwerden. Dabei können sie bohrend, drückend, ziehend oder pochend sein. Die Ursachen hierfür sind ziemlich vielfältig, wobei sie in den meisten Fällen auf eine ungenügende Mundhygiene zurückzuführen sind. Nachfolgend erfährst Du mehr zu den Ursachen, Symptomen und Behandlungsmethoden.


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Zuletzt aktualisiert: 20. Mai, 2020



Was versteht die Medizin unter Zahnschmerzen?

Das Gebiss einer erwachsenen Person besteht in der Regel aus insgesamt 32 Zähnen. Jeder einzelne Zahn ist dabei über den Zahnnerv mit dem Zentralnervensystem verbunden. Das heißt, jede Reizung des Nervs wird im Gehirn gemeldet und als Schmerz wahrgenommen. Zahnschmerzen können sich entweder über einen langen Zeitraum entwickeln oder plötzlich auftreten, wenn die Zähne beispielsweise mit Kälte in Berührung kommen. Es kann aber auch nach einer Zahnbehandlung zu den Schmerzen kommen. Die Ursachen hierfür sind somit ganz unterschiedlich, wobei die Betroffenen oft Probleme mit dem Zahnfleisch oder dem Kiefer haben. Bei vielen Betroffenen verursacht auch eine unzureichende Mundhygiene die starken Zahnschmerzen.
 
Zahnschmerzen können unterschiedliche Ursachen haben

Wie machen sich Zahnschmerzen bemerkbar?

Bei Beschwerden an den Zähnen kommt es oft zu einem Druckgefühl und starken Schmerzen an dem jeweiligen Zahn. Der Schmerz kann sich zudem dumpf und pochend anfühlen. Vor allem bei durchbohrenden Weisheitszähnen kann die Backe anschwellen und Fieber entstehen. Zusätzlich haben viele Betroffene ein ausgeprägtes Schmerzempfinden auf Kälte und/oder Wärme.

Welche Ursachen haben Zahnschmerzen?

Zahnschmerzen können viele verschiedene Ursachen haben. Der häufigste Grund für die Entstehung von Zahnschmerzen ist Karies. Karies wird durch bestimmte Bakterien vom Typ Streptococcus mutans verursacht und entwickelt sich vor allem, wenn Du die Zahnhygiene vernachlässigst. Bei einer mangelnden Mundhygiene bilden die Bakterien gemeinsam mit Zucker aus den Lebensmitteln Säuren und können so den Zahnschmelz angreifen und schädigen.
 
Zudem können auch Entzündungen des Zahnhalteapparates (Parodontitis) die unangenehmen Schmerzen verursachen. Denn wenn Du die Zähne nicht gründlich reinigst, können sich Beläge darauf festsetzen. Dadurch kann sich auch das Zahnfleisch entzünden, anschwellen und in weiterer Linie freiliegende Zahnhälse zur Folge haben. Oftmals verursachen auch durchbrechende Weisheitszähne starke Schmerzen. Speziell wenn sie im Verhältnis zum Kiefer zu groß sind, können Weisheitszähne zu Schmerzen führen.
 
Weitere Ursachen für Schmerzen der Zähne können Zahn- und Kieferfehlstellungen, überempfindliche Zähne, Zahnverletzungen aber auch Knochenentzündungen und Abszesse sein.

Welche Ursachen haben Zahnschmerzen, die nicht von den Zähnen kommen?

Zahnschmerzen können ebenfalls andere Ursachen haben und müssen somit nicht direkt von den Zähnen kommen. Das heißt, die Schmerzen haben hierbei ihren Ursprung in einer Erkrankung einer weiteren Körperregion. Bei einigen Personen kommt es zum Beispiel bei einem Migräneanfall zu Zahnschmerzen, die sich durch einen dumpfen Druck an bestimmten Stellen im Gebiss äußern. Aber auch eine Erkältung, die mit einer Mittelohrentzündung oder Nasennebenhöhlenentzündung einhergeht, kann Schmerzen im Oberkiefer verursachen.
 
Um Zahnschmerzen behandlen zu können, ist der Zahnarzt die beste Anlaufstelle
 
Ebenso kann eine Trigeminusneuralgie Zahnschmerzen verursachen, da hierbei der Gesichtsnerv Nervus trigeminus betroffen ist und somit in den Kiefer ausstrahlt. Dabei kommt es zu heftigen Gesichtsschmerzen, die oft nur wenige Sekunden andauern. Diese Beschwerden gehen vom sogenannten Trigeminusnerv aus, der sich bei einer Schädigung durch starke Gesichts- und Kieferschmerzen äußert. Die Ursache kann aber zudem psychosomatisch sein und somit bei Stress oder Depressionen Schmerzen im Mund verursachen.

Zahnschmerzen als Warnsystem?

Ja, Zahnschmerzen können unter anderem als Warnsystem gelten und auf weitere Erkrankungen hinweisen oder in Kombination mit anderen Krankheiten auftreten. Bei einem Glaukomanfall beispielsweise, der vor allem bei einer Augenerkrankung auftreten kann, kommt es oft zu Zahnschmerzen. Ebenso können die Schmerzen bei einem Herzinfarkt nicht nur die Brust betreffen, sondern ebenfalls in den Kiefer ausstrahlen. Bei einem Herzinfarkt verspüren die Betroffenen oft zusätzlich ein Engegefühl in der Brust und Atemnot. Das heißt, wenn die Schmerzen ungewöhnlich stark und zusammen mit einem Engegefühl in der Brust auftreten, so solltest Du sofort ein Notarzt verständigen, um einen Herzinfarkt ausschließen zu können.

Wann sollte ich mit Zahnschmerzen zum Arzt gehen?

Halten die Zahnschmerzen über mehrere Tage an oder treten plötzlich auf und werden erst dann zunehmend stärker, so solltest Du einen Arzt aufsuchen. Spürst Du beim Kauen Schmerzen oder beginnt das Zahnfleisch zu bluten, solltest Du Dich von einem Zahnarzt kontrollieren lassen. Kommt es hierbei zusätzlich zu einer Schwellung oder Fieber, ist eine ärztliche Untersuchung ebenso dringend, um den genauen Ursachen auf den Grund zu gehen.

Wie diagnostiziert der Zahnarzt die Ursache für Zahnschmerzen?

Bei Zahnschmerzen solltest Du unbedingt zum Zahnarzt gehen, damit er die Beschwerden ursächlich behandeln kann. Um die Ursachen zu diagnostizieren, fragt Dich der Arzt genau nach den Beschwerden. Auch vorangegangene Beschwerden der Zähne und weitere vorliegende Erkrankungen im Körper sind dabei relevant.
 
Danach untersucht der Arzt die Mundhöhle und die Zähne und er kontrolliert das Zahnfleisch, um Entzündungen zu erkennen. Mithilfe von Röntgenaufnahmen kann der Zahnarzt die Ursache der Schmerzen genau erkennen, da mit den Aufnahmen kariöse Stellen, Entzündungen der Zahnwurzel und des Kieferknochens aber auch Abszesse sichtbar werden. Das Röntgen kann zudem defekte Füllungen aufzeigen.
 
Oftmals rühren die Zahnschmerzen von Karies her. Hier können Füllungen helfen

Welche Behandlungs- und Therapieformen gibt es?

Zur Behandlung von Zahnschmerzen gibt es unterschiedliche Therapiemaßnahmen. Der Arzt entscheidet je nach Ursache, welche Behandlungsform geeignet ist.
 
Befinden sich kariöse Stellen an Deinem Zahn, muss der behandelnde Zahnarzt meist den Zahn aufbohren und entsprechend befüllen. Haben es die Kariesbakterien jedoch schon ins Zahninnere geschafft und sind bereits in die Zahnwurzel vorgedrungen, kommt es zu einer Zahnwurzelentzündung. In solch einem Fall erfolgt eine Wurzelbehandlung. Das heißt, der Mediziner entfernt das entzündete Gewebe im Zahnkanal und reinigt anschließend diesen Bereich. Danach füllt er ihn wieder mit einer speziellen Füllung auf.
 
Weisen die Zähne hingegen Schäden im Zahnschmelz auf, kommen Präparate mit Fluorid zum Einsatz, damit der Zahnschmelz gestärkt wird. Liegen Zahnfleischentzündungen vor, ist eine gründliche Reinigung der Zahnflächen durch eine professionelle Zahnreinigung notwendig.

Wie wirken sich Zahnschmerzen auf unseren Körper aus?

Vor allem, wenn Zahnschmerzen lange Zeit andauern, können die Betroffenen kaum schlafen und fühlen sich oft müde und besonders angespannt. Grundsätzlich spielt die Zahngesundheit also eine bedeutende Rolle. Daher wird im Normalfall die Ursache ermittelt,
 
um die körperlichen Beschwerden zu beseitigen. Denn wurzelgefüllte Zähne stellen oftmals Entzündungsherde dar, die auch Bakterien in die Blutbahn bringen können, wenn die Entzündungen chronisch werden. Ein einziger kranker Zahn kann auf diese Weise Deinen gesamten Körper schwächen. Speziell die entzündeten Zähne sind häufig der Grund, dass Du Dich schlapp oder schwach fühlst.

Welche Hausmittel helfen bei Zahnschmerzen?

Sind die Zahnschmerzen sehr stark, gibt es einige Erste-Hilfe-Maßnahmen, die bei akuten Schmerzen vorübergehend helfen. Zusätzlich zu den bereits genannten Hausmitteln kannst Du verdünntes Teebaumöl verwenden. Dies gibst Du als Tinktur entweder direkt auf den Zahn oder das Zahnfleisch. Zimt kann die Schmerzen lindern, indem es vorhandene Entzündungen hemmt. Mische Zimt mit Wasser und verwende die Lösung als Mundspülung. Da Knoblauch ebenfalls schmerzlindernd wirkt, kannst Du ebenso eine halbe Knoblauchzehe auf den betroffenen Zahn legen und für ein paar Minuten wirken lassen.
 
Zimt oder Gewürznelken sind kleine Hausmittel bei Zahnschmerzen

Was tun gegen Zahnschmerzen in der Nacht?

Wenn Zahnschmerzen in der Nacht auftreten kann es besonders unangenehm werden, da man von den Schmerzen geweckt wird und nicht so leicht wieder einschläft. Es gibt jedoch einige Hausmittel, die für eine kurze Zeit eine Linderung der Schmerzen verschaffen.
 

  • Salzlösung zum Gurgeln: Du kannst einen Teelöffel Salz in ein Glas mit lauwarmem Wasser lösen und damit für zwei bis drei Minuten gurgeln. Somit lassen sich die Keime bekämpfen.
  • Eis zum Kühlen: Verspürst Du ein starkes Pulsieren in den Zähnen, kannst Du ein paar Eiswürfel in ein Tuch wickeln und anschließend für ungefähr 10 Minuten auf die betroffene Stelle halten. So kannst Du den entstandenen Druck verringern.
  • Gewürznelken: Du kannst einige Gewürznelken kauen, um die Schmerzen zu beseitigen, denn die Nelken wirken antibakteriell und beruhigend.
  • Kamillentee: Allerdings hat auch ein Kamillentee eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung. Hierfür gießt Du den Kamillentee auf und lässt ihn auf lauwarme Temperatur abkühlen. Danach spülst Du Deinen Mund einfach mehrere Male damit aus.

 
Sind die Schmerzen in der Nacht jedoch unerträglich, kannst Du den zahnärztlichen Notdienst kontaktieren. Dieser kümmert sich vor allem darum, dass die akuten Schmerzen wieder vergehen.

Wie kann ich Zahnschmerzen vorbeugen?

Eine Prophylaxe ist vor allem bei Zahnschmerzen unumgänglich, damit es gar nicht zu den starken Schmerzen kommt. Insbesondere eine gesunde Lebensweise spielt bei der Vorbeugung eine besondere Rolle. Ernährst Du Dich vorwiegend zuckerreich, so können die Zähne leichter angegriffen werden und verursachen oft eine Entzündung.
 
Auch die richtige Mundhygiene ist besonders wichtig, um Zahnschmerzen vorzubeugen. Dabei solltest Du zweimal täglich ungefähr drei bis vier Minuten die Zähne an den Außen- und Innenflächen gründlich putzen. Zu einer gründlichen Zahnpflege zudem das regelmäßige Wechseln der Zahnbürste. Das heißt, Du solltest alle ein bis drei Monate eine neue Zahnbürste verwenden. Die Zahnzwischenräume solltest Du mit Zahnseide und Interdentalbürsten säubern, um eine Zahnfleischentzündung zu verhindern. Zudem unterstützen Mundspüllösungen die Vorbeugung und Behandlung von Entzündungen des Zahnfleischs.
 
Zusätzlich empfehlen Mediziner zweimal jährlich eine professionelle Zahnreinigung bei einem Zahnarzt durchführen zu lassen, um die Zahngesundheit zu bewahren. Außerdem solltest Du ein- bis zweimal jährlich einen Kontrollbesuch beim Zahnarzt machen, um Spätfolgen und mögliche Komplikationen zu vermeiden.
 
Eine gute Zahnpflege verhindert Zahnschmerzen in vielen Fällen

Übernehmen die Krankenkassen bei Zahnschmerzen die Kosten einer Behandlung?

Grundsätzlich übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung bei Zahnschmerzen. In der Regel rechnen die jeweiligen Zahnärzte diese direkt mit den gesetzlichen Versicherungsträgern ab. In einigen Fällen müssen die Betroffenen einen Selbstbehalt für zahnärztliche Arbeiten erbringen, wenn beispielsweise bei einer Füllung bestimmte Materialien zum Einsatz kommen. Die Preisspanne ist von Land zu Land unterschiedlich, durchschnittlich sind es jedoch etwa zwischen 30 und 150 Euro pro Füllung. Du kannst Dich aber direkt bei Deinem Träger der Krankenversicherung darüber informieren, welche Ausgaben diese übernehmen.


Dauer Dauer

Je nach Behandlung

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

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Fachärztin für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

Perfektastraße 40/4 , Wien

Das Wichtigste zusammengefasst

Die Ursachen für Zahnschmerzen sind ziemlich vielfältig, wobei sie in den meisten Fällen auf eine ungenügende Mundhygiene zurückzuführen sind


Zahnschmerzen können als Warnsystem gelten und auf weitere Erkrankungen hinweisen oder in Kombination mit anderen Krankheiten auftreten


Halten die Zahnschmerzen über mehrere Tage an oder werden zunehmend stärker, dann solltest Du einen Arzt aufsuchen


Es gibt einige Hausmittel, die für eine kurze Zeit eine Linderung der Schmerzen verschaffen

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