Was ist eine Zahnprothese?
Eine Zahnprothese ist ein künstlicher Zahnersatz, der einen oder mehrere fehlende Zähne ersetzt. Sie besteht meist aus Kunststoff, Metall oder Keramik und kann herausnehmbar oder festsitzend sein. Je nach Umfang des Zahnverlusts unterscheidet man zwischen Teilprothesen und Vollprothesen (Totalprothesen).
Für Dich als Patient*in bedeutet eine Zahnprothese, dass Du trotz fehlender Zähne wieder uneingeschränkt kauen, sprechen und lächeln kannst. Eine gut angepasste Prothese verbessert nicht nur die Kaufunktion, sondern auch die Ästhetik und das allgemeine Wohlbefinden. Wie bei natürlichen Zähnen ist es wichtig, die Prothese sorgfältig zu pflegen, da sich mit der Zeit Zahnbelag und Zahnstein darauf absetzen können.

Auf einen Blick: Zahnprothese
Was ist es?
Herausnehmbarer oder festsitzender Zahnersatz für einen oder mehrere fehlende Zähne
Arten
Teilprothese (Klammerprothese, Teleskopprothese), Vollprothese, implantatgetragene Prothese
Behandlungsdauer
Mehrere Termine über 2–6 Wochen, bei Implantaten 3–6 Monate
Kosten
Teilprothese ab ca. 500 Euro, Vollprothese ab ca. 600 Euro, Festzuschuss der Kasse möglich
Wann ist eine Zahnprothese notwendig?
Eine Zahnprothese wird notwendig, wenn Du so viele Zähne verloren hast, dass die Zahnlücken durch Zahnbrücken oder Zahnkronen allein nicht mehr geschlossen werden können. Ob Du eine Teil- oder Vollprothese brauchst, hängt von der Anzahl der fehlenden Zähne und vom Zustand Deines Kieferknochens ab.
Die häufigsten Ursachen für Zahnverlust im Erwachsenenalter sind Parodontitis, fortgeschrittene Karies und Zahnfleischentzündungen (Gingivitis). Im Alter lässt der Speichelfluss nach, die Mundschleimhaut wird empfindlicher, und der Kieferknochen baut ab. Verläuft die Entzündung chronisch, kann ein Zahnfleischschwund oder sogar Knochenabbau eintreten, sodass Zähne ihren Halt verlieren. Vor allem ältere Menschen ab 65 Jahren sind betroffen – allein in Österreich tragen laut Statistik Austria rund 400.000 Personen eine Zahnprothese.
Welche Arten von Zahnprothesen gibt es?
Die Art der Zahnprothese bestimmt im Regelfall Dein Zahnarzt oder Deine Zahnärztin. Grundsätzlich werden folgende Formen unterschieden:
Teilprothesen
Teilprothesen kommen zum Einsatz, wenn noch eine Restbezahnung vorhanden ist, aber durch die Zahnstellung keine Möglichkeit für Kronen oder Brücken besteht. Die Teilprothese wird auf einem Metallgerüst fixiert und an den vorhandenen Zähnen in Oberkiefer oder Unterkiefer befestigt. Je nach Verankerungsart unterscheidet man:
- Modellgussprothese (Klammerprothese): Die einfachste Variante – der Zahnarzt befestigt sie mithilfe gegossener Metallklammern an den verbliebenen Zähnen. Die Vorteile sind geringe Zahnimplantat Kosten und eine unkomplizierte Herstellung, ein Nachteil ist die sichtbare Metallklammer.
- Teleskopprothese: Hier werden zweiteilige Teleskopkronen verwendet. Die Primärkrone (Innenteleskop) aus Metall sitzt fest auf dem natürlichen Zahn, die Sekundärkrone (Außenteleskop) ist Bestandteil der herausnehmbaren Prothese.
- Geschiebeprothese: Die Verankerung erfolgt über ein Präzisionsgeschiebe, das in einer Krone verborgen ist – deshalb sind keine sichtbaren Klammern nötig.
- Druckknopfprothese: Bei dieser Variante wird die Prothese über Druckknöpfe an Implantaten oder Zahnwurzeln verankert. Sie bietet guten Halt und lässt sich trotzdem leicht herausnehmen.
Vollprothesen (Totalprothesen)
Wenn Du keine eigenen Zähne mehr hast, rät Dein Zahnarzt oder Deine Zahnärztin häufig zu einer Vollprothese. Sie ersetzt die komplette Bezahnung des Ober- oder Unterkiefers und wird auch als „Dritte Zähne“ bezeichnet. Im Oberkiefer bedeckt die Prothese den Gaumen mit einer sogenannten Gaumenplatte, die für zusätzlichen Halt sorgt. Der Zahnarzt unterscheidet zwischen einer konventionellen Totalprothese, die erst nach dem Abheilen des Gewebes eingesetzt wird, und einer unmittelbar eingesetzten Prothese, die direkt nach der Zahnentfernung zum Einsatz kommt.
Implantatgetragene Prothesen
Falls Du nur noch wenige oder keine eigenen Zähne mehr hast, können Zahnimplantate als Verankerung für eine Prothese dienen. Dabei werden künstliche Zahnwurzeln in den Kieferknochen eingesetzt, auf denen die Prothese befestigt wird. Ein bekanntes Verfahren ist die Stegprothese, bei der die Implantate durch einen Metallsteg verbunden werden, auf dem die Prothese einrastet. Konzepte wie die All-on-4 Methode (auch All on 4 genannt) ermöglichen eine festsitzende Versorgung auf nur vier Implantaten – deshalb sind sie besonders bei zahnlosen Patienten eine beliebte Lösung. Die Vorteile implantatgetragener Prothesen sind ein natürliches Kaugefühl und ein fester Sitz, die Nachteile liegen in den höheren Kosten und dem chirurgischen Eingriff. Voraussetzung ist eine ausreichende Knochenqualität – ist der Kiefer zu schmal, kann ein vorheriger Knochenaufbau notwendig sein.

Woraus besteht eine Zahnprothese?
Teilprothese
Eine Teilprothese besteht aus einer Grundplatte aus medizinischem Edelstahl, darauf sitzt das künstliche Zahnfleisch aus dem Kunststoff Acrylat. Dieser Dentalwerkstoff ermöglicht eine individuelle Farbanpassung. Die Ersatzzähne bestehen ebenfalls aus Kunststoff oder Keramik. Die Verankerung wird je nach Prothesentyp aus Metall, Kunststoff oder Keramik hergestellt.
Vollprothese
Eine Vollprothese besteht ebenfalls aus einer Grundplatte, dem künstlichen Zahnfleisch aus Acrylat und den Ersatzzähnen. Im Oberkiefer haftet sie durch den Saugeffekt der Gaumenplatte, im Unterkiefer ist der Halt geringer – deshalb kommen hier häufig Haftcreme oder Implantate zum Einsatz, um die Passform zu verbessern.
Wie verläuft die Behandlung bei einer Zahnprothese?
Der Behandlungsablauf unterscheidet sich je nach Art der Zahnprothese und erfordert immer mehrere Termine. Durchschnittlich musst Du etwa vier Mal zum Zahnarzt oder zur Zahnärztin gehen.
Zuerst werden Deine individuellen Wünsche besprochen und der Zustand Deiner Zähne und der Mundhöhle untersucht. Anschließend macht der Arzt oder die Ärztin einen Abdruck von Deinem Gebiss. Ein Zahntechniker stellt dann im Labor eine passende Prothese her. Nach einer Anprobe und eventuellen Anpassungen erhältst Du die fertige Prothese.
Bei einer implantatgetragenen Prothese musst Du mit etwa drei bis sechs Monaten rechnen, da das Gewebe nach dem Setzen der Implantate erst einheilen muss. Bei einer Vollprothese trägst Du zunächst eine vorläufige Variante, die nach der endgültigen Anpassung durch die finale Prothese ersetzt wird.
Wie gewöhne ich mich an eine Zahnprothese?
Während der ersten Wochen kann sich die Prothese in Deinem Mund etwas ungewohnt anfühlen. Der Speichelfluss wird angeregt, und das Essen und Sprechen muss erst geübt werden. Der Backenmuskel und Deine Zunge müssen lernen, die Zahnprothese an Ort und Stelle zu halten. Diese Eingewöhnungsphase dauert in der Regel einige Wochen, manchmal auch mehrere Monate.
Achte besonders in der Anfangszeit auf eine gute Mundhygiene und halte regelmäßige Zahnarztbesuche ein. Sitzt die Prothese nicht richtig oder verursacht Druckstellen, solltest Du zeitnah einen Termin zur Anpassung vereinbaren. Eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung hilft ebenfalls, die verbliebenen Zähne und die Prothese langfristig in gutem Zustand zu halten.
Welche Risiken und Komplikationen können auftreten?
Beim Einsetzen und Tragen einer Zahnprothese können verschiedene Komplikationen auftreten:
- Druckstellen und Schmerzen an der Mundschleimhaut
- Wundheilungsstörungen und Infektionen
- Veränderungen der Mundschleimhaut und Pilzinfektionen (Mykosen)
- Lockerung oder Bruch der Prothese
- Entzündungen des Gaumens durch dauerhaften Druck
Um Komplikationen vorzubeugen, ist es ratsam, die Prothese über Nacht herauszunehmen und zu desinfizieren. Regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt oder bei der Zahnärztin helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beheben.

Wie pflege ich eine Zahnprothese?
Bei der Pflege einer Zahnprothese gibt es einiges zu beachten:
- Beim Reinigen immer ein Handtuch ins Waschbecken legen oder Wasser einlassen, damit die Prothese beim Herunterfallen nicht bricht.
- Für die tägliche Reinigung eine Prothesenbürste verwenden, um Speisereste und Plaque effektiv zu entfernen.
- Wenn Du die Prothese nicht trägst, lege sie in eine Reinigungs- und Feuchtigkeitslösung oder in klares Wasser. Kein kochendes oder zu heißes Wasser verwenden, da es die Prothese verformen kann.
- Vor dem Einsetzen der Prothese und vor dem Schlafengehen Zahnfleisch, Zunge und Gaumen mit einer weichen Zahnbürste reinigen.
- Bei Beschädigungen oder Lockerung immer den Zahnarzt aufsuchen – nie selbst reparieren.
Wie lange hält eine Zahnprothese?
Die Lebensdauer einer Zahnprothese hängt von der Qualität der Restbezahnung, dem Zustand des Kieferknochens und einer sorgfältigen Pflege ab. Im Normalfall halten herausnehmbare Prothesen fünf bis zehn Jahre. Mit der Zeit verändern sich Mund und Kiefer, sodass die Prothese regelmäßig angepasst oder unterfüttert werden muss. Mindestens einmal jährlich solltest Du zur Kontrolluntersuchung gehen.
Was kostet eine Zahnprothese und übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Kostenübersicht Zahnprothese
Teilprothese
ca. 500 – 1.500 Euro (je nach Verankerungsart)
Vollprothese
ca. 600 – 1.500 Euro pro Kiefer
Die Kosten für eine Zahnprothese variieren je nach Art und Umfang erheblich. Eine einfache Modellgussprothese ist ab etwa 500 Euro erhältlich, eine Teleskopprothese kann bis zu 5.000 Euro kosten. Eine Vollprothese liegt bei etwa 600 bis 1.500 Euro pro Kiefer. Implantatgetragene Prothesen sind deutlich teurer, da die Kosten für die Implantate hinzukommen.
Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt einen Festzuschuss für den Zahnersatz, der sich nach dem Befund und dem Heil- und Kostenplan richtet. Mit einem lückenlos geführten Bonusheft kann sich der Zuschuss um bis zu 30 Prozent erhöhen. Solltest Du eine Zahnzusatzversicherung haben, wird häufig ein größerer Anteil der Kosten erstattet. In Österreich hängt die Erstattung vom jeweiligen Kassenvertrag ab.
Quellen
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