Zahnprothese

Eine Zahnprothese ist ein künstlicher Zahnersatz eines oder mehrerer Zähne und besteht meist aus Kunststoff, Metall oder Keramik. Er wird notwendig, wenn aufgrund einer schlechten Mundhygiene Zähne ausfallen oder gezogen werden müssen. Eine Prothese ersetzt die Aufgaben der verlorenen Zähne und stellt die Kaufunktion wieder her. Je nachdem, wie viele Zähne ersetzt werden müssen, können Patienten zwischen Teil- oder Vollprothese wählen. Der Zahnarzt misst dafür den Mundraum aus und legt ein Modell des benötigten Zahnersatzes an. Für eine Teilprothese werden unterschiedliche Formen der Halterung, wie zum Beispiel Haken- oder Klammersysteme, angeboten, welche an den noch vorhandenen Zähnen verankert werden. Eine Vollprothese ist dann notwendig, wenn keine gesunden Zähne mehr da sind. Auch eine Prothese muss gut gereinigt und gewartet werden, damit keine Druckstellen oder Entzündungen entstehen.


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Zuletzt aktualisiert: 4. März, 2020



Was versteht die Medizin unter einer Zahnprothese?

Unter einer Zahnprothese verstehen Zahnärzte künstliche Zähne beziehungsweise ein künstliches Gebiss, welches von Patienten selbst herausgenommen und eingesetzt werden kann. Der Begriff setzt sich aus den  griechischen Wörtern pro = für und thesis = Stellung zusammen. Es werden Voll- und Teilprothesen unterschieden, die je nach Zahnverlust in Anwendung kommen. Wie bei natürlichen Zähnen ist es wichtig, die Prothese rein zu halten, da sich mit der Zeit Zahnbelag und Zahnstein darauf absetzen.

Unter einer Zahnprothese verstehen Zahnärzte künstliche Zähne beziehungsweise ein künstliches Gebiss, welches von Patienten selbst herausgenommen und eingesetzt werden kann

Welche Ursachen hat eine Zahnprothese?

Im Alter verändert sich das Gebiss und die Zähne zeigen deutliche Abnutzungserscheinungen. Die Schmelzschicht wird dünner und die Zahnhöcker und Zahnscheiden werden stärker abgerieben. Da der Speichelfluss im Alter nachlässt und der Mund daher trockener ist, wird auch die Mundschleimhaut empfindlicher. Der Kiefer und das Zahnfleisch verlieren ebenfalls an Substanz und werden anfälliger gegenüber Bakterien, wodurch es vermehrt zu Karies, Parodontitis und Entzündungen kommen kann. Verläuft die Entzündung chronisch, kann es zu einem Zahnfleischschwund oder sogar zu einem Knochenabbau im Kiefer kommen, die Zähne verlieren ihren Halt und der Spezialist muss diese ziehen.

Welche Arten der Zahnprothese gibt es?

Die Art der Zahnprothese bestimmt im Regelfall der behandelnde Zahnarzt. Grundsätzlich werden folgende Formen unterschieden:
 

  • Herausnehmbare Zahnprothesen: Diese Variante ist sehr verbreitet, da sie meistens billiger ist und sich leichter pflegen lässt.
  • Teilprothesen: Diese verwendet der Spezialist, wenn noch eine Restbezahnung da ist, aber durch die Zahnstellung keine Möglichkeit für Zahnkronen oder Zahnbrücken besteht. Die Teilprothese fixiert der Arzt auf einem Metallgerüst und befestigt dieses an Deinen Zähnen. Je nach Größe der Zahnlücke oder Verankerungsmöglichkeiten empfiehlt Dir der Arzt unterschiedliche Modelle, wobei auch eine Kombination möglich ist:
  • Modellgussprothese: Sie ist die einfachste Variante und wird auch Klammerprothese genannt, da der Zahnarzt sie mithilfe von gegossenen Metallklammern an den verbliebenen, echten Zähnen anbringt.
  • Teleskopprothese: Dieser Prothesentyp wird zur Schließung von Zahnlücken verwendet. Dazu befestigt der Arzt zweiteilige sogenannte Teleskopkronen am natürlichen Zahn. Die Primärkrone oder Innenteleskop besteht aus Metall und wird am natürlichen Zahn angebracht, die Sekundärkrone oder Außenteleskop ist ein Bestandteil der Teilprothese und kann mitsamt dem Zahnersatz auf die Primärkrone aufgesetzt werden.

Herausnehmbare Zahnprothesen: Diese Variante ist sehr verbreitet, da sie meistens billiger ist und sich leichter pflegen lässt
 

  • Implantatgetragene Prothese: Falls Du nur noch wenige oder keine eigenen Zähne mehr hast, kann Dir der Arzt ein Zahnimplantat, in Form einer künstlichen Zahnwurzel, in den Kieferknochen einschrauben und darauf eine Prothese verankern.
  • Vollprothesen (Totalprothesen): Wenn Du keine Zähne mehr hast, rät der Zahnarzt häufig zu einer Vollprothese. Hier findet eine komplette Bezahnung des Ober- und Unterkiefers statt. Diese unter dem Namen „Dritte Zähne“ bekannte Form kommt aber nur dann zur Anwendung, wenn ein festsitzendes Zahnimplantat durch eine schlechte Knochenqualität nicht infrage kommt. Der Zahnarzt unterscheidet dabei unter einer konventionellen Totalprothese, die erst nach dem Ziehen der verbleibenden Zähne und nach Abheilen des Gewebes eingesetzt wird, und einer unmittelbar eingesetzten Totalprothese, die direkt nach der Zahnentfernung verwendet werden kann. Der Vorteil ist, dass Du nie ohne Zähne bist, jedoch muss die Prothese nach einigen Monaten angepasst werden, da sich der Knochen bei der Heilung umformt.
  • Festsitzende Zahnprothesen: Diese Art der Prothesen bleiben die ganze Zeit über im Mund und bieten ein besseres Tragegefühl.

Wann ist eine Zahnprothese notwendig/sinnvoll?

Wenn Du selbst nicht mehr genug natürliche Zähne hast und Deine Zahnlücken so groß sind, dass der Arzt sie durch Brücken nicht mehr schließen kann, ist es Zeit für eine Zahnprothese, da es ansonsten zu Schwierigkeiten beim Kauen kommen kann. Ob Du eine Teil- oder Vollprothese brauchst, hängt davon ab, ob Deine Knochen für Zahnimplantate infrage kommen.

Woraus besteht eine Zahnprothese?

Teilprothese
 
Eine Teilprothese besteht grundsätzlich aus zwei Teilen: dem herausnehmbaren Element und der Zahnkrone oder Zahnbrücke, die auf den eigenen abgeschliffenen Zähnen befestigt wird. Das herausnehmbare Element besteht aus einer Grundplatte aus medizinischem Edelstahl. Darauf kommt das künstliche Zahnfleisch, das aus dem Kunststoff Acrylat besteht. Dieser Dentalwerkstoff ermöglicht eine individuelle Farbanpassung. Die Ersatzzähne bestehen ebenfalls aus Kunststoff. Das letzte Element ist die Verankerung, die, je nach Prothesentyp, entweder aus Metall, Kunststoff oder Keramik hergestellt wird.
 
Totalprothese
 
Eine Totalprothese besteht ebenfalls aus einer Grundplatte aus medizinischem Edelstahl oder Kunststoff, aus dem künstlichen Zahnfleisch aus Acrylat und den Ersatzzähnen, die ebenfalls aus Kunststoff angefertigt sind.

Der Behandlungsablauf unterscheidet sich je nach Art der Zahnprothese und bedarf immer mehrerer Termine beim Zahnarzt, da die Herstellung und Einpassung sehr aufwendig sind

Wie verläuft die Behandlung bei einer Zahnprothese?

Der Behandlungsablauf unterscheidet sich je nach Art der Zahnprothese und bedarf immer mehrerer Termine beim Zahnarzt, da die Herstellung und Einpassung sehr aufwendig sind. Durchschnittlich musst Du etwa vier Mal zu einem Spezialisten gehen.
 
Zuerst klärt Dein Zahnarzt mit Dir Deine individuellen Wünsche und Anforderungen ab und untersucht den Zustand Deiner Zähne und der Mundhöhle. Bevor die Zahnprothese angefertigt werden kann, muss der Arzt einen Abdruck von Deinem Gebiss und den Kauflächen der Zähne machen. Dazu trägt er eine spezielle Abformmasse auf einem Metallspatel auf, auf die Du dann beißen musst. Nach wenigen Minuten ist die Masse getrocknet und fest und Du kannst die Spatel wieder aus Deinem Mund entfernen. Ein Zahntechniker stellt dann anhand Deiner Bissform eine passende Prothese in einem zahntechnischen Labor her.
 
Falls Du Dich für einen implantatgetragenen Zahnersatz entschieden hast, musst Du mit etwa drei Monaten bis zu einem halben Jahr rechnen, bis Du die Prothese tragen kannst, da das Gewebe nach der Zahnentfernung erst heilen muss. Bei einer Vollprothese hast Du sozusagen eine Probezeit, in der du eine vorläufige Variante Deiner Prothese trägst. Dafür macht der Spezialist eine digitale Panoramaröntgenaufnahme (OPG) beziehungsweise eine 3D Cone Beam CT Deiner Zähne, um dreidimensionale Messungen vornehmen zu können. Erst wenn die Probezeit zufriedenstellend verläuft, beginnt der Zahnarzt mit der eigentlichen Produktion der Zahnprothese.

Wer ist am häufigsten davon betroffen?

Vor allem ältere Menschen ab 65 Jahren brauchen häufig einen Zahnersatz. Allein in Österreich tragen laut Statistik Austria etwa 400.000 Personen eine Zahnprothese.

Welche Folgen hat eine Zahnprothese für die Patienten?

Wenn Du eine Zahnprothese hast, musst Du noch sorgfältiger auf Deine Mundhygiene achten. Es ist wichtig, dass die Prothese gut sitzt und nicht reibt oder gar Druckstellen verursacht. Halte regelmäßige Zahnarztbesuche ein und sorge für eine gute Reinigung des Zahnersatzes. Während der ersten Wochen oder sogar Monaten kann sich die Prothese in Deinem Mund etwas sperrig oder locker anfühlen, da sie den Speichelfluss anregt und Du das Essen und Sprechen erst üben musst. Der Backenmuskel und Deine Zunge müssen lernen, die Zahnprothese zu halten.

Ist eine Zahnprothese schmerzhaft?

Grundsätzlich ist das Tragen einer Zahnprothese nicht schmerzhaft, jedoch können Druckstellen oder Entzündungen im Mundraum entstehen, die dann Schmerzen bereiten.

Vor allem ältere Menschen ab 65 Jahren brauchen häufig einen Zahnersatz. Allein in Österreich tragen laut Statistik Austria etwa 400.000 Personen eine Zahnprothese

Welche Risiken und Komplikationen können auftreten?

Während dem Einsetzen der Prothese kann es zu Wundinfektionen, Wundheilungsstörungen, Blutungen und Verletzungen von Nerven oder Zähnen kommen. Die Prothese kann auch abbrechen oder sich lockern, sodass ein erneuter Termin beim Zahnarzt notwendig ist. Durch die Prothese kann es zu Veränderungen der Mundschleimhaut und zu Pilzinfektionen kommen. Zudem können Geschwüre infolge des Drucks der Zahnprothese auf das Weichgewebe entstehen und der Gaumen sich entzünden. Dazu ist es ratsam, die Prothese über Nacht herauszunehmen und zu desinfizieren, um dem Gewebe eine Pause zu lassen.

Wie kann ich eine Zahnprothese vermeiden?

Damit die Zähne lange gesund bleiben, ist es wichtig, dass Du regelmäßig zu Deinem Zahnarzt gehst und auf Deine Mundhygiene achtest, da sich ansonsten leicht Keime zwischen den Zähnen einlagern können. Entferntst Du diese nicht, vermehren sie sich und lösen Krankheiten im Mund aus.

Wie lange hält eine Zahnprothese?

Die Lebensdauer von Zahnprothesen hängt einerseits von der Qualität der Restbezahnung und des Kieferknochens und andererseits von einer guten Mundhygiene ab. Wer eine Zahnprothese hat, sollte zumindest einmal im Jahr zu einer Kontrolluntersuchung gehen, da sich im Laufe der Zeit Abnützungen bilden können oder der Zahnarzt die Prothese neu ausrichten beziehungsweise reparieren muss. Der Mund und der Kiefer verändern sich im Alter und führen so zu einer Lockerung der Zahnprothese. Damit kannst Du schlechter Kauen und bekommst Druckstellen auf dem Zahnfleisch. Im Normalfall halten herausnehmbare Prothesen fünf bis zehn Jahre.

Wie pflege ich eine Zahnprothese?

Bei der Pflege einer Zahnprothese gilt es einiges zu beachten:
 

  • Beim Reinigen solltest Du immer ein Handtuch oder Wasser in das Waschbecken geben, damit die Prothese beim Herunterfallen nicht bricht.
  • Um die Prothese wirklich sauber zu bekommen, achte auf gutes Licht und verwende Deine Brille, wenn Du eine brauchst.
  • Wenn Du die Prothese nicht trägst oder sie gerade gereinigt hast, lege sie in eine Reinigungs- und Feuchtigkeitslösung oder in klares Wasser, damit sie nicht austrocknet. Verwende kein kochendes oder zu heißes Wasser, da es die Prothese verformen kann.

Für die tägliche Reinigung brauchst Du eine Zahn- und eine Prothesenbürste, mit der Du Speisereste und Plaque effektiv entfernst. Dafür kannst Du Zahnpaste oder Prothesenreinigungspaste verwenden
 

  • Für die tägliche Reinigung brauchst Du eine Zahn- und eine Prothesenbürste, mit der Du Speisereste und Plaque effektiv entfernst. Dafür kannst Du Zahnpaste oder Prothesenreinigungspaste verwenden.
  • Bevor Du die Prothese wieder einsetzt und vor dem Schlafen gehen, putze Dein Zahnfleisch, die Zunge und den Gaumen mit einer weichen Zahnbürste. Damit regst Du die Durchblutung Deines Zahnfleisches an und entfernst Plaque.
  • Falls die Prothese kaputt geht oder sich lockert, suche Deinen Zahnarzt auf. Versuche nicht, sie selbst zu reparieren.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Ob die Krankenkassen einen Teil oder sogar alle Kosten übernehmen, ist von Versicherungsträger zu Versicherungsträger unterschiedlich


Dauer Dauer

Je nach Prothese

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

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Das Wichtigste zusammengefasst

Eine Zahnprothese ist ein künstlicher Zahnersatz und besteht meist aus Kunststoff, Metall oder Keramik. Man unterscheidet zwischen herausnehmbaren Teil- oder Vollprothesen und festsitzenden Prothesen


Ursache ist eine mangelhafte Mundhygiene. Vor allem Menschen über 65 Jahren haben ein erhöhtes Risiko, eine Zahnprothese zu bekommen


Die Zahnprothese muss gut gereinigt und gewartet werden, damit keine Druckstellen oder Entzündungen entstehen


Die Krankenkassen übernehmen oftmals einen Teil der Kosten, allerdings sollte dies zur Sicherheit im Voraus abgeklärt werden

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