Teleskopprothese

Eine Möglichkeit, fehlende Zähne zu ersetzen, ist die Verwendung einer herausnehmbaren Teilprothese, welche normalerweise aus Metall und Kunstharz hergestellt und an Deinen gesunden Zähnen befestigt wird. In diesem Artikel stellen wir Dir die komplexe und hochästhetische Behandlung mit einer Teleskopprothese vor.


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Online-Redaktion

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Zuletzt aktualisiert: 22. Mai, 2020



Was versteht die Medizin unter einer Teleskopprothese?

Teleskopprothesen sind herausnehmbare Zahnprothesen zum Ersatz fehlender Zähne. Der Arzt fertigt diese passend zu Deinen Zähnen und Zahnlücken an und Du kannst diese anschließend auf die entsprechend vorbereiteten Restzähne aufsetzen, wodurch sie sich verankert. Im Gegensatz zu der herkömmlichen Klammerprothese, arbeitet die Teleskopprothese nicht mit Metallklammern und ist somit von außen unsichtbar. Der Name leitet sich aus der Funktionsweise eines Teleskops, mit seinen ineinandergeschobenen Röhren, her. Auf ähnliche Weise schiebt der Zahnarzt die Prothese auf Deine Zähne und bietet diesen als eine Art Schiene zusätzliche Stabilität und eine verteilte Kaubelastung.
 
Teleskopprothesen gehören zu den Möglichkeiten eines Zahnersatzes
 
Diese Art des Zahnersatzes lässt sich im Ober- wie auch im Unterkiefer einsetzen und hält in der Regel bei guter Pflege mehrere Jahre. Im englischsprachigen Raum werden Teleskopkronen als „german crowns“ (deutsche Kronen) bezeichnet, da sie sehr aufwendig in der Herstellung sind und sich wegen des notwendigen technischen Know-hows nicht im Ausland durchsetzen konnten, also gewissermaßen eine deutsche Besonderheit darstellen.

Welche Arten der Teleskopprothese gibt es?

Teleskopprothese für den Oberkiefer mit Gaumenbügel
Bei Prothesen, die beide Kauleisten abdecken, bring der Spezialist einen metallenen Palatinal- bzw. Gaumenbügel an. Dieser dient der Stabilisierung sowie der besseren Verteilung der Kaukräfte.
 
Unterkiefer-Teleskopprothese mit Sublingualbügel
Gewissermaßen als Pendant zum Gaumenbügel, hält ein Unterzungenbügel (Sublingualbügel) die Prothese, bei wenig vorhandenen Zähnen, fest an ihrer Stelle und verteilt die Kaukräfte optimal.
 
Bügelfreie Oberkiefer- und Unterkiefer-Teleskopprothese
Nicht immer ist der Bügel zwingend notwendig. Wenn Du eine günstige Ausgangssituation mitbringst, also noch ausreichend gesunde Zähne vorhanden sind, kann auf den stabilisierenden Bügel verzichtet werden. Dies gilt sowohl für die Prothese im Oberkiefer als auch im Unterkiefer. Ohne den Bügel besteht nur ein geringer Kontakt mit Deinem Kiefer und das Fremdkörpergefühl beim Tragen der Prothese mindert sich dadurch normalerweise stark.
 
Implantatgestützte Teleskopprothese
Falls Du im Ober- oder Unterkiefer nur noch sehr wenige Zähne oder gar keine mehr besitzt, ist es auch möglich, statt eigener Pfeilerzähne Implantate als Träger von Teleskopkronen zu verwenden. An diesen Kronen befestigt der Zahnarzt schließlich die Teilprothese. Es sollten mindestens vier Pfeiler (ob Zahn oder Implantat) vorhanden sein, um einen festen Halt der Teleskopprothese zu gewährleisten. Man unterscheidet zwischen kombinierten zahn- und implantatgestützten Teleskopprothesen (wenn noch einige wenige Zähne vorhanden sind) und rein implantatgestützten Teleskopprothesen.
 
Welche dieser Varianten für Dich am besten funktioniert, entscheidet der Zahnarzt nach eingehender Untersuchung und Absprache mit Dir.

Wie ist eine Teleskopprothese aufgebaut?

Bei einem Teleskopzahnersatz versieht der Arzt Deine eigenen Zähne zuerst mit speziellen Kronen und der eigentliche Zahnersatz, eine Nachbildung des Gebisses, wirkt wie eine Schiene, die die einzelnen Restzähne miteinander verbindet, sodass sich die Kaukräfte gleichmäßig verteilen. Der Spezialist stülpt die Prothese quasi auf das eigene Gebiss bzw. auf die Implantat-Pfeiler und die Prothese mit den Ersatzzähnen passt dabei auf Deine eigenen Zähne wie ein Schlüssel in ein Schloss.
 
Die übriggebliebenen Zähne werden überkront und die Teleskopprothese anschließend darauf befestigt

Aus welchen Materialien besteht eine Teleskopprothese?

In der Regel besteht eine Teleskopprothese aus mehreren Materialien, wobei die Teleskopkronen häufig aus Metall gefertigt sind. Titan eignet sich gut für einen hochwertigen Zahnersatz. Die Prothese selbst kann aus Kunststoff oder Keramik wie Zirkon bestehen. Die sekundären, also die äußeren Kronen, lassen sich zahnfarben verblenden, sodass sie dieselbe Farbe haben wie die Ersatzzähne.

Wie läuft eine Behandlung mit einer Teleskopprothese ab?

Eine Behandlung mit der Teleskopprothese umfasst mehrere Schritte. Zunächst führt der Zahnarzt mit Dir ein Gespräch und legt Dir die Vor- und Nachteile der Teleskopprothese dar. Außerdem untersucht er Dich und zeigt Dir anschließend auch Alternativen zur Teleskopprothese auf.
 
Wenn Du Dich für die Behandlung mit einer Teleskopprothese entschieden hast, fertigt der Zahnarzt als Nächstes ein Abdruck von Deinem Gebiss an, um sogenannte Abformungen Deines Kiefers zu erhalten. Aus diesen werden im Labor Modelle der Prothese aus Gips gegossen.
 
Im weiteren Verlauf bereitet der Arzt Deine Zähne für die Prozedur vor, das bedeutet, er schleift die Pfeilerzähne ab, um daran die Kronen zu befestigen, auf denen er später die Prothese anbringt. Diese Behandlung findet in der Regel unter lokaler Betäubung statt.
 
Um passgenaue Kronen zu fertigen, nimmt der Spezialist nach dem Abschleifen und Präparieren der Zähne noch einmal eine Abformung. Für die Zeit, in der der Zahntechniker Deine Teleskopprothese anfertigt, erhältst Du provisorische Kronen von Deinem Zahnarzt.
 
Im Labor findet die Herstellung der Primärkronen dann auf Basis der Abformung statt, meist bestehen sie aus Metall oder Keramik.
 
Mit aufgesetzten Primärkronen führt Dein Zahnarzt Dir nun einen Kunststofflöffel, welcher eine weiche, formbare Masse enthält, in den Kiefer ein und macht von diesem einen Abdruck. Gemäß diesem Abdruck erstellt das Labor später die Prothese.
 
Im Labor werden die Sekundärkronen, also die letztendlich sichtbaren Zahnersatzteile, gegossen. Die Zähne der Teleskopprothese lassen sich in Form und Farbe auf Deinen Kiefer abstimmen und die Teleskopprothese fertigt der Zahntechniker so an, dass diese natürlich aussieht und ihre Funktion beim Sprechen und Kauen optimal erfüllt.
 
Nach Anprobieren und gegebenenfalls weiteren Korrekturen des Zahnersatzes, erfolgt die Fertigstellung und Dein Zahnarzt setzt Dir diese ein. Außerdem bespricht der Zahnarzt das Einsetzen und Herausnehmen der Teleskopprothese mit Dir und geht den Prozess mit Dir durch.
 
Nach wenigen Tagen ist bereits eine Nachuntersuchung nötig, bei der eine Untersuchung auf eventuelle Druckstellen am Zahnfleisch stattfindet. Wenn Du aber schon vorher Probleme mit der Prothese feststellst, etwa Schmerzen oder unangenehmen Druck, solltest Du am besten gleich zum Zahnarzt gehen. So lässt sich eine mögliche Zahnfleischentzündung verhindern.
 
Bis die Teleskopprothesen fertig sind, kann es bis zu vier Wochen dauern

Worauf muss ich als Träger einer Teleskopprothese achten?

Reinigung
Eine sorgfältige tägliche Reinigung sowohl der Prothese, als auch der eigenen Zähne ist unablässig für ein langfristig erfolgreiches Ergebnis. Die Reinigung der Prothese sollte über einem mit Wasser gefüllten oder einem mit Handtuch ausgelegten Waschbecken erfolgen, damit sie, falls sie hinfällt, weich landet und nichts abbricht.
 
Es gibt spezielle Prothesenbürstchen, die Du Dir für die Reinigung Deines Zahnersatzes zulegen kannst. Mit diesen und normaler Zahncreme solltest Du Deinen Zahnersatz zweimal am Tag reinigen. Wichtig ist auch, dass Du Deine gesunden Zähne unter den Primärkronen stets gründlich mit reinigst. Vor allem dort, unter der Krone bzw. an deren Rändern, sammeln sich gerne Bakterien, die den Zahn angreifen. Diese Zähne sind jedoch wichtig, da sie als Stütze der Prothese dienen.
 
Tragzeiten
Du kannst die Prothese auch nachts tragen, musst Du aber nicht. Das liegt ganz bei Dir.
 
Herausnehmen
Beim Herausnehmen solltest Du die Prothese mit sehr kleinen und leichten Rüttelbewegungen von den Primärkronen lösen und diese nicht einfach nach unten ziehen. Das Herausnehmen zeigt Dir in der Regel der Zahnarzt beim erstmaligen Anprobieren der Prothese.

Was sind die Vorteile der Teleskopprothese?

  • Es sind keine Metallklammern (wie bei einer herkömmlichen Klammerprothese) zu sehen und auch sonst ist die Prothese sehr unauffällig und als solche nicht zu erkennen
  • Sie sitzt fest, ähnlich wie ein fester Zahnersatz und ist günstiger als der Ersatz sämtlicher fehlender Zähne durch Implantate
  • Sollten weitere Zähne ausfallen, lässt sich die Prothese anpassen

Was sind die Nachteile der Teleskopprothese?

  • Substanz von gesunden Zähnen muss abgeschliffen werden, da Teleskopkronen dicker sind als andere Kronen
  • Metallische Primärkronen werden sichtbar, wenn Du die Prothese herausnimmst.
  • Hoher Behandlungsaufwand
  • Die Behandlung ist recht teuer

Was kostet die Behandlung?

Die Kosten einer Teilprothese hängen stark von den verwendeten Materialien und der Anzahl an verkronten und ersetzten Zähnen ab. Grundsätzlich kostet die Prothese zwischen 600 und 700 €, wobei hier noch nicht die Kosten für die teuren Doppelkronen enthalten sind: Diese kosten je Krone noch einmal zwischen 800 bis 1.050 €. Somit sind die Gesamtkosten für die Teleskopprothese recht hoch, verglichen mit anderen herausnehmbaren Prothesen, die Gesamtkosten können schnell bei 5.000 bis 6.000 € und auch mehr liegen.
 
Teleskopprothesen schenken den Betroffenen wieder ein schönes Lächeln und vereinfachen ihnen denn Alltag

Was bezahlt die Krankenkasse?

Bei einer Behandlung mit Teleskopprothesen muss die gesetzliche Krankenversicherung, unter bestimmten Voraussetzungen, einen Festzuschuss zahlen, etwa wenn:
 

  • nur noch ein bis drei Zähne je Kiefer vorhanden (Zuschuss für alle Teleskopkronen) oder
  • Backenzähne beidseitig in bestimmten Konstellationen fehlen (Zuschuss für maximal zwei Teleskopkronen). Jede weitere Doppelkrone ist dann eine Privatleistung

 
Du solltest Dich in jedem Fall vorher von Deinem Zahnarzt darüber aufklären lassen, wie viel die Behandlung kostet und Dich dann bei Deiner Versicherung über Ihre Bestimmungen hinsichtlich Deines speziellen Falles informieren.


Dauer Dauer

Je nach Behandlunsumfang

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

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Das Wichtigste zusammengefasst

Teleskopprothesen sind herausnehmbare Zahnprothesen zum Ersatz fehlender Zähne, die wie eine Art Schiene wirken und dem Gebiss zusätzliche Stabilität und eine verteilte Kaubelastung geben


Im Gegensatz zu der herkömmlichen Klammerprothese, arbeitet die Teleskopprothese nicht mit Metallklammern und ist somit von außen unsichtbar


Diese Art des Zahnersatzes lässt sich im Ober- wie auch im Unterkiefer einsetzen und hält, je nach Pflege der Prothese und der eigenen Zähne, in der Regel einige Jahre


Die Kosten für eine solche Behandlung sind recht hoch und werden nur zu kleinen Teilen von der Krankenkasse übernommen, jedoch handelt es sich insgesamt um eine hochwertige Prothesenform, welche günstiger zu Buche schlägt, als feste Zahnimplantate

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