Was ist ein Zahnimplantat?
Ein Zahnimplantat ist eine künstliche Zahnwurzel, die dauerhaft in den Kieferknochen eingesetzt wird. Es ersetzt die natürliche Zahnwurzel und dient als stabile Basis für Zahnkronen, Brücken oder Zahnprothesen. Für Dich als Patient*in bedeutet das: Du erhältst einen festsitzenden Zahnersatz, der sich optisch und funktional kaum von einem natürlichen Zahn unterscheidet. Der Implantatkörper übernimmt dabei die Funktion der natürlichen Zahnwurzel.
Die meisten Zahnimplantate bestehen aus Titan oder Keramik und werden in einem chirurgischen Eingriff unter örtlicher Betäubung in den Kieferknochen eingebracht. Nach einer Einheilungsphase von mehreren Wochen bis Monaten verwächst das Implantat fest mit dem Knochen – dieser Prozess wird als Osseointegration bezeichnet.
Auf einen Blick: Zahnimplantat
Was ist es?
Künstliche Zahnwurzel aus Titan oder Keramik, dauerhaft im Kieferknochen verankert
Einsatzgebiete
Einzelzahnlücke, mehrere fehlende Zähne, zahnloser Kiefer, Alternative zu Brücke oder Prothese
Dauer
OP ca. 1–2 Stunden, Einheilungsphase 2–6 Monate
Kosten
Ca. 1.400–3.500 Euro pro Implantat (inkl. Krone), meist Privatleistung
Welche Arten von Zahnimplantaten gibt es?
Zahnimplantate lassen sich nach unterschiedlichen Kriterien unterscheiden. Insgesamt stellen ungefähr achtzig Hersteller rund dreihundert Implantat-Varianten her. Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale sind das Material und die Form.
Titan-Implantate
Titan-Implantate sind der am häufigsten verwendete Implantat-Typ. Sie zeichnen sich durch eine sehr gute Verträglichkeit aus und werden vom Körper in der Regel akzeptiert, ohne Allergien auszulösen. Das liegt daran, dass sich an der Oberfläche des Titan-Implantats Sauerstoff ablagert, der im Körper natürlicherweise vorkommt. Zudem verbindet sich Titan sehr gut mit dem Kieferknochen (Osseointegration) und kann dadurch eine sehr lange Verweildauer ermöglichen.
Keramik-Implantate und Zirkonoxid
Auch Keramikimplantate verbinden sich gut mit der Knochenstruktur des Kiefers. Aufgrund ihrer Brüchigkeit und des Alterungsprozesses werden klassische Keramik-Implantate jedoch nur noch selten eingesetzt. Implantate aus Zirkonoxid hingegen zeichnen sich durch eine deutlich höhere Stabilität aus und kommen insbesondere bei Patient*innen mit Metallunverträglichkeit oder im Rahmen der biologischen Zahnmedizin zum Einsatz. Sie sind zahnfarben und eignen sich daher besonders bei starkem Zahnfleischrückgang.
Implantat-Formen und Aufbau
Am häufigsten werden heute schraubenförmige Implantate verwendet: Sie lassen sich gut in den Knochen einbringen und bieten durch den Schraubmechanismus optimalen Halt. Zudem unterscheidet man ein- und zweiteilige Implantate. Zweiteilige Implantate sind häufig vorzuziehen, da sie flexibler eingesetzt werden können und mehr Kombinationsmöglichkeiten bieten.
Wann ist ein Zahnimplantat sinnvoll und welche Vorteile bietet es?
Zahnimplantate kommen in verschiedenen Situationen infrage und bieten gegenüber herkömmlichem Zahnersatz besondere Vorteile. Sie können einen einzelnen Zahn oder auch mehrere Zähne ersetzen. Fehlt zum Beispiel ein Frontzahn, lässt sich dieser mit einem Implantat ersetzen, ohne dass gesunde Nachbarzähne für eine Brückenkonstruktion angeschliffen werden müssen. Das ist ein großer Vorteil gegenüber herkömmlichen Brücken.
Bei mehreren fehlenden Zähnen bieten Implantate eine komfortable Alternative zur herausnehmbaren Teilprothese. Und bei einem vollständig zahnlosen Kiefer ermöglichen Konzepte wie die All-on-4 Methode eine festsitzende Versorgung auf nur vier Implantaten. Auch als Halterung für eine Teleskopprothese kommen Implantate zum Einsatz.
Wie läuft die Diagnose und der Behandlungsablauf ab?
Der Behandlungsablauf beginnt mit einer gründlichen Diagnose. Dein Zahnarzt oder Deine Zahnärztin – im Idealfall ein Spezialist oder eine Spezialistin für Implantologie – entscheidet unter Abwägung vieler Gesichtspunkte, ob das Einbringen eines Zahnimplantats sinnvoll und möglich ist. Zunächst wird die Knochenstruktur des Kiefers mithilfe von Röntgenaufnahmen untersucht. Häufig kommt dabei eine Digitale Volumentomographie (DVT) zum Einsatz, die dreidimensionale Aufnahmen des Kieferknochens liefert.
Auf Basis der DVT-Daten kann die exakte Position des Implantats im Vorfeld geplant werden. In der navigierten Implantologie werden sogar computergestützte Bohrschablonen erstellt, die das Setzen des Implantats besonders präzise und sicher machen. Ist der Kieferknochen zu schmal oder zu flach, kann ein vorheriger Knochenaufbau oder ein Sinuslift notwendig sein. Die gesamte Behandlung wird individuell auf Deine Situation abgestimmt – sprich mit Deinen Spezialisten über den genauen Ablauf.

Was muss ich vor der Operation beachten?
Eine Implantation wird in den meisten Fällen unter Lokalanästhesie durchgeführt. Sollte der Wunsch einer Implantation unter Vollnarkose bestehen, muss diese für gewöhnlich privat bezahlt werden.
In der Regel solltest Du etwa 14 Tage vor der Operation auf blutverdünnende Medikamente wie Aspirin, Plavix oder Marcoumar verzichten. Das gilt ebenfalls für Schlafmittel. Sprich Deinen Arzt oder Deine Ärztin darauf an – er oder sie kann Dir gegebenenfalls Ersatzmedikamente verschreiben. Verzichte zudem auf Alkohol und Nikotin, da sich sonst das Risiko einer Wundheilungsstörung erhöht.
Wie verläuft die Operation bei einem Zahnimplantat?
Vor dem Setzen des Implantats wird das Areal rund um die Implantationsstelle lokal betäubt. Anschließend schiebt der Spezialist mit einem kleinen Schnitt das Zahnfleisch zur Seite und bohrt in mehreren Schritten ein Loch in den Kieferknochen, in das das Implantat wie eine Schraube eingedreht wird.
Im nächsten Schritt wird das Zahnfleisch über dem Implantat wieder vernäht. Im Oberkiefer dauert der Heilungsprozess zwischen drei und sechs Monaten, im Unterkiefer geht es mit zwei bis vier Monaten meist etwas schneller. Sobald das Implantat eingeheilt ist, wird ein Aufbauteil (Abutment) eingesetzt und darauf die endgültige Krone, Brücke oder Prothese befestigt.
Was muss ich nach der Operation beachten?
Nach der Operation sollte das implantierte Areal bis zur Nahtentfernung nicht belastet werden. Verzichte während der gesamten Einheilungsphase auf Nikotin und Alkohol. Halte Dich bitte genau an die Vorschriften Deines Arztes oder Deiner Ärztin und nimm die Nachsorgeuntersuchungen wahr, damit Komplikationen frühzeitig erkannt werden können.
Eine gute Mundhygiene ist Voraussetzung für ein bestmögliches Einheilen. Mundspüllösungen können in den ersten Wochen unterstützen. Eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung ist nach der vollständigen Einheilung empfehlenswert, um das Implantat langfristig gesund zu halten.
Bei kleineren Eingriffen spricht in der Regel nichts dagegen, am nächsten Tag wieder arbeiten zu gehen. Auf Sport solltest Du in den ersten Tagen nach der Operation verzichten, da es durch die Anstrengung zu Nachblutungen kommen kann.
Wann kann ein Zahnimplantat nicht eingesetzt werden?
Da es viele verschiedene Typen von Zahnimplantaten gibt, existieren mittlerweile nur noch wenige Gründe gegen eine Implantation. Sowohl bei leichter bis mittlerer Osteoporose als auch bei Zahnfleischrückgang oder Knochenschwund gibt es in der Regel Lösungen. Häufig hängen diese Beschwerden mit einer Parodontitis zusammen, die vor der Implantation behandelt werden muss.
Zu den Kontraindikationen zählen unter anderem akute Krebserkrankungen, schwere Herzinsuffizienz und starkes Unter- oder Übergewicht. Auch die Einnahme von Bisphosphonaten kann ein Hindernis darstellen, da in diesem Zusammenhang eine ischämische Osteonekrose des Kiefers auftreten kann. Eine vorherige Wurzelbehandlung am betroffenen Zahn kann in manchen Fällen eine Alternative zum Implantat sein.

Welche Risiken und Komplikationen können auftreten?
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff kann es auch bei der Zahnimplantation zu Komplikationen kommen. Allerdings sind die Risiken aufgrund der Kürze des Eingriffs relativ gering. Zu den möglichen Komplikationen gehören:
- Schwellungen und Schmerzen in den ersten Tagen nach der Operation
- Entzündung des Knochengewebes rund um das Implantat (Periimplantitis)
- Verletzung von Nerven oder benachbarten Zahnwurzeln
- Fehlplatzierung des Implantats
- Nichteinheilen des Implantats (Implantatverlust)
Bei Diabetiker*innen ist das Risiko einer Periimplantitis deutlich erhöht. Auch Rauchen und mangelnde Mundhygiene gehören zu den häufigsten Ursachen für Komplikationen nach einer Implantation.
Wie lange hält ein Zahnimplantat?
Bei sehr guter Pflege und regelmäßigen Kontrollen kann ein Zahnimplantat im Idealfall ein Leben lang halten. Studien zeigen, dass über 90 Prozent der Implantate nach zehn Jahren noch voll funktionstüchtig sind. Entscheidend für die Haltbarkeit sind eine sorgfältige Mundhygiene, regelmäßige Zahnarztbesuche und der Verzicht auf Rauchen.
Was kostet ein Zahnimplantat und übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Kostenübersicht Zahnimplantat
Einzelzahnimplantat
ca. 1.400 – 3.500 Euro (inkl. Krone)
Krankenkasse
Festzuschuss für Zahnersatz, Implantat selbst ist Privatleistung
Die Zahnimplantat Kosten setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen: dem Implantat selbst, dem chirurgischen Eingriff und der prothetischen Versorgung (Krone, Brücke oder Prothese). Die Kosten des Zahnersatzes auf dem Implantat kommen noch hinzu. Pro Einzelzahnimplantat inklusive Krone musst Du mit Kosten zwischen 1.400 und 3.500 Euro rechnen. Ein vorheriger Knochenaufbau kann die Kosten um 300 bis 1.200 Euro erhöhen.
Grundsätzlich gehören Zahnimplantate nicht zu den allgemeinen Kassenleistungen. Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt jedoch einen Festzuschuss für den Zahnersatz, der auf dem Implantat befestigt wird. Dieser Zuschuss richtet sich nach dem Heil- und Kostenplan und dem Befund. Wenn Du ein lückenlos geführtes Bonusheft vorweisen kannst, erhöht sich der Zuschuss um bis zu 30 Prozent. Solltest Du privat versichert sein oder eine Zahnzusatzversicherung haben, wird häufig ein größerer Teil der Kosten übernommen. Ein Zahnimplantat im Ausland kann mit anderen Kosten verbunden sein.
Quellen
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