Zahnstein

Zahnstein ist hartnäckig und lässt sich weder durch Spülungen noch durch intensives Zähneputzen entfernen. Die unschönen Flecken können sich im Laufe der Zeit zusätzlich verfärben und werden so noch auffälliger. Allerdings ist Zahnstein nicht nur ein kosmetisches Problem, seine professionelle Entfernung ist auch wichtig, um Zahnerkrankungen und Erkrankungen des Zahnhalteapparates zu verhindern. Auf jeden Fall solltest Du schon im Vorfeld auf eine gründliche Zahnhygiene achten, um die Bildung von Zahnstein zu reduzieren.


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Online-Redaktion

Dieser Text wurde nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Medizinern geprüft.


Zuletzt aktualisiert: 28. Februar, 2020



Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Zahnstein ist verhärtete Plaque, die sich nicht mehr durch Zähneputzen oder Spülungen entfernen lässt


Zahnsteinentfernung beim Zahnarzt ist essenziell, da ansonsten Erkrankungen des Zahnhalteapparates, Karies oder Zahnfleischentzündungen drohen


Zahnstein bildet sich vorwiegend an Stellen, wo die Mineralkonzentration am größten ist, dort also, wo die Ausgänge der Speicheldrüsen liegen (innen an den unteren Schneidezähnen und außen an den oberen Backenzähnen), außerdem in den Zahnzwischenräumen oder unebenen Stellen


Du solltest den Zahnstein auf jeden Fall vom Zahnarzt entfernen lassen (versuche es nicht selbst, das schadet eher!), die Behandlung ist frei von Nebenwirkungen und wird von den meisten Krankenkassen übernommen

Was versteht die Medizin unter Zahnstein?

Zahnstein oder auch Konkrement besteht aus Hydroxylapatit, Apatit, Proteinen, Kohlenhydraten, Mineralien wie Brushit oder Whitlockit, Mikroorganismen und Geweberesten. Die Ablagerungen entstehen aufgrund der anorganischen Zusammensetzung des Speichels, die durch eine chemische Reaktion die Plaque verhärten und zu Zahnstein werden.

Bei Zahnstein handelt es sich um Ablagerungen.

Wie sehen die Symptome von Zahnstein aus?

Frisch gebildeter Zahnstein ist weiß-gelblich, fällt also schon allein durch die dunklere Färbung auf. Diese kann sich noch ins bräunlich-schwarze weiter verfärben, wenn Du Tee, Kaffee, Rotwein oder Tabak konsumierst. Ist der Zahnbelag verhärtet, hat sich also die Plaque in Zahnstein verwandelt, kannst Du ihn nicht mehr selbst entfernen. Die weitere Mundhygiene ist nun erschwert, da der Zahnstein, der eine raue Oberfläche besitzt, weitere Bakterien anzieht, die Zahnfleischentzündungen begünstigen. In weiterer Folge können Zahnfleischblutungen, tiefe Zahnfleischtaschen und Mundgeruch auftreten. Auch die Schleimhaut kann aufgrund der Bakterienansammlung aufquellen. Hast Du bei Dir Zahnstein festgestellt, solltest Du besonders auf Anzeichen für Karies achten.

Was sind die Ursachen für Zahnstein?

Die Ursache für Zahnstein ist in jedem Fall verhärteter Zahnbelag. Dieser bildet sich, wenn die Zähne nicht oft genug oder nicht gründlich genug geputzt werden.

Welche Phasen der Zahnsteinbildung gibt es?

Es gibt vier Phasen der Zahnsteinbildung. Etwa vier Stunden nach dem Putzen bildet sich eine dünne Schicht über dem natürlichen Zahnschmelz. Diese entsteht durch bestimmte Schleimstoffe und enthält noch keine Bakterien. Dieser Zustand beschreibt die erste Phase der Zahnsteinbildung. In der zweiten Phase vermehren sich Karies-Erreger in der Mundhöhle, wenn Nahrungsreste als Grundlage vorhanden sind. Nun besiedeln Bakterien die dünne Speichelschicht. Wenn sich Plaque an den Zähnen gebildet hat, befindest Du Dich in der dritten Phase der Zahnsteinbildung. Entfernst Du die Plaque nicht innerhalb von acht bis zehn Tagen, mineralisiert sie und verhärtet sich in der vierten und letzten Phase zum Zahnstein.

Es gibt vier Phasen der Zahnsteinbildung

Welche Folgen kann unbehandelter Zahnstein mit sich ziehen?

Unbehandelter Zahnstein ist die Grundlage für Karies und Zahnfleischentzündungen. Daraus kann sich sogar eine Parodontitis entwickeln. Dann droht irreversibler Zahnverlust. Weiters ist Zahnstein kosmetisch gesehen auch eher unschön, Betroffene leiden also neben den körperlichen Folgen auch an psychischen Belastungen, viele trauen sich nicht mehr zu lachen, wenn man die Zähne sehen könnte oder haben Angst vor starkem Mundgeruch.

Wo bildet sich Zahnstein am häufigsten?

Generell tritt Zahnstein meist an Stellen auf, wo die Mineralkonzentration am höchsten ist, also dort, wo sich Ausführungsgänge der Speicheldrüsen befinden. Am häufigsten bildet sich der Zahnstein also innen an den unteren Schneidezähnen und außen an den oberen Backenzähnen. Auch in den Zahnzwischenräumen oder Unebenheiten der Zahnoberfläche lagert sich Zahnstein häufig ab, da der Zahnbelag dort schwieriger zu entfernen ist. Wenn Du bereits Zahnstein hast, begünstigen diese Stellen wiederum die Bildung von neuem Zahnstein, da der Zahnstein eine raue Oberfläche besitzt.

Wer ist am häufigsten davon betroffen?

Zahnstein kann jeden treffen, auch Kleinkinder und Implantat- oder Prothesenträger. Prinzipiell haben die meisten Erwachsenen mehr oder weniger Zahnstein, die Häufigkeit nimmt mit steigendem Alter zu. Ein Risikofaktor ist das individuelle Erbgut, zum Beispiel bezogen auf den Mineralgehalt des Speichels.

Mittels einer professionellen Zahnreinigung lässt sich der Zahnstein entfernen

Warum muss Zahnstein entfernt werden?

Zahnstein an sich ist nicht krankhaft, kann Deinen Zähnen aber dadurch schaden, dass Säuren den Zahnschmelz auch unter dem Zahnstein angreifen können. Auch Zahnfleischentzündungen kommen bei Patienten mit Zahnstein häufiger vor, breitet sie sich über den ganzen Zahnhalteapparat aus, kann sogar eine Parodontitis und dann Zahnverlust entstehen. Du solltest die Verhärtungen also regelmäßig entfernen lassen.

Wie wird Zahnstein behandelt?

Der Zahnstein kann nur vom Zahnarzt vollständig entfernt werden, besonders wenn sich der Zahnstein in einer Zahnfleischtasche befindet. Dein Arzt verwendet zur Entfernung der verhärteten Stellen ein Ultraschallgerät, dessen hochfrequent schwingende Metallspitze den Zahnstein ablöst, während Wasser die entstandene Wärme abkühlt. Besitzt Dein Zahnarzt kein solches Gerät, kann er den Zahnstein auch mechanisch mit Handinstrumenten abkratzen. Im Anschluss an beide Verfahren poliert er die Zähne, damit die raue Oberfläche wieder geglättet wird und weniger Bakterien anzieht. Zum Ende der Behandlung überzieht der Arzt Deine Zähne mit Fluorid-Lack, damit sie noch besser vor Säureattacken der Mundbakterien geschützt sind.

Gibt es Nebenwirkungen der Zahnsteinentfernung?

Nein, der Zahnarzt oder seine Assistenten entfernen den Zahnstein ohne Schädigung des darunterliegenden Zahnes.

Kann ich den Zahnstein selbst entfernen?

Nein, Du kannst den Zahnstein nicht selbst entfernen, Du solltest es auch nicht versuchen. Für den schützenden Zahnschmelz ist der hohe Druck beim starken Schrubben schädlich und auch das Zahnfleisch kann darunter leiden und zu freiliegenden Zahnhälsen führen.

Zahnstein sollte immer professionell entfernt werden

Wie kann ich eine Zahnsteinbildung vorbeugen?

Ja, Du kannst der Zahnsteinbildung vorbeugen, indem Du Deine Zähne zweimal täglich putzt. Am besten eignet sich dafür eine elektrische Zahnbürste und im Anschluss die Benutzung von Zahnseide oder speziellen Interdentalbürstchen, um auch die Zahnzwischenräume zu erreichen. Etwa alle vier bis sechs Monate solltest Du eine professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt durchführen lassen. Zusätzlich kannst Du Dich „zahnbewusst“ ernähren. Empfohlen werden Vitamin C-haltige Lebensmittel, Käse, rohes Gemüse und die Verwendung von Zuckeralternativen wie Xylit oder Erythrit statt herkömmlichem Zucker.

Werden die Kosten für eine Zahnsteinentfernung von der Krankenkasse übernommen?

Normalerweise übernehmen die Krankenkassen die Entfernung von Zahnstein im Rahmen der professionellen Zahnprophylaxe. Die professionelle Zahnreinigung ist allerdings in der Regel keine Vertragsleistung der gesetzlichen Krankenkassen. Du gehst jedoch auf Nummer sicher, wenn Du bei Deinem Versicherungsträger oder bei Deinem behandelnden Arzt nachfragst, ob ein Selbstbehalt anfällt.


AUF EINEN BLICK

Dauer Dauer

5-60 Minuten

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

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MOOCI Siegel
Dr. med. dent. Jörg Hannesschläger

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Zahnarzt

Tarviser Straße 11 , Klagenfurt am Wörthersee

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Dr. med. univ. et med. dent. Babette B. Habitzl

Dr. med. univ. et med. dent. Babette B. Habitzl

Fachärztin für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

Perfektastraße 40/4 , Wien

Wichtige Punkte zusammengefasst

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Zahnstein ist verhärtete Plaque, die sich nicht mehr durch Zähneputzen oder Spülungen entfernen lässt


Zahnsteinentfernung beim Zahnarzt ist essenziell, da ansonsten Erkrankungen des Zahnhalteapparates, Karies oder Zahnfleischentzündungen drohen


Zahnstein bildet sich vorwiegend an Stellen, wo die Mineralkonzentration am größten ist, dort also, wo die Ausgänge der Speicheldrüsen liegen (innen an den unteren Schneidezähnen und außen an den oberen Backenzähnen), außerdem in den Zahnzwischenräumen oder unebenen Stellen


Du solltest den Zahnstein auf jeden Fall vom Zahnarzt entfernen lassen (versuche es nicht selbst, das schadet eher!), die Behandlung ist frei von Nebenwirkungen und wird von den meisten Krankenkassen übernommen

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