Zahnverfärbungen

Wir sehen sie überall. Im Fernsehen, auf YouTube oder auf Instagram: Menschen mit strahlend weißen Zähnen. Heutzutage scheint es besonders wichtig zu sein, auf seine Mundhygiene zu achten und mit einem strahlenden Lächeln beeindrucken zu können, um dem Schönheitsideal der heutigen Zeit zu entsprechen. Doch trotz aller Vorsicht kann es immer zu Zahnverfärbungen kommen.


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Zuletzt aktualisiert: 20. Juli, 2020



Warum sind uns weiße Zähne so wichtig?

Ein strahlendes Lächeln mit blitzblanken, sauberen Zähnen strahlt Gesundheit aus. Wir verbinden weiße Zähne nicht nur mit guter Mundhygiene, sondern auch mit einem gepflegten Äußeren. Weiße Zähne sind mittlerweile zu einem Statussymbol geworden – denn sie versprechen Erfolg, Intelligenz und Selbstbewusstsein.

Wie kommt die natürliche weiße Zahnfarbe zustande?

Der Zahnschmelz bildet die äußere harte Schutzschicht der Zähne im Bereich der Zahnkrone. Er ist von einem dünnen Belag, dem Pellikel, überzogen und umhüllt das Zahnbein. Dieses ist größtenteils für die Farbe des Zahns verantwortlich. Obwohl der Zahnschmelz eher farblos ist, beeinflusst er das Aussehen des Zahns. Das Zahnbein, welches unter dem Zahnschmelz liegt, ist dunkler, und sorgt dafür, dass die Zähne umso gelblicher erscheinen, je dünner der Zahnschmelz ist.

Welche Auswirkungen haben Zahnverfärbungen?

Verfärbte Zähne stellen grundsätzlich kein Gesundheitsrisiko dar. Weiße Zähne prägen allerdings das ästhetische Erscheinungsbild eines Menschen sehr stark. Eine sichtbare Zahnverfärbung kann demzufolge nicht nur ästhetische, sondern auch psychische Auswirkungen haben.

Der Traum weißer Zähne wird oft von Zahnverfärbungen zunichte gemacht.

Welche Arten von Zahnverfärbungen gibt es?

Man unterscheidet äußere (extrinsische) und innere (intrinsische) Zahnverfärbungen:
 
Extrinsische (äußere) Zahnverfärbungen
 
Das sind Flecken, die an der Zahnoberfläche entstehen und auf äußere Ursachen, wie beispielsweise Farbstoffe aus verschiedenen Lebensmitteln, Tabak oder Medikamente, zurückzuführen sind. Diese extrinsischen Zahnverfärbungen lassen sich in der Regel durch eine professionelle Zahnreinigung leicht und schnell lösen. Dabei entfernt der Prophylaxehelfer mittels Ultraschall Zahnstein und benutzt dafür bestimmte Polierpasten und Polierbürstchen, um dunkle Flecken an den Zähnen zu entfernen.
 
Intrinsische (innere) Zahnverfärbungen
 
Farbeinlagerungen und Strukturveränderungen können zu intrinsischen Verfärbungen führen. Amalgamfüllungen, Stoffwechselerkrankungen oder bestimmte Medikamente können Auslöser solcher Verfärbungen sein. Eine Karies im Anfangsstadium, welche durch gute Zahnpflege mineralisiert werden kann, wird später als schwarze Zahnverfärbung sichtbar. Bei der Wiedereinlagerung von Mineralien kann es passieren, dass sich Farbstoffe in den Zahn einlagern und diesen verfärben. Die „ausgeheilte“ Karies kann man dann durch einen dunklen Punkt erkennen.

Welche Ursachen haben äußere Zahnverfärbungen?

Bestimmte Lebensmittel wie Tee, Kaffee, Gewürze, Zigaretten, Wein oder Medikamente können die Ursache für äußere Zahnverfärbungen sein. Dagegen hilft eine professionelle Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis.

Welche Ursachen haben innere Zahnverfärbungen?

Die Ursachen sind unterschiedlicher Natur. Innere Zahnverfärbungen werden direkt im Zahnschmelz verursacht. Sie können aufgrund von Karies, Zahnunfällen, Wurzelkanalbehandlungen, Störungen während der Zahnentwicklung, Mineralisationsstörungen oder eingelagerten Medikamenten entstehen.

Sind Zahnverfärbungen nur ein ästhetisches oder auch ein medizinisches Problem?

Grundsätzlich stellen Zahnverfärbungen kein medizinisches Problem dar, hier spielt der ästhetische Faktor eine zentrale Rolle. Viele Menschen mit Zahnverfärbungen fühlen sich gehemmt und vermeiden es zu lächeln. Dies kann psychische Auswirkungen haben, da Zähne das äußere Erscheinungsbild einer Person zentral prägen.

Wie behandelt der Zahnarzt Verfärbungen an den Zähnen?

Während Du äußere Zahnverfärbungen meist selbst entfernen kannst, ist dies bei inneren Verfärbungen oft schwierig. Eine Mundhygiene ist dabei häufig nicht ausreichend und bringt nicht den erwünschten Erfolg. Es besteht allerdings die Möglichkeit, die Verfärbungen mit sogenannten „Veneers“ zu überdecken. Diese klebt der Zahnarzt auf die Zähne – ihre Form und Farbe lassen sich individuell anpassen.
 
Durch gezielte Fragen im Gespräch mit seinen Patienten kann der Zahnarzt schnell herausfinden, ob es sich um eine intrinsische oder extrinsische Zahnverfärbung handelt. Der Zahnarzt stellt dabei Fragen zum Kaffeekonsum, Rauchverhalten, Medikamenteneinnahme und regelmäßiger Zahnhygiene. Vermutet er, dass Karies oder vorangegangene Zahnunfälle schuld sind, erfolgt eine entsprechende Behandlung. Falls notwendig, muss der Zahnarzt Röntgenbilder anfertigen, denn ein abgestorbener Zahn kann oft dunkler oder auch gräulich wirken.
 
Äußere Zahnverfärbungen kannst Du entweder selbst oder vom Zahnarzt behandeln lassen. Eine professionelle Zahnreinigung (PZR) kann äußere Verfärbungen auf einfachem Weg lösen. Wer mindestens zweimal täglich gründlich Zähne putzt und zusätzlich die Zahnzwischenräume mit einem Bürstchen reinigt, tut bereits viel für seine Mundgesundheit. Dennoch gibt es bestimmte Flächen im Mund, die Du bei der täglichen Zahnpflege nur schwer erreichen kannst und an denen sich bakterielle Beläge bilden können.

Die professionelle Zahnreinigung ist die effektivste Methode zur Behandlung von Zahnverfärbungen.
 
Dort setzt die Professionelle Zahnreinigung (PZR) an. Sie unterstützt die tägliche Zahnreinigung, kann diese allerdings nicht ersetzen. Mit speziellen Handinstrumenten entfernt der Zahnarzt Beläge auf Zahnoberflächen oder in den Zwischenräumen. Bei der Behandlung lassen sich ebenfalls Verfärbungen entfernen, welche aufgrund von Tee, Kaffee oder Nikotin entstanden sind. Eine anschließende Politur soll verhindern, dass sich erneut Bakterien bilden.
 
Bei der Politur werden nicht nur die Zahnflächen, sondern auch unebene Übergänge zu Füllungen und Zahnersatz geglättet. Anschließend trägt der Zahnmediziner ein Gel oder einen Lack mit hoch konzentriertem Fluorid auf. Dies führt zur örtlichen Bildung von Fluoriddepots, die für einen intakten Zahnschmelz wichtig sind.
 
Meistens reicht es aus, eine PZR ein- bis zweimal pro Jahr machen zu lassen. Bei einem hohen Bakterienrisiko sind jedoch kürzere Abstände nötig. Wie oft Du eine professionelle Zahnreinigung in Anspruch nehmen solltest, empfiehlt im konkreten Fall der Zahnarzt.
 
Es ist wichtig, zu wissen, dass die PZR keine regelhafte Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung darstellt. Die Kosten der PZR hängen vom jeweiligen Aufwand ab und können stark variieren – sie dauert etwa 45 Minuten und kostet zwischen 80 und 120 Euro.

Welche Hausmittel helfen bei Zahnverfärbungen?

Äpfel
 
Äpfel haben eine ähnliche Wirkung auf unsere Zähne wie die Zahnbürste. Sie säubern die Zähne nicht nur, sondern können sie sogar aufhellen. Um den Gelbstich der Zähne zu entfernen, solltest Du täglich ein bis zwei Äpfel essen. Dabei ist es wichtig, dass Du die Äpfel gründlich kaust, damit das Fruchtfleisch genügend Zeit hat, das Zahnfleisch zu reinigen.
 
Karotten, Brokkoli und Sellerie
 
Harte Obst- und Gemüsesorten, die viele Fasern aufweisen, können Dir gegen Verdunkelungen an der Zahnoberfläche helfen. Hier ist wieder wichtig, dass Du gründlich kaust. Das kann zusätzlich den Speichelfluss anregen, was auch zur Reinigung Deiner Zähne beiträgt.
 
Kokosöl
 
Kokosöl enthält mitunter Caprylsäure und Laurinsäure, es hat daher auch eine antiseptische und antibakterielle Wirkung, die Karies vorbeugen kann. Experten raten davon ab, die Zahnpasta grundsätzlich durch Kokosöl zu ersetzen, da diese viele Wirkstoffe – wie beispielsweise Fluorid – enthält, die für unsere Zähne sehr wichtig sind.
 
Olivenöl und Sonnenblumenöl
 
Olivenöl enthält zahlreiche Gerbstoffe. Das sind Stoffe, die Proteine miteinander verbinden. Dank dieser ist Olivenöl ebenfalls ein Hilfsmittel für weiße Zähne. Nimm einen Esslöffel Olivenöl in den Mund und zieh das Öl drei bis fünf Minuten lang durch die Zähne, anschließend spuckst Du es aus und spülst mit Wasser nach. Das Olivenöl bindet färbende Stoffe am Zahn und zieht diese somit heraus. Sonnenblumenöl hat einen milderen Geschmack als Olivenöl, wirkt aber ähnlich.
 
Kurkuma
 
Vermische einen Teelöffel Bio-Kurkumapulver mit ein wenig Wasser, sodass eine sämige Paste entsteht. Tauche anschließend die Zahnbürste darin ein und putze Deine Zähne damit. Danach spülst Du Deinen Mund aus und putzt mit einer gewöhnlichen Zahnpasta nach, um Rückstände zu entfernen. Kurkuma hat darüber hinaus eine antibakterielle, entzündungshemmende und abschwellende Wirkung und verbessert die Mundflora.
 
Salbei
 
Das tägliche Kauen eines Salbeiblattes hilft Dir nicht nur bei verfärbten Zähnen, sondern kann zusätzlich gegen Mundgeruch helfen. Du kannst die frischen Blätter auch um die Zahnbürste wickeln, um anschließend die Zähne damit zu putzen. Die rauen Salbeiblätter schaben Plaque ab und helfen dabei, verfärbten Zahnschmelz weißer zu machen.
 
Kochsalz
 
Putze Deine Zähne einmal die Woche mit Kochsalz anstatt mir Zahnpasta. Es wirkt wie ein Peeling für die Zähne, sodass Verfärbungen gelöst werden. Dabei ist es jedoch wichtig, dass Du eine weiche Zahnbürste verwendest und nicht zu sehr mit dem Kochsalz schrubbst. Der Zeitraum bis zum nächsten Zähneputzen sollte mindestens eine halbe Stunde betragen, damit sich der Zahnschmelz wieder festigen kann. Alternativ zu reinem Kochsalz kannst Du eine Zahnpasta wählen, die aus jodiertem Salz und Olivenöl gemischt wurde. Deine Zähne sollten allerdings nur ein bis zweimal pro Woche mit Salz gereinigt werden, da zu viel Salz den Zahnschmelz auf Dauer schädigen kann.

Wie kann ich Zahnverfärbungen vorbeugen?

Zahnverfärbungen kannst Du durch eine gründliche Zahnhygiene sowie durch den bewussten Verzicht auf bestimmte Lebensmittel, die Verfärbungen auslösen, vorbeugen. Dies ist allerdings nicht immer so einfach. Hier ist das Maß, in dem Du bestimmte Genussmittel verzehrst, entscheidend. Genussmittel wie Süßes solltest Du direkt nach dem Essen einnehmen und nicht zwischendurch. Ein Glas Wasser nach jeder Mahlzeit spült den Mund aus, reinigt die Zähne und fördert den Speichelfluss.

Wie sinnvoll sind Weißmacher-Zahnpasta und Bleaching-Produkte?

Auf dem Markt finden sich zahlreiche Produkte für die Zahnaufhellung. Doch nicht alle davon halten, was sie versprechen. Weißmacher-Zahnpasten versprechen meist weißere Zähne innerhalb weniger Wochen. Was jedoch verschwiegen wird, ist, dass diese speziellen Zahncremes Partikel enthalten, die auf unsere Zähne wie Schleifpapier wirken und deshalb einen hohen Abtrieb der Zahnoberfläche verursachen. Auch die beliebten Aktivkohlezahnpasten schaden Deinem Zahnschmelz. Weißmacher-Zahnpasta greift ebenfalls den Zahnschmelz an und kann auf Dauer wieder zu Zahnverfärbungen führen.
 
Andere Bleaching-Produkte wie Whitening-Stripes (Streifen zum direkten Aufkleben auf die Zähne) oder Bleaching-Schienen sind relativ wirkungslos und greifen die Zähne und das Zahnfleisch aggressiv an. Auf Hilfsmittel wie Zitronensäure oder Backpulver solltest Du verzichten, da diese relativ unwirksam sind und Dein Gebiss schädigen können. Solltest Du trotzdem zu Bleaching-Produkten greifen wollen, solltest Du Dich vorab bei Deinem Zahnarzt informieren.
 
Beim sogenannten „In-Office-Bleaching“ kann der Zahnarzt die Zähne mit einem professionellen Bleaching-Produkt direkt in seiner Praxis aufhellen. Dieses Power-Bleaching ist sehr wirkungsvoll, weil das Gel durch UV-Licht zusätzlich aktiviert wird, außerdem ist dieses schonender als Drogerieprodukte. Beim sogenannten Home-Bleaching lässt der Zahnarzt individuelle Bleachingschienen extra für Deine Zähne anfertigen. Diese kannst Du Zuhause mit einem Bleachinggel bestreichen und verwenden.

Selbst dauerhafte Zahnverfärbungen können mit Veneers ausgeglichen werden.

Wie viel kostet die Behandlung von gelben Zähnen?

Beim Aufhellen von gelben Zähnen trägt der Zahnarzt das Bleichmittel direkt auf Deine Zähne auf. Er kann den Aufhellungsprozess durch den Einsatz eines Lasers oder eines anderen Spezialgeräts beschleunigen. Die Aufhellung des gesamten Mundes dauert zwischen 30 und 60 Minuten. Die Kosten können stark variieren und liegen zwischen 150 und 1.000 Euro.
 
Die Kosten für ein Bleaching sind abhängig von der gewählten Methode. Die Walking-Bleach-Technik kostet zwischen 70 und 150 Euro. Die teuerste Behandlung stellt das Office-Bleaching mit einer Preisspanne von 300 bis 1.000 Euro dar. Solltest Du Dich für ein Home-Bleaching entscheiden, musst Du mit Kosten zwischen 200 und 600 Euro rechnen. Eine Selbstbehandlung mit Drogerieprodukten kann zwischen 5 und 90 Euro kosten.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung von gelben Zähnen?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen Deine Zahnbleaching-Kosten nicht, da es sich hierbei um eine rein kosmetische Leistung handelt. Dasselbe gilt meist auch für private Krankenversicherungen.

 


Dauer Dauer

30-60 Minuten

Ausfallzeit Ausfallzeit

-

Stationärer Aufenthalt Stationär

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Das Wichtigste zusammengefasst

Verfärbungen der Zähne sind gesundheitlich absolut unbedenklich, allerdings schämen sich viele Patienten dafür und wünschen sich strahlend weiße Zähne


Manche Verfärbungen lassen sich selbst entfernen, bei hartnäckigen Verfärbungen ist jedoch der Gang zum Zahnarzt erforderlich. Die Verfärbungen kann der Zahnmediziner unter anderem mit einer professionellen Zahnreinigung oder mithilfe eines Bleachings beseitigen


Verfärbungen der Zähne sind gesundheitlich absolut unbedenklich, allerdings schämen sich viele Patienten dafür und wünschen sich strahlend weiße Zähne


Die Krankenkasse übernimmt die Kosten nicht, denn es handelt sich hierbei um einen rein ästhetischen Eingriff

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

Dr. Benjamin Gehl

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