Zahnspange

Mithilfe einer Zahnspange können Folgen von Zahnfehlstellungen korrigiert werden. In einigen Fällen ist die Zahnspange zwar eine kieferorthopädische Notwendigkeit, jedoch kommt sie meist auch aus ästhetischen Gründen zum Einsatz.


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Online-Redaktion


Zuletzt aktualisiert: 3. Dezember, 2019

Wie funktionieren Zahnspangen?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Zahnspangenarten, nämlich zwischen der festsitzenden und der herausnehmbaren Zahnspange. Für die meisten Fehlstellungen benötigt man jedoch eine festsitzende Zahnspange. Diese hat den Vorteil, dass sie jeden Tag 24 Stunden lang auf die Zähne einwirkt und sie in jede beliebige Richtung verschiebt. Dadurch kann so gut wie jede Fehlstellung korrigiert werden.

Eine Zahnspangenbehandlung geht immer über mehrere Jahre. Bei der Behandlung werden aber zwei Phasen unterschieden: einerseits die aktive Phase, während der die Zähne bewegt werden und andererseits die Retentionsphase. Dies ist die Phase, in der die Zähne stabilisiert werden. Denn nur so können die Zähne auch in der erreichten Position bleiben.

Mit der Behandlungsdauer ist in den meisten Fällen allerdings nur die aktive Phase gemeint. Je nach Behandlungsbedarf kann diese zwischen einigen Monaten und bis zu fünf Jahren betragen.

Wann ist eine Zahnspange sinnvoll?

Vor allem wenn eine Fehlstellung vorliegt und Ober- und Unterkiefer beispielsweise nicht zusammenpassen, so ist eine Zahnspange sinnvoll. Denn Fehlstellungen haben nicht nur ästhetische Auswirkungen für die Betroffenen, sondern auch gesundheitliche Folgen. Beispielsweise kann es durch die Engstände der Zähne leichter zu Karies und Parodontitis kommen. Zusätzlich können Magen- und Darmbeschwerden auftreten, da die Funktion des Kauens durch die Fehlstellung gestört sein kann. Auch vermehrt auftretende Kopfschmerzen können durch eine verspannte Kiefermuskulatur ausgelöst werden.

Welche Arten von Zahnspangen gibt es?

In erster Linie unterscheidet man zwischen festsitzender und abnehmbarer Zahnspange. Die Art der Behandlung richtet sich aber danach, wie stark die Fehlstellung der Zähne ausgeprägt ist. Der Arzt entscheidet, welche Zahnspange für die Zahnregulierung geeignet ist. Im Folgenden werden die einzelnen Arten genau erklärt.

Feste Zahnspange/Breckets

Bei einer sehr ausgeprägten Zahnfehlstellung werden feste Zahnspangen eingesetzt. Insbesondere mit der festsitzenden Zahnspange wird meist ein sehr gutes Behandlungsergebnis erreicht.

Behandlung

Bei einer festsitzenden Zahnspange werden sogenannte Brackets eingesetzt. Brackets sind kleine Metallhalterungen, die an die Zähne geklebt werden. An diesen Brackets wird wiederum ein bogenförmiger Draht fixiert. Das heißt, Du kannst sie auch nicht selbst entfernen. Der Arzt verklebt diese aus Metall oder Keramik bestehenden Brackets auf der Zahnaußen- oder Zahninnenseite. In den einzelnen Brackets befindet sich ein kleiner Schlitz, in dem der kieferorthopädische Draht befestigt wird. Somit entsteht ein Ansatzpunkt für das Bewegen der Zähne.

Funktionsweise

Dadurch das der Draht von Zahn zu Zahn verläuft wird ein Druck erzeugt, der für die Zahnbewegung erforderlich ist. So können die Zähne in die gewünschte Position gebracht werden. Festsitzende Zahnspangen werden regelmäßig vom Arzt kontrolliert und nachgestellt, damit sie den optimalen Druck ausüben.

Zahnspange

Herausnehmbare Zahnspange

Die abnehmbare Zahnspange kann nur leichte Kieferfehlstellungen korrigieren und wird meist nur bei Kindern angewendet.

Die abnehmbare Zahnspange ist eine Kunststoffplatte mit Schrauben, die dicht an den Innenseiten der Zähne liegt. An der Kunststoffplatte sind Drahtklammern befestigt, die die einzelnen Zähne etwas bewegen sollen. Je nach Ausprägung der Fehlstellung kann die Kunststoffplatte den Kiefer dehnen oder die Zähne selbst bewegen. Jedoch können die Zähne bei dieser Art Zahnspange nur gekippt werden, das heißt vor allem schiefe Zähne können korrigiert werden. Wenn die Zähne aber in ihrer Position verändern werden sollen, so sollte eine festsitzende Spange verwendet werden.

Die herausnehmbare Zahnspange hat vor allem den Vorteil, dass das tägliche Zähneputzen wie gewohnt möglich ist, da Du die Zahnspange jederzeit einsetzen und wieder herausnehmen kannst. Im Vergleich zur festen Zahnspange ist es hierbei leichter die Mundhygiene aufrecht zu halten. Vor allem bei der abnehmbaren Zahnspange ist es aber besonders wichtig die Spange täglich, sowohl tagsüber als auch im Schlaf, zu tragen. Denn nur so kann auch der gewünschte Behandlungserfolg erzielt werden. Die Tragedauer beträgt in der Regel ca. zwei bis vier Jahre.

Unsichtbare Zahnspange

Die unsichtbare Zahnspange ist beim Tragen kaum sichtbar und zählt zu den herausnehmbaren Zahnspangen. Sie eignet sich sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene.

Bei dieser Behandlung unterscheidet man in der Regel zwischen zwei Behandlungsmethoden und zwar der Invisalign und der Clear Aligner Methode.

Behandlung

Die unsichtbare Zahnspange ist eine neue Methode, die mit Hilfe von Kunststoffschienen Zahn- und Kieferfehlstellungen korrigiert. Dadurch kannst Du eine Zahnspange tragen, ohne dass die Spange auch wirklich sichtbar ist. Bei dieser Methode erhältst Du von einem Kieferorthopäden in regelmäßigen Abständen, ca. alle zwei Wochen, sogenannte „Aligner“, also Zahnschienen aus Kunststoff. Diese musst Du wie eine gewöhnliche Zahnschiene tragen. Hierbei passt der Arzt jeden Aligner individuell für den Patienten an, um dabei zu helfen die Zähne schrittweise in die gewünschte Position zu bewegen.

Funktionsweise

Durch diese Aligner-Methode kann bei jedem Aligner genau bestimmt werden, wann welcher Zahn bewegt werden soll. Das heißt, der Arzt bestimmt den Bewegungszeitpunkt ganz bewusst und somit ist auch die Kraftübertragung viel effektiver.

Zahnspange

Arten:

1. Clear Aligner

Die Clear Aligner- Methode ist eine Methode der unsichtbaren Zahnspangen Therapie.
Mit diesem System lassen sich kleinere Zahnfehlstellungen sehr gut behandeln, vor allem da sie relativ günstig sind und schnelle Erfolge erzielen.

Anfangs wird mittels modernster Software ein Abdruck Deines Gebisses erstellt. Basierend auf dieser Diagnose werden unterschiedliche Schienen aus Kunststoff angefertigt, die Du nacheinander tragen musst. Die Schienen sind so aufeinander abgestimmt, dass sich bei konsequentem Tragen die Zähne immer in Bewegung befinden. Die Behandlung ist erfolgreich abgeschlossen, sobald Deine Zähne in der gewünschten Position sind.

2. Invisalign® Zahnspange

Die Invisalign®-Methode hingegen eignet sich besonders bei schwerwiegenden und eher komplizierteren Kieferfehlstellungen. Mit der Invisalign®-Methode können durch die erhöhte Technik alle Arten von Fehlstellungen effektiv behandelt werden. Daher ist die Therapie aber auch deutlich länger und kostenintensiver. Ähnlich wie bei der Aligner Therapie werden auch hier unterschiedliche Zahnschienen angefertigt, die Du nacheinander tragen musst. Der Unterschied zur Aligner Methode liegt hier aber in der Technik selbst.

Da bei dieser Therapie deutlich komplexere Fehlstellungen behandelt werden, wird zu Beginn der Behandlung der genaue Ablauf der Zahnbewegung auf einem Computer mithilfe einer Software dreidimensional simuliert. Es wird ein 3D Silikonabdruck vom Gebiss des Patienten angefertigt. Auch hier wird jede Schiene alle zwei bis drei Wochen gegen eine neue ausgetauscht, um den bestmöglichen Erfolg zu gewährleisten. So kann die Fehlstellung ganz individuell behandelt werden und die Zähne können in jede Richtung bewegt werden.

Innenliegende Zahnspange

Die sogenannte Incognito-Lingualtechnik ist eine kieferorthopädische Therapiemethode, die von außen nicht sichtbar ist. Bei dieser Methode werden die Brackets auf der Innenseite der Zähne angebracht. Daraufhin werden die Zähne mit bestimmten Drähten in die richtige Position bewegt. Vor allem wenn Erwachsene gerade Zähne wollen, entscheiden sie sich eher für die innenliegende Spange.

Insbesondere bei dieser Art ist die Tragedauer etwas länger, da sich die Zähne erst an die innenliegenden Brackets gewöhnen müssen. Aber auch für den Zahnarzt selbst ist das Einsetzen zeitaufwändiger und somit auch teurer.
Die Krankenkasse übernimmt die Kosten dieser Spange in keinem Fall.

Außenspange

Bei der Außenspange wird zusätzlich eine Halterung am Kopf oder am Nacken befestigt und mit der Zahnspange verbunden. Diese Halterung soll zusätzlich Kraft auf den Kiefer ausüben. Speziell die Außenspange soll dazu dienen, die Backenzähne nach hinten zu verschieben, denn so wird Platz für vorstehende Schneidezähne geschaffen. Eine Außenspange muss genauso regelmäßig eingesetzt werden wie die abnehmbare Zahnspange, damit sie auch wirkt.

Die Außenspange genießt aufgrund ihrer Optik keinen guten Ruf. Allerdings müssen Außenspangen im Normalfall nur wenige Stunden täglich und nur zu Hause getragen werden.

Die maximale Behandlungszeit liegt hierbei bei ca. zwei Jahren.

Zahnspange

Wann kommt welche Zahnspange zum Einsatz?

Je nachdem wie stark die Zahnfehlstellung ausgeprägt ist, entscheidet der Arzt welche Behandlung am geeignetsten ist. Grundsätzlich stehen wie erwähnt zwei unterschiedliche Varianten zur Auswahl, nämlich die Zahnregulierung durch die abnehmbare oder die Regulierung durch eine festsitzende Zahnspange.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren übernimmt die Krankenkasse bei einem IOTN von 4 oder 5 gänzlich die Kosten für die Zahnspange. Die Zahnspange kann hierbei sowohl festsitzend oder abnehmbar sein. Bei einem Wahlarzt kann es aber sein, dass der Patient die Kosten selbst übernehmen muss. Hierbei solltest Du Dich sicherheitshalber im Vorhinein informieren.


Dauer Dauer

Bis zu einer Woche

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

Top Ärzte auf diesem Fachgebiet

Zahnmedizin
Dr. med. dent. Thorsten Schuster

Dr. med. dent. Thorsten Schuster

Zahnarzt

Zum Sobertsbrunnen 1 , Waldbrunn

Das Wichtigste zusammengefasst

Mithilfe einer Zahnspange können Folgen von Zahnfehlstellungen korrigiert werden


Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Zahnspangenarten, nämlich zwischen der festsitzenden und der herausnehmbaren Zahnspange


Fehlstellungen haben nicht nur ästhetische Auswirkungen für die Betroffenen, sondern auch gesundheitliche Folgen


Je nachdem wie stark die Zahnfehlstellung ausgeprägt ist, entscheidet der Kieferorthopäde welche Behandlung sich am besten eignet

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