Begradigung schiefer Zähne

Ein schönes Lächeln – das wünschen sich wohl die meisten. Schiefe Zähne leisten dazu allerdings keinen Beitrag. Die gute Nachricht: Niemand hat perfekte Zähne und wenn doch, dann dank eines guten Zahnarztes. Schiefe Zähne werden meist aus ästhetischen Gründen behandelt, sie können sich jedoch auch auf Deine Gesundheit auswirken. Wie es zu schiefen Zähnen kommt und was Du dagegen tun kannst, erfährst Du hier.


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Zuletzt aktualisiert: 20. Juli, 2020



Wie ist das Gebiss aufgebaut?

Das Milchgebiss von Kindern besteht aus 20 Zähnen. Am Ober- und Unterkiefer befinden sich jeweils vier Schneidezähne, zwei Eckzähne und vier Mahlzähne. Bei Erwachsenen sieht das anders aus – das bleibende Gebiss umfasst 32 Zähne. Die Anzahl der Schneide- und Eckzähne bleibt gleich, jedoch kommen oben und unten jeweils zwei Mahlzähne und vier Backenzähne hinzu.

Was sind die Ursachen für schiefe Zähne?

Schiefe Zähne können unterschiedliche Ursachen haben. Vor allem das Verhalten eines Menschen in der Kindheit spielt eine ausschlaggebende Rolle. Saugt ein Baby oder Kind an der Lippe und nuckelt häufig am Daumen oder an Gegenständen, kann das die Bildung eines ungeraden Gebisses fördern.
 
Ein weiterer großer Einflussfaktor ist der Zeitpunkt, zu dem die Milchzähne ausfallen. Verliert man sie früh, kann das dazu führen, dass die benachbarten Zähne sich in der Lücke ausbreiten. Dann hat der nachkommende nicht genug Platz. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, die Beißerchen gründlich zu putzen. So verfaulen die Zähne nicht, bleiben länger bestehen und der Arzt muss sie nicht frühzeitig entfernen.

Schiefe Zähne können sich bereits in der Kindheit abzeichnen, weshalb gesunde Milchzähne wichtig sind.
 
Auch die Genetik kann Ursache für ein unschönes Gebiss sein – zum Beispiel, wenn einzelne Zähne fehlen, verlagertoder verschoben sind. Im Erwachsenenalter können weiterhin Fehlstellungen auftreten. Das passiert beispielsweise, wenn sich Zähne durch schwere Verletzungen lockern oder bei Zahnfleischerkrankungen wie Parodontitis. Knirschtoder presst Du sehr stark mit den Zähnen, ist das ebenso schlecht für das Gebiss.
 
Außerdem können die Beißer wandern. Besteht eine Lücke, kippen die danebenliegenden Zähne möglicherweise zusammen, da sie dazu tendieren, freie Plätze zu schließen. Minimale Zwischenräume entstehen auch durch die Beanspruchung beim Kauen – aus diesem Grund kommt es häufig zu einer Wanderung zur Kiefermitte. Oft führt das auch bei bereits behandelten Patienten zu schiefen Frontzähnen.

Wann müssen schiefe Zähne korrigiert werden?

Vor allem bei Kindern sind Zahnkorrekturen sehr wichtig. Wenn sich niemand der Fehlstellung annimmt, kann das zu einer Entwicklung von Sprachfehlern führen. Bei Erwachsenen ist für die Behandlung oft der ästhetische Aspekt von Bedeutung. Aber nicht nur das Aussehen spielt eine Rolle – schiefe Zähne kannst Du nicht rundum reinigen, da sie gewisse Stellen gegenseitig verdecken. An diesen Bereichen setzen sich infolge Bakterien ab, es kommt zu Entzündungen und im schlimmsten Fall zu Zahnverlusten.

Welche Möglichkeiten zur Begradigung schiefer Zähne gibt es und wie viel kosten diese?

Im Folgenden siehst Du verschiedene Möglichkeiten zur Begradigung auf einen Blick. Kieferorthopäden unterscheiden bei Zahnspangen grundsätzlich zwischen festsitzenden und herausnehmbaren Zahnspangen. Manche der folgenden Methoden dienen außerdem der Behandlung von Kieferfehlstellungen.
 
Klassische Zahnspange
 
Bei starken Fehlstellungen kommen eher feste Zahnspangen infrage. Der Arzt klebt den Patienten sogenannte Brackets – das sind kleine Metallhalterungen – auf die Zähne. An ihnen wird ein Draht angebracht, der für den nötigen Druck sorgt, um das Gebiss zu formen. Diese Variante musst Du regelmäßig vom behandelnden Mediziner kontrollieren und nachstellen lassen. Die Tragedauer beläuft sich meistens auf mehrere Jahre. Pro Jahr kosten klassische Zahnspangen zwischen 2.000 und 2.500 Euro.
 
Lingualspange
 
Die Lingualspange ist ebenfalls eine festsitzende Zahnspange. In Vergleich zur konventionellen Variante bringt der Arzt die Brackets dabei allerdings an der Innenseite der Zahnreihe an. Dadurch sind sie von außen kaum sichtbar und vor allem für Erwachsene geeignet. Der Tragezeitraum liegt zwischen sechs Monaten und zwei Jahren. Diese Methode ist aufwendiger und teurer als die klassische Zahnspange. Der Preis startet bei 5.000 Euro und die Krankenkasse übernimmt die Kosten hier nur in den seltensten Fällen.
 
Aligner
 
Neben den festsitzenden Zahnspangen gibt es auch herausnehmbare, unsichtbare Zahnspangen, die man auch als Aligner bezeichnet. Da andere Personen die Kunststoffschienen kaum wahrnehmen, ist diese Variante besonders bei Erwachsenen und Jugendlichen sehr beliebt. Die Schienen kosten ab 4.000 Euro aufwärts. Es gibt dabei zwei Varianten:

  • Die Clear Aligner Methode ist relativ kostengünstig und vor allem für kleinere Probleme geeignet. Zunächst erstellt der Kieferorthopäde mittels moderner Software einen Abdruck Deines Gebisses. Danach bekommst Du ungefähr alle zwei Wochen eine neue individuelle Kunststoffschiene, die Du konsequent tragen musst. Nur durch Deine Eigenverantwortung kann ein optimales Ergebnis entstehen.
  • Mit der Invisalign Therapie lassen sich auch schwerwiegende und komplizierte Fehlstellungen behandeln. Dementsprechend sind allerdings auch die Tragedauer länger und die Kosten höher als bei der Clear Aligner Methode. Zu Beginn fertigt der Kieferorthopäde online ein 3D-Bild Deines Gebisses an und simuliert mithilfe einer Software den genauen Ablauf der Zahnbewegung. Ansonsten verläuft alles gleich wie bei der anderen Variante.

Kosmetische Zahnkorrektur
 
Diese Möglichkeit eignet sich für leichte Fehlstellungen oder das Ausbessern einzelner Zähne. Der Arzt schleift die betroffenen Stellen ab und ersetzt sie durch Zahnkronen oder Kunstzähne aus Kompositharz. Diese sind genau auf Dein Gebiss abgestimmt. Die kosmetische Zahnkorrektur ist eine dauerhafte Lösung und somit ausschließlich für Erwachsene einsetzbar. Preislich kannst Du mit 50 bis 500 Euro pro Zahn rechnen.
 
Veneers
 
Veneers sind hauchdünne Keramikplättchen, die der Kieferorthopäde auf den Zähnen befestigt und dadurch leichte Fehlstellungen und Verfärbungen kaschiert. Den Zahnschmelz muss er dafür bei klassischen Veneers leicht abtragen, weswegen diese auch nicht wieder entfernbar sind. Daneben gibt es auch sogenannte „Non-Prep-Veneers“, Kunststoffveneers und „Veneers-to-Go“, die dünner sind und daher auch ohne Zahnschmelzabtragung funktionieren. Dafür sind hier die Ergebnisse oft nicht so stark. Diese ästhetischen Verfahren können Dein Lächeln bis zu 15 Jahre lang verschönern, sind aber dementsprechend relativ teuer. Die Kosten von 500 bis 1.000 Euro pro Zahn musst Du selbst tragen.

In schweren Fällen ist ein chirurgischer Eingriff seitens Deines Zahnarztes notwendig.
 
Chirurgischer Eingriff
 
Bei groben Zahn- und Kieferfehlstellungen kommt oft ein kieferchirurgischer Eingriff zum Einsatz, vor allem bei Über- oder Unterbissen. Dafür ist ein circa einwöchiger Klinikaufenthalt nötig. Vor und nach der Operation musst Du in der Regel trotzdem eine Zahnspange tragen, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Die Kosten für den chirurgischen Eingriff übernimmt in der Regel die Krankenkasse.
 
Gaumennahterweiterung
 
Diese Variante dient der Verbreiterung des Kiefers, damit die Zähne mehr Platz bekommen. Sie eignet sich hauptsächlich bei Kindern, da sich der Kiefer in diesem Alter noch leichter formen lässt. Der Kieferorthopäde befestigt dafür eine Schraubvorrichtung an den Zähnen, die er mit einem Schlüssel verstellen kann. Preislich liegt die Gaumennahterweiterung bei circa 1.000 Euro.
 
Herbst-Apparatur
 
Diese Methode dient der Behandlung eines zu weit hinten liegenden Unterkiefers. Sie erfordert keine Eigenverantwortung des Patienten wie beispielsweise herausnehmbare Alternativen. Der Arzt montiert die metallene Apparatur fix an den hinteren Zähnen im Gebiss und kombiniert sie mit Brackets vorne im Oberkiefer. Im Unterkiefer sind diese nur selten notwendig. Bereits innerhalb eines Jahres tritt der Erfolg ein – bei Kindern und Jugendlichen in der Regel sogar schon nach neun Monaten.

Welche Rolle spielen Retainer bei der Begradigung schiefer Zähne?

Als Retainer bezeichnet die Medizin eine lose Zahnspange, die Du nach einer Begradigung tragen musst – mindestens so lange wie auch die Behandlung gedauert hat. Dadurch bleiben Deine Zähne langfristig in Position. Entweder bekommst Du Retainer in Form von herausnehmbaren Schienen oder der Arzt bringt festsitzende Drähte hinten an Deinen Zähnen an. Der Preis für die Retainer startet bei 500 Euro.

Ist eine Begradigung immer sinnvoll?

Das hängt vom Alter und dem Ausmaß der Fehlstellung ab. Du musst Dir überlegen, ob Dir Deine Zähne die hohen Kosten der Behandlung wert sind. Hol Dir im Zweifelsfall am besten den Rat eines oder gleich mehrerer Experten ein – so findest Du bestimmt die ideale Methode.

Kann ich schiefe Zähne allein begradigen?

Versuch nicht selbst, Deine Zähne zu begradigen – das führt nur zu Verletzungen. Such Dir lieber einen erfahrenen und gut ausgebildeten Arzt, der sich professionell um Deine Zahnprobleme kümmern kann.

Wie kann ich schiefen Zähnen vorbeugen?

Falls Du Kinder hast, solltest Du verhindern, dass diese zu häufig am Daumen oder an Gegenständen lutschen. Außerdem solltest Du ihnen nicht zu häufig einen Schnuller in den Mund stecken. Wenn sie Milchzähne frühzeitig verlieren, geh mit ihnen zu einem Zahnarzt. Dieser kann die Lücken mit Platzhaltern ersetzen.
 
Auch die Zahnlücken von Erwachsenen sollte ein Mediziner füllen, damit die benachbarten Zähne nicht kippen oder wandern. Bei lockeren Zähnen kann eine Schiene helfen, ebenso beim Pressen und Knirschen. Geh regelmäßig zum Zahnarzt, um Dein Gebiss überprüfen und eventuell Weisheitszähne ziehen zu lassen, falls diese ein Problem werden könnten.
 
Zwei kleine Tipps gibt es außerdem für den Alltag: Stütze Deinen Kopf nicht auf die Hände und versuch, nicht mehr auf dem Bauch zu schlafen. Beides übt Druck auf Deine Kiefer aus und kann zu Zahnfehlstellungen führen.

Eine Zahnspange ist eine beliebte und effektive Möglichkeit, Deine schiefen Zähne zu begradigen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Begradigung schiefer Zähne?

Krankenkassen übernehmen nur Kosten von Eingriffen, die aus gesundheitlichen Gründen notwendig sind. Wie hoch die Zuschüsse ausfallen, hängt davon ab, wie gravierend die Fehlstellung ist. Wenn es nur um kleine kosmetische Verbesserungen geht, musst Du die Kosten selbst tragen. Bei Kindern unter 18 Jahren zahlt die Krankenkasse, wenn Beeinträchtigungen beim Sprechen, Kauen oder Atmen vorliegen.
 


Dauer Dauer

Je nach Behandlungsmethode

Ausfallzeit Ausfallzeit

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Stationärer Aufenthalt Stationär

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Das Wichtigste zusammengefasst

Die Begradigung schiefer Zähne ist nicht nur aus ästhetischen, sondern auch aus gesundheitlichen Gründen wichtig.


Es gibt verschiedene Ursachen für ein unregelmäßiges Gebiss, meist entsteht es allerdings durch kippende oder wandernde Zähne aufgrund von Zahnlücken.


Bei den Behandlungsmöglichkeiten unterscheidet man zwischen festsitzenden und herausnehmbaren Zahnspangen. Zweitere sind bei Erwachsenen besonders beliebt, da sie kaum sichtbar sind. Zur optischen Verschönerung können auch sogenannte Veneers oder eine kosmetische Zahnkorrektur zum Einsatz kommen.


Die Krankenkasse übernimmt meist nur einen Teil der relativ hohen Kosten einer Behandlung, je nachdem wie gravierend die Fehlstellung ist.

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