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Retinierte/ verlagerte Zähne

Retinierte/ verlagerte Zähne

Manchmal kommen Zähne einfach nicht so, wie sie sollten: Retinierte Zähne, die nicht vollständig durch das Zahnfleisch durchbrechen, sind ein häufiges Phänomen und können zu Fehlstellungen.

Dauer
15-60 Minuten
Klinik
Nicht notwendig
Ausfallzeit
Bis zu 7 Tage
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Was sind retinierte Zähne?

In der Medizin versteht man unter retinierten oder verhaltenen Zähnen solche, die auch nach einer bestimmten Zeit nach dem Zahnwechsel nicht durch das Zahnfleisch durchgebrochen sind oder die Okklusionsebene erreicht haben.

Wenn der betroffene Zahn nur zum Teil durch das Zahnfleisch tritt, so bezeichnen Zahnärzte diese Zähne als teilretiniert. Verbleibt der Zahn nicht nur zu Teilen im Zahnfleisch und Kieferknochen, sondern ändert auch seine Lage, so spricht man zusätzlich von einer Verlagerung des Zahns. Solche Zähne können zumeist nicht mehr alleine aus dem Zahnfleisch heraustreten. Wenn sie dies doch tun, sind sie in aller Regel deutlich verlagert und weisen eine Fehlstellung auf.

Retinierte Zähne

Wie sehen die Symptome von retinierten Zähnen aus?

Retinierte Zähne alleine führen nicht von vornherein zu Beschwerden. Je nach Lage des im Zahnfleisch gebliebenen Zahns können Patienten sie jedoch als ästhetisch störend empfinden. Handelt es sich bei einem retinierten Zahn beispielsweise um einen Schneidezahn, entsteht eine Lücke im vorderen Gebiss.

Zudem können sich auch benachbarte Zähne an seine freie Stelle schieben und so Gebissfehlstellungen verursachen. In weiterer Folge führen diese dann auch durchaus zu körperlichen Beschwerden wie Kieferschmerzen. An der Stelle des retinierten oder teilretinierten Zahns bilden sich außerdem mit Vorliebe Infektionen und Zysten, welche ebenfalls Schmerzen verursachen.

Wie erfolgt die Diagnose verlagerter Zähne?

Zunächst gibt die klinische Untersuchung, also das genaue Anschauen des Gebisses, Hinweise auf die Retention und Verlagerung von Zähnen.

Zur genauen Bestimmung der Lage der retinierten Zähne muss der Zahnarzt im Anschluss ein Röntgenbild und CT/DVT des betroffenen Gebisses anfertigen. Dort lassen sich dann Zähne im und außerhalb vom Zahnfleisch darstellen. Steht eine Operation aufgrund der Retention des Zahns an, muss der Arzt unter Umständen noch einige Einzelaufnahmen des betroffenen Zahns anfertigen. Nur so kann man eine genaue Planung der Operation gewährleisten.

Mehr Hintergrund zum DVT findest Du hier: Was ist das 3D Röntgen DVT?

Welche Zähne sind am häufigsten betroffen?

Am häufigsten von Retention betroffen sind Weisheitszähne. Aus diesem Grund, wie auch aufgrund ihrer tiefen Lage im Kiefer, neigen diese Zähne besonders zu Entzündungen. Deshalb ist es ratsam, sie bei Retention auch vorsorglich zu entfernen.

Im Wechsel vom Milchgebiss auf das bleibende Gebiss sind zudem mitunter auch die Eckzähne und die zweiten kleinen Backenzähne retiniert und verlagert, was eine kieferorthopädische Behandlung nötig macht.

Welche unterschiedlichen Formen gibt es bei retinierten Zähnen?

Retinierte Zähne lassen sich prinzipiell in vollständig retinierte, also vollständig im Zahnfleisch verbliebene, und teilretinierte Zähne einteilen. Letztere treten nur teilweise durch das Zahnfleisch hindurch, erreichen aber nicht ihren natürlichen Platz im Gebiss.

Sind die Zähne nicht nur retiniert, sondern auch verlagert, teilen Zahnärzte sie zudem nach ihrer Lage ein. Palatinal retinierte Zähne sind hierbei Zähne, die weiter im Gaumen liegen als ursprünglich vorgesehen. Als vestibulär retinierte Zähne bezeichnen Zahnärzte Zähne, welche weiter außen im Zahnfleisch liegen.

Retinierte Zähne

Welche Ursachen können retinierte Zähne haben?

Die Ursachen retinierte Zähne sind vielfältig. Häufig liegt ihnen eine Kiefer-Engstellung zugrunde. Diese sorgt dafür, dass für die nachkommenden Zähne kein ausreichender Platz vorhanden ist. Daher verlagern sie sich und verbleiben, zumindest in Teilen, im Zahnfleisch.

Aber auch genetische Fehlanlagen der Zähne können eine Ursache retinierter Zähne darstellen. In diesem Fall ist der Zahnkeim schon an einem falschen Ort im Kiefer angelegt und kann deshalb nicht vollständig durch das Zahnfleisch hindurch brechen. Selten spielen auch andere Faktoren wie Infektionen oder Tumore eine Rolle bei der Retention einzelner Zähne.

Welche Folgen können die retinierten Zähne für die Betroffenen haben?

Vor allem teilretinierte Zähne neigen zur Bildung von Zahnfleischtaschen am Austrittspunkt der Zähne. Dort können sich Bakterien im feucht-warmen Klima der Mundschleimhaut ideal vermehren. Gleichzeitig ist es für Betroffene schwer diese ausreichend zu säubern.

Sind die Zähne zusätzlich noch verlagert, bilden sich noch leichter schwer zu reinigende Höhlen. Entstehen dort Entzündungen aufgrund von Infektionen, gefährden diese auch die umliegenden Zähne. Wenn Betroffene diese Entzündungen nicht zeitnah ausreichend behandeln lassen, können zudem auch Kieferknocheninfektionen die Folge sein.

Wer ist am häufigsten von verlagerten Zähnen betroffen?

Vor allem Personen mit schmalem Kiefer neigen zu verlagerten Zähnen. Frauen sind doppelt so häufig von ihnen betroffen wie Männer. Außerdem haben Personen, deren Eltern ebenfalls retinierte und verlagerte Zähne hatten, ein deutlich höheres Risiko ebenfalls solche zu entwickeln.

Welche Behandlungsmethoden gibt es?

Je nach Grad der Retention und betroffenem Zahn unterscheiden sich die Therapien retinierter und verlagerter Zähne. Handelt es sich bei dem retinierten Zahn um einen Milchzahn, was jedoch eher selten vorkommt, so kann der Zahnarzt diesen leicht entfernen. Damit kann er Platz für den nachkommenden Zahn schaffen.

Deutlich häufiger neigen die sogenannten bleibenden Zähne zur Retention und Verlagerung. Ist die Ursache dessen eine Kiefer-Engstellung, so müssen sich Patienten unter Umständen einen Zahn ziehen lassen, um Platz für die restlichen Zähne zu schaffen. Auf jeden Fall muss jedoch vor der chirurgischen Freilegung des Zahns eine kieferorthopädische Therapie erfolgen.

Ist genug Platz im Kiefer vorhanden, kann der Kieferchirurg im zweiten Schritt den retinierten Zahn in einer Operation freilegen.

Verlagerte Zähne

Zur Eingliederung des Zahns muss der Kieferorthopäde abschließend eine erneute Therapie planen, die meist nicht ohne feste Zahnspange auskommt. Die Dauer einer solchen kieferorthopädischen Behandlung ist je nach Fall und Alter des Patienten sehr unterschiedlich.

In den meisten Fällen handelt es sich bei dem retinierten und verlagerten Zahn jedoch um den Weisheitszahn, welcher ohnehin zu Karies und Entzündungen neigt. Da er bei unseren heutigen Essgewohnheiten keine Rolle mehr spielt, kann er leicht entfernt werden. Gerade die Weisheitszähne liegen jedoch oft schwer greifbar im Kiefer. Meist muss der Kieferchirurg sie daher aus dem Kiefer herausoperieren.

Wann ist eine operative Behandlung notwendig?

Sobald man den teilretinierten Zahn nicht einfach durch Ziehen entfernen kann, ist eine operative Behandlung nötig. Im Rahmen dieser befreit der Chirurg den Zahn vom umgebenden Zahnfleisch. Falls es sich um einen Milch- oder Weisheitszahn handelt, entfernt der Arzt den betreffenden Zahn gleich ganz.

Was muss ich vor der Operation beachten?

Die Operation läuft in den weitaus meisten Fällen ambulant, also ohne stationäre Aufnahme in ein Krankenhaus ab. In den meisten Fällen muss außerdem keine Vollnarkose zur Operation erfolgen, weshalb vor der Operation nichts weiter zu beachten ist. Bei starker Erkältung oder Grippe sollten Patienten den Termin jedoch besser verschieben, um die Wundheilung nicht zu gefährden.

Wie verläuft die Operation der verlagerten Zähne?

Zunächst betäubt der Arzt mit lokalem Schmerzmittel durch eine dünne Nadel das den Zahn umgebende Zahnfleisch. Nach einigen Minuten Einwirkzeit beginnt dann die Operation. Entweder entfernt der Spezialist die störenden oder entzündeten Zähne vorsichtig, oder er legt den Zahn vorsichtig frei und schiebt ihn in die gewünschte Position.

Welche Risiken und Komplikationen können auftreten?

Im Rahmen der Operation kann es zu stärkeren Blutungen kommen, welche der Operateur in der Folge stillen muss. Zudem kann sich der Operationsbereich nach dem Eingriff entzünden. Unter Umständen müssen Patienten dann antibiotisch wirksame Medikamente einnehmen oder eine erneute Operation unterlaufen. Schließlich können Betroffene auch in seltenen Fällen Allergien gegen das lokale Betäubungsmittel entwickeln.

Verlagerte Zähne

Was muss ich nach dem Eingriff beachten?

Oralchirurgen operieren die einzelnen Zähne in der Regel nur mit lokalem Schmerzmittel, sodass der Patient nach einem Eingriff in keiner Weise eingeschränkt ist. Weil die Operation aber starke Schwellungen und Schmerzen verursachen kann, müssen Patienten einige Tage nach der Operation zuhause bleiben. Wahrscheinlich wirst Du die ersten Tage zudem nur flüssige oder weiche Kost zu Dir nehmen können.

Wenn Beschwerden wie Zahnschmerzen oder eine eingeschränkte Mundöffnung auftreten, kann auch eine Kiefersperre eine Rolle spielen.

Kann ich verlagerte Zähne vorbeugen?

Leider kann man den Ursachen verlagerter Zähne nicht vorbeugen. Eine möglichst frühe Behandlung der retinierten und verlagerten Zähne erleichtert die Therapie aber beträchtlich.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Die Kosten für die Entfernung retinierter Weisheitszähnen werden von den Krankenkassen übernommen. Die Freilegung retinierter Zähne, welche in weiterer Folge kieferorthopädisch eingegliedert werden übernimmt die Krankenkasse ebenfalls.

Bei Begleitproblemen wie Kiefergelenkbeschwerden können auch Themen wie Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD), Zähneknirschen (Bruxismus) oder schiefe Zähne relevant sein.

Quellen

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Häufige Fragen

Was sind retinierte Zähne?
Retinierte Zähne sind Zähne, die nicht oder nur teilweise durch das Zahnfleisch durchbrechen. Häufig betroffen sind Weisheitszähne und Eckzähne.
Welche Symptome verursachen verlagerte Zähne?
Symptome können Zahnlücken, Entzündungen, Zysten, Schmerzen im Kiefergelenk oder ästhetische Probleme sein – je nach Lage des retinierten Zahns.
Wie erfolgt die Diagnose retinierter Zähne?
Zahnärzt:innen führen eine klinische Untersuchung und bildgebende Verfahren wie Röntgen oder DVT durch, um Lage und Art der Retention festzustellen.
Wann ist eine Operation notwendig?
Eine OP ist nötig, wenn der Zahn nicht gezogen werden kann, Schmerzen verursacht oder kieferorthopädisch eingeordnet werden soll.
Wie verläuft die OP bei einem retinierten Zahn?
Nach örtlicher Betäubung wird das Zahnfleisch geöffnet und der Zahn entweder freigelegt oder entfernt – meist ambulant.
Welche Risiken birgt die Operation?
Mögliche Komplikationen sind Schwellungen, Infektionen, Nachblutungen oder in seltenen Fällen Nervenreizungen. Meist ist die OP gut verträglich.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Ja, die Entfernung retinierter Weisheitszähne und die Freilegung mit anschließender Kieferorthopädie werden i.d.R. von der Krankenkasse übernommen.
Redaktionelle Verantwortung

Dieser Beitrag wurde von der internen MOOCI-Redaktion erstellt, inhaltlich geprüft und freigegeben. Bei der Recherche und Aufbereitung setzen wir auch KI-gestützte Werkzeuge ein; jeder Text wird vor der Veröffentlichung von unserer Redaktion fachlich gegengelesen. Die redaktionelle Verantwortung trägt Nadja Sukalia, Content Managerin bei MOOCI. Die medizinische Prüfung erfolgt durch Ärztinnen und Ärzte aus unserem Fachnetzwerk.

Dr. med. dent. Florian Lanza

Dr. med. dent. Florian Lanza

Zahnarzt

Sein Schwerpunkt liegt sowohl in der konservierenden Zahnmedizin als auch in der zahnärztlichen Chirurgie – von hochwertigen Füllungstherapien und Parodontalbehandlungen bis hin zu komplexen Eingriffen wie Zahnextraktionen, Wurzelspitzenresektionen (WSR) und Implantationen. Er verbindet moderne Zahnheilkunde mit ästhetischen Behandlungskonzepten wie Veneers und sorgt so für nachhaltige Zahngesundheit und ein schönes Lächeln. Dabei stehen Vertrauen, Präzision und eine persönliche, individuelle Beratung stets im Mittelpunkt.

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Letzte Aktualisierung: 15.07.2026

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