Botulinumtoxin

Zeichen der Hautalterung und eine stark ausgeprägte Mimik können mithilfe einer Botulinumtoxin-Behandlung für mehrere Monate deutlich minimiert werden. Die Behandlung selbst dauert nur wenige Minuten und erfordert in der Regel auch keine Betäubung.


AUTOR

Dr. med. Benjamin Gehl

Medizinischer Experte

CO-AUTOR

Miriam Ankrah

Online-Redaktion


Letztes Update: 22. November, 2019

Was ist Botulinumtoxin?

Botulinumtoxin, besser bekannt als Botox© oder BTX, ist ein Arzneimittel und ist bereits seit vielen Jahrzehnten erfolgreich im Einsatz. Botox© wirkt hemmend auf die Erregungsübertragung von Nervenzellen. Neurologen setzen Botulinumtoxin zur Behandlung muskulärer Probleme erfolgreich seit vielen Jahren ein. In der ästhetischen Medizin dient Botox© zur raschen Behandlung von Falten, speziell in der oberen Gesichtshälfte (z. B. Stirn). Es kommt ebenfalls bei übermäßigem Schwitzen (Hyperhidrose) in den Achseln zum Einsatz.

Ist Botox© ein Nervengift?

Nein. Botox© wird synthetisch hergestellt und besteht aus Proteinen, welche die behandelte Muskulatur glätten. In den 80er-Jahren wurde Botulinumtoxin zur Behandlung von Bewegungsstörungen zugelassen. Es gilt der Spruch, „die Dosis macht das Gift“. Da bei kosmetischen Behandlungen lediglich geringe Einheiten verwendet werden, spricht man hier von einem Medikament und nicht von einem Gift.

Wann wird Botox© verwendet?

Die ersten Altersanzeichen sind bei einigen Patienten bereits früh im Gesicht erkennbar. Die Haut verliert an Spannkraft und Elastizität wodurch Fältchen, wie beispielsweise die Nasolabial-Falte und die Krähenfüße, seitlich der Augen, entstehen. Um der Haut wieder zu einem jüngeren und frischeren Aussehen zu verhelfen, kann hier Botox© eingesetzt werden. Die Aktivität der entsprechenden Muskelpartie, welche die störenden Fältchen verursacht, kann dabei mittels einer Injektion deutlich reduziert werden. Der Effekt ist dabei ein frisches, glattes und dennoch natürliches Aussehen. Im Falle von unnatürlichen Ergebnissen sind diese oftmals explizit vom Patienten verlangt und stellen nicht den üblichen Effekt von Botox© dar. Es handelt sich hier um eine Fehlanwendung.

Botox

Wo kann Botox© verwendet werden?

Am häufigsten wird Botulinumtoxin an Zornesfalte, Stirnfalte und den seitlichen Augenfalten (Krähenfüße) angewandt. Es können aber ebenso gut Falten um die Nase, am Kinn und den Mundwinkeln oder am Hals behandelt werden.

Wie lange wirkt Botox©?

Der sogenannte „Botox-Effekt“ tritt im Gegensatz zu Fillern wie nicht unmittelbar nach der Behandlung ein. Die Wirkung entfaltet sich in der Regel innerhalb der nächsten fünf bis zehn Tage nach der Behandlung. Die Wirkungsdauer variiert dabei, jedoch lässt sich sagen, dass die Ergebnisse zwischen drei und sechs Monaten konstant anhalten.

Die individuelle Wirkung von Botox© ist abhängig von der betroffenen Region, der eingesetzten Menge und der individuellen Stärke der Muskulatur.

Botox© bei übermäßigem Schwitzen?

Ein übermäßiges Schwitzen kann durch den Einsatz von Botox© reduziert werden.

Schwitzen ist eine natürliche und lebensnotwendige Reaktion des Körpers. Es kann allerdings auch zu übermäßigem Schwitzen im Bereich der Achselhöhlen kommen, was für den Patienten häufig eine starke seelische Belastung darstellt.

In diesem Fall kann Botulinumtoxin punktuell injiziert werden und dafür sorgen, dass die Muskulatur der Schweißdrüsen für mehrere Monate gehemmt wird und die Schweißbildung unter den Achseln zurückgeht.

Um dabei das Areal mit der höchsten Dichte an Schweißdrüsen zu identifizieren wird eine spezielle Lösung vor dem Eingriff auf die Haut aufgetragen.

Eine Alternative zur Behandlung mit Botox© ist die Radiofrequenz-Therapie. Es sollte immer ein Spezialist aufgesucht werden, mit dem gemeinsam die individuell am besten geeignete Behandlungsart gefunden wird.

Hilft Botox© gegen Migräne?

Botulinumtoxin kann nicht nur Falten reduzieren und Schweißsekretion verhindern, sondern ist auch ein bewährter Helfer in der Schmerztherapie. Bei Migräneschmerzen kann Botox© BTX an bestimmten Punkten im Gesicht und Hinterkopf zur Behandlung angewendet werden. Es kann zu einer deutlichen Linderung der Schmerzen / Reduzierung der Anfälle beitragen oder sogar zu einer völligen Schmerzfreiheit führen. In der Regel sind zwei bis drei Behandlungen im Jahr notwendig. Sofern die Indikation richtig gestellt ist, können die meisten Patienten erfolgreich behandelt werden.

Botox beim “Twitchy Eyelid”

Ein plötzliches und kurzes Zucken des Auges ist normal und kann ab und zu mal vorkommen. Das liegt daran, dass Deine Nerven den Augenmuskeln ein kurzes Signal geben. Sollten diese Zuckungen allerdings mehrere Minuten oder sogar Tage anhalten, dann ist es besser, wenn Du einen Arzt aufsuchst. Oftmals ist der Grund jedoch nicht auf eine schlimme Ursache zurückzuführen, sondern einfach nur eine Überreizung des Augenmuskels. Stress, zu wenig Schlaf oder trockene Augen können dies bewirken, aber auch ein sehr hoher Koffeinkonsum. Können diese Ursachen jedoch ausgelossen werden, dann kannst Du das sogenannte “Twitchy Eyelid” behandeln lassen. Botox© lähmt den Muskel, welcher für die Zuckungen verantwortlich ist, sodass Dein Auge wieder zur Ruhe kommt.

Botox beim “Gummy Smile”

Als sogenanntes “Gummy Smile”, auch Zahnfleischlächeln genannt, versteht man, wenn bei einer Person beim Lachen nicht nur die Zähne, sondern auch sehr viel Zahnfleisch sichtbar ist. Viele Patienten stört dies extrem weshalb sie sich für eine Behandlung entscheiden. Mittel Botulinumtoxin-Injektion werden die Muskeln, welche für das Heben der Oberlippe verantwortlich sind gelähmt, wodurch sich die Lippe beim Lächeln nicht mehr so weit nach oben ziehen kann.

Botox

Wann darf Botox© nicht angewendet werden?

Botulinumtoxin ist wie anfangs erwähnt ein Medikament und daher gibt es auch Einschränkungen, wann es zum Einsatz kommen darf.

Eine Behandlung mit Botox© BTX ist während der Schwangerschaft oder Stillzeit nicht erlaubt. Bei bekannten neurologischen Erkrankungen, wie Schluckstörungen oder Entzündungen im Behandlungsareal, sollte ebenfalls darauf verzichtet werden.

Solltest Du blutgerinnungshemmende Medikamente einnehmen, so kann es im Behandlungsareal zu Blutergüssen kommen.

Entwickelt der Körper bei häufiger Anwendung Antikörper gegen Botox©?

Gängige Produkte sind reine Neurotoxine und können daher keine Antikörper bilden. In sehr seltenen Fällen kann es zu einer Abstoßung des injizierten Botulinumtoxins kommen, da der Körper es als Fremdkörper ansieht, bevor es am Muskel wirken kann. In diesem Fall ist Botox© BTX unwirksam, auch eine Erhöhung der Dosis wäre ohne Erfolg.

In welchen Abständen Botulinumtoxin gespritzt werden darf, sollte mit dem jeweiligen Experten besprochen werden.

Worauf belaufen sich die Kosten einer Botoxbehandlung?

Die Frage der anfallenden Kosten ist in diesem Fall nicht pauschal zu beantworten. Je nach Aufwand und injizierter Menge variieren die Kosten. Frage am besten bei unseren Spezialisten nach!

 

Quellen

Sommer, B./ Bergfeld, D./ Sattler, G.: Botulinumtoxin in der ästhetischen Medizin. Georg Thieme Verlag. Stuttgart/ New York 2010

Turkof E: Eigenfett, Botox und Filler. Enzyklopaedia Aesthetica. Maudrich Verlag 2009

DGÄPC


Dauer Dauer

20-30 Minuten

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

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Das Wichtigste zusammengefasst

Eine Botox©-Behandlung wird häufig eingesetzt, um störende Falten zu reduzieren, ist aber auch bei übermäßigem Schwitzen oder zur Linderung von Migräneschmerzen sinnvoll


Nach der Botox©-Injektion wird das Ergebnis innerhalb von fünf bis zehn Tagen sichtbar und hält für drei bis sechs Monate an


Botulinumtoxin sollte nicht während einer Schwangerschaft oder Stillzeit eingesetzt werden. Auch neurologische Erkrankungen, Schluckstörungen und Entzündungen sind Ausschlussgründe.


Nebenwirkungen sind selten