Was sind Tränensäcke?
Unter Tränensäcken verstehen wir aus der medizinischen Sicht einen Teil des Tränenapparats, der zu den ableitenden Tränenwegen gehört und der Zwischenspeicherung der Tränenflüssigkeit dient. Die Tränensäcke liegen in der Tränensackgrube, die aus dem kleinsten gebrechlichen Knochen des menschlichen Schädels, dem sogenannten Os lacrimale, und dem platten Knochenvorsprung des Oberkieferknochens besteht, und von der Knochenhaut umgeben ist. Nasenaufwärts gehen sie in den Tränennasengang über.
Umgangssprachlich verstehen wir unter dem Begriff „Tränensäcke“ jedoch eher die Schwellung im Bereich des Unterlids, die den Betroffenen einen müden Ausdruck verleiht. Diese kosmetischen Tränensäcke entstehen durch eine Lidschwellung (Ödem) oder durch eine Erschlaffung des Bindegewebes im Bereich des Unterlids, was auf den natürlichen Alterungsprozess unserer Haut oder eine genetische Prädisposition zurückzuführen ist.
Das bedeutet im Großen und Ganzen, dass der Muskel und das Bindegewebe um das Auge herum mit der Zeit schwächer werden und auch die Haut an Spannkraft verliert. Letztendlich entsteht eine Schwellung, da die Fettpölsterchen, die sich unter unseren Augen befinden, nach unten rutschen. Tränensäcke sind also häufig Fettansammlungen unter den Augen, die nach unten hängen und für den müden Ausdruck des Gesichts sorgen.
Die sichtbare Schwellung unter den Augen betrifft aufgrund des natürlichen Alterungsprozesses vor allem ältere Personen. Unter bestimmten Voraussetzungen können Tränensäcke aber auch schon in jungen Jahren auftreten. Insgesamt beeinflussen sie das optische Erscheinungsbild und lassen das Gesicht müde wirken. In unserer Gesellschaft gelten hingegen oft strahlende Augen als Zeichen eines jungen und attraktiven Erscheinungsbilds – deshalb kann der Leidensdruck bei Betroffenen deutlich steigen.
Welche Ursachen haben Tränensäcke?
Tränensäcke können viele mögliche Ursachen haben. Zum einen ist da der natürliche Alterungsprozess, im Rahmen dessen das Bindegewebe, die Muskeln und die Haut rund um die Augen erschlaffen und somit an Spannkraft verlieren. Dadurch rutschen die Fettpölsterchen nach unten und es bildet sich eine sichtbarere Schwellung, die wir umgangssprachlich als „Tränensäcke“ bezeichnen.
Zum anderen ist da die genetische Prädisposition. Diese kann dazu führen, dass Tränensäcke auch bei jungen Menschen auftreten – vor allem, wenn Schlaf, Flüssigkeitszufuhr, Ernährung und Stressmanagement dauerhaft zu kurz kommen. Zusätzlich können bestimmte Erkrankungen (z. B. Leber- oder Nierenerkrankungen oder eine Herzschwäche) Schwellungen begünstigen. Darüber hinaus zählen Alkohol und Nikotin zu wichtigen Risikofaktoren, weil sie die Haut schneller altern lassen. Auch allergische Reaktionen können in manchen Fällen Tränensäcke verursachen.
Wann werden akute Tränensäcke chronisch?
Die Unterscheidung zwischen akuten und chronischen Tränensäcken betrifft eine Entzündung im Bereich des Tränenabflusses, die mit Schwellungen einhergehen kann.
Bei einer akuten Tränensackentzündung (akute Dakryozystitis) ist der Abfluss an einer Stelle zwischen dem Tränensack und der Nase verengt beziehungsweise sogar verstopft. Dadurch fließt die Tränenflüssigkeit nicht mehr richtig ab und die Augen fangen an zu tränen. Die gestaute Tränenflüssigkeit stellt einen idealen Nährboden für Bakterien wie zum Beispiel Staphylokokken, Pneumokokken oder Haemophilus influenzae dar – so kann es leicht zu einer Entzündung kommen. Nach dem Abklingen bleiben in manchen Fällen Rötungen und vor allem Schwellungen zurück. Dann spricht man von einer chronischen Tränensackentzündung (chronische Dakryozystitis), bei der sich die typischen Schwellungen festigen.

Was ist der Unterschied zwischen Tränensäcken und Augenringen?
Tränensäcke sind im Grunde Fettansammlungen oder Schwellungen unter den Augen, die durch Alterungsprozesse, Lebensstilfaktoren oder genetische Prädisposition entstehen. Unter Augenringen hingegen verstehen wir dunkle Schattierungen der Haut, meist unterhalb der Augen, die fachmedizinisch als „Halonierung“ bezeichnet werden. Anders als Tränensäcke beruhen Augenringe häufig auf durchscheinenden Blutgefäßen, da die Haut im Augenbereich besonders dünn ist und kaum Fettgewebe besitzt. Sie sind oft erblich bedingt oder entstehen in Folge von Schlaf-, Flüssigkeits- oder Eisenmangel, Alkoholkonsum, Rauchen sowie Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen. In manchen Fällen entstehen Augenringe auch durch eine Hyperpigmentierung, z. B. aufgrund vermehrter UV-Bestrahlung, bestimmter Hauterkrankungen oder Medikamente.
Mithilfe von modernsten Laser-Technologien oder mittels einer OP-Behandlung lassen sich die Augenringe gut entfernen. Beim Laser werden sichtbare Blutgefäße reduziert und die Haut gestrafft. Im Rahmen einer OP kann der Arzt Eigenfett einspritzen, um fehlendes Volumen auszugleichen. Ist zu viel Fett vorhanden, kann dieses im Rahmen einer Unterlidstraffung entfernt werden.
Mit welchen Tipps lassen sich Tränensäcke selbst entfernen?
Es gibt einige Tipps und Hausmittel, mit denen Du der Entstehung von Tränensäcken entgegenwirken oder ihnen vorbeugen kannst:
AUGENCREME: Eine geeignete Augencreme ist ein Muss für all jene, die sich eine strahlende Augenpartie wünschen. Zwar können Wirkstoffe wie Retinol oder Hyaluronsäure nicht tief genug in alle Hautschichten eindringen, dennoch hilft die Pflege, die zarte Haut rund um die Augen mit Feuchtigkeit zu versorgen. Das sorgt für einen geschmeidigeren Teint und kann Schwellungen kurzfristig lindern. Von Hämorrhoidencremes im Gesicht ist hingegen abzuraten – sie können die Haut austrocknen und Reizungen begünstigen.
PFLEGEARTIKEL: Für die Behandlung von Tränensäcken eignet sich vor allem eine leichte, kühlende Pflege, die schnell einzieht. Im Handel gibt es unterschiedliche Pflegeartikel und Augensera (mit höherer Wirkstoff-Konzentration), die speziell gegen Schwellungen der Unterlider eingesetzt werden.
GRÜNDLICHE REINIGUNG: Unabhängig davon, ob Du Tränensäcke vorbeugen oder bereits bestehende lindern möchtest: Eine gründliche Reinigung der Augenpartie ist wichtig. Greife am besten zu milden Produkten, die die Haut schonen – z. B. alkoholfreies Mizellenwasser oder Reinigungsprodukte auf Ölbasis.
GESUNDER LEBENSSTIL: Da sich der natürliche Alterungsprozess nicht stoppen lässt, lohnt es sich umso mehr, auf Gesundheit und Routine zu achten: ausgewogene Ernährung, täglich 1,5 bis 2 Liter Wasser, wenig Alkohol, kein Rauchen, frische Luft, Sport und ausreichend Erholung. Das unterstützt den Lymphfluss und kann Schwellungen vorbeugen.
MAKE-UP: Um Tränensäcke mit Make-up zu kaschieren, brauchst Du einen passenden Concealer, der möglichst genau Deinem Hautton entspricht. Trage vorher eine feuchtigkeitsspendende Augencreme auf, gib eine kleine Menge Concealer auf die Tränensäcke und verblende sie idealerweise mit einem Make-up-Schwämmchen. Helle, leicht schimmernde Nuancen lassen die Augenpartie wacher wirken.
Welche Hausmittel können bei Tränensäcken helfen?
Mit Teebeuteln oder Kaffeepads lassen sich Schwellungen auch ganz ohne Beauty-Produkte lindern. Zwei Pads oder Teebeutel (idealerweise schwarzer oder grüner Tee) kurz abkochen, für einige Minuten in den Kühlschrank legen und anschließend auf die geschlossenen Augen legen. Das enthaltene Koffein kann die Durchblutung anregen und Schwellungen schneller abklingen lassen.
Alternativ kannst Du Dir eine Augenmaske aus Backpulver zubereiten: Ein Päckchen Backpulver mit etwas heißem Wasser mischen und sobald es aufhört zu sprudeln, die Masse auf ein Wattepad geben. Das Pad für etwa zehn Minuten auflegen und danach mit kaltem Wasser abspülen.
Eine weitere Möglichkeit: Vermische kalten Topfen mit etwas Honig, trage es unterhalb Deiner Augen auf und lass die Maske etwa 30 Minuten wirken, bevor Du sie mit lauwarmem Wasser abspülst. Ein klassischer Tipp ist auch ein gekühlter Teelöffel aus dem Gefrierfach – kurz auf die Tränensäcke gelegt, kann die Kälte angenehm abschwellend wirken.
Wie lassen sich Tränensäcke entfernen?
Viele Betroffene suchen erst dann einen Arzt auf, wenn sie sich durch Tränensäcke in ihrem Selbstvertrauen beeinträchtigt fühlen. Ziel ist meist, wieder frischer und erholter zu wirken. Ein Spezialist für plastische und ästhetische Chirurgie ist dafür der passende Ansprechpartner. Er kann Dich bei der Wahl der Methode beraten und umfassend aufklären.
Was muss ich vor einer Entfernung der Tränensäcke beachten?
Vor einer Entfernung der Tränensäcke führt der behandelnde Arzt ein ausführliches Aufklärungsgespräch und analysiert gründlich die Augenpartien. Tränensäcke sind nicht immer gleich Tränensäcke: Bei manchen Menschen handelt es sich lediglich um Wassereinlagerungen, die morgens auftreten und im Laufe des Tages wieder abklingen. Dennoch sollte ein Arzt abklären, ob eventuell eine Erkrankung die Ursache sein könnte – idealerweise durch eine Blutuntersuchung. Deshalb ist es wichtig, vorab zu unterscheiden, aus welchem Grund die Schwellungen aufgetreten sind.
Sobald Du Dich für eine Behandlungsmethode entschieden hast, solltest Du mindestens fünf bis sieben Tage vor dem Termin keine blutverdünnenden Medikamente einnehmen; Gleiches gilt für Nikotin und Alkohol. Zwölf Stunden vor einer Operation darfst Du zudem nichts mehr essen – unabhängig davon, ob Du Dich für eine lokale Betäubung oder Vollnarkose entscheidest. Bei Methoden wie Laser oder Hyaluronsäure gelten meist andere Voraussetzungen – frag dazu immer direkt bei Deiner behandelnden Ärztin bzw. Deinem Arzt nach.
Worauf muss ich nach einer Tränensack-Behandlung achten?
Je nach Behandlungsmethode müssen Patient:innen auf unterschiedliche Punkte achten und mit unterschiedlichen (meist vorübergehenden) Begleiterscheinungen rechnen. Nach einer operativen Entfernung kann – abhängig von der Wundheilung – eine Narbe entstehen. In der Regel stört diese jedoch nicht, da sie sich nahezu unsichtbar in der Lidfalte versteckt. Mit der richtigen Narbenpflege kannst Du zusätzlich unterstützen, dass Narben möglichst unauffällig bleiben.
Die Operationsdauer hängt vom Umfang des Eingriffs ab, liegt im Schnitt aber bei etwa einer Stunde. Nach der Operation solltest Du Dich ein bis zwei Wochen schonen und anstrengende Tätigkeiten vermeiden. Mögliche Komplikationen sind Schwellungen, Blutergüsse, Wundheilungsstörungen und Infektionen. In seltenen Fällen kann es zu einem mangelnden Lidschluss kommen, was die Hornhaut austrocknen und das Sehvermögen beeinträchtigen kann.
Nach einer Entfernung der Tränensäcke mittels Laserbehandlung entstehen zwar keine Narben, dennoch sind auch hier Komplikationen möglich, z. B. Infektionen oder Blutungen. Vorbeugend solltest Du drei Wochen vor und nach einer Laserbehandlung direkte Sonneneinstrahlung vermeiden.
Wie verläuft eine Tränensack OP?
Eine operative Entfernung eignet sich vor allem für Betroffene mit stark ausgeprägten Tränensäcken, die sich eine möglichst dauerhafte Korrektur wünschen.
Bei einer Unterlidstraffung handelt es sich um eine kleine operative, ästhetische Korrektur, die der Spezialist ambulant durchführen kann. Der Eingriff erfolgt häufig unter örtlicher Betäubung mit Dämmerschlaf; auf Wunsch ist auch eine Vollnarkose möglich.
Zunächst markiert der Chirurg den zu entfernenden Bereich. Danach entfernt er überschüssige Haut und – je nach Bedarf – auch überschüssiges Fettgewebe. Zusätzlich kann der Muskel unter dem Auge gestrafft werden. Der Schnitt erfolgt meist wenige Millimeter unterhalb des Wimpernkranzes, damit die Narbe möglichst unauffällig verläuft.
Können Tränensäcke gemeinsam mit Schlupflidern korrigiert werden?
Eine Tränensack-OP lässt sich häufig mit anderen Eingriffen kombinieren – zum Beispiel mit einer Schlupflider-OP. Außerdem können Spezialist:innen im Rahmen einer Augenlidstraffung auch die Lider und die dazugehörigen Strukturen zusätzlich straffen.
Wann empfiehlt sich eine Laserbehandlung von Tränensäcken?
Eine Laserbehandlung empfiehlt sich vor allem für Patient:innen, bei denen die Tränensäcke weniger stark ausgeprägt sind. Der Laser strafft überschüssige Haut, regt die Kollagenneubildung an und gilt als schonendes Verfahren ohne Narben. Häufig sind jedoch mehrere Sitzungen notwendig, um ein überzeugendes Ergebnis zu erzielen – meist vier bis fünf.
Lassen sich Tränensäcke mit Hyaluron entfernen?
Hyaluronsäure entfernt Tränensäcke zwar nicht direkt, kann sie jedoch optisch deutlich abmildern. Dabei heben Ärzt:innen durch das Einspritzen die Tränenfurche an, die sich unterhalb des Tränensacks befindet. So entsteht weniger Höhenunterschied und die Partie wirkt glatter. Das Ergebnis hält meist etwa ein Jahr an – danach kann eine Auffrischung sinnvoll sein.
Können Tränensäcke mit einer Lymphdrainage entfernt werden?
Bei einer Lymphdrainage handelt es sich um eine sanfte Technik aus der manuellen Therapie, die den Abtransport von Flüssigkeit unterstützen und Schwellungen reduzieren kann. Durch die Aktivierung des Lymphsystems kommt es häufig zu einer Verbesserung der Mikrozirkulation und einem frischeren Hautbild.
Die Gesichts-Lymphdrainage ist langsam und sehr sanft. Sie kann auch als Selbstmassage erfolgen: Übe mit dem Zeigefinger leichten Druck am inneren Rand unter den Augen aus, ziehe ihn langsam nach außen und wiederhole den Vorgang mehrmals. Anschließend kannst Du die Augenbrauen vorsichtig massieren, indem Du sie zwischen Zeigefinger und Daumen nimmst und sanft zur Gesichtsmitte hin bewegst.
Während der Behandlung solltest Du Dich in einer ruhigen Umgebung befinden. Nach der Massage kannst Du ein Tonic auftragen und danach Deine Feuchtigkeitscreme – die Haut nimmt Pflege durch die Massage oft besser auf.
Alternativ eignen sich auch gekühlte Rosenquarz- oder Jaderoller für eine sanfte Massage. Verwende dafür idealerweise den kleineren Stein und rolle entlang der Tränensäcke von innen nach außen. Auch spezielle Massagegeräte für die Augenpartie können die Durchblutung über leichte Vibrationen unterstützen.

Lassen sich Tränensäcke durch Microneedling entfernen?
Eine mögliche Methode ist Microneedling. Das kann durch Spezialist:innen erfolgen oder – je nach Produkt und Anwendung – auch zu Hause. Ziel ist, über mikrofeine Reize die Durchblutung zu fördern und körpereigene Reparaturprozesse anzuregen. Dadurch kann die Haut straffer wirken. Dennoch gilt: Es ersetzt keine medizinische Beratung. Lass Dich am besten ärztlich beraten, welche Methode für Dich sinnvoll ist.
Was kostet das Entfernen von Tränensäcken?
Die Kosten der Entfernung von Tränensäcken variieren je nachdem, für welche Behandlungsmethode Du Dich entscheidest.
Eine operative Entfernung kostet in der Regel zwischen 1.900 und 3.500 Euro. Da sich die Preise aus verschiedenen Faktoren zusammensetzen und auch davon abhängen, wie ausgeprägt die Tränensäcke sind, fallen sie individuell unterschiedlich aus.
Wenn Du Dich für eine Laserbehandlung entscheidest, solltest Du pro Sitzung mit etwa 290 Euro rechnen. Da meist vier bis fünf Sitzungen notwendig sind, liegen die Gesamtkosten häufig zwischen 1.000 und 1.500 Euro.
Bei einer Hyaluronsäure-Behandlung beginnen die Preise durchschnittlich bei etwa 290 Euro pro Sitzung. Da das Ergebnis meist rund ein Jahr anhält, können Auffrischungen notwendig sein.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Tränensäcke OP?
Die meisten Entfernungen der Tränensäcke erfolgen aus ästhetischen Gründen und stellen keine medizinische Notwendigkeit dar. Deshalb übernehmen Krankenkassen die Kosten in der Regel nicht. Die Gesamtkosten können zudem je nach Methode und Ausgangssituation variieren.
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