Das Vampire Facial ist als Blut-Trend zurück – wir erklären Wirkung, Ablauf und die entscheidenden Sicherheitsfragen rund um PRP.
Inhaltsverzeichnis
- Was steckt hinter dem Vampire Facial?
- Warum wird der Bluttrend wieder bekannt?
- Wie läuft eine PRP Behandlung im Gesicht ab?
- Was ist an der Wirkung wirklich belegt?
- Für wen ist ein Vampire Facial geeignet und für wen nicht?
- Welche Risiken gibt es und warum ist Hygiene so wichtig?
- Woran erkennt man einen seriösen Anbieter?
- Darf ein Kosmetikstudio ein Vampire Facial durchführen?
- Wie unterscheidet sich ein Vampire Facial von medizinischem PRP?
- Häufige Fragen zu Vampire Facial und PRP
Blut im Gesicht, zahlreiche kleine Einstiche und dramatische Bilder in sozialen Medien: Das Vampire Facial sieht auf den ersten Blick ungewöhnlich aus. Hinter dem Namen steckt jedoch keine neue Wunderbehandlung, sondern die Anwendung von plättchenreichem Plasma, das aus dem eigenen Blut gewonnen wird. Das Verfahren soll natürliche Reparaturprozesse der Haut unterstützen. Behandelt werden unter anderem feine Falten, eine ungleichmäßige Hautstruktur und Aknenarben. Auch bei bestimmten Formen von Haarausfall kommt PRP zum Einsatz. Wie gut die Behandlung wirkt, lässt sich allerdings nicht pauschal beantworten. Die Herstellung des Plasmas, die Anwendung und die Anzahl der Sitzungen unterscheiden sich von Praxis zu Praxis. Ebenso wichtig wie die mögliche Wirkung ist die Sicherheit. Sobald Blut entnommen, verarbeitet und über Nadeln wieder in die Haut eingebracht wird, gelten hohe Anforderungen an Hygiene und fachgerechte Durchführung. Der folgende Beitrag erklärt Dir, was hinter dem Trend steckt, welche Ergebnisse realistisch sind und wann die Behandlung gefährlich werden kann.
Auf einen Blick:
- Beim Vampire Facial wird Dir Blut abgenommen und zu plättchenreichem Plasma, kurz PRP, aufbereitet. Anschließend wird das Plasma injiziert oder mit einer Microneedling Behandlung kombiniert.
- Studien liefern Hinweise darauf, dass PRP die Hautstruktur und feine Falten verbessern kann. Die Ergebnisse fallen jedoch unterschiedlich aus, und ein deutlicher Liftingeffekt ist nicht zu erwarten.
- Auch bei erblich bedingtem Haarausfall gibt es Hinweise auf einen möglichen Nutzen. Wegen unterschiedlicher Behandlungsprotokolle und teilweise schwacher Studienqualität lassen sich jedoch keine sicheren Ergebnisse versprechen.
- Das größte Risiko entsteht durch mangelnde Hygiene beim Umgang mit Blut und Nadeln. In einem nicht zugelassenen Spa in den USA wurden mehrere HIV-Infektionen mit unsicheren kosmetischen Injektionsbehandlungen in Verbindung gebracht.

Was steckt hinter dem Vampire Facial?
Beim Vampire Facial wird Dein eigenes Blut verwendet. Im deutschsprachigen Raum findest Du dafür auch Bezeichnungen wie Vampirlifting, Eigenblutbehandlung, Plasmalifting oder PRP Therapie. PRP steht für „platelet-rich plasma“, auf Deutsch plättchenreiches Plasma. Gemeint ist ein Anteil des Blutes, der eine erhöhte Konzentration an Blutplättchen enthält. Diese Blutplättchen sind unter anderem an der Wundheilung beteiligt und setzen verschiedene Wachstumsfaktoren frei.
Für die Behandlung nimmt der Arzt zunächst eine kleine Menge Blut aus einer Vene ab. Anschließend wird das Blut in einer Zentrifuge aufbereitet. Durch die schnelle Drehbewegung trennen sich die Bestandteile voneinander. Das gewonnene Plasma wird danach entweder mit feinen Nadeln in die Haut injiziert oder im Rahmen einer Microneedling Behandlung aufgetragen. Beim Microneedling entstehen durch viele kleine Einstiche oberflächliche Verletzungen der Haut. Diese kontrollierten Reize sollen die körpereigenen Reparaturprozesse und die Bildung von Kollagen anregen. Wird gleichzeitig PRP verwendet, soll es diese Prozesse zusätzlich unterstützen. Der sichtbare Blutfilm, der bei manchen Behandlungsmethoden entsteht, führte zum Namen Vampire Facial. Hinter dem auffälligen Begriff steckt jedoch ein medizinisch ästhetischer Eingriff. Es handelt sich nicht um ein Pflegeprodukt, das lediglich auf die unverletzte Haut aufgetragen wird.
Auch der Begriff Vampire Facial ist nicht genau definiert. Manche Anbieter verstehen darunter Microneedling mit anschließend aufgetragenem PRP. Andere injizieren das Plasma direkt in verschiedene Hautschichten. Diese Unterschiede können die Wirkung, die Ausfallzeit und die Risiken beeinflussen.
Warum wird der Bluttrend wieder bekannt?
Das Vampire Facial ist kein neues Verfahren. Große Aufmerksamkeit bekam es bereits 2013, nachdem ein Foto einer prominenten US-amerikanischen Fernsehdarstellerin nach der Behandlung in sozialen Medien verbreitet worden war. Eine Auswertung von Suchanfragen zeigte, dass das öffentliche Interesse danach deutlich anstieg.
Die Behandlung eignet sich besonders gut für kurze Videos und Vorher-Nachher-Bilder. Das gerötete oder leicht blutige Gesicht direkt nach der Sitzung wirkt dramatisch. Bilder der beruhigten Haut einige Tage später vermitteln dagegen den Eindruck einer schnellen und deutlichen Veränderung.
Hinzu kommt, dass PRP aus dem eigenen Blut gewonnen wird. Dadurch wirkt die Methode auf viele Menschen natürlicher als eine Behandlung mit körperfremden Wirkstoffen. Körpereigen bedeutet jedoch nicht automatisch risikofrei. Die Blutabnahme, die Aufbereitung und die Anwendung mit Nadeln machen eine sorgfältige und hygienische Durchführung notwendig.
Die Bekanntheit in sozialen Medien sagt außerdem nichts über die medizinische Wirkung aus. Auch viele positive Erfahrungsberichte ersetzen keine kontrollierten Studien. Entscheidend ist nicht, wie spektakulär die Behandlung aussieht, sondern welche Beschwerden behandelt werden sollen und ob der mögliche Nutzen die Risiken rechtfertigt.
Wie läuft eine PRP Behandlung im Gesicht ab?
Vor der Behandlung sollte ein ausführliches Beratungsgespräch stattfinden. Dabei beurteilt der Arzt Deine Haut, bespricht Deine Erwartungen und prüft mögliche Gründe, die gegen die Behandlung sprechen. Dazu gehören unter anderem bestimmte Blutgerinnungsstörungen, aktive Infektionen und die Einnahme einiger Medikamente.
Am Behandlungstag wird das Gesicht gründlich gereinigt und desinfiziert. Je nach Methode kann eine betäubende Creme aufgetragen werden. Sie soll die vielen kleinen Einstiche oder Injektionen angenehmer machen. Anschließend nimmt der Arzt Blut aus Deinem Arm ab. Die benötigte Menge hängt vom verwendeten System und von der geplanten Behandlung ab. Das Blut kommt in spezielle Röhrchen und wird in einer Zentrifuge aufbereitet. Danach wird das gewonnene PRP entweder direkt in die Haut injiziert oder mit Microneedling kombiniert. Die genaue Vorgehensweise ist nicht einheitlich festgelegt. Auch die Konzentration der Blutplättchen, die verwendeten Röhrchen und die Dauer der Aufbereitung können sich unterscheiden.
Nach der Behandlung ist die Haut häufig gerötet, empfindlich oder leicht geschwollen. Kleine Blutergüsse und sichtbare Einstichstellen sind ebenfalls möglich. Die Beschwerden klingen meist innerhalb weniger Tage ab. Wie schnell Du wieder vollständig gesellschaftsfähig bist, hängt von der Behandlungsmethode und Deiner individuellen Hautreaktion ab.
In den ersten Tagen solltest Du die behandelte Haut nicht unnötig berühren und die Pflegehinweise der Praxis beachten. Auch intensives Sonnenlicht, Sauna, Schwimmbad und schweißtreibender Sport können vorübergehend ungeeignet sein. Die konkreten Empfehlungen richten sich nach der Behandlung und dem Zustand Deiner Haut.
Häufig werden mehrere Sitzungen angeboten. Wie viele Termine sinnvoll sind und in welchen Abständen sie stattfinden, ist jedoch nicht allgemeingültig festgelegt. Einheitliche Behandlungsprotokolle fehlen bislang. Der Arzt erklärt Dir deshalb, warum er eine bestimmte Anzahl an Sitzungen empfiehlt und welche Ergebnisse Du davon erwarten kannst.
Was ist an der Wirkung wirklich belegt?
Die Idee hinter PRP ist grundsätzlich nachvollziehbar. Blutplättchen setzen verschiedene Wachstumsfaktoren frei, die an Reparaturprozessen im Gewebe beteiligt sind. Sie sollen unter anderem Zellen des Bindegewebes anregen und die Neubildung von Kollagen unterstützen.
Untersuchungen zur Gesichtsbehandlung liefern Hinweise auf Verbesserungen bei Hautstruktur, feinen Falten und teilweise auch bei der Elastizität. Allerdings waren viele Studien klein, verwendeten unterschiedliche PRP Präparate und bewerteten die Ergebnisse nicht nach einheitlichen Kriterien. Einige Messungen beruhten zudem auf der subjektiven Einschätzung der Teilnehmer oder des behandelnden Arztes.
PRP kann auch ergänzend bei der Behandlung von Aknenarben eingesetzt werden, etwa in Kombination mit Microneedling oder anderen Verfahren. Dabei ist oft schwer zu beurteilen, welcher Anteil des Ergebnisses auf das PRP und welcher auf die zusätzliche Behandlung zurückzuführen ist.
Realistisch ist eine schrittweise und eher dezente Verbesserung des Hautbildes. PRP kann weder überschüssige Haut entfernen noch abgesunkenes Gewebe deutlich anheben. Es ersetzt daher kein chirurgisches Facelift und auch keine Behandlung, die gezielt verloren gegangenes Volumen ausgleicht.
Bei erblich bedingtem Haarausfall weisen mehrere Auswertungen auf eine mögliche Zunahme der Haardichte hin. Die Studien unterscheiden sich jedoch stark bei der Gewinnung des PRP, der Zahl der Injektionen, den Behandlungsabständen und den untersuchten Patientengruppen. Teilweise wurden zudem eine geringe Studienqualität und ein mögliches Publikationsbias festgestellt.
Das bedeutet nicht, dass PRP bei Haarausfall grundsätzlich wirkungslos ist. Es lässt sich aber nicht zuverlässig vorhersagen, wie stark ein einzelner Patient darauf reagiert. PRP sollte außerdem nicht ohne genaue Diagnose eingesetzt werden, da Haarausfall sehr unterschiedliche Ursachen haben kann.
Ähnliche Ziele verfolgen injizierbare Wirkstoffe wie Polynukleotide oder die Exosomen Therapie. Auch dort ist die Studienlage noch überschaubar.

Für wen ist ein Vampire Facial geeignet und für wen nicht?
Ein Vampire Facial kommt für Dich infrage, wenn Du Dir ein frischeres und ebenmäßigeres Hautbild wünschst. PRP wird unter anderem bei feinen Linien, nachlassender Hautqualität und Aknenarben eingesetzt. Die Wirkung fällt meist dezent aus und entwickelt sich schrittweise.
Da das Plasma aus Deinem eigenen Blut gewonnen wird, ist das Risiko einer allergischen Reaktion auf das PRP selbst gering. Ganz ausgeschlossen sind Unverträglichkeiten jedoch nicht. Zusatzstoffe, die bei der Aufbereitung verwendet werden, können ebenfalls eine Rolle spielen. Zu den häufigeren Beschwerden gehören Schmerzen, Rötungen, Schwellungen und kleine Blutergüsse.
Ob die Behandlung für Dich geeignet ist, muss vorab medizinisch geklärt werden. Besondere Vorsicht ist unter anderem bei Blutgerinnungsstörungen, einer niedrigen Zahl oder Funktionsstörung der Blutplättchen, aktiven Infektionen und bestimmten schweren Erkrankungen notwendig. Auch Medikamente, die die Blutgerinnung beeinflussen, musst Du unbedingt angeben. Setze solche Medikamente niemals eigenständig für eine ästhetische Behandlung ab.
Während einer Schwangerschaft oder Stillzeit sollte eine rein ästhetische PRP-Behandlung in der Regel verschoben werden. Auch bei einer aktuellen Krebserkrankung oder laufenden Krebstherapie ist eine individuelle ärztliche Beurteilung erforderlich.
Entscheidend sind außerdem Deine Erwartungen. PRP kann die Hautstruktur möglicherweise verbessern, aber weder überschüssige Haut entfernen noch abgesunkenes Gewebe deutlich anheben. Ein Vampire Facial ersetzt deshalb kein chirurgisches Facelift. Auch ein sofortiger und dauerhaft sichtbarer Verjüngungseffekt ist nicht zu erwarten. Die wissenschaftliche Datenlage ist vielversprechend, reicht aber noch nicht aus, um die Wirksamkeit sicher und allgemein vorherzusagen.
Welche Veränderungen in der Haut überhaupt hinter den sichtbaren Zeichen stecken, erklären wir Dir unter Hautalterung. Geht es Dir vor allem um einzelne Falten, ist eine Faltenunterspritzung häufig die passendere Methode.
Welche Risiken gibt es und warum ist Hygiene so wichtig?
Dass das Plasma aus Deinem eigenen Blut stammt, macht die Behandlung nicht automatisch risikofrei. Blut wird abgenommen, aufbereitet und anschließend über Nadeln oder verletzte Haut wieder eingebracht. Fehler beim Umgang mit Blutproben, Spritzen oder Geräten können deshalb Krankheitserreger übertragen.
Wie ernst dieses Risiko werden kann, zeigt ein Fall aus dem US-Bundesstaat New Mexico. Dort untersuchten die Gesundheitsbehörden mehrere HIV-Infektionen im Umfeld eines nicht zugelassenen Spas, das PRP-Behandlungen mit Microneedling angeboten hatte. Insgesamt wurden fünf miteinander verbundene HIV-Fälle festgestellt. Vier betroffene Frauen hatten dort eine PRP-Behandlung erhalten, ein Mann war der Partner einer Kundin. Die Untersuchung kam zu dem Schluss, dass die Infektionen von drei Patienten wahrscheinlich durch Verunreinigungen im Spa übertragen wurden.
Bei der Kontrolle fanden die Behörden unbeschriftete Blutröhrchen auf einer Küchenarbeitsplatte. Blutproben und Medikamente wurden gemeinsam mit Lebensmitteln gelagert. Außerdem wurden Materialien wiederverwendet, die nur für den einmaligen Gebrauch vorgesehen waren. Der Fall gilt als erste dokumentierte wahrscheinliche Übertragung von HIV durch kosmetische Injektionsbehandlungen.
Das bedeutet nicht, dass PRP grundsätzlich HIV verursacht. Das Problem waren massive Verstöße gegen die Hygiene und einen sicheren Umgang mit Injektionsmaterial. Der Fall zeigt jedoch, dass die Anforderungen an eine solche Behandlung nicht unterschätzt werden dürfen.
Bei fachgerechter Durchführung treten meist vorübergehende Beschwerden wie Rötungen, Schmerzen, Schwellungen und Blutergüsse auf. Infektionen sind seltener, aber möglich. Du solltest Dich nach der Behandlung an die Pflegehinweise halten und zunehmende Schmerzen, starke Schwellungen, Eiter, Fieber oder andere ungewöhnliche Beschwerden sofort ärztlich abklären lassen.
Woran erkennt man einen seriösen Anbieter?
Vor der Behandlung sollte ein ausführliches Gespräch stattfinden. Der Arzt muss Deine Krankengeschichte, Deine Medikamente und mögliche Gegenanzeigen abfragen. Außerdem sollte er Dir erklären, welches Ergebnis realistisch ist, welche Nebenwirkungen auftreten können und welche Alternativen es gibt.
Achte darauf, wer die Behandlung tatsächlich durchführt. Die Person sollte nachweisbare Erfahrung mit PRP, Blutentnahmen und Injektionen besitzen. Auch mögliche Komplikationen müssen erkannt und behandelt werden können.
Bei der Hygiene darf es keine Kompromisse geben. Röhrchen und Proben müssen eindeutig Dir zugeordnet werden. Nadeln und Spritzen müssen steril und für den einmaligen Gebrauch bestimmt sein. Auch die Zentrifuge, die Arbeitsflächen und alle weiteren Hilfsmittel müssen fachgerecht gereinigt und verwendet werden.
Ein niedriger Preis allein beweist zwar noch keine schlechte Behandlung. Vorsicht ist aber angebracht, wenn die Qualifikation unklar bleibt, kein Vorgespräch stattfindet oder schnelle und garantierte Ergebnisse versprochen werden. Dasselbe gilt, wenn Du Dich zu einer sofortigen Buchung gedrängt fühlst.
Auch eine feste Anzahl an Sitzungen sollte nicht ohne Untersuchung verkauft werden. Für PRP gibt es bisher keine einheitlichen Behandlungsprotokolle. Wie oft eine Anwendung sinnvoll ist, hängt von Deinem Hautzustand, dem Behandlungsziel und der verwendeten Methode ab.

Darf ein Kosmetikstudio ein Vampire Facial durchführen?
Die rechtlichen Vorgaben unterscheiden sich zwischen Österreich, Deutschland und der Schweiz. Deshalb ist die pauschale Aussage, PRP dürfe im gesamten deutschsprachigen Raum ausschließlich von Ärzten durchgeführt werden, nicht vollständig korrekt.
In Österreich zählt die ästhetische PRP-Behandlung laut Österreichischer Ärztekammer zu den ästhetischen medizinischen Behandlungen. Solche Behandlungen dürfen dort ausschließlich von entsprechend berechtigten Ärzten durchgeführt werden.
In Deutschland ist die Lage anders. Wer Heilkunde ausübt, benötigt entweder eine ärztliche Approbation oder eine Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz. Ein gewöhnlicher Kosmetiker ohne eine solche Berechtigung darf daher nicht automatisch medizinische Behandlungen durchführen. Eine pauschale Beschränkung ausschließlich auf Ärzte lässt sich für Deutschland jedoch nicht formulieren.
In der Schweiz gelten zusätzlich kantonale Regelungen. Der Kanton Bern weist ausdrücklich darauf hin, dass die Aufbereitung und Injektion von PRP Ärzten mit Berufsausübungsbewilligung vorbehalten ist. Auch medizinisches Microneedling ist nach Angaben des Bundesamts für Gesundheit Ärzten mit einer entsprechenden kantonalen Bewilligung vorbehalten.
Unabhängig von der genauen Rechtslage solltest Du eine PRP-Behandlung im Gesicht nur bei einem Arzt durchführen lassen, der mit der Methode vertraut ist. Blutentnahme, Aufbereitung, Injektionen und mögliche Komplikationen verlangen medizinische Kenntnisse und konsequente Hygiene.
Wie unterscheidet sich ein Vampire Facial von medizinischem PRP?
Vampire Facial ist vor allem ein Marketingbegriff. PRP bezeichnet dagegen das aus Eigenblut gewonnene plättchenreiche Plasma. Das Material kann in verschiedenen medizinischen und ästhetischen Bereichen eingesetzt werden.
Ein medizinisch verantwortetes Verfahren beginnt mit einer klaren Fragestellung. Der Arzt prüft, ob PRP für Dein Anliegen geeignet ist, klärt Dich über Risiken auf und dokumentiert die Behandlung. Die Blutprobe wird unter kontrollierten Bedingungen verarbeitet und darf nicht mit Proben anderer Patienten verwechselt werden.
Die Bezeichnung Vampire Facial sagt dagegen nichts über die Qualität aus. Hinter dem Namen kann eine fachgerecht durchgeführte PRP-Behandlung stehen. Er kann aber auch für eine Behandlung verwendet werden, bei der hauptsächlich der dramatische Effekt für soziale Medien im Vordergrund steht.
Wichtig ist daher nicht der Name, sondern der medizinische Rahmen. Frage nach der Qualifikation des Arztes, der verwendeten Methode, den Hygienestandards und dem realistisch zu erwartenden Ergebnis.
Häufige Fragen zu Vampire Facial und PRP
Quellen
CBS News – „Vampire facials at an unlicensed spa infected three people with HIV, CDC finds“
CNN Health – „New HIV case linked to ‚vampire facial‘ at shuttered New Mexico spa“
Thieme, Aktuelle Dermatologie – Fachbeitrag zu PRP/Eigenbluttherapie und androgenetischer Alopezie
Infomedizin – „Vampir Lifting / PRP-Therapie – Ablauf & Kosten“
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