Das Salmon Sperm Facial der Hollywood-Stars basiert auf Polynukleotiden, die in der EU legal per Injektion verfügbar sind.
Inhaltsverzeichnis
- Das Wichtigste in Kürze
- Warum ist die Lachssperma-Behandlung bei Hollywood-Stars so beliebt?
- Was steckt wirklich hinter der Lachssperma-Behandlung?
- Wie wirkt die Lachs-DNA auf der Haut?
- Wie läuft eine Lachssperma-Behandlung ab?
- Hilft die Lachssperma-Behandlung gegen Augenringe?
- Wie sehen die Ergebnisse vorher und nachher aus?
- Wie gut ist die Wirkung wissenschaftlich belegt?
- Ist die Lachssperma-Behandlung in der EU erlaubt?
- Welche Risiken und Nebenwirkungen sind möglich?
- Was kostet eine Lachssperma-Behandlung?
- Häufige Fragen zur Lachssperma-Behandlung
Kaum eine Bezeichnung sorgt derzeit in der ästhetischen Medizin für so viel Aufmerksamkeit wie „Lachssperma-Behandlung“. Was zunächst nach einem kuriosen Social-Media-Trend klingt, hat einen medizinischen Hintergrund. Verwendet werden hochgereinigte DNA-Fragmente aus Fischen der Lachsfamilie, die unter anderem als Polynukleotide oder PDRN bezeichnet werden. Sie werden in der regenerativen Medizin schon länger untersucht und kommen inzwischen auch bei ästhetischen Behandlungen zum Einsatz.
Bekannt wurde das sogenannte Salmon Sperm Facial vor allem durch Prominente wie Jennifer Aniston und Kim Kardashian. Der reißerische Name verdeckt allerdings, worum es tatsächlich geht: In der fertigen Injektionslösung befindet sich kein Lachssperma im herkömmlichen Sinn. Stattdessen werden gereinigte DNA-Bestandteile verwendet, die die Regeneration der Haut unterstützen sollen.
Anders als klassische Filler zielt die Behandlung nicht in erster Linie darauf ab, Volumen aufzubauen. Im Mittelpunkt stehen vielmehr Hautstruktur, Feuchtigkeit, Elastizität und feine Fältchen. Wie gut das funktioniert, welche Rolle PDRN und Polynukleotide dabei spielen und für wen eine Behandlung infrage kommt, erfährst Du hier.
Auf einen Blick:
- Behandlungsdauer: meist etwa 20 bis 30 Minuten, zuzüglich Vorbereitung
- Betäubung: häufig mit Betäubungscreme
- Ausfallzeit: meist gering, kleine Quaddeln, Rötungen oder Blutergüsse sind möglich
- Behandlungsziel: Verbesserung von Hautqualität, Elastizität und feinen Fältchen
- Typische Bereiche: Augenpartie, Gesicht, Hals und Dekolleté
- Behandlungsserie: häufig mehrere Sitzungen, abhängig von Präparat und Behandlungsziel
- Ergebnis: entwickelt sich schrittweise über mehrere Wochen
Das Wichtigste in Kürze
Hinter der sogenannten Lachssperma-Behandlung stecken keine Spermien, sondern hochgereinigte DNA-Fragmente, die meist aus Keimzellen von Lachs oder Forelle gewonnen werden. In der ästhetischen Medizin kommen vor allem Polynukleotide, kurz PN, und Polydeoxyribonukleotide, kurz PDRN, zum Einsatz.
Die Behandlung soll nicht wie ein klassischer Filler Volumen schaffen, sondern die Hautqualität verbessern. Untersucht werden unter anderem Effekte auf Elastizität, Feuchtigkeit und feine Fältchen, besonders im Bereich der Augen.
Jennifer Aniston und Kim Kardashian haben den Begriff „Salmon Sperm Facial“ bekannt gemacht. Kardashian erklärte öffentlich, den Wirkstoff in das Gesicht injiziert bekommen zu haben. Bei Aniston ist nicht eindeutig dokumentiert, auf welche Weise ihr Facial durchgeführt wurde.
Klinische Studien zeigen vielversprechende Ergebnisse, die Datenlage ist aber noch begrenzt. Viele Untersuchungen sind klein, verwenden unterschiedliche Präparate und beobachten die Ergebnisse nur über vergleichsweise kurze Zeiträume.
Warum ist die Lachssperma-Behandlung bei Hollywood-Stars so beliebt?
Für internationale Aufmerksamkeit sorgte zunächst Jennifer Aniston. Sie erzählte 2023 in einem Interview, ein sogenanntes Salmon Sperm Facial ausprobiert zu haben. Welche Form des Präparats dabei verwendet und wie es genau angewendet wurde, ist öffentlich allerdings nicht eindeutig dokumentiert. Kim Kardashian sprach später in ihrer Realityserie ebenfalls über die Behandlung und erklärte ausdrücklich, sie habe ein Präparat aus „salmon sperm“ in ihr Gesicht injiziert bekommen.
Mit tatsächlichem Lachssperma hat eine medizinische Polynukleotid-Behandlung trotzdem wenig zu tun. Als Ausgangsmaterial kann DNA aus den Keimzellen von Lachs oder Forelle dienen. In einem mehrstufigen Herstellungsverfahren wird diese DNA aufgereinigt und in unterschiedlich lange Fragmente zerlegt. Eiweißbestandteile, die eher Immunreaktionen auslösen könnten, werden dabei weitgehend entfernt.
Der Trend passt außerdem zu einer Entwicklung in der ästhetischen Medizin, bei der nicht mehr jede Behandlung auf zusätzliches Volumen abzielt. Verfahren wie Polynukleotid-Injektionen sollen vielmehr die Qualität des vorhandenen Gewebes beeinflussen. Das Ergebnis fällt dadurch in der Regel subtiler aus als nach einer klassischen Fillerbehandlung.
Was steckt wirklich hinter der Lachssperma-Behandlung?
Im Zusammenhang mit dem Salmon Sperm Facial fallen meist zwei Begriffe: Polynukleotide, kurz PN, und Polydeoxyribonukleotide, kurz PDRN. Sie werden häufig synonym verwendet, sind wissenschaftlich aber nicht identisch. Beide bestehen aus DNA-Bausteinen, unterscheiden sich unter anderem in der Länge und im Molekulargewicht ihrer DNA-Ketten. PDRN besteht im Allgemeinen aus kürzeren Fragmenten, während Polynukleotid-Präparate längere DNA-Ketten enthalten können.
Als Ausgangsmaterial dient häufig gereinigte DNA aus den Keimzellen von Lachs oder Forelle. Bei der Herstellung werden Proteine und andere unerwünschte Bestandteile möglichst weit entfernt. Das fertige Präparat enthält daher keine intakten Spermien oder Fischzellen, sondern aufbereitete DNA-Fragmente.
PDRN ist auch kein völlig neuer Beauty-Wirkstoff. In Italien wurden PDRN-haltige Arzneimittel bereits in den 1990er-Jahren für bestimmte Anwendungen bei Wunden und geschädigtem Gewebe zugelassen. Auch in Südkorea werden PDRN-Präparate seit Jahren medizinisch eingesetzt. Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass jedes ästhetische Polynukleotid-Präparat automatisch dieselbe Zulassung oder Wirkung besitzt. Je nach Produkt, Zusammensetzung und Land gelten unterschiedliche regulatorische Vorgaben.
Wenn Du mehr über die verschiedenen Polynukleotid-Präparate und ihre Unterschiede erfahren möchtest, findest Du dazu bei MOOCI einen eigenen ausführlichen Beitrag.
Wie wirkt die Lachs-DNA auf der Haut?
Polynukleotide wirken anders als klassische Hyaluronsäure-Filler. Sie sollen Falten nicht einfach von unten auffüllen, sondern biologische Prozesse im behandelten Gewebe beeinflussen. Wie genau diese Effekte zustande kommen, hängt auch davon ab, ob ein PN- oder PDRN-Präparat verwendet wird und ist noch nicht in allen Einzelheiten geklärt.
Für PDRN sind vor allem zwei mögliche Wirkwege untersucht. Zum einen kann es sogenannte Adenosin-A2A-Rezeptoren beeinflussen, die unter anderem an Entzündungs- und Reparaturprozessen beteiligt sind. Zum anderen können die DNA-Bestandteile über den sogenannten Salvage Pathway wieder als Bausteine für die Bildung neuer Nukleotide genutzt werden. Experimentelle Untersuchungen zeigen außerdem Effekte auf Fibroblasten, Kollagenbildung und die Bildung kleiner Blutgefäße.
Bei ästhetisch eingesetzten Polynukleotiden stehen vor allem Veränderungen der Hautqualität im Mittelpunkt. Klinische Studien berichten unter anderem über Verbesserungen von:
- Hautelastizität und Feuchtigkeit
- feinen Fältchen
- Hautstruktur und Rauigkeit
- bestimmten Veränderungen der Augenpartie
Die Wirkung entwickelt sich schrittweise und ist nicht mit dem unmittelbaren Volumeneffekt eines Fillers vergleichbar. Eine systematische Übersichtsarbeit zur ästhetischen Anwendung bewertete die bisherigen Ergebnisse als vielversprechend, betonte aber zugleich, dass die Qualität der vorhandenen Studien überwiegend niedrig bis moderat ist.

Wie läuft eine Lachssperma-Behandlung ab?
Am Anfang steht ein ärztliches Beratungsgespräch. Deine Ärztin oder Dein Arzt untersucht Deine Haut, klärt das gewünschte Behandlungsziel und prüft, ob eine Polynukleotid-Behandlung dafür geeignet ist. Vor der Injektion wird die Haut gereinigt und häufig eine Betäubungscreme aufgetragen.
Das Präparat wird anschließend mit einer feinen Nadel oder Kanüle in kleinen Mengen in die Haut eingebracht. Je nach Technik entstehen dabei zahlreiche kleine Injektionspunkte. Besonders unmittelbar nach der Behandlung können an diesen Stellen kleine Quaddeln sichtbar sein. Auch Rötungen, leichte Schwellungen oder kleinere Blutergüsse sind möglich und klingen meist innerhalb weniger Tage wieder ab.
Die eigentliche Behandlung dauert je nach Areal häufig etwa 20 bis 30 Minuten. Gesicht und Augenpartie gehören zu den häufig behandelten Regionen, Polynukleotide können aber auch an Hals, Dekolleté oder anderen Bereichen mit dünner oder strukturell veränderter Haut eingesetzt werden.
Häufig werden mehrere Sitzungen durchgeführt. Einheitliche Behandlungsschemata gibt es allerdings nicht. Klinische Studien verwenden unterschiedliche Abstände und eine unterschiedliche Anzahl an Injektionen. Auch Hersteller geben je nach Präparat eigene Anwendungsschemata vor. Deshalb sollte die Zahl der Sitzungen individuell festgelegt werden und nicht pauschal mit einem festen Schema beworben werden.
Polynukleotide werden zum Teil auch mit Microneedling, Laserbehandlungen oder anderen Verfahren kombiniert. Eine oberflächliche Anwendung nach Microneedling ist jedoch nicht mit einer gezielten Injektion gleichzusetzen. Eindringtiefe, Dosierung und damit auch die zu erwartende Wirkung unterscheiden sich.
Hilft die Lachssperma-Behandlung gegen Augenringe?
Die Augenpartie gehört zu den am besten untersuchten ästhetischen Einsatzbereichen von Polynukleotiden. Die Haut unter den Augen ist besonders dünn und verändert sich im Laufe der Zeit häufig früher als andere Gesichtspartien. Feine Fältchen, nachlassende Elastizität und eine zunehmend sichtbare Gefäßzeichnung können die Region müde erscheinen lassen.
Eine randomisierte Studie mit 27 Personen verglich Polynukleotid-Injektionen direkt mit unvernetzter Hyaluronsäure im Bereich rund um die Augen. Beide Verfahren verbesserten das ästhetische Erscheinungsbild. Bei Elastizität, Feuchtigkeit, Hautrauigkeit und Poren zeigten sich teilweise Vorteile für die Polynukleotid-Behandlung. Schwere Nebenwirkungen wurden in dieser kleinen Untersuchung nicht beobachtet.
Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2026 kommt zu einer ähnlichen Einschätzung. Polynukleotide können demnach vor allem interessant sein, wenn Hautqualität, Elastizität und feine Fältchen im Vordergrund stehen. Bei einem deutlichen Volumenverlust der Tränenrinne bleibt Hyaluronsäure dagegen besser für eine gezielte strukturelle Korrektur geeignet.
Entscheidend ist deshalb die Ursache Deiner Augenringe. Dunkle Schatten können durch dünne Haut, Gefäße, Pigmentierung, Volumenverlust oder anatomisch bedingte Schatten entstehen. Polynukleotide können nicht all diese Ursachen gleichermaßen behandeln. Vor einer Injektion sollte deshalb geklärt werden, welches Problem tatsächlich vorliegt.
Wie sehen die Ergebnisse vorher und nachher aus?
Die Veränderungen nach einer Polynukleotid-Behandlung sind normalerweise weniger ausgeprägt als nach einem Filler, der gezielt Volumen aufbaut. Studien berichten vor allem über Verbesserungen von Hautelastizität, Feuchtigkeit, feinen Fältchen und Hautstruktur. Das Ziel ist deshalb eher ein schrittweise verbessertes Hautbild als eine deutlich veränderte Gesichtskontur.
Unmittelbar nach der Injektion sind kleine Quaddeln und Schwellungen normal. Sie können die Haut vorübergehend glatter oder voller erscheinen lassen und eignen sich deshalb nicht zur Beurteilung des eigentlichen Ergebnisses. Solche Veränderungen gehen meist innerhalb kurzer Zeit wieder zurück.
Mögliche Effekte auf die Hautqualität entwickeln sich über die folgenden Wochen. Einen allgemein gültigen Zeitpunkt, zu dem das „Endergebnis“ feststeht, gibt es allerdings nicht. Er hängt vom verwendeten Präparat, der Anzahl der Behandlungen und dem individuellen Hautzustand ab. Für aussagekräftige Vorher-nachher-Bilder sollten deshalb ausreichend Zeit zwischen Behandlung und Aufnahme liegen und Licht, Perspektive sowie Gesichtsausdruck möglichst vergleichbar sein.

Wie gut ist die Wirkung wissenschaftlich belegt?
Polynukleotide und PDRN sind keine völlig neuen Wirkstoffe. Vor allem PDRN wird bereits seit längerer Zeit in der regenerativen Medizin untersucht. Besonders gut dokumentiert ist die Wundheilung. In einer randomisierten, doppelblinden Studie mit mehr als 200 Menschen mit diabetischen Fußulzera heilten Wunden unter PDRN häufiger vollständig und schneller als unter Placebo. Auch kleinere kontrollierte Studien berichten über eine verbesserte Wundheilung und Geweberegeneration.
Für die ästhetische Anwendung ist die Datenlage deutlich kleiner. Eine systematische Übersichtsarbeit wertete neun Studien mit insgesamt 219 Behandelten aus. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass Polynukleotid-Injektionen feine Fältchen, Hautstruktur und Elastizität verbessern können. Gleichzeitig bewerteten die Autoren die vorhandenen Studien überwiegend nur als von niedriger bis moderater Qualität. Unterschiede bei Präparaten, Injektionstechniken und Messmethoden erschweren außerdem direkte Vergleiche.
Eine weitere systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2026 untersuchte ausschließlich randomisierte Studien zu Polynukleotiden und PDRN. Sie fand positive Effekte bei Hautverjüngung, Narben und Wundheilung, umfasste allerdings nur sieben Studien mit insgesamt 183 Teilnehmenden. Am überzeugendsten waren die Ergebnisse weiterhin im Bereich der Wundheilung.
Für die ästhetische Medizin lässt sich deshalb derzeit sagen: Polynukleotide sind ein vielversprechendes Verfahren, aber kein abschließend belegtes Wundermittel. Verbesserungen der Hautqualität sind in Studien sichtbar, große unabhängige Untersuchungen mit langen Nachbeobachtungszeiten fehlen jedoch weiterhin.
Ist die Lachssperma-Behandlung in der EU erlaubt?
Für Polynukleotide gibt es keine pauschale EU-weite Zulassung als Wirkstoff. Entscheidend ist immer das konkrete Präparat und die Zweckbestimmung, für die es auf den Markt gebracht wird. In Europa sind injizierbare Polynukleotid-Präparate erhältlich, die als Medizinprodukte nach der europäischen Medizinprodukteverordnung, kurz MDR, ein Konformitätsverfahren durchlaufen haben und eine CE-Kennzeichnung tragen. Für einzelne in klinischen Studien untersuchte Polynukleotid-Präparate ist eine CE-Kennzeichnung als Medizinprodukt der Klasse III dokumentiert.
Die CE-Kennzeichnung ist jedoch nicht mit einer Arzneimittelzulassung gleichzusetzen. Sie zeigt, dass das konkrete Medizinprodukt das dafür vorgesehene Konformitätsverfahren durchlaufen hat. Sie bedeutet weder, dass sämtliche Polynukleotid-Produkte zugelassen sind, noch dass ihre Wirksamkeit auf demselben Evidenzniveau belegt ist wie bei einem zugelassenen Arzneimittel.
Auch in der Schweiz können CE-gekennzeichnete Medizinprodukte grundsätzlich in Verkehr gebracht werden, sofern sie die dortigen gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Die Schweiz orientiert sich bei der Regulierung von Medizinprodukten weitgehend am europäischen System und erkennt die CE-Kennzeichnung unter bestimmten Voraussetzungen an.
Wie ist die Situation in den USA?
In den USA ist die Situation anders. In der aktuellen Liste der FDA-zugelassenen ästhetischen Injektionsfiller findet sich kein Polynukleotid- oder PDRN-Präparat für eine ästhetische Hautbehandlung. Deshalb ist die Aussage, ein injizierbares „Salmon Sperm Facial“ sei von der FDA zugelassen, nicht korrekt.
Daraus folgt allerdings nicht, dass Hollywood-Stars den Wirkstoff grundsätzlich nur als Serum nach einem Microneedling verwenden dürfen. Wie einzelne Celebrity-Behandlungen tatsächlich durchgeführt wurden, ist häufig nicht ausreichend dokumentiert. Auch Kim Kardashian hat öffentlich davon gesprochen, eine entsprechende Behandlung injiziert bekommen zu haben. Der Unterschied zwischen den USA und Europa sollte deshalb nicht darauf reduziert werden, dass dort nur eine oberflächliche Anwendung möglich sei.
Für Dich ist vor allem wichtig, welches konkrete Präparat verwendet wird, für welche Anwendung es vorgesehen ist und ob die Ärztin oder der Arzt Erfahrung mit der Injektion besitzt.
Welche Risiken und Nebenwirkungen sind möglich?
Polynukleotid-Injektionen wurden in den bisherigen klinischen Studien insgesamt gut vertragen. Die häufigsten Beschwerden entstehen durch die Injektionen selbst und klingen normalerweise innerhalb kurzer Zeit wieder ab.
Typische vorübergehende Nebenwirkungen sind:
- kleine Quaddeln und Schwellungen
- Rötungen
- Blutergüsse
- Druckempfindlichkeit oder leichtes Brennen
Infektionen oder stärkere Reaktionen sind möglich, wurden in den bisherigen Studien aber nur selten beschrieben. Aussagekräftige Daten zu sehr seltenen Komplikationen und zur langfristigen Sicherheit sind aufgrund der noch kleinen Zahl behandelter Personen allerdings begrenzt.
Können Gefäßkomplikationen auftreten?
Auch Polynukleotide werden mit einer Nadel oder Kanüle injiziert. Eine genaue Kenntnis der Gesichtsanatomie ist deshalb wichtig. Eine experimentelle Untersuchung aus dem Jahr 2026 untersuchte erstmals gezielt, was passiert, wenn verschiedene Polynukleotid-Präparate versehentlich in eine Arterie gelangen. Im Tiermodell traten vorübergehende Störungen des Blutflusses auf, allerdings keine anhaltenden Gefäßverschlüsse oder Gewebeschäden. Diese Ergebnisse sind beruhigend, lassen sich aber nicht direkt auf Menschen übertragen.
Die Untersuchung zeigt vor allem, dass Polynukleotid-Injektionen nicht als vollkommen risikofreie kosmetische Behandlung betrachtet werden sollten. Die Injektion sollte von einer Ärztin oder einem Arzt durchgeführt werden, die oder der mit der Anatomie der behandelten Region und möglichen Komplikationen vertraut ist.
Was gilt bei einer Fischallergie?
Bei einer bekannten Fischallergie solltest Du nicht davon ausgehen, dass die starke Reinigung des Präparats eine allergische Reaktion vollständig ausschließt. Polynukleotide und PDRN können aus DNA von Lachs oder Forelle gewonnen werden. Zwar werden Proteine während der Herstellung weitgehend entfernt, ein Restrisiko für Überempfindlichkeitsreaktionen lässt sich aber nicht sicher ausschließen.
Medizinische Fachinformationen und aktuelle Patienteninformationen empfehlen deshalb bei einer bekannten Allergie gegen Fisch oder Bestandteile des jeweiligen Präparats besondere Vorsicht beziehungsweise den Verzicht auf die Behandlung. Informiere Deine Ärztin oder Deinen Arzt unbedingt über eine entsprechende Allergie und beachte die Gegenanzeigen des konkret verwendeten Produkts.
Auch bei einer akuten Infektion oder Entzündung im Behandlungsbereich sollte die Injektion verschoben werden. Während Schwangerschaft und Stillzeit wird von rein ästhetischen Polynukleotid-Injektionen in der Regel abgeraten, da ausreichende Sicherheitsdaten fehlen. Bei Autoimmun- oder Gerinnungserkrankungen sollte individuell ärztlich geprüft werden, ob eine Behandlung sinnvoll ist.
Was kostet eine Lachssperma-Behandlung?
Die Kosten hängen vom verwendeten Präparat, der benötigten Menge, dem behandelten Bereich und der Praxis ab. Aktuelle Preisangaben aus ärztlichen Praxen zeigen für Deutschland und Österreich meist Kosten von ungefähr 300 bis 500 Euro pro Sitzung. Eine Behandlung ausschließlich der Augenpartie beginnt teilweise bei etwa 300 Euro, größere Bereiche wie das gesamte Gesicht können entsprechend mehr kosten.
In der Schweiz liegen die Preise häufig etwas höher. Für eine einzelne Region finden sich derzeit Angebote ab etwa 300 Franken, während Behandlungen der Augenpartie häufig zwischen rund 450 und 550 Franken liegen. Für das gesamte Gesicht können etwa 500 bis 900 Franken oder mehr anfallen.
Häufig werden Polynukleotide nicht nur einmal angewendet. In Studien und klinischen Behandlungskonzepten kommen oft zwei bis vier Sitzungen in Abständen von mehreren Wochen zum Einsatz. Ein einheitliches, wissenschaftlich festgelegtes Behandlungsschema gibt es jedoch nicht. Wie viele Termine sinnvoll sind, hängt vom Präparat, dem Hautzustand und dem gewünschten Ergebnis ab.
Vor Beginn der Behandlung solltest Du deshalb nach den Kosten der gesamten geplanten Serie fragen und Dir erklären lassen, wie viel Präparat pro Sitzung verwendet wird. Da die Behandlung in der Regel ausschließlich aus ästhetischen Gründen erfolgt, werden die Kosten normalerweise nicht von der Krankenversicherung übernommen.
Häufige Fragen zur Lachssperma-Behandlung
Quellen
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British Cosmetic Dermatology Group: Polynucleotide Injections, Patient Information Leaflet. 2026.https://britishcosmderm.com/resource/polynucleotide-injections/
Preisorientierung, Stand Oktober 2026: öffentlich zugängliche aktuelle Preisangaben ärztlicher Praxen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, darunter Hautzentrum Wien, Medizinzentrum Wien, Aestheticum Tübingen, Taunus Medical Aesthetics sowie verschiedene ärztliche Praxen in Zürich.
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