Mit zunehmendem Alter verliert das Gesicht an Volumen. Die Wangen wirken flacher, die Schläfen können einsinken und unter den Augen entstehen Schatten. Insgesamt sieht das Gesicht dadurch oft müder aus. Hyaluronsäure ist eine bekannte Möglichkeit, verlorenes Volumen auszugleichen. Eine Alternative ist die Behandlung mit Eigenfett. Dabei wird körpereigenes Fett verwendet, um bestimmte Bereiche des Gesichts wieder aufzufüllen. Das Ergebnis kann besonders natürlich wirken. Ein Teil des übertragenen Fetts wächst dauerhaft an. Außerdem kann Eigenfett die Hautqualität positiv beeinflussen.
Auf einen Blick: Eigenfett im Gesicht
Wie funktioniert der Transfer?
Beim Eigenfett-Transfer wird körpereigenes Fett abgesaugt, aufbereitet und ins Gesicht injiziert
Wie viel wächst an?
Was nach dem Einheilen anwächst, bleibt dauerhaft erhalten, meist sind das 60 bis 80 Prozent der eingebrachten Menge
Was kann Nanofett?
Feinstes Nanofett enthält viele regenerative Zellen und verbessert Hautqualität und Augenringe, ohne Volumen aufzubauen
Was ist der Vorteil?
Anders als Hyaluronsäure erfordert die Behandlung einen kleinen Eingriff, spart dafür aber das regelmäßige Nachspritzen
Was ist eine Eigenfettunterspritzung im Gesicht?
Bei einer Eigenfettbehandlung wird Fett an einer geeigneten Körperstelle entnommen, aufbereitet und anschließend gezielt ins Gesicht eingebracht. Das Verfahren wird auch Eigenfetttransfer, Eigenfetttransplantation oder Lipofilling genannt.
Das Fett wird dort eingesetzt, wo Volumen fehlt. Gleichzeitig wird die Körperstelle, an der das Fett entnommen wurde, etwas schlanker. Da ausschließlich körpereigenes Material verwendet wird, sind die Ergebnisse in der Regel besonders weich und natürlich. Die Methode dient weniger dazu, einzelne Falten aufzufüllen. Ihr wichtigstes Einsatzgebiet ist der Wiederaufbau größerer Volumenverluste im Gesicht.
Häufig behandelt werden die Wangen, die Wangenknochen, eingefallene Schläfen, die Tränenrinne unter den Augen, die Nasolabialfalten, das Kinn und die Lippen. Auch zur Verjüngung der Hände oder zum Ausgleich von Gewebedefekten wird Eigenfett eingesetzt.
Der wichtigste Unterschied zu herkömmlichen Fillern besteht darin, dass Eigenfett lebendes Gewebe ist. Ein Teil der übertragenen Fettzellen verbindet sich mit dem umliegenden Gewebe, wird durchblutet und bleibt dauerhaft erhalten. Fettgewebe enthält außerdem Zellen, die möglicherweise einen positiven Einfluss auf die Hautqualität haben. Die Haut kann dadurch mit der Zeit glatter, fester und frischer wirken. Die Verbindung aus Volumenaufbau und möglicher Verbesserung der Hautqualität macht die Eigenfettbehandlung für viele Patienten interessant.
Was bedeuten Makrofett, Mikrofett und Nanofett?
Bei einer modernen Eigenfettbehandlung kann das Fett unterschiedlich fein aufbereitet werden. Welche Form verwendet wird, hängt davon ab, welches Ergebnis erreicht werden soll.
Makrofett besteht aus größeren Fettpartikeln und wird vor allem eingesetzt, um in tieferen Gewebeschichten Volumen aufzubauen. Typische Bereiche sind die Wangen, die Schläfen oder das Kinn.
Mikrofett ist feiner aufbereitet. Es eignet sich für oberflächlichere Bereiche und für weiche Übergänge, in denen größere Fettpartikel sichtbar oder tastbar sein könnten.
Nanofett wird besonders stark verarbeitet. Dabei bleiben kaum vollständige Fettzellen erhalten. Stattdessen enthält es vor allem Bestandteile und Zellen, die möglicherweise die Regeneration der Haut unterstützen können. Nanofett dient deshalb nicht dem Volumenaufbau. Es wird vor allem zur Verbesserung der Hautqualität eingesetzt, beispielsweise bei feinen Fältchen, dünner Haut unter den Augen oder dunklen Augenringen.
Häufig werden die verschiedenen Formen miteinander kombiniert. Makrofett und Mikrofett bauen verlorenes Volumen wieder auf, während Nanofett die Hautqualität verbessern soll. Im Beratungsgespräch kannst Du gezielt fragen, welche Aufbereitungsmethode für Deine Behandlung vorgesehen ist.
Wie bereite ich mich auf die Behandlung vor?
Vor der Behandlung solltest Du mit Deinem Arzt besprechen, welche Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel Du einnimmst. Blutverdünnende Präparate können das Risiko für Blutergüsse erhöhen. Setze verschriebene Medikamente jedoch niemals eigenständig ab.
Am Behandlungstag solltest Du möglichst ungeschminkt erscheinen. Wenn Du rauchst, ist es sinnvoll, bereits einige Wochen vor dem Eingriff darauf zu verzichten. Nikotin verschlechtert die Durchblutung und kann dadurch beeinflussen, wie gut die übertragenen Fettzellen anwachsen.

Wie läuft die Behandlung ab?
Die Eigenfettbehandlung wird meistens ambulant durchgeführt. Je nach Umfang reicht eine örtliche Betäubung aus. Bei größeren Behandlungen kann auch ein Dämmerschlaf oder eine Vollnarkose sinnvoll sein. Insgesamt dauert der Eingriff meist etwa ein bis zwei Stunden.
Zuerst entnimmt der Arzt über kleine Hautöffnungen Fett aus einer geeigneten Körperregion. Häufig wird dafür Fett am Bauch, an der Hüfte oder an der Innenseite der Oberschenkel verwendet. Die Entnahme ähnelt einer kleinen und besonders schonenden Fettabsaugung.
Anschließend wird das gewonnene Fett aufbereitet. Dabei werden Blut, Flüssigkeit und beschädigte Zellen entfernt. Übrig bleiben möglichst viele gesunde Fettzellen, die später in das Gesicht eingebracht werden können. Die sorgfältige Aufbereitung ist wichtig, da sie beeinflusst, wie viel Fett dauerhaft anwächst.
Im letzten Schritt wird das Fett mit feinen Kanülen in vielen kleinen Mengen unter die Haut gespritzt. Durch diese gleichmäßige Verteilung können die Fettzellen besser mit Blut versorgt werden. Werden zu große Mengen an einer Stelle eingebracht, können die Zellen im Inneren nicht ausreichend versorgt werden und absterben.
Nach der Behandlung sind Schwellungen und Blutergüsse an den behandelten Bereichen und an der Entnahmestelle normal. Meist kannst Du nach etwa ein bis zwei Wochen wieder ohne größere Einschränkungen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.
Was gilt für die Nachsorge?
Nach der Behandlung solltest Du die behandelten Bereiche zunächst schonen. Vermeide Druck, Reiben und Massagen im Gesicht. In den ersten Nächten kann es helfen, mit leicht erhöhtem Oberkörper zu schlafen.
Auf Sport, Sauna und intensive Sonneneinstrahlung solltest Du für etwa zwei bis drei Wochen verzichten oder Dich an die genaue Empfehlung Deines Arztes halten. Vorsichtiges Kühlen kann Schwellungen lindern. Lege Kühlpacks jedoch nicht direkt auf die Haut und übe keinen starken Druck aus.
Auch Dein Körpergewicht spielt eine Rolle. Das übertragene Fett verhält sich wie normales Körperfett. Starke Gewichtsabnahmen können deshalb das Ergebnis beeinträchtigen. Versuche, Dein Gewicht während der Heilungsphase und möglichst auch danach stabil zu halten.
Wie viel Fett wächst an und wie lange hält das Ergebnis?
Nicht das gesamte übertragene Fett bleibt dauerhaft erhalten. In den ersten Wochen baut der Körper einen Teil der Fettzellen wieder ab. Das betrifft vor allem Zellen, die am neuen Ort nicht ausreichend mit Blut versorgt werden.
Als grober Richtwert können etwa 60 bis 80 Prozent des eingebrachten Fetts dauerhaft anwachsen. Wie hoch der tatsächliche Anteil ist, hängt unter anderem von der behandelten Region, der Entnahme und Aufbereitung des Fetts sowie von der Operationstechnik ab. Im Gesicht sind die Bedingungen wegen der guten Durchblutung häufig günstig.
Da ein Teil des Volumens wieder verloren geht, bringt der Arzt manchmal etwas mehr Fett ein, als für das gewünschte Ergebnis notwendig erscheint. Diese leichte Überkorrektur berücksichtigt die spätere Abschwellung und den natürlichen Abbau eines Teils der Fettzellen.
Das endgültige Ergebnis kannst Du meist nach drei bis fünf Monaten beurteilen. Zu diesem Zeitpunkt sind die Schwellungen weitgehend abgeklungen und es zeigt sich, wie viel Fett tatsächlich angewachsen ist. Ist das Volumen noch nicht ausreichend, kann eine weitere Behandlung notwendig sein. Bei größeren Volumenaufbauten wird diese Möglichkeit teilweise von Anfang an eingeplant.
Das dauerhaft angewachsene Fett bleibt als lebendes Gewebe im Gesicht erhalten. Regelmäßige Auffrischungen wie bei Hyaluronsäure sind deshalb meist nicht notwendig. Das Gesicht altert jedoch weiterhin ganz normal.
Außerdem reagiert das übertragene Fett auf Veränderungen des Körpergewichts. Bei einer deutlichen Gewichtszunahme kann es größer werden, bei einer starken Gewichtsabnahme kann es an Volumen verlieren. Ein möglichst stabiles Gewicht hilft daher, das Ergebnis langfristig zu erhalten.

Eigenfett oder Hyaluronsäure: Was passt wann?
Beide Methoden können sinnvoll sein. Welche besser zu Dir passt, hängt davon ab, wie viel Volumen aufgebaut werden soll, wie dauerhaft das Ergebnis sein soll und welchen Aufwand Du in Kauf nehmen möchtest.
Eine Behandlung mit Hyaluronsäure ist schnell durchgeführt und erfordert keine Fettentnahme. Das Material lässt sich sehr genau dosieren und kann bei Bedarf mit einem Enzym wieder aufgelöst werden. Das Ergebnis ist allerdings nicht dauerhaft. Der Körper baut die Hyaluronsäure nach und nach ab, sodass regelmäßige Auffrischungen notwendig sind.
Eine Eigenfettbehandlung ist zunächst aufwendiger. Sie umfasst die Fettentnahme, die Aufbereitung und das Einbringen des Fetts ins Gesicht. Danach musst Du mit stärkeren Schwellungen rechnen und etwas länger auf das endgültige Ergebnis warten. Manchmal ist eine zweite Behandlung notwendig.
Dafür kann das angewachsene Fett dauerhaft erhalten bleiben. Da es sich um körpereigenes Gewebe handelt, sind allergische Reaktionen äußerst unwahrscheinlich. Zusätzlich kann Eigenfett die Hautqualität positiv beeinflussen, in fein aufbereiteter Form als Nanofat auch gezielt bei feinen Fältchen und Narben.
Auch im Bereich unter den Augen kann Eigenfett eine gute Möglichkeit sein. Hyaluronsäure kann dort bei manchen Patienten zu länger anhaltenden Schwellungen oder einem bläulichen Durchschimmern führen. Welche Methode besser geeignet ist, hängt jedoch stark von der individuellen Anatomie ab.
Als grobe Orientierung gilt: Möchtest Du zunächst ausprobieren, wie eine Volumenveränderung wirkt, oder nur einen kleinen Bereich korrigieren, ist Hyaluronsäure oft die flexiblere Lösung. Möchtest Du größere Volumenverluste dauerhaft behandeln oder mehrere Bereiche aufbauen lassen, kann Eigenfett sinnvoller sein.
Welche Risiken gibt es bei einer Eigenfettbehandlung im Gesicht?
Schwellungen, Blutergüsse und ein Spannungsgefühl sind nach der Behandlung normal. Sie können sowohl im Gesicht als auch an der Entnahmestelle auftreten und klingen meist innerhalb von ein bis zwei Wochen ab.
Seltener kann es zu Infektionen, länger anhaltenden Verhärtungen oder kleinen Ölzysten kommen. Diese können entstehen, wenn ein Teil der übertragenen Fettzellen nicht ausreichend durchblutet wird und abstirbt. Auch ein ungleichmäßiges Anwachsen ist möglich. Dadurch können Asymmetrien entstehen, die gegebenenfalls in einer weiteren Behandlung ausgeglichen werden.
Wie viel Fett dauerhaft anwächst, lässt sich nicht exakt vorhersagen. Die Anwachsrate unterscheidet sich von Patient zu Patient und kann durch Rauchen, Durchblutung, Behandlungstechnik und Nachsorge beeinflusst werden. Wenn Du ein sehr genau planbares Ergebnis bei kleinen Korrekturen möchtest, kann Hyaluronsäure besser geeignet sein.
Sehr selten kann Fett in ein Blutgefäß gelangen. Solche Gefäßkomplikationen können schwerwiegende Folgen haben. Deshalb sollte die Behandlung nur von einem erfahrenen Arzt durchgeführt werden, der die Anatomie des Gesichts genau kennt und regelmäßig Eigenfettbehandlungen durchführt.
Frage im Beratungsgespräch, wie häufig der Arzt solche Behandlungen durchführt, wie das Fett aufbereitet wird und wie vorgegangen wird, wenn zu wenig Fett anwächst oder das Ergebnis ungleichmäßig ausfällt.

Für wen eignet sich die Behandlung?
Eine Eigenfettbehandlung eignet sich vor allem, wenn Dein Gesicht an Volumen verloren hat. Typische Anzeichen sind eingefallene Wangen oder Schläfen, eine müde wirkende Augenpartie und weniger klar ausgeprägte Gesichtskonturen. Auch nach einer starken Gewichtsabnahme kann Eigenfett helfen, dem Gesicht wieder mehr Fülle zu geben.
Die Behandlung kommt besonders für Dich infrage, wenn Du ein natürlich wirkendes und langfristiges Ergebnis möchtest und bereit bist, dafür einen kleinen operativen Eingriff in Kauf zu nehmen. Voraussetzung ist, dass an einer anderen Körperstelle genügend Fett entnommen werden kann. Meist finden sich auch bei schlanken Menschen geeignete Bereiche.
Wichtig sind realistische Erwartungen und etwas Geduld. Nicht das gesamte übertragene Fett wächst dauerhaft an. Deshalb kann nach einigen Monaten eine weitere Behandlung sinnvoll sein, um das Ergebnis zu ergänzen. Suchst Du dagegen eine schnelle Lösung für einen bestimmten Termin, ist Hyaluronsäure häufig besser geeignet.
Bei starkem Nikotinkonsum, Gerinnungsstörungen, starken Gewichtsschwankungen oder unbehandelten Erkrankungen im Behandlungsbereich kann die Eigenfettbehandlung ungeeignet sein oder mit höheren Risiken verbunden sein. Ob das Verfahren für Dich infrage kommt, sollte deshalb immer in einem ausführlichen ärztlichen Beratungsgespräch geklärt werden. Dabei sollte nicht nur eine einzelne Falte, sondern das gesamte Gesicht betrachtet werden.
Was kostet eine Eigenfettbehandlung im Gesicht?
Die Kosten hängen davon ab, wie viele Bereiche behandelt werden und wie aufwendig der Eingriff ist. Eine kleinere Behandlung einer einzelnen Zone kann etwa 1.000 bis 1.500 Euro kosten. Eine umfangreichere Behandlung mit Fettentnahme, Aufbereitung und Volumenaufbau in mehreren Bereichen liegt in Deutschland und Österreich häufig zwischen 2.300 und 3.500 Euro. In der Schweiz sind die Kosten meist höher.
Manchmal ist eine zweite Sitzung notwendig, wenn nach der Heilungsphase noch Volumen fehlt. Diese wird teilweise günstiger angeboten. Kläre deshalb vor der ersten Behandlung, welche Kosten bei einer möglichen Folgebehandlung entstehen.
Eine Eigenfettbehandlung ist zunächst meist teurer als eine Behandlung mit Hyaluronsäure. Langfristig kann sie jedoch günstiger sein, da das angewachsene Fett dauerhaft erhalten bleibt. Hyaluronsäure wird dagegen vom Körper abgebaut und muss regelmäßig aufgefrischt werden. Besonders bei mehreren Behandlungszonen lohnt es sich deshalb, nicht nur die ersten Kosten, sondern auch die langfristigen Ausgaben zu vergleichen.
In der Regel musst Du die Behandlung selbst bezahlen. Eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse kommt nur in besonderen medizinischen oder rekonstruktiven Fällen infrage, zum Beispiel nach einem Unfall oder bei bestimmten Gewebedefekten.
Achte bei einem Kostenangebot darauf, welche Leistungen enthalten sind. Dazu sollten die Fettentnahme, die Aufbereitung, die Betäubung oder Narkose sowie die notwendigen Nachkontrollen gehören.
Eine geeignete Praxis in Deiner Region findest Du über unsere Arztsuche.
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