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Nanofat

Nanofat ist mechanisch aufbereitetes Eigenfett, das reich an regenerativen Zellen ist und Hautqualität, Augenringe und…

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Eigenfett wird in der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie seit Jahrzehnten eingesetzt, um verlorenes Volumen im Gesicht oder am Körper auszugleichen. Fettgewebe kann jedoch mehr als nur auffüllen. Es enthält verschiedene Zelltypen, Botenstoffe und Bestandteile des Bindegewebes, die an Reparatur- und Regenerationsprozessen beteiligt sind. Genau hier setzt Nanofat an. Das körpereigene Fett wird so fein mechanisch aufbereitet, dass die reifen Fettzellen weitgehend zerstört werden und der Volumenaufbau in den Hintergrund tritt.

Die Technik wurde 2013 von einer belgischen Arbeitsgruppe um den Plastischen Chirurgen Patrick Tonnard beschrieben. Heute wird Nanofat vor allem zur Verbesserung der Hautqualität eingesetzt, beispielsweise bei Aknenarben, feinen Fältchen, dünner oder sonnengeschädigter Haut und bestimmten Veränderungen der Augenpartie. Da dafür zunächst Fett abgesaugt, aufbereitet und anschließend wieder in das Gewebe eingebracht wird, handelt es sich um einen medizinischen Eingriff. Wie Nanofat gewonnen wird, für wen die Behandlung infrage kommt, welche Ergebnisse realistisch sind und wo die Grenzen des Verfahrens liegen, erfährst Du hier.

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Das Wichtigste in Kürze

Nanofat ist mechanisch aufbereitetes Eigenfett. Dabei werden die reifen Fettzellen weitgehend zerstört, während verschiedene Zellen und Bestandteile des Stütz- und Gefäßgewebes erhalten bleiben.

Anders als beim klassischen Lipofilling steht nicht der Volumenaufbau im Vordergrund. Nanofat wird vor allem eingesetzt, um die Hautqualität zu verbessern, etwa bei feinen Fältchen, Narben oder bestimmten Formen von Augenringen.

Klinische Studien zeigen vielversprechende Ergebnisse, insbesondere bei Narben und Hautverjüngung. Die Untersuchungen sind jedoch häufig klein und belastbare Langzeitdaten fehlen.

Die rechtliche Einordnung hängt nicht allein davon ab, ob Fett mechanisch oder enzymatisch verarbeitet wird. Werden Zellen wesentlich bearbeitet oder für eine andere wesentliche Funktion eingesetzt, kann das Präparat als Arzneimittel für neuartige Therapien, kurz ATMP, eingestuft werden.

Was ist Nanofat und wie wird es gewonnen?

Nanofat, gelegentlich auch Nanofett genannt, ist keine eigene Substanz, sondern speziell aufbereitetes körpereigenes Fettgewebe. Zunächst wird eine kleine Menge Fett abgesaugt, häufig am Bauch, an den Flanken oder an einer anderen geeigneten Körperstelle. Das gewonnene Fett wird anschließend mechanisch emulgiert. Dabei wird es mehrfach zwischen miteinander verbundenen Spritzen hin und her bewegt. Die entstehenden Scherkräfte zerstören einen Großteil der reifen Fettzellen. Anschließend wird die Emulsion gefiltert, damit gröbere Gewebebestandteile entfernt werden.

Das Ergebnis ist eine dünnflüssige Suspension, die sich mit sehr feinen Nadeln oder Kanülen in oberflächliche Gewebeschichten einbringen lässt. In der ursprünglichen Untersuchung von Tonnard konnten nach der Aufbereitung keine lebensfähigen reifen Fettzellen mehr nachgewiesen werden. Zellpopulationen aus dem Stütz- und Gefäßgewebe blieben dagegen erhalten.

Welche Bestandteile bleiben im Nanofat erhalten?

Zum Fettgewebe gehören neben reifen Fettzellen zahlreiche weitere Zelltypen. Dazu zählen unter anderem Stamm- und Vorläuferzellen aus dem Fettgewebe, Gefäßzellen und Immunzellen. Viele dieser Zellpopulationen werden der sogenannten stromalen vaskulären Fraktion, kurz SVF, zugerechnet. Nanofat ist allerdings nicht mit einer gezielt isolierten SVF gleichzusetzen. Es handelt sich vielmehr um mechanisch aufbereitetes Gewebe, in dem entsprechende Zellbestandteile zusammen mit weiteren Bestandteilen der Gewebematrix erhalten bleiben können.

Diese Bestandteile stehen im Mittelpunkt des regenerativen Ansatzes. Experimentelle und histologische Untersuchungen liefern Hinweise darauf, dass sie Prozesse wie Kollagenbildung, Gewebeumbau und die Bildung neuer kleiner Blutgefäße unterstützen können. Dadurch sollen sich Struktur und Qualität der Haut verbessern.

Nanofat ist deshalb kein klassischer Filler. Da die für den Volumenaufbau wichtigen reifen Fettzellen bei der Aufbereitung weitgehend zerstört werden, ist kein ausgeprägter Fülleffekt vorgesehen. Im Vordergrund stehen Veränderungen der Hautstruktur und des Gewebes.

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Wie unterscheidet sich Nanofat von Lipofilling und Mikrofett?

Bei Eigenfettbehandlungen können Fettpräparate unterschiedlich stark aufbereitet werden. Beim klassischen Lipofilling werden möglichst intakte Fettzellverbände übertragen. Ein Teil davon kann am neuen Ort einheilen und dauerhaft Volumen schaffen. Die Methode kommt beispielsweise bei eingefallenen Wangen, Volumenverlust im Gesicht oder zum Aufbau anderer Körperregionen zum Einsatz. Mehr über dieses Verfahren erfährst Du in unserem ausführlichen Beitrag zum Lipofilling.

Mikrofett für feineren Volumenaufbau

Mikrofett, auch Microfat genannt, besteht aus kleineren Fettgewebepartikeln als das Material beim klassischen Lipofilling. Die Fettzellen sollen dabei möglichst lebensfähig bleiben. Dadurch eignet sich Mikrofett für einen fein dosierten Volumenaufbau, beispielsweise in ausgewählten Bereichen des Gesichts.

Nanofat für die Hautqualität

Bei Nanofat steht dagegen nicht der Volumenaufbau im Mittelpunkt. Durch die intensive mechanische Aufbereitung werden die reifen Fettzellen weitgehend zerstört. Eingesetzt wird die entstandene Suspension vor allem mit dem Ziel, regenerative Prozesse im Gewebe zu unterstützen und die Hautqualität zu verbessern.

Die unterschiedlichen Verfahren können miteinander kombiniert werden. Bei einer ausgeprägten Tränenrinne kann beispielsweise Mikrofett eingesetzt werden, um fehlendes Volumen auszugleichen, während Nanofat zusätzlich oberflächlicher in die dünne Haut eingebracht wird. Welche Kombination sinnvoll ist, hängt von der Ursache der Veränderung und vom gewünschten Ergebnis ab.

Wann kommt eine Nanofat-Behandlung infrage?

Nanofat wird vor allem eingesetzt, wenn sich die Hautqualität verbessern soll. In der Fachsprache wird dafür häufig der Begriff Skin Rejuvenation verwendet, also Hautverjüngung. Gemeint sind Veränderungen von Hautstruktur, Elastizität, Dicke und Erscheinungsbild. Eine Behandlung kann beispielsweise bei dünner, sonnengeschädigter oder fein knittriger Haut infrage kommen, wenn kein zusätzlicher Volumenaufbau gewünscht ist.

Nanofat bei Augenringen

Ein häufig behandelter Bereich ist die Region unter den Augen. Dort ist die Haut besonders dünn, sodass Gefäße und tieferliegende Strukturen stärker durchscheinen können. Nanofat soll die Beschaffenheit des Gewebes verbessern und kann dadurch bestimmte dunkle Veränderungen der Unterlider mildern.

Augenringe haben allerdings unterschiedliche Ursachen. Besteht vor allem ein Volumenverlust der Tränenrinne, reicht Nanofat allein möglicherweise nicht aus. Auch Pigmentierungen, Gefäßzeichnungen und anatomisch bedingte Schatten können unterschiedlich auf die Behandlung reagieren.

Nanofat bei Narben

Besonders intensiv untersucht wurde Nanofat bei Aknenarben sowie anderen eingesunkenen oder verhärteten Narben. Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025 wertete zwölf klinische Studien aus. Die meisten berichteten kurzfristig über Verbesserungen von Narbenbild, Hautstruktur und Patientenzufriedenheit. Auch histologische Untersuchungen zeigten unter anderem eine stärkere Kollageneinlagerung und Gefäßneubildung. Bei längerer Nachbeobachtung waren die Ergebnisse allerdings weniger eindeutig.

Nanofat wird außerdem bei feinen Fältchen rund um Mund und Augen sowie an Hals, Dekolleté oder Handrücken eingesetzt. Auch Anwendungen bei Haarausfall, chronischen Wunden und weiteren regenerativen Fragestellungen werden untersucht. Für viele dieser Einsatzbereiche reicht die Datenlage bislang jedoch nicht für klare Empfehlungen aus.

Ob Nanofat zu Deinem Anliegen passt, sollte deshalb nach einer ärztlichen Untersuchung entschieden werden. Entscheidend ist nicht nur, wie die Haut aussieht, sondern auch, wodurch die Veränderung verursacht wird und ob Nanofat allein oder in Kombination mit einer anderen Behandlung sinnvoll ist.

Wie läuft eine Nanofat-Behandlung ab?

Am Anfang steht ein ausführliches Beratungsgespräch. Deine Ärztin oder Dein Arzt untersucht die zu behandelnde Region, bespricht mit Dir Deine Erwartungen und prüft, an welcher Körperstelle Fett entnommen werden kann. Auch Vorerkrankungen, Medikamente und frühere Eingriffe werden berücksichtigt. Ob Medikamente vor der Behandlung pausiert werden müssen, sollte immer individuell ärztlich entschieden werden.

Entnahme und Aufbereitung des Eigenfetts

Am Behandlungstag wird zunächst die Entnahmestelle betäubt. Häufig wird dafür eine sogenannte Tumeszenzlösung in das Fettgewebe eingebracht. Sie enthält unter anderem ein örtliches Betäubungsmittel und erleichtert die anschließende Fettentnahme. Über einen kleinen Hautzugang entnimmt die Ärztin oder der Arzt anschließend mit einer feinen Kanüle eine geringe Menge Fett.

Das gewonnene Fett wird danach mechanisch aufbereitet. Bei der klassischen Nanofat-Technik wird es mehrfach zwischen zwei Spritzen hin und her bewegt und dadurch emulgiert. Anschließend wird das Material gefiltert, sodass eine feine, gut injizierbare Suspension entsteht. Die genaue Aufbereitung kann je nach verwendeter Technik variieren.

Wie wird Nanofat in die Haut eingebracht?

Bei der klassischen Anwendung wird Nanofat mit sehr feinen Nadeln oder Kanülen oberflächlich in oder unmittelbar unter die Haut injiziert. Das kann beispielsweise im Bereich von Narben oder an den Unterlidern erfolgen.

Eine weitere Technik ist das sogenannte Nanofat-Needling. Dabei wird Nanofat mithilfe eines Microneedling-Verfahrens möglichst gleichmäßig in oberflächliche Hautschichten eingebracht. Diese Methode wurde 2019 als eigene Anwendungstechnik beschrieben und wird unter anderem zur großflächigeren Behandlung der Haut eingesetzt.

Je nach Umfang dauert die gesamte Behandlung ungefähr 60 bis 120 Minuten. Kleinere Eingriffe können kürzer dauern. In vielen Fällen reicht eine örtliche Betäubung aus, bei umfangreicheren Behandlungen oder Kombinationseingriffen kann auch ein Dämmerschlaf infrage kommen.

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Wann sehe ich Ergebnisse und wie lange halten sie?

Direkt nach der Behandlung können Schwellungen, Rötungen und kleinere Blutergüsse auftreten. Das betrifft sowohl die Stelle, an der Fett entnommen wurde, als auch die behandelte Haut. Besonders rund um die Augen können Schwellungen einige Tage sichtbar bleiben. Viele Patientinnen und Patienten sind nach wenigen Tagen wieder gesellschaftsfähig, wobei der individuelle Heilungsverlauf unterschiedlich sein kann.

Anders als ein klassischer Filler soll Nanofat seine Wirkung nicht hauptsächlich über einen sofortigen Fülleffekt entfalten. Veränderungen der Hautstruktur entwickeln sich daher schrittweise über mehrere Wochen bis Monate. Bereits in der ursprünglichen Untersuchung von Tonnard wurden nach sechs Monaten Verbesserungen der Hautqualität beschrieben. Wie deutlich der Effekt ausfällt und wann er sichtbar wird, kann jedoch von Person zu Person variieren.

Wie lange hält das Ergebnis?

Eine verlässliche allgemeine Haltbarkeit lässt sich derzeit nicht angeben. Dafür fehlen ausreichend große Studien mit langer Nachbeobachtung. Besonders bei Narben sprechen die bisherigen Daten dafür, dass Verbesserungen kurzfristig deutlicher ausfallen können als im weiteren Verlauf.

Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025 kam zu dem Ergebnis, dass Nanofat bei Narben vor allem kurzfristig vielversprechende Ergebnisse zeigt. Zwei methodisch hochwertige kontrollierte Studien fanden jedoch nach mehr als zwölf Monaten keinen anhaltenden signifikanten Vorteil. Das bedeutet nicht, dass eine Behandlung nach einem Jahr wirkungslos sein muss, zeigt aber, dass Aussagen wie „das Ergebnis hält mehrere Jahre“ derzeit nicht ausreichend belegt sind.

Der natürliche Alterungsprozess der Haut läuft außerdem weiter. Ob eine weitere Behandlung sinnvoll ist und wann sie infrage kommt, hängt vom Ausgangsbefund, vom Behandlungsziel und vom individuellen Verlauf ab.

Was sagt die Studienlage zu Nanofat?

Seit der ersten Beschreibung im Jahr 2013 wurde Nanofat in zahlreichen klinischen und experimentellen Arbeiten untersucht. Im Mittelpunkt stehen Hautverjüngung, Narben, feine Fältchen und Veränderungen der Augenpartie. Viele Studien berichten über Verbesserungen von Hautstruktur, Elastizität, Pigmentierung oder Narbenbild. Labor- und Gewebeuntersuchungen liefern außerdem Hinweise auf vermehrte Kollagenbildung, Veränderungen der extrazellulären Matrix und eine stärkere Gefäßneubildung.

Trotzdem ist Nanofat wissenschaftlich noch deutlich weniger gut untersucht als viele etablierte ästhetische Verfahren. Die Aufbereitungsmethoden unterscheiden sich zwischen den Studien, die Patientengruppen sind häufig klein und nicht jede Untersuchung verfügt über eine Kontrollgruppe. Die systematische Übersichtsarbeit zur Narbenbehandlung aus dem Jahr 2025 fand zwar überwiegend positive kurzfristige Ergebnisse, zeigte aber auch, dass die langfristige Wirkung weniger sicher ist.

Insgesamt spricht die bisherige Forschung dafür, dass Nanofat die Hautqualität und bestimmte Narbenmerkmale verbessern kann. Wie groß der Effekt im Einzelfall ist, welche Patientinnen und Patienten besonders profitieren und wie lange die Veränderungen anhalten, ist bislang jedoch nicht abschließend geklärt.

Wie lässt sich Nanofat mit PRF kombinieren?

Nanofat kann mit PRF kombiniert werden. PRF steht für Platelet Rich Fibrin, auf Deutsch plättchenreiches Fibrin, und wird ebenfalls aus körpereigenem Material gewonnen. Dafür wird Blut abgenommen und zentrifugiert. Das entstehende Präparat enthält unter anderem Blutplättchen und ein Fibringerüst. Blutplättchen können verschiedene Wachstumsfaktoren freisetzen, die an Wundheilungs- und Reparaturprozessen beteiligt sind.

Die Idee besteht darin, die Bestandteile des Nanofats mit den Wachstumsfaktoren des PRF zu kombinieren. Eine klinische Untersuchung zur Gesichtsverjüngung berichtete über positive Ergebnisse mit Nanofat und PRF. Allerdings wurde die Kombination dort mit Hyaluronsäure verglichen und nicht mit Nanofat allein. Daraus lässt sich deshalb nicht ableiten, wie groß der zusätzliche Nutzen von PRF tatsächlich ist. Ob eine Kombination in Deinem Fall sinnvoll ist, sollte individuell mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt besprochen werden.

Welche Risiken und Nebenwirkungen sind möglich?

Da Nanofat aus Deinem eigenen Fettgewebe gewonnen wird, sind allergische oder immunologische Abstoßungsreaktionen auf das Fett selbst nicht zu erwarten. Trotzdem gehören zur Behandlung eine Fettentnahme, die Aufbereitung des Gewebes und anschließende Injektionen. Dadurch können Nebenwirkungen und Komplikationen auftreten.

Typische vorübergehende Beschwerden sind:

  • Schwellungen, Rötungen und Blutergüsse
  • Druckempfindlichkeit oder leichte Schmerzen
  • vorübergehende Gefühlsstörungen an der Entnahmestelle
  • kleinere Unebenheiten oder Verhärtungen

Infektionen, länger anhaltende Verhärtungen, Fettzysten oder Unregelmäßigkeiten sind möglich, scheinen aber selten zu sein. In der ursprünglichen Untersuchung von Tonnard mit 67 Behandlungen wurden keine Infektionen, Fettzysten oder Granulome beobachtet. Die Zahl der untersuchten Fälle war jedoch zu klein, um seltene Komplikationen auszuschließen.

Bei Injektionen im Gesicht kommt ein weiteres Risiko hinzu. Von Eigenfettinjektionen sind sehr selten schwere Gefäßkomplikationen beschrieben worden, wenn Fett unbeabsichtigt in eine Arterie gelangt. Je nach betroffenem Gefäß können Hautschäden, Sehverlust oder neurologische Komplikationen entstehen. Wie häufig solche Ereignisse speziell bei oberflächlichen Nanofat-Injektionen auftreten, ist nicht bekannt. Eine genaue Kenntnis der Gesichtsanatomie und eine fachgerechte Injektionstechnik sind deshalb besonders wichtig.

Fettentnahme, Aufbereitung und Injektion sollten von einer entsprechend qualifizierten und erfahrenen Ärztin oder einem Arzt durchgeführt werden. Auch ein geringerer als der erhoffte Effekt, ein unterschiedlich starkes Ansprechen oder die Notwendigkeit weiterer Behandlungen sollten vor dem Eingriff besprochen werden.

Ist Nanofat in der EU erlaubt?

Die rechtliche Einordnung ist komplexer als die einfache Unterscheidung zwischen „mechanisch erlaubt“ und „enzymatisch verboten“. Nach europäischem Recht kommt es unter anderem darauf an, wie stark Zellen oder Gewebe bearbeitet werden und welche Funktion sie nach der Anwendung im Körper erfüllen sollen.

Bestimmte mechanische Bearbeitungsschritte wie Schneiden, Zerkleinern, Zentrifugieren, Separieren, Konzentrieren und Filtern gelten nach den europäischen ATMP-Regeln für sich genommen nicht als substanzielle Bearbeitung. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass jedes mechanisch aufbereitete Fettprodukt außerhalb des Arzneimittelrechts liegt. Entscheidend ist zusätzlich, ob die Zellen oder Gewebe beim Empfänger im Wesentlichen dieselbe Funktion erfüllen sollen wie im Ausgangsgewebe.

Wann kann aus Eigenfett ein Zelltherapeutikum werden?

ATMP steht für Advanced Therapy Medicinal Product, also Arzneimittel für neuartige Therapien. Dazu gehören unter anderem somatische Zelltherapeutika und biotechnologisch bearbeitete Gewebeprodukte. Werden Zellen beispielsweise kultiviert oder vermehrt, handelt es sich in der Regel um eine weitergehende Bearbeitung. Auch eine Anwendung für eine andere wesentliche Funktion kann für die Einstufung entscheidend sein.

Wird ein Präparat als ATMP eingestuft, unterliegt es deutlich strengeren Vorgaben. Solche Produkte dürfen in der EU grundsätzlich nur mit zentraler Zulassung, im Rahmen einer genehmigten klinischen Studie oder unter einer national genehmigten Ausnahme für bestimmte Krankenhausanwendungen eingesetzt werden. Die Einstufung eines konkreten Nanofat-Verfahrens muss deshalb immer anhand von Herstellung und vorgesehener Anwendung beurteilt werden.

Für die Schweiz gelten eigene heilmittelrechtliche Vorschriften, da sie nicht Teil der Europäischen Union ist.

Vorsicht bei Stammzellen-Versprechen

Nanofat enthält Zellpopulationen mit regenerativem Potenzial, darunter Stamm- und Vorläuferzellen aus dem Fettgewebe. Bei der klassischen Nanofat-Technik werden diese jedoch nicht gezielt isoliert, kultiviert und vermehrt. Die Behandlung sollte deshalb nicht mit einer Stammzelltherapie gleichgesetzt werden.

Besonders kritisch solltest Du Angebote prüfen, die mit isolierten oder vermehrten Stammzellen und weitreichenden ästhetischen oder medizinischen Wirkungen werben. Auch die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA warnt vor nicht zugelassenen regenerativen Zellprodukten und vor Behandlungen, deren Sicherheit und Wirksamkeit nicht ausreichend belegt sind.

Für wen ist eine Nanofat-Behandlung geeignet?

Nanofat kann für gesunde Erwachsene infrage kommen, bei denen vor allem die Qualität der Haut verbessert werden soll. Mögliche Einsatzbereiche sind dünne oder sonnengeschädigte Haut, feine Fältchen, bestimmte Formen von Augenringen sowie Akne- und andere Narben. Voraussetzung ist außerdem, dass an einer geeigneten Körperstelle ausreichend Fett für die Entnahme vorhanden ist.

Weniger geeignet ist Nanofat, wenn Dein Hauptziel ein deutlicher Volumenaufbau ist. Bei eingefallenen Wangen, einer ausgeprägten Tränenrinne oder anderen Volumendefiziten können je nach Befund Mikrofett, klassisches Lipofilling oder andere Filler geeigneter sein. Auch deutlich erschlaffte Haut lässt sich durch Nanofat nicht in gleicher Weise korrigieren wie durch einen chirurgischen Straffungseingriff.

Wichtig sind realistische Erwartungen. Nanofat soll Veränderungen der Haut schrittweise unterstützen und führt nicht zu einer sofortigen oder dramatischen Verjüngung. Wenn Du eine regenerative Behandlung möchtest, aber keine Fettabsaugung infrage kommt, können je nach Hautbild beispielsweise Microneedling, Eigenblutbehandlungen oder Polynukleotide Alternativen sein. Welche Methode am besten passt, sollte eine Ärztin oder ein Arzt nach Untersuchung Deiner Haut mit Dir besprechen.

Was kostet eine Nanofat-Behandlung?

Die Kosten hängen vom behandelten Bereich, dem Aufwand der Fettentnahme und Aufbereitung, der Art der Betäubung und möglichen Kombinationen mit Mikrofett, Lipofilling oder anderen Verfahren ab. Aktuelle öffentlich zugängliche Preisangaben zeigen deshalb eine große Spannbreite.

In Deutschland beginnen Nanofat-Behandlungen derzeit häufig bei etwa 1.500 bis 2.500 Euro. In Österreich finden sich je nach Region und Behandlungsareal Einstiegspreise von etwa 1.450 bis 2.500 Euro. In der Schweiz werden häufig etwa 2.000 bis 5.000 Franken oder mehr genannt. Umfangreichere Behandlungen und Kombinationseingriffe können deutlich teurer sein.

Vor dem Eingriff solltest Du Dir einen schriftlichen Kostenplan geben lassen, aus dem auch mögliche Kosten für Betäubung, Nachsorge und zusätzliche Behandlungen hervorgehen. Eine Nanofat-Behandlung aus rein ästhetischen Gründen musst Du in der Regel selbst bezahlen. Liegt eine medizinische Indikation vor, beispielsweise bei ausgeprägten Narben nach Verletzungen oder Verbrennungen, kann eine Kostenbeteiligung im Einzelfall möglich sein. Das solltest Du vorab direkt mit Deiner Versicherung klären.

Quellen

Tonnard P, Verpaele A, Peeters G et al.: Nanofat grafting: basic research and clinical applications. Plastic and Reconstructive Surgery, 2013. PMID: 23783059. DOI: 10.1097/PRS.0b013e31829fe1b0.

La Padula S, Hersant B, Pizza C et al.: Nanofat in Plastic Reconstructive, Regenerative, and Aesthetic Surgery: A Review of Advancements in Face-Focused Applications. Journal of Clinical Medicine, 2023. PMID: 37445386. DOI: 10.3390/jcm12134351.

Al-Sabri G, Alavi S, Alkaabi S et al.: The Effectiveness of Nanofat in the Management of Skin Scars: A Systematic Review. Aesthetic Surgery Journal Open Forum, 2025. PMID: 40800046. DOI: 10.1093/asjof/ojaf080.

Verpaele A, Tonnard P, Jeganathan C, Ramaut L.: Nanofat Needling: A Novel Method for Uniform Delivery of Adipose-Derived Stromal Vascular Fraction into the Skin. Plastic and Reconstructive Surgery, 2019. PMID: 30921122. DOI: 10.1097/PRS.0000000000005455.

Liang ZJ, Lu X, Li DQ et al.: Precise Intradermal Injection of Nanofat-Derived Stromal Cells Combined with Platelet-Rich Fibrin Improves the Efficacy of Facial Skin Rejuvenation. Cellular Physiology and Biochemistry, 2018. PMID: 29768259. DOI: 10.1159/000489809.

Mortada H, Seraj H, Alhamoud MA et al.: Ophthalmic Complications Following Facial Autologous Fat Graft Injection: A Systematic Review and Meta-Analysis. Aesthetic Plastic Surgery, 2022. PMID: 35650299. DOI: 10.1007/s00266-022-02924-5.

European Medicines Agency: Advanced therapy medicinal products: Overview sowie Scientific recommendations on classification of advanced therapy medicinal products.

European Medicines Agency und Heads of Medicines Agencies: Unregulated advanced therapy medicinal products pose serious risks to health, 2025.

Paul-Ehrlich-Institut: Arzneimittel für neuartige Therapien (ATMP) und Informationen zur substanziellen und nicht substanziellen Bearbeitung von Zellen und Geweben.

U.S. Food and Drug Administration: Consumer Alert on Regenerative Medicine Products Including Stem Cells and Exosomes.

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Häufige Fragen

Ist Nanofat eine Stammzellentherapie?
Nanofat ist nicht mit einer Therapie mit isolierten oder im Labor vermehrten Stammzellen gleichzusetzen. Bei der mechanischen Aufbereitung bleiben zwar Stamm- und Vorläuferzellen aus dem Fettgewebe erhalten, sie werden bei der klassischen Nanofat-Technik jedoch nicht gezielt isoliert, kultiviert oder vermehrt.
Sind Stammzellenbehandlungen aus Eigenfett in der EU erlaubt?
Das lässt sich nicht pauschal mit Ja oder Nein beantworten. Entscheidend ist unter anderem, wie die Zellen oder Gewebe verarbeitet werden und welche Funktion sie nach der Anwendung erfüllen sollen. Wird ein Zellprodukt als ATMP eingestuft, darf es in der EU nur unter den dafür vorgesehenen rechtlichen Voraussetzungen eingesetzt werden, beispielsweise mit Zulassung, innerhalb einer genehmigten klinischen Studie oder unter einer entsprechenden nationalen Ausnahme.
Hilft Nanofat gegen Augenringe?
Nanofat kann bei bestimmten Augenringen infrage kommen, insbesondere wenn sehr dünne Haut dazu beiträgt, dass Gefäße und darunterliegende Strukturen stärker sichtbar werden. Besteht dagegen hauptsächlich ein Volumenverlust in der Tränenrinne, kann eine Behandlung mit Nanofat allein zu wenig sein. Auch Pigmentierungen und anatomisch bedingte Schatten benötigen gegebenenfalls einen anderen Behandlungsansatz.
Was ist Nanofat-Needling?
Beim Nanofat-Needling wird aufbereitetes Nanofat mithilfe eines Microneedling-Verfahrens möglichst gleichmäßig in die Haut eingebracht. Die Methode wurde als Alternative zur punktuellen Injektion entwickelt und wird unter anderem bei größeren Hautarealen eingesetzt. Die wissenschaftliche Datenlage ist allerdings kleiner als zur klassischen Nanofat-Injektion.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten einer Nanofat-Behandlung?
Eine rein ästhetische Nanofat-Behandlung musst Du in der Regel selbst bezahlen. Bei bestimmten medizinisch begründeten Narbenbehandlungen kann eine Kostenbeteiligung im Einzelfall möglich sein. Ob Deine Versicherung Kosten übernimmt, solltest Du vor dem Eingriff direkt und möglichst schriftlich klären.
Redaktionelle Verantwortung

Dieser Beitrag wurde von der internen MOOCI-Redaktion erstellt, inhaltlich geprüft und freigegeben. Bei der Recherche und Aufbereitung setzen wir auch KI-gestützte Werkzeuge ein; jeder Text wird vor der Veröffentlichung von unserer Redaktion fachlich gegengelesen. Die redaktionelle Verantwortung trägt Nadja Sukalia, Content Managerin bei MOOCI. Die medizinische Prüfung erfolgt durch Ärztinnen und Ärzte aus unserem Fachnetzwerk.

Dr. med. Stefan Gärner

Dr. med. Stefan Gärner

Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie

Dr. Stefan Gärner schloss 2002 sein Medizinstudium an der Universität Wien ab. Am Unfallkrankenhaus Lorenz Böhler in Wien absolvierte er die Facharztausbildung für Unfallchirurgie. Zudem hat er den Facharzt für Plastische Chirurgie und Handchirurgie am Züricher Universitätsspital abgelegt. Zusätzlich hat Dr. Gärner im Wilhelminenspital in Wien 2011 die Facharztausbildung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie abgeschlossen. Die Spezialgebiete von Dr. Gärner sind die ästhetische und rekonstruktive Brustchirurgie, Liposuktion und Bodysculpting sowie die Gesicht-, Hand- und Tumorchirurgie. Zudem zählen auch Botox-, Filler- und Lipofiller-Behandlungen zu seinem Leistungsspektrum. Dr. Stefan Gärner ist Mitglied der österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie, der österreichischen Gesellschaft für Senologie und der österreichischen Gesellschaft für Handchirurgie.

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