Zahnfleischkorrektur

Nicht nur Beschaffenheit und Gesundheit der Zähne, sondern auch des Zahnfleisches sind für ein schönes und gesundes Lächeln das Um und Auf. Neben den Zähnen kann auch das Zahnfleisch von pathologischen Veränderungen, Entzündungen und Infektionen betroffen sein. Um Schäden und Ungleichmäßigkeiten zu korrigieren, gibt es die Möglichkeit einer Zahnfleischkorrektur. Sowohl ein Zuviel als auch ein Zuwenig an Zahnfleisch kann der Spezialist mit unterschiedlichen Techniken behandeln.


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Zuletzt aktualisiert: 9. Juni, 2020



Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Unter einer Zahnfleischkorrektur wird ein operativer Eingriff verstanden, bei dem entweder übermäßig vorhandenes Zahnfleisch abgetragen oder zurückgegangenes beziehungsweise zu wenig vorhandenes Zahnfleisch aufgebaut wird


Während der Zahnfleischrückgang meist in Folge von falscher Mundhygiene, Parodontitis oder häufigen Zähneknirschen auftritt, hat überschüssiges Zahnfleisch keinen Krankheitswert und ist häufig Sache der Veranlagung


Meist handelt es sich um einen rein ästhetischen Eingriff, nur selten ist eine medizinische Notwendigkeit gegeben. Dies ist vor allem stark freiliegenden Zahnhälsen und damit einhergehenden Beschwerden bis hin zur Lockerung der Zähne der Fall


Der Eingriff wird durch einen Kieferorthopäden meist ambulant und in Regionalanästhesie durchgeführt. Der Heilungsverlauf dauert ungefähr eine Woche

Was versteht die Medizin unter einer Zahnfleischkorrektur?

Die Zahnfleischkorrektur ist ein chirurgisch-kosmetischer Eingriff, bei dem das Zahnfleisch verändert wird. Diese Veränderung kann sowohl im Sinne eines Zahnfleischaufbaus als auch einer Abtragung von zu viel Zahnfleisch durchgeführt werden.

Welche Funktionen erfüllt das Zahnfleisch?

Das Zahnfleisch (Gingiva) ist jener Teil der Mundschleimhaut, der Kieferknochen umgibt und die Eintrittsstelle des Zahns in den Kieferknochen abdichtet. Es schmiegt sich der Zahnkrone an und verhindert dabei den Zugang zu den empfindlichen Zahnwurzeln.
 
Das Zahnfleisch erfüllt aber nicht nur eine Schutzfunktion, indem es den Knochen und die Zahnwurzel vor unterschiedlichsten Erregern schützt, sondern ist auch essenzieller Bestandteil des Zahnhalteapparats (Parodontium), der für die optimale Befestigung und damit auch Beißfunktion der Zähne verantwortlich ist.

Eine Zahnfleischkorrektur umfasst verschiedene Behandlungen.

Was sind die Gründe für eine Zahnfleischkorrektur?

Bei einem Zahnfleischrückgang geht eben diese schützende und befestigende Funktion des Zahnfleisches verloren, was die Zahngesundheit erheblich beeinträchtigen kann. Aus medizinischer Sicht ist daher eine Zahnfleischkorrektur mit Zahnfleisch aufbauenden Effekten notwendig.
 
Darüber hinaus gibt es auch zahnfleischkorrigierende Eingriffe, die nicht aus medizinischer Notwendigkeit, sondern rein ästhetischen Gründen durchgeführt werden. Dies ist zum Beispiel bei Zahnfleischüberschuss, Verfärbungen des Zahnfleisches oder Unregelmäßigkeiten der Zahnfleischausprägung der Fall.

Was ist Zahnfleischüberschuss und wie entsteht er?

Bei einem Zahnfleischüberschuss ist das Verhältnis von Zahnfleisch und Zähnen so ausgeprägt, dass die Zähne sehr kurz erscheinen und bei einem Lächeln auch das Zahnfleisch sichtbar wird. Man spricht von einem Zahnfleischlächeln, auch Gummy-Smile genannt.
 
Der Zahnfleischüberschuss hat weder funktionelle Einschränkungen noch pathologische Folgen, doch wird er von vielen Betroffenen als unangenehm und ästhetisch mangelhaft angesehen. Der Zahnfleischüberschuss hat in der Regel keine spezifische Ursache oder genetische Komponente, sondern wird durch unterschiedliche anatomische Faktoren begünstigt.

Was ist Zahnfleischrückgang und wie entsteht er?

Der Zahnfleischrückgang (Zahnfleischrezession) ist ein Vorgang, der meist infolge von Infektionen des Zahnfleisches (Gingivitis) oder des gesamten Zahnhalteapparates (Parodontitis) entsteht. Immer wieder auftretende oder chronisch andauernde Entzündungszustände schädigen das Zahnfleisch dabei nachhaltig und es verliert an Substanz.
 
Auch nicht-entzündliche beziehungsweise -infektiöse Ursachen können mit einem Zahnfleischrückgang in Zusammenhang stehen. Auslösender Mechanismus ist dabei häufig ein mechanischer Reiz, der auf das Zahnfleisch ausgeübt wird.
 
Dazu zählen sowohl das Putzen der Zähne mit zu hohem Druck, das nächtliche Zähneknirschen (Bruxismus), das Tragen schlecht sitzender Zahnprothesen oder Zahnspangen sowie ein Zustand nach kieferorthopädischen Eingriffen. Neben all diesen Faktoren spielt natürlich auch die individuelle Veranlagung eine wichtige Rolle.
 
Unabhängig davon, welche der genannten Ursachen zugrunde liegt, ist die Folge stets die gleiche: Die empfindlichen Zahnhälse liegen immer mehr frei, sodass vermehrt Keime eindringen können, was wiederum den eventuell ursächlichen Entzündungszustand weiter verschlechtert.
 
Im Gegensatz zu den Zahnkronen sind Zahnhälse weit weniger resistent gegen Druck, Temperatur und Reibung. Zudem sind die Zahnhälse sehr schmerzempfindlich, weshalb bei Betroffenen das Beißen und Kauen von Nahrung zur Qual werden kann. Schlussendlich werden die Zähne durch den Verlust der Verankerung im Knochen locker, was vor allem bei parodontotischen Veränderungen eine Rolle spielt.

Krankes Zahnfleisch kann sich sehr schädlich auf Deine Mundgesundheit auswirken.

Was sind die Voraussetzungen für eine Zahnfleischkorrektur?

Zahnfleischkorrigierende Operationen richten sich vor allem an Personen, deren Zahnfleisch durch pathologische Prozesse verändert wurde oder die mit ihren Zähnen und mit ihrem Lächeln unzufrieden sind.
 
Grundlegende Voraussetzung ist nicht nur der Zustand der Zähne, sondern das generelle Befinden (Ausschluss schlecht eingestellter chronischer Erkrankungen) und die Sicherheit, sowohl die Narkose also auf den Eingriff selbst gut zu überstehen.
 
Zähne und Zahnfleisch selbst müssen zum Zeitpunkt des Eingriffs frei von Infektionen sein, da bei akuten Entzündungszuständen die postoperative Regeneration eingeschränkt ist und die Gefahr besteht, Keime zu verschleppen.

Wie läuft eine Zahnfleischkorrektur ab?

Je nachdem, ob es sich um einen Zahnfleischaufbau oder eine Zahnfleischentfernung handelt, werden unterschiedliche Verfahren unterschieden.
 
Zahnfleischaufbau
 
Liegt ein Zahnfleischrückgang vor, versucht Dein Zahnarzt, das Zahnfleisch so aufzubauen, dass freiliegende Zahnhälse wieder bedeckt werden und die betroffenen Zähne wieder fest verankert sind.
 
Eine Möglichkeit ist die freie Transplantation von Gewebe, das meist aus dem Gaumen entnommen und rund um die freiliegenden Zahnhälse wieder eingesetzt wird. Das Gewebe wird vernäht und wächst im Heilungsprozess so ein, dass kein Unterschied mehr zu sehen ist. Um den darunterliegenden Knochen zu schützen und bei der Regeneration zu unterstützen, wird häufig eine resorbierbare Membran eingesetzt.
 
Andere chirurgische Methoden des Zahnfleischaufbaus sind Verschiebelappen-Techniken und Verschiebelifting-Techniken (koronale Verschiebung). Hierbei wird nicht Gewebe aus einer anderen Stelle hinzugefügt, sondern das vorhandene Gewebe optisch vermehrt.
 
Bei Verschiebelappenplastiken wird Gewebe in der Nachbarregionen gelockert, aber nicht ganz entfernt, sodass es durch Schwenk- und Rotationstechniken an die richtige Stelle verschoben werden kann und hier wieder vernäht wird. Bei der koronaren Verschiebetechnik hingegen verlagert der Zahnarzt das Zahnfleisch horizontal in Richtung Zahnkrone.
 
Je nach Beschaffenheit des Zahnfleisches und Gewebeverteilung kann der Spezialist beide Techniken kombinieren und zudem mit dem Einbringen von Wachstumsfaktoren arbeiten.

Zahnfleischüberschuss und Zahnfleischrückgang zählen zu den häufigsten Gründe für eine Zahnfleischkorrektur.

Zahnfleischüberschuss/Gummy Smile
 
Ist proportional gesehen zu viel Zahnfleisch vorhanden, kann der Zahnarzt dies mittels Laserchirurgie entfernen. Die Methode ist besonders schonend, dauert nicht lange und kann in örtlicher Betäubung durchgeführt werden.
 
Eine andere häufig durchgeführte Möglichkeit, um die Zähne im Vergleich zum Zahnfleisch optisch größer und länger wirken zu lassen, ist eine Versorgung mit Veneers. Dabei handelt es sich um Keramikschalen, die der Zahnarzt an die Oberflächenstruktur Deines Zahnes anpasst. Veneers können sowohl Größe als auch mögliche Fehlstellungen optisch korrigieren.

Welche Komplikationen können bei einer Zahnfleischkorrektur auftreten?

Die Zahnfleischkorrektur ist grundsätzlich eine sehr sichere Methode, die kaum langfristige Komplikationen mit sich bringt. Wie bei jedem operativen Eingriff kann es allerdings zu Nachblutungen, Schwellungen und Schmerzen kommen. Zudem ist das Risiko einer Infektion und von Wundheilungsstörungen erhöht.

Ist eine Zahnfleischkorrektur schmerzhaft?

Da eine Zahnfleischkorrektur in Regionalanästhesie durchgeführt wird, verspürst Du während des Eingriffs keine Schmerzen, sondern höchstens den Druck. Sobald die Wirkung der Narkose nachlässt, können durchaus Schmerzen auftreten. Dein Zahnarzt wird Dir bei Bedarf Schmerzmittel verschreiben. Nach spätestens einer Woche sollte der Heilungsverlauf abgeschlossen sein und die Nahtentfernung kann – im Falle, dass es sich nicht um resorbierbare Fäden handelt – stattfinden.

Was muss ich nach einer Zahnfleischkorrektur beachten?

In den ersten Tagen nach dem Eingriff musst Du Deine Zähne schonen, um den Heilungsverlauf nicht negativ zu beeinflussen. Anstelle der Verwendung einer Zahnbürste ist die Zahnhygiene in der ersten Woche mit Mundspülungen durchzuführen.
 
Vor allem in der Nahrungsaufnahme solltest Du in der ersten Woche Vorsicht walten lassen. Sehr scharfe sowie übermäßig kalte oder heiße Speisen können mit Schmerzen verbunden sein und den Heilungsverlauf verzögern. Insbesondere auf Alkohol und Nikotin solltest Du in der ersten Woche nach der Operation verzichten.

Wie kann ich eine Zahnfleischkorrektur vermeiden?

Während der Zahnfleischüberschuss nicht auf dem Fundament einer pathologischen Veränderung entsteht und daher auch kaum verhindert werden kann, ist bei einem Zahnfleischrückgang sehr wohl Prophylaxe möglich.
 
Regelmäßige ärztliche Kontrollen sowie eine umfangreiche und regelmäßige Zahnhygiene und -pflege zu Hause sind für die Zahngesundheit unerlässlich und bewahren vor Karies, Entzündungen und Zahnfleischrückgang. Nicht nur Reinigung und Pflege, sondern auch die richtige Ernährung haben einen hohen Stellenwert. Achte daher auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung und vermeide stark zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke.

Eine Zahnfleischkorrektur. besticht durch ihr geringes Risiko und dem schnellen Heilungsverlauf.

Wie viel kostet eine Zahnfleischkorrektur?

Die Kosten einer Zahnfleischkorrektur hängen maßgeblich von Art und Umfang des Eingriffs ab. Dabei ist der Eingriff einer Entfernung von überschüssigem Zahnfleisch meist unkomplizierter und rascher durchführbar als der Zahnfleischaufbau. Je nach Standort und Klinik ist hierbei mit Kosten zwischen 300 bis 1000 Euro zu rechnen.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten für eine Zahnfleischkorrektur?

Dies hängt, wie bei den meisten chirurgischen Eingriffen, vor allem davon ab, ob eine medizinische Notwendigkeit besteht, oder ob es sich um eine kosmetische Operation handelt, die aus rein ästhetischen Gründen durchgeführt wird.
 
Bei Letzterem sind die Kosten in vollem Ausmaß selbst zu tragen. Besteht hingegen eine gewisse medizinische Notwendigkeit, ist es ratsam, dies mit dem behandelnden Arzt zu besprechen und auch auf den jeweiligen Sozialversicherungsträger zuzukommen. In gewissen Fällen übernehmen die Krankenkassen zumindest einen Teil der Kosten.


AUF EINEN BLICK

Dauer Dauer

90 bis 150 Minuten

Ausfallzeit Ausfallzeit

Maximal eine Woche

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Unter einer Zahnfleischkorrektur wird ein operativer Eingriff verstanden, bei dem entweder übermäßig vorhandenes Zahnfleisch abgetragen oder zurückgegangenes beziehungsweise zu wenig vorhandenes Zahnfleisch aufgebaut wird


Während der Zahnfleischrückgang meist in Folge von falscher Mundhygiene, Parodontitis oder häufigen Zähneknirschen auftritt, hat überschüssiges Zahnfleisch keinen Krankheitswert und ist häufig Sache der Veranlagung


Meist handelt es sich um einen rein ästhetischen Eingriff, nur selten ist eine medizinische Notwendigkeit gegeben. Dies ist vor allem stark freiliegenden Zahnhälsen und damit einhergehenden Beschwerden bis hin zur Lockerung der Zähne der Fall


Der Eingriff wird durch einen Kieferorthopäden meist ambulant und in Regionalanästhesie durchgeführt. Der Heilungsverlauf dauert ungefähr eine Woche

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