Zahnfleischtransplantation

Eine Zahnfleischtransplantation ist ein operativer Eingriff, bei dem der behandelnde Arzt ein Bindegewebstransplantat an einer bestimmten Stelle in der Mundhöhle entnimmt und an einer anderen einpflanzt. Die häufigste Ursache, die eine Transplantation nötig macht, ist ein Rückgang des besagten Zahnfleischs. Dieses lässt den Zahnhals optisch länger wirken und führt zu einer Schmerzüberempfindlichkeit des Zahnes und einer höheren Anfälligkeit für Karies. Wie genau eine Zahnfleischtransplantation abläuft, was Du nach dem oralchirurgischen Eingriff beachten solltest und wie viel die Operation kostet, erfährst Du im nachstehenden Beitrag.


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Zuletzt aktualisiert: 21. Juni, 2021

INHALTSVERZEICHNISInhaltsverzeichnis

Im Rahmen einer Zahnfleischtransplantation entnimmt der Zahnarzt oder der Kieferorthopäde meistens aus dem Gaumen Zahnfleisch und pflanzt es an einer anderen Wunschstelle ein. Die körpereigenen Gewebetransplantate dienen zur Deckung von Rezessionen, also freiliegenden Zahnhälsen, oder nicht verheilenden Wunden auf dem Kieferknochen.

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Die häufigste Ursache, die eine Zahnfleischtransplantation nötig macht, ist der sogenannte Rückgang des Zahnfleischs. Dabei geht das Zahnfleisch immer mehr zurück, wodurch der Zahnhals immer mehr frei liegt und der Zahn optisch länger erscheint. Der Zahnfleischrückgang macht den Zahn darüber hinaus auch schmerzempfindlicher und vor allem anfälliger für Karies.

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In der Regel betäubt der Zahnarzt oder der Kieferorthopäde den Patienten für die Zahnfleischtransplantation örtlich (=Lokalanästhesie), so dass der Eingriff dadurch schmerzlos ist. Danach entnimmt er Zahnfleisch an einer bestimmten Stelle (meistens aus dem Gaumen) und pflanzt es anschließend an der gewünschten Stelle ein.

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Wie bei jedem operativen Eingriff kann es auch im Rahmen einer Zahnfleischtransplantation zu Nebenwirkungen kommen – zu den häufigsten gehören Schwellungen und Wundschmerzen. In seltenen Fällen kann es passieren, dass der Zahnarzt oder der Kieferorthopäde infolge der örtlichen Betäubung einen Nerv trifft, was zu einem Gefühlsverlust im entsprechenden Gebiet führen kann. Auch Blutungen beziehungsweise Nachblutungen sind möglich – sollten sich diese jedoch verstärken, musst Du sofort Deinen behandelnden Arzt kontaktieren oder den zahnärztlichen Notdienst anrufen.

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In den ersten Tagen nach der Transplantation des Zahnfleischs solltest Du Deine Zähne besonders vorsichtig und mit einer weichen Zahnbürste putzen, um das transplantierte Gewebe möglichst nicht zu berühren. Außerdem solltest Du weiche Kost zu Dir nehmen und auf Alkohol, Zigaretten und körperliche Anstrengung verzichten.

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Die Heilung nach dem oralchirurgischen Eingriff nimmt etwa sieben bis zehn Tage in Anspruch. Allerdings kann es mehrere Tage oder sogar einige Wochen dauern, bis sich das transplantierte beziehungsweise verschobene Zahnfleisch mit dem alten Gewebe verbindet und zur Gänze abheilt.

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Alternativ zu der herkömmlichen Zahnfleischtransplantation ist auch eine Lack-Versiegelung der betroffenen Stelle möglich beziehungsweise eine Fluoridierung mit einem speziellen Gel. Außerdem kann der Zahnarzt die betroffenen Zahnhälse mit kleinen, sogenannten Kompomerfüllungen wieder aufbauen oder eine aus dauerelastischem (weichbleibendem) Kunststoff hergestellte Zahnfleischprothese anfertigen.

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Je nach Art und Dauer des operativen Eingriffs sowie je nach Anzahl der zu behandelnden Zähnen können die Kosten für eine Zahnfleischtransplantation variieren. Im Grunde solltest Du jedoch mit Kosten zwischen 350 und 650 Euro pro Zahn rechnen.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Im Rahmen einer Zahnfleischtransplantation entnimmt der Zahnarzt oder der Kieferorthopäde Zahnfleisch, meistens aus dem Gaumen, und pflanzt es an einer gewünschten Stelle ein.-


Der Grund, wieso bei Betroffenen eine Zahnfleischtransplantation nötig ist, ist der sogenannte Zahnfleischrückgang. Dabei geht das Zahnfleisch wegen verschiedenen Faktoren immer mehr zurück, wodurch der Zahn und der Zahnhals schmerzempfindlicher sind, für Karies anfälliger sind und optisch länger erscheinen.


Im Anschluss an den operativen Eingriff solltest Du nur weiche Kost zu Dir nehmen, Alkohol, Zigaretten und körperliche Anstrengung meiden sowie die ersten Tage nach der Operation die Zähne nur mit einer Mundspülung beziehungsweise einer sehr weichen Zahnbürste putzen, sodass Du die betroffene Stelle nicht berührst.


Die Kosten einer Zahnfleischtransplantation variieren je nach Art und Dauer der Operation sowie je nach Anzahl der zu behandelnden Zähne – in der Regel solltest Du mit Kosten zwischen 350 und 650 Euro pro Zahn rechnen.

Was ist eine Zahnfleischtransplantation?

Bei einer Zahnfleischtransplantation handelt es sich um eine Form der Zahnfleischkorrektur, bei der der Arzt das Zahnfleisch an einer bestimmten Stelle entnimmt und anschließend an einer anderen Stelle einpflanzt. Eine Zahnfleischtransplantation kommt in der Regel dann zum Einsatz, wenn der betroffene Patient unter einem sogenannten Zahnfleischrückgang leidet. In der Regel gewinnt der Zahnarzt oder der Kieferorthopäde die Transplantate aus dem Gaumen. Sie dienen im Grunde als eine Art Deckung von Rezessionen, also von freiliegenden Zahnhälsen, oder von nicht verheilenden Wunden auf dem Kieferknochen. Im Laufe des operativen Prozesses näht der Arzt das entnommene Gewebe an der entsprechenden Stelle mit Fäden an. Anschließend heilt dieses dort innerhalb von einigen Tagen oder wenigen Wochen ein und ist mithilfe von verschiedensten Anpassungsvorgängen kaum noch von dem umliegenden Zahnfleisch zu unterscheiden. Dank der Technik der Zahnfleischtransplantation entsteht also, gerade im Frontzahngebiet, eine hervorragende Ästhetik, die zum Wohlsein des Patienten beiträgt.

Zahnfleischtransplantation - Was ist eine Zahnfleischtransplantation?

Wann kommt eine Zahnfleischtransplantation zur Anwendung?

Die häufigste Ursache, die eine Zahnfleischtransplantation nötig macht, ist der sogenannte Rückgang des Zahnfleischs. Dabei schwindet das Zahnfleisch immer mehr, es geht also im Grunde zurück, wodurch der Zahnhals immer mehr frei liegt und immer stärker zu sehen ist. Das führt dazu, dass die Zähne schmerzempfindlicher und vor allem anfälliger für Karies sind. Darüber hinaus wirken die Zähne durch den Zahnfleischrückgang aber auch optisch länger, was für viele Betroffene einen ästhetischen Makel darstellt. Die optischen Faktoren sind aber nicht immer ein Grund, eine Zahnfleischtransplantation durchführen zu lassen, viel mehr liegt dies im Ermessen des Patienten. Vor allem auch, weil die Schmerzempfindlichkeit der betroffenen Zähne häufig sehr subjektiv ist – während der eine Patient sehr früh nach einem Rückgang des Zahnfleischs Schmerzen verspürt, tritt es bei einem anderen erst viel später ein oder er empfindet den Rückgang sogar als nicht störend.
 
Solltest Du von einem Rückgang des Zahnfleischs betroffen sein, kann Dich Dein Arzt nach näherem Betrachten aller ursächlichen Faktoren darüber aufklären, ob eine Zahnfleischtransplantation für Dich sinnvoll sein und infrage kommen könnte. Was die Transplantation nämlich vor allem bewirkt, ist die Verhinderung des Fortschreitens eines Zahnfleischrückgangs. Darüber hinaus ist es auch als Patient in Deinem Sinne, dass der behandelnde Arzt mithilfe der Transplantation die wegen des Zahnfleischrückgangs entstandene, höhere Anfälligkeit für Karies bekämpft.

Für wen ist eine Zahnfleischtransplantation geeignet?

Eine Zahnfleischtransplantation ist für all jene Patienten geeignet, die aus medizinischen oder aus ästhetischen Gründen den Aufbau von zurückgegangenem Zahnfleisch anstreben. Manche Patienten entscheiden sich für die Transplantation, da ihre Zähne aufgrund des Zahnfleischrückgangs schmerzempfindlicher sind und anfälliger für Karies sind, andere wiederum tendieren zu der Transplantation aus dem Grund, weil ihre Zähne durch den Zahnfleischrückgang verlängert aussehen – denn durch den Zahnfleischrückgang sind die Zahnhälse und manchmal sogar die Zahnwurzeln freigelegt, wodurch die Zähne optisch länger erscheinen.

Zahnfleischtransplantation - Für wen ist eine Zahnfleischtransplantation geeignet?

Sollte der Zahnfleischrückgang so weit fortgeschritten sein, dass auch die Wurzel der betroffenen Zähne beschädigt ist, kann gegebenenfalls auch ein Implantat Abhilfe schaffen. Ein modernes Zahnimplantat übernimmt nämlich die Funktion der beschädigten beziehungsweise der fehlenden Zahnwurzel und bietet, in Kombination mit einer Krone, einer Brücke oder einer Prothese eine besonders natürlich wirkende Zahnästhetik, an die der Arzt im Nachhinein auch das umliegende Zahnfleisch anpassen kann. Ein Zahnimplantat ist im Grunde eine künstliche Zahnwurzel, die der Kieferorthopäde fest im Kieferknochen verankert. Es stellt die modernste Form der Befestigung von Zahnersatz dar und kann im Ober- und im Unterkiefer für den Ersatz einzelner oder mehrerer Zähne, sogar bis zu dem Ersatz des kompletten Gebisses zum Einsatz kommen. Implantate können sowohl einen einzelnen Zahn ersetzen als auch eine ganze Zahnbrücke festigen. Die eingesetzten Zahnimplantate verbinden sich innerhalb von wenigen Monaten mit dem umgebenden Kieferknochen zu einer festen und äußerst belastungsfähigen Trägereinheit, woraufhin der Arzt dann mit der Zahnfleischtransplantation wie bei einem gewöhnlichen Zahn fortfahren kann.

Wie läuft eine Zahnfleischtransplantation ab?

Zahnfleischtransplantation - Wie läuft eine Zahnfleischtransplantation ab?

Im Vorfeld der Transplantation des Zahnfleischs sind ausführliche Untersuchungen nötig, da der Zahnarzt oder der Kieferorthopäde die Ursache des Zahnfleischrückgangs erkennen und bestimmen muss. Dabei begutachtet er alle Zähne visuell, findet kariöse Stellen und misst vor allem die Tiefe der Zahnfleischtaschen. Diese Messung ist sehr wichtig, da er hierbei eine potenzielle Zahnfleischentzündung und eine Parodontose feststellen kann. Außerdem schaut sich der Arzt auch die Zahnhälse an und misst mit einer Sonde, wie stark das Zahnfleisch bereits zurückgegangen ist beziehungsweise wie sehr die Zahnwurzel frei liegt. Anschließend entscheidet der Zahnarzt noch, ob etwaige Röntgenbilder für die weitere Planung der Therapie notwendig sind, und fertigt diese gegebenenfalls an. Dabei muss er herausfinden, welche Zähne direkt betroffen sind und wie er anschließend weiterarbeiten kann.

Je nach Art und Stärke des Rückgangs des Zahnfleischs kann der behandelnde Arzt von verschiedenen Methoden Gebrauch nehmen. In der Regel betäubt der Zahnarzt oder der Kieferorthopäde den Patienten für die Zahnfleischtransplantation örtlich (=Lokalanästhesie), sodass der Eingriff dadurch schmerzlos ist. Dies passiert sowohl an der Entnahme- als auch an der Empfängerstelle, sodass beide Bereiche betäubt sind.
 
Bei einem sogenannten „Freien Bindegewebstransplantat“ entnimmt er eine geringe Menge des körpereigenen Zahnfleischgewebes, zum Beispiel aus dem Gaumen. Dieses Gewebe überträgt er schließlich mit winzigen Nähten auf den freiliegenden Bereich, der Arzt verpflanzt es in diesem Schritt also an die gewünschte Stelle. Alternativ kann er hierbei auch von einem speziellen Gewebekleber Gebrauch nehmen.

Zahnfleischtransplantation - Wie lange dauert eine Zahnfleischtransplantation?

Bei der sogenannten „Verschiebelappentechnik“ verschiebt der Arzt anstelle einer Transplantation das benachbarte Gewebe an die gewünschte Stelle und fixiert es dort.
 
Nach der Einheilung des transplantierten oder des verschobenen Gewebes ist das „neue Gewebe“ in der Regel kaum von dem umgebenden, alten zu unterscheiden. Bis das neue Zahnfleisch mit dem alten verbunden und vollkommen abgeheilt ist, kann dies mehrere Tage oder sogar einige Wochen in Anspruch nehmen. Auf diese Art und Weise kann der Kieferorthopäde eine natürliche und harmonisch aussehende Ästhetik wiederherstellen, die die Überempfindlichkeit der betroffenen Zähne und die Funktion des Zahnhalteapparates fördert. Damit der Eingriff zur Gänze erfolgreich ist, ist es enorm wichtig, dass der Arzt im Laufe des Verfahrens die tatsächliche Ursache für den Zahnfleischrückgang beseitigt. Ansonsten ist es möglich, dass es, obwohl das transplantierte Gewebe vollständig abheilt, im Laufe der Zeit zu einem erneuten Rückgang des Zahnfleisches kommt.

Wie lange dauert eine Zahnfleischtransplantation?

Der oralchirurgische Eingriff nimmt etwa eine Stunde in Anspruch und der Zahnarzt oder der Kieferorthopäde arbeitet mithilfe von Lokalanästhesien.

Welche Risiken und Komplikationen birgt eine Zahnfleischtransplantation?

Zahnfleischtransplantation - Welche Risiken und Komplikationen birgt eine Zahnfleischtransplantation?

Wie bei jedem anderen operativen Eingriff sind auch bei einer Zahnfleischtransplantation gewisse Risiken und Komplikationen möglich.

Zu den geläufigsten Nebenwirkungen, die jedoch meistens ohne größere Probleme wieder abheilen, gehören Schwellungen und die mit dem Eingriff verbundenen Wundschmerzen. Diese sind jedoch normal und klingen nach einigen Tagen wieder ab. Um eventuelle, leichte Nachblutungen zu stoppen, eignet sich am besten ein zusammengerolltes oder gefaltetes Stück einer Mullbinde oder eines fusselfreien Tuchs, auf das Du leicht beißen solltest. Außerdem solltest Du die Schwellungen der behandelten Stellen beziehungsweise der Wangen jeweils rund 15 Minuten lang kühlen. Vergiss aber nicht, dazwischen immer eine mindestens fünfminütige Pause einzulegen, um Unterkühlungen zu vermeiden. Am besten eignen sich hierfür spezielle Kühlpads, kalte feuchte Tücher oder mit Handtüchern umwickelte Eisbeutel aus dem Gefrierfach.
 
Um den eventuellen Wundschmerzen entgegenzuwirken, kannst Du unterstützend schmerzlindernde Medikamente einnehmen. Verzichte allerdings auf solche mit blutverdünnender Wirkung durch Wirkstoffe wie die Acetylsalicylsäure (ASS).
 
Sollten eventuelle Nachblutungen länger anhalten, stärker werden oder nach einer ersten Besserung erneut deutliche Schwellungen oder stärkere Schmerzen auftreten, solltest Du unbedingt Deinen Arzt kontaktieren oder den zahnärztlichen Notdienst anrufen. Dies kann auf eine Infektion der Wunde hindeuten, die umgehend behandelt gehört. Allerdings treten solche Komplikationen selten auf.
Ein weiteres, jedoch seltenes Risiko ist der Gefühlsverlust infolge der Lokalanästhesie. Dadurch, dass der Zahnarzt oder der Kieferorthopäde die zu behandelnde Stelle örtlich betäubt, kann er gegebenenfalls Nerven treffen, was zu einem Gefühlsverlust im entsprechenden Gebiet führen kann. Hier ist vor allem der Unterkiefer betroffenen, wenn der Arzt eine sogenannte „Leitungsanästhesie“ durchführt.
 
Bei einem oralchirurgischen Eingriff am Gaumen besteht wiederum die Gefahr, dass er ein größeres Blutgefäß trifft, wodurch es zu einer starken Blutung beziehungsweise Nachblutung kommen kann. Dies kann zur Folge haben, dass der Patient einen erhöhten Blutverlust erleidet, was zusätzlich seinen gesamten Kreislauf etwas durcheinanderbringen kann.

Zahnfleischtransplantation - Was muss ich rund um eine Zahnfleischtransplantation beachten?

Was muss ich rund um eine Zahnfleischtransplantation beachten?

Zahnfleischtransplantation - Achte anfangs auf eine besonders sanfte Mundhygiene und verwende Mundspüllösungen

Achte anfangs auf eine besonders sanfte Mundhygiene und verwende Mundspüllösungen

Zahnfleischtransplantation - Vermeide in den ersten Wochen zu harte Lebensmittel wie Nüsse oder knusprige Brötchen

Vermeide in den ersten Wochen zu harte Lebensmittel wie Nüsse oder knusprige Brötchen

Zahnfleischtransplantation - Verzichte während dem Heilungsprozess auf Alkohol & Nikotin

Verzichte während dem Heilungsprozess auf Alkohol & Nikotin

Zahnfleischtransplantation - Vermeide in den ersten Wochen körperliche Anstrengung oder Saunabesuche

Vermeide in den ersten Wochen körperliche Anstrengung oder Saunabesuche

In den ersten Tagen nach der Transplantation des Zahnfleischs solltest Du Deine Zähne besonders vorsichtig und mit einer weichen Zahnbürste putzen, um das transplantierte Gewebe möglichst nicht zu berühren. Hierbei empfiehlt sich eine geeignete Mundspüllösung, die Deine Mundhygiene anfangs ersetzt und später unterstützt sowie eventuellen Zahnfleischinfektionen entgegenwirkt.
Nach der kompletten Abheilung des Gewebes kannst Du Deine gewohnte Mundhygiene wieder aufnehmen, aber berücksichtigen, dass Du in Zukunft nicht eine falsche, zu feste Technik beim Zähneputzen anwendest, denn ein zu starkes Aufdrücken der Zahnbürste kann zu einem sogenannten Putztrauma führen, bei dem die falsche Putztechnik Zahnschmelz abträgt, das wiederum zu einem erneuten Rückgang des Zahnfleischs führen kann.
 
Solltest du nach dem oralchirurgischen Eingriff Schmerzen verspüren, so kannst Du diese bei Bedarf mit schmerzlindernden Medikamenten behandeln. Im Grunde kann es sich in den ersten Tagen nach der Zahnfleischtransplantation aber so anfühlen, als ob Du etwas zu Heißes gegessen hättest und Dich dabei leicht verbrannt hättest.
 
Was das Essen und Trinken betrifft, solltest Du aufpassen, da, solange die Lokalanästhesie noch wirkt, die Gefahr besteht, dass Du Dich beim Kauen unbemerkt selbst verletzt. Außerdem kann es in den ersten Wochen nach der Transplantation des Zahnfleischs unangenehm sein, harte Nahrungsmittel zu sich zu nehmen. In diesem Sinne empfiehlt es sich, auf harte Nahrungsmittel wie Nüsse, knusprige Brötchen und Ähnliches in den ersten Tagen der Heilungsphase zu verzichten. Achte beim Essen am besten darauf, dass die Speisen möglichst keinen Kontakt mit der transplantierten Stelle haben – aus diesem Grund solltest Du am besten auf der anderen Seite kauen. Am besten eignen sich jedoch weiche Speisen wie Suppen und Brühen.
 
Außerdem solltest Du auf Lebensmittel verzichten, die zahnbelagbildend wirken, wie zum Beispiel Nudeln, Kuchen und Mehlspeisen. Auf Alkohol und Zigaretten solltest Du ebenfalls verzichten, denn die Inhaltsstoffe können die Heilung verzögern und zu Infektionen oder Nachblutungen führen. Darüber hinaus steigert das Rauchen auch das Entzündungsrisiko im Bereich des transplantierten Gewebes. Vermeide in den ersten Wochen nach der Operation auch sportliche Aktivitäten, körperliche Anstrengung, Saunabesuche und ein häufiges Ausspülen und Saugen an der Wunde – berühre die Wunde am besten gar nicht.

Zahnfleischtransplantation - Wie ist der Heilungsverlauf bei einer Zahnfleischtransplantation?

Wie ist der Heilungsverlauf bei einer Zahnfleischtransplantation?

Die tatsächliche Heilung nach dem oralchirurgischen Eingriff dauert in etwa sieben bis zehn Tage. Das transplantierte Gewebe ist mit einer Naht fixiert und nach wenigen Tagen vollständig durchblutet. Nach etwa einer Woche entfernt der behandelnde Arzt die Fäden.
 
Allerdings gilt, dass die „Geberstelle“ im Gaumen etwas langsamer abheilt, weil der Arzt diese nicht vernäht und sich das Gewebe neu bilden muss. Bis sich das transplantierte beziehungsweise das verschobene Zahnfleisch mit dem alten Gewebe verbindet und zur Gänze abheilt, kann dies mehrere Tage oder sogar einige Wochen dauern. Die Heilungsphase ist im Grunde von Patient zu Patient unterschiedlich.

Gibt es Alternativen zur Zahnfleischtransplantation?

Neben der herkömmlichen Zahnfleischtransplantation gibt es einige Alternativen, die verhelfen können, dem Rückgang des Zahnfleisches entgegenzuwirken.
 
Um die Überempfindlichkeit von freiliegenden Zahnhälsen zu vermindern, kann es in manchen Fällen sinnvoll sein, wenn der Zahnarzt oder der Kieferorthopäde die betroffenen Stellen mit einem Lack versiegelt oder sie mit einem speziellen Gel fluoridiert. Dadurch senkt er das Kariesrisiko und die Zähne sind nicht mehr so schmerzempfindlich. Außerdem kann der Arzt die betroffenen Stellen am Zahnhals auch mit kleinen, sogenannten Kompomerfüllungen, die die Farbe eines natürlichen Zahnes haben, wieder aufbauen.

Eine weitere Alternative ist die Zahnfleischprothese, die vor allem bei starkem Zahnfleischrückgang zum Einsatz kommt. Diese fertigt der Zahnarzt oder der Kieferorthopäde aus dauerelastischem (weichbleibendem) Kunststoff an und sie verhilft dazu, eine deutlich störende Ästhetik auszugleichen beziehungsweise freiliegende Zahnhälse oder Wurzeln zu schützen.
Im Falle, dass der Arzt aus verschiedenen Gründen kein körpereigenes Gewebe entnehmen kann oder gleichzeitig den Zahnhalteapparat inklusive des Kieferknochens regeneriert, stehen weitere Methoden zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem die Gesteuerte Geweberegeneration (=Guided Tissue Regeneration, GTR) und die Gesteuerte Knochenregeneration (=Guided Bone Regeneration, GBR).

Zahnfleischtransplantation - Gibt es Alternativen zur Zahnfleischtransplantation?

Wie viel kostet eine Zahnfleischtransplantation?

Zahnfleischtransplantation - Kosten

Die Kosten einer Zahnfleischtransplantation belaufen sich bei einer durchschnittlichen Operationsschwierigkeit auf 350 bis 650 Euro pro Zahn. Die Kosten variieren jedoch je nach Ausmaß der Schädigung und Wahl der Methode. Sind aufgrund einer ursächlichen Parodontitis gleich mehrere Zähne von der Erkrankung betroffen, so können die Kosten schnell auf etwa 2.000 bis 3.000 Euro ansteigen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Zahnfleischtransplantation?

Gesetzlich Krankenversicherte, die eine Zahnfleischtransplantation vornehmen lassen möchten, müssen die Kosten dafür in der Regel selber bezahlen. Gesetzliche Krankenversicherungsträger übernehmen nämlich lediglich Leistungen, die im Zusammenhang mit der Behandlung entstehen. Dazu gehören die Befundaufnahme, die Röntgendiagnostik (allerdings kein 3D-Röntgen), bei Notwendigkeit eine Modellherstellung des Kiefers sowie die lokale Betäubung (wie zum Beispiel die Infiltrations- oder die Leitungsanästhesie). Außerdem übernehmen sie in der Regel auch die Kosten einer geschlossenen Parodontitisbehandlung, einer chirurgischen Behandlung (nach Abschluss einer geschlossenen Therapie bei tiefen Taschen) und die lokale Behandlung der Mundschleimhaut durch den Zahnarzt, beispielsweise mit Spülungen und Salben, allerdings keine Verordnung für jene Pflegeprodukte.
Private Krankenversicherungsträger übernehmen je nach Indikation und Tarif des Versicherten die Kosten einer Transplantation des Zahnfleischs zumindest teilweise. Ansonsten handelt es sich auch hierbei um eine reine Privatleistung, deren Höhe von der Art und der Dauer der Operation abhängig ist sowie von der Anzahl der zu behandelnden Zähne.

 

Es gibt einige Zusatzversicherungen für gesetzliche Versicherte, welche diese Art der Behandlung bezahlen. Daher lohnt es sich vor so einem Eingriff vorher die Versicherungen genau zu vergleichen. Informiere Dich deshalb am besten bei Deinem persönlichen Krankenversicherungsträger, ob sie Dir einen Kostenzuschuss gewährleisten können beziehungsweise welche Kosten sie gegebenenfalls zur Gänze übernehmen würden.

 


Über den Autor: Dr. med. Benjamin Gehl

Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie


Als Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie liegt die Leidenschaft von Dr. Gehl schon immer im Bereich der medizinischen Contentproduktion.

Aufgrund seiner Ausbildung, einer langjährigen Einsatzzeit in der rekonstruktiven und plastischen Chirurgie, sowie zahlreichen Auslandseinsätzen in Indien, Afrika und Amerika weiß er, welche Techniken und Behandlungen für medizinische Indikationen international Anwendung finden und State of the art sind.

Weiterhin beschäftigt er sich täglich mit neuen Trends und Techniken in der operativen und nicht-operativen Chirurgie. Fortbildungen sowie Studien zählen genauso zu seiner Leidenschaft wie die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten zu den neuesten fachspezifischen Themen.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Im Rahmen einer Zahnfleischtransplantation entnimmt der Zahnarzt oder der Kieferorthopäde Zahnfleisch, meistens aus dem Gaumen, und pflanzt es an einer gewünschten Stelle ein.-


Der Grund, wieso bei Betroffenen eine Zahnfleischtransplantation nötig ist, ist der sogenannte Zahnfleischrückgang. Dabei geht das Zahnfleisch wegen verschiedenen Faktoren immer mehr zurück, wodurch der Zahn und der Zahnhals schmerzempfindlicher sind, für Karies anfälliger sind und optisch länger erscheinen.


Im Anschluss an den operativen Eingriff solltest Du nur weiche Kost zu Dir nehmen, Alkohol, Zigaretten und körperliche Anstrengung meiden sowie die ersten Tage nach der Operation die Zähne nur mit einer Mundspülung beziehungsweise einer sehr weichen Zahnbürste putzen, sodass Du die betroffene Stelle nicht berührst.


Die Kosten einer Zahnfleischtransplantation variieren je nach Art und Dauer der Operation sowie je nach Anzahl der zu behandelnden Zähne – in der Regel solltest Du mit Kosten zwischen 350 und 650 Euro pro Zahn rechnen.

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