Syphilis

Bei Syphilis handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die sich auf Bakterien der Art Treponema pallidum zurückführen lässt. Die Erreger gehen vorwiegend bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr auf andere Menschen über. Zu Beginn verursacht Syphilis häufig keine auffälligen Beschwerden. Im Verlauf der Erkrankung breiten sich die Bakterien allerdings immer weiter im Körper aus und können schlimmstenfalls Schäden an Organen und am zentralen Nervensystem zur Folge haben. Durch eine möglichst frühe Diagnose und Behandlung mit Antibiotika lassen sich solche Komplikationen allerdings gut vermeiden. Hier erfährst Du alles, was Du über Syphilis wissen solltest.


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Zuletzt aktualisiert: 17. Januar, 2022

INHALTSVERZEICHNISInhaltsverzeichnis

Syphilis ist auch unter den Bezeichnungen Lues, harter Schanker und Franzosenkrankheit bekannt. Es handelt sich dabei um eine Infektionskrankheit, die im deutschsprachigen Raum als meldepflichtig gilt. Auslöser der Erkrankung sind Bakterien der Art Treponema pallidum, welche vorwiegend bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr auf andere Personen übergehen.

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Syphilis verläuft in der Regel in vier aufeinanderfolgenden Stadien, die sich insgesamt über bis zu zwanzig Jahre strecken können. Das erste Anzeichen von Lues ist meist ein nässendes Hautgeschwür an der Eintrittspforte der Bakterien. Im weiteren Verlauf können auch grippeähnliche Symptome und Hautausschläge auftreten. In fortgeschrittenen Stadien kann es zu Schäden an den Organen und am zentralen Nervensystem kommen.

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Syphilis geht auf ein Bakterium namens Treponema pallidum zurück. Dieses verbreitet sich vorwiegend beim ungeschützten Geschlechtsverkehr von Mensch zu Mensch. Aber auch beim Küssen sowie bei Oral- und Analsex besteht ein Ansteckungsrisiko. Bei schwangeren Frauen können die Erreger außerdem über die Gebärmutter auf das ungeborene Baby übergehen. So kommt es zu einer angeborenen Syphilis des Kindes.

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Um Syphilis zu diagnostizieren, hat der Arzt zwei Möglichkeiten. Entweder spürt er die Bakterien im Sekret eines Hautgeschwürs auf oder er entnimmt eine Blutprobe und lässt diese im Labor auf Antikörper gegen die Erreger prüfen. Darüber hinaus gibt es auch Selbsttests für Syphilis, die Du zu Hause durchführen kannst. Diese sind allerdings nicht so zuverlässig.

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Die Therapie von Syphilis erfolgt in der Regel mit dem Antibiotikum Penicillin, welches die Bakterien zuverlässig abtötet. Die erforderliche Dosis hängt davon ab, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Solltest Du an einer Penicillin-Unverträglichkeit leiden, können alternativ auch andere Wirkstoffe zum Einsatz kommen. Die Behandlung findet normalerweise ambulant statt – lediglich bei Syphilis im Spätstadium kann ein Aufenthalt im Krankenhaus notwendig sein.

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Die Prognose von Syphilis hängt davon ab, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. In den ersten beiden Stadien heilt Lues nach einer Behandlung mit Antibiotika in der Regel folgenlos aus. Auch Spätsyphilis lässt sich meist gut therapieren. Allerdings können zu diesem Zeitpunkt bereits Schäden an den Organen oder am zentralen Nervensystem entstanden sein, die irreparabel sind. Ohne Behandlung führt Syphilis in circa 10 Prozent der Fälle zum Tod.

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Du kannst Syphilis nicht mit hundertprozentiger Sicherheit verhindern. Durch die Verwendung von Kondomen sinkt das Risiko einer Übertragung beim Geschlechtsverkehr allerdings deutlich. Für Menschen, die viele verschiedene Geschlechtspartner haben, ist es außerdem ratsam, sich einmal pro Jahr auf sexuell übertragbare Krankheiten testen zu lassen. So kann eine mögliche Infektion frühzeitig entdeckt und behandelt werden.

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Die Krankenkasse übernimmt in der Regel die Kosten für alle notwendigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen. Wenn Du Dir einen Selbsttest für Syphilis in der Apotheke holst, musst Du diesen allerdings selbst bezahlen.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Syphilis ist eine Infektionskrankheit, die auf das Bakterium Treponema pallidum zurückgeht. Die Übertragung dieser Erreger passiert meist bei sexuellen Kontakten. Deshalb zählt Syphilis zu den Geschlechtskrankheiten.


Syphilis verläuft üblicherweise in vier Stadien, die sich über viele Jahre strecken. Während zu Beginn häufig nur ein kleines Geschwür bemerkbar ist, verschlimmern sich die Symptome über den Verlauf der Erkrankung häufig. Im vierten Stadium – der sogenannten Neurosyphilis – können schwerwiegende Schäden am zentralen Nervensystem entstehen.


Mithilfe von Antibiotika lässt sich Syphilis gut behandeln. Meist kommt der Wirkstoff Penicillin zum Einsatz – die notwendige Dosis hängt allerdings vom Krankheitsstadium ab. Bei Neurosyphilis kann auch ein Aufenthalt im Krankenhaus notwendig sein.


Syphilis führt heutzutage nur noch bei sehr wenigen Patienten zum Tod. Voraussetzung für eine gute Prognose ist allerdings eine möglichst frühe Diagnose und Behandlung.

Was versteht die Medizin unter Syphilis?

Die Infektionskrankheit Syphilis ist auch unter den Bezeichnungen Lues, harter Schanker und Franzosenkrankheit bekannt. Sie geht auf das Bakterium Treponema pallidum zurück, das sich vorwiegend über sexuelle Kontakte von Mensch zu Mensch ausbreitet. Demzufolge zählt Syphilis auch zu den Geschlechtskrankheiten.
 
In den ersten Wochen nach der Infektion verursacht Lues in der Regel keine starken Beschwerden, sondern äußert sich lediglich in einem nässenden Hautgeschwür an der Eintrittsstelle der Bakterien. Im weiteren Verlauf können aber auch grippeähnliche Symptome und Hautausschläge auftreten.
 
Ohne Behandlung breiten sich die Erreger oftmals über Jahre hinweg im Körper aus. Sie befallen nach und nach die Organe und das zentrale Nervensystem. In diesem Fall kann Syphilis in schwerwiegenden Folgen münden. Dazu kommt es heutzutage aber nur noch selten, da die moderne Medizin sichere Diagnoseverfahren und wirksame Behandlungsmöglichkeiten für Lues entwickelt hat.

Syphilis - Was versteht die Medizin unter Syphilis?

Ist Syphilis meldepflichtig?

Syphilis - Ist Syphilis meldepflichtig?

Im deutschsprachigen Raum gilt Syphilis als meldepflichtig, wobei die genauen Bestimmungen je nach Land variieren. In Deutschland müssen Ärzte das Gesundheitsamt bei jedem Nachweis des Bakteriums Treponema pallidum verständigen – unabhängig davon, ob sie den Erreger direkt in einem Hautabstrich oder indirekt über Antikörper im Blut festgestellt haben.

Den Namen des betroffenen Patienten müssen sie allerdings nicht angeben. In der Schweiz gilt ebenso eine Meldepflicht für Erreger und Krankheit.
 
Nach dem österreichischen Geschlechtskrankheitengesetz gilt Syphilis hingegen nur als beschränkt meldepflichtig. Das bedeutet, dass Ärzte das Gesundheitsamt nur über den Fall in Kenntnis setzen müssen, wenn sich der Patient der medizinischen Behandlung beziehungsweise Beobachtung entzieht. Dann ist nämlich zu befürchten, dass die Person die Krankheit weiterverbreiten könnte und das will das Gesetz verhindern.

Wie häufig ist harter Schanker?

Syphilis ist nicht so selten, wie Du vielleicht denkst. Insbesondere im letzten Jahrzehnt sind die Fallzahlen wieder deutlich gestiegen. In Deutschland waren in den vergangenen Jahren jeweils rund 8.000 Menschen von Lues betroffen. Generell kommt Syphilis viel häufiger bei Männern als bei Frauen vor. Die meisten Patienten erkranken im Alter von 20 bis 40 Jahren an hartem Schanker.

Was sind die Symptome von Syphilis?

Syphilis - Was sind die Symptome von Syphilis?

Je nachdem, wie weit sich die Erreger im Organismus ausgebreitet haben, kann Syphilis mit verschiedenen Beschwerden einhergehen. Meist bildet sich etwa zwei bis sechs Wochen nach der Infektion ein rötlich-gelbes Hautgeschwür an jener Körperstelle, über die die Bakterien in den Körper gelangt sind. Dieses sondert ein klares Sekret ab, in dem sich viele Erreger tummeln. Beim Kontakt mit der Flüssigkeit können sich andere Personen mit Lues anstecken.

Im weiteren Verlauf geht Syphilis oftmals mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen einher. Viele Patienten bemerken auch geschwollene und verhärtete Lymphknoten sowie einen nässenden Hautausschlag. In späteren Phasen der Erkrankung können die Bakterien dann Organe, Knochen, Blutgefäße oder das zentrale Nervensystem befallen. Im schlimmsten Fall führt ein solch weit fortgeschrittener harter Schanker zum Tod.

 

Es kommt bei Syphilis allerdings nicht immer zu Symptomen. Etwa die Hälfte der Patienten hat keinerlei Beschwerden und bemerkt die Erkrankung deshalb erst sehr spät oder gar nicht. Das kann problematisch sein, da die Diagnose und die Behandlung am besten so früh wie möglich erfolgen sollten.

Syphilis - Im weiteren Verlauf geht Syphilis oftmals mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber

Wie ist der Krankheitsverlauf bei Lues?

Wenn Syphilis unbehandelt bleibt, verläuft die Erkrankung in der Regel in vier aufeinanderfolgenden Stadien. Die ersten beiden Stadien fassen Mediziner häufig unter der Bezeichnung Frühsyphilis zusammen, die letzten beiden unter dem Begriff Spätsyphilis. Wie lange die einzelnen Phasen dauern, ist von Patient zu Patient verschieden. Manchmal bleiben einzelne Stadien sogar ganz aus.
 
Die vier Phasen lassen sich anhand der typischen Symptome sowie des Risikos der Ansteckung abgrenzen. Die Beschwerden werden typischerweise immer stärker, je weiter sich die Erreger ausbreiten. Auffällig ist allerdings, dass zwischen dem zweiten und dritten Stadium häufig eine sogenannte Latenzphase liegt, in der der Betroffene keine Symptome aufweist. Dieser Stillstand der Erkrankung kann bis zu zehn Jahre dauern. Danach kann es zu einem erneuten Ausbruch von Lues kommen, von dem der gesamte Körper betroffen ist.
 
Das Übertragungsrisiko ist hingegen während der Frühsyphilis am höchsten. Auch in der Ruhephase können Betroffene die Erreger noch an andere Personen weitergeben. Im weiteren Verlauf der Krankheit nimmt die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung allerdings immer weiter ab. Das bedeutet, dass Patienten im dritten und vierten Stadium von Syphilis normalerweise keine anderen Personen mehr anstecken können.

Syphilis - Wie ist der Krankheitsverlauf bei Lues?

Welche Symptome verursacht Syphilis im ersten Stadium?

Syphilis - Geschwür an der Lippe

Geschwür an der Lippe

Syphilis - Geschwür an der Eintrittsstelle der Bakterien im Intimbereich

Geschwür an der Eintrittsstelle der Bakterien im Intimbereich

Im ersten Stadium von Syphilis treten noch keine gravierenden Beschwerden auf. Es entsteht meist lediglich ein kleines Geschwür an der Eintrittsstelle der Bakterien. Bei Männern ist dies typischerweise der Penis, bei Frauen meist die Vagina oder die Schamlippen. An diesen Regionen verursacht das kleine Knötchen in der Regel kaum Schmerzen. Es kann aber auch vorkommen, dass die Ansteckung beim Oral- oder Analsex passiert. In diesem Fall tritt das Geschwür an den Lippen, in der Mundhöhle oder im Rachen sowie am After oder im Enddarm auf. An diesen Stellen kann die Hautveränderung sehr wohl mit Schmerzen einhergehen.
 
Zunächst ist nur ein kleiner, rötlicher Fleck erkennbar. Innerhalb von wenigen Tagen bis Wochen entwickelt sich dann allerdings ein knötchenartiges, scharf begrenztes Geschwür mit gelblichem Belag und erhöhten Rändern. Meist tritt aus ihm ein klares Sekret aus, welches viele Bakterien enthält und somit hochinfektiös ist. Zusätzlich schwellen oftmals die Lymphknoten in der Nähe der Hautveränderung über mehrere Monate hinweg an.
 
Das Geschwür an der Eintrittspforte der Erreger heilt üblicherweise nach wenigen Wochen von allein ab. Das bedeutet aber nicht, dass die Krankheit überstanden ist – ab diesen Zeitpunkt breiten sich die Bakterien oftmals erst recht im Körper aus. Daher sollte am besten gleich eine Behandlung erfolgen, bevor es zur Syphilis im zweiten Stadium kommt.

Welche Symptome verursacht Syphilis im zweiten Stadium?

Syphilis - Grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Abgeschlagenheit

Grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Abgeschlagenheit

Syphilis - Hautausschlag am Rumpf

Hautausschlag am Rumpf

Lasertherapie - Veränderungen der Mundschleimhaut und Schwellung der Mandeln

Veränderungen der Mundschleimhaut und Schwellung der Mandeln

Syphilis - Organe werden bereits befallen: Leberschwellungen oder Blutarmut

Organe werden bereits befallen: Leberschwellungen oder Blutarmut

Das zweite Stadium von Lues setzt meist ein bis zwei Monate nach der Infektion ein. Da sich die Bakterien über die Blutbahn und das Lymphsystem im Körper verteilen, kommt es zu grippeähnlichen Beschwerden. Die Betroffenen leiden beispielsweise an Fieber, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Abgeschlagenheit, Magen-Darm-Beschwerden sowie weiteren Lymphknotenschwellungen.
 
Oftmals zeigt sich auch ein Hautausschlag am Rumpf. Dieser besteht aus Pappeln, die dem anfänglichen Geschwür vom Aussehen und von den Eigenschaften her sehr ähnlich sind. Bei manchen Patienten bleiben nach dem Abheilen des Ausschlags helle Flecken am unteren Halsbereich zurück. Diese weniger pigmentierten Stellen bezeichnet die Medizin als „Halsband der Venus“.
 
Darüber hinaus treten bei Syphilis im zweiten Stadium häufig Veränderungen an der Mundschleimhaut auf. Dort bilden sich rote oder weißliche Flecken, die Ärzte als Plaques betiteln. Zusätzlich schwellen oft die Mandeln an. Bei manchen Betroffenen kommt es außerdem zu Gewebewucherungen am After sowie zu stellenweisem Haarausfall. Der Fachbegriff für letztere Beschwerde lautet Alopecia syphilitica.
 
Im zweiten Stadium von Lues haben die Krankheitserreger bereits Organe befallen. Manche Patienten leiden daher unter Kopfschmerzen, Leberschwellungen oder Blutarmut. Bei anderen Betroffenen verursacht die Ausbreitung der Bakterien im Körper hingegen kaum Symptome. Nach wenigen Wochen klingt die Frühsyphilis aus und es kommt zu einer Latenzphase. Dann haben die erkrankten Personen häufig jahrelang keine Beschwerden oder die Symptome treten zumindest nur schubweise auf.

Syphilis - Welche Symptome verursacht Syphilis im zweiten Stadium?

Welche Symptome verursacht Syphilis im dritten Stadium?

Syphilis - Die Bakterien befallen innere Organe, das Nervensystem und das Skelett

Die Bakterien befallen innere Organe, das Nervensystem und das Skelett

Syphilis - Kann auch zu einem Aneurysma in der Hauptschlagader führen

Kann auch zu einem Aneurysma in der Hauptschlagader führen

Nach der mehrere Jahre dauernden Latenzphase mit keinen oder wenigen Beschwerden folgt das dritte Stadium der Syphilis. Die Bakterien haben sich zu diesem Zeitpunkt bereits im ganzen Körper ausgebreitet und befallen nach und nach innere Organe, das Nervensystem und das Skelett. Dort führen sie zu sogenannten Gummen. Mit diesem Begriff beschreiben Mediziner Knoten, die langsam zu Geschwüren heranwachsen und irgendwann aufbrechen. Infolge stirbt das betroffene Gewebe ab, was Ärzte als Nekrose bezeichnen.
 
Prinzipiell kann Syphilis auch im dritten Stadium noch gut therapiert werden. Dies sollte aber möglichst schnell passieren, da die Gefahr besteht, dass die Erkrankung zu einem Aneurysma in der Hauptschlagader (Aorta) führt. Wenn dieses platzt, verliert die betroffene Person innerlich sehr viel Blut und schwebt damit in akuter Lebensgefahr. Darüber hinaus kann sich eine unbehandelte Lues im dritten Stadium zu einer Neurosyphilis entwickeln, welche schwerwiegende Folgen für die Betroffenen haben kann.

Welche Symptome verursacht Syphilis im vierten Stadium?

Syphilis - Die Erreger können einen Teil des Rückenmarks befallen und zu Problemen bei der Bewegungskoordination führen

Die Erreger können einen Teil des Rückenmarks befallen und zu Problemen bei der Bewegungskoordination führen

Syphilis - Gelangen die Bakterien in den Schädel, kann eine Hirnhautentzündung die Folge sein

Gelangen die Bakterien in den Schädel, kann eine Hirnhautentzündung die Folge sein

Das vierte Stadium von Syphilis ist rund zehn bis zwanzig Jahre nach der Infektion erreicht. Diese Phase bezeichnet die Medizin auch als Neurosyphilis oder Neurolues, da die Bakterien zu Entzündungen am zentralen Nervensystem führen. Welche Symptome damit einhergehen, hängt davon ab, welchen Teil des Gehirns oder des Rückenmarks die Erreger befallen.
 
Ist das Rückenmark betroffen, leiden die Patienten häufig unter Problemen bei der Bewegungskoordination, gestörten Empfindungen, stechenden Schmerzen im Bauch und in den Beinen sowie Inkontinenz. Zusätzlich funktionieren die Reflexe oft nicht mehr richtig und bei manchen Männern kann es zur Impotenz kommen.
 
Gelangen die Bakterien in den Schädel, kann eine Hirnhautentzündung die Folge sein. Diese geht üblicherweise mit Taubheit, Schwindel und Sehstörungen einher. Ärzte sprechen in diesem Fall von einer syphilitischen Meningitis. Darüber hinaus kann Lues im vierten Stadium zu einer Gehirnentzündung führen – der Fachbegriff dafür lautet Enzephalitis. Diese kann gravierende Beschwerden mit sich bringen. Bei manchen Patienten ist beispielsweise eine Veränderung der Persönlichkeit bemerkbar. Sie leiden unter Wahnvorstellungen und Depressionen. Andere Betroffene klagen hingegen über Konzentrations- und Gedächtnisschwäche und zeigen Anzeichen von Demenz. Auch epileptische Anfälle und Lähmungen können auftreten. Bleibt die Syphilis zu diesem Zeitpunkt noch immer unbehandelt, führt sie in circa zehn Prozent der Fälle zum Tod.

Syphilis - Welche Symptome verursacht Syphilis im vierten Stadium?

Wie äußert sich eine angeborene Syphilis?

Ist eine schwangere Frau an Syphilis erkrankt, können die Bakterien auf das ungeborene Kind übergehen. In vielen Fällen sterben die Babys dann noch im Mutterleib oder kurz nach der Geburt. Passiert das nicht, kommen sie mit einer sogenannten angeborenen Syphilis zur Welt. Der medizinische Fachbegriff dafür lautet Lues connata.
 
Zunächst weisen die Neugeborenen oft keine auffälligen Symptome auf. Erste Anzeichen können Atemprobleme, Schwellungen im Gewebe, Gelbsucht, Blutarmut und Hautveränderungen sein. Auch eine vergrößerte Leber oder Milz kann auf eine angeborene Syphilis hindeuten. Deutliche Beschwerden treten in der Regel zwischen der dritten und zehnten Lebenswoche auf. Die Kinder leiden dann unter Fieber, geschwollen Lymphknoten, Schleimhaut- und Hautgeschwüren, punktförmigen Hautblutungen, Entzündungen der Nasenschleimhaut sowie Darm- und Kehlkopfentzündungen.
 
Nach drei bis sechs Monaten verschlimmern sich die Symptome üblicherweise und es kommt zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis). In dieser Phase weisen die Babys häufig Atemstörungen auf und weigern sich, an der Flasche oder Brust zu trinken. Auch Krampfanfälle und Hydrocephalus – umgangssprachlich als Wasserkopf bezeichnet – sind möglich.
 
Bleibt die Erkrankung zu diesem Zeitpunkt unbehandelt, kann sie in das nächste Stadium übergehen. Dann führt Lues bei Kleinkindern oft zu Veränderungen am Gaumen, an den Zähnen, an der Stirn, an den Schienbeinen oder an den Kniegelenken. Zusätzlich weisen die jungen Patienten häufig eine sogenannte Sattelnase auf. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kann es zu Sehschwäche, Schwerhörigkeit, Rissen in der Haut und Schleimhaut und Schädigungen der Gehirnnerven kommen.

Welche Ursachen hat Syphilis?

Syphilis - Welche Ursachen hat Syphilis?

Bei Syphilis handelt es sich um eine Infektionskrankheit. Das ursächliche Bakterium trägt den Namen Treponema pallidum und zählt aufgrund ihrer schraubenartigen Form zur Familie der sogenannten Spirochäten. Erkrankte können die Erreger im ersten und zweiten Stadium von Lues an andere Personen weitergeben. Ab dem Beginn der Spätsyphilis besteht aber keine Ansteckungsgefahr mehr.

Wie wird Syphilis übertragen?

In den meisten Fällen stecken sich Menschen beim ungeschützten Geschlechtsverkehr mit Syphilis an. Beim Oral- und Analsex können die Erreger ebenso auf die andere Person übergehen. Eine Übertragung ist allerdings auch auf mehreren anderen Wegen möglich. So kann es beispielsweise beim Küssen zu einer Infektion kommen, wenn der Erkrankte ein Geschwür in der Mundhöhle aufweist. Bereits über kleinste Verletzungen in der Mundschleimhaut des Partners können die Bakterien in den Körper eindringen.

Darüber hinaus können sich gesunde Menschen mit Syphilis anstecken, wenn sie Blutkontakt mit einer infizierten Person haben. Das kann zum Beispiel passieren, wenn sich Drogenabhängige Infusionsnadeln teilen. Eine Übertragung bei einer Bluttransfusion ist ebenso möglich, passiert aber im deutschsprachigen Raum so gut wie nie, da alle Blutkonserven vorab auf Lues getestet werden.

 

Zu einer angeborenen Syphilis bei Kindern kommt es, wenn die Bakterien von der schwangeren Frau über die Gebärmutter auf das ungeborene Baby übergehen. Das kann ab dem fünften Schwangerschaftsmonat passieren. Durch eine möglichst rasche Behandlung der Mutter lässt sich eine Ansteckung des Kindes in manchen Fällen vermeiden.

Syphilis - Wie wird Syphilis übertragen?

Welche Risikofaktoren begünstigen Syphilis?

Personen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern haben ein besonders hohes Risiko, sich mit Syphilis anzustecken. Das gilt hauptsächlich dann, wenn sie auf die Verwendung eines Kondoms verzichten. Ferner begünstigt Lues wiederum die Infektion mit anderen Geschlechtskrankheiten. Deshalb leiden viele Patienten gleichzeitig an Syphilis und HIV.

Wie wird Syphilis diagnostiziert?

Syphilis - Wie wird Syphilis diagnostiziert?

Wenn Du befürchtest, Dich mit Syphilis angesteckt zu haben, wendest Du Dich am besten an einen Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten. Dieser befragt Dich zunächst im Rahmen der sogenannten Anamnese zu Deinen Beschwerden und eventuellen Vorerkrankungen. Für eine möglichst rasche Diagnose solltest Du ihm außerdem Auskunft über Dein Sexualleben geben.

Anschließend führt der Arzt verschiedene Untersuchungen durch, um die Diagnose zu sichern. Einerseits kann er die Bakterien direkt im Sekret eines Hautgeschwürs nachweisen. Dazu betrachtet er einen kleinen Tropfen der Flüssigkeit unter dem Mikroskop. Andererseits besteht die Möglichkeit, die Erreger indirekt über entwickelte Antikörper im Blut festzustellen. Der Mediziner entnimmt dafür üblicherweise eine Blutprobe aus der Armbeuge des Patienten. Diese sendet er an ein Labor, wo Spezialisten einen sogenannten Treponema-pallidum-Hämagglutinationstest (TPHA) durchführen. Damit lässt sich Lues circa zwei bis drei Wochen nach der Infektion erkennen.
 
Alternativ können auch Syphilis-Schnelltests zum Einsatz kommen. Diese liefern allerdings manchmal falsch-positive oder falsch-negative Ergebnisse, weswegen zur sicheren Diagnose stets ein Bestätigungstest mit einem anderen Verfahren notwendig ist. Dazu eignet sich beispielsweise der sogenannte Veneral-Disease-Research-Laboratory-Test (VDRL), bei dem das Blut ebenso im Labor untersucht wird. Dieser zeigt auch an, ob die Krankheit bereits überstanden oder immer noch aufrecht ist.
 
Besteht der Verdacht auf Neurosyphilis, kann der Arzt zusätzlich eine kleine Menge an Rückenmarksflüssigkeit entnehmen. Diese Methode bezeichnet die Medizin als Liquorpunktion. Diese Probe muss er ebenso an ein Labor schicken, damit Spezialisten feststellen können, ob die Erreger bereits das Nervensystem befallen haben.
 
Zudem sind bei manchen Patienten weitere Untersuchungen nötig, um Syphilis von ähnlichen Erkrankungen abzugrenzen. Eine sogenannte Differenzialdiagnose muss unter anderem zu Geschlechtskrankheiten wie HIV, Hepatitis B und Chlamydien gestellt werden.

Kann ich mich auch selbst auf Syphilis testen?

Sollte es Dir unangenehm sein, beim ersten Verdacht auf Syphilis direkt zum Arzt zu gehen, kannst Du zunächst auch zu Hause einen Test vornehmen. Solche Selbsttests für STI (Sexually Transmitted Infections) bekommst Du in Apotheken und Drogerien. Bei Bedarf kannst Du sie auch online bestellen, allerdings unterliegen viele im Internet erwerbbare Produkte keiner Qualitätskontrolle.
 
Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten von Syphilis-Heimtests:

Syphilis - Der Schnelltest

Der Schnelltest

Bei den meisten STI-Schnelltests musst Du Dir mit einer kleinen Lanzette in den Finger stechen und Dir so selbst eine kleine Menge Blut entnehmen. Manchmal kann aber auch eine Urinprobe notwendig sein. Die Flüssigkeit musst Du anschließend üblicherweise auf eine Testkassette geben und bereits nach zehn bis fünfzehn Minuten kannst Du das Ergebnis ablesen. Der Vorteil dieser Methode ist, dass Du nicht lange auf die Diagnose warten musst. Allerdings sind Schnelltests nicht so zuverlässig und liefern oftmals falsch-negative Ergebnisse. Das kann insbesondere dann passieren, wenn Du die Anleitung nicht exakt befolgst.


Syphilis - Der Einsendetest

Der Einsendetest

Zu Beginn läuft der Einsendetest gleich ab wie der Schnelltest. Nach der Entnahme der Blut- oder Urinprobe musst Du diese allerdings an ein Labor senden. Dort weisen Spezialisten mit den üblichen Verfahren nach, ob die für Syphilis verantwortlichen Bakterien vorliegen. Die Fehlerquoten dieser Auswertungsmethoden sind verschwindend gering – beim Einsendetest erhältst Du also mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein richtiges Ergebnis. Allerdings besteht auch bei dieser Art des Selbsttests der Nachteil, dass Du im Falle einer positiven Diagnose erst einen Arzt suchen musst, der Dich über die weitere Vorgehensweise aufklärt.

Syphilis - Kann ich mich auch selbst auf Syphilis testen?

Wie wird Syphilis behandelt?

Syphilis lässt sich in der Regel gut mit Antibiotika behandeln. Zum Einsatz kommt üblicherweise der Wirkstoff Penicillin, welcher die Bakterien schnell und effektiv abtötet. Solltest Du an einer Penicillin-Unverträglichkeit leiden, kann die Therapie aber auch mit anderen Medikamenten wie etwa Erythromycin, Tetracyclin, Ceftriaxon und Doxycyclin erfolgen. Wie die Behandlung genau abläuft, hängt vom Stadium der Erkrankung ab.
 
Bei Frühsyphilis reicht in der Regel eine Dosis von Penicillin aus, um die Erreger vollständig zu bekämpfen. Diese injiziert der Arzt üblicherweise mit einer Spritze in den Gesäßmuskel. Bei den alternativen Antibiotika ist hingegen eine längere Anwendung notwendig. Doxycyclin und Erythromycin musst Du beispielsweise über einen Zeitraum von circa zwei Wochen in Tablettenform einnehmen.
Die Therapie von Spätsyphilis erfolgt grundsätzlich auf dieselbe Art und Weise. Allerdings sind höhere Dosen der Antibiotika erforderlich. Penicillin bekommst Du in diesem Fall meist dreimal im Abstand von mehreren Tagen gespritzt. Eine Behandlung mit Tabletten kann sich bei Lues im dritten und vierten Stadium über einen ganzen Monat strecken.
 
Haben die Bakterien bereits das zentrale Nervensystem befallen, reicht eine solche ambulante Therapie oft nicht mehr aus. Patienten mit Neurosyphilis müssen dementsprechend im Krankenhaus behandelt werden. Dort bekommen sie in der Regel täglich hohe Dosen von Penicillin intravenös verabreicht. Zusätzlich muss der Betroffene häufig Medikamente einnehmen, um die infolge der Neurolues entstandenen Symptome zu lindern.

Wie wird Lues bei Schwangeren behandelt?

Syphilis - Wie wird Lues bei Schwangeren behandelt?

Da andere Antibiotika dem ungeborenen Kind schaden können, kommt bei Syphilis in der Schwangerschaft fast ausschließlich eine Behandlung mit Penicillin infrage. Über den Mutterkuchen erreicht der Wirkstoff auch das Baby, wodurch das Risiko für eine angeborene Lues sinkt.

Leidet die schwangere Frau unter einer Allergie gegen Penicillin, raten Ärzte zu einer sogenannten Hyposensibilisierung. Bei dieser Immuntherapie bekommt die Erkrankte nach und nach leicht steigende Dosen des Antibiotikums verabreicht. So gewöhnt sich ihr Körper langsam an den Wirkstoff. Sollte es gar keine andere Möglichkeit geben, kann die Behandlung im Notfall auch mit Ceftriaxon erfolgen.

Wie lässt sich eine angeborene Syphilis behandeln?

Stecken sich Babys bereits im Mutterleib mit den ursächlichen Bakterien an, kommen sie häufig mit angeborener Syphilis zur Welt. Diese lässt sich in der Regel ebenso gut mit dem Antibiotikum Penicillin behandeln. Die Neugeborenen bekommen den Wirkstoff üblicherweise zwei Wochen lang in einer angepassten Dosis direkt in eine Vene verabreicht.

Welche Nebenwirkungen können bei der Behandlung von Lues auftreten?

Bei Syphilis im ersten Stadium sind bei der Behandlung in der Regel keine starken Nebenwirkungen zu erwarten. Ab dem zweiten Stadium sind allerdings bereits so viele Bakterien im Körper verbreitet, dass es bei der Therapie mit Antibiotika zur sogenannten Jarisch-Herxheimer-Reaktion kommen kann. Durch den medikamentösen Wirkstoff zerfallen in recht kurzer Zeit große Mengen der Krankheitserreger. Dabei setzen diese bestimmte Giftstoffe frei, welche Ärzte auch als Toxine bezeichnen. Das kann für die betroffenen Personen sehr unangenehm sein – typische Symptome der Jarisch-Herxheimer-Reaktion sind plötzlich einsetzendes Fieber, Schüttelfrost sowie Kopf- und Muskelschmerzen. Darüber hinaus können sich bestehende Hautausschläge verschlimmern oder neue hinzukommen.
 
Um eine solch heftige Reaktion zu vermeiden, bekommen Syphilis-Patienten ab dem zweiten Stadium zusätzlich eine Behandlung mit Kortison. Der Arzt verabreicht ihnen diesen Wirkstoff etwa 30 bis 60 Minuten vor der Penicillin-Injektion und kann den unangenehmen Nebenwirkungen dadurch vorbeugen.

Was muss ich bei der Behandlung von Syphilis beachten?

Syphilis ist eine Infektionskrankheit, die vorrangig über sexuelle Kontakte auf andere Personen übergeht. Um eine weitere Ausbreitung von Lues zu verhindern, reicht die Behandlung einer einzelnen Person daher häufig nicht aus. Bei Syphilis im ersten Stadium solltest Du alle Sexualpartner der letzten drei Monate über die Infektion informieren. Ist die Erkrankung bereits im zweiten Stadium, solltest Du sogar alle Partner der letzten drei Jahre kontaktieren. Dann können sich diese ebenso auf Lues testen lassen und sich im Bedarfsfall einer Behandlung unterziehen.
 
Ferner solltest Du auf sexuelle Kontakte verzichten, bis die Therapie abgeschlossen ist. Um sicherzustellen, dass die Behandlung erfolgreich war und Du nicht mehr ansteckend bist, musst Du in regelmäßigen Abständen zu Nachuntersuchungen beim Arzt gehen.

Wie ist die Prognose bei Syphilis?

Die Prognose bei Syphilis fällt in der Regel sehr gut aus. Insbesondere in den ersten beiden Stadien gilt Lues als einfach therapierbar. Die Antibiotika töten die Bakterien üblicherweise innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums vollständig ab. Spätsyphilis ist ebenso heilbar – allerdings lassen sich Organschäden, die infolge der Infektion entstanden sind, häufig nicht mehr beheben.

 

Wenn es bereits zu einer Neurosyphilis gekommen ist, können beispielsweise Lähmungen oder Gedächtnisbeeinträchtigungen zurückbleiben. Die Aussichten auf eine Heilung ohne Folgen sind also umso besser, je früher Du die Erkrankung behandeln lässt. Bleibt die Therapie aus, führt Syphilis in etwa 10 Prozent der Fälle zum Tod.

Syphilis - Wie ist die Prognose bei Syphilis?

Wie kann ich mich vor Syphilis schützen?

Syphilis - Wie kann ich mich vor Syphilis schützen?

Die Übertragung von Syphilis passiert vor allem bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Um eine Ansteckung zu vermeiden, solltest Du daher immer mit Kondom verhüten. Beim Oralsex empfehlen Ärzte die Verwendung von Lecktüchern. Diese Maßnahmen verringern das Risiko einer Infektion deutlich.

Mit hundertprozentiger Sicherheit lässt sich Lues allerdings nie vorbeugen. Die Erreger können nämlich in manchen Fällen auch beim Küssen oder bei sonstigen Berührungen auf eine andere Person übergehen.
 
Wenn Dein Partner an Syphilis erkrankt ist, solltet ihr daher am besten generell auf Geschlechtsverkehr und sehr engen Körperkontakt verzichten, bis der Arzt bestätigt, dass keine Ansteckung mehr möglich ist. Bereits verwendete Sexspielzeuge solltest Du außerdem gründlich reinigen.
 
Da Personen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern ein besonders hohes Risiko für Lues haben, sollten sie sich zur Sicherheit einmal im Jahr auf verschiedene Geschlechtskrankheiten testen lassen. Bei schwangeren Frauen gehört die Durchführung eines Syphilistests ebenso zu den Routineuntersuchungen. So ist im Fall der Fälle eine rechtzeitige Behandlung möglich, wodurch eine Ansteckung des Babys oft verhindert werden kann.
 
Gegen manche sexuell übertragbare Erkrankungen kannst Du Dich außerdem mit vorbeugenden Impfungen schützen. Das gilt beispielsweise für HPV, Hepatitis A und Hepatitis B. Eine Schutzimpfung gegen Syphilis gibt es allerdings bis dato nicht.

Syphilis - Impfung

Übernimmt die Krankenkasse die anfallenden Kosten bei Syphilis?

Syphilis - Kosten

Die Krankenkasse kommt für alle notwendigen Therapiemaßnahmen auf. Bei gewissen Leistungen kann aber ein Selbstbehalt für Dich anfallen. Auch die erforderlichen Untersuchungen zur Diagnose sind üblicherweise in den Leistungen der Krankenkassen inkludiert. Lediglich die Heimtests für Syphilis musst Du selbst bezahlen.


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Über die Autorin: Dr. Simone Hermanns

Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe


Dr. med. Simone Hermanns ist als Fachärztin am Universitätsspital Zürich tätig und unterstützt MOOCI seit Februar 2020 als medizinische Expertin für den Bereich der Gynäkologie und Geburtshilfe.

Seit nunmehr 7 Jahren arbeitet sie voller Energie und Lebenslust als Ärztin in verschiedenen klinischen Fachbereichen in Deutschland und der Schweiz. Die Liebe zur Medizin entdeckte Sie besonders im operativen Bereich,da die Vielfältigkeit dieses Bereichs immer wieder aufs Neue fasziniert.

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Ausfallzeit Ausfallzeit

Bei rechtzeitiger Behandlung keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Bei rechtzeitiger Behandlung nicht notwendig

Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Syphilis ist eine Infektionskrankheit, die auf das Bakterium Treponema pallidum zurückgeht. Die Übertragung dieser Erreger passiert meist bei sexuellen Kontakten. Deshalb zählt Syphilis zu den Geschlechtskrankheiten.


Syphilis verläuft üblicherweise in vier Stadien, die sich über viele Jahre strecken. Während zu Beginn häufig nur ein kleines Geschwür bemerkbar ist, verschlimmern sich die Symptome über den Verlauf der Erkrankung häufig. Im vierten Stadium – der sogenannten Neurosyphilis – können schwerwiegende Schäden am zentralen Nervensystem entstehen.


Mithilfe von Antibiotika lässt sich Syphilis gut behandeln. Meist kommt der Wirkstoff Penicillin zum Einsatz – die notwendige Dosis hängt allerdings vom Krankheitsstadium ab. Bei Neurosyphilis kann auch ein Aufenthalt im Krankenhaus notwendig sein.


Syphilis führt heutzutage nur noch bei sehr wenigen Patienten zum Tod. Voraussetzung für eine gute Prognose ist allerdings eine möglichst frühe Diagnose und Behandlung.

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