Impotenz (Erektile Dysfunktion)

Schätzungen zufolge hat jeder dritte Mann schon mindestens einmal im Laufe seines Lebens unter Impotenz gelitten. Die Ursachen der erektilen Dysfunktion sind vielfältig, denn neben körperlichen Auslösern spielen auch psychische Gründe eine große Rolle. Warum eine Impotenz entsteht, was Du dagegen selber tun kannst und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, erfährst Du im nachstehenden Beitrag.


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Zuletzt aktualisiert: 1. September, 2020



ICD-10-GM-2020 F52

Was versteht die Medizin unter Impotenz?

Der Begriff „Impotenz“, auch erektile Dysfunktion genannt, beschreibt in der Medizin, dass der Penis sich nicht ausreichend versteift oder die Erektion nicht lange genug aufrecht bleibt.  Obwohl die sexuelle Lust (Libido) bei dem Betroffenen durchaus noch vorhanden ist, ist ein befriedigender Sex oft nicht mehr möglich. Ärzte sprechen von einer erektilen Dysfunktion, wenn eine ausreichende Erektion in rund 70 Prozent der Versuche ausbleibt und dies mindestens sechs Monate anhält.
 
Während einer Erektion müssen die Blutgefäße, das Nervensystem, die Hormone, die Muskeln und die Psyche zusammenspielen. Jeder dieser Faktoren kann „schlapp“ machen und somit eine normale Erektion nicht mehr ermöglichen. Dies kann körperlich, psychisch oder durch eine Kombination von beidem bedingt sein.
 
Obwohl es keine genauen Fallzahlen gibt, da die Dunkelziffer aufgrund des herrschenden Stigmas sehr hoch ist, sind Erektionsstörungen ein häufiges Problem. Trotz der hohen Dunkelziffer ist bekannt, dass fünf bis 20 Prozent der betroffenen Männer unterschiedlich schwere Erektionsstörungen haben. Forscher gehen davon aus, dass jeder dritte Mann im Laufe seines Lebens zumindest einmal oder vorübergehend eine Beeinträchtigung der Erektionsfähigkeit erfährt. Daraus ergibt sich, dass Schätzungen zufolge etwa fünf Prozent der Männer in der Gesamtbevölkerung betroffen sind. Dabei gibt es Männer, die über gelegentliche Potenzprobleme klagen, und jene, die von einem totalen Verlust der Erektionsfähigkeit berichten.

Impotenz bedeutet, dass der Penis sich nicht ausreichend versteift oder die Erektion nur kurz anhält.

Wie sehen die Symptome einer Impotenz aus?

Die Symptome einer Impotenz reichen von verminderter Steifigkeit des Penis, unbefriedigendem Geschlechtsverkehr, Unmöglichkeit der Selbstbefriedigung, fehlender morgendlicher Erektionen, geringerer Füllung des Penis bis hin zur generellen Lustlosigkeit, wenn es um Geschlechtsverkehr und die damit verbundenen Intimitäten geht.

Welche Arten von Impotenz gibt es?

Ärzte unterscheiden zwei Formen von Impotenz – die Erektionsstörung (Impotentia coeundi) und die Unfruchtbarkeit (Impotentia generandi).
 
Bei einer Erektionsstörung reicht die vorhandene Erektion nicht für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr aus, da der Penis nicht steif genug ist. Außerdem können einige Männer den Zeitpunkt des Samenergusses nicht kontrollieren: Dieser kommt vorzeitig beziehungsweise verzögert. Einige Betroffene berichten hierbei aber auch über gar keinen Samenerguss (Anejakulation), was jedoch sehr selten vorkommt.
 
Bei der zweiten Form besteht kein Problem mit der Erektion, denn diese bezeichnet die Unfähigkeit zur Fortpflanzung. Der Penis wird normal steif und der Betroffene kann den Geschlechtsverkehr problemlos vollziehen, der Mann kann jedoch keine Kinder zeugen. Betroffene Männer haben in der Regel einen Samenerguss, jedoch befinden sich im Sperma keine intakten, zu wenige oder überhaupt keine Spermien.

Welche Ursachen hat die Impotenz?

Bei der Entstehung einer Erektion führen das Nervensystem, die Blutgefäße, die Hormone, die Muskeln und die Psyche ein komplexes Zusammenspiel durch. Gerade deshalb sind auch die Faktoren, welche eine Erektionsstörung begünstigen oder verursachen, sehr vielfältig. Die Ursachen sind sowohl körperlicher als auch psychischer Natur.
 
Bei dem Großteil der betroffenen Männer (rund 70 Prozent) verursachen körperliche Auslöser, zumeist Krankheiten, die erektile Dysfunktion. Bei anderen Männern stehen vor allem psychische Gründe im Vordergrund. Manche Männer berichten über eine Kombination aus beidem, denn psychische Probleme führen oft zu körperlichen Einschränkungen. Dadurch entsteht ein Teufelskreis, denn wenn der Betroffene über einen längeren Zeitraum keine Erektion bekommt oder diese nicht aufrecht bleibt, kratzt das schnell an seinem Selbstbewusstsein.
 
Zu den körperlichen Auslösern einer Impotenz gehören in erster Linie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wobei eine Gefäßverkalkung (Arterienverkalkung, Arteriosklerose) die häufigste Ursache darstellt. Dabei verkalken die Arterien und es gelangt nicht genügend Blut in den Penis. Umgekehrt kann das Blut auch zu schnell wieder aus dem Penis fließen, in manchen Fällen geschieht beides. Prinzipiell gilt aber, dass die Blutmenge in den Schwellkörpern des Penis nicht mehr für eine befriedigende Erektion ausreicht.

Weiter können eine Koronare Herzkrankheit, Bluthochdruck (Hypertonie) und ein zu hoher Cholesterinspiegel (Hypercholesterinämie) eine erektile Dysfunktion auslösen. Auch Übergewicht wirkt sich negativ auf die Gefäße aus, genauso wie Rauchen, denn dieses führt oft zu einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit.

Männer, die an Diabetes mellitus leiden, sind auch sehr häufig von Impotenz betroffen, denn die Zuckermoleküle lagern sich an den Wänden der Blutgefäße ab und somit fließt nicht genug Blut in die Schwellkörper des Penis. Aber auch hormonelle Störungen sind ein Auslöser, vor allem ein zu niedriger Testosteronspiegel. Dabei schwächt die Erektionsfähigkeit ab, da der Körper nicht genug des männlichen Geschlechtshormons produziert.
 
Als weitere häufige Ursache einer erektilen Dysfunktion gelten neurologische Erkrankungen. Im Normalfall entsteht eine Erektion, indem Nerven Signale aus dem Gehirn an den Penis senden. Nervenkrankheiten wie die Multiple Sklerose, Parkinson, ein Schlaganfall oder Tumore stören diese Signalübermittlung. Auch Schädigungen des Rückenmarks wie eine Querschnittslähmung, aber auch Bandscheibenvorfälle führen zur Störung des verantwortlichen Reflexes.
 
Operative Eingriffe im Beckenraum, wie etwa bei der Behandlung von Prostatakrebs, können das Risiko für eine anschließende Impotenz erhöhen. Hierbei besteht nämlich die Gefahr, dass der Arzt Nervenbahnen vom und zum Penis schädigt. Weiter können Verletzungen des Schwellkörpers oder des Penis an sich sowie dessen Fehlbildungen für eine Impotenz verantwortlich sein.
 
Wie bereits erwähnt, spielt die Psyche eine wichtige Rolle bei der Entstehung einer erektilen Dysfunktion. Vor allem bei jüngeren Patienten sind die Ursachen psychisch bedingt. Hinter einer psychisch verursachten Impotenz stecken vor allem seelische Faktoren wie Depression, Stress und Leistungsdruck, Ängste und Hemmungen, fehlende Selbstsicherheit sowie Partnerschafts- und Persönlichkeitskonflikte (zum Beispiel eine nicht eingestandene Homosexualität).
 
Darüber hinaus verursachen auch bestimmte Medikamente eine Impotenz, unter anderem Mittel gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Betablocker, die den Blutdruck senken. Ein übermäßiger und dauerhaft erhöhter Alkoholkonsum greift die Nerven im Gehirn und Rückenmark an und schädigt vor allem die Nervenendigungen (Polyneuropathie), was letztendlich ebenfalls zur Impotenz führen kann.

Eine erektile Dysfunktion wirkt sich nicht nur vielseitig auf das Leben des Mannes auch, sondern auch auf das Leben als Paar.

Welche Risikofaktoren begünstigen die Entstehung einer Impotenz?

Es gibt einige Risikofaktoren, die für eine Impotenz verantwortlich sind oder ihre Entstehung begünstigen. Da Erektionsstörungen mehrere Ursachen haben können, ist es besonders wichtig, nach möglichen Risikofaktoren zu suchen, um etwa bisher nicht diagnostizierte Erkrankungen zu erkennen und frühzeitig behandeln zu können. Dadurch verbessert sich auch die Lebensqualität des Betroffenen, in vielen Fällen auch die des Partners sowie die Qualität deren Beziehung.
 
Zu den häufigsten Risikofaktoren gehören in allererster Linie psychische Probleme wie Depressionen, aber auch Partner- und Persönlichkeitskonflikte, Selbstunsicherheit, Versagensangst, verdrängte Homosexualität oder Stress im Beruf und Alltag.
 
Ein weiterer Risikofaktor ist übermäßiges Rauchen sowie Alkohol- beziehungsweise Medikamenten-Missbrauch. Bei den Medikamenten handelt es sich vor allem um Mittel gegen Bluthochdruck, Blutfettsenker, Produktionshemmer der Magensäure und Entzündungshemmer.
 
Auch gewisse Erkrankungen begünstigen die Entstehung einer Impotenz, unter anderem vor allem Diabetes mellitus oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Störungen des Hormonhaushalts, Operationen im Beckenbereich (zum Beispiel Prostata- oder Enddarm-Operationen) sowie das steigende Alter sind weitere mögliche Risikofaktoren.

Wer ist am häufigsten von einer Impotenz betroffen?

Das Risiko für eine erektile Dysfunktion nimmt mit steigendem Alter zu, jedoch kann sie in allen Altersgruppen auftreten – auch junge Männer sind von Erektionsstörungen betroffen.
 
Sie belasten den Betroffenen in allen Altersabschnitten und führen zu einer Verschlechterung der Lebensqualität. Besonders betroffen sind jedoch Männer über 40 Jahre.
 
Forscher gehen davon aus, dass jeder dritte Mann im Laufe seines Lebens bereits einmal oder vorübergehend an einer erektilen Dysfunktion litt. Bei jüngeren Männern verursachen vor allem psychische Probleme die Impotenz, mit steigendem Alter sind die Ursachen vor allem auch körperlich bedingt.
 
Eine erektile Dysfunktion führt aber in jedem Altersabschnitt zu einer Verschlechterung der Lebensqualität, weshalb ein frühzeitiger Besuch beim Urologen besonders wichtig ist. Denn je früher der Arzt eine Erektionsstörung diagnostiziert, desto schneller kann er die Ursachen abklären und eine passende Behandlung in die Wege leiten. Eine fachärztliche Abklärung ist darüber hinaus äußerst sinnvoll, da Erektionsstörungen oft das erste Symptom eines bis dahin nicht erkannten Diabetes mellitus oder einer koronaren Herzerkrankung darstellen.

Welche Folgen kann die Impotenz für die Betroffenen haben?

Eine Impotenz hat vor allem psychische Folgen. Dazu gehört an erster Stelle das Gefühl, dass sich Betroffene nicht „Mann genug“ fühlen. Aus psychologischer Sicht untergraben Erektionsstörungen das Selbstwertgefühl des Mannes und beeinträchtigen dessen Lebensqualität erheblich. Das führt dazu, dass der Betroffene in der Regel Rückzugs- und Vermeidungstechniken entwickelt, die zu einer Herabsetzung der eigenen Selbstachtung und des Identitätsgefühls führen. Daraus ergeben sich schließlich auch soziale und berufliche Probleme.
 
Neben den psychischen Störungen können wir auch psychosomatische nicht ausschließen. In sehr vielen Fällen hat zum Beispiel eine Depression extreme Auswirkungen auf die Sexualität. Außerdem beobachten wir Auswirkungen auf die generelle Lebensqualität des Betroffenen, das psychische Wohlbefinden an sich und vor allem dessen Partnerschaft. Die Beziehung sowie die Kommunikation zwischen den Partnern und vor allem die partnerschaftliche Sexualität werden dadurch nachhaltig belastet.

Wann sollte ich mit einer Impotenz zum Arzt gehen?

Wenn Du über mehrere Wochen hinweg unter einer Impotenz leidest, solltest Du auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Die Potenzprobleme können nämlich ein frühes Anzeichen für eine chronische Erkrankung sein, wie zum Beispiel Diabetes mellitus. Unbehandelt können diese Probleme zu einer ernsten gesundheitlichen Gefahr werden. Deshalb gilt hier: Je früher Du einen Arzt aufsuchst, desto besser! Hierbei ist ein Urologe oder ein Androloge die erste Anlaufstelle. 

Da Impotenz häufig psychosomatische Ursachen hat, empfehlen Ärzte eine Therapie, bei Bedarf auch als Paartherapie.

Wie diagnostiziert der Arzt eine Impotenz?

Als Allererstes führt ein behandelnder Urologe oder Androloge mit dem Patienten ein ausführliches Gespräch zur Krankengeschichte (Anamnese) durch. Dabei stellt der Arzt auch viele persönliche Fragen, unter anderem zum Sexualleben. Manchmal folgt ein Gespräch mit dem Partner des Betroffenen. Da bestimmte Arzneimittel Impotenz hervorrufen können, fragt der Arzt auch nach Medikamenten, die der Patient möglicherweise einnimmt.
 
Nach der Anamnese folgt die Untersuchung von Penis und Hoden. Ärzte empfehlen außerdem eine digitale rektale Untersuchung, also eine manuelle Untersuchung über den Enddarm, denn so lässt sich eine mögliche Prostatavergrößerung erkennen, die ebenfalls eine erektile Dysfunktion verursachen kann. Im Idealfall ist der zu untersuchende Patient nackt, denn so kann sich der Arzt ein besseres Gesamtbild verschaffen.
 
Dabei klärt er auch Punkte wie Fettleibigkeit, Vergrößerung der männlichen Brust, erhöhter Bauchumfang, Genitalbehaarung, Vorhautverengung (Phimose), Hodengröße und Festigkeit, etwaige Krampfadern, Abtasten der Leber- und Leistengegend sowie des Penisschaftes (um mögliche Verhärtungen zu erkennen) ab.
 
Danach folgen eine Blutdruck- und Pulsmessung sowie Blut- und Urinuntersuchungen. Mithilfe der Blutuntersuchung kann der Arzt den Hormonstatus des Patienten bestimmen und Hinweise auf Krankheiten entdecken, die einer Impotenz zugrunde liegen können (zum Beispiel Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen). In besonderen Fällen untersucht der Urologe auch die Nerven des Beckenbodens neurologisch.
 
Damit der Arzt eine sichere Diagnose stellen kann, muss er Ultraschalluntersuchungen der Blutgefäße des Penis im Ruhezustand durchführen. Manchmal geschieht dies nach einer Injektion eines erektionsfördernden Medikaments. Mittels einer Dopplersonographie kann der Arzt feststellen, ob sich im Penis Gefäßverengungen gebildet haben. Dazu ist es auch sinnvoll, die Hoden zu durchleuchten, denn das zeigt an, ob Hodengewebe geschrumpft ist oder ein Tumor vorliegt.
 
Wenn der Patient an einer vorangegangenen Verletzung des Beckens leidet, muss der Arzt den Bereich röntgen, um festzustellen, ob die verletzten Knochen möglicherweise Nervenstränge oder Blutgefäße beschädigt haben. Bei Verdacht auf schwere Schäden der Penisgefäße führt der Urologe eine Cavernosonographie durch. Dabei betäubt er Penishaut und Schwellkörper örtlich und spritzt ein Kontrastmittel ein. Auf den angefertigten Ultraschall- oder Röntgenaufnahmen kann der Arzt sehen, ob und in welchem Umfang die Blutgefäße geschädigt sind.
 
Außerdem misst der Arzt im Rahmen einer sogenannten nocturnalen Tumeszenzmessung nachts den Schwellungsgrad des Penis. Dabei schläft der Patient mit einer Stoffmanschette um den Penis, die an ein Messgerät angeschlossen ist und die Stärke der Erektionen sowie deren Häufigkeit und Dauer misst.

Wie funktioniert die Behandlung von Impotenz?

Es gibt eine Reihe individueller Therapieoptionen. Welche für den Patienten letztendlich infrage kommt, hängt von der Ursache der erektilen Dysfunktion ab.
 
Unter den Medikamenten gelten die PDE-5-Hemmer als erste Wahl. Diese blockieren das Enzym Phosphodiesterase-5 (PDE-5). Dadurch entspannt sich die Penismuskulatur, die Blutgefäße können sich besser weiten und die Schwellkörper füllen sich mit Blut. Sie wirken allerdings nur, wenn der Mann sexuell erregt ist und unterscheiden sich hinsichtlich des Wirkungseintritts und der Wirkdauer.
 
Die Medikamente weisen jedoch einige Nebenwirkungen auf (Kopfschmerzen, Gesichtsrötung, verstopfte Nase, Übelkeit, Änderung der Herzfrequenz, gestörtes Farbsehen) und der Patient darf sie nicht einnehmen, wenn er an einer schweren Herz-Kreislauf-Erkrankung leidet oder bereits blutdrucksenkende Medikamente zu sich nimmt.
 
Weiter kann auch eine sogenannte Schwellkörper-Injektionstherapie (SKAT) oder eine Transurethale Applikation (MUSE) weiterhelfen. Diese beiden Therapieformen helfen jenen Patienten, die für Tabletten ungeeignet sind. Der behandelnde Arzt setzt hierbei Präparate mit gefäßerweiterndem und durchblutungssteigerndem Prostaglandin-E1. Dies spritzt er entweder mit einer Nadel direkt in die Schwellkörper des Penis (SKAT) oder drückt sie als gesondertes Präparat mithilfe eines Applikators in die Harnröhrenöffnung an der Penisspitze (MUSE).
 
Die Verabreichung direkt in die Schwellkörper ist wirksamer, aber auch mit mehr Nebenwirkungen verknüpft. Ein Vorteil ist jedoch, dass eine rasche Wirkung eintritt und diese Behandlungsmethode auch bei geschädigten Nervenbahnen funktioniert. Allerdings können die Erektionen zu lange andauern beziehungsweise schmerzhaft sein, und an der Einstichstelle können sich Knoten und Blutergüsse bilden.
 
Eine weitere Therapieform ist eine Vakuumpumpe, in der ein Unterdruck entsteht, der Blut in den Penis saugt und eine erektile Dysfunktion vorübergehend behebt. Ein um die Peniswurzel gestreifter Ring verhindert, dass das Blut nach Erreichen der Erektion zu schnell aus den Schwellkörpern abfließt. Sie ist eine kostengünstige Variante und eignet sich für jene Patienten, die keine Medikamente einnehmen können oder möchten. Aufgrund der umständlicheren Handhabung nehmen sie Männer nur ungern in Anspruch. Außerdem füllt sich nur der sichtbare Anteil der Schwellkörper, was dazu führt, dass der Penis an der Basis abknickt und somit auch die Ejakulation behindert oder unmöglich ist.
 
Eine gefäßbedingte Impotenz lässt sich auch chirurgisch therapieren. Auch sogenannte Penisprothesen helfen bei Impotenz, allerdings sollte der Arzt sie nur dann implantieren, wenn alle anderen Verfahren versagt haben, denn dieses Verfahren ist endgültig. Solche Eingriffe sind aber riskant und wenig erfolgversprechend. Diese Therapieformen gehören zu den kostspieligeren Varianten, denn die Krankenkasse übernimmt hierfür im Regelfall keine Kosten.
 
Eine weitere Möglichkeit ist die Zufuhr des männlichen Geschlechtshormons Testosteron. Dies hilft jedoch nicht immer und es hängt auch vom jeweiligen Fall ab, ob diese Therapieform sinnvoll ist.
 
Wenn Probleme mit der Zeugungsfähigkeit auf normalem Wege bestehen, so gibt es auch hierbei einige Behandlungsmöglichkeiten
 
Zum einen gibt es die In-vitro-Fertilisations-Technik (IVF). Darunter verstehen wir die Vereinigung von Ei- und Samenzelle außerhalb des Mutterleibs, die Befruchtung erfolgt im Reagenzglas (in vitro). Dabei stehen viele unterschiedliche Varianten dieser Methode zur Verfügung. Zum anderen gibt es noch die intrazytoplasmatische Spermainjektion (ICSI-Methode). Hierbei spritzt ein Spezialist einzelne Spermien per Mikroinjektion in mehrere reife Eizellen, um diese zu befruchten. Diese Methode ist ebenso wie die IVF-Metoden sehr aufwendig, kostspielig und für die Eltern eine große Herausforderung.
 
Darüber hinaus empfehlen Ärzte Impotenz-Patienten, psychologische Beratung oder Sexualberatung und -aufklärung sowie Verhaltens- und Gesprächstherapie in Anspruch zu nehmen. Eine Beratung gibt viele Denkanstöße, wie der Patient mit dem Problem umgehen soll, und erweist sich als äußerst positiv. Dabei helfen auch Selbsthilfegruppen und der Austausch zu anderen Betroffenen.

Was kann ich selbst bei einer Impotenz unternehmen?

Solltest Du an einer Impotenz leiden, so ist es immer empfehlenswert, zuerst die Lebensgewohnheit zu verbessern. Dazu gehören vor allem Rauchstopp, Reduktion des Alkoholkonsums, Gewichtsreduktion bei überschüssigen Kilos und regelmäßige körperliche Bewegung und Sport. In weiterer Folge sollte Dir Dein Arzt helfen, eventuell erhöhte Blutzuckerwerte sowie erhöhte Blutdruck- und Cholesterinwerte zu normalisieren. Diese Maßnahmen helfen nicht nur der allgemeinen Gesundheit, sondern beeinflussen die Erektionsfähigkeit positiv und helfen somit gegen Impotenz.
 
Sei aber vorsichtig und versuche nicht, die Impotenz selbst mit Medikamenten oder zweifelhaften Aphrodisiaka aus dem Sex-Shop in den Griff zu bekommen. Vermeide deshalb illegale Internetangebote, die verschreibungspflichtige Medikamente zur Behandlung einer Impotenz auch ohne Rezept liefern. Diese Produkte sind oft nicht wirksam, da die Hersteller sie mit Backpulver oder Mehl produzieren.
 
Kommt es nach der Anwendung der illegal vertriebenen Medikamente zu Nebenwirkungen, hast Du zudem keinerlei Haftungsansprüche gegenüber dem Hersteller. Auf diese betrügerische Weise versuchen die Hersteller nur, Dir Geld zu entlocken, denn sie nutzen die Situation des Betroffenen lediglich aus. Manche illegale Potenzmittel sind sogar gefährlich, weil sie Giftstoffe enthalten und somit schädlich für Deine Gesundheit sind!
 
Selbst echte Impotenz-Medikamente aus dem Internet können gefährlich werden, da sie ernste Nebenwirkungen haben können, wie zum Beispiel PDE-5-Hemmer bei Herz-Kreislauf-Systemerkrankungen. Auch solche Präparate solltest Du nur auf ärztliche Anweisung und unter ärztlicher Aufsicht einnehmen.
 
Eine erektile Dysfunktion ist oft ein wichtiges Frühwarnzeichen für schwere Krankheiten, die der Betroffene sonst leicht übersieht, deshalb kann nur ein Arzt die Ursache für eine Impotenz herausfinden und diese effektiv behandeln. Um den Erhalt der Erektionsfähigkeit zu fördern, weisen Ärzte außerdem ausdrücklich darauf hin, dass regelmäßige Erektionen und sexuelle Aktivität für die Funktion des Penis und seiner Schwellkörper sehr wichtig sind, vergleichbar mit körperlichem Ausdauertraining. Aus diesem Grund sollten auch jene Schwellkörper „im Training“ bleiben.

Forscher gehen davon aus, dass jeder dritte Mann im Laufe seines Lebens zumindest einmalig mit Impotenz zu kämpfen hat.

Kann ich Impotenz vorbeugen?

In erster Linie solltest Du vor allem auf eine gesunde Lebensweise achten. Vermeide Rauchen und Alkohol, ernähre Dich ausgewogen und gesund (eiweiß- und vitaminreiche Kost). Auch eine regelmäßige körperliche Bewegung und Sport sind wichtig. Außerdem solltest du keine zu engen Hosen tragen, die die Lage der Hoden beeinträchtigen. Auch eine regelmäßige sexuelle Aktivität und die damit verbundenen regelmäßigen Erektionen helfen der Funktion des Penis und dessen Schwellkörper.

Kann auch eine Frau von einer Impotenz betroffen sein?

Ja, auch Frauen können an einer Impotenz leiden. Bei ihnen äußert sich dies durch den Verlust des sexuellen Verlangens (Libido). Der wesentliche Unterschied zu männlicher Impotenz liegt aber darin, dass sie trotz fehlender Lust dennoch den sexuellen Akt ausüben können. Außerdem unterscheiden wir bei Frauen zwischen: Frigidität (Verlust der Libido), Impotentia concipiendi (Unfähigkeit, schwanger zu werden) und Impotentia gestandi (Unfähigkeit, das Kind auszutragen).

Mit welchen Kosten muss ich bei der Behandlung einer Impotenz rechnen?

Je nach Art der Therapie ist diese mit unterschiedlich hohen Kosten verbunden. Während eine Behandlungsform mit geringeren Kosten verbunden ist, gibt es auch Therapien, die kostspieliger sein können (Operationen). Informiere Dich deshalb immer bei Deinem Arzt, mit welchen Kosten die unterschiedlichen Behandlungsformen verbunden sind.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung einer Impotenz?

Sozialversicherungen übernehmen leider keine Kosten einer Impotenz-Behandlung, da sexuelle Funktionsstörungen nicht als Krankheit im Sinn des Sozialversicherungsrechts gelten. Ob die Krankenkasse die Kosten der Behandlung im Einzelfall übernimmt, hängt vom jeweiligen Versicherungsträger ab. Informiere Dich deshalb am besten direkt bei Deiner Versicherung, welche Leistungen sie Dir anbieten kann.


Dauer Dauer

Über mehrere Monate

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

Das Wichtigste zusammengefasst

Unter „Impotenz“ verstehen wir, dass der Penis nicht ausreichend versteift oder die Erektion nicht lange genug aufrecht bleibt.


Ärzte stellen die Diagnose Impotenz erst dann, wenn eine ausreichende Erektion bereits seit mindestens sechs Monaten in rund 70 Prozent der Versuche ausbleibt.


Eine Impotenz ist meist ein wichtiges Frühwarnzeichen für andere schwere Krankheiten – zum Beispiel Diabetes mellitus oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.


Männer in allen Altersgruppen sind betroffen. Prinzipiell gilt: Je früher Du einen Arzt aufsuchst, desto besser!

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