Vorzeitiger Samenerguss

Obwohl sie zu den häufigsten sexuellen Funktionsstörungen des Mannes zählt und beinahe jeder dritte Mann betroffen ist, ist sie ein Tabuthema, das leider immer noch mit Scham, Angst und dem Gefühl des Versagens vergesellschaftet ist: die Ejaculatio praecox – der vorzeitige Samenerguss. Betroffene haben Probleme dabei, die Stimulation des Penis über längere Zeit hinweg durchzuhalten und erreichen daher schneller ihren Orgasmus, weshalb Partner oder Partnerin nicht auf ihre Kosten kommen. Wiederholt sich dies häufig wird der Leidensdruck auf beiden Seiten groß: Betroffene erleben eine enorme Frustration aus dem Gefühl heraus, nicht zu genügen und den Partner nicht befriedigen zu können, den Partnern der Betroffenen fehlt die sexuelle Befriedigung. Eine Behandlung ist aber möglich und sollte nicht aus Scham oder Angst hinausgeschoben werden.


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Medizinischer Experte

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Online-Redaktion

Dieser Text wurde nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Medizinern geprüft.


Zuletzt aktualisiert: 30. August, 2021

INHALTSVERZEICHNISInhaltsverzeichnis

Der vorzeitige Samenerguss, auch Ejaculatio praecox genannt, ist eine sexuelle Funktionsstörung, bei die Reizschwelle der Ejakulation deutlich herabgesetzt ist, sodass es betroffenen Männern unmöglich ist, einen länger andauernden (nach Definition 7 Minuten) Geschlechtsakt zu vollziehen.

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Die Ursachen können nach momentanen Stand der Forschung psychischer, neurobiologischer, physiologischer, medikamentöser und infektiöser Natur sein.

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Eine chirurgische Behandlung wird in keinem Fall leichtfertig ohne vorausgehenden Versuch aller anderen Methoden und ohne ausführliches Gespräch und Beratung durch den Urologen und Chirurgen durchgeführt.

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Die wichtigste Behandlungssäule beruht auf psycho-, verhaltens-, sexual- und paartherapeutischen Ansätzen. Drüber hinaus stehen medikamentöse Optionen (orale und lokale Anwendung) zur Verfügung. Bei Versagen all dieser Methoden können zwei Arten von chirurgischen Eingriffen angeboten werden: die selektive dorsale Neurektomie und die Injektionstherapie.

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Wie bei jeder Operation kann es zu stärkeren Blutungen, zu Infektionen, zu allergischen Reaktionen und zur Verletzung umliegender Strukturen (Nerven, Schwellkörper) kommen.

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Zwar handelt es sich bei beiden operativen Techniken um kurze Eingriffe, dennoch sollte nicht unterschätzt werden, dass eine Ruhezeit von ein bis zwei Tagen eingehalten werden soll. Sportliche Aktivitäten, hohe körperliche Belastung, Geschlechtsverkehr und Vollbäder sind in den ersten Wochen zu meiden.

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Beide operativen Techniken zeigten bislang gute Ergebnisse mit einer deutlichen Steigerung der Zeit bis zur Ejakulation. Das erste Ergebnis kannst Du bereits nach der OP sehen, das Endergebnis ist rund zwei Wochen sichtbar, nachdem die Schwellungen abgeklungen sind.

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Die Diagnose wird in der Regel durch einen Facharzt für Urologie gestellt und erfolgt durch ein ausführliches Anamnesegespräch und den Ausschluss möglicher physiologisch bedingter und rasch behebbarer Ursachen.

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Ja, denn bis zu einem gewissen Grad kann es helfen, Stress abzubauen, Erwartungen etwas zu reduzieren und sich selbst den Druck zu nehmen. Positiv auswirken können sich zudem regelmäßiges Beckenbodentraining oder die Verwendung spezieller, leicht anästhesierender Kondome.

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Die Behandlungskosten sind je nach Therapie, die angewendet wird, unterschiedlich hoch. Die medikamentöse Therapie wird vollständig, Psychotherapie je nach Gesundheitsträger bis zu einem bestimmten Prozentsatz übernommen. Eine Operation bei vorzeitigem Samenerguss wird in der nur bei medizinischer Notwendigkeit durch die Kassen gezahlt – hier sollte die individuelle Situation mit der Krankenkasse geklärt werden.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Der vorzeitige Samenerguss zählt zu den häufigsten sexuellen Funktionsstörungen des Mannes und kann theoretisch in jedem Alter auftreten, betrifft allerdings vor allem jüngere Männer.


Unterschieden wird zwischen einer primären (von der ersten Sexualerfahrung an bestehenden und fortan bestehenden) und einer sekundären (erst später aufgetretenen) Form. Anhand dieser beiden Formen können auch unterschiedliche Ursachen und Behandlungsweisen differenziert werden.


Die Behandlung erfolgt in erster Linie konservativ mittels differenzierten Ansätzen der Psychotherapie (Gesprächstherapie, Sexual-, Paar- und Verhaltenstherapie) und medikamentös. Erst bei Versagen aller Optionen erfolgt die Evaluierung für einen möglichen chirurgischen Eingriff.


Bei einer chirurgischen Intervention besteht die Wahl zwischen der ambulant und in lokaler Anästhesie durchführbaren Injektionstherapie und der mit einem stationären Aufenthalt und einer Vollnarkose verbundenen selektiven dorsalen Neurektomie.

Was versteht die Medizin unter einem vorzeitigen Samenerguss?

Der vorzeitige Samenerguss, auch Ejaculatio praecox genannt, gehört zu den häufigsten sexuellen Funktionsstörungen, die vor allem junge Männer betrifft, grundsätzlich aber in jeder Altersgruppe auftreten kann. Die Einstufung als tatsächliche Erkrankung ist schwierig, da hierbei die Faktoren „Häufigkeit“ und „Dauer“ eine entscheidende Rolle spielen, jedoch nur schwer allgemein definiert werden können. Mit Häufigkeit gemeint ist die Tatsache, dass fast jeder Mann im Laufe eines Lebens mindestens einmal vorzeitig zum Orgasmus kommt und früher als gewollt oder beabsichtigt ejakuliert.
 
Ab welcher Anzahl von vorzeitigen Ejakulationen ist also von einer tatsächlichen Funktionsstörung zu sprechen? Unter der Dauer zu verstehen ist die Zeit von Beginn des sexuellen Kontakts bis zur Ejakulation, eine Zeitspanne, die individuell sehr unterschiedlich wahrgenommen und bewertet wird. Während für den einen Mann (und dessen Partnerin) vier Minuten als ausreichend empfunden werden, versucht ein anderer 15-20 Minuten zu erreichen. Die „American Urological Association“ (AUA) versuchte hierbei eine wissenschaftliche Definition festzulegen und legte fest, dass eine intravaginale Latenzzeit (IELT) von sieben bis 14 Minuten (von der Penetration bis zur Ejakulation) für eine normale Sexualität spricht. Wichtiger in der Definition und Behandlung der Erkrankung in Hinblick auf die beiden beschriebenen Faktoren ist allerdings die Tatsache, dass der Sexualakt von beiden Partnern nicht als befriedigend wahrgenommen wird und dadurch der Leidensdruck erhöht ist. Bei der vorzeitigen Ejaculatio praecox ist die Hemmschwelle für die Ejakulation zu kurz, weshalb es noch vor dem tatsächlichen sexuellen Kontakt (Vorspiel) oder während des ersten Eindringens zum Samenerguss kommt.

Vorzeitiger Samenerguss - Was versteht die Medizin unter einem vorzeitigen Samenerguss?

Welche Ursachen hat ein vorzeitiger Samenerguss?

Vorzeitiger Samenerguss - Welche Ursachen hat ein vorzeitiger Samenerguss?

Lange Zeit wurde die Ejaculatio praecox als rein psychisches Problem angesehen. Tatsache ist, dass psychische Erkrankungen wie beispielsweise Depressionen, Stress und ein erhöhter Leistungsdruck, der häufig durch die mediale Vermittlung oder übertriebene Darstellung des Sexualakts anderer entsteht, die Reizschwelle und sexuelle Leistungsfähigkeit herabsetzen können und dadurch zur frühzeitigen Ejakulation führen.

Am häufigsten betroffen sind hierbei junge Männer, die am Beginn ihrer sexuellen Erfahrungen stehen, weshalb hier begünstigende Faktoren wie Aufregung, Anspannung, Erwartung und Leistungsdruck am höchsten sind. Meist handelt es sich hierbei allerdings nur um eine vorübergehende Problematik. Bei primären Formen der Ejaculatio praecox, also solchen, die seit der ersten sexuellen Interaktion bestehen und sich nicht von selbst bessern, wird in der aktuelleren Forschung immer mehr ein genetisch veränderter Serotoninhaushalt als mögliche Ursache erachtet. Seltener stecken körperliche Ursachen wie Infektionen der ableitenden Harnwege oder der Prostata oder bestimmte Vorerkrankungen (Diabetes mellitus, Schilddrüsenerkrankungen und andere sexuelle Funktionsstörungen) oder Medikamente hinter einer frühzeitigen Ejakulation.

Was muss ich vor der Behandlung einer vorzeitigen Ejakulation beachten?

Allem voran zu beachten ist, dass eine operative Behandlung einer Ejaculatio praecox erst dann durchgeführt wird, wenn alle anderen Therapieoptionen versagt haben. Der Vorbereitung auf die Operation gehen also eine umfangreiche medikamentöse und psychotherapeutische Therapie sowie wiederholte ausführliche Gespräche mit einem Spezialisten voraus. Erst wenn sich sowohl Arzt als auch Patient sicher sind, dass ein operativer Eingriff die beste Wahl zum Wohl des Patienten ist, erfolgt die Planung und Vorbereitung der Operation. Hierfür wird der Chirurg ein detailliertes Aufklärungsgespräch führen, in dem der genaue Ablauf, Erwartungen und mögliche Risiken geklärt und Fragen beantwortet werden.

Wie lässt sich ein vorzeitiger Samenerguss behandeln?

Unterschieden wird zwischen einer konservativen und einer operativen Herangehensweise. Welche Behandlung in Deinem Fall die richtige ist, besprichst Du gemeinsam mit Deinem Arzt im Rahmen eines Beratungsgesprächs.

Vorzeitiger Samenerguss - Ausschalten möglicher Trigger

Ausschalten möglicher Trigger

Kommen Infektionen, ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus oder andere sexuelle Funktionsstörungen als Ursache infrage, gilt es diese zuallererst zu therapieren. Kann ein Medikament als Auslöser festgestellt werden, ist der erste Schritt, dieses abzusetzen.


Vorzeitiger Samenerguss - Psychotherapie

Psychotherapie

Wichtiger weiterer Schritt der Therapie sind gesprächs-, sexual- und verhaltenstherapeutische Ansätze, bei denen (häufig gemeinsam mit der Partnerin oder dem Partner) Erwartungshaltungen, Stressfaktoren, Verhaltensmuster und Wünsche erarbeitet und besprochen sowie Techniken zur Impulskontrolle erlernt werden. Gesprächstherapien zielen darauf ab, erlernte Verhaltensmuster aufzuarbeiten, sexuellen Störungen und unrealistischen Vorstellungen über Sexualität auf den Grund zu gehen sowie Angst, Stress und Leistungsdruck zu reduzieren. Es geht darum, sich mit dem eigenen Körper und der eigenen Sexualität im Gespräch mit Spezialisten auseinanderzusetzen und besser kennenzulernen.

 

In der Verhaltenstherapie kommen die sogenannten Squeeze-Technik und die Start-Stopp-Technik zum Einsatz. Bei beiden Methoden geht es darum, nach anfänglicher Stimulation mit unterschiedlichen Techniken den Höhepunkt zu unterbrechen, damit Schritt für Schritt ein Gefühl für die eigene Erregung zu bekommen und zu lernen, diese in Hinblick auf den Orgasmus zu dosieren. Die Übungen können und sollen in unterschiedlichen Herausforderungsstufen (Selbstbefriedigung, passives Eindringen des Penis ohne zusätzliche Stimulation durch Bewegung, aktives Eindringen mit zusätzlicher Stimulation) regelmäßig durchgeführt werden.


Vorzeitiger Samenerguss - Medikamentöse Therapie

Medikamentöse Therapie

Ebenfalls Teil der konservativen Therapie ist der sowohl lokale als auch orale Einsatz von Medikamenten. Lokal eingesetzte, anästhetische Cremes oder Sprays zielen darauf ab, das Lustempfinden etwas herabzusetzen, sodass die Stimulation weniger schnell zur Ejakulation führt. In Tablettenform kommen allen voran Psychopharmaka zum Einsatz, die den Serotoninhaushalt und -stoffwechsel positiv beeinflussen sollen. Während am Anfang antidepressive Substanzen im off-label-use angewendet wurden, gibt es heute ein speziell entwickeltes Medikament (Dapoxetin), das für die Behandlung der Ejaculatio praecox zugelassen ist.


Vorzeitiger Samenerguss - Chirurgische Behandlung

Chirurgische Behandlung

Führen all diese Maßnahmen zu keiner Besserung, kann die Herabsetzung der Überempfindlichkeit der Eichel (Glans penis) chirurgisch erfolgen. Dabei stehen zwei Methoden zur Verfügung: die Injektionstherapie und die operative Durchtrennung bestimmter Nervenäste (selektive laterale Neurektomie, SLN). Beide Methoden wurden von Dr. med. Aref Elseweifi entwickelt; die Methode der Nervendurchtrennung ist auf dem Kongress der Asiatischen Gesellschaft für Andrologie 2009 erstmals vorgestellt worden und wird seitdem durchgeführt, wobei sie in Europa noch nicht lange etabliert ist.

Wie kann eine Injektionstherapie bei einem vorzeitigen Samenerguss helfen?

Vorzeitiger Samenerguss - Wie kann eine Injektionstherapie bei einem vorzeitigen Samenerguss helfen?

Bei der Injektionstherapie wird unter lokaler Betäubung mit einer sehr dünnen Nadel eine Substanz in die Eichel injiziert, die die Übertragung von Erregung in den Nerven reduziert und die Eichel damit für eine Stimulation unempfindlicher macht.

Die Qualität der Erektion selbst bleibt unverändert. Vorteil der Injektionstherapie ist, dass sie sehr kurz dauert (circa 15 Minuten), ambulant und ohne Vollnarkose durchführbar ist, wodurch die Ausfallzeit sehr kurz gehalten werden kann. Im Gegensatz zur SLN ist sie allerdings nicht von dauerhafter Wirkung, da die injizierten Substanzen mit der Zeit im Körper abgebaut werden.

Wie läuft die OP bei einem vorzeitigen Samenerguss ab?

Bei der SLN wird in Vollnarkose das obere Hautblatt des Penis geöffnet und die versorgenden Nerven aufgesucht. Einzelne Äste werden im Anschluss durchtrennt, sodass eine Erregung zwar auch weiterhin stattfindet, allerdings nicht mehr überschießend schnell geschieht. Im Anschluss wird die Haut wieder vernäht, zurück bleiben minimal kleine, kaum sichtbare Narben.

Welche Komplikationen können bei der operativen Behandlung von einem vorzeitigen Samenerguss auftreten?

Vorzeitiger Samenerguss - Welche Komplikationen können bei der operativen Behandlung von einem vorzeitigen Samenerguss auftreten?

Zu den häufigsten Beschwerdebildern nach den Eingriffen gehören Schmerzen nach Nachlassen der Narkose, lokale Schwellungen und Rötungen, seltener kommt es zu Nachblutungen. Zu den Komplikationen des Eingriffs selbst zählen die üblichen Komplikationen eines jeden operativen Eingriffs wie stärkere Blutungen, Infektionen, Unverträglichkeiten und allergische Reaktionen auf die Narkosesubstanzen oder eine Verletzung von wichtigen Strukturen (im Falle der SLN sind hier insbesondere die Schwellkörper oder Nerven zu nennen).

Was muss ich nach der operativen Behandlung einer vorzeitigen Ejakulation beachten?

Vorzeitiger Samenerguss - Nach der Operation ist prophylaktisch ein Antibiotikum einzunehmen

Nach der Operation ist prophylaktisch ein Antibiotikum einzunehmen

Vorzeitiger Samenerguss - Für etwa eine Woche wird ein Kompressionsverband angelegt

Für etwa eine Woche wird ein Kompressionsverband angelegt

Vorzeitiger Samenerguss - Je nach Art des Eingriffs, solltest Du zwei bis vier Wochen auf Geschlechtsverkehr verzichten

Je nach Art des Eingriffs, solltest Du zwei bis vier Wochen auf Geschlechtsverkehr verzichten

Vorzeitiger Samenerguss - Verzichte in den ersten beiden Wochen auf Vollbäder

Verzichte in den ersten beiden Wochen auf Vollbäder

Je nachdem, ob ein Eingriff in Vollnarkose stattfindet oder nicht, ist mit einer Aufwachzeit und klinischen Überwachung zu rechnen. Prophylaktisch ist in den ersten Tagen nach der Operation ein Antibiotikum einzunehmen. Außerdem wird direkt nach der Beendigung der OP ein Kompressionsverband angelegt, der für ungefähr eine Woche verbleiben muss.
Vor allem nach der SLN sollten ein bis zwei Tage Ruhe eingehalten werden, um den Heilungsverlauf positiv zu unterstützen. Je nach Eingriff solltest Du bei der Injektionstherapie für mindestens zwei Wochen, bei der Neurektomie für mindestens vier Wochen auf Geschlechtsverkehr verzichten. Auch Vollbäder sind in den ersten beiden Wochen nach den Eingriffen zu meiden.

Mit welchen Ergebnissen kann ich bei der Behandlung einer vorzeitigen Ejakulation rechnen?

Bei beiden operativen Methoden konnten bei komplikationslosem Verlauf bislang gute Ergebnisse festgestellt werden, sodass die Dauer zwischen Stimulation und Ejakulation auf bis zu 20 Minuten verlängert werden kann. Dieses Ergebnis ist theoretisch gleich nach der Operation feststellbar, allerdings sollte wie erwähnt eine Heilungsdauer von mindestens zwei Wochen abgewartet werden. Wie lange diese positiven Effekte bestehen bleiben, hängt in erster Linie von der Methode ab: Die Injektionstherapie hat eine mittlere Verweildauer von bis zu 18 Monaten und kann danach wiederholt werden. Die selektive laterale Neurektomie hingegen ist zwar eine invasivere, dafür sehr lang anhaltende Therapieoption.

Wie erfolgt die Diagnose von vorzeitigem Samenerguss?

Da die Ursachen sehr vielfältig und sowohl psychischer als auch physischer oder neurobiologischer Natur sein können, reicht es nicht nur die Diagnose an sich zu stellen, sondern auch eine mögliche Ursache zu finden und zu beheben. Bester Ansprechpartner ist hierbei ein Facharzt für Urologie und Andrologie. Dieser wird mögliche infektiöse, physische oder anatomische Ursachen ausschließen und eine genaue Erhebung aller Vorerkrankungen und regelmäßig eingenommener Medikamente vornehmen, denn nach der Ursache orientiert sich auch die Therapie. Eine apparative Diagnostik mittels Röntgen oder Ultraschall ist in der Regel nicht notwendig.

Kann ich einem vorzeitigen Samenerguss vorbeugen?

Ja, das kannst Du! Wichtig ist allerdings das Problem als solches zu begreifen und Deinen Körper besser kennenzulernen. Nur wer ein Gefühl für den eigenen Körper hat, kann seine Lust- und Reizschwelle besser abschätzen und aktiv verschieben. Probiere es am besten im Eigenversuch, ganz ohne Stress und Anspruch eines Partners. Ein Training der Beckenbodenmuskulatur hilft zudem, jene Muskeln, die an der Ejakulation beteiligt sind, gezielt zu trainieren. Außerdem ist es wichtig, das Problem anzusprechen, sich auszusprechen und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Nur wer den Mut hat, bei einem solchen Thema offen zu sein und damit auch zuzugeben, dass man an sich arbeiten möchte, wird auf Verständnis und Unterstützung treffen. Auch Kondome, sowohl mit als auch ohne leichtem Betäubungsmittel, können hilfreich sein.

Was kostet die Behandlung von einem vorzeitigen Samenerguss und übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Vorzeitiger Samenerguss - Kosten

Die Behandlungskosten können je nach Therapie sehr unterschiedlich hoch ausfallen. Psychotherapeutische Einheiten kosten je nach Institut und Setting ab circa 80 Euro pro Stunde. Ist die operative Behandlung privat zu zahlen, muss hier mit einer höheren Summe über tausend Euro gerechnet werden, der Preis setzt sich hierbei aus den Kosten für den OP-Saal, für die Instrumente und das gesamte OP-Team zusammen. Da die Behandlung von vorzeitigem Samenerguss aus medizinischer Sicht nicht notwendig ist, kommen die gesetzlichen Krankenkassen auch nicht für die anfallenden Kosten auf.


Über den Autor: Dr. med. Aref Elseweifi

Facharzt für Urologie


Dr. med. Aref Elseweifi ist Facharzt für Urologie in Berlin und Spezialist für männliche Sexualchirurgie sowie urologische Chirurgie.

Nach dem Studium der Humanmedizin an der medizinischen Fakultät der Universität Alexandria absolvierte er die Facharztausbildung an der der Johannes-Gutenberg Universität in Mainz, der Johann-Wolfgang von Goethe Universität in Frankfurt/Main, der Ruhr Universität in Bochum und der Friedrich-Schiller Universität in Jena.

Seit 1996 ist Dr. Elseweifi in seiner eigenen Privat-Praxis in Berlin-Zehlendorf tätig. Der Fokus seiner klinischen Tätigkeit sind die Behandlung von Tumoren, Blasenkrebs, Laserchirurgie sowie die mikrochirurgische Refertilisation des Mannes, Diagnose und Therapie der erektilen Dysfunktion (Impotenz), Implantation von Penisprothesen, plastische Genitalchirurgie, transsexuelle Chirurgie (Mann zu Frau).


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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Der vorzeitige Samenerguss zählt zu den häufigsten sexuellen Funktionsstörungen des Mannes und kann theoretisch in jedem Alter auftreten, betrifft allerdings vor allem jüngere Männer.


Unterschieden wird zwischen einer primären (von der ersten Sexualerfahrung an bestehenden und fortan bestehenden) und einer sekundären (erst später aufgetretenen) Form. Anhand dieser beiden Formen können auch unterschiedliche Ursachen und Behandlungsweisen differenziert werden.


Die Behandlung erfolgt in erster Linie konservativ mittels differenzierten Ansätzen der Psychotherapie (Gesprächstherapie, Sexual-, Paar- und Verhaltenstherapie) und medikamentös. Erst bei Versagen aller Optionen erfolgt die Evaluierung für einen möglichen chirurgischen Eingriff.


Bei einer chirurgischen Intervention besteht die Wahl zwischen der ambulant und in lokaler Anästhesie durchführbaren Injektionstherapie und der mit einem stationären Aufenthalt und einer Vollnarkose verbundenen selektiven dorsalen Neurektomie.

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