Hepatitis

Bei einer Hepatitis handelt es sich um eine entzündliche Veränderung der Leber, die auf eine Vielzahl an möglichen Ursachen zurückzuführen ist. Die häufigste und bekannteste Ursache ist die Virushepatitis, die je nach Erreger als Hepatitis A - E bezeichnet wird. Am häufigsten anzutreffen sind die unterschiedlichen Typen der Virushepatitis in subtropischen und tropischen Entwicklungsländern, durch die zunehmende Mobilität und Globalisierung sind sie allerdings auch in Europa anzutreffen. Allein mit dem Hepatitis-B-Virus sind weltweit circa 250 Millionen Menschen infiziert, bei der Hepatitis-C sind es rund 70 Millionen. Dank intensiver Forschung und Fortschritten in der Therapie ist die Hepatitis allerdings kein Todesurteil, sondern eine gute Lebensqualität absolut möglich.


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Zuletzt aktualisiert: 8. Juli, 2020



ICD-10-GM-2020 B15-B19

Was versteht die Medizin unter Hepatitis?

Bei der Hepatitis handelt es sich um eine Entzündung der Leberzellen (Hepatozyten). Der Begriff Hepatitis setzte sich aus dem lateinischen Wort für Leber “hepar” und der allgemeinen Endung für Entzündungen „-itis“ zusammen. Der Begriff Hepatitis ist dabei eher allgemein gehalten und gibt den Zustand der Entzündung an, nicht aber, ob es sich um eine Virushepatitis, Autoimmunhepatitis, bakterielle Hepatitis oder toxische Hepatitis handelt.
 
Grundsätzlich unterscheidet die Medizin zwischen akuten Hepatitiden, die unter sechs Monaten andauern, und chronischen Formen, die länger als ein halbes Jahr dauern und häufig in ihrer Symptomatik etwas milder erscheinen.

Wie sehen die Symptome von Hepatitis aus?

Die Symptomatik der Hepatitis kann je nach Ursache, Form und Verlauf sehr unterschiedlich sein. In vielen Fällen verläuft eine Hepatitis völlig asymptomatisch, der Arzt entdeckt sie also nur als Zufallsbefund im Rahmen einer Blutabnahme. Milde Verläufe der Leberentzündung imponieren häufig als grippaler Infekt, gehen also mit recht unspezifischen Symptomen wie allgemeine Schwäche, Unwohlsein, Übelkeit oder Fieber einher.
 
Die eher typische Symptomatik einer Hepatitis (bei schweren oder fulminanten Verlaufsformen) ist die Entwicklung einer Gelbsucht (Ablagerung von gelblichem Abbauprodukt Bilirubin in der Haut), eine Dunkelfärbung des Harns (der Körper versucht, die hohe Konzentration des Bilirubins vermehrt über die Nieren statt über die Leber abzubauen) sowie eine weißliche Aufhellung des Stuhls (fehlende Gallensäureproduktion oder Gallenstau).
 
Bei schweren Verläufen kommt es zur sogenannten fulminanten Hepatitis, die mit einem akuten Leberversagen einhergeht. Sowohl die Sekretions- als auch die Entgiftungsfunktion der Leber ist hierbei herabgesetzt. Im schlimmsten Fall kommt es zu Blutgerinnungsstörungen und zur sogenannten hepatischen Enzephalopathie, bei der unterschiedliche Stoffwechselabbauprodukte, allen voran Ammoniak, nicht mehr über die Hepatozyten in ungiftige Formen umgewandelt und ausgeschieden werden und sich stattdessen im Gehirn ablagern.

Bei einer Hepatitis kommt es in vielen Fällen zu Fieber.

Was sind die Ursachen für Hepatitis?

Die häufigste Ursache einer Hepatitis ist eine Virusinfektion durch Hepatitisviren, seltener auch durch Viren aus der Herpes-Familie. Die Viruspartikel schleusen sich dabei in Leberzellen ein, die durch das Immunsystem erkannt und zerstört werden. Somit kommt es längerfristig zur Leberfunktionsstörung.

Eine weitere Form der Leberentzündung ist die Autoimmunhepatitis, bei der, wie bei allen Autoimmunerkrankungen, Antikörper gegen körpereigene Strukturen, in diesem Falle die Leberzellen, gebildet werden. Die Autoimmunhepatitis geht häufig mit anderen Autoimmunerkrankungen, wie beispielsweise chronisch entzündliche Darmerkrankungen, rheumatoider Arthritis oder Psoriasis, einher.
 
Nicht zu unterschätzen ist die Anzahl der sogenannten toxischen Hepatitiden. “Toxisch” weist in diesem Fall auf eine entzündliche Veränderung der Leberzellen durch die Einwirkung unterschiedlicher, in gewissen Dosen, giftigen Substanzen hin. Zu diesen zählt zum einen natürlich die Wirkung des Alkohols, zum anderen können bestimmte Medikamente, seltener die Wirkung giftiger Pflanzen (beispielsweise Pilze) ähnliche Effekte hervorrufen.
 
Auch angeborene Stoffwechselerkrankung (beispielsweise die Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) oder die Kupferspeicherkrankheit (Morbus Wilson) führen zu einer entzündlichen Reaktion der Leber, in diesem Fall durch Ablagerung überschüssiger, nicht korrekt abbaubarer Elemente, wie eben Eisen oder Kupfer.

Welche unterschiedlichen klassischen Arten einer Virus-Hepatitis gibt es?

Hepatitis-A-Virus
 
Die Hepatitis-A wird durch das Hepatitis-A-Virus ausgelöst. Sie führt zu einer akuten, aber meist harmlosen Infektion. Die Ansteckung erfolgt als Schmierinfektion oder durch Aufnahme von verunreinigtem Wasser oder Lebensmitteln (Meeresfrüchten). Besonders häufig tritt die Erkrankung in tropischen Regionen auf, hier ist die Durchseuchungsrate besonders hoch. Die Erkrankung dauert im Vergleich zu den anderen Hepatitisformen recht kurz, heilt meist in unter zwei Monaten wieder aus. Eine einmal durchgemachte Infektion führt zu einer lebenslangen Immunität.
 
Bei Kindern verläuft die Erkrankung häufig asymptomatisch, bei Erwachsenen geht sie mit den Symptomen einer Erkältung und gelegentlich mit Schmerzen im rechten Oberbauch einher. Lediglich für ältere Personen oder solche mit vorgeschädigter Leber oder bestehender Immunschwäche kann es zu einem schweren Verlauf kommen.
 
Hepatitis-B-Virus
 
Eine Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus hingegen führt zur Hepatitis-B, die meist akut verläuft, seltener in ein chronisches Stadium übergeht. Die Übertragung erfolgt durch Blutkontakte, meist beim Geschlechtsverkehr, bei offenen Wunden oder durch needle-sharing in der Drogenszene. Theoretisch kann auch über den Erhalt eines transplantierten Organs oder durch Bluttransfusion eine Infektion erfolgen. Dies ist allerdings aufgrund der strengen Vorschriften der Organ- und Blutspende und genauen Kontrollen sehr selten geworden.
 
Die Hepatitis-B geht mit einer Inkubationszeit von bis zu vier Monaten einher, in weniger als ein Prozent der Fälle kommt es danach zu einem fulminanten Verlauf. Die Gefahr des chronischen Verlaufs liegt vor allem in der Eigenart des Virus, sich in die DNA der Zellen einzuschleusen und dadurch immer wieder Phasen der akuten Infektion zu erzeugen. Eine solche Reaktivierung tritt vor allem im Zuge von Immunschwächen, beispielsweise im Rahmen einer Krebserkrankung, Chemotherapie oder nach einer Transplantation, auf.
 
Hepatitis-C-Virus
 
Auch das Hepatitis-C-Virus wird über das Blut übertragen. Neben den Risiken von Bluttransfusionen oder needle-sharing ist die Gefahr einer Übertragung vor allem im Gesundheitsbereich, beispielsweise durch Nadelstichverletzungen oder Operationen, erhöht.
 
Die Infektion geht meist ohne nennenswerte Symptome einher, neigt allerdings häufiger als bei den anderen Hepatitisviren zur Chronifizierung. Besonders gefürchtet an der Hepatitis-C ist nicht die akute Entzündung, sondern die Spätfolgen sowie die extrahepatalen (nicht die Leber betreffenden) Schäden. Zu Letzteren zählen vor allem antikörpervermittelte Angriffe anderer Organe, im speziellen Niere, Gelenke, Blutgefäße und das Lymphsystem.
 
Hepatitis-D-Virus
 
Eine Hepatitis-D tritt lediglich in Kombination mit einer bereits stattgefundenen Hepatitis-B-Infektion auf. Die Problematik einer Hepatitis-D-Infektion liegt daher vor allem an der Kombination beider Viren, die zu einer sogenannten Superinfektion und Doppelbelastung für die Leber führen, die um einiges schlimmer als eine Einzelinfektion verlaufen kann.
 
Hepatitis-E-Virus
 
Das Hepatitis-E-Virus wird, wie auch das Hepatitis-A-Virus, durch Schmierinfektion oder durch die Zufuhr von verunreinigtem Wasser oder infiziertem Fleisch übertragen. In der Symptomatik ist die Hepatitis-E nicht von einer Hepatitis-A zu unterscheiden.
 
Zu den häufigsten Übertragungswegen gehören also, je nach Virustyp, der Konsum von infizierten Wasser oder Nahrungsmitteln, die Infektion beim ungeschützten Geschlechtsverkehr sowie Blutkontakt, wie etwa bei Nadelstichverletzungen. Nicht übertragen werden kann das Virus durch Körperkontakt, wie Umarmungen, Küsse oder Händeschütteln, auf öffentlichen Toiletten oder über Hygieneartikel (Handtücher).

OFt entwickelt sich im Zuge einer Hepatitis eine Gelbsucht.

Welche Folgen kann eine Hepatitis-Erkrankung für den Betroffenen haben?

Die Folgen einer Erkrankung können je nach Ursache und Verlauf sehr unterschiedlich sein. Eine akute Hepatitis, die kein fulminantes Stadium erreicht, heilt meist gut aus ohne folgenreiche Spätschäden zu hinterlassen. Bei einem fulminanten Verlauf hingegen droht ohne intensivmedizinische Betreuung ein akutes Leberversagen und darauffolgend ein Multiorganversagen.
 
Vor allem chronische und chronisch-wiederkehrende Verlaufsformen der Hepatitis können die Leber nachhaltig schädigen, zur Leberverfettung und Leberzirrhose führen, die die Funktion des Organs maßgeblich einschränken kann. Eine bestehende Leberzirrhose birgt die Gefahr, bösartig zu entarten und in einen Leberkrebs überzugehen. Regelmäßige Kontrollen sind daher bei bestehender chronischer Erkrankung unbedingt notwendig.

Ist die Ansteckung mit Hepatitis meldepflichtig?

Ja! Alle fünf Hepatitis-Arten sind durch den Arzt oder durch das diagnostizierende Labor an das Gesundheitsministerium zu melden.

Wie erfolgt die Diagnose einer Hepatitis?

Erste wichtige Schritte in der Diagnosestellung ist eine genaue Erhebung der Krankengeschichte durch den Hausarzt oder Internisten. Dieser wird auf mögliche vorangegangene Auslandsaufenthalte, Trinkgewohnheiten (Alkohol!), eine mögliche Exposition von Umwelteinflüssen oder pflanzlichen Giften sowie auf die Einnahme bestimmter Medikamente eingehen. Aus diesen Informationen lassen sich erste Annahmen über die Ursache einer möglichen bestehenden Hepatitis ableiten. Wegweisend ist die laborchemische Untersuchung des Blutes, die Aufschluss über die Leberfunktion und Synthesefähigkeit der Leber geben können.
 
Besteht der Verdacht auf eine akute Virushepatitis oder eine bereits stattgefundene Viruserkrankung erfolgt zudem ein Bluttest auf unterschiedliche Antikörper und Antigene. Das Auftreten des Antikörpers IgM kann auf eine akute Virushepatitis hinweisen, IgG-Antikörper sprechen hingegen für eine bereits stattgefundene Erkrankung. Bei einer akuten Hepatitis sind zudem auch direkt Virus-Antigene nachweisbar, wie zum Beispiel HBs-AG, das Hepatitis-B-Surface Antigen.
 
Bei einer Autoimmunhepatitis hingegen können in den meisten Fällen Antikörper gegen körpereigene Strukturen nachgewiesen werden. In der körperlichen Untersuchung wird der Spezialist vor allem versuchen, die Leber zu ertasten, um hier eine mögliche Vergrößerung festzustellen und zu prüfen, ob eine gewisse Schmerzempfindlichkeit vorherrscht.
 
Bildgebendes Verfahren der Wahl ist der Ultraschall, in dem sich eine mögliche Gewebeveränderung der Leber sowie Hinweise auf ein akutes entzündliches Geschehen nachweisen lassen. In unklaren Fällen oder bei Verdacht auf eine bereits bestehende maligne Umwandlung der Leberzellen führt der Arzt zusätzlich eine Leberbiopsie (Gewebeentnahme aus der Leber) durch. Das entnommene Gewebe kann unter dem Mikroskop histologisch untersucht werden.

Wie lässt sich Hepatitis behandeln?

Auch die Behandlung ist primär davon abhängig, welche Form und Ursache der Hepatitis vorliegt.

  • Hepatitis-A: Da die Hepatitis-A immer als akute Infektion auftritt, die das Immunsystem selbstständig bekämpft, ist keine kausale Therapie notwendig. Empfohlen werden lediglich körperliche Schonung und, zur Unterstützung der Leber, der Verzicht auf Alkohol.
  • Hepatitis-B: Auch bei der akuten Hepatitis-B wird keine spezifische Therapie empfohlen, da diese in 90 Prozent der Fälle von selbst ausheilt. Bei Vorliegen eines chronischen Verlaufs kann bei schweren Formen eine Therapie notwendig werden. Behandelt wird mit antiviralen Substanzen, die zwar keine Heilung erzielen, doch das Virus so sehr abschwächen können, dass keine weitere Schädigung der Leber auftritt.
  • Hepatitis-C: Da auch bei der Hepatitis-C die Möglichkeit einer Ausheilung ohne medikamentöse Therapie besteht, wird meist nicht automatisch mit einer Behandlung begonnen, sondern über mehrere Wochen abgewartet und beobachtet. Erst wenn sich hier von selbst keine Besserung einstellt, werden mehrere zur Verfügung stehende antivirale Kombinationstherapien empfohlen. Die Behandlung erstreckt sich dabei über acht bis zwölf Wochen, danach wird eine Kontrolle des Blutes vorgenommen.
  • Hepatitis-D: Wie auch bei der Hepatitis-A, gibt es bei der Hepatitis-D keine spezifische Therapie. Im Vordergrund steht vor allem die Behandlung und Optimierung der begleitenden Hepatitis-B.
  • Hepatitis-E: Auch die Hepatitis-E bedarf bei einem gesunden Immunsystem keiner spezifischen Therapie. Wichtig ist körperliche Schonung, gegebenenfalls Bettruhe und ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Bei einem fulminanten Verlauf und drohendem Leberversagen kann ebenfalls mit antiviralen Medikamenten und Interferonen therapiert werden.
  • Autoimmunhepatitis: Ziel der Therapie einer Autoimmunhepatitis ist die Unterdrückung des Immunsystems, sodass dieses keine Autoantikörper gegen Leberzellen bildet. Zur Anwendung kommt dabei das Cortison-Derivat Aprednislon, das meist mit anderen immunmodulierenden Substanzen, wie Azathioprin und Methotrexat, kombiniert wird. In der Mehrzahl der Fälle muss die Behandlung lebenslang fortgeführt werden.

Lässt sich eine Hepatitis komplett heilen?

Lediglich die Hepatitis-B ist derzeit nicht heilbar. Alle anderen Formen der Virushepatitis heilen entweder spontan selbst aus oder können durch eine gezielte Behandlung geheilt werden. Wenn eine toxische Hepatitis so weit fortgeschritten ist, dass bereits eine Leberzirrhose besteht, ist eine Heilung nicht mehr möglich. Eine Autoimmunhepatitis ist in der Regel ebenfalls eine chronische und lebenslang bestehende Erkrankung, die allerdings unter guter Behandlung so eingestellt sein kann, dass es zu keiner Verschlechterung der Leberfunktion kommen muss.

Die wirksamste Methode einer Hepatitis vorzubeugen ist eine entsprechende Schutzimpfung.

Gibt es eine Impfung gegen Hepatitis?

Impfungen sind bislang nur gegen Hepatitis-A und Hepatitis-B, wodurch auch ein Schutz gegen Hepatitis-D gewährt ist, möglich. Nur in China gibt es zudem eine Schutzimpfung gegen das Hepatitis-E-Virus.
 
Während die Hepatitis-B-Impfung in Österreich und Deutschland fixer Bestandteil des Impfplans im Säuglingsalter ist und die Krankenkassen deshalb alle anfälligen Kosten übernehmen, ist die Hepatitis-A-Impfung nicht im Pflichtimpfprogramm enthalten. Trotzdem ist eine Hepatitis-A-Impfung grundsätzlich empfohlen – vor allem im Falle einer Risikoexposition (Auslandsaufenthalt). Die Kosten hierfür übernimmt die Krankenkasse nur in bestimmten Fällen.
 
Vor allem bei Personen aus dem Gesundheitsbereich ist ein aufrechter Hepatitis-B-Impfstatus erwünscht. Eine Titerbestimmung hilft dem Arzt bei der Entscheidung, ob nach der Grundimmunisierung eine weitere Auffrischungsimpfung erforderlich ist. Im Falle einer für den Beruf notwendigen Immunität des Arbeitnehmers, ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Impfung zu bezahlen.
 
Die Kosten einer Hepatitis-A-Impfung belaufen sich auf circa 40 Euro, ebenso wie die für eine Hepatitis-B-Impfung. Kombinationsimpfungen sind möglich und ab 60 Euro erhältlich.

Für wen empfiehlt sich eine Hepatitis-Impfung?

Empfohlen ist die Impfung für all jene Personen, die Aufgrund von bestehenden Grunderkrankungen, wie Leberzirrhose, Nierenversagen oder Dialysepflichtigkeit, Immunschwächen (HIV, Chemotherapie), erhöhter Reisetätigkeit oder risikoreichem Sexualverhalten potenziell gefährdet sind.
 
Auch Personen, die im Gesundheitsbereich arbeiten und durch die Arbeit mit möglicherweise infizierten Patienten Kontakt und damit eine höhere Ansteckungsgefahr haben, sollten einen aufrechten Impfschutz haben.

Wie oft muss man die Impfung auffrischen lassen?

Bei jeder Impfung unterscheidet man die Grundimmunisierung von Auffrischungsimpfungen. Bei der Hepatitis-A-Impfung besteht die Grundimmunisierung aus zwei Teilimpfungen. Diese solltest Du in einem Abstand von mindestens sechs Monaten durchführen. Studien zufolge ist nach erfolgter Grundimmunisierung keine weitere Auffrischung bei Hepatitis-A notwendig.
 
Die Grundimmunisierung gegen Hepatitis-B im Säuglingsalter benötigt drei Teilimpfungen und eine fixe Auffrischungsimpfung ab dem siebten Lebensjahr. Danach besteht eine Immunität für mindestens zehn Jahre, erfahrungsgemäß allerdings weitaus länger. Erfolgt die Grundimmunisierung erst im Erwachsenenalter ist in der Regel keine weitere Auffrischung mehr notwendig.

Was sind die Nebenwirkungen einer Hepatitis-Impfung?

Grundmechanismus einer Impfung ist stets, den Körper und das Immunsystem mit einem potenziellen Krankheitserreger zu konfrontieren, sodass sich dieses auf einen weiteren Kontakt vorbereiten kann. Bei einer Impfung verabreicht Dir der Arzt entweder spezifische Antikörper (passive Immunisierung), sodass der Körper selbst diese Antikörper nicht mehr ausbilden muss, oder aber er fügt Bestandteile des Krankheitserregers aus dem Körper zu (aktive Immunisierung). Diese aktivieren das Immunsystem, welches infolge selbstständig Antikörper ausbildet. Folge einer Impfung ist also stets eine Reaktion und Umgestaltung des Immunsystems, die ab und an auch symptomatisch werden kann.
 
Zu den häufigen Nebenwirkungen zählen neben einer lokalen Reizung des Gewebes bei der Einstichstelle, wie Rötung, Schwellung oder Schmerz, die Entwicklung unspezifischer Krankheitssymptome, wie beispielsweise Fieber, Abgeschlagenheit, Müdigkeit oder Gliederschmerzen. Allergische Reaktionen gegen Impfstoffe sind hingegen sehr selten.

Für welche Länder sollte ich mich vor einer Reise unbedingt gegen Hepatitis impfen lassen?

Grundimmunisierungen, sofern noch nicht stattgefunden, und Auffrischungsimpfungen gegen Hepatitis-A und B sollten vor allem bei Reisen auf den afrikanischen Kontinent, nach Süd- und Mittelamerika sowie Asien durchgeführt werden. Für Reisen nach Australien und Neuseeland gibt es keine konkreten Empfehlungen, ein aufrechter Impfstatus ist dennoch ratsam.

Welche Folgen hat eine Hepatitis während der Schwangerschaft?

Die Folgen und Risiken der Erkrankung während eine Schwangerschaft hängen vor allem von der Hepatitisform ab. Während die meisten Hepatitisformen keine nennenswerten Risiken für Mutter oder Kind verursachen, ist vor allem die Hepatitis-E im Rahmen einer Schwangerschaft mit einer erhöhten Sterblichkeit von Mutter und Kind verbunden. Zu beachten ist, dass eine bestehende Virushepatitis von der Mutter auf das Kind übertragen werden kann, was meist erst im Zuge der Geburt passiert. Die Infektion eines Neugeborenen resultiert meist in einer chronischen Hepatitis.

Bei Reisen in afrikanische, südamerikanische und asiatische Länder empfehlen Experten eine Impfung, da dort das Risiko einer Ansteckung größer ist.

Wie kann ich einer Hepatitis-Erkrankung vorbeugen?

Die wohl beste und sicherste Vorbeugung einer Virushepatitis ist – falls vorhanden – die Schutzimpfung. Abgesehen davon kannst Du einer möglichen Infektion durch Vermeidung von potenziellen Übertragungssituationen vorbeugen.
 
Die ebenfalls häufig auftretende toxische Hepatitis kann sehr leicht durch das Vermeiden des Toxins umgangen werden. Hierzu gehört vor allem der eingeschränkte Konsum von Alkohol, der die Leber nicht akut, sondern häufig erst nach einem über Jahre bestehenden Konsum schädigt (und auch dann erst symptomatisch wird), sowie der vorsichtige Umgang mit Medikamenten, die über die Leber abgebaut werden und diese daher schädigen können. Einer Autoimmunhepatitis oder angeborenen Lebererkrankung kann man hingegen nicht vorbeugen.

Was kostet die Behandlung einer Hepatitis?

Die Behandlung kann, je nach angewendetem Wirkstoff, recht teuer werden. Vor allem die Behandlung der (chronischen) Hepatitis-C, die über mehrere Wochen und Monate erfolgen muss, umfasst häufig einen bis zu fünfstelligen Betrag. Dieser wird aber bei dringender medizinischer Notwendigkeit und fachärztlicher Bewilligung durch die Krankenkassen übernommen.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Behandlung einer Hepatitis?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Behandlung einer Hepatitis, wenn diese medizinisch notwendig ist. Erkundige Dich am besten im Vorfeld bei Deinem behandelnden Arzt oder Deinem Versicherungsträger, welche Kosten die Krankenkassen in welchem Umfang übernehmen.

 


Dauer Dauer

Je nach Krankheitsverlauf

Ausfallzeit Ausfallzeit

-

Stationärer Aufenthalt Stationär

-

Das Wichtigste zusammengefasst

Bei der Hepatitis handelt es sich ganz allgemein um eine Entzündung der Leber, die durch sehr viele unterschiedliche Faktoren (Virusinfektion, Autoimmunerkrankung, genetische Erkrankung, Medikamente, Stoffwechselerkrankungen, Alkohol,...) ausgelöst sein kann


Die am häufigsten auftretende Virushepatitiden können sowohl akut (Ausheilung in unter 6 Monaten) als auch chronisch (Dauer über 6 Monate bis lebenslang) verlaufen. Je nach Symptomatik werden asymptomatische und milde von schweren und fulminanten Verlaufsformen unterschieden. Letztere können ohne rasches ärztliches und intensivmedizinische Handeln zum Leberversagen und Tod führen


Die klassische Virushepatitis wird durch fünf unterschiedliche Hepatitis-Viren (A bis E) ausgelöst und gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Bis auf die Hepatitis-B sind alle Formen heilbar, ob nach durchgemachter Infektion eine lebenslange Immunität besteht oder eine neuerliche Infektion theoretisch möglich wäre, ist bislang noch unklar


Die beste Prävention einer Virushepatitis liegt stets in einer Impfung. Impfstoffe sind für Hepatitis-A und B (und damit auch Hepatitis-D) verfügbar. Eine Grundimmunisierung sollte im Kindesalter geschehen, in der Regel besteht danach eine lebenslängliche Immunität, nur selten müssen Auffrischungsimpfungen durchgeführt werden. Falls nicht im Kindesalter immunisiert wurde, kann dies im Erwachsenenalter nachgeholt werden

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