Röschenflechte (Pityriasis rosea)

Röschenflechte ist eine harmlose und nicht ansteckende Hauterkrankung, die in den meisten Fällen nach einigen Wochen wieder verschwindet. Die Krankheit äußert sich in einem Hautausschlag in Form von hellroten, leicht schuppenden ovalen Flecken und tritt vor allem bei Personen im Alter von zehn bis 35 Jahren auf. In den meisten Fällen treten Röschenflechte, auch Schuppenröschen genannt, am Oberkörper auf. Andere Bereiche, wie Gesicht, Hals, Arme oder Beine können in seltenen Fällen zwar auch betroffen sein, in der Regel bleiben sie jedoch frei von Hautirritationen. Die Ursache für Röschenflechte ist bis heute nicht vollständig geklärt. Im Folgenden erfährst Du alles, was Du über die Hautkrankheit wissen musst.


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Zuletzt aktualisiert: 2. März, 2020



Was versteht die Medizin unter einer Röschenflechte?

Der medizinische Fachbegriff für Röschenflechte ist Pityriasis rosea und beschreibt eine Erkrankung der Haut in Form eines Ausschlags. Im Volksmund wird die Krankheit Schuppenröschen genannt. Die Erkrankung verläuft akut und dauert im Normalfall maximal acht Wochen, in einigen Fällen jedoch bis zu einem halben Jahr. Ein charakteristisches Krankheitszeichen ist das sogenannte Primärmedaillon, von dem aus sich der Ausschlag in weitere kleine Herde ausbreitet. Dabei treten kaum Symptome auf, gelegentlich jucken die roten Flecken, vor allem wenn Hautreizungen entstehen.

Der medizinische Fachbegriff für Röschenflechte ist Pityriasis rosea und beschreibt eine Erkrankung der Haut in Form eines Ausschlags

Die Röschenflechte betrifft vor allem junge Mädchen und Frauen. Bei kleinen Kindern und Säuglingen hingegen kommt es sehr selten zu einer Erkrankung an Pityriasis rosea.

Die Ursachen von Schuppenröschen sind noch nicht ausreichend erforscht. Die Röschenflechte ist nicht ansteckend, das heißt, Du kannst Dich sehr wohl mit den Viren infizieren, jedoch muss es bei der Erstinfektion nicht automatisch zu der Erkrankung kommen. In der Regel tritt die Röschenflechte nur einmal im Leben auf.

Wie sehen die Symptome einer Röschenflechte aus?

Bei der Röschenflechte treten eher selten Symptome auf. Im Allgemeinen ist die Pityriasis rosea zwar lästig, aber harmlos. Die Erkrankung ist hauptsächlich durch einen geröteten und leicht schuppenden Hautausschlag gekennzeichnet. So treten einzelne, ovale Rötungen auf. Der typische Ausschlag zeigt sich vor allem am Oberkörper. Hände und Füße sind dagegen nur sehr selten betroffen. Nur in seltenen Fällen berichten Betroffene von Symptomen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit und Appetitlosigkeit.

Wie ist der Krankheitsverlauf einer Röschenflechte?

In den meisten Fällen kann ein sogenannter Primärherd beobachtet werden, der am Stamm des Körpers lokalisiert ist. Dabei handelt es sich um einen zwei bis zehn Zentimeter großen ovalen Fleck, der auch als Primärmedaillon oder Mutterplatte bezeichnet wird. Sein äußerer Rand ist rot und schuppig, in der Mitte ist er blass. Zudem ist er über dem Hautniveau leicht erhaben und scharf begrenzt. Nach ein bis zwei Wochen folgt der restliche Ausschlag, der sich in mehreren kleinen Herden am Körper ausbreitet, wobei meistens der Oberkörper betroffen ist. Auch andere Hautpartien können in seltenen Fällen Symptome aufweisen. Dabei weisen die einzelnen Herde einen roten, schuppigen Rand auf, die Mitte ist hingegen blass.

Im weiteren Krankheitsverlauf kommt es vermehrt zur Bildung der Hauterscheinungen, die immer dieselben Merkmale aufweisen. Durchschnittlich vergeht der Hautausschlag nach spätestens zwei Monaten wieder von selbst. Nur in seltenen Fällen kann der Ausschlag erneut auftreten. In den ersten Wochen kann die Röschenflechte einen Juckreiz verursachen, ansonsten verläuft die Erkrankung normalerweise beschwerdefrei. Den Hautirritationen können Symptome wie Schwäche, Kopfschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Schüttelfrost und Gelenkschmerzen vorausgehen. In seltenen Fällen können Lymphknotenschwellungen oder Infektionen der Atemwege auftreten.

Was sind die Ursachen für eine Röschenflechte?

Die Ursache der Röschenflechte ist aus medizinischer Sicht noch nicht ausreichend erforscht. Jedoch vermuten Ärzte einen Zusammenhang mit bestimmten Herpesviren. Die Erreger der humanen Herpesviren bleiben nach der Erstinfektion meist im Körper versteckt. Das heißt, sie schlummern im Körper und nur bestimmte Auslöser können dazu führen, dass das Virus wieder reaktiviert wird. So vermehrt es sich im Körper und es treten Symptome, wie der typische Hautausschlag, auf.

Die meisten Betroffenen sind zwischen zehn und 35 Jahre alt. Frauen sind in der Regel häufiger von der Röschenflechte betroffen als Männer

Zudem vermuten Ärzte, dass eine bestimmte genetische Komponente dafür verantwortlich ist, da häufig mehrere Familienmitglieder von einer Röschenflechte betroffen sind. Verlauf und Auftreten im Frühjahr und Herbst kann ein Hinweis dafür sein, dass Röschenflechte eine Reaktion der auf eine Virusinfektion ist. Einige Patienten berichten über vorhergegangene Atemwegsinfektionen oder diffuse Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen oder Übelkeit. Stress oder allergische Erkrankungen können ebenfalls Ursache für Pityriasis rosea sein.

Wie lässt sich eine Röschenflechte diagnostizieren?

In der Regel kann der behandelnde Arzt anhand des Erscheinungsbildes des Ausschlags auf der Haut die Diagnose stellen. Er achtet dabei speziell auf die Art und Form der Hauterscheinungen. Zudem fragt er Dich nach auftretenden Symptomen, wie beispielsweise Juckreiz. In einigen Fällen führt er eine Hautprobe durch, um den Hautausschlag von anderen Erkrankungen abzugrenzen.

Wer ist am häufigsten davon betroffen?

Die meisten Betroffenen sind zwischen zehn und 35 Jahre alt. Frauen sind in der Regel häufiger von der Röschenflechte betroffen als Männer. Die Erkrankung tritt vermehrt im Frühjahr und im Herbst auf und dauert im Schnitt sechs bis acht Wochen.

Welche Folgen hat Röschenflechte für den Betroffenen?

In der Regel verläuft die Hauterkrankung ohne Komplikationen. Hast Du die Röschenflechte schon einmal durchgemacht, so bist Du dagegen immun. Das heißt, sie tritt kein zweites Mal auf. Zurückbleibende Narben brauchst Du nach einer Erkrankung an Röschenflechte nicht zu befürchten. Nur Schwangere sind aufgrund des geschwächten Immunsystems während der Schwangerschaft anfälliger für eine Pityriasis rosea. So sollten sie sich vor allem bis zur 15. Schwangerschaftswoche davor schützen und den Kontakt zu Personen mit Röschenflechte vermeiden.

Wie lässt sich die Röschenflechte behandeln?

Die Röschenflechte ist harmlos und heilt in den meisten Fällen auch von selbst. Dennoch ist eine Abklärung durch einen Arzt empfehlenswert, da Pityriasis rosea oft mit anderen Hauterkrankungen verwechselt wird. Sind die Hautstellen jedoch stark gerötet, so können pflegende Salben helfen, um das Hautbild zu verbessern. Bei starkem und lästigem Juckreiz verschreibt der Arzt eine Salbe oder Creme mit juckreizstillenden Wirkstoffen. Zudem können auch Antihistaminika helfen, um den Juckreiz zu lindern. Auch kortisonhaltige Salben können zu einer schnellen Heilung verschrieben werden. Nur wenn der Hautausschlag der Röschenflechte übermäßig stark ausgeprägt ist, kann eine Lichttherapie durch einen Hautarzt hilfreich sein.

Sind die Hautstellen jedoch stark gerötet, so können pflegende Salben helfen, um das Hautbild zu verbessern

Was kann ich selbst gegen eine Röschenflechte tun?

Bei Röschenflechte solltest Du versuchen, auf eng anliegende Kleidung oder Wollmaterialien zu verzichten, damit keine Hautreizungen entstehen. Grundsätzlich sollte die Haut auch nicht zu stark austrocknen, daher solltest Du regelmäßig eine feuchtigkeitsspendende Creme verwenden, denn auch zu heiße Duschen und Bäder können Deine Haut austrocknen und reizbarer machen. Auch das Schwimmen in chlorhaltigem Wasser verschlimmert die Symptome bei einer Pityriasis rosea, daher solltest Du in dieser Zeit auf das Schwimmen verzichten.

Achte auch darauf, übermäßiges Schwitzen oder schweißtreibenden Sport zu vermeiden, da es dadurch leicht zu Hautreizungen kommen kann. Eine übermäßige Sonneneinstrahlung solltest Du ebenso vermeiden, um einen Sonnenbrand zu verhindern. Zudem kann eine Behandlung mit Ölbädern hilfreich sein, um die auftretenden Symptome zu lindern. Außerdem solltest Du auf normale Seife verzichten und stattdessen milde Reinigungsmittel verwenden, um Deine Haut zu beruhigen.

Wie kann ich eine Röschenflechte vorbeugen?

Röschenflechte kannst Du nicht direkt vorbeugen, da ihre genauen Ursachen noch nicht vollständig geklärt sind. Vorbeugend solltest Du aber grundsätzlich Hautreizungen, vor allem am Oberkörper, beispielsweise aufgrund von ungünstiger Bekleidung bei hohen Außentemperaturen, vermeiden. Eine weitere prophylaktische Maßnahme ist die Verwendung von stark fetthaltigen Cremen oder Lotionen.

Was muss ich bei einer Röschenflechte während der Schwangerschaft beachten?

Frauen während der Schwangerschaft sollten grundsätzlich den Kontakt zu Patienten mit Röschenflechte vermeiden. Denn eine Pityriasis rosea kann das ungeborene Kind im Mutterleib gesundheitlich gefährden. Insbesondere Schwangere vor der 15. Schwangerschaftswoche sollten sich von ihren Mitmenschen, die unter Röschenflechte leiden, fernhalten. Denn im Zusammenhang mit der Erkrankung besteht vor allem bei werdenden Müttern bis zur 15. Schwangerschaftswoche ein erhöhtes Risiko für Früh- und Fehlgeburten. Tritt die Röschenflechte bei einer werdenden Mutter erst nach der 15. Schwangerschaftswoche auf, kommt es seltener zu Komplikationen.

Frauen während der Schwangerschaft sollten grundsätzlich den Kontakt zu Patienten mit Röschenflechte vermeiden

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Ja, grundsätzlich übernehmen die Krankenkassen die Kosten der Diagnose- und Therapieverfahren. Nur in seltenen Fällen musst Du die Kosten für die Behandlung selbst tragen.


Dauer Dauer

Bis zu 10 Wochen

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

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Dr. med. Martin Barsch, MBA

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Das Wichtigste zusammengefasst

Die Röschenflechte ist eine Hauterkrankung, die nicht ansteckend und grundsätzlich harmlos ist


Die Erkrankung ist hauptsächlich durch einen geröteten und leicht schuppenden Hautausschlag gekennzeichnet


Der behandelnde Arzt kann anhand des Erscheinungsbildes des Ausschlags auf der Haut die Diagnose stellen


Frauen während der Schwangerschaft sollten grundsätzlich den Kontakt zu Patienten mit Röschenflechte vermeiden

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