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MOOCI › Allgemeine Dermatologie › Herpes
Herpes

Herpes

Rund 85 Prozent der Bevölkerung tragen das Herpes-simplex-Virus in sich – damit zählt Herpes zu den weltweit verbreitetsten Infektionskrankheiten überhaupt.

Dauer
7-10 Tage
Klinik
Nicht notwendig
Ausfallzeit
Keine
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Was ist Herpes?

Unter dem Begriff Herpes verstehen wir eine von Viren verursachte und weltweit sehr verbreitete Infektionskrankheit. Auslöser dieser Erkrankung sind die sogenannten humanen Herpes-Viren, kurz HHV, oder auch Herpes-simplex-Viren genannt, kurz HSV. Eine Infektion mit diesen HHV bzw. HSV verursacht wiederholt kleine, schmerzhafte und mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen auf der Haut, die im Mundbereich (Fieberbläschen), an den Genitalien oder sogar an den Augen entstehen können – in selteneren Fällen können mitunter auch das Gehirn und der Magen-Darm-Trakt betroffen sein. Neben den Bläschen können die Herpes-Viren auch Geschwüre verursachen, häufig treten bei der ersten Ansteckung auch Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl auf. Die Erkrankung ist in ihrer aktiven Phase hoch ansteckend. Die Ansteckung erfolgt durch direkten Kontakt mit dem infizierten Bereich, an dem kleine Bläschen sichtbar sind oder sich ein Ausschlag gebildet hat.

Was ist die Ursache von Herpes?

Auslöser dieser Erkrankung sind, wie bereits erwähnt, die sogenannten Herpes-Viren. Da es mehrere Herpes-Viren gibt, unterscheiden wir innerhalb der humanen Herpes-Viren-Gruppe mittels einer Nummerierung von eins bis acht. Die Viren der Gattung Herpes-simplex unterteilen wir in Typ 1 und Typ 2, also HSV1 und HSV2. HSV1 ist in erster Linie hauptverantwortlich für Lippenherpes (=Herpes labialis mit den typischen Fieberbläschen) sowie für Infektionen der Hornhaut im Auge (=Herpes-simplex-Keratitis). HSV2 ist dagegen meist der Verursacher von Genitalherpes, bei dem die Ansteckung hauptsächlich durch Geschlechtsverkehr erfolgt. Die Unterscheidung zwischen HSV1 und HSV2 ist nicht absolut, denn Genitalinfektionen können auch aufgrund einer Infektion mit dem HSV1 entstehen. Weitere Herpes-Viren führen zu Erkrankungen wie beispielsweise Windpocken und Gürtelrose (=HHV3), Pfeiffersches Drüsenfieber (HHV4) oder Dreitagefieber (HHV6 oder HHV7).

Herpes - Was ist Herpes?

Wie häufig ist Herpes?

Viele Betroffene wissen oft zunächst gar nicht, dass sie Träger der Herpes-Viren sind. Steckt sich ein Mensch jedoch einmal damit an, bleibt das Virus ein Leben lang unbemerkt im Körper und kann sich von Zeit zu Zeit reaktivieren. Das Virus macht sich nämlich erst dann wieder bemerkbar, wenn das Immunsystem des Patienten geschwächt ist, denn dann kann die Krankheit erneut ausbrechen und es entstehen die für Herpes-Viren typischen Bläschen. Eine Reaktivierung des Virus kann aber auch ganz symptomlos verlaufen. Auch in so einem Fall gilt, dass der Betroffene dennoch infiziert ist, das Virus sich auch weiterhin vermehrt und der Patient es unbemerkt über Schleimhäute ausscheiden und auf andere Menschen übertragen kann – und das alles ohne eine symptomatische Bildung der typischen Herpes-Bläschen.

Besonders anfällig für eine Herpes-Infektion sind Neugeborene, kleine Kinder sowie Menschen, die ein geschwächtes Immunsystem haben – zum Beispiel Patienten mit einer HIV-Infektion (=Humanes Immundefizienz-Virus).

Laut einer Studie sind bis zu 85 Prozent der Bevölkerung mit dem Herpes-simplex-Virus vom Typ 1 infiziert. Weltweit ist es also sehr weit verbreitet, denn die Übertragung des Virus kann meist schon im Säuglings- oder Kleinkindalter innerhalb der Familie stattfinden. Da das Virus überträgt sich von Menschen zu Menschen, kann auch eine Übertragung zwischen einer Mutter und ihrem Neugeborenen erfolgen. Das Herpes-simplex-Virus Typ 2 trägt im Gegensatz dazu lediglich etwa 15 Prozent der Bevölkerung in sich. Bislang gibt es kein geeignetes Medikament, mit dem sich das Virus vollständig bekämpfen lässt. Zur Therapie kann der Arzt jedoch antivirale Medikamente verschreiben, sogenannte Virostatika, die dazu beitragen, die aufgetretenen Beschwerden zu lindern und die Vermehrung der Viren unterbrechen.

Ist Herpes ansteckend?

Herpes - Ist Herpes ansteckend?

Das Herpes-simplex-Virus ist sehr ansteckend, allerdings ist die Erkrankung nur während der sogenannten Primärinfektion (=die erste Infektion in einer Reihe aufeinanderfolgender Infektionen mit dem Herpes-simplex-Virus) oder einer Reaktivierung (=wenn das Herpes-simplex-Virus erneut ausbricht) ansteckend.

Zu diesen Zeitpunkten kommt es zu einer vermehrten Ausscheidung von Viren und somit steigt auch die Gefahr der Ansteckung. Zwischen einer Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome vergehen meist etwa drei bis sieben Tage, dies bezeichnen wir als die Inkubationszeit des Virus. In manchen Fällen kann die Inkubationszeit sogar mehrere Wochen betragen.

Herpes - Wie erkenne ich den Unterschied zwischen Herpes und Pickel? KI-generiertes Bild

Wie erkenne ich den Unterschied zwischen Herpes und Pickel?

Von der Nähe betrachtet kann ein einzelnes Herpes-Bläschen einem Pickel stark ähneln, umso wichtiger ist es, diese Hauterscheinungen unterscheiden zu können.

Eine Herpes-Wunde bezeichnen wir auch als eine „kalte Wunde“, da hier Viren für die Erkrankung der Haut zuständig sind. Herpes meldet sich schon vor den ersten sichtbaren Hauterscheinungen durch Kribbeln, Schmerzen und Brennen an. Diese Symptome dauern oft auch dann an, wenn sich die typischen Fieberbläschen gebildet haben. Diese sind mit einer Flüssigkeit gefüllt, die beim Platzen austritt und danach oft eine für Herpes typische Kruste bildet.

Auch ein Pickel kann sich mit einem gewissen Kribbeln oder Jucken ankündigen, allerdings bilden sich danach Knoten und keine Bläschen. Ein Pickel entsteht aufgrund überschüssiger Talgproduktion und nicht wie Herpes durch Viren. Herpes platzt meist von alleine, ein Pickel allerdings nicht, auch wenn sich auf dem roten Knötchen eine Eiterspitze bildet.

Für beide Hauterscheinungen gilt, dass Du sie nicht ausdrücken solltest. Denn wenn Du ein Herpes-Bläschen ausdrückst, können sich die Viren vermehren, was selbstverständlich vermieden werden sollte. Und auch bei einem ausgedrückten Pickel würden sich somit Bakterien verteilen, die im Endeffekt zu weiteren Hautunreinheiten führen.

Welche Arten von Herpes gibt es?

Herpes - Welche Arten von Herpes gibt es?

Weltweit gibt es mehr als 100 verschiedene Herpes-Viren, acht davon können Menschen infizieren und im Körper zu unterschiedlichen Erkrankungen führen. Diese bezeichnen wir als humane Herpes-Viren.

Zu den wichtigsten Herpes-Viren gehört in erster Linie das Herpes-simplex-Virus (HSV). Dieses unterteilen wir in Typ 1 (HSV1) und Typ 2 (HSV2). HSV1 führt zu den für Herpes typischen Fieberbläschen. Die Erstinfektion erfolgt meist harmlos und ohne Symptome, in manchen Fällen gesellen sich jedoch Fieber, ein allgemeines Unwohlsein, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und manchmal auch Übelkeit sowie Mundschleimhautentzündungen dazu. Nach der ersten Ansteckung bleiben die Viren ein Leben lang im Körper und erst nach einer Reaktivierung bilden sich erneut kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Fieberbläschen, meist an den Lippen oder im Mundbereich, die spannen, brennen und schmerzen.

HSV2 befällt vor allem Schleimhäute der Geschlechtsorgane, weshalb wir diese Art der Erscheinungsform als Genitalherpes bezeichnen. Die Übertragung findet hauptsächlich durch Sexualkontakt statt. Auch hier bilden sich mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, die schmerzen und brennen können.

Weiter gibt es das Varizella-Zoster-Virus (VZV), das einerseits Windpocken (=Varizella) und andererseits Gürtelrose (=Herpes Zoster) verursacht. Bei Windpocken steckt sich der Betroffene über eine Tröpfcheninfektion an, woraufhin die Viren in die Blutbahn gelangen und sich von dort über den gesamten Körper verteilen. Dadurch entstehen kleine Bläschen, die virushaltig und hochansteckend sind und darüber hinaus auch jucken oder schmerzen. Die Abheilung dauert meist bis zu zwei Wochen. Die Viren überleben nach der Infektion in den Rückenmarkszellen und nach einer Reaktivierung wandern sie vor allem bei älteren Personen wieder an die Hautoberfläche, wo sie in einem begrenzten Hautareal einen schmerzhaften Ausschlag verursachen – die sogenannte Gürtelrose. Diese kann vor allem bei älteren Patienten zu heftigen Nervenschmerzen führen.

Außerdem existiert das sogenannte Zytomegalievirus (CMV), von dem vor allem Menschen mit einer starken Immunschwäche betroffen sind, während es sich bei gesunden Personen kaum bemerkbar macht.

Darüber hinaus gehört auch das Epstein-Barr-Virus (EBV) zu den wichtigsten Herpes-Virus-Arten. Eine Übertragung findet durch Tröpfcheninfektion statt und führt zum sogenannten Pfeifferschen Drüsenfieber. Nach einer Ansteckung treten innerhalb von drei Wochen Symptome wie hohes Fieber sowie starke Kopf- und Gliederschmerzen auf. Zusätzlich vergrößert sich die Milz, die Lymphknoten schwellen an und es bilden sich weiße Beläge an den Mandeln, die mit starken Halsschmerzen verbunden sind. Nach der erstmalig überstandenen Infektion treten die Symptome der Erstinfektion bei einer Reaktivierung nicht mehr auf, allerdings kann sich leider keine Immunität bilden. In vielen Fällen fühlen sich die Betroffenen noch über Wochen und Monate nach der Erstinfektion krank, müde und abgeschlagen.

Herpes - Welche Sonderformen von Herpes gibt es?

Welche Sonderformen von Herpes gibt es?

Die häufigsten Herpes-simplex-Infektionen treten in der Regel an den Lippen, im Mundbereich sowie im Genitalbereich auf. Wir unterscheiden jedoch auch zwischen mehreren Sonderformen des Herpes, die unter Umständen auch an anderen Körperregionen entstehen können. Je nachdem, welche Region betroffen ist, drohen sogar ernsthafte Komplikationen – vor allem, wenn die Augen und das Gehirn betroffen sind.

Eine Sonderform des Herpes ist das Ekzema herpeticatum. Dieser Hautausschlag entsteht, wenn der Patient das Herpes-simplex-Virus etwa durch Kratzen von der eigentlichen Infektionsstelle auf andere Hautareale überträgt. In solchen Fällen bildet sich die Erkrankung beispielsweise am Augenlid, am Rücken, am Arm oder am Finger. Das Ekzema herpeticatum ist eine großflächigere Herpes-Infektion mit rasch platzenden Bläschen. Diese Sonderform tritt vor allem bei Patienten auf, die zusätzlich an Neurodermitis oder Schuppenflechte leiden.

Bei Kindern kann die Sonderform Gingivostomatis herpetica (= „Mundfäule“) auftreten, bei der es zu einem ausgeprägten Befall im Mund kommt, der mit starken Beschwerden verbunden ist. In seltenen Fällen sind auch Erwachsene betroffen.

Die Sonderform Herpes Zoster Ophthalmicus ist eine Infektion des Auges, bei der auch die Stirn oder die Nase betroffen ist. Sie entsteht aufgrund des Varizella-Zoster-Virus und kann schlimmstenfalls zur Erblindung des betroffenen Auges führen. Die ersten Symptome sind ein Kribbeln an der Stirn sowie an der Nase und später schmerzhafte rote Pusteln. Mehr über Herpesbläschen an der Nase liest Du in unserem Beitrag über Nasenherpes.

Einen gefährlichen Sonderfall stellt Herpes direkt am Auge dar. Hierbei unterscheiden wir zwischen einer Infektion der Hornhaut, einer sogenannten Herpes-simplex-Keratitis, und einer Infektion der Netzhaut, einer sogenannten Herpes-simplex-Retinitis. Ersteres entsteht durch eine äußere Übertragung oder durch eine Reaktivierung, Letzteres wiederum kann sich ausschließlich infolge einer Reaktivierung bilden. Eine Herpes-simplex-Keratitis kann der Arzt in der Regel gut behandeln, bei einer Herpes-simplex-Retinitis droht hingegen eine Erblindung des betroffenen Auges. Aus diesem Grund muss bei Augenherpes immer eine schnellstmögliche Behandlung erfolgen, da sonst schwerwiegende Komplikationen drohen.

Eine weitere gefährliche Sonderform der Herpes-Erkrankung ist die Herpes-Enzephalitis (=Entzündung des Gehirns). Dabei kann sich (meist) das HSV1 im Gehirn ausbreiten und lebensbedrohliche Folgen haben. Erste Symptome, die auftreten, sind eine starke Übelkeit, verbunden mit Erbrechen und Kopfschmerzen, später können epileptische Anfälle, Verwirrtheitszustände sowie Geruchsstörungen auftreten, bevor der Betroffene schließlich in ein Koma fällt. Hierbei ist schnelles Reagieren und Behandeln unabdingbar, denn eine nicht therapierte Herpes-Enzephalitis endet in etwa 70 Prozent der Fälle tödlich.

Was sind die Symptome bei Herpes?

Herpes - Was sind die Symptome bei Herpes?

Die Herpes-Infektion und die dazugehörigen Symptome unterscheiden sich je nachdem, ob die Erkrankung im Zuge einer Erstansteckung oder einer Reaktivierung auftritt.

Im Rahmen der Erstinfektion treten häufig zunächst unspezifische Beschwerden, die wir auch als Prodromalsymptome bezeichnen. Danach erst treten eindeutige Symptome auf der Haut auf. Die ersten Beschwerden folgen meist direkt auf die Inkubationszeit und treten bis zu zwei Tage vor dem eigentlichen Ausbruch der Krankheit auf. Dazu gehören ein allgemeines Unwohlsein, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Fieber und manchmal auch Übelkeit. Außerdem verspürt der Patient bereits jetzt an den Hautstellen, wo später die typischen Fieberbläschen entstehen, häufig ein Jucken oder Kribbeln, in manchen Fällen sind auch leichte Schmerzen möglich. Die eigentliche Herpes-Erkrankung bricht erst dann zur Gänze aus, wenn sich die mit Flüssigkeit gefüllten Fieberbläschen bilden, die oft mit geröteter Haut, Schwellungen und Hautschäden einhergehen. Platzen diese Bläschen auf, entsteht eine rote Kruste an der betroffenen Stelle, an der sich weitere Bläschen bilden können.

Einmal angesteckt, trägt der Mensch die Herpes-Viren ein Leben lang und unbemerkt in seinem Körper. Wenn nach einer Primärinfektion irgendwann erneut Herpes ausbricht, sprechen wir von einer Reaktivierung. Im Unterschied zur Erstansteckung ist hierbei das Anfangsstadium der Erkrankung meist deutlich schwächer und dauert nur wenige Stunden. Häufig verspürt der Betroffene vor dem Ausbruch der Herpes-Infektion auch gar keine Beschwerden. Der Verlauf der Erkrankung und die Art der Symptome, also die Bildung der Fieberbläschen oder der Herpes-Wunde, ähneln jenen der Erstansteckung zu nahezu 100 Prozent.

Anders verläuft eine Herpes-Infektion bei kleinen Kindern. Bei ihnen hat die Erkrankung oft einen schwereren Verlauf, sie fühlen sich dabei oft sehr elend, haben hohes Fieber und die Symptome ähneln einer starken Erkältung oder einer Grippe. Da bei kleinen Kindern nicht immer die klassischen Herpes-Symptome wie Fieberbläschen auftreten, halten Erziehungsberechtigte die Erscheinungen oft für einen normalen Virusinfekt.

Wie ist der Krankheitsverlauf bei Herpes?

Herpes - Wie ist der Krankheitsverlauf bei Herpes?

Der Krankheitsverlauf bei Herpes variiert je nach Person und Stadium der Infektion. In der Regel heilen Fieberbläschen innerhalb von sechs bis zehn Tagen ab. Bei manchen Menschen kann der Heilungsprozess jedoch auch bis zu zwei bis drei Wochen andauern. Der Verlauf hängt stark vom Zustand des Immunsystems und dem Stadium der Erkrankung ab.

Bei einer Erstinfektion sind die Symptome oft intensiver und hartnäckiger. Das Immunsystem hat noch keine Erfahrung mit den Herpes-Viren und braucht länger, um die Infektion zu bekämpfen. Im Fall einer Reaktivierung sind die Abwehrkräfte bereits vertraut mit den Viren, was zu einer schnelleren Heilung führt.

Wann dauert die Herpes-Erkrankung länger?

Wenn die Symptome ungewöhnlich lange anhalten, kann dies auf eine Superinfektion hindeuten. Dabei handelt es sich um eine bakterielle Infektion der betroffenen Hautstelle, die durch die durch Herpes geschädigte Haut begünstigt wird.

Wie entsteht Herpes?

Herpes wird hauptsächlich durch direkten Kontakt mit infizierten Hautstellen, Fieberbläschen oder Läsionen übertragen. Das Herpes-Virus benötigt Feuchtigkeit, um sich zu verbreiten. Es kann bis zu 48 Stunden außerhalb des Körpers überleben und sich über Schmierinfektion oder Tröpfcheninfektion übertragen.

Die Viren gelangen durch Küssen, Geschlechtsverkehr oder engem Körperkontakt auf die Schleimhäute einer gesunden Person. Kinder können sich auch beim Spielen anstecken, da die Gefahr bei engem Kontakt steigt. Zudem kann das Virus auch über indirekten Kontakt wie benutzte Gegenstände (z. B. Gläser oder Handtücher) übertragen werden.

Herpes - Wie entsteht Herpes?

Wie bleibt Herpes im Körper?

Nach der ersten Infektion bleiben die Herpes-Viren lebenslang im Körper. Sie wandern entlang der Nervenfasern bis zu den Nervenganglien, wo sie in den Latenz-Zustand übergehen. In diesem Zustand sind die Viren inaktiv und verursachen keine Symptome. Der Mensch ist in dieser Phase nicht ansteckend.

Wann kommt es zu einer Reaktivierung von Herpes?

Die Herpes-Viren können jederzeit reaktiviert werden, wenn das Immunsystem geschwächt ist, beispielsweise durch Stress, Krankheit oder andere Faktoren. In der Reaktivierungsphase wandern die Viren wieder zu den Hautoberflächen und verursachen die typischen Herpes-Symptome.

Wie oft es zu Reaktivierungen kommt, ist individuell unterschiedlich. Bei manchen Menschen tritt Herpes regelmäßig auf, bei anderen nur selten oder gar nicht. Besonders der durch HSV-2 ausgelöste Genitalherpes neigt zu häufigeren Reaktivierungen als der HSV-1-bedingte Lippenherpes.

Herpes - Die Anzahl der Reaktivierungen im Laufe des Lebens ist bei jedem Menschen sehr individuell

Welche Risikofaktoren begünstigen Herpes?

Herpes - Welche Risikofaktoren begünstigen Herpes?
  • geschwächtes Immunsystem

  • übermäßige UV-Licht-Einstrahlung

  • hormonelle Veränderungen

  • Menschen mit einem chronisch geschwächten Immunsystem

  • körperlicher & psychischer Stress

  • Verschlechterung der Herpes-Infektion durch Covid-19 Infektion

Es gibt einige Risikofaktoren, die vor allem die Phase der Reaktivierung einer Herpes-Erkrankung begünstigen können. Diese kommt meist dann zustande, wenn das Immunsystem des Betroffenen geschwächt ist, oder der Nerv, an dem die Viren entlangwandern, gereizt ist.

Zu den häufigsten Risikofaktoren gehören vor allem Erkältungen sowie grippale Infekte, da sie das Immunsystem schwächen, wodurch die ruhenden Herpes-Viren aus den Nervenganglien wieder an die Hautoberfläche gelangen können. Oft treten dann die für Herpes typischen Fieberbläschen auf. Auch durch übermäßige UV-Licht-Einstrahlung reagiert nicht nur die Haut gereizt, sondern auch die Nerven. Aus diesem Grund können sich zum Beispiel infolge eines Sonnenbrands die Herpes-Viren erneut aktivieren. Weiter können auch diverse Hautverletzungen eine Reaktivierung der Viren begünstigen sowie hormonelle Veränderungen, wie etwa während der Menstruation.

Eine große Herpes-Risikogruppe sind in erster Linie Menschen mit einem chronisch geschwächten Immunsystem – vor allem HIV-Patienten oder jene, die mit Folgen einer Chemotherapie zu kämpfen haben. In dieser Hinsicht können auch weitere bestimmte Medikamente, wie zum Beispiel Kortison, die Reaktivierung der Herpes-Viren begünstigen.

Nicht immer gibt es einen konkreten Grund für den immer und häufig wiederkehrenden Herpes, weshalb Ärzte und Forscher annehmen, dass auch körperlicher und psychischer Stress eine große Rolle spielt. Dabei kann eine starke berufliche Belastung, seelische Anspannung oder eine hohe Übermüdung dazu führen, dass das Immunsystem geschwächt ist, wodurch sich die Viren leichter ausbreiten können.

Aktuell weisen über 1.300 wissenschaftliche Artikel darauf hin, dass es einen Zusammenhang von Covid-19 und oralen Manifestationen wie der Herpes-Erkrankung geben könnte. Forscher gehen davon aus, dass sich eine Herpes-Infektion durch eine Ansteckung mit dem SARS-CoV-2-Virus auf jeden Fall verschlechtert. Verantwortlich hierfür könnte die fehlende Immunkompetenz des Körpers sowie eine durch einen sogenannten „Zytokinsturm“ ausgelöste, überschießende Entzündungsreaktion sein. Allerdings bleibt weiterhin noch unklar, ob eine direkte Auslösung oraler Erkrankungen wie einer Herpes-Infektion durch Covid-19 möglich ist.

Welche Hausmittel helfen bei Herpes?

Herpes - Welche Hausmittel helfen bei Herpes?

Es gibt verschiedene Hausmittel gegen Herpes, die teilweise Linderung verschaffen können. Die Wirkung vieler dieser Mittel ist jedoch nicht immer wissenschaftlich belegt, sondern beruht oft auf Erfahrung. Einige Hausmittel sind bekannt für ihre heilenden Eigenschaften und können unterstützend wirken, jedoch ersetzen sie nicht die antiviralen Medikamente, die in der Behandlung von Herpes entscheidend sind. Je früher Du ein Hausmittel anwendest, desto effektiver ist es in der Regel.

Es ist wichtig, Hausmittel möglichst früh anzuwenden, da sie bei einem bereits ausgebrochenen Herpes nur noch begrenzt helfen können. Achte darauf, die Mittel mit einem Wattestäbchen oder ähnlichem aufzutragen, um die Verbreitung der Viren zu verhindern.

Herpes - Teebaumöl

Honig bei Herpes
Eines der bekanntesten und am häufigsten verwendeten Hausmittel bei Herpes ist Honig. Insbesondere Manuka-Honig hat antimikrobielle Eigenschaften, die helfen, die Vermehrung von Viren und Bakterien zu hemmen. Honig verschließt die Wunden und kann die Ausbreitung des Herpesvirus verlangsamen. Zudem reduziert er das Ansteckungsrisiko. Du kannst ihn direkt auf die betroffene Stelle auftragen.

Teebaumöl als Herpesmittel
Teebaumöl besitzt desinfizierende und antimikrobielle Eigenschaften. Es hilft, die Viren am Vermehren zu hindern und kann vor allem zu Beginn des Krankheitsverlaufs angewendet werden. Trage es am besten stündlich auf die betroffenen Stellen auf. Achtung: Teebaumöl kann Hautreizungen verursachen, daher solltest Du es nur nach Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker verwenden.

Zinksalbe bei Herpes
Zinksalbe wirkt entzündungshemmend und hilft, die betroffene Stelle auszutrocknen. Sie ist besonders hilfreich bei nässenden Herpes-Bläschen. Zwar bekämpft sie die Herpes-Viren nicht direkt, kann aber die Heilung der Wunde fördern.

Zitronenmelisse gegen Herpes
Zitronenmelisse ist eines der wenigen Hausmittel, bei dem Studien eine Wirksamkeit nachweisen konnten. Die enthaltenen Wirkstoffe hindern die Herpes-Viren daran, in die Körperzellen einzudringen. Das Auftragen von Zitronenmelisse-Extrakt auf die betroffene Hautstelle kann helfen, Schwellungen und Rötungen zu reduzieren und den Heilungsprozess zu beschleunigen. Salben und Cremes mit Zitronenmelisse-Extrakt sind in Apotheken erhältlich.

Kühlung mit Eiswürfeln
Eiswürfel, die in ein Tuch gewickelt und auf die betroffene Stelle gelegt werden, können zu Beginn der Herpes-Erkrankung Linderung verschaffen. Die Kälte verlangsamt die Virenvermehrung und kann Schmerzen lindern. Nach dem vollständigen Ausbruch des Herpes sollten jedoch keine Eiswürfel mehr verwendet werden, da dies die Haut weiter reizen kann.

Weitere Hausmittel gegen Herpes
Auch Aloe Vera, Knoblauch, schwarzer Tee und Ingwer werden häufig als Hausmittel bei Herpes empfohlen. Diese Stoffe können entzündungshemmend und heilungsfördernd wirken, auch wenn die wissenschaftliche Unterstützung hier weniger stark ausgeprägt ist.

Wann sollte ich mit Herpes zum Arzt gehen?

Herpes - Wann sollte ich mit Herpes zum Arzt gehen?

Wenn Du erste Anzeichen einer Herpes-Infektion bemerkst oder wiederholt unter Herpes-Ausbrüchen leidest, solltest Du nicht zögern, einen Arzt aufzusuchen. Ein Hausarzt oder Allgemeinmediziner ist in der Regel der richtige Ansprechpartner für eine erste Untersuchung.

Sollte eine weiterführende Diagnose notwendig sein, kann der Hausarzt Dich an einen Dermatologen (Hautarzt) überweisen, der eine genaue Untersuchung vornimmt. Oft kann der Hautarzt Herpes bereits durch eine einfache Blickdiagnose erkennen. In seltenen Fällen, wenn Unregelmäßigkeiten auftreten, kann es hilfreich sein, das Virus genauer im Labor zu identifizieren.

Herpes - Eine weitere Methode ist die Anzucht der Herpes-Viren

Wie lässt sich Herpes behandeln?

Herpes - Wie lässt sich Herpes behandeln?

Leider gibt es derzeit keine Heilung für Herpes, da die Viren nach der Infektion lebenslang im Körper verbleiben. Doch mit der richtigen Behandlung lassen sich die Symptome lindern, die Heilungsdauer verkürzen und die Häufigkeit von Ausbrüchen reduzieren. Die gängigsten Behandlungsoptionen für Herpes-Infektionen sind antivirale Medikamente und Hausmittel.

Antivirale Medikamente bei Herpes

Die Behandlung von Herpes erfolgt hauptsächlich mit antiviralen Medikamenten, sogenannten Virostatika. Diese Medikamente, wie Aciclovir, Valaciclovir und Famciclovir, helfen dabei, die Dauer eines Herpes-Ausbruchs um ein bis zwei Tage zu verkürzen und die Beschwerden zu lindern. Um eine schnelle Wirkung zu erzielen, ist es entscheidend, die antiviralen Medikamente so früh wie möglich einzunehmen – idealerweise bei den ersten Anzeichen eines Ausbruchs, wie Kribbeln oder Jucken, noch vor dem Auftreten von Fieberbläschen.

In schweren Fällen von Herpes, etwa bei einer HSV-Enzephalitis oder bei Infektionen von Neugeborenen, wird Aciclovir intravenös verabreicht. Sollte das Virus gegen das Medikament resistent sein, was jedoch sehr selten vorkommt, kann der Arzt auf Foscarnet zurückgreifen.

Bei Herpes-simplex-Keratitis, einer speziellen Herpes-Form, die das Auge betrifft, ist die Anwendung von Trifluridin-Augentropfen erforderlich. Diese Behandlung sollte unter der Aufsicht eines Augenarztes erfolgen.

Hilfreiche Hausmittel und unterstützende Therapie

Einige Studien deuten darauf hin, dass die Aminosäure Lysin die Symptome von Herpes lindern und die Dauer der Infektion verkürzen kann. Experten vermuten, dass Lysin die Aminosäure Arginin verdrängt, die für das Wachstum des Herpesvirus wichtig ist. Weitere unterstützende Mittel sind Penciclovir-Salbe, die tagsüber aufgetragen wird und die Heilung von Lippenherpes um etwa einen Tag verkürzen kann.

Suppressive Therapie bei häufigem Herpes-Ausbruch

Für Patienten, die häufig und schmerzhaft an Herpes leiden, wird eine suppressive Therapie empfohlen. Dabei nehmen Betroffene täglich antivirale Medikamente, um die Häufigkeit und Schwere der Ausbrüche zu reduzieren. Diese Therapie verringert zwar das Risiko von Ausbrüchen, kann jedoch nicht das Ansteckungsrisiko vollständig beseitigen.

Schmerzlinderung bei Herpes

Zur Schmerzlinderung können Eiswürfel (vor dem Ausbruch) sowie rezeptfreie topische Anästhetika wie Benzocain oder Lidocain eingesetzt werden. Diese betäuben die betroffene Stelle und lindern die Schmerzen. Allerdings sollten diese Mittel nur in Absprache mit einem Arzt angewendet werden, um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.

Herpes - Andere Therapiewege KI-generiertes Bild

Wann wird Herpes mit einem Laser behandelt?

Herpes - Wann wird Herpes mit einem Laser behandelt?

Bei häufiger Anwendung der virustatischen Cremes können sich schnell Resistenzen des Herpes-Virus entwickeln, die dann nicht mehr auf die Therapie ansprechen. In solchen Fällen kommt eine Laserbehandlung infrage. Aber auch bei generell wiederkehrenden Herpes-Entzündungen kann eine Lasertherapie Abhilfe schaffen.

Dazu behandelt der Arzt mittels eines Softlaserhandstücks T4 mit einem Durchmesser von vier Millimetern die betroffenen Stellen, wobei er damit gleichzeitig eine große Schmerzlinderung erreichen kann. Dabei erhitzt er den Infektionsherd aus einer 0,2 bis 0,5 Millimeter Entfernung auf ungefähr einen bis 1,5 Watt und tastet ihn rasterförmig unter ständiger Bewegung für zunächst 30 Sekunden ab. Nebenbei muss der Arzt beachten, dass die therapierte Haut keine Schäden aufweisen darf und das Wärmeempfinden für den Patienten nicht schmerzhaft ist. Sollte der Betroffene nach der Behandlung immer noch die für den Herpes typischen Schmerzen empfinden, muss der Arzt die Dauer der Therapie und die Watt-Einstellung erhöhen. Im Anschluss an die Laserbehandlung folgt ein „Wundheilung-Soft-Programm“ ab, bei dem der Laser mindestens eine Minute lang 100 mW abgibt. Einen Tag nach der Behandlung kontrolliert der Arzt die betroffene Stelle und wendet erneut eine Softlasertherapie an – in der Regel ist der Patient jedoch nach 24 Stunden bereits Herpes-schmerzfrei.

Damit eine Laserbehandlung erfolgreich ist, ist auch hierbei wichtig, dass der Arzt sie so frühzeitig wie möglich einsetzt. Denn nur so kann er eine unmittelbare Schmerzfreiheit erreichen und zudem das Ausbrechen der für Herpes typischen Fieberbläschen verhindern beziehungsweise die Dauer der Infektion deutlich reduzieren.

Was kann ich selbst bei Herpes tun?

Herpes - Trage Cremes & Salben am besten mit einem Wattestäbchen auf

Trage Cremes & Salben am besten mit einem Wattestäbchen auf

Herpes - Vermeide es den betroffenen Hautbereich aufzukratzen

Vermeide es den betroffenen Hautbereich aufzukratzen

Herpes - Verzichte auf Make-up & Lippenstifte

Verzichte auf Make-up & Lippenstifte

Herpes - Vermeide zu starke UV-Strahlung, extreme Hitze oder Kälte sowie Stress

Vermeide zu starke UV-Strahlung, extreme Hitze oder Kälte sowie Stress

Um die Dauer der Infektion zu reduzieren, ist es empfehlenswert, auf die ersten Anzeichen von Herpes zu achten und gegebenenfalls so früh wie möglich mit der Therapie anzufangen. Dadurch kannst Du zusätzlich die Symptome lindern und die Vermehrung der Viren hemmen. Jegliche Cremes oder Salben solltest Du immer am besten mit einem Wattestäbchen auftragen, damit Du die Viren mit Deinen Fingern nicht verteilst.

Ganz verhindern kannst Du einen Herpes-Ausbruch aber leider nicht. Versuche aber so wenig wie möglich an der Lippe herumzufummeln, denn damit machst Du es nur schlimmer. Außerdem solltest Du trotz vielerlei Empfehlungen keine Zahnpasta an die betroffenen Stellen geben, denn diese trocknet auf der Herpes-Kruste an. Wenn Du sie dann entfernen willst, tust Du dies mitsamt dem schützenden Deckel der Wunde und die austretende Flüssigkeit infiziert weitere Hautbereiche.

Sei bitte auch vorsichtig, was Make-up und Lippenstifte angeht. Diese solltest Du während einer aktiven Infektion nicht verwenden, denn sonst könnten sich die Viren vermehren und andere Stellen infizieren. Mittlerweile gibt es in Apotheken und Drogerien spezielle Pflaster gegen die für Herpes typischen Fieberbläschen. Diese enthalten zwar keinen Wirkstoff gegen die Viren, haben aber den Vorteil, dass die kleine Wunde im feuchten Milieu unter der Abdeckung ohne Störung von außen heilen kann. Außerdem decken sie optisch die Bläschen ab und manche Hersteller versprechen sogar, dass Du die Pflaster überschminken kannst – davon raten wir Dir jedoch sicherheitshalber ab.

Vermeide zu starke UV-Strahlung, extreme Hitze oder Kälte sowie Stress, denn all diese Faktoren können den Ausbruch der Erkrankung begünstigen. Eine wichtige Rolle spielt auch die Ernährung. Wenn Du anfällig für Herpes-Infektionen bist, empfehlen wir Dir Milchprodukte, Kartoffeln, Fleisch, Fische (vor allem Lachs), Eier und Soja, da sie reichlich Aminosäure Lysin enthalten. Nüsse (vor allem geröstete Nüsse), Kartoffelchips, Schokolade, Getreidekost wie Müsli, Erbsen, Linsen sowie Zucker an sich solltest Du stattdessen meiden.

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Welche Komplikationen können bei Herpes auftreten?

Herpes - Welche Komplikationen können bei Herpes auftreten?

Obwohl Herpes in den meisten Fällen mild verläuft, können in bestimmten Situationen schwerwiegende Komplikationen auftreten. Diese betreffen vor allem Personen mit geschwächtem Immunsystem oder spezielle Personengruppen, wie Schwangere oder Neugeborene.

Herpes-simplex-Viren und Hornhautentzündung

In seltenen Fällen kann das Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) zu einer Hornhautentzündung (keratitis) führen, die schwere Komplikationen nach sich ziehen kann. Eine unbehandelte Entzündung kann im schlimmsten Fall zur Erblindung des betroffenen Auges führen.

Herpes-Enzephalitis: Entzündung des Gehirns

HSV-1 kann in seltenen Fällen eine Herpes-Enzephalitis verursachen, eine Entzündung des Gehirns. Die Viren gelangen über die Nervenbahnen ins Gehirn, insbesondere ins Temporalhirn. Zu den ersten Symptomen gehören hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Schwindel, Wahrnehmungsstörungen und motorische oder sprachliche Beeinträchtigungen. Eine frühzeitige Behandlung mit antiviralen Medikamenten ist entscheidend, da ohne sofortige Therapie das Sterblichkeitsrisiko hoch ist.

Komplikationen bei Genitalherpes

Genitalherpes, verursacht durch HSV-2, kann insbesondere bei schwangeren Frauen zu ernsten Komplikationen führen. Eine Herpes-Infektion kurz vor oder während der Geburt kann das Neugeborene gefährden, da es durch den Geburtskanal infiziert werden kann. Dies kann zu schweren, sogar tödlichen Infektionen beim Neugeborenen führen. In solchen Fällen wird häufig ein Kaiserschnitt empfohlen, um das Baby vor einer direkten Ansteckung zu schützen.

Zytomegalievirus (CMV) und seine Risiken

Das Zytomegalievirus (CMV) kann bei immunsupprimierten Personen, wie AIDS-Patienten oder Transplantationsempfängern, zu lebensbedrohlichen Erkrankungen führen. Besonders gefährlich ist CMV für schwangere Frauen, da das Virus über die Plazenta auf das Ungeborene übertragen werden kann. Dies kann zu angeborenen Schäden führen, wie Hör- und Sehschäden, Entwicklungsstörungen, Krampfanfällen oder kognitiven Beeinträchtigungen.

Risiken des Varizella-Zoster-Virus (VZV)

Das Varizella-Zoster-Virus (VZV), verantwortlich für Windpocken und Gürtelrose (Herpes Zoster), kann in seltenen Fällen während der Schwangerschaft zu Fehlbildungen oder Schäden des Ungeborenen führen. Aber auch außerhalb der Schwangerschaft kann VZV schwere Komplikationen verursachen, insbesondere bei Erwachsenen. In einigen Fällen kann es zu Infektionen des zentralen Nervensystems oder zu einer Lungenentzündung kommen.

Komplikationen durch Epstein-Barr-Virus (EBV)

Das Epstein-Barr-Virus (EBV), das unter anderem Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber) verursacht, kann in seltenen Fällen zu schwerwen Komplikationen wie einer Lungenentzündung führen. Diese Komplikationen sind zwar selten, können jedoch bei betroffenen Patienten schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Wie kann ich Herpes vorbeugen?

Leider gibt es keine Möglichkeit, eine Herpes-Infektion vollkommen zu verhindern, es gibt aber ein paar Sachen, die Du vorbeugend tun kannst, um einen Ausbruch zu verhindern. Wie bei jeder Infektionskrankheit ist es definitiv empfehlenswert, Dein Immunsystem zu stärken. Eine gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung und wenig Alkohol sowie ein Verzicht aufs Rauchen sind hierbei sehr wichtig. Außerdem solltest Du darauf achten, dass Du genügend Schlaf kriegst, Dich ausreichend bewegst, großen Wert auf Hygiene hältst und viel an der frischen Luft bist. Vermeide Stress und psychische Belastung, denn diese können die Herpes-Attacken hervorrufen. Eigne Dir deshalb gewisse Entspannungstechniken an, wie zum Beispiel autogenes Training, Meditation oder Yoga.

Da Genitalherpes eine Sexualkrankheit ist, solltest Du unbedingt auf Safer-Sex achten. Verwende stets ein Kondom und suche einen Arzt auf, sobald Du Symptome wie Juckreiz, Brennen oder ungewöhnlichen Ausfluss verspüren solltest. So kannst Du das Risiko, sich anzustecken, zwar verringern, aber nicht ganz beseitigen, da eine Übertragung auch über die Haut möglich ist.

Leider gibt es bislang keine Impfung gegen Lippen- und Genitalherpes, also Herpes-Formen, die aufgrund von HSV1 und HSV2 entstehen. Allerdings gibt es eine Impfung gegen Windpocken und Gürtelrose. Die Impfung gegen Windpocken empfiehlt sich bereits im Kindesalter, jene gegen Gürtelrose für Menschen ab dem 60. Lebensjahr sowie für Personen ab 50 Jahren, wenn bei ihnen eine erhöhte gesundheitliche Gefährdung vorliegt.

Herpes - Wie kann ich Herpes vorbeugen?

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung von Herpes?

Herpes - Kosten

Wie viel die Behandlung einer Herpes-Infektion kostet, hängt in erster Linie vom Krankheitsbild und dem Herpes-Typ ab. Die Krankenkasse übernimmt sowohl die Kosten der Diagnose als auch der Behandlung. Informiere Dich dennoch am besten gleich bei Deiner Krankenkasse und hole Dir Details bezüglich des Behandlungsplans und der damit verbundenen Kosten ein (insbesondere bei privaten Krankenkassen). Der Kostenzuschuss kann von Krankenkasse zu Krankenkasse nämlich unterschiedlich ausfallen. Eine Impfung gegen Windpocken kostet pro Dosis meist zwischen 66 und 76 Euro und eine Impfung gegen Gürtelrose pro Dosis um die 136 Euro.

Videos: Herpes Zoster (Gürtelrose)

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Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Herpes-Ausbruch?
Ein Herpes-Ausbruch dauert in der Regel sieben bis zehn Tage. Bei der ersten Infektion kann der Verlauf schwerwiegender und länger sein. Antivirale Medikamente können die Dauer um ein bis zwei Tage verkürzen.
Kann Herpes geheilt werden?
Nein. Das Virus verbleibt lebenslang im Körper und kann reaktiviert werden. Antivirale Medikamente lindern Symptome, verkürzen Ausbrüche und können zukünftige Ausbrüche verhindern.
Was sind die Auslöser für Herpes-Ausbrüche?
Stress, geschwächtes Immunsystem, UV-Strahlung, hormonelle Veränderungen, Erkältungen und äußere Verletzungen. Auch körperliche Belastung oder Fieber können eine Reaktivierung auslösen.
Ist Herpes gefährlich?
Meist heilt Herpes selbst ab. Gefährlich kann er für Immunsupprimierte und Neugeborene werden. Seltene, ernste Komplikationen sind Herpes-Enzephalitis oder Herpes-Keratitis.
Was kann ich tun, um einen Herpes-Ausbruch zu verhindern?
Stress vermeiden, ausreichend Schlaf, gesunde Lebensweise und UV-Schutz. Sonnenschutz der Lippen und ggf. Lysin können die Häufigkeit der Ausbrüche verringern.
Ist Genitalherpes gefährlich während der Schwangerschaft?
Ja, eine Übertragung auf das Neugeborene ist möglich. Bei aktiver Infektion zum Geburtszeitpunkt wird häufig ein Kaiserschnitt empfohlen.
Kann ich Herpes während der Schwangerschaft behandeln?
Unter ärztlicher Aufsicht können antivirale Medikamente wie Aciclovir eingesetzt werden, um Symptome zu lindern und das Übertragungsrisiko zu senken.
Was tun bei wiederkehrendem Herpes?
Eine prophylaktische (suppressive) Therapie mit täglichen antiviralen Medikamenten kann Häufigkeit und Schwere reduzieren.
Kann Herpes im Mund gefährlich sein?
Selten kann es zu Komplikationen kommen, besonders bei Immunschwäche. Augen- oder Gehirnbeteiligung ist ein Notfall und erfordert sofortige ärztliche Behandlung.
Welche Hausmittel helfen bei Herpes?
Honig, Teebaumöl, Zitronenmelisse und Zinksalbe können unterstützend wirken; Eiswürfel helfen in der Frühphase. Bei häufigen oder schweren Ausbrüchen sind antivirale Medikamente angezeigt.
Wann sollte ich mit Herpes zum Arzt gehen?
Bei häufigen oder schweren Ausbrüchen, in der Schwangerschaft, bei Immunschwäche sowie bei Mund-, Augen- oder Verdacht auf Gehirnbeteiligung sollte umgehend ärztliche Hilfe aufgesucht werden.
Redaktionelle Verantwortung

Dieser Beitrag wurde von der internen MOOCI-Redaktion erstellt, inhaltlich geprüft und freigegeben. Bei der Recherche und Aufbereitung setzen wir auch KI-gestützte Werkzeuge ein; jeder Text wird vor der Veröffentlichung von unserer Redaktion fachlich gegengelesen. Die redaktionelle Verantwortung trägt Nadja Sukalia, Content Managerin bei MOOCI. Die medizinische Prüfung erfolgt durch Ärztinnen und Ärzte aus unserem Fachnetzwerk.

Dr. Benjamin Gehl

Dr. Benjamin Gehl

Facharzt für plastische, ästhetische & rekonstruktive Chirurgie

Als Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie liegt die Leidenschaft von Dr. Gehl schon immer im Bereich der medizinischen Contentproduktion. Aufgrund seiner Ausbildung, einer langjährigen Einsatzzeit in der rekonstruktiven und plastischen Chirurgie, sowie zahlreichen Auslandseinsätzen in Indien, Afrika und Amerika weiß er, welche Techniken und Behandlungen für medizinische Indikationen international Anwendung finden und State of the art sind. Weiterhin beschäftigt er sich täglich mit neuen Trends und Techniken in der operativen und nicht-operativen Chirurgie. Fortbildungen sowie Studien zählen genauso zu seiner Leidenschaft wie die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten zu den neuesten fachspezifischen Themen.

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