Sonnenbrand (akute Lichtdermatose/dermatitis solaris)

Ein Sonnenbrand kann auftreten, wenn Deine Haut einer intensiven Sonnenstrahlung ausgesetzt ist. Dabei entsteht eine sichtbare Entzündungsreaktion der Haut, die durch die UV-Strahlen ausgelöst wird. Nachfolgenden findest Du viele wichtige Informationen darüber.


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Zuletzt aktualisiert: 2. Juli, 2020

Was versteht die Medizin unter einem Sonnenbrand?

Ein Sonnenbrand ist eine Hautentzündung, deren Hauptverursacher die ultraviolette Strahlung ist. Der Sonnenbrand wird in der Medizin auch Dermatitis solaris oder akute Lichtdermatose genannt. Das heißt, die Haut reagiert mit einem Sonnenbrand, wenn sie zu lang einwirkenden Sonnenstrahlen ausgesetzt ist. Die akute Lichtdermatose kann aber auch gefährlich werden, denn im schlimmsten Fall löst ein Sonnenbrand sogar Hautkrebs aus. Vor allem Personen, die in ihrer Kindheit häufig Sonnenbrände und keinen ausreichenden Sonnenschutz hatten, sind im hohen Alter von Hautkrebs betroffen.

Ein Sonnenbrand ist eine Hautentzündung, deren Hauptverursacher die ultraviolette Strahlung ist

Wie sehen die Symptome bei einem Sonnenbrand aus?

Bei einer akuten Lichtdermatose entstehen meist schmerzende Rötungen auf der Haut. Bei einem schweren Sonnenbrand kommt es zusätzlich zu einer Blasenbildung mit starken Schmerzen. Ist der Sonnenbrand großflächig, so kann auch die Körpertemperatur ansteigen. Wenn Deine Augen bei starker Sonnenstrahlung ungeschützt sind, kann zusätzlich eine Bindehautentzündung entstehen.

Welche Ursachen hat ein Sonnenbrand?

Die Hauptursache bei Sonnenbrand sind die UV-Strahlen, die zu lange auf Deine Haut einwirken. Dabei spielen Dein Hauttyp, aber auch die Länge des Sonnenbads eine Rolle. Zudem trägt ein unzureichender Sonnenschutz dazu bei, dass sich eine akute Lichtdermatose entwickelt. Denn wenn Du zu lange in der Sonne liegst und Dein Sonnenschutz nur einen geringen Lichtschutzfaktor hat, kannst Du Dir leicht einen Sonnenbrand holen. Grundsätzlich verfügt Deine Haut über natürliche Schutzmechanismen. Wenn Du jedoch einen hellen Hauttyp hast, so ist dieser Schutz kaum ausgeprägt und Deine Haut neigt eher zu einem Sonnenbrand.

Welche Körperstellen sind besonders von einem Sonnenbrand betroffen?

Vor allem die sensiblen Bereiche Deines Körpers wie Stirn, Nase, Lippen und Ohren können ganz besonders von einem Sonnenbrand betroffen sein und benötigen daher einen besonderen Schutz.

Wer ist am häufigsten von einem Sonnenbrand betroffen?

Vor allem Menschen mit einem hellen Hauttyp sind am häufigsten betroffen. Sie sind besonders gefährdet, da es bei ihnen ohne Zugabe von Sonnenschutzmittel schon nach etwa zehn Minuten zu einem Sonnenbrand kommen kann. Aber auch Kinder und Jugendliche sind sehr häufig von einer akuten Lichtdermatose betroffen.

Bei leichten Sonnenbränden empfehlen Ärzte eine lokale Behandlung mit kühlenden Lotionen

Wie ist Krankheitsverlauf bei einem Sonnenbrand?

Die Symptome, die bei einer akuten Lichterdermatose auftreten, erreichen innerhalb von 12 bis 24 Stunden ihren Höhepunkt und klingen meist nach drei Tagen wieder ab. Bei schweren Sonnenbränden kann der Heilungsprozess aber bis zu zwei Wochen dauern. Leider erholt sich Deine Haut aber nie vollständig von einem Sonnenbrand, denn die UV-Schäden der Haut summieren sich im Laufe Deines Lebens. Daher können sich auch nach mehreren Jahren schwere Spätfolgen entwickeln.

Wie lässt sich ein Sonnenbrand diagnostizieren?

Ein Sonnenbrand ähnelt einer Verbrennung ersten Grades. Aufgrund der Symptome sowie des abgegrenzten und geröteten Hautbereichs ist die Diagnose für den Arzt leicht zu stellen.

Wie behandelt der Arzt einen Sonnenbrand?

Bei leichten Sonnenbränden empfehlen Ärzte eine lokale Behandlung mit kühlenden Lotionen. In den meisten Fällen reichen sie auch aus, um die Beschwerden zu lindern. Wenn Deine Haut aber durch die Sonneneinstrahlung besonders stark geschädigt ist, indem es beispielsweise zu einer Blasenbildung gekommen ist, verschreibt der Arzt meist kühlende und kortisonhaltige Cremes in Kombination mit entzündungshemmenden Medikamenten.

Was kann ich selbst bei einem Sonnenbrand tun?

Je nachdem wie stark der Sonnenbrand ist, kannst Du ihn entweder selbst behandeln, oder musst einen Arzt aufsuchen. Wenn Deine Haut nur gerötet ist, dann handelt es sich um einen leichten Sonnenbrand. Das heißt, Du kannst versuchen die schmerzenden Rötungen selbst zu behandeln.
 
Besonders wichtig ist es die Haut beispielsweise mit Umschlägen zu kühlen. Du solltest aber auf keinen Fall das Eis direkt auf die betroffene Hautregion geben, denn so kannst Du die Hautzellen zusätzlich schädigen. Auch für sogenannte „Cool Packs“ aus dem Gefrierfach gilt dasselbe. Wickle das Coop Pack am besten immer in ein Handtuch ein, bevor Du es auf die Haut legst.
 
Auch Umschläge mit Milchprodukten wie Speisequark und Joghurt sind empfehlenswert. Jedoch solltest Du danach die betroffene Haut gründlich mit Wasser reinigen, da es hierbei leicht zu Infektionen kommen kann. Denn die Milchprodukte enthalten Bakterien, die vor allem bei einer gereizten Haut eine Entzündung hervorrufen können. Auch in Wasser und Essig getränkte Umschläge können helfen, wenn Du sie direkt auf die verbrannte Haut legst.

Besonders wichtig ist es die Haut beispielsweise mit Umschlägen zu kühlen. Du solltest aber auf keinen Fall das Eis direkt auf die betroffene Hautregion geben, denn so kannst Du die Hautzellen zusätzlich schädigen

Welche Folgen hat ein Sonnenbrand?

Sonnenbrände im Allgemeinen erhöhen durch die UV-Strahlung das Risiko an Hautkrebs zu erkranken. Denn jede UV-Strahlung beschleunigt die Hautalterung, es können sowohl Falten als auch Flecken entstehen. Mit jedem Sonnenbrand, den Du durchmachst, steigt auch das Hautkrebsrisiko. Vor allem Kinder und Jugendliche unter 20 Jahre sind besonders gefährdet. Doch gerade Kinder sind meist betroffen, da ihr Sonnenschutz oft nicht ausreicht.

Welche Komplikationen und Risiken können auftreten?

Bei einem Sonnenbrand besteht das Risiko für Komplikationen, wie beispielsweise Hitzeschäden. Denn wenn Dein Körper nicht genügend Schweiß bildet, kann er sich nicht ausreichend kühlen und überhitzt. Daher kann es in diesem Zusammenhang zu einem Hitzeschlag kommen. Der gefährliche Hitzeschlag äußert sich durch starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Fieber. Bei solchen Symptomen und vor allem, wenn Bewusstseinsstörungen auftreten, sollte unbedingt ein Notarzt verständigt werden, da solche Hitzeschäden auch tödlich verlaufen können.
 
Zudem kann es nach einem Sonnenbrand auch zur Narbenbildung kommen. Sofern sich Blasen auf der Haut bilden, können daraus Narben entstehen, die sich farblich von der restlichen Haut unterscheiden lassen.

Wie kann ich einen Sonnenbrand vorbeugen?

Um einen Sonnenbrand vorzubeugen, solltest Du geeignete Sonnenschutzmittel verwenden. Es ist sinnvoll sich schon ungefähr eine halbe Stunde vor dem geplanten Sonnenbad einzucremen, da die Filtersubstanzen oft nicht sofort wirken. Außerdem solltest Du mehrmals nachcremen, vor allem wenn Du schwimmen warst und Dich abgetrocknet hast. Aber auch wenn Du Sport betrieben und dadurch stark geschwitzt hast, solltest Du vor allem die stark betroffenen Körperregionen nachcremen, um einem Sonnenbrand vorbeugen zu können. Versuche auch die starke Mittagssonne zu meiden. Um prophylaktisch vorzugehen, solltest Du bei einem geplanten Sonnenbad nicht stundenlang in der Sonne liegen, sondern immer wieder Pausen im Schatten einlegen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Sonnenbrand und einem Sonnenstich?

Ein Sonnenstich kann unabhängig vom Sonnenbrand entstehen, denn wenn Du Dich lange ungeschützt in der prallen Sonne aufhältst, so kann es schnell zu einer Überwärmung des Körpers kommen. Dafür verantwortlich ist bei einem Sonnenstich die Wärmestrahlung der Sonne. Beim Sonnenbrand hingegen sind es die UV-Strahlen. Das heißt, wenn es in diesem Zusammenhang zu Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit kommt, so kann ein Sonnenstich vorliegen. In diesem Fall muss gleich mit einer Kühlung und Flüssigkeitszufuhr Erste-Hilfe geleistet werden. Wenn es auch zu Fieber und Krämpfen kommt, so ist eine ärztliche Hilfe gefragt. Denn ein Sonnenstich kann für den Betroffenen im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohlich werden.

Um prophylaktisch vorzugehen, solltest Du bei einem geplanten Sonnenbad nicht stundenlang in der Sonne liegen, sondern immer wieder Pausen im Schatten einlegen

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Die Kosten der Diagnose- und Behandlungsverfahren werden nicht immer von den Krankenkassen übernommen. Die Kostenübernahme hängt von der Art der Behandlung und der Ausprägung der Entzündungsreaktion aus. Informiere Dich am besten bei Deiner Krankenkasse genauer darüber.


Dauer Dauer

Bis zu 14 Tage

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

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Das Wichtigste zusammengefasst

Ein Sonnenbrand ist eine Hautentzündung, deren Hauptverursacher meist UV - Sonnenstrahlen sind


Vor allem die sensiblen Bereiche Deines Körpers wie Stirn, Nase, Lippen und Ohren können ganz besonders von einem Sonnenbrand betroffen sein


Bei leichten Sonnenbränden empfehlen Ärzte eine lokale Behandlung mit kühlenden Lotionen. Bei schweren Hautentzündungen hingegen verschreibt der Arzt meist kühlende Cremes mit Kortison in Kombination mit entzündungshemmenden Medikamenten


Um einen Sonnenbrand vorzubeugen, solltest Du geeignete Sonnenschutzmittel verwenden

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