Enzephalitis (Gehirnentzündung)

Eine Enzephalitis ist eine Entzündung des Gehirns und eine schwere Erkrankung, welche sofort von Ärzten behandelt werden muss. Am häufigsten lösen Viren eine Gehirnentzündung aus, aber auch Pilze, Bakterien, Parasiten oder eine Immunreaktion sind oft für die Krankheit verantwortlich. Solltest Du unter Fieber, Lähmungen oder epileptischen Anfällen leiden, dann musst Du sofort einen Notarzt rufen, denn ohne Behandlung endet eine Gehirnentzündung sehr oft tödlich. Hier kannst Du alles Wichtige über die Enzephalitis erfahren.


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Zuletzt aktualisiert: 14. September, 2020



ICD-10-GM-2020 G04
 

Was versteht die Medizin unter einer Enzephalitis?

Unter einer Enzephalitis verstehen Mediziner eine Gehirnentzündung. Sehr häufig sind Viren der Auslöser dieser Erkrankung, aber auch Bakterien oder Pilze können eine Enzephalitis auslösen. Eine Gehirnentzündung ist eine sehr ernste Krankheit und endet ohne Behandlung häufig tödlich. Typische Symptome sind Fieber, Kopfschmerzen, aber auch Sprachstörungen oder epileptische Anfälle.

Die möglichen Auslöser einer Enzephalitis sind Pilze, Viren, Bakterien, Parasiten oder eine Reaktion des Immunsystems.

Wie sehen die Symptome bei einer Enzephalitis aus?

Die Symptome einer Enzephalitis entwickeln sich meistens langsam. Die Betroffenen leiden häufig unter Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall, bevor die tatsächlichen Symptome der Enzephalitis beginnen. Oft haben die Patienten das Gefühl erkältet zu sein oder Grippe zu haben, weil sie Husten, Halsschmerzen, Fieber, geschwollene Lymphknoten oder Muskelschmerzen haben.
 
Typische Symptome einer Enzephalitis sind Krampfanfälle, Lähmung, Taubheitsgefühl, Verwirrtheit, Wesensänderung und Schläfrigkeit, die zu einem Koma oder zum Tod fortschreiten kann. Ein steifer Hals und Erbrechen treten relativ selten auf und sind bei einer Meningitis häufiger. Bei Neugeborenen und Säuglingen sind die Symptome relativ unauffällig. In der Regel leiden sie unter Schlappheit, Reizbarkeit, Erbrechen, Durchfall, Krämpfen, Fieber oder einer Körpertemperatur unter 35 Grad.
 
Die Symptome einer Enzephalitis aufgrund des Herpes-simplex Virus, sind Kopfschmerzen, Fieber und grippeähnliche Symptome. Viele Betroffene leiden unter Krampfanfällen, die seltsame Gerüche, Rückblenden oder intensive Emotionen auslösen. Wenn die Krankheit schon weit fortgeschritten ist, treten vermehrt Krampfanfälle auf und die Patienten fallen ins Koma. Bei einer HIV-assoziierten Enzephalitis kommt es zu Wesensveränderungen, Koordinationsproblemen und Demenz. Ist das Rückenmark auch betroffen, fühlen sich gewisse Körperteile taub und schwach an. Einige Erkrankte verlieren das Empfindungsvermögen und verlieren die Kontrolle über Blase und Darm.
 

Welche Ursachen hat die Enzephalitis?

Eine Enzephalitis hat viele verschiedene Ursachen und wird durch Pilze, Viren, Bakterien, Parasiten oder wegen einer Reaktion des Immunsystems ausgelöst.
 
Eine Gehirnentzündung ist meistens viral bedingt. Die häufigsten Auslöser sind dabei das Herpes-simplex Virus und das Windpocken-Virus. Viele der auslösenden Viren sind regional begrenzt. Ein Beispiel dafür sind FSME-Viren, welche Zecken auf den Menschen übertragen. Aufgrund des Lebenszyklus der Zecken, welcher stark von Temperatur und Feuchtigkeit abhängt, erkranken die meisten Menschen zwischen April und November. Österreich gilt als eines der am stärksten von FSME betroffenen Gebieten in Europa. Auch in Deutschland und der Schweiz gibt es Gebiete mit einem hohen Risiko.
 
Das West-Nil Virus war ursprünglich in Afrika und Asien verbreitet, allerdings breitet es sich mittlerweile auch in den USA aus. Die Träger des Virus sind verschiedene Vogelarten und vorwiegend ältere Menschen erkranken daran. In Asien sind Arboviren für die meisten Gehirnentzündungen verantwortlich. Risikogebiete sind China, Indien, Nepal, Thailand, Sri Lanka, Vietnam und die Philippinen.
 
Die häufigsten bakteriellen Erreger sind das Mycobacterium tuberculosis und Listeria monocytogenes. Besonders ältere Personen oder jene mit einem geschwächten Immunsystem sind öfter von Listeria monocytogenes betroffen. Weitere Bakterien, die eine Enzephalitis auslösen sind Typhus, Syphilis und Borreliose.
 
Eine Enzephalitis durch Pilze ist möglich, jedoch relativ selten. Die meisten Gehirnentzündungen dieser Art entstehen aufgrund einer Kryptokokkose, welche auch unter Busse-Buschke-Krankheit bekannt ist. Besonders gefährdet sind abwehrgeschwächte Personen oder immunsupprimierte Menschen aufgrund einer Organtransplantation oder einer schweren Erkrankung wie HIV oder AIDS.

Bei Verdacht auf eine Enzephalitis solltest Du umgehend zum Arzt, da die Erkrankung mitunter tödlich verlaufen kann.

Bei einer parasitären Enzephalitis sind Protozoen (beispielsweise Toxoplasmen), Parasiten der Gattung Schistosoma, amöbenähnliche Wurzelfüßer oder Rhizopoden die Auslöser. Naegleria fowleri gehören zu den Rhizopoden und sind weltweit verbreitet. Vor allem in Schwimmbädern, Badeseen oder auch bei einer Nasenspülung ist eine Übertragung möglich. Eine dadurch ausgelöste Entzündung ist schwer zu behandeln und endet meistens tödlich. In Afrika führt die Schlafkrankheit, welche durch die Tsetsefliegen übertragen wird, im zweiten Stadium zu einer Enzephalitis.
 
Etwa 20 Prozent aller Gehirnentzündungen stehen im Zusammenhang mit einer Immunursache. Das bedeutet, dass das Immunsystem während einer Infektion eine Enzephalitis auslöst. Diese zeigt sich allerdings erst drei Wochen nach der Erkrankung und Experten bezeichnen sie als akute disseminierte Enzephalomyelitis (ADEM), bei welcher das Immunsystem Antigene des Zentralnervensystems angreift und die Nervenübertragung verlangsamt ist. Diese Erkrankung ähnelt der Multiplen Sklerose und entsteht durch Viren wie Hepatitis-A, Hepatitis-B, HIV oder Influenza. Eine weitere Form einer immunvermittelten Gehirnentzündung ist die sogenannte limbische Enzephalitis, bei welcher das limbische System geschädigt ist.
 
Es ist möglich, dass sich eine Gehirnentzündung als Spätfolge einer Virusinfektion entwickelt. Zu diesen Spätfolgen zählen eine subakute sklerosierende Panenzephalitis mehrere Jahre nach einer Maserninfektion, eine HIV-assoziierte Demenz nach einer HIV-Infektion und eine progressive multifokale Leukoenzephalopathie aufgrund einer Reaktivierung des JC-Virus.
 

Welche Formen der Hirnentzündung gibt es?

Es gibt drei verschiedene Formen der Hirnentzündung, die alle unterschiedliche Bereiche des Gehirns betreffen. Eine Panenzephalitis ist eine Entzündung des gesamten Gehirns und die häufigste Form der Hirnentzündung. Bei der Leukoenzephalitis sind die Nervenfasern der grauen Hirnsubstanz entzündet. Diese Form der Enzephalitis tritt häufig bei Multipler Sklerose auf. Die dritte Form ist die sogenannte Polioenzephalitis, bei welcher die Nervenzellkörper der grauen Hirnsubstanz entzündet sind. Besonders gefährdet sind Patienten, die an einer Kinderlähmung leiden.
 

Was ist der Unterschied zwischen einer Enzephalitis und einer Meningitis?

Die häufigsten Erreger einer Meningitis sind Bakterien wie Pneumokokken und Meningokokken. Bei einer Enzephalitis sind Viren, insbesondere das Herpes- und Windpocken-Virus, die häufigste Ursache. Die Symptome einer Meningitis treten sehr abrupt und innerhalb weniger Stunden auf. Bei einer Enzephalitis entwickeln sich diese im Laufe einiger Tage. Bis zur Diagnose wird jede infektiöse Hirnentzündung wie eine bakterielle Meningitis mit Antibiotika behandelt. Beide Erkrankungen können auch bei richtiger Behandlung tödlich enden oder bleibende Schäden bei den Betroffenen hinterlassen.

Für die Diagnose nimmt der Arzt im Rahmen einer Lumbalpunktion Nervenwasser aus Deinem unteren Rücken.

Wann sollte ich bei einer Enzephalitis einen Arzt aufsuchen?

Da eine akute schwere Gehirnentzündung lebensbedrohlich ist, muss ein Arzt diese schnellstmöglich behandeln. Solltest Du unter Fieber, Kopfschmerzen, epileptischen Anfällen, Lähmungen oder einer Wesensänderung wie Verwirrtheit oder Gedächtnisstörungen leiden, dann rufe umgehend den Notarzt an.
 

Wie diagnostiziert der Arzt eine Enzephalitis?

Besteht der Verdacht auf eine Enzephalitis, dann ist eine schnelle Abklärung im Krankenhaus notwendig. Eine wichtige Untersuchung ist die Lumbalpunktion. Dabei entnimmt der Arzt über eine Nadel Nervenwasser. Der Mediziner bringt die Nadel zwischen zwei Wirbelkörpern im unteren Rücken ein. Dies ist für die Betroffenen oft unangenehm und viele klagen danach über Kopfschmerzen, allerdings ist diese Untersuchung nicht gefährlich.
 
Im Nervenwasser stellt der Mediziner entzündliche Veränderungen fest und führt verschiedene Test durch, um die Krankheitserreger zu bestimmen. Normalerweise ist die Zahl der weißen Blutkörperchen im Nervenwasser sehr gering, bei einer Entzündung erhöht sich diese Zahl. Neben dieser Untersuchung sollte sich der Patient möglichst früh einer HNO-Untersuchung unterziehen, damit Entzündungsherde im Mittelohr oder den Nasennebenhöhlen ausfindig gemacht werden können.
 
Weitere Diagnosemöglichkeiten sind bildgebende Verfahren wie die Computer- oder Magnetresonanztomografie. Eine MRT dient dazu, Auffälligkeiten im Gehirn zu entdecken und somit eine Gehirnentzündung bestätigen zu können. Wenn kein MRT verfügbar ist, führen Ärzte eine Computertomographie durch. Hiermit können sie Erkrankungen wie einen Schlaganfall oder einen Hirntumor ausschließen.
 
Um herauszufinden, welches Virus die Entzündung verursacht hat, entnehmen Mediziner Blutproben und testen diese auf Antikörper des Virus. Teilweise führen Experten eine Polymerase-Kettenreaktion (PCR) durch. Hiermit bestimmen die Ärzte ebenfalls die verursachenden Viren. Allerdings ist die Bestimmung des Herpes-Simplex-Virus mithilfe der PCR sehr schwierig. Sehr selten entnehmen Mediziner von den Patienten eine Probe des Hirngewebes und untersuchen diese mikroskopisch, um die Ursache der Enzephalitis herauszufinden. Oft finden Experten nach all diesen Untersuchungen keine Viren, Bakterien oder andere Ursachen der Infektion. In diesen Fällen ist der Auslöser häufig autoimmun.
 

Wer ist am häufigsten von einer Enzephalitis betroffen?

Die Enzephalitis ist eine seltene Erkrankung, die in Mitteleuropa etwa zehn bis 20 Personen von 10.000 trifft. Laut Untersuchungen tritt sie vor allem bei Menschen zwischen 30 und 55 Jahren auf. Ebenfalls besonders gefährdet sind Personen mit einem geschwächten Immunsystem. 

Patienten, die an einer Ghirnentzündung leiden, werden zu Beginn auf der Intensivstation betreut.

Wie lässt sich eine Enzephalitis behandeln?

Zu Beginn erfolgt die Behandlung der Patienten auf der Intensivstation. Die Therapie der Enzephalitis ist zu Beginn gleich wie die Behandlung einer bakteriellen Meningitis. Das bedeutet, dass die Patienten bereits vor einer Diagnose der Ursache ein Antibiotikum einnehmen müssen. Erst wenn die Ursache endgültig bekannt ist, verabreicht der Mediziner ein anderes Medikament, das gegen die gefundenen Viren wirkt. In der Regel dauert diese Behandlung zehn bis 14 Tage. Oft sind die Erreger allerdings nicht nachweisbar und die symptomlindernde Therapie kommt zum Einsatz.
 
Es ist besonders wichtig, Komplikationen und Folgeschäden zu vermeiden. Wenn also ein Patient wiederholt unter epileptischen Anfällen leidet, dann erhält dieser ein antiepileptisches Medikament. Falls das Herpes-simplex-Virus die Krankheit ausgelöst hat, muss der Erkrankte häufig das Virostatikum Aciclovir einnehmen. Handelt es sich um eine HIV-assoziierte Enzephalopathie, dann verschreibt der Mediziner verschiedene Arzneimittel zur Behandlung der HIV-Infektion, damit das Immunsystem besser funktioniert. Darüber hinaus setzt der Arzt Kortikosteroide ein und führt häufig einen Plasmaaustausch durch.
 
Neben all diesen Behandlungen sind Ruhe und Erholung für eine schnelle Genesung von besonderer Bedeutung. Damit sich andere Patienten im Krankenhaus nicht anstecken, müssen Betroffene, die an einer Enzephalitis leiden, isoliert werden. Nach dem Kontakt mit einem Patienten ist daher Händewaschen und Desinfektion dringend zu empfehlen. In manchen Fällen müssen sich nahestehende Personen ebenfalls behandeln lassen. Erkrankt eine Person mehrmals an einer Gehirnentzündung sollte sie sich gegen bestimmte Erreger impfen lassen. Nach der erfolgreichen Behandlung ist eine Rehabilitation meist sinnvoll.
 

Wie ist die Prognose bei einer Enzephalitis?

Die Prognose hängt vom Alter des Patienten und der Schwere der Infektion ab. Bei einer richtigen Behandlung genesen die meisten Betroffenen, allerdings kann das viel Zeit in Anspruch nehmen. Oft sind Krankenhausaufenthalte von drei bis vier Wochen notwendig. Die Prognose bei einer Enzephalitis, die durch Viren ausgelöst wurde, ist gut. Allerdings ist ein erneuter Ausbruch der Krankheit möglich. Im Allgemeinen ist die Prognose bei bestimmten Vorerkrankungen und älteren Patienten schlechter.
 

Was kann ich selbst tun, um die Heilung zu verbessern?

Wenn Du unter einer Enzephalitis leidest und Dir der Arzt Antibiotika verschrieben hat, dann musst Du diese auch regelmäßig und ordnungsgemäß einnehmen. Darüber hinaus solltest Du Dich ausruhen und erholen, denn diese zwei Faktoren sind für eine schnellere Genesung wesentlich.
 

Welche Folgen hat die Enzephalitis für die Betroffenen?

Eine Enzephalitis hinterlässt häufig bleibende Schäden bei den Betroffenen, welche den Alltag schwer beeinträchtigen können. In einer Studie stellten Experten diese Einschränkungen bei 50 Prozent der Betroffenen fest. Die häufigsten Schäden sind kognitiver Art und führen zu Persönlichkeitsveränderungen, epileptischen Anfällen, Muskelschwäche, Seh- und Hörstörungen und bei Kindern zu einem sogenannten Wasserkopf (Hydrozephalus). Auch Schlafstörungen, Schwindel und Tinnitus sind häufige Folgen.

Bei Kindern kann eine Enzephalitis zu einem Wasserkopf (Hydrozephalus) führen.

Kann ich einer Enzephalitis vorbeugen?

Du schützt Dich am besten vor einer Gehirnentzündung, indem Du Dich gegen die verschiedenen auslösenden Viren impfen lässt, falls Du in einem gefährdeten Gebiet bist. Zu diesen Impfungen zählen FSME, Tollwut, Windpocken, Typhus, Influenza und noch viele mehr. Ein Arzt kann Dich am besten beraten, welche Impfungen Du unbedingt durchführen lassen solltest.
 
Da sich eine Enzephalitis auch aufgrund einer Borreliose entwickelt und Zecken die Borrelien übertragen, ist es ratsam, sich nach einem Tag an der frischen Luft nach Zecken abzusuchen. Frauen, die kurz vor der Geburt Herpes im Genitalbereich haben, sollten ihr Kind mittels Kaiserschnitt auf die Welt bringen, um eine Ansteckung mit im schlimmsten Fall einer Enzephalitis zu verhindern. Der richtige Umgang mit Erkrankten trägt ebenfalls dazu bei, einer Infektion des Gehirns vorzubeugen. Daher werden oft auch Angehörige und Kontaktpersonen untersucht und behandelt.
 

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

In der Regel übernehmen die Krankenkassen die Kosten für einen stationären Aufenthalt im Krankenhaus. Bei bestimmten Krankenkassen fällt häufig ein Selbstbehalt an. Informiere Dich daher am besten direkt bei Deiner Krankenkasse und erkundige Dich, welche Kosten sie übernehmen.


Dauer Dauer

Mehrere Wochen

Ausfallzeit Ausfallzeit

Mehrere Wochen

Stationärer Aufenthalt Stationär

Bis zu 4 Wochen

Das Wichtigste zusammengefasst

Die Symptome einer Enzephalitis entwickeln sich meist langsam. Die Betroffenen leiden unter Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall, bevor die tatsächlichen Symptome der Enzephalitis beginnen. Oft haben die Patienten das Gefühl erkältet zu sein oder Grippe zu haben. Typische Symptome einer Enzephalitis sind Krampfanfälle, Lähmung, Taubheitsgefühl, Verwirrtheit, Wesensänderung und Schläfrigkeit, die zu einem Koma oder zum Tod fortschreiten kann.


Eine Enzephalitis hat viele verschiedene Ursachen und wird durch Pilze, Viren, Bakterien, Parasiten oder wegen einer Reaktion des Immunsystems ausgelöst. Die häufigsten Auslöser sind das Herpes-simplex Virus, das Windpocken-Virus und die bakteriellen Erreger Mycobacterium tuberculosis und Listeria monocytogenes. Weitere Bakterien, die eine Enzephalitis auslösen sind Typhus, Syphilis und Borreliose.


Zu Beginn erfolgt die Behandlung der Patienten auf der Intensivstation. Bereits vor einer Diagnose der Ursache müssen Erkrankte ein Antibiotikum einnehmen. Wenn die Ursache endgültig bekannt ist, verabreicht der Mediziner ein anderes Medikament. Diese Therapie dauert zehn bis 14 Tage. Neben all diesen Behandlungen sind Ruhe und Erholung für eine schnelle Genesung von besonderer Bedeutung. Damit sich andere Patienten im Krankenhaus nicht anstecken, müssen Betroffene, die an einer Enzephalitis leiden, isoliert werden. In manchen Fällen müssen sich nahestehende Personen ebenfalls behandeln lassen.


Die Prognose hängt vom Alter des Patienten und der Schwere der Infektion ab. Bei einer richtigen Behandlung genesen die meisten Betroffenen, allerdings kann das viel Zeit in Anspruch nehmen. Oft sind Krankenhausaufenthalten von drei bis vier Wochen notwendig. Die Prognose bei einer Enzephalitis, die durch Viren ausgelöst wurde, ist gut. Allerdings ist ein erneuter Ausbruch der Krankheit möglich. Im Allgemeinen ist die Prognose bei bestimmten Vorerkrankungen und älteren Patienten schlechter.

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