Geschwollene Lymphknoten

Meistens bemerken wir die millimetergroßen Knötchen, die sich in unserem gesamten Körper finden nicht. Wir spüren sie zum Beispiel oft, wenn wir gerade eine Infektion durchmachen oder unser Körper eine Entzündung bekämpft. Das liegt daran, dass die Lymphknoten ein wichtiger Teil unseres Immunsystems sind. Sie filtern die Lymphflüssigkeit, um geschädigte Zellen, infektiöse Organismen und Krebszellen unschädlich zu machen. Geschwollene Lymphknoten sind meist kein Grund zur Sorge, denn sie bilden sich oft von selbst wieder zurück. In anderen Fällen aber solltest Du mit einem Arzt über Deine Beschwerden sprechen, denn die Schwellung kann auch ein Hinweis auf ernst zu nehmende Erkrankungen wie Krebs sein.


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Zuletzt aktualisiert: 5. Juni, 2020



Was versteht die Medizin unter geschwollenen Lymphknoten?

Bei geschwollenen Lymphknoten oder im medizinischen Sprachgebrauch Lymphadenopathie handelt es sich um eine spürbare Vergrößerung auf mehr als einen Zentimeter im Halsbereich und mehr als zwei Zentimeter in der Leiste von mindestens einem Lymphknoten. Die Lymphadenopathie lässt sich als lokalisiert (tritt nur in einem Körperbereich auf) oder generalisiert (tritt in mindestens zwei Körperbereichen auf) kategorisieren.

Welche Funktion haben die Lymphknoten?

Die Lymphknoten sind ein wichtiger Teil der menschlichen Immunabwehr. Sie filtern die Lymphflüssigkeit, um zum Beispiel Krankheitserreger, Krebszellen oder geschädigte Zellen zu entfernen.
 
Wenn die Lymphflüssigkeit Krankheitserreger zu den Lymphknoten transportiert, aktiviert das die Immunzellen und fährt die Produktion von Antikörpern hoch. Dadurch kommt es zu einer Schwellung der kleinen Knötchen.
 
Außerdem sind die Lymphknoten eine Art „Trainingslager“ für junge Lymphzellen, welche dort auf spezielle Abwehraufgaben vorbereitet werden.

-Geschwollene Lymphknoten sind nicht immer schmerzhaft, sie können trotzdem zu beschweren, wie beispielsweise beim Schlucken,  führen.

Wo im Körper befinden sich die Lymphknoten?

Die etwa 600 bis 700 Lymphknoten sind über den ganzen Körper verteilt. Manche liegen nah an der Hautoberfläche, andere wiederum finden sich im Körperinneren. Man kann die Lymphknoten durch ihre Lage im Körper in verschiedene Regionen einteilen.
 
Die zervikalen Lymphknoten befinden sich am Hals, entlang der großen Venen. Die axillären Lymphknoten sind in der Achselhöhle lokalisiert, die inguinalen Lymphknoten in der Leiste. Die poplitealen Lymphknoten befinden sich in den Kniekehlen und die abdominalen Lymphknoten zu guter Letzt an der Bauchvorderseite.

Welche Beschwerden treten bei geschwollenen Lymphknoten auf?

Manchmal können die Lymphknoten anschwellen, ohne selbst weitere Symptome zu verursachen, manchmal sind sie schmerzhaft vergrößert. In Abhängigkeit von der zugrunde liegenden Erkrankung können noch weitere Symptome auftreten, wie zum Beispiel Halsschmerzen und Schnupfen bei einem grippalen Infekt. Diese sind aber kein Symptom der geschwollenen Lymphknoten.
 
In manchen Fällen kommt es zu einer Entzündung im Bereich der Lymphknoten, diese macht sich zum Beispiel durch Rötung oder Empfindlichkeit bemerkbar. Auch im Körperinneren gibt es Lymphknoten.
 
Schwellen diese an, kann man diese optisch nicht erkennen oder ertasten – eine solche Schwellung kann der Arzt nur mit Hilfe geeigneter Diagnoseverfahren sehen. Eine Lymphknotenschwellung im Körperinneren kann unspezifische Beschwerden wie Husten oder Verdauungsprobleme verursachen.

Welche Ursachen haben geschwollene Lymphknoten?

Die Lymphknoten sind wesentlich an der Immunreaktion des Körpers beteiligt. Daher sind vielerlei Infektionen, entzündliche Erkrankungen und auch Krebs mögliche Ursachen einer Lymphknotenschwellung.
 
Meistens liegt ihr eine Infektion der oberen Atemwege oder eine Infektion im Gewebe nahe des geschwollenen Lymphknotens zugrunde. Zu den häufigsten auslösenden Virusinfektionen zählt das Pfeiffersche Drüsenfieber, Zytomegalie, Masern und Röteln.
 
Auch bakterielle Infektionen können eine Lymphknotenschwellung auslösen. Dazu zählt die (eitrige) Mandelentzündung, Diphtherie, Syphilis, Chlamydien, Aktinomykose, Borreliose, Infektionen im Mund- und Rachenraum, sowie die Katzenkrankheit.
 
Außerdem können rheumatoide Erkrankungen wie Lupus erythematodes oder eine rheumatoide Arthritis die Lymphknoten anschwellen lassen. Andere Ursachen wie Toxoplasmose oder Lymphödeme kommen ebenfalls infrage.
 
Manchmal ist es unklar, was die Schwellung auslöst. Die sogenannte idiopathische Lymphadenopathie geht in der Regel problemlos von selbst wieder zurück. Es gibt aber auch gefährlichere Ursachen für geschwollene Lymphknoten.
 
Dazu zählt eine Krebserkrankung (maligne Lymphome, Leukämie, Metastasen), eine Infektion mit dem humanen Immunschwächevirus (HIV) oder Tuberkulose. Allerdings ist eine Krebserkrankung in weniger als einem Prozent der Fälle die Ursache für eine Lymphknotenschwellung.

Das Lymphknotensystem durchzieht den ganzen Körper. Betroffene Stellen, wie zum Beispiel die Knie, fühlen sich dann. hart und geschwollen an.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Wenn Deine Lymphknoten geschwollen sind, ohne dass es einen Hinweis auf eine Infektion gibt, die Lymphknotenschwellung nur auf einer Seite auftritt, die tast- oder sichtbare Schwellung schon länger als drei Wochen und ohne erkennbaren Grund besteht, sie rasch entstanden ist und sich hart anfühlt, oder die Lymphknoten auf eine Größe von mehr als zwei Zentimetern anschwellen, solltest Du einen Arzt aufsuchen.
 
Auch, wenn mehrere Lymphknoten miteinander verklumpt erscheinen oder die umgebende Haut gerötet und gespannt ist oder eventuell nässt, ist ein Arztbesuch angeraten. Wenn zusätzlich weitere Beschwerden auftreten wie zum Beispiel ein ungewollter Gewichtsverlust, ein spürbarer Leistungsknick, Fieber oder Nachtschweiß, solltest Du einen Arzt konsultieren.

Wie diagnostiziert der Arzt geschwollene Lymphknoten?

Zunächst erhebt der Arzt im Anamnesegespräch Deine Krankengeschichte, indem er Dich zum Beispiel nach kürzlich aufgetretenen Erkrankungen oder begleitenden Symptomen fragt.
 
Im Anschluss daran tastet er Deine Lymphknoten ab, um die Konsistenz und Oberflächenbeschaffenheit, sowie die Verschiebbarkeit und Schmerzempfindlichkeit der betroffenen Lymphknoten zu prüfen. Handelt es sich um gutartige Veränderungen, lassen sich die Knoten in der Regel manuell von dem umgebenden Gewebe abgrenzen und verschieben.
 
Schmerzt das Abtasten allerdings und verspürst Du ein Druckgefühl, ist dies ein Hinweis auf eine entzündliche, aber gutartige Infektion. Weist der Arzt bei Dir große, aber schmerzfreie Lymphknoten nach, kann eine bösartige Erkrankung als Auslöser naheliegen.
 
Wenn sich durch die körperliche Untersuchung keine Ursache ermitteln lässt, ordnet der Arzt meist eine Blutuntersuchung an, um Hinweise auf Entzündungen, Virusinfektionen oder Leukämie zu erhalten.
 
Bei einseitigen, plötzlich auftretenden Schwellungen der Lymphknoten ohne eindeutigen Infektionsherd kann Dein Arzt eine Gewebeprobe des geschwollenen Lymphknotens entnehmen und diese zur Analyse in ein Labor schicken, um sie mikroskopisch auf Krebszellen hin zu untersuchen.
 
Liegt der Verdacht auf eine Krebserkrankung nahe, kann der Arzt zusätzlich zu den bereits genannten Untersuchungen bildgebende Verfahren anordnen. Besonders geeignet sind in diesem Fall die Magnetresonanztomographie (MRT) und die Computertomographie (CT). Dadurch kann der Arzt feststellen, ob und wenn ja, welche Organe befallen sind und ob der Krebs bereits gestreut hat.
 
Bei einer Brustkrebs-, Prostatakrebs- und Hautkrebserkrankung fokussiert die Diagnostik besonders auf die Wächterlymphknoten. Das sind die Lymphknoten, die im Lymphabflussgebiet eines bösartigen Tumors an erster Stelle liegen. Daher entfernt Dein Arzt sie zusätzlich zum Tumor und untersucht sie auf bösartige Veränderungen.
 
Kann er dort einen Krebsbefall feststellen, haben sich die Tumorzellen bereits im Körper ausgebreitet. Neben den aufgeführten Untersuchungen kann Dein Arzt weitere Verfahren wie eine gynäkologische Untersuchung, eine Knochenmarkpunktion, eine Szintigraphie oder Ultraschalluntersuchungen heranziehen, um die Ursache Deiner Beschwerden zu ergründen.

Wie werden geschwollene Lymphknoten behandelt?

Oft schwellen die Lymphknoten aufgrund einer Infektion mit Erkältungs- oder Grippeerregern an, welche in der Regel von alleine ausheilen. In einem solchen Fall muss die Lymphknotenschwellung an sich nicht behandelt werden.
 
Wenn allerdings eine andere Erkrankung, zum Beispiel eine Infektion im Mund- oder Rachenraum, die Ursache der Schwellung ist, behandelt der Arzt diese Erkrankung, wodurch auch die Schwellung zurückgeht.
Geschwollene Lymphknoten kann der Arzt durch Abtasten diagnostizieren.

Was kann ich selbst tun?

Bei harmlosen Lymphknotenschwellungen, die weniger als drei Wochen andauern, kannst Du selbst etwas tun, um die Beschwerden zu lindern. Liegt ihnen eine Erkältung oder Grippe zugrunde, solltest Du Deinen Hals warmhalten.
 
Wenn Du nicht weißt, wieso Dein Lymphknoten angeschwollen ist, kann es sich zum Beispiel um eine lokale Entzündungsreaktion handeln, die vielleicht sogar schon wieder abgeklungen ist. In diesem Fall solltest Du Dich schonen, selbst wenn Du Dich körperlich gesund fühlst.
 
Verzichte in dieser Zeit auf Sport und anstrengende Tätigkeiten, um den Körper nicht unnötig zu schwächen und im Falle einer bakteriellen Infektion die Bakterien nicht zu verschleppen.
 
Du kannst versuchen, den Krankheitsverlauf durch homöopathische Mittel positiv zu beeinflussen. Dazu eignen sich besonders gut zum Beispiel Kalium chloratum, Echinacea, Jodum und Cistus canadensis.

Kann ich geschwollenen Lymphknoten vorbeugen?

Nein, leider kannst Du geschwollenen Lymphknoten nicht vorbeugen, da es sich um eine körperliche Reaktion auf vielerlei Krankheiten, wie zum Beispiel Erkältungen handelt, welche alle Menschen mehrmals im Jahr treffen.
 
Du kannst allerdings versuchen, Dein Infektionsrisiko zu minimieren. Besonders wichtige Faktoren sind hierbei eine gesunde, ausgewogene Ernährung und viel Bewegung, am besten an der frischen Luft, ausreichend Schlaf und psychische Ausgeglichenheit.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Für die Diagnose und eine ärztlich indizierte Behandlung einer Erkrankung, die der Lymphknotenschwellung zugrunde liegt, kommen die Krankenkassen in aller Regel auf. Eventuell fällt eine geringe Selbstbeteiligung an. Falls Du Fragen zur Kostenübernahme hast, frage am besten direkt bei Deinem Versicherungsträger nach. Unsere Spezialisten stehen Dir ebenfalls bei allen Fragen zur Seite.

 

Bei Fragen zu diesem oder einem anderen medizinischen Thema steht Dir unser Forum zur Verfügung. Hier kannst Du Dich mit anderen Mitgliedern austauschen und unsere Ärzte kontaktieren!


Dauer Dauer

Je nach Krankheitsverlauf

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

Das Wichtigste zusammengefasst

Geschwollene Lymphknoten sind sicht- oder tastbare Vergrößerungen der normalerweise nur millimetergroßen Knötchen, die den gesamten Körper durchziehen


Sie sind Teil des Immunsystems und filtern die Lymphflüssigkeit nach Krankheitserregern, Krebszellen oder geschädigten Zellen


Die Schwellung muss nicht zwangsläufig Beschwerden verursachen, sie kann aber unter Umständen schmerzhaft sein oder unspezifische Symptome verursachen


Ursachen für die Schwellung der Lymphknoten können unter anderem virale oder bakterielle Infektionen, Krebserkrankungen, rheumatoide Erkrankungen oder andere Ursachen wie Toxoplasmose, Lymphödeme, eine Infektion mit dem humanen Immunschwächevirus (HIV) oder Tuberkulose sein

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