Kopfschmerzen

Ein dumpfer oder stechender Schmerz, der schleichend oder ganz plötzlich auftritt und fast niemanden verschont – Kopfschmerzen sind ein alltägliches Symptom. Ein Symptom, das jeder von uns mal verspürt hat, und sich selbst vielleicht sogar gar nicht als Patient betrachtet hat. Doch die Schmerzen dürfen nicht unterschätzt werden, denn eine ausgeprägte Form von Kopfschmerzen beeinträchtigt den Alltag und die Lebensqualität. Was Du gegen Kopfschmerzen tun kannst und was auch vorbeugend hilft, erfährst Du in unserem folgenden Beitrag.


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Zuletzt aktualisiert: 3. September, 2020



ICD-10-GM-2020 R51

Was versteht die Medizin unter Kopfschmerzen?

Kopfschmerzen, in der Medizin auch Cephalgie genannt, sind ein neurologisches Schmerzphänomen, das jeden Teil des Kopfes betreffen kann. Darüber hinaus verstehen wir unter Kopfschmerzen auch Schmerzen der Kopfhaut, des oberen Halsbereiches, des Gesichts und des Kopfinneren.
 
In den meisten Fällen entsteht der Schmerz durch eine Überaktivierung der Nerven, wie beispielsweise bei zu viel Stress oder zu wenig Schlaf. Dabei kommt es zu einer Überreaktion der Zellen im Schädel, jedoch können manche Kopfschmerzformen auch genetisch bedingt sein, wie beispielsweise die Migräne. Die Schmerzen fangen schleichend oder ganz plötzlich an und beeinträchtigen die Arbeitsfähigkeit und Alltagsbewältigung.
 
Kopfschmerzen gehören zu den neurologischen Erkrankungen
 
Aufgrund der Bestimmung der Ursache kann der Arzt feststellen, um welche Art von Kopfschmerzen es sich handelt und eine konkrete Diagnose zu stellen. Denn je nach Krankheitsbild und Ausprägung eignen sich unterschiedliche Therapien besser als andere.
 
Manche Menschen leiden eher selten unter Kopfschmerzen, andere wiederum sehr oft. Betroffen sind sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene.
 
Mit zunehmendem Alter sinkt die Anzahl der Kopfschmerzattacken. Frauen sind jedoch häufiger betroffen als Männer, wobei sich die Schmerzen bei den Geschlechtern unterscheiden: Frauen klagen öfter über eine Migräne, Männer hingegen über sogenannte Cluster-Kopfschmerzen. Insgesamt sind Kopfschmerzen nach Rückenschmerzen die zweithäufigste Form von Schmerz und die häufigste Ursache, wieso Betroffene überhaupt einen Arzt aufsuchen.

Welche Arten von Kopfschmerzen gibt es?

Die internationale Klassifikation unterscheidet zwischen 220 verschiedenen Arten von Kopfschmerzen, wobei die meisten mit einer Grunderkrankung einhergehen. Die International Headache Society (IHS) fasst alle Kopfschmerzen in 2 Kategorien zusammen, wobei die Forscher zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen unterscheiden, und sie nach Ihrer Art und Häufigkeit einteilen.
 
Den primären Kopfschmerzen liegen keiner eindeutigen Ursachen zugrunde, das bedeutet, dass ein konkreter Auslöser nicht erkennbar ist.
 
Die häufigste Form der Kopfschmerzen sind Spannungskopfschmerzen – 90 Prozent der Kopfschmerz-Betroffenen verspüren diese Art des Schmerzes. Der für diesen Typ der Kopfschmerzen übliche, drückende und beengende Schmerz breitet sich in leichter bis mittlerer Stärke über beide Seiten des Kopfes aus und strahlt vom Hinterkopf zur Stirn oder in die Schulter aus.  Vor allem Stresssituationen, aber auch Verspannungen der Nackenmuskel sowie Nikotin und Alkohol sind die häufigsten Auslöser der Spannungskopfschmerzen.
 
Während sie bei einem Patienten nur etwa eine halbe Stunde dauern, leidet ein anderer bis zu eine Woche lang. Die Schmerzen unterscheiden sich demnach nicht nur in ihrer Dauer, sondern auch in der Art des Wiederauftretens. In der Regel treten sie nur gelegentlich auf, einige Betroffene verspüren sie jedoch an mehr als 14 Tagen in Monat und somit stuft sie der Arzt als chronisch ein.
 
Die zweithäufigste Form der Kopfschmerzen ist die Migräne, die die Betroffenen in ihrem Alltag stark einschränkt und immer chronisch verläuft. Dabei strahlen einseitige, anfallsartige, pulsierende und starke Schmerzen in den Kopf, wobei dem Schmerz im Verlauf die Kopfseite wechselt und sich schon bei leichter körperlicher Aktivität verschlimmert.
 
Hierbei spricht man von sogenannten Attacken, wobei diese wenige Stunden bis mehrere Tage anhalten können. Zu den gängigen Begleiterscheinungen gehören Übelkeit und Erbrechen, wobei Geräusche und Licht die Schmerzen noch verstärken. Eine Attacke wird häufig von Sehstörungen (Flimmern, Schlieren oder Gesichtsfeldausfällen), Kribbeln in Armen und Beinen sowie Wortfindungsstörungen begleitet. Aber auch Stimmungsänderungen wie Niedergeschlagenheit und Hyperaktivität, oder auch Heißhunger, sind typische Vorzeichen für eine Attacke.
 
Die Ursachen von Migräne sind vielfältig. Forscher gehen davon aus, dass der Auslöser in den Genen liegt, aber auch in bestimmten Umständen, die von Menschen zu Menschen variieren. Dazu zählen zum Beispiel Einflüsse wie das Klima, grelles Licht, Wetterumschwünge, hormonelle Veränderungen während des Zyklus oder durch die Einnahme von Hormonpräparaten, Stress, Änderungen im Tages- und Lebensrhythmus sowie seelische oder körperliche Anstrengung. Darüber hinaus begünstigen bestimmte Nahrungs- und Genussmittel die Anfälle, dazu gehören beispielsweise Rotwein und Schokolade.
 
Eine weitere Form von Kopfschmerzen, die jedoch selten vorkommt, sind die Cluster-Kopfschmerzen. Wie schon der Name aus dem Englischen (cluster = Haufen) andeutet, treten diese Schmerzen gehäuft, also in Clustern, auf.
 
Typisch für diese Form der Kopfschmerzen ist, dass der Betroffene über Wochen oder Monate täglich bis zu achtmal die Schmerzen verspürt, dann über Monate aber Jahre gar nicht. Bei manchen Patienten gibt es sogar gar keine oder nur sehr kurze schmerzfreie Phasen.
 
Der als heftig, bohrend und stechend beschriebener Schmerz dauert in der Regel zwischen 15 Minuten und drei Stunden. Er äußert sich einseitig im Bereich der Augenhöhle und der Schläfen. Typische Begleiterscheinungen sind tränende Augen, Rötungen der Augen sowie des Gesichts, eine laufende oder verstopfte Nase, aber auch ein hängendes Augenlid. Die häufigsten Auslöser sind Alkohol, flackerndes oder grelles Licht sowie bestimmte Lebensmittelzusatzstoffe.
 
Die sekundären Kopfschmerzen sind immer auf eine Erkrankung zurückzuführen, denn sie sind vorwiegend eine Begleiterscheinung, wenn Hals, Ohren oder Zähne erkranken. Sie sind seltener als primäre Kopfschmerzen und machen nur rund acht Prozent aller Kopfschmerzen aus. Sie entstehen aber auch in Folge einer Infektion oder einer Verletzung am Kopf, beziehungsweise auch als Nebenwirkung von bestimmten Medikamenten. Bei funktionalen Störungen wie z.B. Sprachstörungen, muss ein Neurologe Untersuchungen durchführen, um schwerwiegende Erkrankungen wie Hirntumore auszuschließen. Kopfschmerzen in Folge eines Hirntumors sind jedoch äußerst selten.
 
Es gibt unterschiedliche Arten von Kopfschmerzen
 
Wenn der Betroffene zur Behandlung von akuten Kopfschmerzen jedes Mal ein Schmerzmittel einnimmt, führt das auf die Dauer zu sogenannten Medikamentenkopfschmerzen. Da der Betroffene aus Angst vor Schmerzattacken teilweise täglich zu Schmerzmittel greift und eigenmächtig die Dosis erhöht, entsteht ein Teufelskreis. Die überdosierte Einnahme wirkt sich auf den Gehirnstoffwechsel aus und senkt die Grenze, ab wann der Patient einen Reiz als Schmerz wahrnimmt. Das bedeutet, dass Reize, die er zuvor als normal oder nicht schmerzhaft wahrgenommen hat, nun zu einem Schmerzempfinden führen. Die Folgen sind chronische Kopfschmerzen, die mindestens 15 Tage pro Monate anhalten.
 
Die meisten Auslöser von gelegentlichen sekundären Kopfschmerzen sind unbedenklich. Dazu gehören Infekte, Verspannungen, Flüssigkeitsmangel, nicht korrigierte Sehschwächen, Wetterfühligkeit, Stress oder auch der sogenannte Katerkopfschmerz. Am besten hilft dann Schlaf und Entspannung, Bewegung an der Luft und eine ausreichende Wasserzufuhr sowie sich ausgewogen zu ernähren.

Was sind die Begleiterscheinungen bei Kopfschmerzen?

Kopfschmerzen, und insbesondere die Migräne, sind Beschwerden, die vor allem auf Dauer zur starken Beeinträchtigung der Lebens- und Arbeitsqualität beitragen. Oft begleiten die Schmerzen auch andere Symptome. Dazu gehören zum Beispiel Übelkeit, Brechreiz, Erbrechen, Lärm- und Lichtempfindlichkeit sowie Sehstörungen oder Depressionen.
 
Neben dem Ort, Art und Dauer der Kopfschmerzen sind diese Begleiterscheinungen erste Indizien dafür, welcher Ursache die Beschwerden zugrunde liegen, und ein wichtiger Anhaltspunkt für den Arzt beim Stellen der konkreten Diagnose.

Welche Ursachen haben Kopfschmerzen?

Die Ursachen und das Entstehen der Kopfschmerzen sind trotz intensiver Forschung nicht eindeutig geklärt. Forscher sprechen von überreagierenden Zellen im Schädel als Ursache und vermuten, dass dabei Prozesse der Schmerzentstehung, -weiterleitung und -hemmung gestört sind.
 
Wir bereits erklärt, unterscheiden zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen.
 
Primäre haben keine erkennbare Ursache, sie entstehen durch verschiedene Faktoren und bilden ein eigenes Krankheitsbild. Stress, Flüssigkeitsmangel, schlecht belüftete Räume, aber auch lange Arbeit vor einem Bildschirm, Wetterwechsel und Schlafmangel sowie Rauchen und Alkohol sind nur einige Aspekte, die dazu führen, dass der Betroffene Kopfschmerzen verspürt. Bei Frauen wirken sich darüber hinaus auch Hormonschwankungen während des Zyklus auf die Schmerzen aus.
 
Sekundären Kopfschmerzen liegen hingegen immer einer Krankheit oder äußeren Einflüsse zugrunde. Die häufigsten Ursachen für sekundäre Kopfschmerzen sind Kopf- und Halswirbelsäulenverletzungen, unterschiedliche Arten von Entzündungen (beispielsweise Hirnhaut-, Gehirn-, Schläfenarterien-, Nasennebenhöhlen- oder Zahnwurzelentzündungen), Virusinfektionen infolge zum Beispiel einer Grippe, schweres Asthma und damit verbundene verminderte Sauerstoffaufnahmefähigkeit des Bluts oder Bluthochdruck. Aber auch Unterzuckerung bei Diabetes, Verspannungen der Nackenmuskulatur, Hitzschlag und Schlaganfall sind Ursachen, die zu Kopfschmerzen führen. Bestimmte Medikamente wie Nitrate oder Östrogene zur Verhütung sowie Drogenentzug führen ebenso zu Schmerzen in der Kopfgegend.

Welche Risikofaktoren begünstigen die Entstehung von Kopfschmerzen?

Es gibt einige Faktoren, die vor allem auf Dauer dazu führen, dass Kopfschmerzen entstehen. An erster Stelle sind Stress, zu wenig Wasserzufuhr, Reizüberflutung infolge einer Bildschirmarbeit oder zu langer Fernsehzeit, Wetterwechsel oder auch schlecht belüftete und zu laute Räume sowie Schlafmangel und Rauchen Auslöser, wieso Kopfschmerzen entstehen. Auch ein Mangel an Bewegung und eine ungesunde Ernährung beziehungsweise der Konsum von bestimmten Lebensmittelzusatzstoffen stellen einen begünstigenden Risikofaktor dar. Ein weiterer Risikofaktor ist auch die familiäre Anamnese, da zum Beispiel die Ursachen einer Migräne genetisch bedingt sind.

Wann sollte ich mit Kopfschmerzen zum Arzt gehen?

Kopfschmerzen sind ein so häufiges Symptom, dass es die Mehrheit aller Menschen kennt und selbst schon einmal hatte. Viele fühlen sich jedoch nicht als Patient, da bei ihnen die Schmerzen nur gelegentlich auftreten. Wenn Du nur selten an Kopfschmerzen leidest und diese nicht lange anhalten und sie für Dich erträglich sind, helfen meist Hausmittel oder leichte Schmerzmittel.
 
Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Erkrankungen der Welt
 
Du solltest jedoch unbedingt einen Arzt aufsuchen, wenn die Kopfschmerzen über Wochen und Monate hinweg immer wieder auftreten. Auch wenn sie infolge einer Kopfverletzung (z.B. ein oder mehrere Tage nach einer Gehirnerschütterung) entstehen, wenn Fieber, Übelkeit und Erbrechen hinzukommen oder ein steifer Nacken die Schmerzen begleitet.
 
Wenn Du plötzlich einsetzende, sehr starke Kopfschmerzen in Verbindung mit anderen Symptomen wie Seh-, Hör- oder Sprachstörungen, motorischen Ausfällen, Verwirrtheit, Bewusstseinseintrübung oder Bewusstlosigkeit empfindest, solltest Du sofort einen Notarzt rufen. Denn das sind Alarmzeichen für einen akuten, lebensbedrohenden Vorgang im Gehirn, insbesondere, wenn sie mit den beschriebenen Symptomen einhergehen.

Wie diagnostiziert der Arzt Kopfschmerzen?

Um die Art der Kopfschmerzen richtig zu diagnostizieren, fragt der Arzt als Erstes nach der Anamnese (Krankengeschichte) des Patienten. Dabei ist es wichtig, dass der Arzt genau erfährt, wie lange die Kopfschmerzattacken andauern und welche Begleitsymptome mit ihnen einhergehen. Außerdem erkundigt er sich nach der Häufigkeit, der Schwere des Schmerzes, welche Medikamente der Patient einnimmt und ob er sich erinnert, wann die Schmerzen angefangen haben. Um den Arzt genau zu informieren, eignet sich hierfür das Führen eines Kopfschmerztagebuchs, in dem der Betroffene genau festhält, wie sich die Kopfschmerzen bei ihm bemerkbar machen.
 
Außerdem muss der Arzt erfahren, welche Behandlungen bislang zur Therapie und Vorbeugung der Kopfschmerzen stattgefunden haben und inwiefern diese effektiv waren. Auch Informationen darüber, ob auch andere Familienmitglieder an Kopfschmerzen leiden, sind für den Arzt sehr wertvoll, da zum Beispiel Migräne familiär gehäuft auftritt.
 
Diese Anamnese ergänzt der Arzt durch eine allgemeine körperliche Untersuchung, wobei er bei dem Betroffenen auch neurologische Tests durchführt, wenn dies nötig ist. Dabei überprüft der Arzt die Reflexe, die Empfindlichkeit auf Reize und die Koordinationsfähigkeit.
 
Handelt es sich um primäre Kopfschmerzerkrankungen, ist diese Untersuchung in der Regel unauffällig und die Ergebnisse genügen oft, Art und Auslöser der Kopfschmerzen zu bestimmen – insbesondere bei Migräne und Spannungskopfschmerzen.
 
Sind die Befunde jedoch auffällig, muss der Arzt ausschließen, ob diese im Zusammenhang mit den Kopfschmerzen stehen oder anderen Erkrankungen zugrunde liegen.
 
Falls der Arzt ergänzende Untersuchungen vornehmen muss, veranlasst er eine Bildgebung des Gehirns. Zum Einsatz kommen dann zum Beispiel eine Kernspintomografie, eine Computertomografie, Blut-, Ultraschall- oder Röntgenuntersuchungen. Weiterführende Untersuchungen, wie zum Beispiel eine Lumbalpunktion (Gewinnung der Rückenmarksflüssigkeit), Positronenemissionstomografie (PET – mittels einer schwach radioaktiven Substanz) und Angiografie (Gefäßdarstellung mit Kontrastmittel im Röntgenbild) setzt der Arzt ein, um eine konkrete Verdachtsdiagnose zu sichern oder auszuschließen, denn diese geben Warnsignale, die auf sekundäre Kopfschmerzen hinweisen und weitere Diagnostik erfordern.

Wie funktioniert die medikamentöse Behandlung von Kopfschmerzen?

Um Kopfschmerzen richtig zu behandeln, muss der Arzt zuerst bestimmen, um welche Art von Kopfschmerzen es sich handelt. Die unterschiedlichen Kopfschmerzarten benötigen nämlich nicht selten auch unterschiedliche Medikamente zur erfolgreichen Behandlung.
 
Bei Spannungskopfschmerzen und leichter Migräne helfen Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen, Naproxen, Paracetamol und Kombinationspräparate aus ASS, Paracetamol und Koffein.
 
Für schwere Migräneattacken eignen sich Triptane in Tablettenform, als Nasenspray oder Spritze. Alternativ verschreibt der Arzt auch eine Lysinacetylsalicylat-Injektion (ASS-Lysinat). Bei besonders stark betroffenen Migräne-Patienten kommen Botoxinjektionen zum Einsatz, wobei der Arzt diese an verschiedenen Punkten in Kopf-, Nacken- und Schulter-Bereich injiziert. Da Botox® ein starkes Nervengift ist, wirkt es den Verspannungen entgegen, indem es die Nerven lähmt. So kann der Arzt die Schwere und Anzahl der Migräneattacken reduzieren, jedoch muss er die Spritzen regelmäßig auffrischen, da der Körper das Botox® nach und nach abbaut.
 
In vielen Fällen helfen Schmerzmittel bei Kopfschmerzen
 
Bei extremen Cluster-Kopfschmerzen verschreibt der Arzt ebenfalls Triptane, bei akuten Anfällen verordnet er noch dazu eine Sauerstoffinhalation oder versprüht eine örtliche Betäubung in das Nasenloch der betroffenen Seite. Bei den Medikamentenkopfschmerzen hilft in der Regel nur ein Entzug der entsprechenden Substanz. Hier ist ärztliche Hilfe unerlässlich und erleichtert die Entwöhnung.
 
Bitte nimm alle Medikamente mit Bedacht und lass Dich von einem Arzt oder Apotheker bezüglich Auswahl und Dosierung eines geeigneten Schmerzmittels beraten. Informiere Dich auch über mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, die Du bereits einnimmst. Nimm die Schmerzmittel nicht länger als an drei aufeinander folgenden Tagen und maximal an zehn Tagen im Monat, um eine Abhängigkeit vorzubeugen.

Wie können Kopfschmerzen zusätzlich behandelt werden?

Wenn Du die Kopfschmerzen auch anders als medikamentös behandeln möchtest, gibt es dafür Hausmittel und verschiedene andere Möglichkeiten.
 
Da Kopfschmerzen häufig stressbedingt sind, ist es wichtig, dass Betroffene eine Entspannungstechnik erlernen. Dafür eignen sich Methoden wie zum Beispiel Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Meditation, Tai-Chi oder Chi-Gong.
 
Auch Akupunktur erweist sich als effektiv, Kopfschmerzen sogar dauerhaft loszuwerden. Dabei setzt der Akupunkteur Nadeln in bestimmte Akupunkturpunkte. Damit eine erfolgreiche Behandlung gewährleistet ist, sollte der Betroffene mindestens sechs Behandlungssitzungen absolvieren.
 
Da Forscher Verspannungen und Blockaden im Bewegungsapparat als Ursache der Spannungskopfschmerzen vermuten, hilft in solchen Fällen ein Physiotherapeut, der mithilfe von Mobilisationstechniken und speziellen Handgriffen die Muskulatur lockert und die Blockaden löst.
 
Wichtig ist auch eine gewisse sportliche Betätigung, denn die wirkt sich deutlich positiv auf die Stärke, Häufigkeit und die Dauer der Kopfschmerzattacken aus. Durch die Bewegung werden Stresshormone abgebaut und dadurch lässt die Anspannung nach und die Kopfschmerzen treten seltener auf.
 
Da zahlreiche psychologische Faktoren bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Kopfschmerzen mitspielen, empfehlen Ärzte eine Psychotherapie anzufangen. Zum Beispiel lindert eine Verhaltenstherapie die Schwere und Häufigkeit der Attacken deutlich, da sie darauf abzielt, einen gesünderen Umgang mit Stress zu erlernen.
 
Eine weitere hervorragende Maßnahme ist das Führen eines Kopfschmerztagebuchs. Darin notierst Du, wann die Schmerzen anfangen, wie lange sie dauern und wie stark sie sind. Außerdem solltest Du mögliche Auslöser wie Nahrungsmittel, Stress, Wetter, aber auch Begleitsymptome, notieren. Je mehr Details Du im Tagebuch festhältst, desto hilfreicher ist es für den Arzt, eine Diagnose zu stellen und Dir eine passende Behandlung vorzuschlagen.
 
Außerdem gibt es eine Vielzahl an Hausmitteln, die bei der Linderung der Schmerzen helfen.
 
Manchen Patienten hilft eine Tasse Kaffee, denn das enthaltene Koffein regt den Kreislauf an, weitet die Gefäße im Gehirn und steigert dadurch die Durchblutung. Am besten helfen starke Kaffeesorten wie Mocca oder Espresso, aber auch ein Spritzer Zitrone im Kaffee vertreibt die Schmerzen. Generell solltest Du sehr viel Flüssigkeit zu Dir nehmen – am besten mindestens 2,5 Liter Wasser am Tag. Aber auch schwarzer Tee und Melissentee sind hilfreich gegen die Schmerzen.
 
Viele Patienten empfinden Kälte als lindernd und benutzen deshalb kühlende Hausmittel gegen Kopfschmerzen. Zum einen gibt es die Möglichkeit, kühle Kompressen auf die Stirn und in den Nacken zu legen. Eine kühlende Stirnkompresse leitet die Wärme ab, beruhigt das überreizte Gehirn und lindert so die Schmerzen. Zum anderen helfen aber auch kühle Wadenwickel, vor allem wenn die Kopfschmerzen Begleiterscheinungen eines fiebrigen Infekts sind. Außerdem bewirkt auch ein kaltes Kirschkernkissen wahre Wunder, denn es kühlt lange und kontinuierlich. Dabei legst Du Dir ein kaltes Kissen aus dem Gefrierfach auf die Stirn oder in den Nacken und lässt es wirken, solange die Kälte angenehm ist.
 
Kalte Arm- und Beingüsse regen den Kreislauf und die Durchblutung an und lindern die Kopfschmerzen. Genauso wie Gesichtsgüsse, dabei sprüht sich der Betroffene etwa 18 Grad kaltes Wasser auf die Schläfen, die Stirn und beide Gesichtshälften.
 
Wem auch das nicht hilft, der kann verschiedene ätherische Öle probieren, denn sie können eine schnelle Hilfe bei Kopfschmerzen darstellen. Am besten geeignet sind belebende und kühlende Öle wie Pfefferminze, Lavendel, Rosmarin oder Teebaum. Diese Öle vermischst Du und gibst wenige Tropfen auf die Stirn oder auf die Füße. Die Einreibung bestimmter Öle wirkt entkrampfend, entspannt, fördert einen erholsamen Schlaf und lindert die Kopfschmerzen.
 
Weiter bewähren sich eine Meerrettichauflage und ein Senfmehlbad als wirksame Mittel gegen Kopfschmerzen. Ersteres legst Du Dir wenige Minuten auf die Stirn oder die Wagen und reibst die geröteten Hautpartien anschließend mit Pflanzenöl ein.
 
Mit einem gesunden Lebenssil und wenig Stress können sich Kopfschmerzen teilweise vorbeugen lassen

Wie kann ich Kopfschmerzen vorbeugen?

Viele Maßnahmen verhindern, dass Kopfschmerzen überhaupt erst entstehen.
 
Dazu zählen ausreichender Schlaf mit gleichbleibenden Schlafenszeiten, eine ausgewogene Ernährung mit reichlicher Wasserzufuhr, der Verzicht auf Alkohol und Nikotin und regelmäßige Bewegung an der frischen Luft. Am besten eignet sich dafür Ausdauersport. Wenn Du in einem Büro arbeitest, ist eine gewisse Bürogymnastik empfehlenswert, mehrmals täglich mindestens fünf Minuten.
 
Aber auch Stress-Abbau ist bei der Vorbeugung der Kopfschmerzen immens wichtig. Dabei helfen verschiedene Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung. Außerdem solltest Du die oben beschriebenen Risikofaktoren reduzieren, die erfahrungsgemäß zu Kopfschmerzen führen.

Mit welchen Kosten muss ich bei der Behandlung von Kopfschmerzen rechnen?

Wie viel jeder Einzelne in die Behandlung von Kopfschmerzen investiert, hängt auch davon ab, für welche Art der Behandlung er sich entscheidet. In der Regel übernimmt alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen Deine Krankenversicherung, jedoch kann es passieren, dass Du bestimmte Leistungen selbst bezahlen musst. Auf jeden Falls solltest Du damit rechnen, dass Du Medikamente, aber auch nicht-medikamentöse Behandlungen, wie z.B. eine Akupunktur, selbst zahlen musst.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung von Kopfschmerzen?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen übernimmt die zuständige Sozialversicherung. Jedoch kann es passieren, dass bei bestimmten Leistungen ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfällt. Deshalb solltest Du am besten individuell bei Deiner Krankenversicherung nachfragen und Dich beraten lassen.

 


Dauer Dauer

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Ausfallzeit Ausfallzeit

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Stationärer Aufenthalt Stationär

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Das Wichtigste zusammengefasst

Kopfschmerzen, auch Cephalgie genannt, sind ein neurologisches Schmerzphänomen, das den Kopf, die Kopfhaut, den oberen Halsbereich, das Gesicht oder das Kopfinnere befällt


In den meisten Fällen entsteht der Schmerz durch überreagierte Zellen im Schädel, es gibt jedoch auch genetisch bedingte Ursachen


Forscher unterscheiden zwischen 220 Formen von Kopfschmerzen, die unterschiedliche Therapiemaßnahmen erfordern


Viel Wasser, Bewegung, Schlaf, eine gesunde Ernährung und das Meiden von Risikofaktoren wie schlecht belüfteten Räumen oder zu viel Bildschirmarbeit, helfen, Kopfschmerzen vorzubeugen

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