Was muss ich vor und nach einer Lichttherapie beachten?
Detailliertes Patientengespräch mit Deinem Spezialisten über den Ablauf
Richtige Vorbehandlung der Haut mit speziellen Cremes & Sonnenschutz
Vermeide nach der Behandlung direkte Sonnenstrahlen
Achte besonders auf eine unterstützende Hautpflege
Vor der Lichttherapie muss der Arzt ein detailliertes Patientengespräch führen, da einige Grunderkrankungen und Medikamente die Anwendung von UV-Strahlen verhindern. Spricht nichts gegen die Therapie, bespricht der Dermatologe den Behandlungsablauf mit dem Betroffenen. Je nach ausgewählter Art der Phototherapie empfiehlt der Experte beispielsweise ein bis zwei Stunden vor der Behandlung Psoralen einzunehmen oder eine spezielle Creme aufzutragen. Bereits in dieser Zeit ist besonders auf effektiven Sonnenschutz zu achten, da die Haut äußerst empfindlich auf natürliche Sonnenstrahlen reagieren kann.
Auch nach der Lichttherapie muss der Patient einen Sonnenschutz verwenden, da die Haut weiterhin lichtsensibel ist. Grundsätzlich sollten Personen, die eine laufende Lichttherapie erhalten, Sonnenstrahlen meiden, da diese in Akkumulation mit den therapeutischen UV-Strahlen wesentliche Hautschäden hervorrufen können. Weiters ist eine unterstützende Hautpflege essenziell. Diese sollte am besten vom Arzt empfohlen und an die Hauterkrankung angepasst sein.
Welche Komplikationen und Risiken birgt eine Lichttherapie?
Trotz der guten Ergebnisse von Lichttherapien birgt die UV-Bestrahlung der Haut einige Risiken. Denn ähnlich wie die natürlichen Sonnenstrahlen kann auch die Phototherapie einige Hautschäden verursachen. Allen voran steht der Sonnenbrand.
Dieser kann von einer leichten Hautrötung bis hin zu einer blasenbildenden Schädigung reichen. Auch andere Beschwerden wie Reizungen und Trockenheit der Haut können aus einer Phototherapie resultieren, was jedoch bis zu einem gewissen Grad mit einer regelmäßigen Feuchtigkeitspflege der Haut vermeidbar ist.
Die UV-Strahlen können besonders die Augen akut schädigen: Betroffene leiden unter Bindehaut- oder Hornhautentzündungen. Aus diesem Grund ist immer eine UV-filternde Brille während der Behandlung zu tragen. Patienten, die häufig Fieberblasen entwickeln, können ein erneutes Aufflammen des Lippenherpes durch die Lichttherapie erfahren. Hierbei ist eine Pflege der Lippen mit einem Sonnenschutz empfohlen.
Zuletzt ist ein gesteigertes Risiko für Hautkrebs zu erwähnen. Während dies für eine UVB-Behandlung laut aktuellem Wissensstand zu vernachlässigen ist, erhöhen UVA- und vor allem PUVA-Therapien die Wahrscheinlichkeit, weißen Hautkrebs zu bekommen. Dazu zählen Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome sowie die Vorstufe eines Plattenepithelkarzinoms namens aktinische Keratose. Das erhöhte Krebsrisiko ist durch chronische, kumulative UV-Bestrahlung bedingt, weshalb Patienten in der Regel nicht mehr als 150 Behandlungseinheiten in ihrem Leben erhalten sollen.
Was sind die Vorteile einer Lichttherapie?
Die Phototherapie ist eine der wirksamsten und gleichzeitig nebenwirkungsärmeren Therapien in der Dermatologie. Bei Psoriasis ist beispielsweise die UV-Therapie eine gute Alternative zu einer medikamentösen Therapie mit vielen Nebenwirkungen. Besonders bei einem Versagen von therapeutischen Salben bei Schuppenflechte kann die PUVA-Behandlung eine gute Option darstellen. Ein weiterer Vorteil der Phototherapie ist ihr breites Einsatzspektrum. Sie erweist sich als wirksam bei einer Vielzahl von Hauterkrankungen und kann somit vielen Patienten helfen.
Was spricht gegen eine Lichttherapie?
Wie bereits erwähnt gibt es einige Erkrankungen, die eine Lichttherapie nicht erlauben. Hierbei sind besonders Krankheiten zu nennen, die eine verstärkte UV-Sensibilität mit sich bringen. Dazu zählen die Mondscheinkrankheit (Xeroderma pigmentosum) und das Cockayne-Syndrom.
Auch für Patienten, die bereits an bösartigen Hauttumoren in der Vergangenheit erkrankt sind oder starke sonnenbedingte Hautschäden aufweisen, ist eine UV-Bestrahlung nicht geeignet. Bei der Einnahme von gewissen Medikamenten kann es außerdem zu einer Photosensibilität kommen, die nicht mit einer Lichttherapie vereinbar ist. Dazu zählen beispielsweise manche Antibiotika, gewisse Schmerzmedikamente oder Vitamin-A-Derivate, wie das häufig bei Akne eingesetzte Isotretinoin.
Bei Kindern sollte eine Phototherapie mit UVA- und UVB-Strahlen nur nach strengen Auflagen erfolgen. Eine PUVA-Behandlung ist für Kinder jedoch nicht geeignet.
Der größte Nachteil der Phototherapie ist der große Zeitaufwand. Betroffene müssen zwei- bis dreimal pro Woche die Möglichkeit haben, eine gewisse Zeit in die Behandlung zu investieren. Je nach Krankheit und Schweregrad dieser muss dieses Schema konsequent für bis zu drei Monate aufrechterhalten werden. Dies ist für einige Menschen nicht vereinbar mit ihrem Job, Familie und Alltag.
Wie funktionieren Geräte für eine Lichttherapie zu Hause?
Geräte für die Phototherapie für zu Hause funktionieren in der Regel nach dem gleichen Prinzip wie in der Praxis. Sie können vielen Menschen eine Lichttherapie ermöglichen, die den häufigen Arztbesuchen nicht nachkommen können. Allerdings ist hierbei äußerste Vorsicht geboten, da eine falsche Handhabung oder fehlerhafte Geräte großen Schaden anrichten können. Grundsätzlich ist die Heimbehandlung nur bei UVB-Therapien empfohlen, da hierbei eine geringere Nebenwirkungs- und Komplikationsrate zu erwarten ist. UVA-Geräte für die eigenverantwortliche Nutzung sind nur unter sehr strengen Auflagen genehmigt, während PUVA-Therapien nur bei lokalen Bestrahlungen (Creme-PUVA) zu Hause durchführbar sind. Die Ergebnisse sind in der Regel mit denen einer professionell durchgeführten Lichttherapie zu vergleichen.
In jedem Falle sollten die Patienten allerdings mit ihrem Arzt besprechen, ob eine Eigenbehandlung für sie infrage kommt. Ist es den Betroffenen möglich, die Termine für die Lichttherapie beim Dermatologen wahrzunehmen, ist die professionelle Behandlung vorzuziehen. Hierbei ist nämlich eine regelmäßige Wartung, individuell passende Strahlendosen, geschultes Personal im Falle einer Komplikation und gleichzeitig eine Erfolgskontrolle garantiert.
Was kostet die Behandlung mittels Lichttherapie und übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Die Kosten einer Phototherapie sind äußerst individuell und abhängig von der angewandten Strahlungsart, den benötigten Sitzungen und der Krankheitsschwere. Bei einer medizinischen Notwendigkeit der Lichttherapie kommt die Krankenkasse häufig für die Behandlungskosten auf. Auch die Anschaffung von Geräten für die Behandlung zu Hause unterstützen die Krankenversicherungen manchmal finanziell. Jedoch gibt es starke Unterschiede zwischen den jeweiligen Krankenkassen, weshalb eine Abklärung vor Therapiebeginn anzuraten ist.
Quellen
Lichttherapie – Universitätsklinikum Marburg (letzter Zugriff: 13.03.2025)
Neugeborenenikterus: Studie sieht mögliches Krebsrisiko durch Phototherapie – Deutsches Ärzteblatt (letzter Zugriff: 13.03.2025)
Phototherapie – Journal of the German Society of Dermatology (letzter Zugriff: 13.03.2025)
PUVA-Bad-Photochemotherapie: Prinzip und Indikationen – Deutsches Ärzteblatt (letzter Zugriff: 13.03.2025)
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