Aktinische Keratose

Bei der aktinischen Keratose handelt es sich um eine Hautveränderung, die aus einer Hautschädigung infolge starker Sonneneinstrahlung resultiert. Andere Begriffe sind solare Keratose oder Lichtkeratose. Meistens handelt es sich um kleine gelblich-braune oder rötliche Flecken an besonders sonnenexponierten Stellen. Die aktinische Keratose verursacht keine Schmerzen. Wenn Betroffene konsequent eine starke Sonnenexposition vermeiden, kann die Erkrankung in seltenen Fällen von selbst wieder verschwinden, in anderen Fällen kann sich die aktinische Keratose aber auch zu einem Plattenepithelkarzinom entwickeln.


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Zuletzt aktualisiert: 21. Juli, 2021

INHALTSVERZEICHNISInhaltsverzeichnis

Eine aktinische Keratose ist die Veränderung der Haut, die durch zu langer und zu intensiver UV-Strahlung ausgelöst wird. Sie ist außerdem eine Vorstufe von weißem Hautkrebs.

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Eine aktinische Keratose äußert sich durch Rötungen und rauen Stellen auf der Haut. Ist die Krankheit weiter fortgeschritten, so bildet sich eine gelblich-braune Verhornung. Symptome wie Juckreiz oder ein Brennen gehen allerdings nicht mit der Krankheit einher.

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Die aktinische Keratose entsteht auf Hautstellen, die zu lange intensiven UV-Strahlungen ausgesetzt werden. Aus diesem Grund sind Körperstellen wie das Gesicht besonders anfällig.

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Sobald Du eine Veränderung Deiner Haut wahrnimmst, solltest Du einen Dermatologen aufsuchen. Dieser wird eine Anamnese durchführen, die betroffenen Stellen untersuchen und eine Gewebeprobe entnehmen, die dann im Labor untersucht wird.

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Keratosen lassen sich mit chirurgischen und nicht-invasiven Verfahren behandeln. Dazu zählen unter anderem lokale Chemotherapien, das Abtragen mit einem Laser oder einem scharfen Löffel oder auch das Auftragen verschiedener Cremes mit immunaktivierenden Wirkstoffen.

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Die aktinische Keratose kann eine Vorstufe zu weißem Hautkrebs darstellen. Auch die Therapie mit beispielsweise Cremes kann Nebenwirkungen wie Entzündungen der behandelten Hautstelle hervorrufen.

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Aktinische Keratosen stehen im direkten Zusammenhang mit der Zeit, die Du ungeschützt intensiver UV-Strahlung ausgesetzt bist. Du solltest also darauf achten, Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor zu nutzen oder bei starkem Sonnenlicht Deine Haut mit Textilien zu bedecken.

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Die Keratose kann spontan von selbst verschwinden, den Patienten jahrelang begleiten und selbst nach erfolgreicher Behandlung wiederkehren. In bis zu 10 Prozent der Fälle entwickelt sich aus einer Präkanzerose weißer Hautkrebs.

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Die Kosten hängen stark von der Behandlungsmethode ab, werden aber in der Regel von der Krankenkasse übernommen.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Bei einer aktinischen Keratose handelt es sich um eine Veränderung der Haut, die durch UV-Strahlen entsteht.


Die solare Keratose gilt als Vorstufe für ein Plattenepithelkarzinom.


Zur Behandlung von aktinischen Keratosen stehen verschiedenste Behandlungsmöglichkeiten zur Auswahl. Darunter fällt das Abtragen mit einem scharfen Löffel, Lasertherapien oder auch Cremes mit immunisierenden Wirkstoffen.


Ist die Behandlung der aktinischen Keratose medizinisch notwendig, so übernimmt Deine Krankenkasse die anfallenden Kosten.

Was ist eine aktinische Keratose?

Eine aktinische Keratose, auch solare Keratose, aktinische Präkanzerose oder Lichtkeratose genannt, ist eine lichtbedingte Hautveränderung. Diese entsteht durch die Schädigung der Haut als Folge von intensiver Sonneneinstrahlung. Meist tritt sie in Form von gelb-braunen oder rötlichen Flecken an besonders sonnenexponierten Stellen auf. Darunter fallen beispielsweise die Kopfhaut, Stirn, Unterlippe, Oberarm, Ohrmuschel, Handrücken und das Dekolleté. Die Erkrankung verursacht keine Schmerzen, gilt jedoch als Vorstufe zum weißen Hautkrebs, auch Basaliom genannt.

Aktinische Keratose - Was ist eine aktinische Keratose?

Wie gefährlich ist eine aktinische Keratose?

Generell hat die aktinische Präkanzerose oft einen guten Verlauf. Das Risiko, dass sich die Hautveränderung zu einem Plattenepithelkarzinom weiterentwickelt, ist jedoch durchaus gegeben. Die Krankheit ist nicht ansteckend, kann aber mit der genetischen Veranlagung der Betroffenen zusammenhängen.

Was sind die Symptome einer aktinischen Keratose?

Aktinische Keratose - Was sind die Symptome einer aktinischen Keratose?

Vor allem das Frühstadium einer aktinischen Keratose ist nicht einfach zu erkennen. Zunächst bilden sich an einer oder auch mehreren Stellen scharf begrenzte Rötungen, die sich im Vergleich zum Rest Deiner Haut rauer anfühlen. Am ehesten lässt sich dies mit feinem Sandpapier vergleichen.

Mit der Zeit verdickt sich diese Schicht und es bilden sich dicke, teilweise sogar gelblich-braune Hornablagerungen. Diese Erscheinung bezeichnen Experten dann als Hyperkeratose. Aufgrund der erhöhten Verletzlichkeit kann die betroffene Hautstelle leichter bluten. In der Größe können sich Keratosen deutlich unterscheiden und reichen von wenigen Millimetern bis hin zu einigen Zentimetern im Durchmesser. Ansonsten geht die Hautveränderung mit keinen Symptomen wie beispielsweise Juckreiz oder einem Brennen einher.

Welche Ursachen hat eine aktinische Keratose?

Die aktinische Keratose entsteht an Hautstellen, die häufig zu starker UV-Strahlung ausgesetzt waren. Die Hauptursache liegt also im Sonnenlicht. Die Hautveränderungen werden jedoch oftmals erst Jahrzehnte nach der zu intensiven Belastung sichtbar, denn die Strahlen schädigen langfristig Deine Hautzellen und auch deren Erbgut. Dadurch entstehen veränderte Zellen, die sich in der obersten Hautschicht dann stark vermehren und zu einer Art Hornschicht verdicken. Dieser Prozess dauert jedoch mehrere Jahre und kann sich zu weißem Hautkrebs weiterentwickeln.

Aktinische Keratose - Welche Ursachen hat eine aktinische Keratose?

Welche Risikofaktoren begünstigen eine aktinische Keratose?

Aktinische Keratose - Welche Risikofaktoren begünstigen eine aktinische Keratose?

Der Grund für die Erkrankung liegt in der Lebenszeitdosis an UV-Strahlen, also die Anzahl an Stunden, die Du Deine Haut der Sonne ausgesetzt hast. Das Risiko steigt dementsprechend ab dem 50. Lebensjahr. Personen, die im Freien beschäftigt sind, haben diese Dosis deutlich schneller erreicht als Menschen, die beispielsweise in geschlossenen Räumen arbeiten.

Doch auch andere Faktoren können zur Entstehung einer aktinischen Keratose beitragen. Generell sind mehr Männer als Frauen von einer solaren Keratose betroffen, aber auch die Haarfarbe und der Hauttyp spielen eine Rolle. So sind hellhäutige Typen deutlich anfälliger für die Hautveränderung. Das Gleiche gilt für Personen mit empfindlicher Haut, geschwächtem Immunsystem oder einer genetisch bedingten Krankheitsanfälligkeit wie beispielsweise Albinismus. Deine Haut merkt sich jeden Deiner Sonnenbrände, die ebenfalls zur Förderung von der solaren Keratose beitragen.

Wann sollte ich mit einer aktinischen Keratose zum Arzt gehen und wie erfolgt die Diagnose?

Aktinische Keratose - Wann sollte ich mit einer aktinischen Keratose zum Arzt gehen und wie erfolgt die Diagnose?

Generell solltest Du, sobald Du eine Veränderung Deiner Haut feststellst, egal ob dies die Oberfläche oder Farbe betrifft, einen Spezialisten aufsuchen. Je eher eine Diagnose feststeht, desto früher kannst Du mit der Therapie beginnen und der Krankheit entgegenwirken.

Dein behandelnder Arzt wird Dich zunächst zu Deinen Symptomen und Deiner bisherigen Krankheitsgeschichte befragen. Anschließend untersucht er die betroffenen Stellen, was den Verdacht auf eine aktinische Keratose, wenn es denn eine ist, erwecken wird. Um sicherzugehen, entnimmt der Experte allerdings noch eine Gewebeprobe, die im Labor untersucht wird. Denn nur so kann eine solare Keratose mit Sicherheit erkannt und diagnostiziert werden.

Aktinische Keratose - Wie lässt sich eine aktinische Keratose behandeln?

Wie lässt sich eine aktinische Keratose behandeln?

Experten können zwischen zahlreichen Behandlungsmöglichkeiten wählen, wenn Du an einer aktinischen Keratose erkrankt bist. Dazu zählen chirurgische und nicht-invasive Verfahren. Abhängig von der Größe, der Lage und dem Stadium Deiner Krankheit entscheidet der Spezialist, welche Behandlung er durchführt. Auch diverse Vorerkrankungen oder Immunschwächen spielen dabei eine Rolle. Zusätzlich kannst Du selbst ebenfalls Deine bevorzugte Therapiemethode äußern. Der Experte bespricht dann mit Dir, welche Schritte als Nächstes folgen und wie der genaue Behandlungsplan aussieht. Zur Auswahl steht die chirurgische Entfernung, eine Vereisung mit flüssigem Stickstoff oder das Abtragen mit einem scharfen Löffel, einer Ring-Kürette oder einem Laser. Des Weiteren kann Dein Arzt auch zu einem chemischen Peeling oder einer lokalen Chemotherapie greifen. Neuste wissenschaftliche Erkenntnisse raten allerdings vom Einsatz chemischer Peelings in Bezug auf eine solare Keratose ab.
 
Auch verschiedene Cremes mit immunaktivierenden Wirkstoffen wie Imiquimod führen den gewünschten Effekt herbei. Eine weitere Therapiemethode ist die photodynamische Therapie (PDT). Hier trägt der Arzt einen Photosensibilisator auf die betroffene Hautstelle. Das bewirkt, dass Deine Haut lichtempfindlicher wird. Im Anschluss bestrahlt er die vorbehandelte Haut mit langwelligem Licht, um die Keratose zu behandeln. Generell kann der Spezialist die Verfahren auch kombinieren oder nacheinander einsetzen, um die Wahrscheinlichkeit des Erfolges der Behandlung zu erhöhen.

Was kann ich selbst bei einer aktinischen Keratose tun?

Bislang sind keine Hausmittel bekannt, die die aktinische Keratose stoppen oder rückgängig machen können. In einigen Fällen lediglich sind bestehende Keratosen durch eine regelmäßige Applikation von Sonnenschutzmitteln, ab Lichtschutzfaktor 15, abgeheilt. Um die Symptome zu lindern, kannst Du die betroffenen Stellen mit einem kalten Waschlappen oder ähnlichem kühlen. Außerdem solltest Du Sonnenbrände oder generell die direkte Strahlung von UV-Licht vor allem auf der Keratose meiden.

Aktinische Keratose - Was kann ich selbst bei einer aktinischen Keratose tun?

Welche Komplikationen können bei einer aktinischen Keratose auftreten?

Aktinische Keratose - Welche Komplikationen können bei einer aktinischen Keratose auftreten?

Vor allem Personen mit einem schwachen Immunsystem sind dafür anfällig, dass sich aus der solaren Keratose weißer Hautkrebs entwickelt. Zusätzlich kann auch die Behandlung an sich Nebenwirkungen hervorrufen. So ist es beispielsweise bei der Nutzung von Cremes nicht selten, dass auf der betroffenen Stelle Entzündungen auftreten. Dies ist allerdings kein Grund zur Sorge. Es beeinträchtigt weder den Verlauf der Erkrankung noch die Wirksamkeit der Behandlung. Dennoch solltest Du es mit Deinem Arzt absprechen.

Wie kann ich einer aktinischen Keratose vorbeugen?

Aktinische Keratose - Wie kann ich einer aktinischen Keratose vorbeugen?

Da die solare Keratose durch UV-Strahlung verursacht wird, kannst Du ihr relativ einfach vorbeugen. Es ist wichtig, dass Du Deine Haut keiner intensiven Sonneneinstrahlung aussetzt. Vor allem in den Mittagsstunden solltest Du also auf ein ausgiebiges Sonnenbad verzichten und Dich eher im Schatten aufhalten. Nutze Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor oder bedecke Deine Haut mit Textilien. Männer mit Glatze tendieren dazu, eine aktinische Keratose auf dem Kopf zu bekommen. Daher sollte dieser unbedingt mit einer Kopfbedeckung geschützt sein. Auch der Besuch im Solarium setzt Dich der UV-Strahlung aus, weswegen Du auch darauf verzichten solltest.

Wie ist die Prognose bei einer aktinischen Keratose?

Die aktinische Keratose kann sich von selbst spontan zurückbilden. Dies passiert jedoch nur in den seltensten Fällen und die Erkrankung bleibt jahrelang bestehen. Der Verlauf ist meist gutartig, vor allem, wenn die Krankheit frühzeitig erkannt und therapiert wird. Die Erkrankung ist jedoch rezidiv, also wiederkehrend. Das bedeutet, dass sich die aktinische Keratose trotz erfolgreicher Behandlung erneut bilden kann. In bis zu zehn Prozent der Fälle entwickelt sich aus der aktinischen Keratose jedoch innerhalb von etwa zehn Jahren ein Plattenepithelkarzinom, also Stachelzellkrebs. Es ist also ratsam, dass Du auch nach erfolgreicher Therapie regelmäßig Deinen Dermatologen aufsuchst.

Was kostet die Behandlung einer aktinischen Keratose und übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Aktinische Keratose - Kosten

Die Kosten der Behandlung der aktinischen Keratose hängen von der Therapiemethode ab und können daher stark variieren. In der Regel betragen sie zwischen 150 und 300 Euro. Krankenkassen übernehmen prinzipiell die Kosten, wenn die Behandlung medizinisch notwendig ist. Es werden jedoch nicht alle Ansätze abgedeckt. Solltest Du Dir nicht sicher sein, ob Dein Versicherungsträger die Zahlung übernimmt, klärst Du das am besten noch vor Beginn Deiner Behandlung mit Deiner Krankenkasse ab.


Über den Autor: Dr. med. Benjamin Gehl

Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie


Als Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie liegt die Leidenschaft von Dr. Gehl schon immer im Bereich der medizinischen Contentproduktion.

Aufgrund seiner Ausbildung, einer langjährigen Einsatzzeit in der rekonstruktiven und plastischen Chirurgie, sowie zahlreichen Auslandseinsätzen in Indien, Afrika und Amerika weiß er, welche Techniken und Behandlungen für medizinische Indikationen international Anwendung finden und State of the art sind.

Weiterhin beschäftigt er sich täglich mit neuen Trends und Techniken in der operativen und nicht-operativen Chirurgie. Fortbildungen sowie Studien zählen genauso zu seiner Leidenschaft wie die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten zu den neuesten fachspezifischen Themen.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Bei einer aktinischen Keratose handelt es sich um eine Veränderung der Haut, die durch UV-Strahlen entsteht.


Die solare Keratose gilt als Vorstufe für ein Plattenepithelkarzinom.


Zur Behandlung von aktinischen Keratosen stehen verschiedenste Behandlungsmöglichkeiten zur Auswahl. Darunter fällt das Abtragen mit einem scharfen Löffel, Lasertherapien oder auch Cremes mit immunisierenden Wirkstoffen.


Ist die Behandlung der aktinischen Keratose medizinisch notwendig, so übernimmt Deine Krankenkasse die anfallenden Kosten.

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