Aktinische Keratose

Bei der aktinischen Keratose handelt es sich um eine Hautveränderung, die aus einer Hautschädigung infolge starker Sonneneinstrahlung resultiert. Andere Begriffe sind solare Keratose oder Lichtkeratose. Meistens handelt es sich um kleine gelblich-braune oder rötliche Flecken an besonders sonnenexponierten Stellen. Die aktinische Keratose verursacht keine Schmerzen. Wenn Betroffene konsequent eine starke Sonnenexposition vermeiden, kann die Erkrankung in seltenen Fällen von selbst wieder verschwinden, in anderen Fällen kann sich die aktinische Keratose aber auch zu einem Plattenepithelkarzinom entwickeln.


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Zuletzt aktualisiert: 2. März, 2020



Was versteht die Medizin unter einer aktinischen Keratose?

Die aktinische Keratose wird in der Medizin als ein epitheliales Carcinoma in situ der Haut bezeichnet, welches sich zu einem invasiven Plattenepithelkarzinom entwickeln kann. Sie zählt zu den häufigsten dermatologischen Erkrankungen mit einem durchschnittlichen Erkrankungsgipfel bei etwa 60 bis 70 Jahren. In den letzten Jahren konnten Mediziner eine deutliche Zunahme an Diagnosen feststellen, vor allem bei jüngeren Patienten.

Die aktinische Keratose entsteht durch Schädigungen aufgrund von UV-Licht, vor allem durch Sonnenlicht

Wie sehen die Symptome einer aktinischen Keratose aus?

Die aktinische Keratose äußert sich im Frühstadium durch eine scharf abgegrenzte Rötung, die sich ein wenig rau, vergleichbar etwa mit feinem Sandpapier, anfühlt. Die Stelle verdickt sich im weiteren Verlauf und es bilden sich dicke, teils gelblich-braune Hornablagerungen. Diese erreichen in der Regel eine Größe von wenigen Millimetern bis zu einigen Zentimetern. Du hast bei der aktinischen Keratose keine oder nur leichte Schmerzen, die Hautveränderungen jucken oder brennen normalerweise nicht.
 
Es kommt allerdings häufiger vor, dass die Stellen aufgrund der leichteren Verletzlichkeit schneller bluten. Die aktinische Keratose tritt bevorzugt an Stellen des Körpers auf, die der Sonne besonders stark ausgesetzt sind. Dazu zählen die Kopfhaut, Stirn, Ohrmuschel, Nase, Unterlippe, Unterarme, Handrücken und das Dekolleté. Da die aktinische Keratose in zehn Prozent der Fälle in ein Plattenepithelkarzinom übergeht, verändert sich in diesem Fall das Hautbild nochmals.

Welche Ursachen hat eine aktinische Keratose?

Die aktinische Keratose entsteht durch Schädigungen aufgrund von UV-Licht, vor allem durch Sonnenlicht. Das Tückische ist, dass sie oft erst Jahrzehnte nach der UV-Belastung auftritt. Das UV-Licht schädigt die Hautzellen und deren Erbgut. Dadurch verändert sich das Erbgut der Hautzellen und sogenannte atypische Zellen entstehen. Diese vermehren sich in der oberen Hautschicht stark, wodurch sie verdickt und verhornt. Der Prozess verläuft äußerst langsam über mehrere Jahre.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Solltest Du eine solche Hautstelle an Deinem Körper feststellen, solltest Du einen Arzt, vorzugsweise einen Dermatologen aufsuchen. Wird die Erkrankung früh diagnostiziert und behandelt, ist das Risiko, dass die aktinische Keratose in ein Plattenepithelkarzinom übergeht, äußerst gering und die Heilungschancen sind am größten. Besonders immungeschwächte Personen sollten so früh wie möglich einen Arzt konsultieren.

Wie diagnostiziert der Arzt eine aktinische Keratose?

Im Normalfall erkennt der Arzt eine aktinische Keratose schnell aufgrund der charakteristischen Hautveränderungen. Um die Diagnose sicherstellen zu können, entnimmt er zusätzlich eine Gewebeprobe und lässt sie im Labor histopathologisch, also feingeweblich, untersuchen. Der Arzt kann zusätzlich den Grad der aktinischen Keratose bestimmen. Die Medizin unterscheidet vier Typen der klinischen Einteilung: erythematöse oder atrophische aktinische Keratose, keratotische aktinische Keratose, lichen-planus-artige aktinische Keratose und pigmentierte aktinische Keratose. Mischformen sind allerdings auch möglich.

Die aktinische Keratose äußert sich im Frühstadium durch eine scharf abgegrenzte Rötung, die sich ein wenig rau, vergleichbar etwa mit feinem Sandpapier, anfühlt

Wer ist am häufigsten davon betroffen?

Am meisten sind ältere Personen betroffen, die häufig UV-Strahlung ausgesetzt waren, beispielsweise berufsbedingt, aber auch durch intensives Sonnenbaden oder durch Solariumbesuche. Weitere Risikofaktoren für die Entstehung einer aktinischen Keratose sind ein gehäuftes Auftreten in der Familie, Immunsuppression, ein heller Hauttyp, prädisponierende klinische Syndrome (Albinismus, Rothmund-Thomson-Syndrom, Cockayne-Syndrom, Xeroderma pigmentosum, Bloom-Syndrom), vermehrte Sonnenbrände, mangelnder physikalischer oder chemischer Lichtschutz bei UV-Exposition, Kahlköpfigkeit und männliches Geschlecht. Humane Papillomviren stehen im Verdacht, im Zusammenspiel mit UV-Strahlen die Entstehung von aktinischen Keratosen zu fördern.

Welche Folgen hat eine aktinische Keratose für die Patienten?

Da die aktinische Keratose selbst nicht schmerzhaft ist, leiden Patienten vor allem aufgrund der optischen Veränderungen und Unsicherheiten bezüglich des Krankheitsverlaufs. Falls Du Dir Sorgen machst, solltest Du das Gespräch mit Deinem Arzt suchen. Patienten sollten auf jeden Fall wissen, dass aktinische Keratosen auf die obere Hautschicht begrenzt sind, in der es keine Blut- oder Lymphgefäße gibt. Das bedeutet, dass sie sich nicht im Körper ausbreiten und Metastasen bilden können. Diese Gefahr besteht nur, wenn sich die aktinische Keratose zu einem Plattenepithelkarzinom entwickelt.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Zur Behandlung einer aktinischen Keratose stehen den Ärzten viele verschiedene Methoden zur Verfügung. Dazu zählen sowohl chirurgische als auch nicht-invasive Verfahren. Konkret kann der Arzt neben einer chirurgischen Entfernung der Läsionen eine Vereisung mit flüssigem Stickstoff (Kryotherapie), das Abtragen mithilfe eines Lasers, einem scharfen Löffel oder einer Ring-Kürette erwägen. Auch lokale Therapien können zur Behandlung der aktinischen Keratose eingesetzt werden. Der Arzt kann ätzende Lösungen, ein sogenanntes chemisches Peeling, auf die betroffenen Hautstellen auftragen oder eine lokale Chemotherapie, zum Beispiel mithilfe einer Salbe mit dem Zytostatikum 5-Fluoruracil, verordnen.
 
Des Weiteren gibt es auch Cremes mit immunaktivierenden Wirkstoffen wie beispielsweise Imiquimod, die der Arzt als lokale Immuntherapie einsetzt. Im Rahmen einer photodynamischen Therapie (PDT) trägt der Arzt einen Photosensibilisator auf Deine Haut auf. Dabei handelt es sich um einen Stoff, der die Haut lichtempfindlicher macht. Im Anschluss daran bestrahlt er die Stellen mit langwelligem Licht. Die Verfahren können auch miteinander kombiniert werden, um die Erfolgswahrscheinlichkeit zu erhöhen. Laut neueren Studien wird die Behandlung der aktinischen Keratose mit chemischen Peelings allerdings nicht mehr empfohlen.

Zur Behandlung einer aktinischen Keratose stehen den Ärzten viele verschiedene Methoden zur Verfügung

Wie verläuft die Behandlung bei einer aktinischen Keratose?

Der Verlauf der Behandlung richtet sich nach der Wahl der Methode. Diese wiederum richtet sich nach der Ausprägung, dem Schweregrad der Erkrankung, dem Allgemeinzustand, möglichen Vorerkrankungen oder Immunschwäche. Auch Du selbst kannst Wünsche bezüglich der Therapiemethode äußern. Dein Arzt arbeitet dann einen Behandlungsplan aus, den er im Vorfeld genau mit Dir bespricht. Bedenke, dass aktinische Keratosen häufig chronisch verlaufen, was bedeutet, dass möglicherweise verschiedene Therapien oder Substanzen gleichzeitig oder nacheinander eingesetzt werden müssen.

Welche Risiken und Komplikationen können auftreten?

Bei einer Erkrankung an einer aktinischen Keratose besteht, vor allem für immungeschwächte Personen, ein gewisses Risiko, dass sich daraus ein Plattenepithelkarzinom entwickelt. Auch während der Behandlung der aktinischen Keratose können unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Bei Anwendung von Cremes und Lösungen kommt es relativ häufig zu Entzündungen der Haut, die mehrere Wochen brauchen, um wieder abzuheilen. Dies ist ein normaler Verlauf innerhalb der Behandlung und bedeutet keine Verschlechterung der Erkrankung oder eine beeinträchtigte Wirksamkeit der Medikamente.

Wie kann ich eine aktinische Keratose vorbeugen?

Die wichtigste Maßnahme, um aktinischen Keratosen und Hautkrebs vorzubeugen, besteht darin, sich durch entsprechende Kleidung oder Sonnenschutzmittel vor starker UV-Strahlung zu schützen. Besonders in der Zeit der intensivsten Sonneneinstrahlung von zehn bis 16 Uhr solltest Du unnötige Aufenthalte in der Sonne vermeiden. Auf zusätzliche Expositionen gegenüber künstlicher UV-Strahlung, also zum Beispiel Besuche von Solarien, solltest Du ebenfalls lieber verzichten. Neugeborene sollten besonders vor der Sonne geschützt werden, Säuglinge über sechs Monate können mit speziellen Sonnenschutzmitteln geschützt werden.
 
Es ist besonders wichtig und hilfreich, Kindern bereits früh zu erklären, dass es wichtig ist, sich vor der Sonne zu schützen und auch warum, damit Folgeschäden vorgebeugt werden können. Neueren Untersuchungen zufolge kann die Einnahme von Vitamin B3 den Körper gegen schädliche Einflüsse des UV-Lichts schützen, sowie die Neubildung von aktinischen Keratosen signifikant vermindern. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Hautarzt sind ebenfalls nicht zu vernachlässigende Faktoren zur Vorbeugung von Hautkrebs und dessen Vorstufen.

Welche Hausmittel helfen gegen eine aktinische Keratose?

Die aktinische Keratose gehört aufgrund der Gefahr, dass sich daraus Hautkrebs entwickeln kann, auf jeden Fall in ärztliche Behandlung. Auch sind bislang keine Hausmittel bekannt, die die aktinische Keratose stoppen oder rückgängig machen können. In einigen Fällen lediglich sind bestehende Keratosen durch eine regelmäßige Applikation von Sonnenschutzmitteln, ab Lichtschutzfaktor 15, abgeheilt. Du kannst unterstützend zur ärztlich verordneten Therapie die betroffenen Stellen mit kalten Waschlappen oder Ähnlichem kühlen, um die Symptome zu lindern.

Die wichtigste Maßnahme, um aktinischen Keratosen und Hautkrebs vorzubeugen, besteht darin, sich durch entsprechende Kleidung oder Sonnenschutzmittel vor starker UV-Strahlung zu schützen

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Prinzipiell übernehmen die Krankenkassen die Kosten für medizinisch notwendige Therapien, allerdings werden nicht alle Ansätze zur Behandlung von den Kassen erstattet. Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob Deine gewählte Therapiemethode von Deinem Versicherungsträger übernommen wird, frage am besten vor Beginn der Therapie bei Deiner Krankenkasse nach.


Dauer Dauer

Bis zu 90 Tage

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

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Das Wichtigste zusammengefasst

Die aktinische Keratose ist eine Veränderung der Haut, die aus einer Hautschädigung infolge starker Sonneneinstrahlung resultiert, und in circa zehn Prozent der Fälle in Hautkrebs übergeht


Eine der häufigsten dermatologischen Erkrankungen mit einem Erkrankungsgipfel bei etwa 60 bis 70 Jahren, in den vergangenen Jahren Zunahme der Erkrankungen auch bei jüngeren Personen


Es handelt sich um eine scharf abgegrenzte, etwas raue Rötung der Haut, die sich im weiteren Verlauf verdickt und zu dicken, teils gelblich-braunen Hornablagerungen verändert. Die aktinische Keratose kann einzeln auftreten, es können sich aber auch mehrere Läsionen bilden


Es gibt heutzutage verschiedene Möglichkeiten, die aktinische Keratose zu behandeln. Dazu zählen die chirurgische Entfernung, eine Kryotherapie, das Abtragen mithilfe spezieller Werkzeuge, lokale Immuntherapien, eine photodynamische Therapie oder andere lokale Therapien, wie chemische Peelings

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