Dermatophytose

Eine Pilzinfektion der Haut wird häufig als eklig empfunden, befällt aber mehr Menschen als wir denken. Bis zu 75 Prozent der Menschen haben beispielsweise zumindest einmal in ihrem Leben mit dem häufigsten Pilz, dem Fußpilz zu kämpfen. Was Du über dieses Erkrankungsbild wissen solltest und wie es behandelt wird, liest Du hier.


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Zuletzt aktualisiert: 27. April, 2020



Was versteht die Medizin unter einer Dermatophytose?

Bei einer Dermatophytose, auch Tinea genannt, handelt es sich um eine Pilzinfektion bestimmter Hautstellen durch Fadenpilze (Dermatophyten). Diese Erreger kommen weltweit vor und befallen meist die oberen Hautschichten des Menschen. Da sie auf keratinhaltige Gebilde beschränkt ist, können auch Haare und Nägel befallen sein.
 
Bei einer Dermatophytose handelt es sich um eine Pilzinfektion
 
Meistens kommt es bei einer Dermatophytose zu runden, leicht ringförmigen schuppigen Rötungen an unbehaarten Hautstellen, was oft mit deutlichem Juckreiz einhergeht. Behandeln lässt sich die Ringelflechte mit Antipilz-Mitteln (Antimykotikum), die meist äußerlich, manchmal auch innerlich angewendet werden.
 
Sie gehört zu den häufigsten Hautkrankheiten überhaupt und überträgt sich sowohl von Tieren, vor allem Hund und Katze, als auch von Menschen. Wir beziehen uns hier vor allem auf die Tinea corporis oder auch Ringelflechte genannt.

Welche Formen der Dermatophytose?

Je nach Körperstelle, an der sich die Dermatophyten ansiedeln, unterscheidet man zwischen verschiedenen Arten der Tinea. Auch die Einteilung nach Erreger ist möglich:
 

  • Fußpilz (Tinea pedis)
  • Ist die häufigste Pilzinfektion der Haut, betrifft die Füße – vor  allem die Haut der Zehenzwischenräume.
  • Kopfpilz (Tinea capitis)
  • Tritt am behaarten Kopf auf und wird ebenfalls durch Dermatophyten ausgelöst.
  • Leistenpilz (Tinea inguinalis)
  • Hautpilz in der Leistenbeuge, beginnt oft mit fleckförmigen Rötungen an der Innenseite der Oberschenkel und dehnt sich dann von dort aus. Kommt vor allem bei Personen mit überwiegend sitzender Tätigkeit vor.
  • Pilzinfektion der behaarten Haut (Tinea corporis)

 
Generell befallen die Dermatophyten gerne Körperbereiche, die ein warmes und feuchtes Klima bieten. Dort lösen sie die sogenannte Dermatomykose, auch Dermatophytose aus.

Was sind Ursachen für eine Dermatophytose?

Eine Tinea wird durch die weltweit vorkommenden Fadenpilze (Dermatophyten) ausgelöst. Die Übertragung erfolgt in der Regel durch direkten Hautkontakt mit infizierten Individuen. Diese können sowohl Menschen als auch Tiere (Zoonosen), etwa Katzen, Hunde oder Rinder sein.
 
Die Dermatophytose wird durch einen Fadenpilz ausgelöst
 
Dermatophyten sind „hornliebend“, das heißt, sie befallen besonders gerne Hornschicht, Haare und Nägel. Im Gegensatz zu anderen Pilzen, die beim Menschen vorkommen, befallen sie nicht die Schleimhäute.
 
Wenn sie nur die Hornschicht der Haut besiedeln, breiten sie sich von der Eintrittsstelle aus lokal und oberflächlich aus. Sie können allerdings auch in die Haarfollikel eindringen und den Haarschaft besiedeln.

Was sind die Symptome einer Dermatophytose?

Bei einer oberflächlichen Tinea corporis entstehen meist entzündliche, gerötete Ringe oder Flecken auf der Haut, die sich leicht schuppig anfühlen. Die Hautpartie in der Mitte des rötlichen Rings kann dabei unauffällig sein. Im Falle einer oberflächlichen Tinea kommt es häufig nur zu einer leichten oder gar keiner Entzündung, die betroffenen Hautstellen können jedoch leicht jucken.
 
Da der Pilz auch gerne die Partien rund um die Haarfollikel befällt, kann es passieren, dass er entlang der Haare oder durch Selbsttraumatisierung (Kratzen) tiefer in die Haut eindringt und dort eine akute Infektion mit tiefer Ringelflechte auslöst. Dadurch können plötzlich größere und kleinere mit Flüssigkeit gefüllte Knoten auftreten, sowie heftige Entzündungsreaktionen entstehen, die häufig mit starkem Juckreiz verbunden sind.

Wie lässt sich eine Dermatophytose diagnostizieren?

Ein Hautausschlag kann generell Anzeichen für verschiedene Erkrankungen sein und deutet per se noch nicht auf eine Dermatophytose hin. Um eine differenzierte Diagnose zu erhalten, ist der Hausarzt oder ein Hautarzt der beste Ansprechpartner.
 
Dieser wird, im Rahmen eines Anamnesegesprächs, zunächst Deine bisherige Krankengeschichte erfragen. Beispielsweise könnte der Arzt wissen wollen, wie lange die Symptome bereits bestehen und ob es in der Vergangenheit ähnliche Beschwerden gegeben hat.
 
Danach folgt in der Regel die körperliche Untersuchung, in welcher sich der Arzt die betroffene Hautstelle genau ansieht und Proben der Haut mittels Hautabschabungen, also von Haaren, Schuppen oder Nägeln, entnimmt. Diese Proben kann der Arzt nun unter dem Mikroskop betrachten, wodurch er fadenförmige Pilze entdecken kann (Direktnachweis des Erregers).
 
Die Ursachen einer Dermatophytose können unterschiedlich sein
 
Zusätzlich sollte im Labor eine Pilzkultur angelegt werden. Meistens können die Erreger innerhalb von einigen Tagen identifiziert werden. Ein neueres Verfahren mit dem sich direkt bestimmte Genabschnitte von Dermatophyten nachweisen lassen können (PCR-Verfahren)ist in der Routinediagnostik noch nicht in Verwendung.
 
In speziellen Fällen kann auch eine Hautbiopsie durchgeführt werden. Besteht der Verdacht auf einige bestimmte Pilzarten, kann zusätzlich die sogenannte Wood-Lampe zum Einsatz kommen.
 
Diese Lampe sendet UV-Licht im Bereich von 365 Nanometern aus. Im abgedunkelten Raum fluoreszieren dann die Abfallprodukte bestimmter Pilzarten gelblich-grün. Eine negative Fluoreszenz schließt jedoch eine Dermatophytose nicht aus.

Wie lässt sich eine Dermatophytose behandeln?

Auch die Behandlung variiert je nach dem Ort der Tinea-Infektion und deren Ausmaß. Es werden aber immer Antimykotika gegeben, die entweder direkt auf die betroffenen Bereiche aufgetragen oder eingenommen werden. Dieser in Form von Cremes, Gels oder Puder vorkommende Wirkstoff bekämpft den Pilzbefall. Die topische Anwendung erfolgt im Normalfall über einige Wochen.
 
Sollte die äußerliche Behandlung nicht den gewünschten Effekt erzielen und der Ausschlag nicht zurückgeht oder wenn die Tinea bereits ausgedehnt vorliegt, verschreibt Dir der Arzt wahrscheinlich ein Antipilzmittel in Tablettenform.
 
Oft werden die Tablettentherapie und das Auftragen von Salben auch zusammen empfohlen, um eine schnellstmögliche Besserung der Beschwerden zu erzielen. Außerdem lässt sich so die Einnahmedauer der Tabletten reduzieren.

Kann ich einer Dermatophytose vorbeugen?

Vorbeugende Maßnahmen gegen eine Pilzinfektion sind schwierig, zu treffen, es gibt jedoch einige Dinge, die es zu beachten gilt, welche das Ansteckungsrisiko verringern können. Beispielsweise ist es ratsam, nach dem Schwimmen und nach sportlicher Betätigung, vor allem in Hallen oder dort, wo sich viele Menschen aufhalten, zu duschen und gut abzutrocknen sowie auch die Kleidung zu wechseln. Vor allem in einer feuchten und warmen Umgebung vermehren sich Pilze gut und können durch die vielen Menschen schnell weitergegeben werden.
 
Um eine Dermatophytose vorzubeugen, sollte man nach dem Schwimmen oder Sport direkt trockene Kleidung anziehen

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Behandlung?

Mittel zur Selbstbehandlung, wie rezeptfreie Cremes und Puder, übernimmt die Krankenkasse normalerweise nicht. Für vom Arzt verschriebene und zur Genesung notwendige Tabletten sowie die Untersuchung im Rahmen einer Diagnosestellung und die Laborkosten kommen die Krankenkassen in der Regel auf.
 
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Das Wichtigste zusammengefasst

Bei einer Dermatophytose (Tinea) handelt es sich um eine Pilzinfektion bestimmter Hautstellen durch Fadenpilze (Dermatophyten)


Sie gehört zu den häufigsten Hautkrankheiten überhaupt und kann sowohl von Tieren, vor allem Hund und Katze, als auch von Menschen übertragen werden


Bei einer oberflächlichen Tinea corporis entstehen meist entzündliche, gerötete Ringe oder Flecken auf der Haut, die sich leicht schuppig anfühlen und jucken


Zur Behandlung werden Antimykotika gegeben, Mittel, die gegen Pilzbefall helfen. Diese werden entweder direkt auf die betroffenen Bereiche aufgetragen oder in Form von Tabletten eingenommen

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