Nagelpilz

Nagelpilz ist eine chronische Infektion der Fuß- oder Zehennägel, die unbehandelt starke Schmerzen verursacht und vor allem bei älteren Personen und jenen mit einem schwachen Immunsystem zu Komplikationen führt. Es gibt drei Pilzarten, die zu Nagelpilz führen können, wobei die Dermatophyten für 60 bis 80 Prozent der Nagelpilzerkrankungen verantwortlich sind. Eine Onychomykose ist eine sehr hartnäckige Erkrankung und muss daher über mehrere Monate hinweg behandelt werden. Die Therapiemöglichkeiten reichen dabei von Tabletten und Anti-Nagelpilzlacken bis hin zur Laserbehandlung.


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Zuletzt aktualisiert: 21. Juli, 2021

INHALTSVERZEICHNISInhaltsverzeichnis

Nagelpilz ist eine chronische Infektion der Nägel, die durch Pilze verursacht wird und sowohl an Händen als auch Füßen auftreten kann. Etwa zehn Prozent der Bevölkerung leidet zumindest einmal im Leben an Nagelpilz.

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Die Symptome bei Nagelpilz variieren stark und hängen von den verschiedenen Formen ab. Allen gemeinsam sind jedoch deutliche sichtbare Verfärbungen sowie Verhärtungen des Nagels. Teilweise wird der Nagel brüchig und bröselt. Außerdem kann es beispielsweise beim Tragen von Schuhen zu Schmerzen kommen.

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Eine Onychomykose kann durch drei verschiedene Pilzarten ausgelöst werden. Neben dem Alter und einigen Erkrankungen zählt vor allem ein feucht-warmes Milieu zu den Risikofaktoren, die einen Nagelpilz begünstigen. Ein Nagelpilz ist ansteckend, wobei die Übertragung von Mensch zu Mensch am häufigsten vorkommt. Doch auch eine Ansteckung über gemeinsam benutzte Gegenstände, wie beispielsweise ein Handtuch, ist möglich.

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Zu Beginn steht eine ausführliche Anamnese und Begutachtung des Nagels seitens des Arztes. Da Nagelveränderungen auch andere Ursachen haben können, führt der Arzt zusätzlich einen Nagelpilz-Test durch, um die Diagnose Nagelpilz zu sichern. Um herauszufinden, um welche Pilzart es sich handelt, kann im Labor aus einer Gewebeprobe eine Pilzkultur gezüchtet werden.

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Zur Behandlung von Nagelpilz stehen dem Arzt eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Auswahl, wobei grundsätzlich zwischen topischen, physikalischen und systemischen Therapien unterschieden wird. Je nach Pilzart sind Antipilz-Nagellacke, -Cremes oder -Stifte sowie eine Reihe von Medikamenten oder eine Lasertherapie das Mittel der Wahl.

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Leidest Du an einem Nagelpilz, ist es wichtig, dass Du viel Geduld hast und bereit bist, die Therapie auch über einen Zeitraum von mehreren Monaten konsequent durchzuziehen. Außerdem solltest Du auf eine gründliche Hand- und Fußhygiene achten, da sich Deine Mitmenschen sonst bei Dir anstecken könnten.

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Einem Nagelpilz kannst Du relativ leicht vorbeugen. Achte darauf, dass Deine Hände und Füße nicht auf Dauer einer warm-feuchten Umgebung ausgesetzt sind bzw. trockne und desinfiziere sind anschließend. Laufe außerdem nicht barfuß und trage in öffentlichen Einrichtungen wie Sauna, Fitnessstudio und Schwimmbad immer Sandalen.

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Ohne eine Therapie heilt Nagelpilz nicht von allein ab, sondern schreitet langsam voran und nimmt einen chronischen Verlauf. In einem fortgeschrittenen Zustand verursacht eine Onychomykose erhebliche Schmerzen und auch das Nagelbett sowie die Haut um den Nagel können sich entzünden. Deshalb ist es wichtig, dass ein Nagelpilz behandelt wird und Du bei der Therapie Ausdauer beweist und geduldig bist.

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Die Kosten für die Behandlung einer Onychomykose sind sehr unterschiedlich. Nagellacke, Stifte und Salben bewegen sich in einer Preisspanne von 5 und 28 Euro. Eine Laserbehandlung ist die teuerste Therapieform und kostet zwischen 150 und 500 Euro pro Sitzung. Ob eine Krankenkasse die Kosten für Deine Behandlung übernimmt, hängt von der gewählten Behandlungsmethode ab.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Nagelpilz, auch bekannt als Onychomykose, Tinea unguium oder Nagelmykose, ist eine durch Pilze verursachte chronische Infektion der Nägel. Nagelmykose kann sowohl die Fußnägel als auch die Zehennägel betreffen. An den Zehen kommt es allerdings aufgrund der feuchteren und wärmeren Bedingungen häufiger zu einer Infektion.


Zu Beginn ist nur ein kleiner Teil des Nagels betroffen und verfärbt sich. Wird die Nagelmykose allerdings nicht behandelt, so dringt der Pilz tiefer in den betroffenen Nagel ein, breitet sich aus und betrifft auch andere Nägel.


Zur Behandlung von Nagelpilz steht eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Auswahl. Dazu gehören Antipilz-Nagellacke, -Stifte und -Cremes sowie verschiedene Medikamente oder eine Lasertherapie. Bei einem leichten Pilzbefall können auch Hausmittel wirksam sein.


Einem Nagelpilz lässt sich relativ gut vorbeugen. Vermeide feucht-warme Umgebungen, da diese Pilzsporen anziehen. Wasche Deine Handtücher, Socken und Ähnliches regelmäßig bei mindestens 60 °C und trockne Deine Hände und Füße immer gründlich ab oder desinfiziere sie gegebenenfalls.

Was versteht die Medizin unter einem Nagelpilz?

Nagelpilz, auch bekannt als Onychomykose, Tinea unguium oder Nagelmykose, ist eine durch Pilze verursachte chronische Infektion der Nägel. Etwa zehn Prozent der Bevölkerung leidet einmal im Leben unter einer Onychomykose. Besonders stark davon betroffen sind ältere Personen und Menschen mit einer Abwehrschwäche aufgrund von Krankheiten wie Diabetes oder Leukämie. Nagelmykose kann sowohl die Fußnägel als auch die Zehennägel betreffen. An den Zehen kommt es allerdings aufgrund der feuchteren und wärmeren Bedingungen häufiger zu einer Infektion. Zu Beginn ist nur ein kleiner Teil des Nagels betroffen und verfärbt sich. Wird die Nagelmykose allerdings nicht behandelt, so dringt der Pilz tiefer in den betroffenen Nagel ein, breitet sich aus und infiziert auch andere Nägel.

Nagelpilz - Was versteht die Medizin unter einem Nagelpilz?

Was sind die Symptome von Nagelpilz?

Nagelpilz - Was sind die Symptome von Nagelpilz?

Die Symptome bei Nagelpilz variieren stark und hängen von den verschiedenen Formen ab. Zu diesen zählen die distolaterale subunguale Onychomykose (DSO), die weiße superfizielle Onychomykose (WSO), die proximale subunguale Onychomykose (PSO), die Candida-Paronychie und die Endonyx-Onychomykose.

In der Regel treten vor allem im fortgeschrittenen Stadium Symptome wie Glanzlosigkeit des Nagels, weiße oder gelbliche Verfärbungen am Nagelrand sowie eine Verdickung der Nagelplatte auf. Teilweise wird der Nagel brüchig und zerbröselt. In manchen Fällen klagen Betroffene über Beschwerden beim Gehen, Tragen von Schuhen oder beim längeren Stehen. All diese Krankheitsanzeichen hängen zwar von der Art des Fußpilzes ab, aber es muss bei allen Formen zu einer rechtzeitigen Behandlung kommen, da sonst der ganze Nagel vom Pilz befallen und völlig zerstört wird (total-dystrophische Onychomykose).

Nagelpilz - Wie macht sich eine distolaterale subunguale Onychomykose (DSO) bemerkbar?

Wie macht sich eine distolaterale subunguale Onychomykose (DSO) bemerkbar?

Die distolaterale subunguale Onychomykose ist die häufigste Form von Nagelpilz und macht etwa 90 Prozent aller Nagelpilzerkrankungen aus. Der Erreger hierbei ist meistens der Fadenpilz Trichophyton rubrum, welcher am freien Ende des Nagels unter der Nagelplatte eindringt und sich an der Unterseite in Richtung Nagelwurzel ausbreitet. Zu Beginn ist die Nagelplatte stumpf und glanzlos. Im weiteren Verlauf verfärbt sie sich weiß-gelblich und der Nagel beginnt sich zu verdicken und vom Nagelbett abzulösen. Die übermäßige Verhornung der Nagelplatte kann bei manchen Patienten Schmerzen verursachen, da diese auf das darunterliegende Nagelbett drückt. Insbesondere beim Tragen enger Schuhe und beim Gehen macht sich dies bemerkbar. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass sich Bakterien im geschädigten Gewebe ansiedeln und eine Nagelbettentzündung verursachen. Im letzten Stadium ist der Nagel rissig, brüchig und krümelig.

Wie erkenne ich eine weiße superfizielle Onychomykose (WSO)?

Die weiße oberflächliche Onychomykose, auch Leukonychia trichophytica, ist eine sehr seltene Form des Nagelpilzes. Bei dieser Erkrankung dringt der Erreger in die oberen Schichten des Nagelkeratins ein und der betroffene Bereich verfärbt sich weiß.

Was sind die Anzeichen einer proximalen subungualen Onychomykose (PSO)?

Der Auslöser der proximalen subungualen Onychomykose ist meistens der Fadenpilz Trichophyton rubrum. Dieser dringt am Nagelwall, wo der Nagel herauswächst, über die Haut in die Nagelplatte und das Nagelbett ein. Der Nagel verfärbt sich weißlich und zeigt eine Trübung. Diese Art des Nagelpilzes tritt ebenfalls selten auf und betrifft vorwiegend Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.

Was sind die Symptome einer Candida-Paronychie?

Durch eine Infektion mit Hefepilzen, häufig Candida albicans, entwickelt sich eine chronische Entzündung des proximalen und später des seitlichen Nagelwalls. Typische Anzeichen für eine Candida-Paronychie sind eine Rötung und Schwellung des Nagelwalls. Im weiteren Verlauf verfärbt sich die Nagelplatte im Randbereich und an den Seiten. Die Farbe variiert und reicht von gelblich über bräunlich bis grünlich. Wird der Nagelpilz nicht behandelt, breitet sich dieser auch auf die Nagelmatrix und das Nagelbett aus. Häufig betroffen von dieser Form des Nagelpilzes sind Personen, die mit den Händen in feuchter oder nasser Umgebung arbeiten.

Wie zeigt sich eine Endonyx-Onychomykose?

Diese Art des Nagelpilzes ist sehr therapieresistent und wird durch Fadenpilze der Gattung Trichophyton ausgelöst. Diese dringen dabei zwischen die Schichten der Nagelplatte ein und breiten sich dort aus. Die Nagelplatte wirkt glanzlos, verfärbt sich weißlich und splittert lamellenförmig ab. Das Nagelbett bleibt in der Regel intakt und es kommt zu keiner Verdickung oder Ablösung der Nagelplatte vom Nagelbett.

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Welche Ursachen hat Nagelpilz?

Nagelpilz ist eine erregerbedingte Erkrankung. Es gibt drei Pilzarten, welche Nagelpilz hervorrufen können. Dazu zählen Dermatophyten (Fadenpilze), Hefepilze (insbesondere Candida albicans) und Schimmelpilze. Die Dermatophyten sind allerdings für 60 bis 80 Prozent der Nagelpilzerkrankungen verantwortlich; in diesen Fällen sprechen Mediziner auch von einer Dermatophytose.

Nagelpilz - Welche Ursachen hat Nagelpilz?

Welche Risikofaktoren begünstigen eine Tinea unguium?

Es gibt bestimmte Faktoren, die das Risiko einer Nagelmykose erhöhen. Das Alter spielt hierbei eine wichtige Rolle. Die Erkrankungshäufigkeit bei über 60-Jährigen ist doppelt so hoch wie die durchschnittliche Prävalenz und verdoppelt sich bei den über 70-Jährigen nochmals. Personen mit Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen, Nagelekzemen oder Nagelpsoriasis sind besonders anfällig für eine Pilzerkrankung. Weitere Risikofaktoren sind Krankheiten wie AIDS, eine Chemotherapie oder die Einnahme von Antibiotika, da diese bestimmte Schutzfunktionen des Immunsystems unterdrücken und das Erkrankungsrisiko dadurch erhöht ist. Neuesten Untersuchungen zufolge kann die Empfindlichkeit einer Tinea unguium auch genetisch bedingt sein. Besonders begünstigend für eine Nagelpilzinfektion ist darüber hinaus ein feucht-warmes Milieu, wie jenes in lange getragenen Schuhen. Da sich Dermatophyten hier besonders gut vermehren können, sind Zehennägel häufiger betroffen als Fingernägel.

Ist eine Nagelmykose ansteckend?

Nagelpilz - Ist eine Nagelmykose ansteckend?

Nagelpilz ist ansteckend und kommt durch Pilzsporen über die Haut. Diese Sporen sind mikroskopisch klein und die Übertragung kann direkt oder indirekt erfolgen. Der häufigste Übertragungsweg ist von Mensch zu Mensch, allerdings ist eine Ansteckung auch über verunreinigte und gemeinsam benutze Gegenstände wie Handtücher, Badematten, Teppiche und Betten möglich.

Nagelpilz - Ist eine Nagelmykose ansteckend?

Wie diagnostiziert der Arzt einen Nagelpilz?

Nagelpilz - Wie diagnostiziert der Arzt einen Nagelpilz?

Besteht der Verdacht einer Infektion mit Nagelpilz, solltest Du Dich an Deinen Hausarzt oder Dermatologen wenden. Dieser wird zuallererst eine Anamnese durchführen und sich erkundigen, seit wann die Nagelveränderungen bestehen, ob Du unter chronischen Erkrankungen wie Diabetes leidest oder jemand in Deiner Familie eine Pilzinfektion hat.

Danach folgt die körperliche Untersuchung. Der Mediziner begutachtet die betroffenen Nägel und das umliegende Gewebe. Verdickte und verfärbte Nagelplatten können zwar ein Hinweis auf Nagelpilz sein, allerdings kann es auch andere Auslöser dafür geben wie Hautekzeme, Knötchenflechte, Durchblutungsstörungen oder Schilddrüsenerkrankungen. Auch Menschen mit chronischem Krampfaderleiden oder einem Eisen-, Kalzium- oder Vitaminmangel leiden häufig unter verdickten und verfärbten Zehennägeln.
 
Um all diese anderen möglichen Ursachen ausschließen zu können, führt der Experte einen Nagelpilz-Test durch. Er desinfiziert dafür den betroffenen Nagel mit Alkohol und schabt etwas von der Nagelplatte ab. Diese Nagelspäne werden unter dem Mikroskop nach Pilzsporen untersucht. Sollte der Arzt welche entdecken, so handelt es sich um Nagelpilz. Der Mediziner kann jedoch nicht feststellen, um welche Art von Pilz es sich handelt. Diese Information ist allerdings notwendig, um dem Patienten die entsprechenden Anti-Nagelpilz-Tabletten zu verschreiben. Daher wird aus der Gewebeprobe im Labor eine Pilzkultur angezüchtet. Dieses Verfahren dauert zwar drei bis vier Wochen, somit ist aber endgültig der Erregertyp feststellbar.
 
Wenn der Nagelpilz bereits sehr stark ausgeprägt ist, beginnt der Experte schon vor der endgültigen Diagnose eine antimykotische Therapie, die gegen eine Vielzahl an Pilzen wirkt. In besonderen Fällen werden weitere Tests wie eine histologische Untersuchung des Nagelgewebes im Labor durchgeführt.

Wie lässt sich Nagelpilz behandeln?

Zur Behandlung von Nagelpilz steht eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Auswahl. Du kannst den betroffenen Nagel mittels topischer (äußerlich angewandt), physikalischer (mechanische Abtragung oder Laserbehandlung) oder systemischer Therapie (Tabletten) behandeln. Anhand verschiedener Kriterien entscheidet der Arzt, ob eine rein topische Variante ausreicht oder ob sie mit einer oralen Therapie kombiniert werden muss. Bei der weißen superfiziellen Onychomykose sowie der weitverbreiteten distolateralen subungualen Onychomykose reicht in der Regel eine äußerliche Behandlung mit Antipilz-Nagellack, Antipilz-Salbe oder Nagelpilzstift aus. Alle anderen Formen von Nagelpilz verlangen die Einnahme von Medikamenten. Die Lasertherapie ist eine weitere Möglichkeit, welche jedoch relativ teuer ist und nicht von der Krankenkasse übernommen wird.
 
Eine Methode, die Ärzte heutzutage nicht mehr anwenden, ist die chirurgische Entfernung des Nagels. Aufgrund der Nebenwirkungen wie Schmerzen und des hohen Rückfallrisikos führen Mediziner diesen Eingriff kaum noch durch. Neben all diesen Optionen kannst Du natürlich auch auf Hausmittel zurückgreifen, die allerdings nur bei einem schwachen Pilzbefall wirksam sind und nie als Ersatz einer schulmedizinischen Behandlung anzuwenden sind.

Nagelpilz - Wie lässt sich Nagelpilz behandeln?

Was können Anti-Nagelpilzlacke, -cremes und -stifte?

Eine Therapie mit Anti-Nagelpilzlacken, -cremes oder -stiften können Patienten selbstständig zu Hause durchführen. Diese drei Behandlungsmethoden eignen sich besonders bei leichteren Fällen von Nagelpilz, also wenn nur ein Nagel und maximal die Hälfte der Nagelfläche befallen sind und die Nagelwurzel nicht infiziert ist.

Nagelpilz - Anti-Nagelpilzlacke

Anti-Nagelpilzlacke sind rezeptfrei erhältlich sowie schnell und einfach zu benutzen. Es gibt zwei unterschiedliche Arten dieser Nagellacke, die unterschiedlich anzuwenden sind. Die wasserlöslichen Nagellacke sind einmal täglich aufzutragen. Nach dem Auftragen darf der Nagel sechs Stunden lang keinen Kontakt mit Wasser haben, danach lassen sich die Lackreste einfach mit Wasser abwaschen. Wasserfeste Anti-Nagelpilzlacke hingegen sind je nach Wirkstoff unterschiedlich oft aufzutragen. Enthält der Lack den Wirkstoff Amorolfin, so reicht es aus, diesen ein- bis zweimal pro Woche aufzutragen. Wenn der Wirkstoff Ciclopirox enthalten ist, musst Du diesen im ersten Monat jeden zweiten Tag, im zweiten Monat mindestens zweimal pro Woche und im dritten Monat mindestens einmal pro Woche anwenden. Die Lackreste sind im Gegensatz zum wasserlöslichen Produkt nur mit Alkohol oder Nagellackentferner zu entfernen. Bei beiden Arten von Anti-Nagelpilzlacken raten Ärzte von künstlichen Nägeln und kosmetischen Lacken ab, da durch diese der Verlauf des Nagelpilzes schlechter zu beobachten ist.


Nagelpilz - Nagelpilzcremes

Nagelpilzcremes sind ebenfalls rezeptfrei erhältlich und eignen sich gut bei verdickten Nägeln und Pilzinfektionen unter der Nagelplatte. In den Cremes ist der Wirkstoff Bifonazol enthalten, welcher antibakteriell und entzündungshemmend wirkt. Einige dieser Salben enthalten zusätzlich Harnstoff, welcher den Nagel auflöst, um diesen entfernen zu können. Bei dieser Behandlungsmethode musst Du den betroffenen Nagel etwa zehn Minuten lang in warmem Wasser einweichen und danach gut abtrocknen. Danach cremst Du den Nagel mit der harnstoffhaltigen Salbe ein und schützt diesen mit einem Pflaster. Nach 24 Stunden solltest Du dieses entfernen und den Nagel in warmes Wasser halten. Die nun aufgeweichte Schicht des Nagels musst Du mit einem Spatel, der meistens bei den Cremes enthalten ist, abschaben, den Nagel erneut eincremen und mit einem Pflaster verbinden. Diese Behandlung musst Du für zwei Wochen durchführen. Wenn der infizierte Teil des Nagels danach vollständig weggeschabt ist, wird die darunterliegende Haut für weitere vier Wochen mit einer Bifonazol-Creme behandelt.


Nagelpilz - Anti-Nagelpilzstifte

Eine weitere Möglichkeit, Nagelpilz zu behandeln, sind Anti-Nagelpilzstifte. Diese sind ohne Rezept erhältlich und einfach anzuwenden. Je nach Produkt ist der Stift über einen Zeitraum von vier Wochen ein- bis zweimal täglich aufzutragen. Die darin enthaltenen Wirkstoffe nehmen dem Pilz den Nährboden und töten ihn schließlich ab. Auch bei diesen Produkten raten Mediziner allerdings von der zeitgleichen Verwendung von kosmetischem Nagellack ab.

Wie funktioniert die Behandlung der Nagelmykose mit einem Laser?

Eine weitere Behandlungsmethode stellt die Lasertherapie dar. Dabei durchdringt ein gepulster Infrarotlaser die befallenen Nägel und inaktiviert die vorhandenen Pilzstrukturen. Der Nagel wird dabei nicht geschädigt und es treten kaum Nebenwirkungen auf. Manche Patienten verspüren lediglich ein Wärmegefühl oder leichtes Stechen in dem behandelten Bereich. Diese Therapieform ist allerdings sehr teuer und wird nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Solltest Du privat versichert sein, musst Du einen Nachweis über die medizinische Notwendigkeit erbringen.

Welche Medikamente helfen gegen Nagelpilz?

Nagelpilz - Welche Medikamente helfen gegen Nagelpilz?

Wenn eine selbstständige Nagelpilz-Behandlung mit Hausmitteln oder Antipilz-Nagellacken nicht wirksam ist bzw. viele Nägel oder größere Nagelflächen betroffen sind, solltest Du einen Arzt aufsuchen. Dieser verschreibt Dir antimykotische Tabletten, deren Wirkstoff auf den Erregertyp abgestimmt ist.

Bei der Auswahl des Wirkstoffes, darunter Terbinafin, Itraconazol und Fluconazol, muss der Mediziner wichtige Aspekte beachten. Schwangere Frauen sollten kein Terbinafin einnehmen, ältere Personen jedoch sollten genau mit diesem Wirkstoff behandelt werden. Bei Terbinafin ist nämlich das Risiko von Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten geringer als bei Itraconazol und Fluconazol. Besonders für ältere Menschen ist das wichtig, da sie meistens verschiedene Medikamente wie Blutdruckmittel einnehmen müssen. Daher sollten Betroffene den Arzt unbedingt über Erkrankungen oder gesundheitliche Beschwerden informieren. Im Falle einer Leberfunktionsstörung sollte der Mediziner aufgrund des geringen Risikos für Leberschäden keine Medikamente mit Itraconazol oder Terbinafin verschreiben. Weitere Nebenwirkungen von Itraconazol sind Kopfschmerzen, Schwindel, Magen-Darm-Probleme und Hautausschläge. Terbinafin kann ebenfalls Magen-Darm-Probleme auslösen. In der Regel treten Nebenwirkungen aber nur selten auf und die Mehrzahl der Patienten verträgt die Medikamente gut.
 
Die Antimykotika sind über einen längeren Zeitraum konsequent einzunehmen. Tabletten, welche Terbinafin enthalten, sind über maximal vier Monate anzuwenden, jene mit Itraconazol etwas kürzer, also etwa drei Monate lang. Diese beiden Antimykotika können entweder durchgehend einmal am Tag oder mit Behandlungspausen angewendet werden. Die Therapie mit Fluconazol dauert etwa sechs bis zwölf Monate und erfordert eine wöchentliche Einnahme.

Bei dieser Behandlung des Nagelpilzes hängt der Erfolg sehr stark von der kontinuierlichen Einnahme der Tabletten ab. Am besten sollte die systemische Behandlung mit einer äußerlichen kombiniert werden und solange erfolgen, bis der befallene Nagelanteil komplett herausgewachsen ist. Bei einer Therapie rein mit Antimykotika liegt die Rezidivquote, also die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls, nämlich zwischen fünf und 40 Prozent. Dies liegt unter anderem am langsamen Nagelwachstum im Alter, ungünstigen anatomischen Gegebenheiten oder einer geringen Bereitschaft der Patienten, die Therapie durchzuführen.

Nagelpilz - Antimykotika

Gibt es Hausmittel gegen Nagelpilz?

Nagelpilz - Gibt es Hausmittel gegen Nagelpilz?

Viele Menschen bevorzugen Hausmittel im Kampf gegen den Nagelpilz. Besonders häufig kommen Essig, Zitrone, Ringelblumen und Aloe vera zum Einsatz. Auch Teebaumöl oder mentholhaltige Salben sind eine Möglichkeit.

All diese Hausmittel gelten als sanfte Hilfen gegen die Pilzinfektion und sind daher bei einem sehr starken Befall wenig nützlich. Wissenschaftler konnten darüber hinaus noch nicht beweisen, dass Essig oder Teebaumöl wirklich wirksam sind. Deshalb solltest Du diese Hausmittel nicht als Ersatz, sondern zusätzlich zur schulmedizinischen Behandlung anwenden.

Was muss ich bei Nagelpilz beachten?

Solltest Du unter Nagelpilz leiden, ist es wichtig, viel Geduld zu haben und die Therapie konsequent über mehrere Monate durchzuführen. Da der Zehennagel bei der Behandlung herauswachsen muss, aber pro Monat nur etwa einen Millimeter wächst, nimmt die Therapie viel Zeit in Anspruch. Darüber hinaus solltest Du verhindern, dass sich auch die gesunden Nägel infizieren. Daher ist es besonders wichtig, die Hände immer zu waschen, nachdem Du einen infizierten Nagel angefasst hast. Sterilisiere das zur Nagelpflege benutzte Werkzeug und wasche Deine Socken bei mindestens 60 °C. Du solltest ebenfalls Dein eigenes Handtuch benutzen und dieses sogar täglich wechseln. Wenn Du auf diese Hinweise achtest, kannst Du das Risiko minimieren, dass sich Deine Mitmenschen bei Dir anstecken.

Nagelpilz - Was muss ich bei Nagelpilz beachten?

Wie kann ich einem Nagelpilz vorbeugen?

Nagelpilz - Vermeide es geschlossene Schuhe zu tragen, in denen die Füße stark schwitzen

Vermeide es geschlossene Schuhe zu tragen, in denen die Füße stark schwitzen

Nagelpilz - Vermeide bei Socken und Strümpfen synthetische Stoffe und greife eher zu Baumwolle, Wolle oder Baumwollmischungen

Vermeide bei Socken und Strümpfen synthetische Stoffe und greife eher zu Baumwolle, Wolle oder Baumwollmischungen

Nagelpilz - Achte auf die richtige Fußpflege und trockne gut die Zehenzwischenräume nach dem Duschen ab

Achte auf die richtige Fußpflege und trockne gut die Zehenzwischenräume nach dem Duschen ab

Nagelpilz - Wechsle regelmäßig Handtücher, Bettwäsche, Duschvorleger, Socken und Strümpfe und wasche sie bei mind. 60°C

Wechsle regelmäßig Handtücher, Bettwäsche, Duschvorleger, Socken und Strümpfe und wasche sie bei mind. 60°C

Einem Nagelpilz lässt sich relativ gut vorbeugen. Die Pilzsporen kommen zwar überall in unserer Umwelt vor, allerdings bevorzugen sie eine feucht-warme Umgebung. Aus diesem Grund solltest Du möglichst selten geschlossene Schuhe tragen, in denen die Füße stark zu schwitzen beginnen. Sandalen oder leichte Halbschuhe sind hier die bessere Wahl, da sie luftdurchlässiger sind. Ziehe auf keinen Fall nasse oder feuchte Schuhe an und lüfte getragene Schuhe gut aus. Solltest Du stark geschwitzt haben, stopfe die Schuhe mit Papier aus und lasse sie gut austrocknen. Zusätzlich kannst Du sie auch desinfizieren.
 
Um eine Infektion mit Nagelpilz zu verhindern, solltest Du bei der Wahl von Socken und Strümpfen auf das Material achten. Vermeide synthetische Stoffe und greife auf Wolle, Baumwolle oder Baumwollmischungen zurück. Wechsel Deine Socken am besten täglich oder sogar mehrmals am Tag, wenn Du stark geschwitzt hast. Socken und Schuhe sollten darüber hinaus nicht mit anderen Menschen geteilt werden, um eine Übertragung von Nagelpilz zu verhindern.
 
Auch die richtige Fußpflege kann dabei helfen, einer Nagelmykose vorzubeugen. Nach dem Duschen musst Du Deine Füße und vor allem die Zehenzwischenräume gut abtrocknen, bevor Du Socken oder Schuhe anziehst. Menschen mit Diabetes, einer Immunschwäche, aber auch Sportler sind besonders anfällig für Nagelpilz und sollten daher regelmäßig einen medizinischen Fußpfleger (Podologen) aufsuchen.
 
Experten empfehlen, Handtücher, Bettwäsche, Duschvorleger, Socken und Strümpfe regelmäßig auszutauschen und bei mindestens 60 °C zu waschen. Dafür kannst Du Vollwaschmittel oder spezielle Waschmittel, welche die Pilzsporen abtöten, verwenden. Laufe außerdem nicht barfuß und trage immer Badeschlapfen in öffentlichen Einrichtungen wie Sauna, Fitnessstudio und Schwimmbad.

Nagelpilz - Wie kann ich einem Nagelpilz vorbeugen?

Wie ist die Prognose bei Nagelpilz?

Ohne eine Therapie heilt Nagelpilz nicht von alleine ab, sondern schreitet langsam voran und nimmt einen chronischen Verlauf. In einem fortgeschrittenen Zustand verursacht eine Onychomykose erhebliche Schmerzen und auch das Nagelbett sowie die Haut um den Nagel können sich entzünden. Um dies zu verhindern, ist eine konsequente und richtige Behandlung nötig. Vor allem Personen mit einem geschwächten Immunsystem oder Diabetes mellitus sollten so früh wie möglich einen Arzt aufsuchen, da es bei ihnen schneller zu Komplikationen kommt. Bricht ein Patient die Therapie zu früh ab, besteht die Gefahr, dass die Pilzerreger überleben und sich der Nagelpilz erneut ausbreitet. Bei der richtigen Behandlung ist die Prognose allerdings gut und die Nagelmykose heilt vollständig aus.

Wie viel kostet die Behandlung von Nagelpilz?

Nagelpilz - Kosten

Die Kosten der Behandlung einer Onychomykose sind je nach Art der Therapie sehr unterschiedlich. Ein Anti-Nagelpilzstift kostet etwa 17 Euro und ist sogar in der Drogerie erhältlich. Die Preise für Nagellacke gegen Nagelpilz liegen zwischen 18 und 28 Euro.

Salben sind bereits ab 5 Euro verfügbar. Die Kosten der Laserbehandlung hängen unter anderem vom Umfang des Pilzbefalls ab. Bei dieser Behandlung musst Du mit Kosten zwischen 150 und 500 Euro pro Sitzung rechnen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung einer Nagelmykose?

Die Kosten für die verschreibungspflichtigen Antimykotika übernimmt die Krankenkasse. Anti-Nagelpilzlacke, -stifte oder -cremes sind ohne Rezept in der Apotheke erhältlich und werden von den gesetzlichen Krankenkassen für Kinder bis zwölf Jahre erstattet. Für die Kosten einer Laserbehandlung musst Du jedoch in der Regel selbst aufkommen. Solltest Du privat versichert sein, musst Du bei Deiner Versicherung einen Nachweis über die medizinische Notwendigkeit erbringen.

 


Über den Autor: Dr. med. Benjamin Gehl

Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie


Als Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie liegt die Leidenschaft von Dr. Gehl schon immer im Bereich der medizinischen Contentproduktion.

Aufgrund seiner Ausbildung, einer langjährigen Einsatzzeit in der rekonstruktiven und plastischen Chirurgie, sowie zahlreichen Auslandseinsätzen in Indien, Afrika und Amerika weiß er, welche Techniken und Behandlungen für medizinische Indikationen international Anwendung finden und State of the art sind.

Weiterhin beschäftigt er sich täglich mit neuen Trends und Techniken in der operativen und nicht-operativen Chirurgie. Fortbildungen sowie Studien zählen genauso zu seiner Leidenschaft wie die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten zu den neuesten fachspezifischen Themen.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Nagelpilz, auch bekannt als Onychomykose, Tinea unguium oder Nagelmykose, ist eine durch Pilze verursachte chronische Infektion der Nägel. Nagelmykose kann sowohl die Fußnägel als auch die Zehennägel betreffen. An den Zehen kommt es allerdings aufgrund der feuchteren und wärmeren Bedingungen häufiger zu einer Infektion.


Zu Beginn ist nur ein kleiner Teil des Nagels betroffen und verfärbt sich. Wird die Nagelmykose allerdings nicht behandelt, so dringt der Pilz tiefer in den betroffenen Nagel ein, breitet sich aus und betrifft auch andere Nägel.


Zur Behandlung von Nagelpilz steht eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Auswahl. Dazu gehören Antipilz-Nagellacke, -Stifte und -Cremes sowie verschiedene Medikamente oder eine Lasertherapie. Bei einem leichten Pilzbefall können auch Hausmittel wirksam sein.


Einem Nagelpilz lässt sich relativ gut vorbeugen. Vermeide feucht-warme Umgebungen, da diese Pilzsporen anziehen. Wasche Deine Handtücher, Socken und Ähnliches regelmäßig bei mindestens 60 °C und trockne Deine Hände und Füße immer gründlich ab oder desinfiziere sie gegebenenfalls.

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