Was ist ein Melanom?
Das Melanom, auch malignes Melanom oder schwarzer Hautkrebs genannt, ist ein bösartiger Tumor, der aus den pigmentbildenden Zellen der Haut (Melanozyten) entsteht. Es ist die gefährlichste Form von Hautkrebs, da es früh über Lymph- und Blutgefäße Metastasen in andere Organe bilden kann. Bei rechtzeitiger Erkennung und Behandlung sind die Heilungschancen jedoch sehr gut.
In Deutschland erkranken jährlich etwa 23.000 Menschen neu an einem Melanom, Tendenz steigend. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei etwa 60 Jahren, jedoch können auch jüngere Menschen betroffen sein. Die regelmäßige Hautkrebsvorsorge ist daher für alle Altersgruppen wichtig.

Auf einen Blick: Melanom
Was ist es?
Bösartiger Tumor der pigmentbildenden Hautzellen (Melanozyten)
Häufigkeit
Ca. 23.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland
Besonderheit
Kann früh Metastasen in Lymphknoten und Organe bilden
Prognose
Bei Früherkennung über 95% 5-Jahres-Überlebensrate
Welche Typen gibt es?
Der schwarze Hautkrebs tritt in verschiedenen klinischen Formen auf, die sich in Erscheinungsbild und Aggressivität unterscheiden:
Die vier Haupttypen
Superfiziell spreitendes Melanom (SSM)
60% aller Fälle. Wächst zunächst flächig, mehrfarbig, unregelmäßig begrenzt.
Noduläres Melanom (NM)
20% aller Fälle. Wächst schnell in die Tiefe, knotig, oft dunkelbraun bis schwarz.
Lentigo-maligna-Melanom (LMM)
10% aller Fälle. Entsteht im Gesicht älterer Menschen, wächst sehr langsam.
Akral-lentiginöses Melanom (ALM)
5% aller Fälle. Tritt an Handflächen, Fußsohlen oder unter Nägeln auf.
Sonderformen
- Amelanotische Form: Pigmentarmer Tumor, erscheint hautfarben oder rötlich
- Schleimhautform: Entsteht an Schleimhäuten (Mund, Nase, Genitalien)
- Aderhautform: Tumor im Auge (Uvea)

Wie erkennt man schwarzen Hautkrebs?
Die Früherkennung ist entscheidend für die Prognose. Die ABCDE-Regel hilft bei der Selbstuntersuchung verdächtiger Hautveränderungen:
- A – Asymmetrie: Der Fleck ist ungleichmäßig, nicht rund oder oval
- B – Begrenzung: Die Ränder sind unscharf, gezackt oder verwaschen
- C – Colour (Farbe): Mehrere Farbtöne in einem Fleck
- D – Durchmesser: Größer als 6 mm
- E – Evolution: Veränderung in Größe, Form oder Farbe
Weitere Warnzeichen
- Ein Muttermal, das sich von anderen deutlich unterscheidet („hässliches Entlein“)
- Juckreiz, Brennen oder Blutung an einem Pigmentmal
- Neues, schnell wachsendes Pigmentmal im Erwachsenenalter
- Veränderung eines seit Jahren bestehenden Muttermals
Wie wird die Diagnose gestellt?
Die Diagnose erfolgt durch einen Dermatologen und umfasst mehrere Schritte:
Dermatoskopie
Mit dem Auflichtmikroskop werden verdächtige Pigmentmale vergrößert betrachtet. Erfahrene Dermatologen können so charakteristische Strukturen erkennen.
Exzision und Histologie
Bei Verdacht wird das Pigmentmal vollständig entfernt und im Labor untersucht. Die histologische Untersuchung bestätigt die Diagnose und liefert wichtige Informationen für die weitere Behandlung.
Staging
Wird der schwarze Hautkrebs bestätigt, erfolgen weitere Untersuchungen zur Ausbreitungsdiagnostik:
- Bestimmung der Tumordicke nach Breslow
- Ultraschall der Lymphknoten
- Wächterlymphknoten-Biopsie bei dickeren Tumoren
- CT/MRT/PET-CT bei fortgeschrittenen Stadien

Wie wird schwarzer Hautkrebs behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. In frühen Stadien ist die operative Entfernung die Therapie der Wahl.
Operative Entfernung
Der Tumor wird mit einem Sicherheitsabstand im gesunden Gewebe entfernt. Die Größe des Sicherheitsabstands richtet sich nach der Tumordicke (1-2 cm). Die anschließende Narbenbehandlung optimiert das kosmetische Ergebnis.
Adjuvante Therapie
Bei höherem Rückfallrisiko kann nach der Operation eine ergänzende (adjuvante) Therapie erfolgen, meist mit Immuntherapie (Checkpoint-Inhibitoren).
Therapie bei Metastasen
Bei fortgeschrittener Erkrankung stehen moderne Therapieoptionen zur Verfügung:
- Immuntherapie: Checkpoint-Inhibitoren aktivieren das Immunsystem gegen den Tumor
- Zielgerichtete Therapie: Bei BRAF-Mutation Kombination aus BRAF- und MEK-Inhibitoren
- Strahlentherapie: Bei Hirnmetastasen oder nicht operablen Tumoren
Wie läuft die Behandlung ab und welche Risiken gibt es?
Der Ablauf der Behandlung hängt vom Stadium der Erkrankung ab. Nach der Diagnose erfolgt zunächst ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt, in dem die Befunde erklärt und die Behandlungsoptionen besprochen werden.
Ablauf der operativen Entfernung
Die Operation erfolgt meist ambulant unter örtlicher Betäubung. Der Tumor wird mit einem Sicherheitsabstand von 1-2 cm im gesunden Gewebe entfernt. Bei dickeren Tumoren wird zusätzlich eine Wächterlymphknoten-Biopsie durchgeführt. Die Wunde wird sorgfältig vernäht und das Gewebe zur Untersuchung eingeschickt. Die Fäden werden nach 10-14 Tagen entfernt.
Mögliche Risiken der Operation
- Nachblutung: Leichte Blutungen in den ersten Stunden möglich
- Wundheilungsstörung: Besonders bei größeren Defekten
- Narbenbildung: Je nach Größe und Lokalisation unterschiedlich
- Lymphödem: Bei Entfernung von Lymphknoten möglich
- Taubheitsgefühl: Im operierten Bereich vorübergehend
Nebenwirkungen der Immuntherapie
Die modernen Immuntherapien können autoimmune Reaktionen auslösen, da das aktivierte Immunsystem auch gesunde Organe angreifen kann. Häufige Nebenwirkungen sind:
- Hautausschläge und Juckreiz
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Durchfall und Darmentzündungen
- Schilddrüsenfunktionsstörungen
- Leberentzündungen (selten)
Diese Nebenwirkungen sind meist gut behandelbar. Eine engmaschige Überwachung während der Therapie ist wichtig.
Ergebnis und Nachsorge
Nach erfolgreicher Behandlung sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen entscheidend. In den ersten fünf Jahren erfolgen Kontrollen alle drei Monate, später halbjährlich bis jährlich. Die Nachsorge umfasst die körperliche Untersuchung, Ultraschall der Lymphknoten und bei Bedarf bildgebende Verfahren.
Was kostet die Behandlung?
Die Kosten für Diagnostik und Behandlung des malignen Melanoms werden vollständig von den Krankenkassen übernommen.
Kostenübersicht
Gesetzliche Krankenkasse
Vollständige Übernahme aller Behandlungskosten
Hautkrebsscreening
Alle 2 Jahre kostenlos ab 35 Jahren
Zusätzliche Vorsorge
IGeL: ca. 30-80 Euro (Dermatoskopie)
Nachsorge
Komplett von der Krankenkasse übernommen
Wie sind die Heilungschancen?
Die Prognose hängt entscheidend von der Tumordicke und dem Stadium bei Diagnose ab:
5-Jahres-Überlebensraten
Tumordicke < 1 mm
Über 95% Überlebensrate
Tumordicke 1-2 mm
80-90% Überlebensrate
Lymphknotenbefall
50-70% Überlebensrate
Fernmetastasen
Mit modernen Therapien deutlich verbessert
Wie kann man vorbeugen?
Die wichtigste Präventionsmaßnahme ist der Schutz vor intensiver UV-Strahlung, insbesondere die Vermeidung von Sonnenbränden.
- Sonnenschutz mit LSF 30+ konsequent anwenden
- Intensive Mittagssonne meiden
- Schützende Kleidung und Kopfbedeckung tragen
- Solarien meiden – sie erhöhen das Risiko für schwarzen Hautkrebs erheblich
- Regelmäßige Hautkrebsvorsorge wahrnehmen
- Selbstuntersuchung der Haut alle 1-2 Monate
Stell sie anonym. Die MOOCI-Redaktion prüft jede Frage und holt die Antwort einer Fachärztin oder eines Facharztes ein. Beantwortete Fragen erscheinen hier auf der Seite, ohne Namen. Bei akuten Beschwerden wende Dich bitte direkt an Deine Praxis oder den ärztlichen Notdienst.
Häufige Fragen
Dieser Beitrag wurde von der internen MOOCI-Redaktion erstellt, inhaltlich geprüft und freigegeben. Bei der Recherche und Aufbereitung setzen wir auch KI-gestützte Werkzeuge ein; jeder Text wird vor der Veröffentlichung von unserer Redaktion fachlich gegengelesen. Die redaktionelle Verantwortung trägt Nadja Sukalia, Content Managerin bei MOOCI. Die medizinische Prüfung erfolgt durch Ärztinnen und Ärzte aus unserem Fachnetzwerk.
