Was ist ein Muttermal?
Muttermale sind gutartige Wucherungen von Pigmentzellen, die in der Medizin auch als Nävus/Naevus oder im Volksmund als Leberfleck bezeichnet werden. Zu den Pigmentzellen unserer Haut zählen Naevuszellen sowie Melanozyten, die den Hautfarbstoff Melanin produzieren und diesen an ihre Umgebung abgeben.
Wenn sich diese Pigmentzellen in der Haut ansammeln und Nester bilden, bezeichnet der Arzt dies als Naevus. Wird das Muttermal nicht von Melanozyten, sondern von den Naevuszellen gebildet, spricht der Mediziner von einem Naevuszell-Naevus. Die Bezeichnung „Leberfleck“ ergibt sich aus der Optik der Muttermale. Das Pigment Melanin sorgt für eine bräunliche bis rötliche Färbung. Die Farbe und Form der Flecken erinnern oft an eine Leber, weshalb sie als Leberflecke bezeichnet werden.
Wie sieht ein Muttermal aus?
Muttermale variieren hinsichtlich Größe, Form und Farbe. Sie können klein und punktförmig, aber auch großflächig sein, einzeln liegen oder in Gruppen vorkommen sowie von Haaren bedeckt sein. Manche Naevi sind flach, andere erhaben.
Das farbliche Spektrum umfasst sowohl hautfarbene als auch rötliche oder dunkelbraune Töne. In der Regel sind sie symmetrisch, glatt, scharf begrenzt und maximal fünf Millimeter groß.
Gutartige Muttermale verursachen keine Schmerzen, jucken nicht und machen sich auch sonst durch keinerlei Symptome bemerkbar.
Sind Muttermale gefährlich?
Grundsätzlich sind Muttermale harmlos, aber es besteht das Risiko, dass sich aus einem Leberfleck schwarzer Hautkrebs entwickeln kann. Um Veränderungen frühzeitig zu erkennen, ist eine regelmäßige Muttermalkontrolle sinnvoll – besonders bei vielen Leberflecken sowie bei großflächigen, angeborenen oder dysplastischen Naevi.
Um potenziell gefährliche Leberflecke zu erkennen, kannst Du zunächst nach dem ABCDE Schema vorgehen. Das „A“ steht hierbei für Asymmetrie: das erste Indiz dafür, dass das jeweilige Muttermal gefährlich sein könnte. Ebenso dafür spricht eine unregelmäßige oder unscharfe Begrenzung, für die der Buchstabe „B“ steht. Auch eine ungleichmäßige Färbung mit vielen verschiedenen Farbtönen („C“: Colour) ist verdächtig. Besitzt ein Naevus einen Durchmesser von mehr als sechs Millimeter („D“: Durchmesser) oder wächst halbkugelig in die Höhe („E“: Erhaben), gilt er ebenfalls als auffällig.
Wenn die Kriterien des ABCDE-Schemas auf einen Deiner Leberflecke zutreffen, solltest Du einen Arzt konsultieren, denn dann kann es sein, dass das Muttermal gefährlich ist und Deine Gesundheit beeinträchtigen kann. Bitte beachte aber, dass die Gutartigkeit eines Muttermals ausschließlich von einem gut ausgebildeten Dermatologen attestiert werden kann. Die Begutachtung Deiner Naevi nach dem ABCDE-Schema kann zwar als Referenz dienen, ersetzt aber keinesfalls die jährliche Muttermalkontrolle beim Hautarzt!
Einen Leberfleck, der sehr schnell wächst oder nach jahrelangem Stillstand erneut beginnt sich zu vergrößern, solltest Du ebenso von einem Arzt begutachten lassen. Besitzt ein Naevus einen entzündlichen Hof oder breitet sich unregelmäßig und langsam in der Umgebung aus, ist ebenfalls eine Kontrolle bei Deinem Hautarzt ratsam. Verspürst Du Symptome wie Juckreiz, Schmerzen, Rötungen oder nässt ein Leberfleck bzw. blutet sogar, solltest Du umgehend einen Arzt aufsuchen, denn all dies sind Anzeichen, die auf die Bösartigkeit eines Muttermals hindeuten.
Wie lässt sich ein Muttermal entfernen?
Einmal im Jahr solltest Du Deine Leberflecke von einem Hautarzt kontrollieren lassen. So kann er Veränderungen erkennen und die Naevi, wenn nötig, chirurgisch entfernen. Neben der jährlichen Kontrolle solltest Du Deinen Dermatologen aufsuchen, wenn Du Veränderungen an ihnen feststellst.
Diese können ein neugebildeter Naevus im Erwachsenenalter sein oder ein bestehender Leberfleck, der die Farbe verändert, also heller oder dunkler wird. Manchmal ist ein Muttermal gutartig und harmlos, wird aber als ästhetischer Makel wahrgenommen und wirkt sich belastend auf den Betroffenen aus. Auch in diesem Fall kannst Du Dich an Deinen Hautarzt wenden, um es entfernen zu lassen.
Es gibt verschiedene Methoden, um Muttermale entfernen zu lassen. Um abzuklären, welche Form der Entfernung bei einem bestimmten Muttermal sinnvoll ist, wird Dein Arzt das betroffene Hautareal zunächst mit einem Dermatoskop untersuchen. Welche Methode Dein Dermatologe schlussendlich wählt, hängt insbesondere von der Position, Größe und Beschaffenheit des Leberflecks ab. Im Folgenden findest Du alle wichtigen Informationen zu den unterschiedlichen Behandlungsmethoden.
Wie funktioniert eine Muttermal OP?
Bei einer Muttermal OP handelt es sich um einen kleinen, unkomplizierten Eingriff, der ambulant unter lokaler Betäubung durchgeführt wird. Dein Arzt trägt dabei den Leberfleck, ohne diesen selbst einzuschneiden, gemeinsam mit dem umliegenden Gewebe mithilfe eines Skalpells oder einer Stanze ab.
Je nachdem wie tief der Leberfleck in die Haut hineinreicht, variiert die Schnitttiefe. Anschließend wird die Wunde vernäht oder mit sterilen Pflasterstrips verklebt.
Außer dem Stich bei der Verabreichung der lokalen Betäubung spürst Du während der Operation keine Schmerzen. Wenn die lokale Betäubung nachlässt, könntest Du ein leichtes Ziehen oder, je nach Empfinden, leichte Schmerzen verspüren. Unmittelbar nach dem Eingriff bist Du wieder gesellschafts- und arbeitsfähig, es entstehen somit keine Einschränkungen.
Ein paar Tage nach der Operation wird Dein Dermatologe einen Kontrolltermin anordnen, in dem er die verwendeten Nähte oder Strips entfernt. Bis zu diesem Termin sollte das behandelte Hautareal trocken gehalten werden, um die Wundheilung zu unterstützen. Auf ausgiebige Bäder oder Sport musst Du dementsprechend in dieser Zeit verzichten. Beim Kontrolltermin wird Dein Arzt ein wasserdichtes Pflaster an der behandelten Stelle anbringen, um die Wunde zu schützen. Ab diesem Zeitpunkt kannst Du wieder wie gewohnt duschen.
Natürlich wird Dich Dein Arzt bei dem Nachsorgetermin genauestens über das weitere Vorgehen aufklären, sodass von Deiner Seite keine Fragen offen bleiben. Nach der Operation bleibt eine kleine Narbe zurück, die aber in der Regel nach einem Jahr eine normale Hautfarbe annimmt und dann kaum mehr sichtbar ist.
Wie lässt sich ein Leberfleck mit der Lasertherapie entfernen?
Grundsätzlich lassen sich Leberflecken auch mittels Lasertherapie entfernen, allerdings greifen Dermatologen primär bei der Entfernung von gutartigen Hyperpigmentierungen wie Altersflecken oder Warzen zu dieser Methode.
Die Laserbehandlung ist besonders sanft, hinterlässt keine Narben und zeigt keine schweren Nebenwirkungen. Gelegentlich können nach der Entfernung Rötungen und Ödeme auftreten, die innerhalb weniger Tage zurückgehen. Bei einigen Patienten kann es zu einer Hyperpigmentierung kommen, die aber nach einiger Zeit häufig wieder verblasst. Allgemein findest Du weitere Informationen zu Pigmentveränderungen auch unter Pigmentflecken entfernen. Wenn in der Tiefe der Haut noch Pigmente zurückbleiben, ist eine erneute Pigmentierung möglich, die eine neuerliche Behandlung erforderlich machen kann.
Die Entfernung von Hautzellen mittels Laser basiert auf der Verwendung von energiereichem Licht. Im Gegensatz zum normalen Licht besitzt der Laser nur eine einzige Wellenlänge und ist daher energiereich. Pigmente nehmen das Licht des Lasers daher stärker auf als das umliegende Gewebe. Die Energie des Lasers wird dabei in Wärme umgewandelt, die die Pigmentzellen zerstört. Dieses Prinzip wird selektive Photothermolyse genannt. Anschließend nehmen die Fresszellen des Immunsystems die Pigmente auf und transportieren sie ab. So kann die Pigmentierung Schicht für Schicht abgetragen werden.
Vor dem Eingriff verwendet Dein Arzt eine lokale Betäubung oder schmerzlindernde Salbe. So verspürst Du während des Eingriffs nur ein leichtes Kribbeln oder Prickeln, aber keine Schmerzen. Die Behandlung dauert nur wenige Minuten und Du kannst danach wieder nach Hause und Deinen normalen Alltagsaktivitäten nachgehen. Die Wunde trocknet nach der Behandlung ab und es bildet sich eine Kruste, die sich nach etwa zwei Wochen wieder löst.
Wichtig ist, dass Du sechs Wochen postoperativ die Sonne meidest und im ersten Jahr nach der Entfernung einen hohen Sonnenschutz, am besten mit Lichtschutzfaktor 50, verwendest. Bei postoperativen Pigmentveränderungen kann auch Tranexamsäure als aufhellender Wirkstoff hilfreich sein.
Der Nachteil dieser Methode ist, dass das entnommene Gewebe nach der Entfernung nicht mehr untersucht werden kann. Daher eignet sich das Verfahren nicht zur Krebsdiagnose und wird somit von Dermatologen nicht mehr zur Entfernung von Naevi eingesetzt, sondern vorwiegend für die Entfernung von Warzen und Pigmentstörungen.

Wie kann ein Muttermal mittels Kauterisation entfernt werden?
Eine weitere Möglichkeit, um Muttermale zu entfernen, ist die sogenannte Kauterisation. Diese findet insbesondere bei der Entfernung von erhabenen, warzenartig abstehenden Leberflecken Anwendung. Die Kauterisation, die in der Medizin auch als Hochfrequenz-Elektrochirurgie bezeichnet wird, wird ambulant unter lokaler Betäubung durchgeführt. Zudem ist die Methode sehr schonend, risikoarm und auch die Wahrscheinlichkeit der Narbenbildung ist gering.
Dein Dermatologe arbeitet bei der Kauterisation mit einem Radiofrequenz-Cutter, der aus einer Drahtschlinge oder einer Pinzette besteht, die mit elektrischem Strom erhitzt wird. Mit dieser wird der Leberfleck erfasst und abgeschnitten. Die Wärme, die von dem Gerät ausgeht, verschließt beim Schnitt die Blutgefäße, sodass keine Blutung entsteht.
Anschließend versorgt Dein Arzt die behandelte Hautstelle mit einem Pflaster. Das beim Eingriff entfernte Gewebe kann anschließend feingeweblich untersucht werden, weshalb sich die Methode insbesondere für die Krebsdiagnose eignet. Muttermale, die unter Umständen gesundheitsgefährdend sein könnten, werden so entfernt und die Zellen werden von einem Labor untersucht. Aus den Ergebnissen der Laboruntersuchung kann Dein Hautarzt dann schließen, ob es sich beim entfernten Gewebe um Hautkrebs handelt.
Du bist direkt nach dem Eingriff wieder arbeits- und gesellschaftsfähig. An der behandelten Hautstelle kann sich postoperativ eine Kruste bilden, die sich allerdings nach kurzer Zeit wieder löst. Um eine komplikationsfreie Wundheilung zu gewährleisten, solltest Du diese nicht frühzeitig entfernen und auch direkte Sonnenbestrahlung solltest Du einige Zeit nach der Entfernung vermeiden.
Welche Komplikationen und Risiken können beim Muttermal entfernen auftreten?
Die Entfernung von Leberflecken ist ein risikoarmer Eingriff. Auftretende Schwellungen und Rötungen danach sind völlig harmlos und verschwinden von selbst wieder. Es gibt aber, wie bei jedem anderen medizinischen Eingriff, mögliche Komplikationen.
Bei der operativen Entfernung kann es zu Nachblutungen, Infektionen oder Wundheilungsstörungen kommen. In der Regel bleibt bei der Operation eine kleine, unauffällige Narbe zurück. Möglich ist auch die Bildung rötlicher und wulstiger Narben, die sich meist wieder zurückbilden. Bei einigen Patienten kann es auch stark zu sichtbaren, weißen, geschwulstartigen Narben kommen. Mit einer gründlichen Narbenpflege kannst Du zu einem positiven Heilungsverlauf beitragen.
Die Narbenbildung hängt allerdings auch davon ab, wie groß das entfernte Muttermal ist. Während kleinere Leberflecken meistens beinahe narbenlos entfernt werden können, besteht das Risiko für verbleibende Narben eher bei der Entfernung von großen Leberflecken an exponierten Körperstellen. Allerdings kann Dein Dermatologe bei der Entfernung von großen Naevi mit sogenannten Intrakutannähten vorgehen. Verschließt er die Wunde mit diesem speziellen Nahtmaterial, verbleiben nur sehr feine, kaum sichtbare Narben.
Wenn der Arzt bei der Operation einen Nerv verletzt oder durchtrennt, kann es zu einem vorübergehenden oder bleibenden Taubheitsgefühl kommen. Um das Risiko solcher Komplikationen zu vermeiden, solltest Du zur Entfernung Deines Muttermals ausschließlich einen erfahrenen Hautarzt aufsuchen.
Was muss ich nach dem Muttermal entfernen beachten?
Die Wundheilung dauert in etwa ein bis zwei Wochen
Achte darauf, die betroffene Hautstelle vor direkter Sonnenbestrahlung zu schützen
Je nach Körperstelle, kannst Du nach wenigen Tagen wieder Sport treiben
Pflege die Narbe mit milden Salben oder Ölen
Die Wundheilung nach der Entfernung eines Muttermals dauert in etwa ein bis zwei Wochen. Eine besondere Nachsorge ist nicht notwendig, aber die Wunde sollte durch ein Pflaster vor Umwelteinflüssen geschützt werden.
Nach dem Abnehmen des Pflasters solltest Du die betroffene Hautstelle mit einem hohen Lichtschutzfaktor eincremen, um das frisch vernarbte Gewebe vor möglichen UV-Licht-Schäden zu schützen. Dennoch solltest Du für mindestens vier Wochen nach der Behandlung auf direkte Sonnenbestrahlung verzichten. Je nachdem, an welcher Körperstelle das Muttermal entfernt wurde, kannst Du bereits nach wenigen Tagen wieder Sport betreiben. Außerdem kannst Du die zurückbleibende Narbe mit milden Salben und Ölen pflegen, um eine optimale Heilung zu gewährleisten.
Auch gutartig: Alterswarzen.
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