Carboxytherapie

Die Carboxytherapie ist eine nicht-invasive Anti-Aging-Methode, um das jugendliche Aussehen wieder zurückzugewinnen. Sie wird bereits seit den 1950ern zur Verbesserung der Wundheilung und in der Schmerztherapie eingesetzt. Seit den 90er-Jahren findet die Carboxytherapie zunehmend in der medizinischen Ästhetik Anwendung. Sie eignet sich besonders gut zur Faltenbehandlung, da durch diese Therapie nicht nur die Kollagenbildung angekurbelt wird, sondern auch die Hautelastizität und Hautdichte deutlich verbessert werden kann.


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Medizinische Expertin

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Online-Redaktion

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Zuletzt aktualisiert: 3. Juli, 2020

Was versteht die Medizin unter einer Carboxytherapie?

Die Carboxytherapie wird auch oft als Quellgastherapie bezeichnet. Dabei handelt es sich um das farblose CO2-Gas, das auch im Organismus als Produkt der Zellatmung vorkommt. Bei diesem Behandlungsverfahren spritzt der Arzt das Kohlendioxid unter die Haut.
 
Dadurch setzt es körpereigene Wachstumsfaktoren frei und erhöht die Kollagenproduktion. Da hierbei auch die Durchblutung gefördert wird, kommt diese Methode in der Medizin schon seit Längerem zur Schmerztherapie und auch zur Behandlung von einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit zum Einsatz.

Wie wirkt das CO2-Gas?

Da bei dieser Carboxytherapie das CO2-Gas direkt unter die Haut injiziert wird, verteilt es sich innerhalb von Minuten gleichmäßig und simuliert so einen Sauerstoffmangel. Folglich sinkt der pH-Wert im Blut für eine kurze Zeit ab und der Körper setzt, als Reaktion darauf, mehr Kohlenstoffdioxid frei. Dadurch erweitern sich die Blutgefäße und die Bildung neuer Gefäße wird gefördert. Eine weitere Reaktion darauf ist ein Ansteigen der Durchblutung. Mediziner sprechen von einer Erhöhung der Mikrozirkulation.
 
Der Effekt der erhöhten Durchblutung ist als leichte Hautrötung sichtbar. Folglich produziert der Organismus auch mehr Wachstumsfaktoren und führt zu einer gesteigerten Kollagenproduktion. Die verbesserte Gewebeperfusion und Lymphzirkulation kann zudem zu einem lokalen Fettabbau und Verbesserung der Cellulite im behandelten Bereich führen. Somit regt die Quellgastherapie den Stoffwechsel an und die Haut erscheint ebenmäßiger und straffer.

Die Carboxytherapie ist eine beliebte Behandlung gegen Cellulite.

Wo erzielt die Carboxytherapie welche Ergebnisse?

Es gibt bei diesem Verfahren ein besonders breites Anwendungsspektrum. Das heißt, es wird entweder in abgegrenzten Arealen oder auch großflächig eingesetzt. Durch eine gesteigerte Kollagenproduktion kann diese Behandlungsmethode kleine Faltern mildern. Dadurch verbessert sich die Hautelastizität und die Haut erscheint glätter.
 
Zudem kann das zugeführte Gas auch lokale Fettdepots verringern. Liegt jedoch beispielsweise Cellulite vor, dann kann der Mediziner die erschlafften Konturen häufig durch diese Therapie festigen. Aber auch das Erscheinungsbild der dünnen Augenpartie, bei der es oft zu Augenringen und Tränensäcken kommt, kann sich durch die Anregung der Kollagenproduktion verbessern.

Wann wird die Carboxytherapie angewandt?

Durch diese Therapie wird nicht nur Deine Haut gestrafft, sondern auch Dein Teint erscheint dadurch frischer und rosiger, da die gesteigerte Kollagenproduktion auch Deine Durchblutung fördert. Es kommen hierbei ebenfalls die unterschiedlichsten Hautareale infrage.
 
So kann die erschlaffte Haut nicht nur im Gesicht, sondern auch am Oberarm, Oberschenkel oder Bauch verbessert werden. Zudem kann die Behandlung aber auch bei Cellulite oder Schwangerschaftsstreifen Anwendung finden.
 
Durch die durchblutungsfördernde Wirkung des Gases kann der Chirurg mit der Carboxytherapie ebenso Narben behandeln. Dies liegt daran, dass hierbei durch den durchblutungsfördernden Effekt auch feine Gefäße im Körper neu gebildet werden.
 
Zusätzlich eignet sich diese Behandlungsmethode besonders gut, um schwierige Zonen, wie die sensible Augenpartie, behandeln zu können. Der Arzt kann diese Therapie zudem verwenden, wenn Du lokale Fettdepots verringern möchtest. Denn so kann er effektiv örtlich begrenzte Fettansammlungen bekämpfen.

Welche Kontraindikationen sind bei der Carboxytherapie zu beachten?

Grundsätzlich ist  die Carboxytherapie in den meisten Fällen sehr schonend und mit wenig Nebenwirkungen verbunden. In einigen Situationen sollte diese Therapie jedoch besser nicht zum Einsatz kommen.
 
Liegt beispielsweise eine Herz-Kreislauf-Erkrankung, eine Nieren- oder Atmungsinsuffizienz vor, kann die Therapie nicht durchgeführt werden. Aber auch bei Gerinnungsstörungen wie Thrombose oder Schlaganfall und aktiven Autoimmunerkrankungen, lokalen Hautinfektionen oder einer Einnahme von Blutverdünnungsmitteln, ist diese Therapie nicht möglich. Ein nicht eingestellter Diabetes und auch Schwangerschaft und Stillzeit zählen zu den Kontraindikationen.

Bei der Carboxytherapie spritzt der Arzt das Kohlenstoffdioxid direkt unter die Haut.

Wie verläuft eine Carboxytherapie?

Vor der Therapie säubert der Arzt die jeweilige Hautstelle und desinfiziert sie, um sie auf die Injektion vorzubereiten. Anschließend spritzt der Chirurg das Kohlenstoffdioxid mit einer hauchdünnen Nadel unter die Haut und dies verteilt sich somit gleichmäßig unter der Haut.
 
Mit dieser lokalen Mikroinjektion kommt also lediglich medizinisches Kohlendioxid zum Einsatz, welches sofort die Sauerstoffversorgung im Gewebe anregt. Diese Einstiche sind in der Regel nur ein bis vier Millimeter tief.

Wie viele Sitzungen werden bei einer Carboxytherapie benötigt?

Im Normalfall ist eine einzige Behandlung nicht ausreichend, um die Effekte auch langfristig zu erhalten. In den meisten Fällen finden zwischen sechs und zwölf Behandlungen infolge statt. Das heißt, sie werden im Abstand von ungefähr ein bis zwei Wochen wiederholt. Um die erzielten Ergebnisse auch aufrechterhalten zu können, solltest Du die Carboxytherapie quartalsweise auffrischen.

Wie lange dauert die Behandlung mit der Carboxytherapie?

Da die Therapie mit dem CO2-Gas besonders einfach ist, dauert eine Sitzung in der Regel je nach Anwendung nur 15 bis 60 Minuten. Die Behandlungsdauer hängt dabei vor allem von der jeweiligen Körperregion ab.

Ist die Carboxytherapie schmerzhaft?

Nein, im Grunde verspürst Du bei diesem Verfahren keinerlei Schmerzen. Nur beim Injizieren des Kohlenstoffdioxid-Gases verspüren einige Patienten ein leichtes Brennen, welches jedoch innerhalb von Minuten wieder vergeht.

Welche Komplikationen können bei einer Carboxytherapie auftreten?

Die Therapie mit Kohlendioxid gilt als schonend und ist bei richtiger Anwendung nahezu nebenwirkungsfrei. Da der Spezialist auch mit reinem CO2-Gas arbeitet, sind allergische Reaktionen im Grunde kaum möglich.
 
Der Körper absorbiert das injizierte Gas wird in der Regel sofort. Dabei kann es zu einem leichten Spannungsgefühl mit einer Rötung kommen, das jedoch schnell wieder verschwindet. In seltenen Fällen können sich durch die Therapie auch kleine Blutergüsse oder Schwellungen entwickeln. Speziell bei der Behandlung der Augenregionen sind Schwellungen im Unterlidbereich häufig. Diese bilden sich jedoch in der Regel nach einigen Tagen wieder zurück.

Die Carboxytherapie sorgt für einen strahlenden und jugendlichen Teint.

Wann sind bei einer Carboxytherapie erste Ergebnisse sichtbar?

Die ersten Resultate sind schon nach einer Sitzung sichtbar. Dabei erscheint der Teint viel frischer und wirkt gefestigt. Einen richtig bedeutenden Effekt siehst Du allerdings erst nach der zweiten oder dritten Behandlung. Um auch lang anhaltend solch ein positives Ergebnis zu haben, solltest Du die Quellgastherapie alle drei Monate wiederholen.

Was muss ich nach einer Carboxytherapie beachten?

Grundsätzlich kannst Du nach der Behandlung wieder Deinen täglichen Aktivitäten nachgehen, denn Du bist direkt nach dem Eingriff einsatzfähig und auch fahrtüchtig. Es kommt dabei nur selten zu kurzfristigen Schwellungen oder Rötungen.

Was sind die Vorteile einer Carboxytherapie?

Ein besonderer Vorteil bei der Behandlung ist, dass sie ein breites Anwendungsspektrum bietet. Das heißt, die Carboxytherapie eignet sich zum Beispiel zur Behandlung von Cellulite, Augenringen oder Tränensäcken. Dieses Therapieverfahren bietet sich jedoch auch zur Hautverjüngung und Hautstraffung besonders gut an. Daher kommt diese Methode zusätzlich bei der Faltenbehandlung zum Einsatz.
 
Ein weiterer großer Vorteil ist, dass die Carboxytherapie kostengünstig und effektiv ist. Außerdem ist die Quellgastherapie bei richtiger Anwendung äußerst sicher, da es im reinen Zustand keine allergene Wirkung besitzt. Der frische, rosige Teint entsteht, wenn Dein Körper das CO2 umwandelt und nicht durch chemische Substanzen.

Wie unterscheidet sich die intradermale von der subkutanen Anwendung?

Bei der intradermalen Carboxytherapie geht es vor allem um die Hautstraffung durch Verdichtung der dermalen Kollagenfasern. Deshalb wird sie vor allem im Gesicht, am Hals und am Dekolleté angewendet. Das heißt, auch bei der Behandlung von dunklen Augenringen, Tränensäcken und Narben ist die Anwendung intradermal.
 
Bei der subkutanen Methode hingegen bringt der Arzt größere Gasvolumen in das jeweilige Fettgewebe ein. So werden die Fettzellen aufgelockert und auch die Triglyceride freigesetzt. Insbesondere Fettdepots am Bauch und Oberschenkel behandelt der Arzt subkutan. Aber auch Fettansammlungen im Gesicht, die zu Tränensäcken geführt haben, therapieren Ärzte bevorzugt auf diese Weise. Hierbei kann es aufgrund der tieferen Injektion häufiger zu Hämatombildung kommen, sodass sich das Behandlungsintervall dann verlängert.

Wie unterscheidet sich die Mesotherapie von der Carboxytherapie?

Sowohl bei der Mesotherapie als auch bei der Carboxytherapie arbeitet der ästhetische Chirurg mit Mikroinjektionen. Der grundlegende Unterschied hierbei ist jedoch, dass bei der Mesotherapie je nach Anwendungsgebiet verschiedene Wirkstoffe zum Einsatz kommen.
 
Dazu zählen vor allem naturheilkundliche Präparate und Vitamine. Bei der Quellgastherapie hingegen injiziert der Mediziner ausschließlich Kohlendioxid, welches auch rasch die Durchblutung steigert. Hast Du bestimmte Wünsche, kann Dein behandelnder Arzt beide Therapiemethoden hervorragend miteinander kombinieren.

Ein großer Vorteil der Carboxytherapie ist ihr breites Anwendungsfeld, weshalb auch die Oberarme damit behandelt werden können.

Wie viel kostet eine Carboxytherapie?

Die Kosten dieser Therapie können sehr schwanken und richten sich dabei nach der Größe des Behandlungsareals und der Anzahl der Sitzungen. Der Preis für eine Sitzung liegt im Durchschnitt zwischen 100 und 200 Euro.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten für eine Carboxytherapie?

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Carboxytherapie in der Regel nicht. Bei diesem Eingriff handelt es sich nämlich um ein rein ästhetisches Problem. Die gesetzlichen Krankenkassen hingegen tragen die Kosten für Behandlungen nur, wenn es sich um eine medizinische Notwendigkeit handelt.


Dauer Dauer

15 bis 60 Minuten

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

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Das Wichtigste zusammengefasst

Die Carboxytherapie ist eine nicht-invasive Anti-Aging-Methode, bei der die Kollagenbildung angekurbelt wird


Dieses Verfahren gilt als unschädlich und ist auch nahezu nebenwirkungsfrei


Im Normalfall ist eine einzige Behandlung nicht ausreichend, um die positiven Effekte auch langfristig zu erhalten


Die Kosten der Therapie können sehr schwanken und richten sich dabei vor allem nach der Anzahl der Sitzungen und der Größe der Behandlungsregion

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