Arthrose

Kaum eine Erkrankung betrifft im Laufe ihres Lebens so viele Menschen wie die Arthrose. Dabei hat die Erkrankung viele Gesichter. Denn bei vielen Menschen kann zwar aufgrund des Röntgenbefundes eine Arthrose gesehen und diagnostiziert werden, tatsächliche Beschwerden liegen allerdings nicht vor und bleiben auch im Hintergrund. Bei anderen wird die Diagnose erst bei tatsächlich vorliegenden, zum Teil schon weit fortgeschrittener Symptomatik gestellt, sodass häufig nur mehr eine Operation Erfolg versprechen kann. Was genau die Arthrose ist, durch welche Symptomatik und welchen Verlauf sie sich auszeichnet und was man dagegen tun kann, erfährst Du im folgenden Beitrag.


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Online-Redaktion

Dieser Text wurde nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Medizinern geprüft.


Zuletzt aktualisiert: 22. März, 2022

INHALTSVERZEICHNISInhaltsverzeichnis

Bei der Arthrose handelt es sich um eine degenerative Gelenkerkrankung, die durch einen zunehmenden Gelenkverschleiß und daraus folgenden entzündlichen Reaktionen gekennzeichnet ist.

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Die Leitsymptome der Arthrose sind der Schmerz und die Bewegungseinschränkung. Darüber hinaus kann es zu Gelenkschwellungen sowie zur Gelenksteifigkeit kommen.

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Für die Behandlung der Arthrose stehen zahllose Möglichkeiten zur Verfügung. Darunter fallen Physiotherapie, unterschiedliche Methoden der physikalischen Medizin, medikamentöse Therapien sowie unterschiedliche operative Techniken.

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Unterstützend in der Therapie ist ein regelmäßiges Durchführen der erlernten Übungen, eine kontinuierliche Kräftigung der Muskulatur, das Halten eines normalen Körpergewichts und eine gesunde Ernährung.

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Der Arthrose liegen degenerative Verschleißerscheinungen, die über das normale Maß hinaus gehen, zugrunde. Diese sind einer veränderten maximalen Belastbarkeit der Gelenke geschuldet, die sowohl genetische Faktoren geschuldet ist, als auch durch eine Kombination aus hormonellen, stoffwechselbedingten, traumatischen und entzündlichen Faktoren zustande kommt.

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Für die Diagnostik einer Arthrose herangezogen werden die genaue Symptomatik, mehrere funktionelle Tests sowie bildgebende Methoden.

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Die Arthrose ist eine Erkrankung, für die es keine Heilung gibt. Allerdings können durch frühzeitiges Erkennen und Einsetzen der therapeutischen Möglichkeiten Schmerzfreiheit und der Erhalt der Beweglichkeit und Lebensqualität ermöglicht werden.

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Viele Faktoren, die eine Arthrose begünstigen, wie beispielsweise zunehmendes Alter, hormonelle und stoffwechselbedingte Veränderungen oder kleinste Verletzungen können nur schwer beeinflusst werden. Was Du allerdings selbst beeinflussen kannst, ist, bestimmte Risikofaktoren wie Übergewicht, ungesunde Ernährung, einseitige sportliche Betätigung oder Fehlhaltungen zu vermeiden.

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Die Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen ist von Therapie zu Therapie sehr unterschiedlich. Informiere Dich hier am besten im Voraus sowohl bei Deinem behandelnden Arzt als auch bei Deiner zuständigen Krankenkasse, um unerwartet hohe Kosten zu vermeiden.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Arthrose ist eine Erkrankung der Gelenke, die durch Verschleiß der Knorpel auftritt. Zu Beginn treten die Schmerzen nur dann auf, wenn die Gelenke in Bewegung sind. Diese können sich aber im Fall einer aktivierten Arthrose oder in einem fortgeschrittenen Stadium auch im Ruhestatus bemerkbar machen.


Arthrose kann durch einige konservative Behandlungen wie Schmerztabletten und Heilgymnastik behandelt werden.


Sind alle konservativen Behandlungen ausgeschöpft, kann man über einen operativen Eingriff nachdenken.


Arthrosen sind nicht heilbar, können aber durch gesunde Ernährung und regelmäßige, gleichmäßige Bewegung bis zu einem gewissen Grad vorgebeugt werden.

Was versteht die Medizin unter Arthrose?

Unter einer Arthrose versteht man eine in hoher Zahl auftretende degenerative Gelenkerkrankung, bei der es zum Gelenkverschleiß, also zum Abbau von Knorpelmaterial kommt. Wichtiger Faktor bei der Arthrose ist die Tatsache, dass die Belastung die maximal mögliche Belastbarkeit des Knorpels chronisch übersteigt und dadurch zur Schädigung führt. Hinzu kommen klassische Abnutzungserscheinungen, die vorrangig im hohen Alter nach jahrelanger Belastung auftreten.
 
Dennoch können arthrotische Veränderungen nicht nur im höheren Alter auftreten, sondern auch schon bei Vorliegen bestimmter Risikofaktoren jüngere Menschen betreffen. Je nach Grad der Arthrose und betroffenen Skelettabschnitt kann es in Folge zu teils erheblichen Bewegungseinschränkungen und Schmerzen kommen.

Arthrose - Was versteht die Medizin unter Arthrose?

Welche Formen von Arthrose gibt es?

Arthrose - Welche Formen von Arthrose gibt es?

Arthrotische Veränderungen werden zum einen nach dem Ort ihres Auftretens unterschieden, wobei sich die Namensgebung nach den betroffenen Gelenken richtet, zum anderen nach ihrer Ursache. Dabei lässt sich die primäre von der sekundären Arthrose abgrenzen.

Unter einer primären Arthrose versteht man Veränderungen, denen genetische oder hormonelle Veränderungen zugrunde liegen, die mit einer mangelhaften Knorpelsubstanz einhergehen. Die viel häufiger auftretenden sekundären Formen hingegen beruhen auf Abnutzungserscheinungen nach zahlreichen Mikroverletzungen und jahrelanger bzw. übermäßiger Belastung.

Was sind die Symptome einer Arthrose?

Arthrose - Was sind die Symptome einer Arthrose?

Leitsymptom der Arthrose – egal in welchem Gelenk auftretend – ist der Schmerz.
Dieser zeichnet sich anfangs nur unter Belastung des betroffenen Gelenkes ab, mit zunehmendem Krankheitsverlauf kommt es immer mehr zum chronischen Schmerz und auch zum Ruheschmerz.

Sowohl durch den Schmerz als auch durch die arthrotischen Veränderungen selbst leiden Betroffene unter Bewegungseinschränkungen und unter dem Gefühl einer Steifigkeit, die hauptsächlich nach längeren Ruhephasen (morgens nach dem Aufstehen) besonders stark wahrgenommen wird.
 
Typischerweise reagieren Arthrose-Erkrankte zudem sehr empfindlich auf Temperaturschwankungen sowie extreme Hitze oder Kälte. Klassische Folge von arthrotischen Veränderungen eines Gelenks und damit auch Schmerzen bei Belastung sind Entlastungsbewegungen, die allerdings die andere Seite vermehrt beanspruchen, sodass es infolgedessen nicht selten auch zu Abnutzungserscheinungen und ähnlichen Beschwerden an der anderen Seite kommen kann. Am häufigsten zeigt sich dieses Phänomen bei Arthrose des Knies oder der Hüfte.
 
Die arthrotischen Veränderungen werden zur genaueren Klassifikation in unterschiedliche Stadien eingeteilt, die allerdings nicht zwangsläufig mit der individuellen Symptomatik korrelieren.
 
Stadium I: Ausrauung und Verdünnung der Knorpelschicht, eventuell mit kleinen Einrissen.
 


 
Stadium II: Beginn des Prozesses, bei dem der Körper versucht, das beschädigte Knorpelmaterial mit neuem Gewebe (Granulationsgewebe) zu ersetzen. Das dabei entstehende Ersatzgewebe erfüllt allerdings nicht dieselben Funktionen wie das ursprüngliche Knorpelgewebe.
 


 
Stadium III: Es kommt zur Ausbildung von Zysten und kleinsten Geschwürbildungen des Gewebes.
 


 
Stadium IV: Die Veränderungen gehen auf den Knochen über und es kommt zur irregulären Vermehrung von Knochengewebe sowie Bildung von Zysten.

Arthrose - Stadium IV:

Wo tritt eine Arthrose auf?

Abnutzungserscheinungen können grundsätzlich in jedem Gelenk des Körpers auftreten, im Allgemeinen besonders häufig betroffen sind allerdings jene Gelenke, die unter besonders hoher Beanspruchung stehen. Die medizinische Namensgebung der Arthrose-Art richtet sich nach dem betroffenen Gelenk. Zu den besonders häufigen Formen der Arthrose zählen die Spondylarthrose (Wirbelgelenke), Gonarthrose (Kniegelenk) und Coxarthrose (Hüftgelenk).
 
Insgesamt seltener und vor allem bei Personen bestimmter Berufsgruppen (Musiker, Computerarbeit) kann es auch zu arthrotischen Veränderungen der Fingergelenke und Handwurzelgelenke kommen. Eine Arthrose des Daumens wird dabei als Rhizarthrose bezeichnet.

Arthrose - Wo tritt eine Arthrose auf?

Wie lässt sich eine Arthrose behandeln?

Gelenkknorpel gehören zu jenen Geweben des menschlichen Körpers, die keiner natürlichen und selbstständigen Regeneration unterliegen. Einmal beschädigter Knorpel heilt also nicht mehr, wie es bei Knochen oder Haut der Fall ist. Die Behandlung der Arthrose bringt also keine Heilung, sondern hat vielmehr zum Ziel, Schmerzen zu lindern und die zunehmende Bewegungseinschränkung zu verhindern. Unterschieden werden konservative von operativen Methoden, wobei Letztere erst zum Einsatz kommen, wenn anderen Maßnahmen versagt haben und keine nennenswerte Besserung bringen.

Wichtigste Säule der Behandlung der arthrotischen Veränderungen ist die Physiotherapie und physikalische Medizin. Unter physiotherapeutischer Begleitung lernen Patienten Bewegungen zu kontrollieren, betroffene Gelenke zu entlasten und die Muskulatur zu stärken. Insgesamt handelt es sich um eine Kombination aus Krafttraining, Konditionstraining und funktionellem Training, das unter kontrollierten Bedingungen die Bewegung- und Leistungsfähigkeit erhöht, durch die Kräftigung der Muskulatur die Gelenke entlastet und dadurch auch Schmerzen lindert.

Arthrose - Wie lässt sich eine Arthrose behandeln?

Bei einer Arthrose kommen unterschiedliche Therapieformen der physikalischen Medizin infrage:

Arthrose - Hydrotherapie

Hydrotherapie

Die Hydrotherapie macht sich die zahlreichen positiven Eigenschaften des Wassers zunutze. Im Vordergrund stehen die Wassertemperatur und die gelenkschonende Bewegung im Wasser. Durch eine Erweiterung mit der Balneotherapie, die das Wasser mineralisierende Zusätze verwendet und damit dem Wasser zusätzliche heilende Eigenschaften verleiht, wurde eine wirksame und schonende Therapiemöglichkeit geschaffen, die in Kombination mit anderen physiotherapeutischen Maßnahmen eine gute Wirkung zeigen kann.


Arthrose - Ultraschalltherapie

Ultraschalltherapie

Ultraschall ist Schallenergie oberhalb der für den Menschen wahrnehmbaren Tonfrequenzen. Mithilfe des Ultraschalls kann Wärme erzeugt werden, die in den Körper geleitet wird. Die erzeugte Wärme soll sich positiv auf die bei der Arthrose entstehenden Schmerzen auswirken, eine tatsächliche Wirksamkeit ist allerdings fragwürdig.


Arthrose - Lasertherapie

Lasertherapie

Laserstrahlen sind elektromagnetische Wellen, also Licht, das in seiner Emission auf spezielle Art und Weise verstärkt wird. Die Anwendung von Laserenergie erschafft Wärme und regt darüber hinaus unterschiedliche, das Gewebe regenerierende und entzündungshemmende Prozesse an. Die Lasertherapie kann daher sowohl beim arthrosebedingten Schmerz als auch bei begleitenden entzündlichen Veränderungen gute Erfolge erzielen.


Arthrose - Wärme- und Kältebehandlungen

Wärme- und Kältebehandlungen

Dieser auch als Thermotherapie bezeichnete Ansatz umfasst alle Arten von therapeutischer Kälte- oder Wärmeerzeugung. Darunter fallen die bereits erwähnte Hydrotherapie und Lasertherapie, zusätzlich spielen auch Infrarottherapien und Heißluftanwendungen eine wichtige Rolle. Die Kältetherapie (auch Kryotherapie genannt) nützt gezielt gesetzte Kältereize, die zu einer temporären Verengung der Blutgefäße führen, um entzündliche Prozesse und deren klassische Symptome zu vermindern. Die Kältetherapie kann helfen, sowohl Schwellung und Überwärmung als auch den Schmerz zu lindern. Mehr noch als bei der Arthrose findet die Kryotherapie hauptsächlich bei der Arthritis Anwendung.


Arthrose - Magnetfeldtherapie

Magnetfeldtherapie

Bei der Magnetfeldtherapie wird durch ein spulenförmig aufgebautes Gerät ein künstliches Magnetfeld induziert, das auf die zu behandelnde Stelle gerichtet wird. Dieses aufgebaute Magnetfeld soll zahlreiche elektrische Prozesse im Körper positiv beeinflussen. Dazu gehören vorrangig Schmerzen, aber auch Stoffwechselprozesse des Knochens und der Gelenke.

 

Neben der Physiotherapie und den unterschiedlichen Methoden der physikalischen Medizin ist eine medikamentöse Therapie in den meisten Fällen unerlässlich. Zum Einsatz kommen sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), die sowohl entzündungshemmend als auch schmerzlindernd wirken. Vertreter dieser Gruppe sind unter anderem die Wirkstoffe Diclofenac oder Ibuprofen.

Arthrose - Physiotherapie

Wie läuft die OP bei Arthrose ab?

Arthrose - Wie läuft die OP bei Arthrose ab?

Die Behandlung der Arthrose kennt nicht die eine operative Methode, sondern es muss zwischen minimalinvasiven Techniken und offen-chirurgischen Techniken unterschieden werden.

Minimalinvasive Chirurgie
Minimalinvasiv bedeutet im Falle einer Arthrose, dass eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) durchgeführt wird. Bei dieser Methode wird der Gelenkspalt nicht vollständig geöffnet, sondern über mehrere kleine Zugänge die chirurgischen Instrumente und eine Kamera in das Gelenk vorgeschoben, sodass über Videoansicht die Operation durchführbar ist.
 
Arthroskopische Operationen kommen vorwiegend bei wenig fortgeschrittenen Formen der Arthrose zum Einsatz. Entweder um kleinste Verletzungen zu versorgen beziehungsweise Ursachen für Fehlstellungen zu korrigieren oder aber um eine Knorpelzelltransplantation durchzuführen. Dabei wird in einem ersten Schritt gesundes Knorpelgewebe entnommen und in einem Speziallabor so aufbereitet, dass es sich vermehrt. Der aufbereitete Knorpel wird dann im Rahmen der Arthroskopie ins Gelenk implantiert.
 


 
Offen chirurgische Methoden
Hierunter fallen alle Formen der Prothesenversorgung, also sowohl Teilendoprothesen als auch Vollprothesen. Die Versorgung eines Gelenks mittels Prothese ist in der Regel der letzte therapeutische Schritt und kommt erst zur Anwendung, wenn andere Therapiemaßnahmen versagt haben oder die Arthrose so weit fortgeschritten ist, dass Bewegungsfähigkeit und Lebensqualität schon stark beeinträchtigt sind. Ziel dabei ist es, Betroffene vor einem vollständigen Verlust ihrer Beweglichkeit und damit auch ihrer Selbstständigkeit zu bewahren.

Arthrose - Offen chirurgische Methoden

Gibt es alternative Behandlungsmethoden bei Arthrose?

Arthrose - Gibt es alternative Behandlungsmethoden bei Arthrose?

Alternative Behandlungsmethoden fallen hauptsächlich in den Bereich der Naturheilkunde und können vor allem in den Anfangsstadien der Symptomatik Linderung bringen. Häufig werden sie in Kombination mit unterschiedlichen physikalischen und physiotherapeutischen Methoden angewendet, um zu häufigste Schmerzmitteleinnahmen zu vermeiden.

Am häufigsten Anwendung finden:
 
Brennnesselblätter können sowohl als Tee als auch in Form von Kapseln angewendet werden und greifen in die zellulären Umbauprozesse im Rahmen der Arthrose ein. Die Wirksamkeit der Brennnesselextrakte ist in diversen Studien belegt worden.
 


 
Der Weidenrinde werden antientzündliche und schmerzstillende Wirkungen nachgesagt. Sie enthält ähnliche Wirkstoffe, die auch die Grundsubstanz des schmerzstillenden Aspirins darstellt und kommt daher sowohl bei der Arthrose als auch bei primär entzündlichen Veränderungen (Rheuma, Gicht) zum Einsatz. Angewendet werden kann der Weidenrindenextrakt in Form von Tees, Kapseln oder Pulver.
 


 
CBD-Öle haben in der letzten Zeit einen großen Hype erfahren, wobei sie für eine Vielzahl an unterschiedlichen Erkrankungen und Beschwerden angepriesen werden. Dem Cannabidiol als Teil der Hanfpflanze werden vor allem entzündungshemmende, beruhigende und angstlösende Effekte nachgesagt. Der schmerzlindernde Effekt von CBD ist allerdings nur gering ausgeprägt, weshalb sich andere pflanzliche Substanzen als wirksamer erwiesen haben.
 


 
Die Arnika gehört zu den beliebtesten Heilpflanzen im europäischen Raum und enthält zahlreiche Wirkstoffe, die auch in der Medizin genutzt werden. Dies liegt besonders an ihrem entzündungshemmenden, abschwellenden und schmerzstillenden Effekt, der sie zu einer sehr wertvollen Komponente in der Therapie von Muskel- und Gelenkbeschwerden, rheumatischen Erkrankungen und Sportverletzungen macht. Angewendet wird sie meist als Salbe oder Tinktur.

Arthrose - Arnika

Was kann ich selbst bei Arthrose tun?

Die Behandlung einer Arthrose und Verhinderung des Fortschreitens der Erkrankung verlangen kontinuierliches Training und Disziplin ab. Achte diesbezüglich auf ein regelmäßiges Training und kontinuierliches Wiederholen der in der Physiotherapie erlernten Übungen, um die Gelenke nachhaltig zu entlasten und die Muskulatur bestmöglich zu stärken.

Welche Ernährung hilft bei Arthrose?

Arthrose - Welche Ernährung hilft bei Arthrose?

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist in der Vorbeugung, aber auch Behandlung der Arthrose wichtig, da sie Dir zum einen hilft, ein normales Körpergewicht zu halten; zum anderen, da sie bestimmte Stoffwechselprozesse sowie den Knorpelabbau und die Knochensubstanz beeinflussen kann.

Positive Auswirkungen haben unter anderem:

  • Kalziumreiche Nahrungsmittel (Milchprodukte, Brokkoli) für den Knochenstoffwechsel
  • Vitaminreiche Ernährung – vor allem Vitamin E (Getreide, Eier, pflanzliche Öle, Nüsse) und Vitamin C (Kohl, Paprika, Hagebutte)
  • Antioxidantien (Nüsse, Hülsenfrüchte, Spinat) schützen den Körper vor freien Radikalen
  • Nahrungsmittel mit dem knorpelschützendem Wirkstoff Diallylsulfid (beispielsweise in Zwiebeln oder Lauch)

 

Was sollte ich bei Arthrose nicht essen?

Arthrose - Was sollte ich bei Arthrose nicht essen?

In großer Fülle meiden solltest Du Lebensmittel, die Entzündungsreaktionen und damit auch oxidativen Stress begünstigen. Dazu zählen hauptsächlich gesättigte Fettsäuren (Butter, tierische Fette) und gehärtete Fette (Back- und Fertigwaren). Auch auf die Zufuhr von industriell verarbeitetem Zucker ist insbesondere zu achten.

Welche Ursachen hat eine Arthrose?

Ursache der Veränderungen im Rahmen einer Arthrose ist ein Voranschreiten der Knorpelbeschädigung. Knorpelgewebe ist ein elastisches Bindegewebe, das innerhalb von Gelenken den Knochenenden aufliegt und dadurch eine gewisse Schutzfunktion übernimmt. Bei großer Belastung und Druck der Knochenenden aufeinander sorgt der Knorpel dafür, dass die Belastung abgefedert und gedämpft wird.

Im Laufe des Alterns kann es nicht nur zur zahlreichen kleinen Verletzungen und fehlerhaften Beanspruchungen des Knorpels kommen, auch nimmt die Gleit- und Pufferfähigkeit des Knorpels natürlicherweise ab. Insgesamt kommt es also zur voranschreitenden Beschädigung und zum Abbau der Knorpelsubstanz, der so weit voranschreiten kann, dass der Knorpel völlig aufgebraucht ist und die Knochen freilegen.

 

Bei weiterer Belastung fehlt nun die Dämpfungsfähigkeit des Knorpels und die Knochen reiben aneinander. Durch diese Reibung werden Entzündungsprozesse in Gang gesetzt und es kommt zu Erosionen und Umbauprozessen der Knochensubstanz wie der Ausbildung von Zysten oder einer kompensatorischen Vermehrung der Knochensubstanz durch Randanbauten (Osteophyten), die nicht nur die anhaltenden Schmerzen, sondern auch die Bewegungseinschränkung begünstigen.

Arthrose - Welche Ursachen hat eine Arthrose?

Welche Risikofaktoren begünstigen eine Arthrose?

Zusätzlich zu diesen altersbedingt stattfindenden Verschleißerscheinungen gibt es zahlreiche Risikofaktoren, die ein schnelleres Voranschreiten des Knorpelabbaus und der Arthrose begünstigen:

Arthrose - Übergewicht

Übergewicht

Je mehr Kilos auf den Rippen, desto mehr müssen die Gelenke der Wirbelsäule, der Hüfte, der Knie, aber auch die Sprunggelenke tragen. Bei jedem Kilo zu viel vervielfältigen sich die Kräfte, die auf unsere Gelenke einwirken und beschleunigen damit die Knorpelzerstörung.


Arthrose - Fehlstellungen

Fehlstellungen

Fehlstellungen sind meist anatomische Gegebenheiten, bei der die Gelenkachse nicht der Norm entspricht. Gerade Fehlstellungen der Hüft- und Kniegelenke können bereits in jungen Jahren beobachtet werden und bewirken eine ungleichmäßige Verteilung des Körpergewichts und damit eine vermehrte Beanspruchung einzelner Bereiche der Knorpel, die schneller degenerieren. Bei Verdacht auf Fehlstellungen von Gelenken sollte daher eine frühzeitige Abklärung durch den Orthopäden erfolgen, der beispielsweise durch Einlagen oder durch kleine operative Eingriffe Folgeerscheinungen verhindern kann.


Arthrose - Fehlhaltung

Fehlhaltung

Die Fehlhaltung ist im Gegensatz zur Fehlstellung kein anatomisch gegebener Zustand, sondern eine funktionelle Problematik, die individuell beeinflussbar und umkehrbar wäre. Fehlhaltungen sind primär eine Bewusstseinssache und können durch korrekte Haltung und funktionelles Training positiv beeinflusst werden. Mache Dir daher beispielsweise bei häufiger sitzender Tätigkeit Gedanken darüber, wie Du sitzt, und hol Dir im Zweifelsfall Tipps von Orthopäden oder Ergotherapeuten ein.


Arthrose - Verletzungen

Verletzungen

Vor allem wiederholte Verletzungen rund um das Gelenk (Bänderrisse, Knochenbrüche, Knorpeleinrisse) führen zu nachhaltigen Schäden, die in der Summe eine Arthrose begünstigen können.

Arthrose - Welche Risikofaktoren begünstigen eine Arthrose?

Wie wird eine Arthrose diagnostiziert?

Arthrose - Wie wird eine Arthrose diagnostiziert?

Ansprechpartner in der Diagnostik einer Arthrose ist in erster Linie der Orthopäde; ein erster Verdacht wird häufig auch schon aufgrund des chronischen Schmerzes und der Bewegungseinschränkung durch den Hausarzt gestellt.

Die Diagnose der Arthrose ergibt sich aus der Erhebung der genauen Symptomatik, einer körperlichen Untersuchung, einschließlich mehrerer Funktionstests, und einer Bildgebung der betroffenen Gelenke. Fortgeschrittene degenerative Prozesse von Gelenken lassen sich gut durch Röntgenaufnahmen darstellen, im Anfangsstadium oder zum Ausschluss anderer Gelenks- und Knochenerkrankungen kann darüber hinaus eine Magnetresonanztomographie angefertigt werden.
 
Eine Blutabnahme und der Blick auf die unterschiedlichen Blutparameter kann ebenso im Ausschluss anderer Diagnosen unterstützend sein. Bei einer sekundären Arthrose sind die Blutwerte in der Norm, bei einer primären Arthrose sollte hingegen versucht werden, hormonelle oder stoffwechselbedingte Auslöser zu finden. Ein Blick auf die Entzündungswerte und weißen Blutkörperchen kann dabei helfen, die Arthrose von einer Arthritis oder Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis abzugrenzen.

Was ist der Unterschied zwischen Arthrose und Arthritis?

Bei einer Arthritis steht im Gegensatz zur Arthrose die Entzündung im Vordergrund, die bei der Arthrose eher als Begleitreaktion auftreten kann. Ursachen einer solchen Gelenkentzündung können vielfältig sein – im Groben unterscheidet man infektiöse von nicht infektiösen Ursachen. Einer infektiösen Arthritis geht ein Befall durch Bakterien oder Viren voraus, die über offene Wunden oder über die Blutbahn das Gelenk erreichen und hier Entzündungen auslösen. In die Gruppe der nicht infektiösen Arthritis fallen alle autoimmunbedingten Entzündungen der Gelenke sowie die Gicht.
 
Auch in der Symptomatik unterscheiden sich Arthritis und Arthrose: Die Arthritis geht mit den typischen Zeichen einer Entzündung, nämlich Schmerzen, Rötung, Schwellung, Überwärmung und Funktionsverlust, einher. Vor allem bei einer bakteriellen Arthritis kann es darüber hinaus auch zu Fieber und allgemeinen Krankheitsgefühl kommen.

Arthrose - Was ist der Unterschied zwischen Arthrose und Arthritis?

Wie ist die Prognose bei Arthrose?

Die Prognose der Arthrose ist eine sehr schwierige, da der Verlauf der Erkrankung primär davon abhängt, in welchem Stadium die Diagnose gestellt wird und ob es zum Ansprechen auf die unterschiedlichen Therapieoptionen kommt. Grundsätzlich gilt, dass die Arthrose bislang nicht heilbar ist und dass jede Therapie vorrangig auf die Erhaltung der Bewegungsfähigkeit sowie der Lebensqualität und der Schmerzreduktion abzielt.

Wie kann ich einer Arthrose vorbeugen?

Vor allem unsere Wirbelsäulen-, Hüft- und Kniegelenke sind über Jahrzehnte hinweg ständiger Belastung ausgesetzt und leisten im Laufe eines Lebens viel. Gerade deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sich bestimmte Abnutzungserscheinungen und degenerative Prozesse zwangsläufig im höheren Alter abzeichnen. Solche Abnutzungserscheinungen sind normal und auch nur schwer aufzuhalten.
 
Was wir jedoch beeinflussen können, sind zusätzliche Faktoren, die die Gelenkknorpel schädigen und dadurch die arthrotischen Veränderungen beschleunigen. Willst Du Deinen Gelenken daher etwas Gutes tun, achte auf regelmäßigen, gelenkschonenden Sport, eine gesunde und nährstoffreiche Ernährung, ein normales Körpergewicht und eine bewusste, funktionelle Haltung. Angeborene, aber auch erworbene Fehlstellungen solltest Du frühzeitig abklären, um mögliche chronische Folgeschäden zu vermeiden.
 
Und keine Sorge – auch Sportarten und Bewegungen, die auf den ersten Blick gelenkbelastend sind, sind nicht per se mit späteren Arthrosen vergesellschaftet – außer bei falscher Ausrüstung und Ausführung, was zu unterschiedlichen Verletzungen und Mikrotraumata führen kann. Bevor Du Dich ins Fitnessstudio, auf die Ski oder in einen Marathon stürzt, solltest Du Dich gut beraten lassen, was die Ausrüstung und vor allem die richtige Technik und Ausführung der Belastungen betrifft.

Arthrose - Wie kann ich einer Arthrose vorbeugen?

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten bei Arthrose?

Arthrose - Kosten

Die Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen hängt in erster Linie von der gewählten Behandlungsmethode ab.

Bildgebende Diagnostik und medikamentöse Therapien werden in der Regel vollständig übernommen, während vor allem physikalische Behandlungsmethoden wie Ultraschalltherapie, Lasertherapie, Magnetfeldtherapie oder thermotherapeutische Methoden meist zu einem großen Teil selbst zu zahlen sind. Die klassische Physiotherapie kann bei vorhandener Zuweisung durch einen Allgemeinmediziner oder Orthopäden ebenfalls über die Kasse verrechnet werden. Auch alle operativen Methoden zur Behandlung der Arthrose zählen für gewöhnlich zu den Kassenleistungen.


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Über den Autor: Dr. med. Benjamin Gehl

Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie


Als Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie liegt die Leidenschaft von Dr. Gehl schon immer im Bereich der medizinischen Contentproduktion.

Aufgrund seiner Ausbildung, einer langjährigen Einsatzzeit in der rekonstruktiven und plastischen Chirurgie, sowie zahlreichen Auslandseinsätzen in Indien, Afrika und Amerika weiß er, welche Techniken und Behandlungen für medizinische Indikationen international Anwendung finden und State of the art sind.

Weiterhin beschäftigt er sich täglich mit neuen Trends und Techniken in der operativen und nicht-operativen Chirurgie. Fortbildungen sowie Studien zählen genauso zu seiner Leidenschaft wie die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten zu den neuesten fachspezifischen Themen.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Arthrose ist eine Erkrankung der Gelenke, die durch Verschleiß der Knorpel auftritt. Zu Beginn treten die Schmerzen nur dann auf, wenn die Gelenke in Bewegung sind. Diese können sich aber im Fall einer aktivierten Arthrose oder in einem fortgeschrittenen Stadium auch im Ruhestatus bemerkbar machen.


Arthrose kann durch einige konservative Behandlungen wie Schmerztabletten und Heilgymnastik behandelt werden.


Sind alle konservativen Behandlungen ausgeschöpft, kann man über einen operativen Eingriff nachdenken.


Arthrosen sind nicht heilbar, können aber durch gesunde Ernährung und regelmäßige, gleichmäßige Bewegung bis zu einem gewissen Grad vorgebeugt werden.

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