Gicht

Bei Gicht handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung, die mit einer erhöhten Harnsäurekonzentration im Blut einhergeht. Dadurch entstehen kristallförmige Harnsäure-Ablagerungen in Gelenken, Sehnen und Schleimbeuteln sowie in der Niere. Die Folge sind Entzündungen und heftige Gelenkschmerzen. Die Erkrankung beginnt in der Regel am Großzehengrundgelenk, ohne Therapie breitet sie sich jedoch auf den ganzen Körper aus. Weltweit leiden etwa ein bis vier Prozent der Bevölkerung an Gicht. Vor allem Männer zwischen 40 und 60 Jahren sind von der Gicht betroffen. Neben genetischen Faktoren spielen auch diverse Medikamente, Vorerkrankungen sowie eine ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht eine große Rolle bei der Entstehung der Störung, weshalb sie auch als „Wohlstandskrankheit“ bezeichnet wird. Meist reicht eine konsequente Umstellung der Ernährung und Lebensweise, um eine Gicht zu bekämpfen. In schlimmeren Fällen helfen zusätzlich Medikamente, die den Harnsäurespiegel dauerhaft senken.


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Zuletzt aktualisiert: 23. März, 2022

INHALTSVERZEICHNISInhaltsverzeichnis

Bei der Gicht handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung, bei der es aufgrund eines erhöhten Harnsäurewerts im Blut zu Ablagerung von Harnsäurekristallen, den sogenannten Uraten, an Gelenken und Schleimbeuteln kommt. Dies führt zu Entzündungen und Schädigungen der Gelenke bis hin zu Knochenumbauten und Knorpelveränderungen oder zu einer Schädigung der Niere. Mediziner unterscheiden dabei zwischen einer primären, angeborenen Form und einer sekundären, erworbenen Form. Bei der Ausprägung wird zwischen einem akuten Gichtanfall und einem chronischen Verlauf differenziert.

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Die typischsten Beschwerden bei Gicht sind starke Gelenkschmerzen, welche zunächst anfallsartig auftreten können. Wann welche Symptome auftreten, hängt auch vom Stadium der Krankheit ab. Anfangs zeigt sich lediglich ein erhöhter Harnspiegel, welcher im zweiten Stadium zu einem akuten Gichtanfall führen kann. Im dritten Stadium verläuft eine beschwerdefreie Phase zwischen den Gichtanfällen. Zu einem chronischen Verlauf kommt es im letzten und vierten Stadium, das von der Bildung von Harnsäurekristallen und Gewebeveränderungen an Gelenken und an der Niere geprägt ist.

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Wichtig ist, dass Du Deine Gelenke schonst und gegebenenfalls kühlst oder wärmst, um Deine Schmerzen zu lindern. Verwende dazu Coolpacks oder nimm ein heißes Bad mit Kamillenblüten. Trinke auch viel Tee aus Leinsamen, Birkenblättern oder als Aufguss mit einer Knoblauchzehe und Wasser und reduziere gegebenenfalls Dein Übergewicht. Bewege Dich ausreichend und passe Deine Ernährung an.

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Um eine Gichterkrankung zu behandeln, braucht es neben der Ernährungsumstellung und der Gewichtsreduktion meist den Einsatz von Medikamenten. Diese werden von Ärzten in zwei Kategorien eingeteilt, nämlich in harntreibende Medikamente, sogenannte Urikosurika und in produktionshemmende Medikamente, sogenannte Urikostatika. Menschen, die an einer chronischen Form der Gicht leiden und bereits Probleme durch die große Ansammlung von Uratkristallen in Gelenken haben, kann durch einen chirurgischen Eingriff geholfen werden.

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Die Ursache dieser Erkrankung liegt in der erhöhten Aufnahme von Purinen. Dieser wichtige Bestandteil unserer Körperzellen wird einerseits von unserem Körper selbst produziert und andererseits über die Nahrung aufgenommen. Stirbt eine Körperzelle ab, gelangen die Purine ins Blut. Beim Abbau von den Purinen durch ein bestimmtes Körperenzym entsteht Harnsäure. Die überschüssige Harnsäure wird im Normalfall über die Niere ausgeschieden, funktioniert dieser Mechanismus jedoch nicht, kommt es zu einem erhöhten Harnsäurespiegel und im schlimmsten Fall zur Bildung von Harnsäurekristallen und -tophi.

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Ein Arzt erkennt die Erkrankung im Zuge einer körperlichen Untersuchung an den typischen Anzeichen einer Entzündung an den Gelenken. Anhand eines Blutbildes wird dann der Harnsäure-Wert ermittelt und Hinweise auf eine Gicht durch bestimmte Entzündungsmarker im Blut gesucht. Um eine sichere Diagnose stellen zu können, entnimmt der Arzt mit einer feinen Hohlnadel Flüssigkeit aus dem betroffenen Gelenk und untersucht diese anschließend im Labor. In einem fortgeschrittenen Stadium können bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Ultraschall das Ausmaß der Schäden an Gelenken sichtbar machen.

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Ob die Gicht heilbar ist oder nicht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Angeborene Formen sind grundsätzlich unheilbar, jedoch können Betroffene mit einer geeigneten Therapie und einer damit einhergehenden dauerhaften Senkung des Harnsäurespiegels ein schmerzfreies, normales Leben führen. Gicht-Formen, die aufgrund einer Vorerkrankung entstanden sind, können im Regelfall geheilt werden. Durch Anpassung der Lebensweise und der geeigneten Medikation können akuten Gichtanfälle vermieden und so die Entwicklung einer chronischen Form verhindert werden.

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In der Regel werden die Kosten für eine Gicht-Behandlung von den Krankenkassen übernommen. Solltest Du Spezialbehandlungen in Anspruch nehmen, solltest Du Deinen Versicherungsträger vorab um Informationen über die Bezahlung bitten.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Unter Gicht verstehen Mediziner eine Stoffwechselerkrankung, bei der es zu einem erhöhten Harnsäure-Wert im Blut und in weiterer Folge zu Entzündungsprozessen an Gelenken und anderen Gewebe kommt.


Unterschieden wird zwischen einer angeborenen und erworbenen Form sowie einem akuten Gichtanfall und einem chronischen Verlauf. Die Erkrankung verläuft in vier Stadien.


Typische Symptome sind Schwellungen, Rötungen und Entzündungen an Gelenken, Fieber, Müdigkeit, Schwächegefühl; in einem späteren Verlauf Verformungen der Gelenke, Bewegungseinschränkungen und Nierensteine sowie Knötchen unter der Haut und an den Gelenken.


Die Ursache ist ein erhöhter Harnsäurespiegel, der entweder durch die Nahrung oder aufgrund einer Vorerkrankung sowie weiteren Umweltfaktoren wie einem ungünstigen Lebensstil entstehen kann.

Was versteht die Medizin unter Gicht?

Mediziner sprechen von einer Gicht, wenn die Harnsäurekonzentration im Blut erhöht ist. Diese steigt dann auf über 6,5 Milligramm pro 100 Milliliter Blutserum. Im Vergleich: Bei gesunden Menschen liegt der Wert bei drei bis sechs Milligramm pro 100 Milliliter Blutserum. Im Fachjargon nennt sich das Hyperurikämie. Andere Synonyme sind Urikopathie oder Arthritis urica.
 
Es handelt sich um eine Stoffwechselerkrankung, bei der es aufgrund des erhöhten Harnsäurewerts im Blut zu Ablagerung von Harnsäurekristallen, den sogenannten Uraten, an Gelenken und Schleimbeuteln kommt. Dies führt zu Entzündungen und Schädigungen der Gelenke bis hin zu Knochenumbauten und Knorpelveränderungen, was Mediziner als Gicht-Arthritis bezeichnen. Die Erkrankung betrifft überwiegend das Grundgelenk der großen Zehe, die Gelenke des Mittelfußes und der Sprunggelenke sowie die Knie und die Gelenke der Arme und Hände. Seltener zeigen sich Veränderungen an großen Gelenken wie der Hüfte oder der Schulter.
 
Neben Knochen- und Knorpelstrukturen kann es auch zu einer Schädigung der Niere kommen, was langfristig in einer Niereninsuffizienz enden kann, in der Fachsprache auch als Gichtniere bezeichnet. Diese Schädigung verläuft zwar schmerzlos, jedoch ist sie als kritischer anzusehen, da die Niere als Ausscheidungsorgan eine größere Bedeutung hat.
 
Die Krankheit kann angeboren oder erworben sein, wobei die erste Variante häufiger vorkommt. Weitere Gründe sind Umweltbedingungen und eine ungesunde Lebensweise sowie diverse Medikamente, Erkrankungen oder Übergewicht. Sie verläuft in Schüben, was bedeutet, dass auf eine beschwerdefreie Phase anfallsartige Schmerzattacken folgen können. Dabei handelt es sich um einen Gichtanfall.

Gicht - Was versteht die Medizin unter Gicht?

Welche Formen von Gicht gibt es?

Ärzte unterscheiden zwei Formen von Gicht, nämlich die primäre, angeborene und die sekundäre, erworbene Form.

Primäre Form

Die meisten Patienten leiden unter dieser Form der Stoffwechselstörung, bei der die Niere weniger Harnsäure ausscheidet, als nötig wäre. Mediziner sprechen dabei auch von einer „primären Hyperurikämie“ oder „primären Gicht“. In seltenen Fällen ist jedoch ein Enzymdefekt für die Erkrankung verantwortlich, bei dem der Körper zu viel Harnsäure produziert und die Nieren damit überfordert. Die Ursache ist ein Gendefekt, welcher in zwei Krankheitsbildern unterteilt ist: dem Lesch-Nyhan-Syndrom, welches überwiegend bei Jungen auftritt, und dem Kelley-Seegmiller-Syndrom.

Sekundäre Form

Diese Form der Gicht wird überwiegend durch andere Erkrankungen oder Störungen hervorgerufen, wie in etwa durch Leukämie. Als Folge von Leukämie werden massenhaft Abwehrzellen abgebaut. Dabei werden große Mengen von Purinen freigesetzt, welche sich dann im Blut anreichern. Doch auch bei anderen Tumor- und Bluterkrankungen oder Nierenerkrankungen sowie einem unbehandelten oder ungenügend eingestellten Diabetes mellitus kommt es zu einem Anstieg der Harnsäure im Blut. Chemotherapeutische Medikamente, sogenannte Zytostatika, und Bestrahlungen im Rahmen einer Krebstherapie führen ebenfalls zu einer erhöhten Produktion von Harnsäure.

Neben den beiden Formen von Gicht unterscheiden Mediziner auch zwischen einem akuten und einem chronischen Verlauf:

Akuter Gichtanfall

Bei einem akuten Gichtanfall handelt es sich um eine klassische Schmerzattacke, die meist in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden nach einem üppigen Essen mit reichlich Alkohol beginnt. Betroffene bekommen dabei einen regelrechten „Purinschub“, bei dem eine große Menge an Harnsäurekristallen in die Gelenke freigesetzt werden und dort Entzündungen auslösen. In 90 Prozent der Fälle ist nur ein Gelenk, vorwiegend das Großzehengrundgelenk, davon betroffen. Es ist stark gerötet, schwillt an und schmerzt schon im Ruhezustand und noch mehr bei Bewegung. Aufgrund der hohen Druckempfindlichkeit können Patienten nicht einmal die Bettdecke über den Fuß ziehen. Dieser Zustand dauert zumindest mehrere Stunden an, kann sich jedoch auch über Tage ziehen. Danach folgt eine monate- oder jahrelange beschwerdefreie Phase, bis der nächste Anfall erfolgt.

Chronische Gicht

Wird die Gicht nicht behandelt, werden die Intervalle ohne Beschwerden immer kürzer, bis sich das betroffene Gelenk zu verformen beginnt und Patienten unter ständigen Schmerzen leiden. Mediziner sprechen dann von einem chronischen Verlauf. Dabei können sich in und rund um die Gelenke, in anderen Geweben oder auch Organen kleine Knötchen bilden. Zudem wird die Niere nach und nach geschädigt. Es droht eine Niereninsuffizienz sowie Nierensteine. Die Folge sind schmerzhafte Nierenkoliken.

Gicht - Welche Formen von Gicht gibt es?

Was sind die Symptome von Gicht?

Gicht - Was sind die Symptome von Gicht?

Die typischsten Beschwerden bei Gicht sind starke Gelenkschmerzen, welche zunächst anfallsartig auftreten können. Wann welche Symptome auftreten, hängt vom Stadium der Krankheit ab. Dabei unterscheiden Mediziner zwischen vier Phasen:

Gicht-Symptome im Stadium I: Hyperurikämie
Im Anfangsstadium zeigt sich lediglich ein erhöhter Harnsäurespiegel im Blut. Dieser kann jedoch in manchen Fällen bei Personen über mehrere Jahre bestehen, ohne Beschwerden zu verursachen. Erste Anzeichen einer Gicht sind kleinste Nierensteine, auch als Nierengrieß bezeichnet. In diesem Stadium verursachen sie aber noch keine spürbaren Beschwerden.
 


 
Gicht-Symptome im Stadium II: Akute Gicht
Wenn der Harnsäurespiegel im Blut einen bestimmten Wert übersteigt, kommt es zu einem akuten Gichtanfall, welcher mit starken Schmerzen in einzelnen Gelenken einhergeht. Unbehandelt dauert so ein Anfall zwischen einigen Stunden und wenigen Tagen, danach klingen die Symptome von selbst wieder ab. Besonders anfällig ist das Grundgelenk der großen Zehen, weshalb Betroffene einen Gichtanfall zunächst meist dort spüren. Andere Gelenke, die ebenfalls häufig von Patienten erwähnt werden, sind Knie-, Schulter- und Fingergelenke.
 
In schwereren Fällen kommt es zu Entzündungsreaktionen, durch welche die Gelenke stark anschwellen und gerötet sowie wärmer als sonst sind. Zudem sind sie stark berührungsempfindlich. Weitere Symptome in diesem zweiten Stadium sind:

Gicht - Fieber
  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Herzrasen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schwächegefühl und eingeschränkte Leistungsfähigkeit

Sollten die Gichtanfälle häufiger auftreten, nimmt die Beweglichkeit der betroffenen Gelenken mit der Zeit immer mehr ab. Betroffene haben dann Schwierigkeiten mit dem Gehen oder Greifen.
 


 
Gicht-Symptome im Stadium III: Interkritische Phase
Unter einer interkritischen Phase verstehen Mediziner die Zeit zwischen zwei Gichtanfällen. Zwar sind Patienten während dieser Phase beschwerdefrei, jedoch zeigt sich immer noch ein erhöhter Harnsäurespiegel im Blut.
 


 
Gicht-Symptome im Stadium IV: Chronische Gicht
Unbehandelt kommt es im Laufe der Zeit zu einem chronischen Verlauf, was bedeutet, dass die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen auch zwischen den Anfällen spürbar sind. Die Gelenke sind dann dauerhaft entzündet, was Mediziner als Gelenk-Gicht bezeichnen. Die Weichteil-Gicht betrifft vor allem andere Körpergewebe. So bilden sich in etwa unter der Haut, am Ohrknorpel oder oberhalb der betroffenen Gelenke kleine, harte Gewebeknötchen mit weißen Flecken – sogenannte Gelenktophi. Besonders die Finger und Füße sind davon betroffen, doch auch Organe, im Speziellen die Niere, können durch die Erkrankung geschädigt werden.
 
Zunächst bilden sich winzige Steine, sogenannter Nierengrieß, in der Niere. Durch Verklumpung entstehen größere Nierensteine, welche die Nierenfunktion stark beeinträchtigen können. Verstopfen diese das Abflusssystem der Niere, kommt es zu einem Harnrückstau. Schlimmstenfalls entzündet sich die Niere oder kollabiert sogar. Spürbar ist so eine Nierenkolik durch wellenartig stärker und wieder schwächer werdende Schmerzen, die bis in den Rücken ziehen und zwischen 30 und 60 Minuten andauern. Weitere Symptome sind Erbrechen und Übelkeit, Blut im Urin und Schmerzen beim Wasserlassen.

Gicht - Gicht-Symptome im Stadium IV: Chronische Gicht

Wann kommt es zu einem sogenannten Gichtknoten?

Wird die Krankheit nicht ausreichend therapiert, lagern sich die Harnsäurekristalle neben Gelenken auch in Schleimbeuteln, Sehen, in der Haut, den Ohrknorpeln oder den Nieren ab. Vor allem an der Ohrmuschel, im Gelenk selbst und rund um Gelenke können sich sichtbare Knötchen bilden, sogenannte Gichttophi. Dabei handelt es sich um Verklumpungen von Harnsäurekristallen.
 
Diese Knötchen kommen eher bei Personen mit chronischer Gicht vor und zeigen sich gewöhnlich als feste, weißliche oder gelbe Papeln oder Knoten. Sie treten einzeln oder in Gruppen auf, sind aber im Normalfall schmerzlos. Nur in Einzelfällen kann es zu einer akuten Entzündung kommen. Tophi können auch die Haut durchbrechen. Dabei entleert sich die kalkhaltige Masse. In einem fortgeschrittenen Stadium können die Knötchen Deformationen oder eine sekundäre Osteoarthritis an den Gelenken verursachen.

Was kann ich selbst bei Gicht tun?

Es gibt einige Hausmittel und Tipps, die sinnvoll als Ergänzung zu einer Gicht-Therapie eingesetzt werden können:

Gicht - Gelenke schonen:

Gelenke schonen: Du solltest das betroffene Gelenk ruhigstellen und erst dann wieder belasten, wenn Du beschwerdefrei bist. In manchen Fällen bedeutet das auch Bettruhe.


Gicht - Gelenke kühlen:

Gelenke kühlen: Kühlende Umschläge wie ein in kaltes Wasser getränktes Handtuch können Deine Schmerzen lindern. Du kannst dazu auch Quark nehmen, da dessen Kälte länger anhält. Solltest Du Coolpacks verwenden, wickle sie unbedingt vorab in ein Tuch ein, da sie sonst zu kalt sind und Hautschäden verursachen können. Kühle nie mehr als zehn Minuten am Stück, dafür mehrmals am Tag.


Gicht - Gelenke wärmen:

Gelenke wärmen: Auch ein wärmendes Bad mit Zusätzen wir Heublumen oder Kamillenblüten ist als Gichtanfall-Hausmittel zu empfehlen.


Gicht - Tee trinken:

Tee trinken: Um die Harnsäure aus Deinem Körper zu schwemmen, kannst Du Tees, wie in etwa aus Leinsamen, Birkenblättern, oder als Aufguss mit einer Knoblauchzehe trinken. Die Tees wirken harntreibend und helfen so, die Beschwerden zu lindern.

Gicht - Was kann ich selbst bei Gicht tun?

Doch Hausmittel haben ihre Grenzen, weshalb Du vor allem beim Fortbestehen der Beschwerden einen Arzt aufsuchen solltest. Im Prinzip lassen sich die Symptome schon durch einen veränderten Lebensstil verbessern beziehungsweise sogar vermeiden. Wichtig ist eine gesunde, angepasste Ernährung und Bewegung.

Gicht - Übergewicht reduzieren:

Übergewicht reduzieren: Solltest Du einen Body-Mass-Index von über 25 haben, empfehlen Ärzte, Gewicht abzubauen. Dies sollte jedoch langsam passieren, da zu strenges Fasten die Gefahr eines akuten Gichtanfalls bergen kann. Durch eine Gewichtsreduktion sinkt der Harnsäurespiegel automatisch ab.


Gicht - Viel Trinken:

Viel Trinken: Von Ernährungswissenschaftlern wird empfohlen, mindestens zwei Liter am Tag zu trinken, um dem Körper zu helfen, die Harnsäurekonzentration niedrig zu halten. Zudem förderst Du die Filterfunktion der Niere, was zusätzlich Harnsäure ausschwemmt. Am besten trinkst Du dazu Mineralwasser oder ungesüßten Tee.


Gicht - Bewegung:

Bewegung: Durch Bewegung verbessern sich die Entzündungssymptome in den Gelenken. Doch solltest Du Dich nicht überanstrengen, da durch übermäßiges Training Milchsäure entsteht, welche den Abbau von Harnsäure über die Nieren verlangsamt. Empfehlenswert sind regelmäßige Spaziergänge.

Welche Ernährung wirkt sich positiv auf Gicht aus?

Gicht - Ernährung

Eine gesunde Ernährung stellt in der Gicht-Therapie eine wichtige Säule dar. Im Idealfall können sich Patienten damit sogar Medikamente ersparen. Wichtig dabei ist, auf purinarme Nahrungsmittel zurückzugreifen.

Purine sind wichtige Bestandteile der Körperzelle und gelangen nach deren Absterben ins Blut. Dort werden sie mithilfe von bestimmten Enzymen abgebaut und in das Endprodukt Harnsäure umgewandelt. Überschüssige Harnsäure wird über die Nieren ausgeschieden. Purine werden vom Körper selbst produziert, aber größtenteils über die Nahrung aufgenommen.

 

Patienten sollten nicht mehr als 500 Milligramm Purine pro Tag zu sich nehmen und nicht mehr als 3000 Milligramm pro Woche. Bei einem akuten Gichtanfall sinkt der ärztlich empfohlene Anteil an Purinen sogar auf 300 Milligramm täglich und 2000 Milligramm wöchentlich. Detaillierte Informationen zur richtigen Ernährung bekommst Du bei Deinem behandelnden Arzt oder bei Ernährungsberatern.

Gicht - Welche Ernährung wirkt sich positiv auf Gicht aus?

Grundsätzlich sollten folgende Regeln eingehalten werden:

Gicht - Grundsätzlich sollten folgende Regeln eingehalten werden:

Als Eiweißquelle kommen Eier, Milch- und Milchprodukte infrage: Egal ob die Milch von der Kuh, dem Schaf oder der Ziege kommt – sie ist ein Drüsensekret und deshalb frei von Zellkernen, also Purinen.

Auch Butter, Rahm, Kefir, Hüttenkäse, Naturjoghurt oder Topfen/Quark sind purinfrei. Anders verhält es sich mit Käse. In manchen Sorten stecken weniger Purine drin, in manchen mehr. Milchersatzprodukte wie aus Mandeln, Hafer, Reis oder Soja können unterschiedliche Mengen an Purinen enthalten. Tofu wiederum gilt als purinarm.

 

Zu den purinarmen Lebensmitteln zählen Getreide und Getreideprodukte, helle Brotsorten, Nudeln, Mehl und Backwaren, Nüsse, Erdnussbutter, Obst und Gemüse, Salate und Kartoffeln. Pflanzliche Nahrungsmittel enthalten vor allem Eiweiße, Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe und gelten daher als gesundheitsfördernd. Bei Obst reichen zwei Portionen pro Tag aus, wobei besonders Beeren für den Verzehr gut geeignet sind. Vitamin C hat zudem einen harnsäuresenkenden Effekt.

 

Wichtig ist auch, dass Betroffene mindestens 2,5 Liter Wasser täglich zu sich nehmen, damit die Harnsäure schneller und leichter aus der Niere ausgeschwemmt werden kann. Harntreibend wirken auch diverse Heilpflanzen in Form von Tees, aber auch Kaffee (normal und koffeinfrei). Kaffee wirkt sogar harnsäurespiegelsenkend.

Gicht - mindestens 2,5 Liter Wasser täglich zu sich nehmen

Was ist bei Gicht verboten?

Gicht - Was ist bei Gicht verboten?

Verboten sind primär purinreiche Lebensmittel und Alkohol sowie Zucker. Grundsätzlich gilt:

Purinreiche Lebensmittel meiden: Dazu zählen Fleisch (vor allem Innereien), Wurstwaren, Sulz, Meeresfrüchte und bestimmte Fischarten sowie Fischerzeugnisse (vor allem Hering, Ölsardinen, Thunfisch oder Fischstäbchen), Hülsenfrüchte wie Erbsen, Linsen, Sojabohnen und weiße Bohnen, Hefe, Spinat und Rosenkohl.
 


 
Üppige Mahlzeiten meiden
 


 
Möglichst fettarme Mahlzeiten einnehmen: Auch auf versteckte Fette achten (insbesondere in Fertignahrungsmitteln).
 


 
Möglichst wenig Alkohol, da dieser über die Nieren abgebaut wird und so den Abbau von Harnsäure bremst. Vor allem Bier enthält selbst viele Purine.
 


 
Zuckerhaltige Lebensmittel meiden: Auch Fruchtzucker, welcher nicht nur in Früchten, sondern auch oft versteckt in Säften (Orangensaft, Multivitaminsaft), Limonaden, Smoothies, Fruchtjoghurt oder anderen Speisen und Getränken steckt, kann eine negative Auswirkung auf den Harnsäurespiegel haben, da dessen Abbau die Purinbildung verstärkt und gleichzeitig die Ausscheidung über die Niere hemmt.

Wie lässt sich Gicht behandeln?

Gicht - Wie lässt sich Gicht behandeln?

Um eine Gichterkrankung zu behandeln, braucht es neben der Ernährungsumstellung und der Gewichtsreduktion meist den Einsatz von Medikamenten. Vor allem wenn die Gichtanfälle sich häufen oder schon Komplikationen wie Gichtknoten oder Nierensteine entstanden sind, führt an einer medikamentösen Behandlung nichts vorbei.

Die Medikamente werden von Ärzten in zwei Kategorien eingeteilt, nämlich in solchen, welche die Harnsäureausscheidung fördern und solche, welche die Harnsäureproduktion hemmen. Anfangs werden meist beide Arten von Arzneimitteln verschrieben. In der langfristigen Therapie kommen jedoch vor allem produktionshemmende Medikamente zum Einsatz.
 
Zur Gruppe der harntreibenden Medikamente gehören Urikosurika wie in etwa Benzbromaron: Durch Urikosurika scheidet der Körper vermehrt Harnsäure aus, doch sollten Patienten anfangs nur eine kleine Dosis bekommen, da ansonsten die Gefahr für einen Gichtanfall steigt.
 
Zu produktionshemmende Medikamente zählen Urikostatika. Diese enthalten den Wirkstoff Allopurinol, welcher das harnsäurebildende Enzym hemmt. Dadurch gelangen lediglich Vorstufen der Harnsäure in das Blut. Da diese besser wasserlöslich sind und vom Körper leichter ausgeschieden werden können, bewirkt eine Behandlung mit Urikostatika sogar das Lösen von bereits entstandenen Harnsäurekristall-Ablagerungen. Im Idealfall bilden sich sogar Gichttophi und Nierensteine zurück.
 
Vor allem bei Menschen mit einem erhöhten Harnsäurespiegel und einer familiären Vorbelastung für Gicht sowie beim Vorliegen einer Gelenk-Gicht, von Nierensteinen oder einer chronischen Gicht empfehlen Ärzte die Einnahme von Harnsäuresenkern. Ferner werden noch andere Medikamente zur Unterstützung der Behandlung verschrieben.
 
Dazu zählen:

  • Colchicin: Dieses Medikament dient dem Vorbeugen von Gichtanfällen und muss meist für einige Monate begleitend zur übrigen Medikation eingenommen werden.
  • Febuxostat: Darunter wird ein neu entwickelter Wirkstoff verstanden, welcher alternativ zu Allopurinol eingesetzt werden kann, da er auch den Harnsäurespiegel senkt.

Gicht - Febuxostat

Nicht geeignet für die Behandlung ist Acetylsalicylsäure, da sie die Harnsäureausscheidung verlangsamt. Gegebenenfalls werden auch Schmerzmittel vorübergehend unterstützend verschrieben. Doch auch alternative Methoden können bei der Linderung der Beschwerden helfen:

  • Wärme- und Kältebehandlungen
  • Ultraschall- und Elektrotherapien
  • Methoden zur Muskelentspannung
  • Krankengymnastik und Ergotherapie, um die Muskeln zu kräftigen und so die Gelenke zu entlasten sowie Bewegungseinschränkungen zu verbessern oder vorzubeugen.

 
Auch homöopathische Präparate wie in etwa Brynia bei akuten Schmerzen und zur Entspannung des Gemütszustands, Colchicum bei Übelkeit, Ledum und Lycopodium bei Schmerzen und Belladonna bei starken Schmerzen und Fieber können die Therapie unterstützen. Das Ziel der Gicht-Behandlung ist die Linderung von Schmerzen und das Vorbeugen von erneuten Gichtanfällen, um vor allem das Risiko eines chronischen Verlaufs zu minimieren.
 
Im Falle einer Erkrankung ist eine Therapie auf jeden Fall notwendig, da der Überschuss an Harnsäure nicht von selbst weggeht. Das Ziel ist in erster Linie, diesen Überschuss auf ein gesundes Niveau zu senken, um mögliche Komplikationen zu vermeiden.

Wie wird ein akuter Gichtanfall behandelt?

Bei einem akuten Gichtanfall kommen neben entzündungshemmenden und schmerzstillenden Mitteln – sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika, kurz NSAR, wie in etwa Ibuprofen, Indomaticin oder Naproxen – auch das Gicht-Medikament Cochicin oder Kortisonpräparate in Tablettenform oder als Spritze ins Gelenk zum Einsatz.

Wann ist bei Gicht eine OP sinnvoll?

Menschen, die an einer chronischen Form der Gicht leiden und bereits Probleme durch die große Ansammlung von Uratkristallen in Gelenken haben, kann durch einen chirurgischen Eingriff geholfen werden. Vor allem größere Gichttophi sollten operativ entfernt werden, da sie Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen bewirken können. Die Operation selbst erfolgt in der Regel unter lokaler Betäubung. Sollte das Gelenk schon massiv geschädigt sein, kann es durch ein künstliches Gelenk ersetzt werden. Patienten werden stationär behandelt, da nach dem Eingriff ein mehrtägiger Aufenthalt notwendig ist. Das neue Gelenk kann postoperativ Schmerzen verursachen und auch der Patient muss sich erst an die neuen Gegebenheiten gewöhnen.

Gicht - Wann ist bei Gicht eine OP sinnvoll?

Welche Ursachen hat Gicht?

Die Ursache dieser Erkrankung liegt in der erhöhten Aufnahme von Purinen. Dieser wichtige Bestandteil unserer Körperzellen wird einerseits von unserem Körper selbst produziert und andererseits über die Nahrung aufgenommen. Stirbt eine Körperzelle ab, gelangen die Purine ins Blut. Beim Abbau von den Purinen durch ein bestimmtes Körperenzym entsteht Harnsäure. Die überschüssige Harnsäure wird im Normalfall über die Niere ausgeschieden. Wenn das Blut jetzt aber zu viel Harnsäure enthält, kann sich bei manchen Menschen eine Gicht entwickelt. Medizinisch wird dies als Hyperurikämie bezeichnet.
 
Doch nicht jede Person mit einem erhöhten Harnsäurespiegel erkrankt. Ob eine Gicht auftaucht oder nicht, hängt üblicherweise von der Dauer und dem Grad der Hyperurikämie ab. Ein erhöhter Harnsäurespiegel kann im Wesentlichen drei Gründe haben:

  • Die Ernährung ist zu purinreich.
  • Es liegt eine Erberkrankung vor, die eine übermäßige Harnsäureproduktion fördert, wie in etwa Blutbildungsstörungen oder bestimmte Krebserkrankungen wie Leukämie.
  • Die Nieren scheiden zu wenig Harnsäure aus.

 
Nur in seltenen Fällen liegt eine Enzymstörung vor, die den Harnsäure-Stoffwechsel hemmt. Häufig liegen mehrere Begründungen für eine Erkrankung vor, wobei vor allem genetische Veränderungen eine wichtige Rolle bei der Entstehung einer Gicht spielen.

Gicht - Welche Ursachen hat Gicht?

Welche Risikofaktoren begünstigen einen Gichtanfall?

Gicht - Welche Risikofaktoren begünstigen einen Gichtanfall?

Im Grunde begünstigen alle Faktoren, die eine Erhöhung des Harnsäurespiegels hervorrufen, auch das Risiko, an einer Gicht zu erkranken oder weitere Anfälle zu erleiden. Zu den wissenschaftlich nachgewiesenen Risikofaktoren zählen:

Purinreiche Nahrungsmittel wie Fleisch, bestimmte Fische oder Meeresfrüchte. Zwar enthalten auch einige pflanzliche Nahrungsmittel eine hohe Dosis an Purinen, jedoch haben sie laut Studien kaum Einfluss auf die Entstehung einer Erkrankung.
 


 
Harnsäurespiegel erhöhende Medikamente: Dazu zählen in etwa entwässernde Medikamente wie Diuretika und Acetylsalicylsäure (ASS) sowie bestimmte Medikamente, die nach einer Organtransplantation eingesetzt werden. Zudem können auch das Parkinson-Medikament Levodopa und bestimmte Krebsmedikamente eine Gicht begünstigen.
 


 
Alkohol: Einige alkoholische Getränke enthalten selbst schon viele Purine. Hinzu kommt, dass der Abbau von Alkohol den Abtransport von Harnsäure hemmt. Studien haben gezeigt, dass vor allem Bier und hochprozentiger Alkohol eine Gicht begünstigen können. Wein in Maßen spielte dabei eine eher untergeordnete Rolle.
 


 
Zuckerhaltige Getränke wie Fruchtsäfte und Limonaden enthalten viel Fruchtzucker. Dieser kann in manchen Fällen Gicht auslösen.
 


 
Übergewicht: Das Risiko einer Erkrankung steigt mit einem zunehmenden Body-Mass-Index. Deshalb ist es wichtig, dass Patienten auf ihr Gewicht achten.

Gicht - Übergewicht:

Wie wird Gicht diagnostiziert?

Gicht - Wie wird Gicht diagnostiziert?

Bei Verdacht auf eine Erkrankung solltest Du schnellstmöglich zu Deinem Hausarzt oder einem Internisten, also einem Arzt für innere Medizin gehen. Dieser wird zuerst ein Anamnesegespräch mit Dir führen und Dich nach Deiner Krankheitsgeschichte und den Beschwerden befragen.

Danach folgt eine körperliche Untersuchung, bei der der Arzt Gelenke, Bauch und die Unterbauchorgane abtastet und auf Druckempfindlichkeiten und knotige Gewebeveränderungen über den Gelenken achtet. Leicht erkennbar wird die Erkrankung bei schmerzhaften, gerötetem Schwellungen am Grundgelenk des großen Zehs. Mithilfe von Bewegungstests kann der Arzt herausfinden, ob schon Bewegungseinschränkungen in den Gelenken vorliegen.
 
Als Nächstes wird der Arzt Dein Blut untersuchen, um den Harnsäurespiegel zu ermitteln. Dieser kann jedoch wenig aussagekräftig sein, da der Harnsäurewert nach einem akuten Gichtanfall rasch wieder auf ein normales Niveau sinkt. In diesem Fall helfen bestimmte Entzündungsmarker im Blut, welche Hinweise auf eine Gicht liefern. Dazu gehören einerseits ein erhöhter Wert des C-reaktiven Proteins (CRP-Wert), eine erhöhte Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) sowie eine erhöhte Blutkörperchensenkgeschwindigkeit (BSG).
 
Des Weiteren schaut der Arzt, ob die vier typischen Risikofaktoren Übergewicht, Bluthochdruck, ungünstige Blutfettwerte und Diabetes mellitus vorliegen, da diese häufig mit Gicht in Zusammenhang gebracht werden können.
 
Um eine sichere Diagnose stellen zu können, entnimmt der Arzt mit einer feinen Hohlnadel Flüssigkeit aus dem betroffenen Gelenk und untersucht diese anschließend im Labor. Zeigen sich Harnkristalle in der Flüssigkeit, handelt es sich um eine Gicht. In einem fortgeschrittenen Stadium können bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Ultraschall das Ausmaß der Schäden an Gelenken sichtbar machen. Für eine Untersuchung der Niere wird meist eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel herangezogen. Dabei kann der Mediziner etwaige Gewebeschädigungen an der Niere feststellen.

Gicht - Röntgen

Wie unterscheidet sich Gicht von Rheuma, Arthrose und Arthritis?

Gicht, Arthrose und Arthritis zählen zum sogenannten rheumatischen Formenkreis, was bedeutet, dass Rheuma nicht als eine Krankheit gesehen werden kann. Allen Krankheiten gemeinsam ist, dass sie Schmerzen in den Gelenken verursachen, jedoch lassen sie sich in ihren Ursachen unterscheiden:

Gicht: Bei einer Gicht handelt es sich um eine Stoffwechselstörung, bei der der Körper zu viel Harnsäure im Blut einlagert. Dabei kommt es zur Bildung von Harnsäurekristallen, sogenannten Uratkristallen. Diese werden am Gelenk als Fremdkörper wahrgenommen, weshalb es zu schmerzhaften Gelenkentzündungen kommt.

Arthritis: Unter einer Arthritis verstehen Mediziner eine entzündlich-rheumatische Erkrankung. Dabei kommt es aufgrund einer anhaltenden chronischen Entzündungsreaktion zu Schmerzen und Gewebeschädigungen im Gelenk. Die Entzündung entsteht im Normalfall als fehlgeleitete Abwehrreaktion des Körpers. Dieser greift dann nicht die Krankheitserreger, sondern die eigenen Körperzellen an. Ärzte sprechen dabei von einer Autoimmunreaktion.

Arthrose: Die Arthrose zählt zu den degenerativen rheumatischen Erkrankungen, was bedeutet, dass die Gewebeschädigungen im Zuge eines längeren Verschleißes oder einer chronischen Überlastung entstehen. Weiter Ursachen einer Arthrose sind Unfälle und andere rheumatische Erkrankungen.

Gicht - Wie unterscheidet sich Gicht von Rheuma, Arthrose und Arthritis?

Wie ist die Prognose bei Gicht?

Gicht - Wie ist die Prognose bei Gicht?

Ob die Gicht heilbar ist oder nicht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Im Grunde ist die Chance höher, wenn die Erkrankung früh entdeckt wird und es noch zu keinen Schädigungen gekommen ist.

Angeborene Formen sind grundsätzlich unheilbar, jedoch können Betroffene mit einer geeigneten Therapie und einer damit einhergehenden dauerhaften Senkung des Harnsäurespiegels ein schmerzfreies, normales Leben führen.
 
Gicht-Formen, die aufgrund einer Vorerkrankung entstanden sind, können im Regelfall geheilt werden. Durch Anpassung der Lebensweise und einer geeigneten Medikation können akute Gichtanfälle vermieden und so die Entwicklung einer chronischen Form verhindert werden.
 
Wird die Gicht nicht ausreichend behandelt, können die inaktiven Phasen zwischen den Gichtanfällen immer kürzer ausfallen, bis es zu einem chronischen Verlauf kommt. Dabei kann es zu Gewebe- und Gelenkschädigungen kommen, die starke Bewegungseinschränkungen und dauerhafte Schmerzen als Folge haben. Zudem drohen Komplikationen wie Nierensteine, ein Nierenschaden oder im schlimmsten Fall ein Nierenversagen. Lagern sich die Uratkristalle auch noch an untypischen Körperstellen, wie im Bereich des Rückenmarks oder dem Karpaltunnel im Handgelenk, ab und bilden sich darüber hinaus Gichtknoten, können diese auf Nerven drücken und zu einem Karpaltunnelsyndrom ausarten oder Lähmungserscheinungen auslösen.
 
Durch die Schmerzen wird auch der Alltag von Betroffenen mitunter sehr stark beeinflusst, da viele normale Aktivitäten wie Gehen, Fahrradfahren, Schuhe anziehen oder Dinge halten und tragen unmöglich werden. Häufig sind Patienten nicht einmal in der Lage, einkaufen oder arbeiten zu gehen. Auch ist an einen erholsamen Schlaf aufgrund der Schmerzen nicht zu denken, was bei vielen Menschen aufs Gemüt schlägt. Viele fühlen sich schuldig, weil sie weniger leisten können und für die Familie oder den Partner weniger ansprechbar sind. Deshalb ist es wichtig, mit Familienangehörigen zu sprechen und ihnen zu erklären, wie die Erkrankung erlebt wird.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten bei Gicht?

Gicht - Kosten

In der Regel werden die Kosten für eine Gicht-Behandlung von den Krankenkassen übernommen. Solltest Du Spezialbehandlungen in Anspruch nehmen, solltest Du Deinen Versicherungsträger vorab um Informationen über eine eventuelle Kostenübernahme bitten.


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Über den Autor: Dr. med. Benjamin Gehl

Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie


Als Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie liegt die Leidenschaft von Dr. Gehl schon immer im Bereich der medizinischen Contentproduktion.

Aufgrund seiner Ausbildung, einer langjährigen Einsatzzeit in der rekonstruktiven und plastischen Chirurgie, sowie zahlreichen Auslandseinsätzen in Indien, Afrika und Amerika weiß er, welche Techniken und Behandlungen für medizinische Indikationen international Anwendung finden und State of the art sind.

Weiterhin beschäftigt er sich täglich mit neuen Trends und Techniken in der operativen und nicht-operativen Chirurgie. Fortbildungen sowie Studien zählen genauso zu seiner Leidenschaft wie die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten zu den neuesten fachspezifischen Themen.

Bitte beachte, dass sämtliche zur Verfügung gestellten Inhalte zu den einzelnen Behandlungen, Abläufen, Preisen etc. generelle Informationen sind und je nach Ärzt*in und individuellem Fall und Ausgangslage variieren können.

Für genauere Auskünfte frag bitte direkt bei dem/der von Dir ausgewählten Ärzt*in an.

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Dauer Dauer

OP 30-90 Minuten

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Bis zu 3 Monate

Stationärer Aufenthalt Stationär

Bis zu 10 Tagen

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Unter Gicht verstehen Mediziner eine Stoffwechselerkrankung, bei der es zu einem erhöhten Harnsäure-Wert im Blut und in weiterer Folge zu Entzündungsprozessen an Gelenken und anderen Gewebe kommt.


Unterschieden wird zwischen einer angeborenen und erworbenen Form sowie einem akuten Gichtanfall und einem chronischen Verlauf. Die Erkrankung verläuft in vier Stadien.


Typische Symptome sind Schwellungen, Rötungen und Entzündungen an Gelenken, Fieber, Müdigkeit, Schwächegefühl; in einem späteren Verlauf Verformungen der Gelenke, Bewegungseinschränkungen und Nierensteine sowie Knötchen unter der Haut und an den Gelenken.


Die Ursache ist ein erhöhter Harnsäurespiegel, der entweder durch die Nahrung oder aufgrund einer Vorerkrankung sowie weiteren Umweltfaktoren wie einem ungünstigen Lebensstil entstehen kann.

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