Tachykardie (Herzrasen)

Ob nach dem Sport oder beim Erschrecken, jeder kennt wohl das Gefühl von Herzrasen. Bei eben genannten Momenten verschwindet dies nach einiger Zeit wieder, doch was ist zu tun, wenn man dauerhaft unter einem zu schnellen Herzschlag leidet? Die Antwort zu dieser und weiteren Fragen bezüglich der Tachykardie, ihren Ursachen und der Therapie findest Du im folgenden Text.


AUTOR

Medizinischer Experte

CO-AUTOR

Online-Redaktion

Dieser Text wurde nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Medizinern geprüft.


Zuletzt aktualisiert: 19. August, 2020



ICD-10-GM-2020 R00.0

Was versteht die Medizin unter einer Tachykardie?

Wenn bei einem Erwachsenen die Herzfrequenz über 100 Schläge pro Minute beträgt, bezeichnet dies der Mediziner als Tachykardie. Zu messen ist allerdings der Ruhepuls, denn ein erhöhter Herzschlag bei Bewegung, Freude oder Angst ist eine gesunde Reaktion des Körpers. Auch die Differenzierung nach Altersklassen ist bei der Bestimmung einer Tachykardie relevant, denn bei Säuglingen ist ein Puls von 120 Schlägen pro Minute die gesunde Norm. Erst ab der Pubertät treffen die Herzfrequenz-Richtlinien für Erwachsene zu. Hierbei befindet sich der Ruhepuls zwischen 60 und 80 Schlägen pro Minute.
 
Wenn bei einem Erwachsenen die Herzfrequenz über 100 Schläge pro Minute beträgt, bezeichnet dies der Mediziner als Tachykardie

Was sind die Symptome einer Tachykardie?

Neben dem Gefühl des Herzklopfens, begleiten oftmals weitere Symptome eine Tachykardie. Dazu zählen Kurzatmigkeit, Schwindel, Herzstechen, Schweißausbrüche, Übelkeit und ein Druckgefühl in der Brust. Viele der Symptome löst ein erhöhter Sympathikotonus aus. Dies beschreibt die verstärkte Wirkung des Sympathikus, ein Teil des Nervensystems, der hauptsächlich für Flucht-oder-Kampf-Situationen zuständig ist. Er bereitet den Körper auf eine Gefahrensituation vor, indem er unter anderem die Herzfrequenz und die -muskelkraft erhöht, damit mehr Blut und somit mehr Sauerstoff zirkulieren kann.

Welche Formen der Tachykardie gibt es?

Neben der Einteilung nach dem Ort der Tachykardie gibt es auch jene, die nach der Dauer des Herzrasens bestimmt wird.
 
Bei dem Entstehungsort unterscheidet man zwischen Vorhoftachykardien (supraventrikulär) und Kammertachykardien (ventrikulär). Dies ist eine anatomische Unterscheidung, die jedoch auch für die Prognose und den Krankheitswert wichtig ist. Um den Unterschied zwischen den Arten zu verstehen, ist ein grob anatomisches und physiologisches Wissen über das Herz vorausgesetzt. Grundsätzlich gibt es zwei Vorhöfe und zwei Kammern, jeweils eine/r links und rechts. Das zirkulierende Blut gelangt in der Diastole (Phase der Herzfüllung) in die Vorhöfe, die das Blut dann am Ende dieser Phase durch die Herzklappen in die Kammern pressen. In der Systole oder Phase des Blutauswurfs kontrahieren die muskulären Kammern und befördern so das Blut in die großen Lungen- und Körperkreislauf versorgenden Gefäße (Truncus pulmonalis und Aorta). Dieser ausgeklügelte Mechanismus funktioniert nur dann einwandfrei, wenn die Erregung der Herzkontraktion uneingeschränkt abläuft.
 
Hierbei gibt es mehrere wichtige Erregungsstationen: den Sinusknoten, den AV-Knoten, das His-Bündel, die Tawara-Schenkel und Purkinje-Fasern. Beim gesunden Menschen wird die Herzfrequenz durch den Sinusknoten, der im rechten Vorhof sitzt, vorgegeben und dann auf den AV-Knoten, der sich zwischen rechtem Vorhof und Kammer befindet, übertragen. Letzterer hat eine Relaisfunktion inne, das bedeutet, er verzögert die Übertragung des Impulses. Dadurch kontrahiert der Vorhof etwas früher als die Kammer und kann somit ausreichend viel Blut in diese pumpen.
 
Findet sich nun bei einem Patienten eine supraventrikuläre Tachykardie, muss die Fehlerregung im Vorhof, also im Sinus- oder AV-Knoten stattfinden. Dies ist insofern weniger gefährlich, als dass der Vorhof nicht immer vollständig kontrahieren muss, um den Menschen am Leben zu erhalten. Entsteht die Tachykardie allerdings ventrikulär, kann das lebensbedrohliche Kammerflimmern entstehen, weshalb diese Form weitaus gefährlicher ist.
 
Eine weitere Einteilung bezieht sich auf die Dauer des Herzrasens. Der Mediziner unterscheidet hierbei zwischen einer akuten und einer chronischen Form. Außerdem gliedert sich die chronische Tachykardie noch in rezidivierend, also wiederkehrend, oder dauerhaft.

Welche Ursachen hat eine Tachykardie?

Herzrasen kann sowohl ein Zeichen eines normalen Anpassungsmechanismus des Körpers, beispielsweise bei körperlicher Aktivität, als auch ein Hinweis auf eine lebensbedrohliche Krankheit sein. Der Arzt muss hierbei einerseits zwischen akuten Notfällen und nicht bedenklichen Fällen, als auch zwischen kardialen und nicht-kardialen Ursachen unterscheiden. Häufige Ursachen und die Unterschiede zwischen jenen sind im Weiteren angeführt.
 
Etwa 15% der über 80-Jährigen leiden an Vorhofflimmern (VHF) oder -flattern. Wenn ein Vorhofflimmeranfall Symptome zeigt, sind das meist Müdigkeit, Schlafstörungen, ein unregelmäßiger Puls oder starkes Herzklopfen. Bei dieser Erkrankung zeigen sich mehrere Auslöser, darunter Bluthochdruck, Herzinsuffizienz oder Herzklappenstörungen. Bei etwa einem Drittel der VHF-Patienten findet der Arzt keine Erklärung für die Herzrhythmusstörung.
 
In den Herzen der VHF-Patienten zeigt sich eine Erregungsstörung in den Vorhöfen, also eine supraventrikuläre Tachykardie, die sich durch 300 bis 600 Schlägen pro Minute beim Flimmern und unter 300 Schlägen beim Flattern ersichtlich macht. Die Relaisfunktion des AV-Knotens sorgt dafür, dass der Großteil der zu schnellen elektrischen Impulse nicht auf die Kammern übertritt und verhindert somit das lebensbedrohliche Kammerflimmern. Dieser Mechanismus sorgt bei einer Person mit einem gesunden Herzen dafür, dass sie die Vorhoftachykardie oft gar nicht wahrnehmen, da die Kammern weiterhin normal kontrahieren können.
 
Herzrasen kann sowohl ein Zeichen eines normalen Anpassungsmechanismus des Körpers, beispielsweise bei körperlicher Aktivität, als auch ein Hinweis auf eine lebensbedrohliche Krankheit sein
 
Dennoch ist vor allem ein dauerhaftes VHF behandlungsbedürftig, da das Schlaganfallrisiko stark erhöht ist.
Eine weitere häufige Form der supraventrikulär ausgelösten Tachykardie ist das AV-Reentry. Der Patient verspürt hierbei eine plötzliche Steigerung der Herzfrequenz auf bis zu 250 Schlägen pro Minute. Grund dafür ist eine kreisende Erregung, die meist durch eine zweite elektrische Leitung zwischen Vorhof und Kammer bedingt ist. Besteht diese akzessorische Verbindung schon von Geburt an, handelt es sich um das Wolff-Parkinson-White-Syndrom.
 
Zu unterscheiden ist außerdem noch die Sinustachykardie, also ein Herzrasen, das durch eine zu schnelle Taktvorgabe des Sinusknotens entsteht. Die Auslöser dieser Erscheinung sind breit gefächert. Denn der bereits erwähnte Sympathikus, also das Kampf-oder-Flucht-Nervensystem, kann auf den Rhythmus des Sinusknotens Einfluss nehmen. Das erklärt die wohl jedem bekannte Form der Tachykardie bei Angst, Sport oder gar Panikattacken. Weiters verursacht diese Nervenkopplung einen schnelleren Herzschlag bei Fieber, Unfällen mit starkem Blutverlust oder der Blutarmut. Auch der Genuss von Nikotin, Koffein oder anderen Sympathikus-steigernde Substanzen, führt zu einer Erhöhung der Herzfrequenz, genauso wie dies durch eine Schilddrüsenüberfunktion geschieht.
 
Die gefährlichste Art der Tachykardie wird durch das Kammerflimmern verursacht. Dies entsteht oft durch Herzmuskelschäden, die eine unregelmäßige Kontraktion der Kammern auslösen, und ist akut lebensbedrohlich. Denn durch die unkoordinierte, viel zu schnelle Muskelerregung ist ein ausreichender Blutauswurf aus den Kammern nicht mehr möglich, weshalb dieses Flimmern meist mit einem Kreislaufstillstand einhergeht.

Wann sollte ich mit Herzrasen zum Arzt gehen?

Grundsätzlich sollten alle Patienten mit einer chronischen oder wiederkehrenden Tachykardie einen Kardiologen aufsuchen, um die Ursache des Symptoms abklären zu lassen. Empfindet eine Person akutes Herzrasen, kann eine künstliche Druckerzeugung in Brust- und Bauchbereich rasche Linderung schaffen. Helfen die Tipps zur Symptomlinderung nicht und das Herzrasen bleibt bestehen, sollte der Patient unverzüglich den Notarzt kontaktieren. Ebenso bei Begleitsymptomen wie Atemnot, ein Engegefühl in der Brust, starker Schwindel bis zur Ohnmacht. Letzteres kann nämlich auf einen akuten Herzinfarkt mit Kammerflimmern deuten und sollte schleunigst defibrilliert werden.

Wie diagnostiziert der Arzt eine Tachykardie?

Neben körperlichen Untersuchungen ist ein Patientengespräch oftmals zielführend. Der Arzt kann dadurch Dauer, Häufigkeit, familiäre Häufungen, Vorerkrankungen und Weiteres erfahren. Durch diese Informationen kann er einige Erkrankungen ausschließen beziehungsweise als wahrscheinlicher einstufen.
 
Nach dem Gespräch kommt meist das Stethoskop zum Einsatz, das dem Doktor beim Hören von Herzgeräuschen hilft. Eine weitere wichtige Diagnostik bei Herzrhythmusstörungen ist das Elektrokardiogramm (EKG). Hierfür bringt der Untersuchende Elektroden an bestimmte Stellen des freigemachten Brustkorbes und der Gliedmaßen an, um elektrische Ströme des Herzens über die Haut messen zu können. Nach Abschluss des EKGs erhält der Arzt ein Zacken-Muster, das die Herzströme des Untersuchten widerspiegelt. Damit kann er einige Auslöser, wie beispielsweise ein WPW-Syndrom oder einen Herzinfarkt, sofort erkennen und schnellstmöglich behandeln.
 
Bringt diese Form des EKGs keinen Aufschluss über die Ursache des Herzrasens, ist eine 24 Stunden Evaluierung durch ein Langzeit-EKG angemessen. Weiters ermöglicht ein Herzultraschall, fachsprachlich Echokardiografie genannt, einen Einblick in das sich bewegende Herz. Durch diese Untersuchung kann der Kardiologe die Herzklappentätigkeit, das Kontraktionsmuster und anatomische Eigenheiten beobachten. Das Ultraschallgerät wird dafür entweder auf den Brustkorb gelegt, auch transthorakal genannt, oder als Sonde in die Speiseröhre (transösophageal) eingebracht, um ein noch genaueres Bild des Herzens darzustellen. Letzteres findet unter Kurznarkose statt und ist, so wie alle anderen genannten Diagnosemethoden, strahlungsfrei.

Wie wird eine Tachykardie behandelt?

Ebenfalls wie bei den Ursachen der Tachykardie gibt es auch bei der Behandlung viele unterschiedliche Ansätze. Um die passende Therapie zu finden, muss der Arzt zuerst den Auslöser des Herzrasens fündig machen. Liegt das Problem nicht direkt am Herzen, sondern beispielsweise bei der Schilddrüse, verschwindet auch das Herzklopfen bei passender Therapie der Grunderkrankung. So sollte der Doktor auch eine Panikstörung als Grund einer Tachykardieanfalls bedenken und eine Psychotherapie empfehlen.
 
Ebenfalls wie bei den Ursachen der Tachykardie gibt es auch bei der Behandlung viele unterschiedliche Ansätze
 
Ist die Ursache kardial, gibt es mehrere Herzrhythmusmedikamente, die zum Einsatz kommen können. Bei einem VHF beispielsweise erhält der Patient die sogenannten Antiarrhythmika häufig in Kombination mit Blutgerinnungshemmer, um das Schlaganfallrisiko zu verringern. Präsentiert sich ein VHF-Patient weiterhin mit dauerhafter Tachykardie beziehungsweise unregelmäßigem Puls, gibt es die Möglichkeit der Kardioversion. Darunter kann man sich eine Art gezielter Elektroschock, ähnlich einer Defibrillation, vorstellen, die das Flimmern oder Flattern unterbricht und das Herz bei der Wiederherstellung des normalen Rhythmus unterstützt. Dieser Eingriff erfordert eine vorangegangene gerinnungshemmende Therapie und eine Echokardiografie zum Ausschluss eines Blutgerinnsels im Herzen.
 
Der Patient ist während des Schocks unter Kurznarkose und verspürt keine Schmerzen. Die Kardioversion ermöglicht bei einem Großteil der VHF-Patienten einen normalen Herzrhythmus, jedoch können die Vorhöfe jederzeit wieder zu flimmern beginnen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist abhängig von der Herzschädigung.
 
Gibt es beispielsweise eine oder mehrere weitere elektrische Leitungen vom Vorhof zur Kammer, wie es bei einigen VHF-Fällen und auch dem WPW-Syndrom der Fall ist, kann ein Kardiologie eine sogenannte Ablation durchführen. Dabei schiebt der Arzt einen Katheter in den Vorhof und verödet die leitende Struktur entweder durch Hitze oder Kälte. Dies führt zum Vernarben des Gewebes und die elektrische Fehlleitung wird unterbrochen.
Beim lebensbedrohlichen Kammerflimmern muss der Notarzt dies meist mit einer Defibrillation unterbrechen. Dies ist eine Akutmaßnahme, um die Herzaktion bei Kreislaufstillstand durch einen Elektroschock zu normalisieren. Ist der Kreislauf des Patienten stabilisiert, folgt eine Abklärung der Ursache im Krankenhaus. Je nach Auslöser behandelt der Kardiologie die Grunderkrankung und kann dem Patienten einen implantierbaren Defibrillator (ICD) empfehlen.
 
Dieser verhindert eine erneute Ausartung der Kammerkontraktion, indem er über am Herzen sitzende Elektroden bei Rhythmusproblemen Stromschläge abgibt und die Arrhythmie unterbricht. Für den Eingriff setzt der Operateur einen kleinen Schnitt unter dem Schlüsselbein, bringt die Elektroden am Herzen an und setzt den kleinen Defibrillator unter der Haut ein. Der Patient befindet sich währenddessen unter Narkose.

Was kann ich selbst gegen Herzrasen tun?

Nachdem Herzrasen nicht immer aufgrund einer Erkrankung auftritt, gibt es einige Tricks, die der sogenannten gutartigen Tachykardie entgegenwirken. Dazu zählt beispielsweise bewusstes, tiefes Atmen, das vor allem bei stressbedingtem Herzklopfen Erleichterung schaffen kann. Neben der Entspannung hilft auch eine Druckerzeugung im Brust- und Bauchbereich. Dies kann unter anderem durch das sogenannte Valsalva-Manöver, besser bekannt als Druckausgleich, gelingen. Dabei hält sich die tachykarde Person die Nase zu und versucht bei geschlossenem Mund auszuatmen, was eine Druckerhöhung zufolge hat.
 
Dem gleichen Mechanismus folgend kann auch das Aufstoßen nach dem Trinken eines kohlensäurehaltigen Getränks den Herzschlag senken. Weiters hilfreich ist eine Massage einer gewissen Stelle am Hals, die man am besten anhand des Pulses lokalisiert. Hierbei gaukelt der von außen zugeführte Druck auf die Hauptschlagader dem Körper einen erhöhten Blutdruck vor. Um dem entgegenzuwirken, sendet der dadurch stimulierte Karotissinusnerv ein Signal an das Herz, das eine Verringerung der Herzfrequenz und des Blutdrucks zur Folge hat. Dies sollte jedoch nur im Sitzen oder Liegen und nur auf einer Seite des Halses geschehen, da die Gefahr eines zu raschen Blutdruckabfalls und einer damit einhergehenden Ohnmacht besteht.
 
Nachdem Herzrasen nicht immer aufgrund einer Erkrankung auftritt, gibt es einige Tricks, die der sogenannten gutartigen Tachykardie entgegenwirken

Wie ist der Krankheitsverlauf bei einer Tachykardie?

Der Krankheitsverlauf bei Herzrasen ist stark abhängig von der Grunderkrankung. Entsteht die Tachykardie durch nicht kardiale Erkrankungen, wie zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion, anderen hormonellen Störungen oder Panikattacken, verschwindet diese bei adäquater Behandlung rasch.
 
Bei einem Vorhofflimmern ist zu unterscheiden, ob es mit einer Herzinsuffizienz, anatomischen Anomalien, Herzklappenstörungen oder einer anderen Grunderkrankung einhergeht. Weiters ist die Dauer des VHF ein wichtiger Faktor für das Anschlagen einer Therapie. Denn je länger das Flimmern besteht, desto größer ist der Schaden am Herzmuskel. Der Verlauf richtet sich dann nach der jeweiligen Grunderkrankung und dem individuellen Behandlungserfolg.
 
Bei Kammerflimmern besteht akute Lebensgefahr, weshalb sich der Verlauf stark nach der Hilfe im Notfall richtet. Kann das Kammerflimmern unterbrochen werden, beispielsweise durch eine Defibrillation, steht dem Patienten eine Ursachenfindung bevor. Je nach auslösender Problematik, kann der Arzt Vermutungen anstellen, ob es wahrscheinlich ist, dass ein erneuter Anfall auftritt und demzufolge einen ICD vorschlagen, der die ventrikuläre Tachykardie verhindern würde.

Wie ist die Prognose bei einer Tachykardie?

Auch die Prognose ist durch die zugrunde liegende Erkrankung bestimmt. Die beste Prognose haben Tachykardien, die durch Stress, Angst oder Nervosität ausgelöst werden, da das Herzrasen mit dem Abklingen des übermäßig aktivierten Sympathikus ebenfalls verschwindet und meist keinen Krankheitswert hat.
 
Bei einer supraventrikulären Tachykardie ist die Prognose tendenziell besser als bei einer ventrikulären, da diese nur selten eine akute Lebensgefahr darstellt. Jedoch kann die Grunderkrankung eines VHF die Prognose eines Patienten verschlechtern. Tritt das VHF beispielsweise im Zuge einer Herzinsuffizienz auf, kann dies eine bedeutende Einschränkung der Lebensqualität und -erwartung mit sich bringen.
 
Hingegen besteht beim WPW-Syndrom unter passender Therapie kein Einschnitt in das alltägliche Leben. Die Prognose einer ventrikulären Tachykardie ist schlechter, da es sich oftmals nur um einige Minuten handelt, die über das Leben der Patienten entscheiden. Kommt es zu einer zeitgerechten Unterbrechung des Kammerflimmerns, kann der Betroffene durch ICDs vor weiteren Anfällen bewahrt werden.
 
Grundsätzlich lässt sich also sagen, dass die Prognose einer Tachykardie ausschließlich mit der Kenntnis der auslösenden Krankheit zu stellen ist und individuell variiert.

Wie kann ich einer Tachykardie vorbeugen?

Wie bei sehr vielen Herzerkrankungen gibt es auch bei der Tachykardie eine Verbindung mit einem ungesunden Lebensstil. Dazu zählen vor allem Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte und das Rauchen. Demnach ist eine gesunde Ernährung, bestehend aus Obst und Gemüse, ballaststoffreichen Nahrungsmitteln wie Hülsenfrüchte und gesunden Fetten beispielsweise aus Nüssen, die beste Vorbeugung gegen eine Erkrankung, die zu einer Tachykardie führen kann.
 
Nachdem sowohl Nikotin, als auch Koffein die Herzfrequenz erhöhen können, sollte eine Person mit wiederkehrendem Herzrasen, Zigaretten und Kaffee meiden. Ein weiterer Effekt des Zigarettenkonsums ist ein erhöhtes Thromboserisiko, weshalb Raucher öfter Herzinfarkte oder Schlaganfälle erleiden. Außerdem fördert sportliche Aktivität die Herzgesundheit und hilft beim Normalisieren des Körpergewichts. Tritt die Tachykardie stressbedingt auf, empfehlen sich Entspannungsübungen, Yoga und Meditation zur Verbesserung der Symptome.
 
Wie bei sehr vielen Herzerkrankungen gibt es auch bei der Tachykardie eine Verbindung mit einem ungesunden Lebensstil

Auf welche Erkrankungen kann Herzrasen hinweisen?

Zu nicht kardiale Erkrankungen, die sich durch eine Tachykardie zeigen können, zählen beispielsweise eine Schilddrüsenüberfunktion, Elektrolytstörungen oder Hormonstörungen. Dabei ist das Herzrasen kein Zeichen eines Problems des Herzens, sondern viel mehr sekundär als Antwort auf das Ungleichgewicht gewisser Parameter. Dies diagnostiziert der Arzt durch eine Blutabnahme, wobei er ein Augenmerk auf das Schilddrüsenhormon TSH, die Elektrolyte Kalium und Natrium und andere Hormone legt.
 
Hinter einer Tachykardie kann sich allerdings auch ein Bluthochdruck, eine Herzinsuffizienz, Herzklappenstörungen oder ein Herzinfarkt verbergen. Bei der Insuffizienz dehnt sich der Herzmuskel durch Überlastung immer weiter, bis er den Kreislauf nicht mehr ausreichend mit Blut versorgen kann und auch die Muskelerregung nur mehr fehlerhaft funktioniert. Ähnlich kann es auch bei Herzklappenstörungen, sowie Bluthochdruck zu einer Vergrößerung des Herzens kommen und die reguläre Muskelkontraktion erschweren.
 
Erfährt der Patient einen Herzinfarkt, kann das Blut nicht mehr ausreichend zur Versorgung des Herzmuskels durch verengte oder verstopfte Herzkranzgefäße fließen. Dadurch kontrahiert dieser Teil nicht genügend und Fehlerregungen können zu einer Tachykardie führen. Auch angeborene Erkrankungen können dem Herzrasen zugrunde liegen, wie beispielsweise das Wolff-Parkinson-White-Syndrom.

Wie viel kostet die Behandlung einer Tachykardie?

Die Kosten der Behandlung hängen von der Ursache der Tachykardie ab. Erhält der Patient eine rein medikamentöse Therapie, beträgt der Preis pro Monat oft weniger als 50€. Hingegen kann sich eine Ablation zur Verödung einer akzessorischen Leitungsbahn auf mehrere Tausend Euro belaufen. Auch ein etwaiger Krankenhausaufenthalt nach einem Eingriff kann massive Kosten verursachen, die jedoch je nach Spital und Aufenthaltsdauer variieren.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Tachykardie?

Grundsätzlich trägt die Krankenkasse die Kosten einer Tachykardiebehandlung. Sowohl Medikation, Eingriffe, als auch den Krankenhausaufenthalt zahlt normalerweise die Krankenversicherung. Wünscht der Patient ein Einzelzimmer, kann es allerdings zu weiteren Kosten kommen, die selbst zu begleichen sind. Bei Unklarheiten sollte der Betroffene mit der Krankenversicherung in Kontakt treten und nachfragen, wann ein Selbstbehalt verbleibt.

 


Dauer Dauer

Je nach Ursache

Ausfallzeit Ausfallzeit

Je nach Ursache

Stationärer Aufenthalt Stationär

Je nach Ursache

Das Wichtigste zusammengefasst

Tachykardie beschreibt eine Herzrhythmusstörung, bei der der Ruhepuls über 100 Schlägen pro Minute liegt. Der Betroffene spürt dies meist als Herzklopfen, jedoch auch Müdigkeit, Schwindel oder Brustschmerzen können Symptome darstellen


Der Mediziner unterscheidet zwischen Vorhof- und Kammertachykardie, wobei Letzteres oftmals zu einer lebensbedrohlichen Situation führen kann


Die Ursachen des Herzrasens sind breit gefächert. Die gesunde Reaktion des Körpers auf Stress oder Angst löst eine Erhöhung der Herzfrequenz aus, ebenso wie eine Schilddrüsenüberfunktion, ein Herzinfarkt oder eine angeborene Fehlleitung im Herzen. Deshalb ist eine diagnostische Abklärung bei wiederkehrender Tachykardie essenziell


Von Psychotherapie zu Medikamenten, Defibrillation zu Operationen, all dies findet in der Behandlung der Tachykardie Einsatz. Die passende Vorgehensweise stimmt der Arzt individuell auf den Patienten ab

Anfrage Stellen