Melasma (Schwangerschaftsmaske/Mutterflecken)

Eine Schwangerschaft bedeutet im Leben jeder Frau eine gewaltige Veränderung. Nicht nur wächst ein neues Leben im Mutterleib heran, sondern auch der eigene Körper wächst und verändert sich, um mit den neuen Aufgaben zurechtzukommen. Viele Veränderungen sind dabei auf hormonelle Umstellungen zurückzuführen. So auch das Melasma, das sich als eine fleckenförmig-bräunliche Verfärbung der Haut bemerkbar macht.


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Online-Redaktion

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Zuletzt aktualisiert: 16. März, 2020



Was versteht die Medizin unter einem Melasma?

Unter einem Melasma versteht die Medizin eine Form der Hyperpigmentierung der Haut. Es kommt an bestimmten Stellen zur verstärkten Einlagerung von Melanin in der Haut. Melanin ist ein Pigment, das für die Färbung der Haut zuständig ist. Je mehr Melanin enthalten ist, desto dunkler erscheint die Haut. Bei einem Melaninmangel kommt es zum sogenannten Albinismus. Albinismus ist eine Erkrankung, die sich durch eine sehr helle, fast weiße, Färbung der Haut, der Haare und der Augen auszeichnet.
 
Das Melasma ist eine Hyperpigmentierung, die vor allem in der Schwangerschaft, daher auch Schwangerschaftsmaske genannt, auftritt. Abgesehen davon gibt es einige weitere Zustands- und Krankheitsbilder, die zu einem Melasma führen können. Beispiele dafür sind die Einnahme der Antibabypille, eine Leberzirrhose, bestimmte Medikamente oder auch hormonelle Tumoren.

Das Melasma ist eine Hyperpigmentierung, die vor allem in der Schwangerschaft, daher auch Schwangerschaftsmaske genannt, auftritt

Welche Arten von Melasma können unterschieden werden?

Je nachdem welche Hautschicht betroffen ist, unterscheidet der Spezialist drei Formen des Melasmas. Die epidermale Form betrifft lediglich die oberste Hautschicht, die Verfärbungen sind meistens hellbraun. Das dermale Melasma betrifft die tieferliegenden Hautschichten, dabei kommt es zu blau-grauen Verfärbungen, die oberflächlich sichtbar sind. Des Weiteren existiert als drittes eine Mischform des epidermalen und des dermalen Melasmas. Mit den Formen unterscheiden sich auch die Methoden und Möglichkeiten der Behandlung.

Was sind die Symptome eines Melasmas?

Das Krankheitsbild geht mit fleckigen, irregulären Verfärbungen der Haut einher. Betroffen sind in erster Linie sonnenlicht-exponierte Hautstellen. Damit sind die Bereiche der Haut gemeint, die häufig der Sonne und dem UV-Licht ausgesetzt sind. Die Flecken zeigen sich also vor allem an den Wangen, der Stirn oder der Nase. Bis auf diese Verfärbung haben die betroffenen Patienten keinerlei Symptomatik, das Melasma geht weder mit Juckreiz noch mit Schmerzen einher.

Welche Ursachen hat ein Melasma?

Um das Phänomen der dem Melasma zugrunde liegenden Hyperpigmentierung zu verstehen, muss zuerst erläutert werden, wie die Pigmentierung überhaupt entsteht. Verantwortlich für die charakteristische Hautfarbe des Menschen ist das Melanin, von dem es zwei Varianten gibt: Eine eher dunkle, schwarz-bräunliche und eine hellere, eher gelbliche Form. Je nach Mischungsverhältnis entsteht ein spezifischer Farbtyp der Haut und auch der Haare. Melanin wird durch eine bestimmte Zellart, nämlich die Melanozyten, synthetisiert.
 
Melanozyten gibt es im gesamten Körper, wobei bestimmte Regionen, beispielsweise das Gesicht, eine besonders hohe Zellzahl aufweisen. Um eine solche Produktion des Melanins anzuregen, benötigt es bestimmte Stimuli, wie etwa das UV-Licht, das den wichtigsten Stimulus darstellt. Daneben gibt es allerdings noch weitere Stimuli, wie zum Beispiel das weibliche Hormon Östrogen, weshalb es vor allem in der Schwangerschaft zu einem Melasma kommen kann. Mehr als die Hälfte der Frauen entwickeln ein Melasma in ihrer Schwangerschaft.

Das Krankheitsbild geht mit fleckigen, irregulären Verfärbungen der Haut einher

Wie diagnostiziert der Arzt ein Melasma?

Grundsätzlich ist keine aufwendige Diagnostik notwendig, da die Flecken mit freiem Auge erkennbar sind und ein erfahrener und langjähriger Dermatologe diese sofort zuordnen kann. Mit einer sogenannten Wood-Lampe als diagnostisches Hilfsmittel kann der Spezialist die Hautveränderung genauer definieren und die unterschiedlichen Formen samt ihren infektiösen Ursachen unterscheiden.

Wie kann ein Melasma behandelt werden?

Grundsätzlich ist eine Behandlung des Melasmas nicht unbedingt notwendig, da es sich vor allem um ein kosmetisches Problem handelt und häufig nach der Schwangerschaft wieder verblasst. Ist eine Behandlung allerdings gewünscht, kann auf zwei Methoden zurückgegriffen werden.
 
Medikamentöse Therapie
 
Zur Anwendung kommen unterschiedliche Wirkstoffe, wie etwa Hydrochinon, Kojisäure und Rucinol, die beide die Melaninproduktion hemmen, oder Azelainsäure. Grundsätzlich gilt, je aggressiver der Wirkstoff, desto potenter die Aufhellung. Diese geht jedoch häufig mit Nebenwirkungen und Überreaktionen, wie Abschuppungen oder Hautrötungen, einher. Weniger aggressiv ist die Behandlung mit Vitamin C. Alle diese Wirkstoffe sind in Form von Cremes verfügbar und werden nur lokal angewendet.
 
Entfernung der Flecken
 
Zur Anwendung kommen dabei häufig chemische Peelings, die der Hautarzt vor allem bei oberflächlichen Formen empfiehlt. Diese sind schonender, meist allerdings auch kostspieliger, und müssen zudem einige Male wiederholt werden. Bei tiefer liegenden Pigmetveränderungen sind Laserbehandlungen eine gern angewandte Therapie, da das energiereiche Licht gezielt eingesetzt werden kann, die Melasmen dauerhaft zu entfernen. Laserbehandlungen zur Entfernung von Pigmentstörungen werden außerdem selten von Nebenwirkungen begleitet. Ein Vorteil dieser Behandlungsmethode ist, dass oftmals eine einmalige Anwendung bereits positive Ergebnisse erzielen kann, ein Nachteil sind allerdings die weitaus höheren Kosten.

Neben der hormonellen Umstellung im Rahmen einer Schwangerschaft ist es vor allem die UV-Strahlung, die eine Hyperpigmentierung begünstigt

Welche Faktoren begünstigen Melasmen?

Neben der hormonellen Umstellung im Rahmen einer Schwangerschaft ist es vor allem die UV-Strahlung, die eine Hyperpigmentierung begünstigt. Betroffene sollten daher neben jeglichen therapeutischen Maßnahmen direkte Sonneneinstrahlung meiden. Obwohl das Melasma in allen Bevölkerungsgruppen auftritt, sind Menschen mit dunkleren Hautfarben häufiger davon betroffen.

Welche Folgen haben Melasmen für die Betroffenen?

Wie bereits erwähnt, muss das Melasma keinen Grund zur Sorge bereiten. Es besteht kein Risiko einer malignen, also bösartigen, Entartung, die zu Hautkrebs führen kann.

Was kann ich selbst gegen Melasmen tun?

Gegen die hormonelle Umstellung während einer Schwangerschaft gibt es grundsätzlich keine Therapie. Denn diese ist notwendig, eine adäquate Versorgung des Kindes zu gewährleisten und dessen Wachstum zu ermöglichen. Jedoch kannst Du weitere Risikofaktoren reduzieren. Am effektivsten ist es dabei, direkte Sonneneinstrahlung zu meiden.

Welche Komplikationen können während der Behandlung auftreten?

Die Risiken und möglichen Komplikationen der chemischen Peelings sind vor allem von der Art der verwendeten Säure abhängig. Grundsätzlich kann es zu allergischen Reaktionen, Schmerzen nach der Behandlung, Rötungen, Schwellungen, Brennen, Abschuppungen oder Juckreiz kommen. In der Regel gilt, dass diese Nebeneffekte von Behandlung zu Behandlung zunehmend besser werden, da die Haut sich daran anpasst.
 
Die Hautreaktionen nach oberflächlicher Behandlungen lassen meist nach kurzer Zeit, maximal 48 Stunden, nach, während die Haut nach aggressiveren Peelings tieferer Hautschichten bis zu einer Woche benötigt, um zu heilen. Den beschriebenen Zuständen ähnliche Komplikationen können auch nach Laserbehandlungen auftreten, allerdings sind diese eher selten.

Die Risiken und möglichen Komplikationen der chemischen Peelings sind vor allem von der Art der verwendeten Säure abhängig

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Auch hier gilt, dass die Krankenkassen bei rein ästhetischen, also medizinisch nicht akut notwendigen, Eingriffen die Kosten nicht übernehmen. Besteht Grund zur Annahme, dass es sich um etwaige Sonderfälle handelt, bei denen eine medizinische Notwendigkeit vorhanden ist, solltest Du dies mit Deinem Arzt und einem Versicherungsberater klären!


Dauer Dauer

30-45 Minuten

Ausfallzeit Ausfallzeit

Bis zu 7 Tage

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

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Das Wichtigste zusammengefasst

Bei einem Melasma handelt es sich um eine Überpigmentierung, also eine verstärkte Produktion des Pigmentstoffes Melanin. Diese Überpigmentierung äußert sich anhand oberflächlicher Veränderungen der Haut, es kommt zu bräunlich verfärbten, fleckigen Ansammlungen, die vor allem im Gesicht auftreten


In der Regel handelt es sich um eine Blickdiagnose, die normalerweise weder mit aufwendigen Bluttests noch bildgebenden Methoden einhergeht


Es gibt mehrere Faktoren, die zu einer Überproduktion des Melanins und damit Hyperpigmentierung führen. Im Rahmen des Melasmas ist es vor allem die hormonelle Umstellung und vermehrte Ausschüttung weiblicher Hormone, die die verstärkte Synthese begünstigt


Da es sich um keine folgenreiche oder zur Entartung tendierende Erkrankung handelt, ist eine Therapie nicht unbedingt notwendig und wird daher meist aus kosmetischen Gründen in Betracht gezogen. Typische Therapiestrategien sind entweder eine medikamentöse, lokale Therapie, die die Melaninproduktion unterdrückt oder eine Entfernung der Melasmen mittels Laser oder Peelings

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