Humane Papillomviren (HPV)

Humane Papillomviren, HPV, sind weltweit die häufigste sexuell übertragbare Krankheit. Etwa 70-80 % aller Männer und Frauen infizieren sich einmal in ihrem Leben mit diesen Viren. Oft verläuft die Krankheit ohne Symptome und heilt von selbst wieder ab. In manchen Fällen kann eine Infektion jedoch auch zu Genitalwarzen oder Gebärmutterhalskrebs führen. Ärzte empfehlen daher eine HPV-Impfung für Männer und Frauen, am besten vor dem ersten Sexualverkehr, um eine Infektion mit den humanen Papillomviren zu verhindern. Hier kannst Du alles Wichtige über HPV erfahren.


AUTOR

Medizinische Expertin

CO-AUTOR

Online-Redaktion

Dieser Text wurde nach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst und von Medizinern geprüft.


Zuletzt aktualisiert: 29. September, 2020



ICD-10-CM Code R87.81

Was versteht die Medizin unter HPV?

HPV ist eine sexuell übertragbare Krankheit. Es sind bereits mehr als 200 verschiedene HPV-Typen bekannt, von denen etwa 40 die Geschlechtsorgane befallen. Einige dieser Virustypen sind für die Entstehung harmloser Warzen verantwortlich. Andere Virustypen können hingegen zu Gebärmutterhalskrebs oder Karzinomen im Bereich von Vulva, Vagina, Anus, Mund-Rachen und Penis führen. Die meisten Infektionen verlaufen ohne Symptome und ca. jede zehnte Frau bleibt dauerhaft infiziert und ist somit einem erhöhten Risiko von Gebärmutterhalskrebs ausgesetzt.
 
Humane Papillome gehören zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten

Wie häufig sind humane Papillomviren?

HPV ist die häufigste sexuell übertragbare Krankheit. Etwa 70-80 % aller sexuell aktiven Frauen und Männer infizieren sich einmal in ihrem Leben mit HPV. In Deutschland sind schätzungsweise sechs Millionen Frauen mit HPV infiziert. In den USA gibt es jährlich 14 Millionen Neuinfektionen.

Wie erfolgt die Einteilung humaner Papillomviren?

Derzeit sind etwa 200 verschiedene HPV-Typen bekannt, die in fünf Gruppen eingeteilt werden: Alpha-, Beta-, Gamma-, Mu- und Nu-HPV. Die weitere Einteilung erfolgt in Hochrisiko- und Niedrigrisiko-Typen. Dieses Risiko bezieht sich auf das onkogene Potenzial, also die Wahrscheinlichkeit, dass ein bösartiges Geschwulst entsteht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft folgende Hochrisiko-HPV-Typen als krebserregend ein (16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59, 68, 73 und 82). Bei bösartigen Geschwülsten, die durch HPV entstanden sind, lässt sich überwiegend der HPV-Typ 16 nachweisen. Bei den Niedrigrisiko-Typen sind vor allem die Typen 6 und 11 gefährlich, da diese Genitalwarzen auslösen.

Welche Krankheiten lösen humane Papillomviren aus?

Je nach HPV-Typ infizieren die Viren vorwiegend die Zellen der Haut oder der Schleimhäute. Durch eine Infektion mit HPV können also verschiedene Krankheiten hervorgerufen werden, die von Hautwarzen bis zu Krebs reichen.
 
Eine mögliche Erkrankung sind Hautwarzen, sogenannte Papillome. Diese treten im Gesicht und an Armen und Beinen auf. Diese Hautwarzen sind nicht gesundheitsgefährdend und befallen nur in sehr seltenen Fällen den Genitalbereich. Bestimmte HP-Viren können allerdings auch für die Entstehung von weißem Hautkrebs verantwortlich sein.
 
Erfolgt eine Infektion mit Niedrigrisiko-Typen, besonders mit den Typen 6 und 11, bilden sich nach drei Wochen bis acht Monaten bei einigen Infizierten Genitalwarzen, auch Feigwarzen genannt. Diese Warzen (Kondylome) entwickeln sich nicht zu Krebs, sind jedoch im Gegensatz zu den Papillomen für die Betroffenen eine enorme psychische Belastung. Mehr als ein Prozent der sexuell aktiven Personen leidet an Genitalwarzen.
 
Diese treten an der Scheide, dem Gebärmutterhalsbereich oder im Analbereich auf. Die Warzen können mehrere Zentimeter oder nur so groß wie ein Stecknadelkopf sein. Die Farbe der Warzen reicht von rötlich, graubräunlich bis zu einer weißlichen Farbe. Kondylomen bestehen oft mehrere Monate bis Jahre, können aber auch spontan abheilen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Genitalwarzen auftreten ist bei Männern und Frauen gleich hoch. Das Risiko, eines erneuten Auftretens von Kondylomen nach einer Behandlung, liegt bei etwa 30 %.
 
Bei einer Infektion mit Hochrisiko-Typen ist die Gefahr einer Zellveränderung oder einer Krebsentwicklung höher als bei Niedrigrisiko-Typen. Die zellulären Veränderungen treten in der Scheide, am Gebärmutterhals oder im Analbereich auf. Diese Veränderungen heilen oft von selbst ab, doch die Diagnose und die erforderlichen Kontrolluntersuchungen können für die Betroffenen eine Belastung darstellen. Bei einer andauernden Infektion besteht das Risiko einer Entwicklung von Krebsvorstufen oder Krebszellen. Die häufigste dadurch ausgelöste Krebserkrankung ist der Gebärmutterhalskrebs. Dieser ist weltweit die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache bei Frauen. In Österreich werden jährlich ca. 400 neue Fälle und zwischen 130 und 180 Todesfälle registriert.
 
Die ersten Zellveränderungen am Gebärmutterhals werden mithilfe eines Pap-Abstrichs, der von einem Frauenarzt durchgeführt wird, diagnostiziert. Falls Auffälligkeiten erkennbar sind, kann der Arzt entscheiden, ob eine Behandlung erfolgt oder noch abgewartet wird, denn in einigen Fällen bilden sich zelluläre Veränderungen innerhalb von wenigen Monaten bis zu zwei Jahren zurück. Gewebeveränderungen, die über die Schleimhaut hinaus vorgedrungen sind, werden als Gebärmutterhalskrebs bezeichnet.
 
Die humane Papillomviren können nicht nur die Schleimhaut, sondern auch die äußere Haut befallen. Dies zeigt sich als Warzen

Welche Risikofaktoren begünstigen eine Infektion mit HPV?

Es gibt einige Risikofaktoren, welche die Infektion mit HPV begünstigen. Ein wesentlicher Faktor ist hier der Sexualverkehr bzw. häufig wechselnde Geschlechtspartner. Vor allem erste sexuelle Kontakte in einem Alter von weniger als 16 Jahren stellen ein enormes Risiko, besonders für Mädchen, dar. Durch Geschlechtsverkehr, aber auch andere sexuelle Praktiken erfolgt die Übertragung der HP-Viren, die bis zum Gebärmutterhals gelangen können. Infolge einer Infektion der Viren am Scheideneingang ist die Entwicklung eines Gebärmutterhalskrebses möglich.
 
Rauchen ist ein weiterer Risikofaktor, der die Wahrscheinlichkeit einer Infektion erhöht. Nikotin und andere krebserregende Inhaltsstoffe aus Tabak reichern sich im Gebärmutterhalsschleim an und schwächen somit die Schutz- und Barrierefunktion der Schleimhaut.
 
Geburten in einem jungen Alter sowie die Anzahl der natürlich geborenen Kinder spielt eine wichtige Rolle bezüglich des Infektionsrisikos. Durch eine Schwangerschaft verändert sich die Schleimhaut am Gebärmutterhals, wodurch diese anfälliger für Infektionen ist. Frauen, die bereits vor ihrem 20. Lebensjahr ein Kind gebären, tragen ein wesentlich höheres Risiko einer Erkrankung, als Frauen, die später gebären.
 
Eine falsche oder inkonsequente Verwendung von Kondomen ist ein weiterer Risikofaktor. Auch, wenn diese nicht vollständig vor einer Infektion schützen können, so verringert die Verwendung von Kondomen das Infektionsrisiko. Personen, die an einer Immunschwäche leiden, aufgrund einer Infektion mit HIV oder speziellen immunsupprimierenden Medikamenten, infizieren sich leichter, als Personen mit einem intakten Immunsystem.
 
Auch Infektionen mit anderen Krankheitserregern wie Herpes-Viren oder Chlamydien scheinen eine Ansteckung mit HPV zu begünstigen.

Wie werden humane Papillomviren übertragen?

Humane Papillomviren werden über direkten Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Viele HPV-Typen wie die harmlosen Hautwarzen werden bei normalem Hautkontakt übertragen. Bei Geschlechtsverkehr und somit dem Kontakt zu infizierten Körperregionen wie Schleimhäuten erfolgt eine Infektion mit den genitalen HPV-Typen. Auch bei Oralsex ist eine Übertragung wahrscheinlich. Eine Übertragung ohne Geschlechtsverkehr ist ebenfalls möglich. In seltenen Fällen kann eine HPV-infizierte Mutter bei der Geburt die Viren auf ihr Kind übertragen. Vereinzelt kann es bei dem Kind dadurch zu einer Papillombildung im Kopfbereich kommen. Eine Ansteckung ohne Schleimhautkontakt ist nicht möglich. Blutspenden, Stillen und normales Küssen stellen also kein Risiko dar. Ob die Erreger beim Kontakt der Genitalschleimhäute mit verunreinigten Gegenständen übertragen werden können, ist derzeit noch unklar und nicht völlig auszuschließen.

Wie diagnostiziert der Arzt HPV?

Um HPV zu diagnostizieren, kann ein Arzt einen HPV-Test durchführen. Bei diesem Test wird Zellmaterial über einen Schleimhautabstrich oder eine Gewebeprobe entnommen und im Labor analysiert. Ein HPV-Test gibt jedoch keine Auskunft darüber, ob der Patient früher schon einmal mit HPV infiziert war oder nicht. Des Weiteren lassen sich Zellveränderungen, Krebsvorstufen oder Krebszellen nicht mit diesem Test feststellen. Dazu ist eine gynäkologische Krebsfrüherkennungsuntersuchung notwendig. Falls der Verdacht auf Gebärmutterhalskrebs besteht oder ein auffälliger Befund vorliegt, wird eine Überweisung in eine Dysplasiesprechstunde empfohlen.
 
Um festzustellen, ob ein Patient von Genitalwarzen betroffen ist, betupft ein Frauenarzt den Genitalbereich mit verdünnter Essigsäure. Dadurch verfärben sich die Warzen weiß und sind leichter zu erkennen. Falls Kondylome in der Scheide oder am Gebärmutterhals vermutet werden, so führt der Arzt eine Spekulumuntersuchung durch. Dabei wird das Gewebe ebenfalls mit Essigsäure betupft. Ist der Befund positiv, so sollte auch der Partner des Patienten untersucht werden.
 
Ungeschützer Geschlechtsverkehr erhöht das Risiko für eine Ansteckung mit dem Humanen Papillomvirus

Gibt es eine Therapie gegen humane Papillomviren?

Die HPV-Infektion selbst kann nicht behandelt werden. Bei dieser Erkrankung sind besonders die frühzeitige Entdeckung und die Behandlung von veränderten Zellen wichtig.
 
Für die häufig auftretenden Feigwarzen gibt es allerdings eine Behandlung. Oft heilen sie von selbst ab, wodurch keine Behandlung notwendig ist. Wenn dies nicht der Fall ist, so entscheidet ein Mediziner nach der Anzahl der Warzen, der betroffenen Regionen und in Absprache mit dem Patienten, welche Therapie am geeignetsten ist. Die einfachste Methode ist die Anwendung von speziellen Salben und Cremes. Sollten die Warzen dennoch nicht abheilen, ist eine Laserbehandlung in Erwägung zu ziehen. Hierbei wird der betroffene Bereich betäubt und die Warzen mit einem Laser entfernt.
 
Eine Alternative dazu ist die Kältebehandlung. Diese wird vor allem bei Kondylomen und Hautwarzen angewandt. Hierbei trägt der Arzt flüssigen Stickstoff mit einem Spray oder Stäbchen auf die betroffene Stelle auf, wodurch das Gewebe abstirbt. Dabei treten selten kleine Blasen auf. Diese Behandlung wird alle ein bis zwei Wochen wiederholt.
 
Eine weitere Methode zum Entfernen von Kondylomen und Hautwarzen ist die Elektrokauterisation. Hierbei wird das durch HPV veränderte Gewebe durch elektrischen Strom zerstört, dennoch können jederzeit neue Hautveränderungen bestehen, da das Virus im Körper bleibt.
 
Für die Behandlung von HPV-Warzen im Genital- oder Analbereich kann ein Mediziner Medikamente verschreiben. Eine sorgfältige und regelmäßige Anwendung der Medikamente ist besonders wichtig für den Erfolg der Behandlung.
 
Stellt ein Arzt Zellveränderungen am Gebärmutterhals fest, kann die Therapie abhängig vom Stadium eine chirurgische, Strahlen- und/oder Chemotherapie beinhalten.
 
Generell sollten bei einer Infektion mit den humanen Papillomviren die behandelten Stellen regelmäßig kontrolliert werden, da die Chance eines Rückfalles bei HPV sehr hoch ist.

Welche Komplikationen können bei einer HPV-Infektion auftreten?

Eine Infektion mit den HPV Typen 16 und 18 verläuft in der Regel ohne Symptome und heilt innerhalb von ein bis zwei Jahren ab. Besteht die Infektion jedoch länger, so kann es zu Krebsvorstufen oder Krebs kommen. Die Behandlung beinhaltet meist Operationen und kurze Krankenhausaufenthalte, die für den Betroffenen eine große körperliche als auch seelische Belastung darstellen können. Besteht der Verdacht auf Gebärmutterhalskrebs, führt ein Arzt weitere Untersuchungen durch. Wenn der Verdacht bestätigt wird, erfolgt eine Operation am Gebärmutterhals oder in späten Stadien sogar die Entfernung der gesamten Gebärmutter. Das Risiko für Frühgeburten und die Säuglingssterblichkeit bei späteren Schwangerschaften,  ist nachdem Eingriffen am Gebärmutterhals erhöht.

Wie kann ich mich vor einer HPV-Infektion schützen?

Um Dich vor einer HPV-Infektion zu schützen, solltest Du regelmäßig zum Frauenarzt gehen und dort eine gynäkologische Krebsfrüherkennungsuntersuchung durchführen lassen. Kondome schützen zwar nur teilweise vor einer HPV-Infektion, nichtsdestotrotz verringern sie das Risiko einer Ansteckung um 50 %. Den besten Schutz bietet die Impfung gegen humane Papillomviren, da sie beinahe zu 100 % gegen die in den Impfstoffen enthaltenen HPV-Typen schützt.
 
Die Impfung gegen HPV ist für Frauen und Männer empfehlenswert und sollte vor dem ersten Sexualverkehr erfolgen. Somit kannst Du nicht nur Dich selbst schützen, sondern auch die Infektionskette in der Bevölkerung unterbrechen. Ab dem vollendeten neunten Lebensjahr empfehlen Ärzte bereits die Impfung. Bei einer Schwangerschaft oder einer schweren allergischen Reaktion nach einer vorherigen Dosis sollte jedoch keine Impfung erfolgen.
 
Es gibt drei verschiedene Impfstoffe, die gegen eine verschiedene Anzahl von HPV-Typen schützen. Der neunwertige Impfstoff schützt vor den Typen 6, 11, 16, 18, 31, 33, 45, 52 und 58. Allerdings ist dieser zurzeit nur in den USA erhältlich. Der vierwertige Impfstoff (HPV4) schützt vor den Typen 6, 11, 16 und 18. Die dritte Option ist der bivalente Impfstoff, der nur vor zwei Typen schützt, nämlich 16 und 18.
 
Je nach Alter bei der ersten Impfung, erfolgt diese in zwei oder drei Etappen. Erhält ein Kind die erste Impfung in einem Alter von 9 bis 14 Jahren erfolgt die Verabreichung des Impfstoffs in zwei Etappen, zwischen denen mindestens fünf Monate liegen müssen. Erfolgt die erste Impfung in einem Alter von 15 Jahren, so verabreicht ein Arzt den Impfstoff auf drei Etappen. Hierbei ist besonders wichtig, dass zwischen der ersten und der zweiten Impfung mindestens 4 Wochen liegen, zwischen der zweiten und dritten Dosis mindestens zwölf Wochen und zwischen der ersten und dritten Impfung mindestens fünf Monate. Laut aktuellen Studien beträgt der Impfschutz mehr als zehn Jahre. Eine Auffrischungsimpfung ist nicht notwendig, da der Impfstoff die Bildung eines immunologischen Gedächtnisses bewirkt, welches sehr lange vor HPV schützt.
 
Im besten Fall erfolgt eine HPV-impfung bereits vor dem ersten Geschlechtsverkehr. Ab dem 9. Lebensjahr ist die Impfung möglich

In welchem Zusammenhang steht HPV und Krebserkrankungen?

Bei einer langandauernden Infektion kann HPV zu Gebärmutterhalskrebs führen. Doch Papillomviren führen oft auch zu anderen Krebsarten im Intimbereich, Mund, Rachen und den oberen Atemwegen.
 
Vulva- und Scheidenkrebs entsteht laut Studien in vier von zehn Fällen durch eine Infektion mit HP-Viren. Die Typen 16 und 33 gelten hierbei als besonders gefährlich. Vulvakrebs ist seltener als Gebärmutterhalskrebs, dessen Entstehung wird allerdings durch Rauchen und ein geschwächtes Immunsystem gefördert. Scheidenkrebs betrifft hauptsächlich ältere Frauen, aber auch immer mehr jüngere Frauen erkranken daran. Häufig wechselnde Geschlechtspartner oder auch ein herabgesetztes Immunsystem können zu einer Erkrankung führen.
 
Risikofaktoren für diese Krebsart sind eine Infektion mit den Typen 16 und 18, als auch Infektionen mit Krankheiten wie Herpes genitalis oder Syphilis. Eine HPV-Impfung gegen die Typen 16 und 18 kann vor Krebsvorstufen der Vulva oder Vagina schützen und somit auch vor Vulva- und Scheidenkrebs.
 
Penistumore sind ebenfalls selten, jedoch wird jedes zweite Peniskarzinom durch Papillomviren ausgelöst. Betroffen sind vor allem ältere Männer. Eine Vorhautverengung, chronische Entzündungen im Penisbereich oder eine Photochemotherapie stellen Risikofaktoren dar, welche die Entstehung eines Karzinoms begünstigen. Eine Beschneidung der Vorhaut bei Säuglingen sowie die HPV-Impfung können jedoch das Risiko verringern. Auch in diesem Fall kann eine HPV-Impfung das Risiko an einem Penistumor zu erkranken senken.
 
Analtumore können ebenfalls durch Papillomviren ausgelöst werden. In den meisten Fällen liegt eine Infektion mit Hochrisiko-Typen vor und nur etwa zwei Prozent der Patienten mit Tumoren der Verdauungsorgane leiden unter einem Analkarzinom. Ein Analtumor tritt am Darmausgang auf und ist nicht zu verwechseln mit Enddarmkrebs. Eine Immunschwäche, sowie Infektionen mit Syphilis oder Herpes erhöhen das Risiko eines Analtumors. Besonders häufig unter Analtumoren leiden homosexuelle HIV-positive Männer.
 
Papillomviren führen unter anderem zu Kopf-Hals-Tumoren. Fachleute verstehen darunter Tumore des Mundes und Rachens, der inneren Nase und der Rachenanteile zur Nase hin, Krebs der Gaumenmandeln, des Schlundes, oder auch des Kehlkopfes und der Luftröhre. Bei etwa 20 % aller Krebserkrankungen von Mundhöhle und Rachen werden Papillomviren, vor allem Typ 16 und 18, nachgewiesen.
 
Neben all diesen Krebsarten gibt es noch weitere, bei denen eine HPV-Infektion eine wichtige Rolle spielen könnte. Darunter fallen Hautkrebs, Lungenkrebs und Speiseröhrenkrebs. Es ist jedoch weitere Forschung notwendig, um festzustellen, ob die humanen Papillomviren tatsächlich diese Krebsarten auslösen können.

Wann und für wen ist ein HPV-Test sinnvoll?

Ein HPV-Test ist dann sinnvoll, wenn ein Zellabstrich ein auffälliges Ergebnis zeigt oder für Frauen über 30, wenn ein Suchtest durchgeführt wird. Sollte der eigene Partner unter einer HPV-bedingten Erkrankung leiden, ist es empfehlenswert, sich von einem Arzt beraten zu lassen und eventuell einen HPV-Test in Kombination mit einer körperlichen Untersuchung zu machen.

Was bedeutet eine HPV-Infektion für meine Beziehung?

Solltest Du oder Dein Partner mit HPV infiziert sein, ist leider nicht herauszufinden, wer wen angesteckt hat. Eine HPV-Infektion in einer Partnerschaft ist jedoch kein Anzeichen von Untreue, denn auch in einer festen Beziehung können beide Partner HPV haben.
 
Oft bleibt eine HPV-Infektion lange unbemerkt, da sie von allein abheilen kann und häufig keine gesundheitlichen Konsequenzen für den Betroffenen hat. Da Frauen ein größeres Risiko für eine virusbedingte Zellveränderung tragen, sind regelmäßige Untersuchungen beim Frauenarzt unbedingt erforderlich. Falls jemand unter einer genitalen HPV-Infektion leidet, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass auch der Partner infiziert ist.
 
In der Regel wird HPV meistens bei Frauen festgestellt, das bedeutet aber nicht, dass diese zuerst infiziert waren. Derzeit ist noch unklar, ob sich beide Partner immer wieder erneut anstecken können (Ping-Pong-Effekt). Der regelmäßige Gebrauch von Kondomen kann jedoch dazu beitragen, dass sich Gewebeveränderungen am Gebärmutterhals der Frau besser von allein zurückbilden, als bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Kondome schützen somit vor wiederholtem Kontakt mit den Viren des infizierten Partners.
 
Bei Frauen wird die Erkrankung meist schneller entdeckt als bei Männern, was jedoch nicht bedeutet, dass die Frau die humanen Papillomviren zuerst hatte

Wie viel kostet die Impfung gegen humane Papillomviren und übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Die Impfung gegen HPV ist in Österreich Teil des Schulimpfprogramms und für Mädchen und Buben ab dem vollendeten neunten Lebensjahr bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr kostenlos. Bis zum vollendeten 15. Lebensjahr können sich Jugendliche zu einem vergünstigten Selbstkostenpreis an öffentlichen Stellen der Länder impfen lassen. Dieser Betrag beläuft sich derzeit auf etwa 50 €. In Deutschland werden die Kosten für die HPV-Impfung bis zu 18. Lebensjahr von der Krankenkasse übernommen, anschließend musst Du selbst zahlen. Pro Impfdosis kann es bis zu 200€ kosten. In der Schweiz übernehmen die Versicherungsträger die Kosten der Impfung sogar bis zum 26. Lebensjahr.


Dauer Dauer

6-12 Monate

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

Auswahl von Ärzt*innen auf diesem Fachgebiet

MOOCI Siegel
Dr. med. Christine Chung, MPH

Dr. med. Christine Chung, MPH

Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe

Babenbergerstraße 9/11 , Wien

MOOCI Siegel
Dr. med. univ. Alexander Just

Dr. med. univ. Alexander Just

Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe

Währinger Straße 39 , Wien

Das Wichtigste zusammengefasst

HPV ist die häufigste sexuell übertragbare Krankheit. Beinahe jeder sexuell aktive Mensch war bereits einmal mit HPV infiziert. Die Infektion erfolgt häufig ohne Symptome und heilt von selbst ab. In schlimmen Fällen können Papillomviren für die Entstehung von Krebs verantwortlich sein


HPV wird über direkten Kontakt zwischen Menschen übertragen. Bei Kontakt mit infizierten Körperregionen kann sowohl bei Geschlechtsverkehr als auch Oralsex eine Übertragung der Viren erfolgen. In seltenen Fällen erfolgt eine Infektion auch ohne Geschlechtsverkehr, dies ist möglich, wenn eine HPV-infizierte Mutter bei der Geburt die Viren auf ihr Kind überträgt


Die Infektion selbst lässt sich nicht behandeln, jedoch können für die dadurch entstandenen Feigwarzen spezielle Salben angewandt werden. Falls die Warzen dennoch nicht verschwinden, können diese mithilfe eines Lasers, einer Kältebehandlung mit Stickstoff oder einer Elektrokauterisation entfernt werden. Im Falle von Warzen im Genital- oder Analbereich kann ein Mediziner Medikamente verschreiben. Falls der Arzt Zellveränderungen am Gebärmutterhals feststellt, kann abhängig vom Stadium eine chirurgische, Strahlen- und/oder Chemotherapie erforderlich sein


Den wirksamsten Schutz vor einer HPV-Infektion bietet die HPV-Impfung. Es gibt derzeit drei Impfstoffe, die gegen eine unterschiedliche Anzahl an Typen schützen. Die Impfung wird Frauen und Männern empfohlen und sollte vor dem ersten Sexualverkehr erfolgen

Anfrage Stellen