Feigwarzen

Feigwarzen sind kleine rötliche, grau-bräunliche oder weißliche Wucherungen im Genital- oder Analbereich, selten treten sie auch im Mund auf. Sie werden von Humanen Papilloma-Viren (HPV) verursacht und sind eine der häufigsten Geschlechtskrankheiten. Es gibt verschiedene Arten von HPV, manche verursachen Feigwarzen, andere verursachen nachweislich Gebärmutterhalskrebs und Analkrebs. Die Therapie der Feigwarzen ist oft schwierig und langwierig, allerdings gibt es eine Impfung, die gegen die wichtigsten Typen von HPV wirkt.


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Zuletzt aktualisiert: 18. März, 2020



Was versteht die Medizin unter Feigwarzen?

Die Feigwarzen oder auch Condylomata acuminata sind benigne (gutartige) Wucherungen des Epithels, die meist an den äußeren Geschlechtsorganen auftreten. Sie werden durch eine Virusinfektion vom Typ der Humanen Papilloma-Viren verursacht und zählen zu den sexuell übertragbaren Krankheiten.

Feigwarzen werden durch eine Virusinfektion vom Typ der Humanen Papilloma-Viren verursacht und zählen zu den sexuell übertragbaren Krankheiten

Wie sehen die Symptome von Feigwarzen aus?

Die blumenkohlartigen Warzen können unterschiedliche Größen erreichen, sind weich und verursachen in der Regel keine Schmerzen. Gelegentlich (vor allem bei stärkerem Befall) können ein diskreter Juckreiz, Brennen oder auch Schmerzen auftreten. Durch Kontakt oder Reibung kann es zu leichten Blutungen, bei Frauen eventuell auch zu Ausfluss kommen.

Welche Ursachen haben Feigwarzen?

Die Ursache der Feigwarzen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Infektion mit den Serotypen 6 oder 11 des Humanen Papilloma-Virus. Seltener sind andere Typen für die sichtbaren Genitalwarzen verantwortlich.

Wie kann ich mich mit Feigwarzen anstecken?

Die Humanen Papilloma-Viren sind leicht übertragbar und befinden sich in Hautschuppen, die beim Geschlechtsverkehr leicht von einem zum anderen Partner übertragen werden können, trotz Kondomen. Das Virus kommt durch kleinste Hautverletzungen oder über die Schleimhaut in den Körper. Wenn Du unter bestehenden Hauterkrankungen oder einer Immunabwehrstörung leidest, ist Dein Risiko für eine Ansteckung erhöht. Selten ist eine indirekte Ansteckung beispielsweise über gemeinsam benutztes Sexspielzeug oder verschmutzte Handtücher möglich. Babys können sich bei der Geburt anstecken.

Wie erfolgt die Diagnose von Feigwarzen?

Zunächst fragt Dich der Arzt nach Deinen Beschwerden und notiert sich allgemeine Risikofaktoren wie die Einnahme von Medikamenten, ob Du rauchst oder ob Du unter andere Vorerkrankungen leidest, die möglicherweise das Abwehrsystem schwächen. Mögliche Fragen beziehen sich auch darauf, ob Dir Hautveränderungen aufgefallen sind, oder ob Du genitale Blutungen außerhalb des Menstruationszyklus hattest, zum Beispiel nach dem Geschlechtsverkehr, ob Du häufig Deinen Sexualpartner gewechselt hast und Kondome beim Sex verwendest und ob Du in der Vergangenheit bereits eine sexuell übertragbare Erkrankung im Intimbereich hattest.

 

Die Diagnose von Feigwarzen erfolgt dann recht schnell, da Fachärzte sie direkt auf den ersten Blick oder durch Tasten mit dem Finger erkennen. Um festzustellen, ob es sich um Krebsvorstufen handelt, kann der Arzt einen Abstrich machen oder eine Gewebeprobe nehmen. Die Zellen des Gebärmutterhalses oder des Analkanals werden daraufhin im Labor untersucht. Um Feigwarzen im Rektum oder in der Vagina ausschließen zu können, stehen dem Arzt weitere diagnostische Verfahren wie eine Spiegelung des Afters oder des Rektums beziehungsweise eine Kolposkopie zur Verfügung. Sind die Warzen mit dem bloßen Auge nicht erkennbar, kann der Arzt einen Essigsäure-Test anwenden. Dazu tupft er auf die fraglichen Stellen Essigsäure auf. Nach etwa fünf Minuten Wartezeit kann er das Ergebnis ablesen, ein positives Ergebnis zeigt sich durch eine Weißfärbung der Haut oder Schleimhaut. Der Essigsäure-Test muss bei einem positiven Testergebnis zusätzlich noch durch eine Gewebeprobe verifiziert werden, da auch andere Erkrankungen wie Pilzinfektionen zu einer Weissfärbung führen können.

Die Ursache der Feigwarzen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Infektion mit den Serotypen 6 oder 11 des Humanen Papilloma-Virus

Wo treten Feigwarzen am häufigsten auf?

Bei Frauen treten die Feigwarzen am häufigsten am Damm, an den kleinen und großen Schamlippen, am Scheideneingang, an der Scheide und am Gebärmutterhals, an der Harnröhre und am Schamhügel auf. Bei Männern treten sie häufig auf der Vorhaut und am Vorhautbändchen, an der Eichel, der Penisfurche, dem Penisschaft, der Harnröhre und dem Schamhügel auf. Bei beschnittenen Männern ist der Penisschaft am häufigsten betroffen. Die Feigwarzen können aber nicht nur im Genitalbereich auftreten, sondern auch im Analbereich.

Welche Folgen können Feigwarzen für Betroffene haben?

Viele Betroffene fühlen sich durch die Feigwarzen in ihrem Sexualleben beeinträchtigt und fürchten die Zurückweisung von anderen. Oft empfinden sie die Wucherungen auch als ästhetisches Problem und schämen sich. Da viele zunächst nicht wissen, um was es sich bei den Wucherungen handelt, denken einige Betroffene, sie hätten Krebs oder denken, sie würden unfruchtbar werden, was verständlicherweise Angst fördernd sein kann.

Wer ist am häufigsten von Feigwarzen betroffen?

Am häufigsten sind sexuell aktive Personen mit wechselnden Partnern im Alter von 20 bis 24 Jahren betroffen. Eine frische Intimrasur erhöht das Risiko einer Ansteckung. Weitere Risikofaktoren sind Immunsuppression, Drogenmissbrauch und das Bestehen anderer Geschlechtskrankheiten wie HIV oder Herpes genitalis.

Müssen Feigwarzen immer behandelt werden?

In manchen Fällen verschwinden die Feigwarzen auch wieder von selbst, dementsprechend müssen sie dann nicht mehr behandelt werden, allerdings ist es empfehlenswert, den Bereich genau zu beobachten und bei erneutem Auftreten einen Arzt zu konsultieren.

Wie lassen sich Feigwarzen behandeln?

Es gibt verschiedene Methoden bei der Behandlung von Feigwarzen. Bei der Wahl werden Faktoren wie Größe, Anzahl und Lage der Warzen, Art und Erfolg früherer Behandlungen, eventuelle Grund- und Begleiterkrankungen sowie Wünsche des Patienten und Erfahrung des behandelnden Arztes berücksichtigt. Auch die Sexualpartner sollten auf Feigwarzen untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Die Warzen können mit äußerlich anwendbaren Medikamenten behandelt werden, welche als Creme/ Salbe oder als Flüssigkeit (Lösung/ Säure) zur Verfügung stehen. Du oder Dein Arzt trägt das Medikament direkt auf die betroffenen Stellen auf.

Durch den Gebrauch von Kondomen kannst Du das Risiko einer Ansteckung minimieren. Allerdings ist es wichtig zu wissen, dass Kondome keinen vollständigen Schutz bieten, denn die HP-Viren sind sehr leicht übertragbar.

Der Erfolg der Therapie hängt maßgeblich von der Anwendung ab. Eine weitere Möglichkeit der Feigwarzen-Behandlung ist die Vereisung oder Kryotherapie. Dazu trägt der Arzt flüssigen Stickstoff mithilfe eines Sprays oder eines Stäbchens auf die Warze auf, wodurch das Gewebe erfriert und abstirbt. Falls nötig, kann die Behandlung einmal pro Woche wiederholt werden. Diese Methode hat zwar viele Vorteile wie die einfache Durchführung oder auch die Anwendung in der Schwangerschaft, allerdings gibt es auch Nebenwirkungen wie Brennen oder Schmerzen, Pigmentstörungen oder Narbenbildung. Weiters werden die Viren nicht abgetötet, sodass sich bei vielen Patienten erneut Feigwarzen bilden.

 

Eine weitere Möglichkeit ist die operative Feigwarzen-Behandlung. Du bekommst eine örtliche Betäubung oder eine Vollnarkose. Für die operative Entfernung stehen wiederum mehrere Methoden zur Verfügung wie die Lasertherapie, die Ausschabung und die Behandlung mittels Elektrokauter. In der Schwangerschaft können kleinere Feigwarzen mit Trichloressigsäure behandelt werden, größere Warzen kann der Arzt mithilfe der Vereisung, der Lasertherapie oder dem Elektrokauter entfernen, allerdings wenden Ärzte diese Mittel erst ab der 34. Schwangerschaftswoche an.

Kann ich Feigwarzen mit Hausmitteln behandeln?

Einige Patienten behandeln die Feigwarzen mit Teebaumöl, da es Viren an der Vermehrung hindert. Allerdings ist die Wirkung von Teebaumöl gegen Feigwarzen nicht wissenschaftlich erwiesen. Diese sind ansteckend, vermehren sich schnell und breiten sich auch schnell aus, deswegen solltest Du lieber direkt zu einem Arzt gehen und die Warzen behandeln lassen.

Können Feigwarzen wiederkehren?

Ja, in einigen Fällen können die Feigwarzen auch nach erfolgreicher Behandlung wiederkehren. Das individuelle Risiko ist allerdings nicht berechenbar. Prinzipiell wachsen die Warzen bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem (zum Beispiel nach einer Organtransplantation oder bei HIV-Patienten) schneller, daher haben diese Personen auch ein höheres Risiko für einen Rückfall.

Gibt es eine Impfung gegen Feigwarzen?

Es gibt eine Impfung gegen bestimmte HPV-Varianten, die Gebärmutterhalskrebs oder Feigwarzen verursachen. Die Impfung sollte sowohl bei Jungs, als auch bei Mädchen zwischen dem neunten und dem 14. Lebensjahr erfolgen, da die Kinder und Jugendlichen in diesem Alter meist noch keinen Kontakt mit dem Virus hatten. Es ist jedoch möglich, die Impfung bis kurz vor Vollendung des 18. Lebensjahres nachzuholen. Leider bietet die Impfung aber keinen vollständigen Schutz.

Wie kann ich Feigwarzen vorbeugen?

Durch den Gebrauch von Kondomen kannst Du das Risiko einer Ansteckung minimieren. Allerdings ist es wichtig zu wissen, dass Kondome keinen vollständigen Schutz bieten, denn die HP-Viren sind sehr leicht übertragbar. Es ist also durchaus möglich, dass die Stellen im Intimbereich, welche nicht von einem Präservativ geschützt sind, ebenfalls ansteckend sind. Außerdem empfiehlt es sich, sich gegen die gefährlichsten Virusstämme impfen zu lassen. Dies ist ab Vollendung des neunten Lebensjahres möglich.

Es wird empfohlen bei Jungs und Mädechen zwischen dem 9. und 14. Lebensjahr eine Impfung vornehmen zu lassen

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Für junge Mädchen bis einschließlich 17 Jahre ist die Impfung empfohlen und wird auch vollständig von den Krankenkassen übernommen. Jungen müssen die Kosten für die Impfung (ca. 450 €) selbst tragen, empfohlen wird die Impfung bei Jungs ebenfalls zwischen dem neunten und 17. Lebensjahr.


Dauer Dauer

Bis zu 4 Monate

Ausfallzeit Ausfallzeit

Keine

Stationärer Aufenthalt Stationär

Nicht notwendig

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Das Wichtigste zusammengefasst

Bei Feigwarzen handelt es sich um kleine rötliche, grau-bräunliche oder weißliche Wucherungen im Genital- oder Analbereich, verursacht meist von Humanen Papilloma-Viren (HPV) des Typs 6 oder 11


Es ist eine sehr ansteckende sexuell übertragbare Erkrankung, weder Kondome noch die Impfung schützen zu 100%, bieten aber trotzdem einen recht zuverlässigen Schutz


Normalerweise verursachen die Feigwarzen keine Schmerzen, manchmal können aber Juckreiz, Brennen, Schmerzen, leichte Blutungen und Ausfluss auftreten


Ein höheres Risiko einer Ansteckung haben sexuell aktive Personen mit wechselnden Partnern im Alter von 20 bis 24 Jahren, weitere Risikofaktoren sind eine frische Intimrasur, Immunsuppression, Drogenmissbrauch und andere Geschlechtskrankheiten

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