Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)

Der Gebärmutterhalskrebs ist eine Krebserkrankung im Genitalbereich, die in der Regel durch das Humane Papillomvirus (HPV) verursacht wird. Im Durchschnitt erkranken Frauen mit 55 Jahren an Gebärmutterhalskrebs. Wird die Krankheit frühzeitig erkannt, sind die Heilungschancen meistens relativ hoch. Mit zunehmender Entwicklung des Tumors sehen die Prognosen hingegen schlechter aus. Da der Gebärmutterhalskrebs im Anfangsstadium häufig ohne spezifische Symptome auftritt, sind regelmäßige Untersuchungen beim Gynäkologen essenziell, um den Gebärmutterhalskrebs frühzeitig zu erkennen. Zur Behandlung stehen verschiedene Operationstechniken sowie Chemo- und Strahlentherapien zur Verfügung.


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Zuletzt aktualisiert: 13. Juli, 2020



ICD-10-GM-2020 C53

Was ist der Gebärmutterhals?

Zwischen dem Gebärmutterkörper und der Scheide (Vagina) befindet sich der Gebärmutterhals. Durch ihn treten die Spermien beim Geschlechtsverkehr aus der Scheide in die Gebärmutterhöhle, den Uterus, ein. Der Gebärmutterhals ist innen von einer Schleimhaut ausgekleidet: Sie besteht aus einer äußeren Schicht, dem sogenannten Plattenepithel, und den darin gelagerten Schleimdrüsen. In der Anatomie wird die Öffnung des Gebärmutterhalses zur Scheide hin äußerer Muttermund genannt und die Öffnung zum Gebärmutterkörper hin innerer Muttermund.

Was versteht die Medizin unter Gebärmutterhalskrebs?

Wenn die Schleimhaut des Gebärmutterhalses bösartig wächst, spricht der Arzt von einem Gebärmutterhalskrebs, auch Zervixkarzinom genannt. Für gewöhnlich geht diese Wucherung vom Plattenepithel aus, weshalb er zur Gruppe der Plattenepithelkarzinome gezählt wird. In seltenen Fällen entwickelt sich das Zervixkarzinom aus dem Drüsengewebe der Schleimhaut. Dies wird als Adenokarzinom bezeichnet. Bei den meisten Patientinnen ist der Gebärmutterhalskrebs im Bereich des äußeren Muttermundes lokalisiert.
 
Der Gebärmutterhalskrebs ist eine Krebserkrankung im Genitalbereich, die in der Regel durch das Humane-Papillom-Virus (HPV) verursacht wird. Durchschnittlich erkranken Frauen circa 53 Jahren an einem Gebärmutterhalskrebs. Bei einer frühzeitigen Diagnose sind die Heilungschancen in der Regel gut. Mit zunehmender Entwicklung des Tumors sehen die Prognosen schlechter aus.
 
Der Gebärmutterhalskrebs darf nicht mit dem Gebärmutterkrebs verwechselt werden. Dieser ist ein bösartiger Tumor des Gebärmutterkörpers, der sich fast immer aus der Schleimhaut, welche die Gebärmutter im Inneren auskleidet, entwickelt. In der medizinischen Fachsprache wird dieser als Endometriumkarzinom bezeichnet.

Gebärmutterhalskrebs ist die dritthäufigste Krebserkrankung des weiblichen Genitaltraktes.

Wie sehen die Symptome von Gebärmutterhalskrebs aus?

Im Frühstadium der Erkrankung ist eine Diagnose ohne Arzt oft schwierig, da vorhandene Symptome oft unspezifisch sind und manche Erkrankte sogar beschwerdefrei leben. Gerade deshalb musst Du auf kleinste Veränderungen Deines Körpers achten. Als erstes Warnsignal ist immer eine ungewöhnliche Blutung zu erkennen, vor allem wenn diese außerhalb der Regelblutung oder nach den Wechseljahren auftritt. Beobachtest Du dies bei Dir, solltest Du zur Abklärung der Ursache immer einen Arzt aufsuchen.
 
Weiterhin können Schmierblutungen oder eitrige Ausflüsse vorkommen. Auch Schmerzen im Unterbauch, die Wehen ähneln, sind mögliche Symptome. Wenn zusätzlich Schmerzen im Becken oder unterem Rücken sowie ein ungewollter Gewichtsverlust auftreten, sind dies ernst zu nehmende Warnsignale auf eine Tumorerkrankung.
 
Mit zunehmendem Wachstum des Tumors verstärken sich auch die Symptome. Der Tumor kann zudem auf andere Organe übergreifen, was besonders für Scheide, Harnblase und Enddarm gefährlich ist. Letzteres kann zu Verstopfungen, Durchfall und Blutungen aus dem Enddarm führen. Wenn die Beckenwand befallen wird, sind stechende, kolikartige Schmerzen bei den Betroffenen wahrzunehmen.
 
Wenn der Gebärmutterhalskrebs auf die Blase drückt, können Unregelmäßigkeiten beim Wasserlassen sowie ein blutiger Harn auf die Grunderkrankung hinweisen. Zusätzlich erkranken Betroffene vermehrt an Harnwegsinfekten. Typische Spätsymptome sind Lymphödeme an den Beinen mit geschwollener und feuchter Haut. Viele dieser Beschwerden können jedoch auch ohne eine Krebserkrankung entstehen, weshalb eine vorzeitige Abklärung beim Arzt dringend zu empfehlen ist.

Welche Stadien gibt es bei Gebärmutterhalskrebs?

Je nach Fortschritt des Gebärmutterhalskrebs zum Zeitpunkt der Diagnose, wird dieser vom Arzt in verschiedene Stadien eingeteilt. Dies ist wichtig für eine passende Therapieplanung, sowie um statistische Aussagen über Verlauf und Prognose der Erkrankung treffen zu können. Beim Gebärmutterhalskrebs werden vier Stadien unterschieden.
 
Speziell für gynäkologische Tumoren haben Spezialisten die sogenannte FIGO-Klassifikation entwickelt. Sie ist benannt nach der internationalen Vereinigung für Gynäkologie und Geburtshilfe, die International Federation of Gynecology and Obstetrics. Die FIGO-Klassifikation für gynäkologische Tumoren stimmt mit der TNM-Klassifikation, welche sonst für Tumore verwendet wird, überein, ist aber eine klinische und keine pathologische Einteilung.
 
Stadium Null ist das Carcinoma in situ, auch Krebs im Frühstadium genannt. Der Tumor ist noch nicht in das umliegende Gewebe eingewachsen und entspricht der hochgradigen Fehlbildung. Diese wird auch als plattenepitheliale Dysplasie bezeichnet. Im ersten Stadium beschränkt sich der Tumor nur auf den Gebärmutterhals. Im Zweiten breitet sich der Tumor außerhalb der Gebärmutter aus, jedoch reicht er weder zum Beckenrand noch grenzt er an die Scheide. Wenn eine dieser beiden Eigenschaften erfüllt ist oder eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion vorliegt, befindet sich der Krebs im dritten Stadium. Das letzte Stadium ist durch einen Befall der Schleimhäute der Blase oder des Enddarms gekennzeichnet.

Was sind die Ursachen für Gebärmutterhalskrebs?

Eine chronische Infektion mit dem Humanen Papillomvirus (HPV) ist die entscheidende Ursache für Gebärmutterhalskrebs. Diese Viren sind Krankheitserreger, die nur beim Menschen vorkommen und Entzündungen der Haut hervorrufen können. Sie dringen durch kleine Risse der Schleimhaut in den Körper ein und vermehren sich dort im Inneren der Zellen. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit befallenen Haut- oder Schleimhautzellen, was in den meisten Fällen über sexuellen Kontakt geschieht.
 
Etwa 80 Prozent aller Menschen haben im Laufe ihres Lebens mit dem Virus Kontakt, meistens ohne es zu merken. Beim Großteil der Betroffenen kann das Immunsystem die Viren nämlich erfolgreich bekämpfen. Gelingt dies nicht, kann eine chronische HPV-Infektion zum Gebärmutterhalskrebs führen.

Der Gebärmutterhalskrebs wird durch die Humanen Papillomviren ausgelöst.

Welche Risikofaktoren begünstigen Gebärmutterhalskrebs?

Die meisten Risikofaktoren, wie eine große Zahl an Geschlechtspartnern oder eine schlechte Genitalhygiene, ergeben sich daher aus dem Ansteckungsweg. Je mehr Geschlechtspartner eine Frau hat, umso höher ist die Gefahr sich anzustecken. Da die Übertragung auch bei der Geburt von der Mutter zum Neugeborenen geschehen kann, gilt auch eine hohe Anzahl von HPV-Viren zum Zeitpunkt der Geburt als Risikofaktor.
 
Zusätzlich kann eine Immunschwäche im Rahmen einer immunsuppressiven Erkrankung wie HIV oder medikamentösen Therapien die Entstehung eines HPV induziertes Karzinom begünstigen. Zuletzt besteht für infizierte Frauen, die zusätzlich an weiteren sexuell übertragbaren Krankheiten, wie Chlamydien oder Herpes, erkrankt sind, ein höheres Risiko. Genetische Faktoren haben nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft nur eine untergeordnete Rolle.

Wer ist am häufigsten von Gebärmutterhalskrebs betroffen?

Die Entartung des Gebärmutterhalses ist ein Prozess, der sich über Jahre hinzieht und über verschiedene Krebsvorstufen verläuft. Stadium 0 des Gebärmutterhalskrebses tritt durchschnittlich bereits im Alter von 34 Jahren auf. Fortgeschrittene Stadien betreffen vorwiegend Frauen ab 55 Jahren. In Österreich werden ungefähr 500 Fälle jährlich diagnostiziert, circa 300 Frauen sterben jährlich an dieser Erkrankung. Dies entspricht ungefähr 1,3 Prozent aller weiblichen Krebstoten in Österreich.

Welche Folgen hat Gebärmutterhalskrebs für die Betroffenen?

Die Folgen der Erkrankung hängen maßgeblich vom Zeitpunkt der Diagnose ab. Bei bösartigen Tumoren sind die Erfolgsaussichten der Behandlung von der Ausdehnung der Erkrankung abhängig. Kann durch die Operation das gesamte Tumorgewebe entfernt werden, sind die Chancen auf eine vollständige Heilung günstig.
 
In fortgeschrittenen Stadien oder bei einem Rückfall, einem sogenannten Rezidiv, stehen die Chancen auf eine dauerhafte Heilung schlechter. Hat der Tumor bereits in fremdes Gewebe metastasiert, ist das Ziel der Behandlung in erster Linie der Patientin ein möglichst langes und beschwerdefreies Leben zu ermöglichen.
 
Die Prognose und der Verlauf einer Tumorerkrankung hängen neben der Tumorgröße auch vom Befall der Lymphknoten ab. Je höher das Stadium einer Tumorerkrankung ist, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Lymphknoten befallen sind. Unabhängig vom Stadium haben Patientinnen mit negativen Lymphknoten eine 5-Jahres-Überlebensrate von 90 Prozent, bei positivem Lymphknotenbefall nur zwischen 20 und 60 Prozent.
 
Die 5-Jahres-Überlebensrate für das Stadium I liegt unabhängig von der Behandlungsart bei circa 85 Prozent. Je höher das Stadium, umso höher steigt das Risiko für die Entwicklung eines Rückfalls. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist im dritten Stadium um das Sechsfache höher als in Stadium I. Bis zu 40 Prozent der wegen Gebärmutterhalskrebs operierten Patientinnen entwickeln ein Rezidiv. Tritt ein Rückfall auf, so geschieht dies in 80 Prozent innerhalb der ersten 2 Jahre.

Wie diagnostiziert der Arzt Gebärmutterhalskrebs?

In den meisten Fällen beginnt die Diagnose von Gebärmutterhalskrebs im Rahmen einer Routine-Vorsorge-Untersuchung. Diese kann jede Frau ab dem 21. Lebensjahr einmal jährlich beim Frauenarzt durchführen lassen. Zunächst wird der Arzt Deine Krankengeschichte erheben. Er fragt nach der Beschaffenheit Deiner Menstruationsblutungen und ob gelegentlich Zwischen- oder Schmierblutungen auftreten. Außerdem erkundigt er sich nach eventuellen Beschwerden und Vorerkrankungen.
 
Das wichtigste Verfahren zur Feststellung von Gebärmutterhalskrebs ist der PAP-Abstrich. Dabei handelt es sich um eine Zellprobe, die mit einem speziellen Spatel vom Gebärmutterhals abgestrichen und dann in einem Labor untersucht wird. Ist der PAP-Test positiv und gibt Verdacht auf Gebärmutterhalskrebs, lässt sich durch eine Gewebeprobe oder die Entnahme eines Gewebekegels klären, ob es sich um gutartige oder bösartige Zellveränderungen handelt.
 
Mithilfe von zusätzlichen Untersuchungen, wie einem vaginalen Ultraschall, einer Magnetresonanztomografie, einer Computertomografie, Röntgen oder der Spiegelung von Gebärmutter, Darm und Blase, kann der Umfang des Gebärmutterhalskrebses sowie seine mögliche Ausdehnung auf benachbarte Organe abgeklärt werden. Mit diesen Methoden kann eine Einteilung in die verschiedenen Stadien der Erkrankung gelingen, sowie die Beantwortung der Frage, ob es sich um einen bösartigen oder gutartigen Tumor handelt.

Wie lässt sich Gebärmutterhalskrebs behandeln?

Die Therapie von Gebärmutterhalskrebs ist abhängig vom Stadium des Tumors. Dabei gilt, je früher ein Krebs diagnostiziert wird, desto besser stehen die Chance auf eine Heilung.
 
Wird Gebärmutterhalskrebs im Stadium 0 festgestellt, reicht in den meisten Fällen eine Konisation des erkrankten Gewebes aus. Dabei wird ein kegelförmiges Stück aus dem Gewebe herausgeschnitten, welches aus den krankhaft veränderten Zellen und einem weiteren Teil aus gesunden Zellen rundherum besteht, um abzusichern, dass keine veränderten Zellen zurückbleiben.
 
Ist der Krebs bereits fortgeschritten, muss der Arzt das betroffene Gewebe komplett entfernen. Dabei werden abhängig vom Erkrankungsstadium meist die Gebärmutter (Hysterektomie), die dazu gehörenden Lymphknoten sowie ein Teil der Scheide entfernt. Wenn bei der Patientin noch ein Kinderwunsch besteht, reicht unter Umständen eine Trachelektomie aus, bei der nur der Gebärmutterhals entfernt wird. Bei Frauen, die sich noch nicht in den Wechseljahren befinden, versucht der Arzt nach Möglichkeit die Eierstöcke zu erhalten.
 
In weit fortgeschrittenen Stadien kann eine Operation mit einer Strahlentherapie oder Chemotherapie kombiniert werden. Das oberste Ziel ist, die weitere Ausdehnung des Gebärmutterhalskrebses zu verhindern und die Beschwerden zu lindern.

Im Frühstadium hat das Zervixkarzinom häufig keine spezifischen Symptome.

Wann ist bei Gebärmutterhalskrebs eine Operation notwendig?

In frühen Stadien von Gebärmutterhalskrebs ist eine Operation die Therapie der Wahl. Der Arzt entfernt nicht nur den Tumor, sondern zur Sicherheit zusätzlich großzügig gesundes Gewebe aus der betroffenen Region. Wie viel insgesamt entfernt werden muss, hängt von dem Fortschritt der Ausbreitung ab.
 
Zur Durchführung der Operation des Gebärmutterhalskrebses stehen dem Chirurgen mehrere Techniken zur Verfügung. Darunter fallen die Konisation, die Trachelektomie und die Hysterektomie. Zusätzlich kann der Arzt über verschiedene Zugangswege, wie über die Scheide, einen Bauchschnitt oder eine Bauchspiegelung, auf den Tumor zugreifen.
 
Die bereits erwähnte Konisation kommt bei kleinen Tumoren infrage, die sich gut vom gesunden Gewebe abgrenzen lassen. Die erkrankten Zellen werden zusammen mit umgebendem gesundem Gewebe kegelförmig herausgeschnitten. Eine Schwangerschaft ist auch nach erfolgter Konisation weiterhin möglich, allerdings besteht ein erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt. Zur Vorsicht sollten Frauen nach einer Konisation bis zur nächsten Schwangerschaft einige Zeit warten.
 
Ist die Konisation ohne Erfolg kann das Verfahren der Trachelektomie zum Einsatz kommen. Der Chirurg entfernt bis zu zwei Drittel des Gebärmutterhalses sowie die inneren Haltebänder der Gebärmutter. Der innere Muttermund und der Gebärmutterkörper bleiben aber erhalten.
 
Eine Schwangerschaft nach einer Trachelektomie geht mit einem erhöhten Risiko für Komplikationen einher. Ein Kaiserschnitt ist zusätzlich notwendig. Wenn die Frau mit der Familienplanung abgeschlossen hat oder der Tumor bereits tieferes Gewebe befallen hat, wird die komplette Gebärmutter entfernt. Dieser Eingriff wird in der Fachsprache als Hysterektomie bezeichnet. Nach diesem Eingriff ist eine Schwangerschaft ausgeschlossen.
 
Wenn der Arzt beim Eingriff nicht nur die Gebärmutter, sondern auch umliegendes Gewebe, wie Lymphknoten oder Teile der Scheide, herausschneidet, sprechen Experten von einer radikalen Hysterektomie. Eine einfache Hysterektomie beschränkt sich hingegen auf die Entfernung der Gebärmutter selbst. In aller Regel wird Patientinnen, die sich bereits in den Wechseljahren befinden, beide Eierstöcke und der Eileiter zur Vorsicht mitentfernt. Bei jüngeren Patienten wird dies so weit wie möglich vermieden, da die Eierstöcke wichtig für die weibliche Hormonproduktion sind.

Wie sieht die Nachsorge nach einer überstandenen Gebärmutterhalskrebs-Erkrankung aus?

Nach der Behandlung des Gebärmutterhalskrebses zielt die Rehabilitation darauf ab, Betroffenen die Rückkehr in ihr soziales und berufliches Leben zu ermöglichen. Verschiedene Therapeuten, wie Ärzte, Psychologen und Psychotherapeuten, unterstützen die betroffenen Frauen mit der Erkrankung und den Folgebehandlungen zurechtzukommen und körperlich sowie geistig wieder alltagsfähig zu werden. Das passende Programm stellt Dein Arzt eigens für Dich zusammen.
 
Die Nachsorge umfasst verschiedene regelmäßige Kontrolluntersuchungen, die den Behandlungserfolg überprüfen und etwaige Rückfälle rechtzeitig erkennen. Außerdem erhalten die Frauen psychologische Unterstützung zur Bewältigung der Krankheitsfolgen.
 
In aller Regel sollten Betroffene in den ersten drei Jahren nach der Behandlung alle drei Monate zur Nachuntersuchung gehen. Im vierten und fünften Jahr empfiehlt sich eine halbjährige Nachuntersuchung. Danach sollte einmal im Jahr der behandelnde Arzt zur Kontrolle aufgesucht werden.
 
Die Nachfolgeuntersuchung umfasst Gespräch und Beratung, körperliche Untersuchung der Geschlechtsorgane mit Abtasten der Lymphknoten und einen PAP-Test. In einigen Fällen führt der Arzt in bestimmten Abständen zusätzlich einen HPV-Test, eine Ultraschalluntersuchung der Scheide und Niere sowie eine Kolposkopie durch.

Das Risiko an einem Gebärmutterhalskrebs zu erkranken steigt im fortschreitendem Alter.

Kann man mehrmals an Gebärmutterhalskrebs erkranken?

Bei manchen Patienten kehrt der Gebärmutterhalskrebs nach der Behandlung zurück. In diesem Fall sprechen Fachleute von einem Rezidiv. Das Risiko für einen solchen Rückfall hängt unter anderem davon ab, in welchem Stadium die Erkrankung bei der Erstdiagnose war. Denn je kleiner der Tumor vor der Erstbehandlung war, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass alle Krebszellen entfernt werden konnten. Tritt ein Tumor nach vorausgegangener Operation auf, so ist die Bestrahlung mit Chemotherapie die Methode der Wahl.

Gibt es eine Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs?

Die HPV-Impfung ist der wirksamste Schutz vor einer Infektion mit Humanen Papillomviren, welche Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Zudem schützt die Impfung vor anderen Erkrankungen, wie Warzen und weiteren Krebstypen, die ebenfalls von den Viren ausgelöst werden.
 
Spezialisten empfehlen die HPV-Impfung für alle Mädchen und Jungen zwischen neun und vierzehn Jahren. Verpasste Impfungen sollten spätestens bis zum 18. Lebensjahr nachgeholt werden. Für Mädchen ist die Impfung gegen HPV natürlich zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs sinnvoll. Eine Impfung bei Jungs senkt das Risiko von Penis- und Analkrebs sowie von Tumoren im Mund und Rachenraum, die vor allem durch Oralverkehr verursacht werden. An der Entstehung dieser Krebsarten können nämlich wie bei Gebärmutterhalskrebs Humane Papillomviren beteiligt sein.
 
Der Neunfach-Impfstoff schützt beide Geschlechter vor Feigwarzen. Zuletzt entsteht eine Herdenimmunität, denn ein geimpfter Mann kann solche Viren auch nicht an seine Sexualpartnerinnen weitergeben. Mädchen profitieren ebenfalls, wenn Jungen die HPV-Impfung erhalten. Deshalb sollte unabhängig des Geschlechtes die HPV-Impfung möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen.
 
Beide HPV-Impfstoffe senken deutlich das Risiko einer Infektion mit den Hochrisiko-Virustypen, welche am häufigsten an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt sind. Der Neunfach-Impfstoff schützt darüber hinaus vor weiteren HPV-Typen, die Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Da der Impfstoff noch nicht so lange existiert, ist noch nicht klar, wie sehr eine verbreitet angewandte HPV-Impfung das Risiko einer Gebärmutterhalskrebs-Erkrankung tatsächlich senken kann.
 
Im Allgemeinen sind beide Arten der Impfung gut verträglich. Nebenwirkungen, wie Fieber, Gelenkschmerzen, Juckreiz oder Magen-Darm-Beschwerden, sind aber dennoch immer möglich. Mögliche Symptome unterscheiden sich kaum zwischen den beiden HPV-Impfstoffen und klingen in der Regel nach kurzer Zeit von allein wieder ab.
 
Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen im Alter zwischen neun und vierzehn Jahren sowie verpasste Impfungen bis zum 18. Geburtstag. In der Schweiz wird die Impfung sogar bis zum 26. Lebensjahr übernommen.
 
Ob sich die HPV-Impfung im Erwachsenenalter lohnt, ist abhängig von dem einzelnen Patienten. Für die Entscheidung wird der zu erwartende Nutzen der HPV-Impfung mit den entstehenden Risiken gegeneinander abgewogen. Manche Kassen übernehmen auch dafür die Kosten, informiere Dich deshalb im Vorfeld bei Deiner Krankenkasse.

Was passiert, wenn während einer Schwangerschaft Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert wird?

Zeigen die Ergebnisse des PAP-Tests einer schwangeren Frau auffällige Ergebnisse an, wird der Gebärmutterhals mit einem speziellen mikroskopischen Verfahren, der Kolposkopie untersucht. Eine Kolposkopie fügt dem Fötus keinen Schaden zu und beeinträchtigt die Schwangerschaft nicht. Der Arzt entscheidet sich bei einer Kolposkopie mit einem Spezialisten, ob eine Probenentnahme des auffälligen Gewebes zur mikroskopischen Untersuchung notwendig ist. Eine Biopsie am Gebärmutterhals sollte bei schwangeren Frauen wegen des Risikos von Blutungen und vorzeitigen Wehen so weit es geht vermieden werden.
 
Befindet sich der Gebärmutterhalskrebs im Anfangsstadium, wird die Behandlung gewöhnlich bis nach der Geburt aufgeschoben. Bei fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung während der Schwangerschaft erfolgt eine umgehende Behandlung. Schlussendlich liegt die Entscheidung auch oft bei der Frau selber. Bei einer Diagnose in der Spätschwangerschaft, erläutert der Arzt das Risiko, das mit dem Hinauszögern der Behandlung einhergeht. Du kannst dann entscheiden, ob Du mit der Behandlung warten möchtest, bis Dein Baby für eine Geburt weit genug entwickelt ist. Ist der Krebs jedoch bereits fortgeschritten, wird ein Kaiserschnitt und anschließend eine Hysterektomie durchgeführt.

Eine HPV-Impfung ist die beste Methode einem Gebärmutterhalskrebs vorzubeugen.

Kann man Gebärmutterhalskrebs vorbeugen?

Der beste Schutz vor Gebärmutterhalskrebs besteht darin, sich vor einer Infektion mit HPV zu schützen. Auch wenn Kondome keinen vollständigen Schutz bieten, sind sie bisher die sicherste Möglichkeit eine Infektion vorzubeugen. Unabdingbar ist zusätzlich die jährliche Krebsvorsorge mit einem PAP-Abstrich. Junge Frauen, die regelmäßig ungeschützten Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern haben, wird ein gelegentlicher PAP-Abstrich auch schon vor dem 21. Lebensjahr empfohlen.
 
Wie für alle Krankheiten ist ein intaktes Immunsystem eine gute Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs. Geschwächte und immunsupprimierte Menschen erkranken schneller an Infektionen, auch an HPV. Deshalb ist es wichtig, dass Du auf einen vitalen Lebensstil achtest und auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum verzichtest.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Gebärmutterhalskrebs-Behandlung?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien. Jede krankenversicherte Frau ab 21 Jahren kann daher jährlich kostenlos zur Vorsorge beim Frauenarzt gehen. Diese Untersuchung zur Krebsfrüherkennung inkludiert neben einer gynäkologischen Untersuchung auch einen Zellabstrich vom Gebärmutterhals, den PAP-Test, um dort Zellveränderungen aufzuspüren.

 


Dauer Dauer

Je nach Krankheitsverlauf

Ausfallzeit Ausfallzeit

-

Stationärer Aufenthalt Stationär

-

Das Wichtigste zusammengefasst

Der Gebärmutterhalskrebs ist die dritthäufigste Krebserkrankung des weiblichen Genitaltrakts, die meist am unteren Muttermund lokalisiert ist und als Wucherung des Plattenepithels hervorgeht.


Da eine persistierende Infektion mit Humanen Papillomviren Voraussetzung für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs ist, zählen zu den Risikofaktoren alles, was eine HPV-Infektion begünstigt, wie ständig wechselnde Sexualpartner und Nikotinabusus. Zusätzlich bietet eine Impfung einen zusätzlichen Schutz.


Dieser Krebs ist in den frühen Stadien symptomfrei. Meist treten erst bei fortgeschrittenem Befall typische Beschwerden wie Kontaktblutungen beim Geschlechtsverkehr oder andere unspezifische Symptome auf.


Je nach Tumorausdehnung wird er in verschiedene Stadien eingeteilt, die maßgeblich für die Therapieempfehlungen sind. Zur Behandlung stehen verschiedene Operationstechniken sowie Chemo- und Strahlentherapien zur Verfügung. Die Heilungsprognosen sind besser, umso früher der Tumor erkannt wird.

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