Sterilisation (Tubenligatur)

Vor allem Paare, die ihre Familienplanung abgeschlossen haben oder Frauen mit medizinischen Problemen entscheiden sich für eine Sterilisation. Bei einer Sterilisation oder Tubenligatur handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff, durch welchen Frauen unfruchtbar gemacht werden. Die Operation besteht darin, dass der Chirurg die Eileiter, medizinisch Tuben, nicht mehr durchgängig macht oder komplett verschließt. Dadurch können die Spermien des Mannes nicht mehr durch den Eileiter zur Eizelle wandern und diese befruchten. Für eine Sterilisation stehen Ärzte unterschiedliche Techniken zur Verfügung. Da die Tubenligatur meist zu einer endgültigen Unfruchtbarkeit führt beziehungsweise nur sehr schwer rückgängig gemacht werden kann, sollte dieser Schritt wohlüberlegt sein, denn der Eingriff birgt Risiken und oft leidet danach auch die Psyche. Wir haben alle wichtigen Informationen zu diesem Thema.


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Online-Redaktion

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Zuletzt aktualisiert: 18. Juni, 2020



ICD-10-GM-2020 Z30.

Was versteht die Medizin unter einer Sterilisation?

Unter einer Sterilisation oder Tubenligatur verstehen Mediziner einen medizinischen Eingriff, der Frauen endgültig unfruchtbar macht. Die Eileiter, im Fachjargon Tuben genannt, werden während der Operation entweder unterbunden oder teilweise entfernt. Der Fransentrichter, welcher die befruchtete Eizelle in der Regel weiterleitet, kann ebenfalls entfernt werden. Um eine Eileiterschwangerschaft zu verhindern, verödet der Chirurg zudem den Ansatz der Tuben an der Gebärmutter. Nach einer Sterilisation findet der Eisprung zwar weiterhin statt, jedoch kann die Eizelle die Gebärmutter nicht mehr erreichen und wird stattdessen über die Schleimhäute des Eileiters an die Bauchhöhle abgegeben und dort abgebaut.
 
Die Sterilisation, oder auch Tubenligatur, verhindert eine Schwangerschaft der Frau

Für wen ist eine Sterilisation geeignet?

Im Grunde sollte der Schritt zu einer Sterilisation gut überlegt sein, da sie zu einer endgültigen Unfruchtbarkeit führt. Vor allem für volljährige Frauen, die ihre Familienplanung abgeschlossen haben und keine andere Verhütungsmethode wollen oder vertragen eignet sich diese Verhütungsmethode. Das bedeutet aber auch, dass Frauen, die noch eventuell Kinder haben möchten, von einer Sterilisation Abstand nehmen sollten. Auch sollte sich keine Frau dazu drängen lassen, da dieser Eingriff Risiken und Nebenwirkungen mit sich bringen kann. Unter 30 Jahren sollte eine Sterilisation sowieso nur bei Vorliegen von medizinischen Problemen durchgeführt werden. Diese liegen vor, wenn eine Schwangerschaft oder eine Geburt bei der Frau zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen führen könnte.

Warum entscheiden sich Frauen für eine Sterilisation?

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Frauen zu dieser Verhütungsmethode greifen:
 

  • Ihre Familienplanung ist abgeschlossen
  • Sie vertragen keine anderen Verhütungsmitteln oder diese sind aus moralischen, religiösen oder kulturellen Gegebenheiten nicht erwünscht
  • Es liegen medizinische Gründe vor: So stellt eine Schwangerschaft oder die Geburt eines Kindes für einige Frauen ein hohes gesundheitliches Risiko dar, wie in etwa nach einer Wochenbettpsychose, nach schwierig verlaufenen Operationen an der Gebärmutter oder bei fortgeschrittenem Diabetes.

Ab welchem Alter können sich Frauen sterilisieren lassen?

In Deutschland und in der Schweiz dürfen Sterilisationen ab dem vollendeten 18. Lebensjahr durchgeführt werden, sofern sie freiwillig erfolgen und die Frauen vorab ausführlich über den Eingriff, die Folgen und eventuelle Nebenwirkungen aufgeklärt wurden. In Österreich beträgt das Mindestalter für eine Sterilisation laut dem Gesetzbuch sogar 25 Jahre. Der Arzt hat die Möglichkeit, einen Eingriff abzulehnen, wenn er den Eindruck hat, dass die Frau überstürzt handelt oder eigentlich nicht bereit dazu ist. In der Regel führen verantwortungsvolle Mediziner ohne Vorliegen von medizinischen Gründen keine Sterilisation vor dem 35. Lebensjahr durch.
 
Minderjährige sowie entmündigte Personen brauchen die Einwilligung ihres gesetzlichen Vertreters. In der Schweiz brauchen Betroffene zudem die Zustimmung der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde, kurz KESB.

Wie zuverlässig ist eine Sterilisation?

Die Zuverlässigkeit beziehungsweise Sicherheit einer Verhütungsmethode wird mithilfe des Pearl-Index angegeben. Der Pearl-Index wurde 1933 vom US-Amerikaner Raymond Pearl eingeführt. Sein Wert wird theoretisch errechnet und gibt an, wie viele von 100 gebärfähigen Frauen trotz einer bestimmten Verhütungsmethode innerhalb eines Jahres schwanger werden. Bei einer Sterilisation liegt der Wert zwischen 0,2 und 0,5. Das bedeutet, dass maximal fünf von 1000 Frauen schwanger werden. Im Vergleich dazu liegt der Pearl-Index der Pille zwischen 0,1 und 0,9 und der eines Kondoms sogar zwischen zwei und 12. Das zeigt, dass eine Tubenligatur eine sehr hohe Sicherheit hat.
 
Sterilisation ist eine sehr sichere Verhütungsmethode

Was sind die Vorteile und Nachteile einer Sterilisation?

Aus einer Sterilisation ergeben sich sowohl Vor- als auch Nachteile:
 
Vorteile
 

  • Sie ist mit einem Pearl-Index Wert von 0,2 bis 0,5 eine sehr sichere Methode.
  • Du brauchst an keine Verhütung mehr zu denken.
  • Eine Sterilisation hat kaum Nebenwirkungen. Sie beeinflusst weder den Hormonhaushalt noch die Libido. Nach den Operationskosten fallen keine Folgekosten mehr an. Werden die Eileiter komplett entfernt, besteht nach neuestem wissenschaftlichem Standard eine Risikoreduktion für die Entwicklung eines Eierstockkrebses, da man heute weiß, das der Ursprungsort vieler Karzinome der Eileiter ist.

Nachteile
 

  • Nach diesem Eingriff bist Du unfruchtbar und kannst keine Kinder mehr bekommen.
  • Solltest Du den Eingriff bereuen, können psychische Probleme daraus resultieren, denn ein Rückgängigmachen ist mit hohen Kosten und einer geringen Erfolgsrate von etwa 50 Prozent verbunden.
  • Die Narkose und Operation selbst bergen Risiken, wie Herz-Kreislaufprobleme oder Thrombosen.
  • Diese Verhütungsmethode schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
  • Nach einer Sterilisation besteht, je nach Methode, ein erhöhtes Risiko, eine Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft zu entwickeln.

Wie kann ich mich auf eine Sterilisation vorbereiten?

Das Wichtigste ist, dass Du Dir gut überlegst, ob Du diesen endgültigen Schritt auch wirklich machen möchtest und über alle Risiken und Nebenwirkungen sowie die Durchführung ausreichend durch Deinen Arzt aufgeklärt worden bist. Du solltest diese Entscheidung alleine für Dich treffen und Dich nicht dazu drängen lassen. Um Dich auch auf eventuelle psychische Folgen vorzubereiten, ist es ratsam, dass Du das Gespräch mit einem Therapeuten suchst. Zudem solltest Du Dich vorab nochmals über sämtliche andere Möglichkeiten der Empfängnisverhütung informieren. Bespreche Deine Entscheidung auch mit Deinem Partner, da sie auch auf die Partnerschaft Auswirkungen haben kann.
 
Entscheidest Du Dich dennoch für einen Eingriff, solltest Du in Ruhe einen Arzt Deines Vertrauens suchen, welcher die Operation vornehmen wird. Ein Vorgespräch und Voruntersuchungen gehören dabei ebenfalls zur Vorbereitung wie auch die Aufklärung über mögliche Risiken und Komplikationen. Der Arzt wird nochmals mit Dir über alternative Verhütungsmittel sprechen, um sich zu vergewissern, dass Du die Entscheidung bewusst fällst. Danach musst Du eine Einwilligungserklärung unterschreiben und die Kosten für die Sterilisation begleichen.
 
Vor dem Eingriff solltest Du etwa sechs bis zwölf Stunden nicht rauchen, nichts essen oder trinken und während dem Eingriff weder Make-up noch Nagellack tragen. Sorge dafür, dass Du vom Krankenhaus abgeholt wirst.

Wie verläuft der Eingriff bei einer Sterilisation?

In der Regel führt der Arzt die Sterilisation unter Vollnarkose ambulant oder stationär in der Praxis, in einem Operationszentrum oder im Krankenhaus durch. Vorab führt er jedoch immer ein Beratungsgespräch durch, um sicherzustellen, dass die Frau über sämtliche Alternativen, Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen aufgeklärt wurde und sich dieser auch bewusst ist. Die Operation selbst findet dann in der ersten Hälfte des Menstruationszyklus, also kurz vor dem Eisprung, statt, um eine eventuelle Schwangerschaft ausschließen zu können. Der Eingriff selbst dauert in etwa 30 Minuten.
 
Vor einer Sterilisation solltest Du Dich ganz genau beraten lassen, denn der Eingriff ist nur schwer rückgängig zu machen
 
Für eine Tubenligatur stehen dem Spezialisten verschiedene Methoden zur Verfügung, die sich über die Jahre entwickelt haben. Sie alle verfolgen jedoch das gleiche Ziel, nämlich die Vermeidung einer Befruchtung. Dazu werden die Eileiter entweder verschlossen, durchtrennt oder komplett entfernt. Folgende Operationstechniken kommen dafür infrage:
 
Sterilisation mit der Clip-Methode 
Der Verschluss der Eileiter erfolgt bei dieser Methode mechanisch durch einen Titan-Clip mit einer Silikongummi-Oberfläche, mit welchem die Tuben zusammengepresst werden. Der Vorteil ist, dass kein Gewebe verödet, also verbrannt werden muss und damit weniger Gewebe zerstört wird. Somit lässt sich eine eventuelle spätere Refertilisierung leichter durchführen. Der Nachteil ist, dass die Sterilisation mit Clips zu den nicht so sicheren Methoden zählt.
 
Kaiserschnitt und Sterilisation
In manchen Fällen erfolgt die Sterilisation während eines Kaiserschnitts. So reduzierst Du die gesundheitlichen Risiken durch das Einsparen eines weiteren Eingriffs unter Narkose. Außerdem übernehmen in diesem Fall die Krankenkassen einen Teil der Kosten oder zahlen sogar den ganzen Betrag. Dies solltest Du vorab mit Deinem Versicherungsträger abklären. Jedoch solltest Du diesen Schritt gut überlegen, da viele Frauen diese Entscheidung später bereuen, wie eine Studie zeigt. Rund 500 der 5000 im Rahmen der Studie befragten Frauen haben die Sterilisation durch eine Refertilisierung rückgängig gemacht.
 
Eine andere Möglichkeit, nach der Geburt auf lange Zeit zu Verhüten bietet die neu entwickelte Methode Gyn-CS, welche auf dem Prinzip einer Kupferspirale aufbaut. Sie verhütet je nach Modell zwischen drei und zehn Jahre. Da dies ohne Hormone passiert, kann Gyn-CS schon während des Kaiserschnitts eingesetzt werden, da sie muttermilchfreundlich ist.
 
Sterilisation per Bauchschnitt
Sollte eine Bauchspiegelung nicht möglich sein, wie in etwa bei starkem Übergewicht der Patientin oder starken Verwachsungen im Bauchraum, kommt diese Methode zum Einsatz. In der Fachsprache wird diese Art der Sterilisation auch als Laparotomie oder Minilaparotomie bezeichnet. Sie erfordert einen stationären Aufenthalt von etwa drei bis vier Tagen und muss unter Vollnarkose durchgeführt werden. Die gesundheitlichen Risiken sind bei dieser Methode überschaubar, da sie im Zuge einer vorab geplanten Bauchoperation passiert. Auch die Kosten werden im Normalfall von den Krankenkassen übernommen. 

Bei einer Sterilisation mittels Bauchschnitt öffnet der Chirurg den Bauchraum durch einen Hautschnitt, welcher aus kosmetischen Gründen meist in der Bikinizone erfolgt. Dann werden die Eileiter entweder mittels Hitze, eines Lasers oder elektrischem Strom verklebt.
 
Eine weitere Möglichkeit ist das Verschließen der Eileiter durch Clips oder die Durchtrennung und/oder Entfernung der Tuben, wobei die Enden wiederum mittels Hitze, Laser oder elektrischem Strom verschlossen werden.
 
Chemische Sterilisation der Frau
Bei dieser Methode wird die Substanz Quinacrin in die Eileiter eingebracht, wo sie Entzündungsreaktionen hervorruft, die letzten Endes zu einem Verschluss der Eileiter durch Narbenbildung führt. Diese Methode war in den 70er-Jahren vor allem in weniger entwickelten Ländern weit verbreitet, jedoch wurde die Substanz Quinacrin nie zugelassen und auch die Methode an sich steht aus ethischen Gründen stark in der Kritik.
 
Sterilisation per Gebärmutterspiegelung
Essure®-Methode: Für dieses Verfahren ist keine Vollnarkose, sondern lediglich eine Sedierung oder Lokalanästhesie notwendig, weswegen der Eingriff auch ambulant vonstattengeht. In der Fachsprache heißt die Sterilisation mittels Gebärmutterspiegelung auch hysteroskopische Sterilisation. Dabei setzt der Arzt in rund 15 bis 30 Minuten von der Scheide ausgehend kleine etwa vier Zentimeter lange und zwei Millimeter dünne Mikrospiralen aus Polyesterfasern, Nickel-Titan und Edelstahl in die Öffnungen der Eileiter ein. Diese Mikrospiralen tragen den Handelsnamen Essure®, weshalb Ärzte von der Essure®-Methode sprechen.
 
Es gibt viele unterschiedliche Methoden, wie der Arzt eine Sterilisation durchführen kann
 
Tritt der Verhütungsschutz bei den anderen Methoden sofort ein, dauert es nach einer Essure®-Sterilisation noch etwa drei Monate, bis körpereigenes Gewebe in die Spiralen einwachsen und die Eileiter damit blockieren. Danach erfolgt eine Kontrolluntersuchung, bei welcher der Arzt durch ein spezielles Röntgen eruiert, ob der Eingriff erfolgreich war. 

Obwohl die Methode mehr Geduld braucht, ist sie mit einigen Vorteilen verbunden. So bestehen kaum Risiken und es entstehen keine Narben. Daneben lässt sich der Eingriff ambulant und ohne Vollnarkose durchführen. Nichtsdestotrotz können Infektionen oder Blutungen auftauchen. Zudem kann es zu Verletzungen beim Einsetzen der Spiralen kommen. In seltenen Fällen wandern die Spiralen in andere Bereiche des Körpers, wie dem Becken oder den Bauchraum und müssen erneut gesetzt werden.
 
Ovabloc®-Verfahren
Hierbei spritzt der Frauenarzt einen kleinen, weichen Silikonpfropfen in jeden Eileiter und blockiert ihn somit. Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung und nimmt etwa 20 Minuten in Anspruch.
 
Sterilisation per Bauchspiegelung oder laparoskopische Sterilisation
Diese Methode findet am häufigsten Anwendung und in der Regel ambulant statt. Der Eingriff selbst passiert unter Vollnarkose und dauert in etwa 30 Minuten. Dabei entsteht nur eine kleine Narbe. Daneben kann der Arzt während der Bauchspiegelung Deine anderen Bauch- und Beckenorgane beurteilen. Dennoch ist auch diese Methode mit Risiken, wie Infektionen oder Verletzungen von Organen verbunden.
 
Bei einer Sterilisation per Bauchspiegelung führt der Arzt entweder eine dünne Spezialnadel oder über einen kleinen Schnitt am Bauchnabel – meist am Nabelrand – ein Führungsrohr durch die Bauchdecke ein. Dann leitet er Kohlensäuregas in den Bauchraum ein, um eine gute Sicht zu erhalten. Durch das Führungsrohr schiebt der Spezialist nun ein optisches Gerät, das sogenannte Laparoskop, mit eingebautem Licht und Kamera sowie über einen zweiten kleinen Schnitt die für die Sterilisation notwendigen Instrumente in den Bauchraum der Frau ein.
 
Mithilfe von Hitze, eines Lasers oder elektrischem Strom werden die Eileiter verklebt. Der Arzt kann diese aber auch per Clips verschließen, jedoch birgt diese Methode wenig Sicherheit. Weitere Methoden der Sterilisation sind das Abbinden der Eileiter mit Silikon-Gummibändern oder deren Durchtrennung und/oder Entfernung.

Welche Narkose ist bei einer Sterilisation notwendig?

Je nach Methode findet die Sterilisation unter lokaler Betäubung, Sedierung oder unter Vollnarkose statt.

Welche Komplikationen können bei einer Sterilisation auftreten?

So wie jede Operation birgt auch eine Sterilisation Risiken. So können Herz-Kreislaufbeschwerden, Blutungen, Infektionen, Schädigungen von Blutgefäßen, der Darmwand oder inneren Organen und eine Wundheilungsstörung auftreten. Auch das Risiko für Thrombosen ist erhöht. In seltenen Fällen verstirbt die Patientin als Folge der Narkose. Daneben kann es trotz der Unterbindung der Eileiter zu einer Bauchhöhlen- oder Eileiterschwangerschaft kommen.
 
Obwohl eine Tubenligatur zu keiner Veränderung des Hormonhaushaltes führt, können in seltenen Fällen Hormonstörungen in Verbindung mit Stimmungsschwankungen, sexueller Lustlosigkeit, Hitzewallungen und Schlafstörungen beobachtet werden. Zudem beeinflusst das Wissen um die Unfruchtbarkeit bei manchen Frauen das sexuelle Verlangen, was sich durchaus negativ auf die Partnerschaft auswirken kann.
 
Bei einer Sterilisation mit dem Essure®-Verfahren kommen zudem Wanderungen der Spiralen im Bauchraum oder allergische Reaktionen auf deren Material als mögliche Komplikationen hinzu.

Wie gestaltet sich die Nachsorge bei einer Sterilisation?

Nach der Eileiterdurchtrennung solltest Du noch für einige Stunden unter Beobachtung im Krankenhaus bleiben und Dich von einer Begleitperson nach Hause bringen lassen, da die Narkose Deine Verkehrstüchtigkeit beeinflussen kann. Am nächsten Tag solltest Du Dich unbedingt bewegen, um Deinen Kreislauf in Schwung zu bringen. Ansonsten solltest Du Dich einige Tage ausruhen. In der Regel wirst Du keine Schmerzen haben. Je nach Operationsmethode hast Du jedoch Narben und kannst anfangs noch nicht duschen.
 
Solltest Du wider Erwarten Fieber oder starke Schmerzen bekommen oder an der Wunde Rötungen feststellen, kann dies ein Anzeichen einer Entzündung sein, die dringend vom Arzt begutachtet werden sollte.
 
Nach der Sterilisation wirst Du noch für kurze Zeit im Krankenhaus behalten. Die Ausfallzeit beträgt in der Regel nur wenige Tage

Wie funktioniert der weibliche Zyklus nach der Sterilisation?

Auch nach einer Eileiterdurchtrennung hast Du weiterhin einen Eisprung, jedoch wird die Eizelle jetzt von der Schleimhaut des Eileiters aufgelöst. Die Eierstöcke produzieren weiterhin Hormone, weshalb Dein Zyklus aufrechterhalten bleibt, was bedeutet, dass Du Deine Periode trotz der Sterilisation bekommst. Nur in sehr seltenen Fällen kommt es zu einer Hormonproduktionsstörung, die zu Schmierblutungen vor und nach der Regelblutung führen kann.

Ab wann bin ich nach einer Sterilisation nicht mehr fruchtbar?

Du bist sofort nach dem Eingriff nicht mehr fruchtbar, das heißt, Du brauchst kein Verhütungsmittel mehr. Allerdings solltest Du, um ganz sicherzugehen, bis ca. drei Wochen nach dem Eingriff zusätzlich mit einer sicheren Methode wie dem Kondom verhüten. Einzige Ausnahme bildet die Sterilisation nach der Essure®-Methode, bei der die Wirkung erst nach cirka drei Monaten einsetzt.

Welche Folgen kann eine Sterilisation für Frauen haben?

Eine Sterilisation kann unterschiedliche Folgen für Frauen haben. Zwar hat der Eingriff keine Folgen für den Hormonhaushalt, dennoch kommt es bei sehr wenigen Frauen zu Hormonstörungen. Diese sind meist mit unregelmäßigen Menstruationsblutungen, Krämpfen und/oder stärkeren Blutungen sowie psychischen Verstimmungen verbunden. Auch kann das Wissen um die eigene Unfruchtbarkeit zu psychischen Problemen führen. Dies passiert vor allem dann, wenn die Entscheidung zu einer Sterilisation überstürzt getroffen wurde, ein möglicher versteckter Kinderwunsch vorhanden ist, es Meinungsverschiedenheiten in der Partnerschaft darüber gegeben hat, bei jungen Frauen oder bei ideologischen Beweggründen. Diese zeigen sich durch eine verminderte Libido und damit verbundenen Schwierigkeiten in der Partnerschaft. Andere Frauen wiederum fühlen sich befreit und genießen ihr Sexualleben.
 
In der Regel treten nach einer Sterilisation keine Schmerzen auf, doch bleiben bei manchen Operationsmethoden Narben im Bauch- oder Bikinizone-Bereich, die immer wieder an die Unterbindung erinnern. Sollten die Eierstöcke im Zuge der Operation verletzt worden sein, sind unerwünschten Nebenwirkungen, wie ein vorzeitiger Beginn der Wechseljahre oder eine Gewichtszunahme sowie Blutungen möglich.

Wann kann ich nach einer Sterilisation wieder Sex haben?

Ärzte empfehlen nach der Operation eine Schonzeit von etwa sieben Tagen, jedoch solltest Du diese Entscheidung von Deinem Befinden abhängig machen.

Kann sich eine Sterilisation negativ auf meine Libido auswirken?

Deine Libido wird in der Regel von einer Sterilisation nicht beeinflusst, da die Eierstöcke weiterhin Hormone produzieren. In manchen Fällen berichten die Frauen sogar über eine gesteigerte Lust auf Sex, da sie keine Angst vor Schwangerschaften mehr haben müssen.
 
Nach etwa einer Woche kannst Du wieder Geschlechtsverkehr haben, allerdings solltest Du in den ersten drei Wochen am besten noch mit einem Kondom verhüten

Wie ist eine Schwangerschaft trotz Sterilisation möglich?

In manchen Fällen ändern sich die Lebensbedingungen und der Kinderwunsch kehrt erneut zurück. Für eine Schwangerschaft trotz Sterilisation gibt es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten:
 
Schwangerschaft durch eine IVF-Behandlung
Bei einer In-vitro-Behandlung findet die Befruchtung der Eizelle im Labor statt. Diese wird erst danach in die Gebärmutter der Frau eingesetzt.
 
Refertilisierung
Bei einer Refertilisierung erfolgt die Aufhebung der Sterilisation, indem der Arzt die Eileiter wieder durchgängig macht.
 
Beide Methoden sind sehr aufwendig und teuer, zudem liegen die Erfolgschancen bei lediglich 50 Prozent.
 
In extrem seltenen Fällen kommt es auf natürlichem Wege zu einer Schwangerschaft. Dies liegt daran, dass bei der Sterilisation die Eileiter nicht vollständig verschlossen wurden oder sich ein neuer Kanal gebildet hat, was zu einer Wiederherstellung der Fruchtbarkeit führt.

Lässt sich eine Sterilisation rückgängig machen?

Theoretisch lässt sich die Fruchtbarkeit der Frau im Zuge einer Refertilisierung rückgängig machen. Dazu ist jedoch ein relativ kompliziertes mikrochirurgisches Verfahren notwendig, mit welchem der Verschluss der Eileiter aufgehoben wird. Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft ist aber eher gering und hängt vom Alter der Frau und dem Zeitpunkt der Sterilisation ab. Je länger diese zurückliegt, desto schwieriger ist eine erneute Schwangerschaft.

Was ist der Unterschied zwischen einer Sterilisation und einer Kastration?

Der Unterschied liegt darin, dass bei einer Sterilisation lediglich die Transportwege der Eizelle zur Gebärmutter, also die Tuben oder Eileiter, durchbrochen, bei einer Kastration dagegen die gesamten Keimdrüsen, also die Eierstöcke, entfernt werden. Dadurch kommt es zu weitreichenden Folgen im Hormonhaushalt.

Welche anderen Verhütungsmethoden gibt es für die Frau?

Für die Verhütung einer Schwangerschaft stehen Frauen hormonelle wie auch nicht-hormonelle Methoden zur Verfügung. Unter die hormonellen Verhütungsmittel fallen die Pille, die Dreimonatsspritze, die Hormonspirale, das Verhütungsstäbchen oder -pflaster sowie der Scheidenring. Als nicht-hormonelle Verhütungsmethode können Frauen ein Diaphragma, eine Kupferkette oder -spirale einsetzen lassen oder ein Frauenkondom verwenden. Daneben gibt es noch natürliche Verhütungsmethoden wie die Temperaturmessung, den Verhütungscomputer oder das Führen eines Zykluskalenders und die Beobachtung der Konsistenz des Gebärmutterhalsschleims. Diese Methoden setzen jedoch eine gewisse Genauigkeit, einen regelmäßigen Zyklus und Geduld voraus.
 
Eine Sterilisation sollte sehr gut überlegt sein. Alternativ stehen Dir noch viele andere Verhütungsmethoden zur Verfügung

Senkt eine Sterilisation das Risiko für Eierstockkrebs?

Laut medizinischen Fachleuten senkt eine Entfernung der Eileiter das Risiko für Eierstockkrebs, da nach neuesten Erkenntnissen ein großer Teil der Eierstockkrebse aus dem Eileiter entsteht.

Wie hoch sind die Kosten einer Sterilisation?

Je nach Methode variieren die Kosten für eine Sterilisation inklusive der Narkose zwischen 600 und 2.000 Euro. Die Kosten einer Refertilisierung dagegen belaufen sich auf 2.000 bis 4.500 Euro.

Wann übernehmen die Krankenkassen die Kosten für eine Sterilisation?

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Sterilisation nur dann, wenn eine Schwangerschaft aus medizinischen oder psychischen Gründen nicht tragbar wäre. Ein weiterer Grund wäre eine Unverträglichkeit gegenüber anderen Verhütungsmethoden, wie der Pille oder der Spirale. Auch die private Krankenversicherung übernimmt die Kosten nur noch aus medizinischen Gründen. Solltest Du eine Sterilisation im Zuge eines Kaiserschnitts durchführen wollen, könnten die Versicherungsträger die Kosten oder einen Teil davon übernehmen. Du solltest dies vorab mit Deiner Krankenkasse abklären.


Dauer Dauer

15-30

Ausfallzeit Ausfallzeit

Bis zu vier Tage

Stationärer Aufenthalt Stationär

1-2 Tage

Das Wichtigste zusammengefasst

Unter einer Sterilisation oder Tubenligatur verstehen Mediziner einen chirurgischen Eingriff, durch welchen Frauen unfruchtbar gemacht werden


Für eine Sterilisation stehen Spezialisten mehrere Operationstechniken zur Verfügung, mit welchen die Eileiter undurchlässig gemacht oder komplett verschlossen werden


Ein Rückgängigmachen einer Sterilisation ist zwar technisch mithilfe eines relativ komplizierten mikrochirurgischen Verfahren möglich, jedoch sind der Aufwand und die Kosten sehr hoch, die Erfolgschancen dagegen eher niedrig


Eine Sterilisation sollte gut überlegt sein und eignet sich hauptsächlich für Frauen, die ihre Familienplanung schon abgeschlossen haben oder bei denen eine Schwangerschaft aus gesundheitlichen oder psychischen Gründen nicht möglich ist

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