Eierstockentzündung (Adnexitis)

Unter einer Adnexitis versteht man eine bakterielle Eierstockentzündung, ausgelöst durch Erreger, die von außen in die Eierstöcke gelangen. Die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung hängt insbesondere von sexueller Aktivität und persönlicher Hygiene ab, betroffen sind meist Frauen zwischen 16 und 45 Jahren. Eine Adnexitis zeigt sich durch Schmerzen, Übelkeit, Fieber oder ein generelles Krankheitsgefühl und sollte auf jeden Fall von einem Arzt diagnostiziert und behandelt werden. Die Behandlung einer Eierstockentzündung erfolgt meistens mit Antibiotika und wird bei frühzeitiger Erkennung und Behandlung in der Regel nicht von Komplikationen begleitet. Bei Symptomen solltest Du daher rasch einen Arzt aufsuchen, denn eine Adnexitis ist eine ernst zu nehmende gynäkologische Erkrankung, die zu drastischen Folgen führen kann, wenn Du sie nicht zeitgerecht diagnostizieren und behandeln lässt. Welche Symptome auf eine Eierstockentzündung hindeuten, wie Du ihr verbeugen kannst und wie sie sich behandeln lässt, erfährst Du hier!


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Zuletzt aktualisiert: 20. Juli, 2020



Was versteht die Medizin unter einer Adnexitis?

In der Medizin werden die Eierstöcke und Eileiter als „Adnex“ bezeichnet, wovon sich der Fachausdruck „Adnexitis“ ableitet, der eine Entzündung dieser inneren Geschlechtsteile ausdrückt. Eine Adnexitis ist eine bakterielle Infektion der Eierstöcke. Dabei gelangen Erreger von außen durch die Scheide in den Eierstock und entzünden diesen. Häufig sind aber nicht nur die Eierstöcke selbst infiziert, sondern zusätzlich auch die Eileiter, also die Kanäle, die zu den Eierstöcken führen. Betroffen sind beinahe ausschließlich Frauen zwischen 16 und 39 Jahren, vor der ersten Periode oder nach den Wechseljahren kommt eine Adnexitis selten vor.
 
Gelangen erreger von Außen in die Scheide, kann eine Eierstockentzündung die Folge sein

Welche Formen der Adnexitis gibt es?

Es gibt verschiedene Formen der Adnexitis. Die Eierstöcke der Frau sind paarig angelegt, kommen also beidseitig vor. Eine Entzündung kann entweder auf beiden, oder nur auf einer Seite auftreten. Es kann sein, dass die Adnexitis sowohl die Eierstöcke, als auch die Eileiter betrifft, oder aber nur jeweils eines dieser Geschlechtsorgane. Eine weitere Form der Adnexitis kann direkt nach der Geburt auftreten, denn dann ist der Muttermund geöffnet und der klaffende Gebärmutterhals bietet in Kombination mit dem Wochenfluss einen gefährlichen Nährboden für Bakterien. Wenn dadurch eine Eierstockentzündung ausgelöst wird, spricht man von Kindbettfieber.

Was sind die Symptome einer Eierstockentzündung?

Eine akute Eierstockentzündung macht sich insbesondere durch ein- oder beidseitige Bauchschmerzen bemerkbar, wobei diese unterschiedlich stark sein können. Manche Frauen empfinden nur leichte Schmerzen, andere klagen wiederum über starke Schmerzen oder sogar Krämpfe, die sich bis in den Unterleib ausdehnen.
 
Neben Schmerzen können auch Fieber, Übelkeit und Erbrechen, Zwischenblutungen außerhalb der Monatsregel, Krämpfe, übel riechender Ausfluss oder ein allgemeines Krankheitsgefühl auftreten. Auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr können einer Adnexitis zugrunde liegen. Die Symptome können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und müssen nicht bei allen Frauen auftreten, manche Patientinnen erleben einen schwereren Krankheitsverlauf als andere.

Welche Ursachen hat eine Eierstockentzündung?

Eine Eierstockentzündung kann durch verschiedene Erreger ausgelöst werden, die in die Eierstöcke und Eileiter eindringen. Oftmals handelt es sich dabei um Bakterien, wie beispielsweise Chlamydien oder Gonokokken. Die Bakterien können über unterschiedliche Wege in die Eierstöcke gelangen. Es kann vorkommen, dass die Erreger von außen über die Scheide die inneren Geschlechtsorgane erreichen. Das kann nach frauenärztlichen Eingriffen oder beim Geschlechtsverkehr passieren. In diesem Fall spricht man von einer aufsteigenden (aszendierenden) Infektion.
 
Eine weitere Möglichkeit ist, dass die Entzündung von einem Nachbarorgan auf die weiblichen Geschlechtsorgane übergreift, zum Beispiel nach einer Blinddarmentzündung. Dies wird als absteigende (deszendierende) Infektion bezeichnet. Ebenso ist es möglich, dass sich die Erreger über das Blut im Körper verteilen und so zu den Eierstöcken gelangen, wo sie in weiterer Folge eine Adnexitis auslösen. Dabei handelt es sich um eine sogenannte hämatogene Infektion.
 
Eine Eierstockentzündung kann ebenfalls durch ungeschützen Geschlechtsverkehr mit unterschiedlichen Sexualpartnern hervorgerufen werden

Wie kann ich mich mit einer Adnexitis infizieren?

Mit einer Adnexitis kannst Du Dich infizieren, wenn Bakterien in Deine Eierstöcke gelangen. Das kann beispielsweise beim Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Sexualpartnern vorkommen, aber auch gynäkologische Eingriffe, wie etwa das Einsetzen einer Spirale, können eine Adnexitis auslösen. Die Infektion durch Viren ist zwar prinzipiell auch möglich, aber unwahrscheinlich.

Welche Risikofaktoren begünstigen eine Eierstockentzündung?

Es gibt gewisse Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit, an einer Adnexitis zu erkranken, erhöhen. Dazu gehört beispielsweise ungeschützter Sex mit häufig wechselnden Partnern, denn beim Geschlechtsverkehr können Bakterien über die Scheide in die Eierstöcke gelangen und in weiterer Folge eine Infektion auslösen. Auch eine geschwächte Immunabwehr oder Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes mellitus steigern das Infektionsrisiko. Des Weiteren gehören Frauen direkt nach der Geburt zur Risikogruppe, denn durch die Geburt ist der Muttermund geöffnet und Bakterien können leichter eindringen. Auch eine beeinträchtigte Vaginalflora kann eine Eierstockentzündung begünstigen, weshalb die sorgsame Pflege Deines Intimbereichs sehr wichtig ist.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Es empfiehlt sich, bereits beim Verdacht einer Adnexitis einen Frauenarzt aufzusuchen. Insbesondere dann, wenn Du an starken Schmerzen leidest, die gleichzeitig mit Übelkeit auftreten oder Du Fieber hast, dann solltest Du rasch einen Termin bei Deinem Arzt vereinbaren, um eine Verschlimmerung des Krankheitsverlaufs zu vermeiden. Eine Untersuchung durch Deinen Arzt ist in diesem Fall wichtig, um eine etwaige Adnexitis festzustellen und in weiterer Folge zügig zu behandeln.

Wie diagnostiziert der Arzt eine Adnexitis?

Um eine Adnexitis diagnostizieren zu können, tastet Dein Arzt zunächst Deinen Bauch ab und führt eine gynäkologische Untersuchung durch. Dabei drückt Dein Frauenarzt mit dem Finger gegen den Muttermund, um festzustellen, ob Du dabei den für eine Adnexitis typischen Schmerz verspürst. Weitere diagnostische Schritte sind Abstriche aus Scheide und Gebärmutterhals, sowie eine Ultraschalluntersuchung, bei der Dein Arzt Verwachsungen und Abszesse erkennen kann und eine Blutabnahme, die Aufschluss über die Entzündungswerte in Deinem Blut erteilt. Sollte eine eindeutige Diagnose mit diesen Methoden nicht möglich sein, ist meist eine operative Bauchspiegelung nötig.
 
In den meisten Fällen lässt sich die Eierstockentzündung mithilfe von Medikamenten vollständig behandeln

Wie wird eine Eierstockentzündung konservativ behandelt?

Ärzte behandeln Eierstockentzündungen in der Regel mithilfe von einer dreier Antibiotika-Kombination, zusammen mit entzündungshemmenden und schmerzlindernden Medikamenten. In der Phase der akuten Infektion kannst Du zudem Eisbeutel auf Deinen Unterbauch auflegen, um die schmerzhaften Symptome zu lindern. Solltest Du eine Spirale haben, sollte Dein Arzt diese im Rahmen der Therapie entfernen.
 
Wichtig für eine schnelle Genesung sind zudem Bettruhe und sexuelle Enthaltsamkeit. Wenn die akute Phase der Infektion abgeklungen ist, kann eine Wärmetherapie, zum Beispiel mithilfe von Sitzbädern, Wärmflaschen oder Kurzwellenwärmetherapien, hilfreich sein. Wenn Du einen Partner hast, sollte sich dieser ebenfalls behandeln lassen, um eine erneute Ansteckung mit der Infektion zu vermeiden.

Wie verläuft eine Operation bei einer Adnexitis?

Wenn die Behandlung durch Deinen Arzt keine Heilung oder Besserung der Beschwerden mit sich bringt, kann es sein, dass ein operativer Eingriff durch einen Spezialisten notwendig ist. Insbesondere dann, wenn Komplikationen auftreten oder starke Verwachsungen im Bereich der Eierstöcke vorliegen. Bei einem operativen Eingriff entfernt Dein Arzt Abszesse und Verklebungen, die sich aufgrund der Adnexitis in den inneren Geschlechtsorganen gebildet haben. Dadurch kann die Durchgängigkeit der Eileiter wiederhergestellt werden.

Wie ist die Prognose bei einer Eierstockentzündung?

Wenn Dein Arzt eine Adnexitis frühzeitig erkennt und behandelt, heilt die Entzündung normalerweise innerhalb von ein bis zwei Wochen aus und es gibt keine weiteren Folgen. Meistens reichen zur Heilung konservative Maßnahmen wie Medikamente und eine physikalische Therapie und ein operativer Eingriff ist nicht notwendig. Aus diesem Grund sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Frauenarzt wichtig und vor allem bei Beschwerden solltest Du Dich zeitnah an Deinen Arzt wenden, um eine etwaige Eierstockentzündung frühzeitig diagnostizieren lassen zu können.

Welche Komplikationen können bei einer Adnexitis auftreten?

Sofern Dein Arzt eine Adnexitis rasch diagnostiziert und behandelt, können akute Komplikationen und der Übergang in ein chronisches Stadium in der Regel verhindert werden. Wenn eine Eierstockentzündung allerdings über einen längeren Zeitraum unentdeckt oder unbehandelt bleibt, können Komplikationen auftreten. Beispielsweise kann es zu Eiteransammlungen in den Eileitern kommen, die sich negativ auf den Krankheitsverlauf auswirken und die Symptome verschlimmern.
 
Es kann zudem vorkommen, dass die Entzündung auf benachbarte Organe übergreift, zu einer Blutvergiftung führt und im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohliche Ausmaße annimmt.
 
Eine Eierstockentzündung sollte so schnell wie möglich behandlet werden, denn im schlimmsten Fall kann es unter anderem zu einer Blutvergiftung kommen
 
Ebenso kann eine unbehandelte Adnexitis zu Verwachsungen in den Eileitern und Eierstöcken führen, die in Schmerzen, einer Eileiterschwangerschaft oder sogar in dauerhafter Unfruchtbarkeit resultieren können. Diese Verwachsungen kann der Gynäkologe allerdings meistens durch einen operativen Eingriff entfernen und damit unschädlich machen.

Welche Hausmittel helfen bei einer Adnexitis?

Wenn Dein Frauenarzt eine Adnexitis diagnostiziert, erfolgt die Behandlung oftmals mit einer genau abgestimmten Dosis Antibiotika. Diese Medikation lässt sich mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln unterstützen, die Du ebenso von Deinem Arzt verschrieben bekommst.
 
Um die Heilung zu unterstützen, kannst Du zusätzlich zu Hausmitteln, wie Kamillen- oder Schafgarben-Tee, greifen. Des Weiteren kannst Du Deinen Unterbauch in der Phase der akuten Infektion mit Eisbeuteln kühlen, um Deine Symptome zu lindern. Nachdem die Infektion abgeklungen ist, kann eine Wärmetherapie die Schmerzen lindern.

Kann ich einer Eierstockentzündung vorbeugen?

Du kannst einer Eierstockentzündung vorbeugen, indem Du beim Geschlechtsverkehr konsequent Kondome verwendest, insbesondere beim Sex mit einem neuen Partner. Ebenso kannst Du durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen bei Deinem Frauenarzt das Infektionsrisiko mindern.
 
Auch die Vaginalhygiene und das Aufrechterhalten einer gesunden Scheidenflora ist wichtig, um die Ansteckungsgefahr zu mindern, denn eindringende Keime werden normalerweise durch das saure Scheidenmilieu unschädlich gemacht. Wenn die Vaginalflora gestört ist, ist dieser Schutzmechanismus nicht voll funktionsfähig und das Risiko für eine Adnexitis steigt. Bei der Intimpflege gilt allerdings: Zu viel ist ebenso schlecht wie zu wenig! Auch durch zu intensive Hygiene, beispielsweise durch zu häufiges Waschen, das Benutzen von aggressiven Seifen oder die übermäßige Verwendung von Vaginalspülungen, kannst Du den pH-Wert Deines Intimbereichs beeinträchtigen und damit das Risiko einer Infektion erhöhen. Am besten verwendest Du zur Intimpflege klares Wasser oder sanfte Waschlotionen, um eine ausgewogene Scheidenflora zu begünstigen.

Was ist unter Pelvic inflammatory disease (PID) zu verstehen?

Eine Adnexitis ist eine Entzündung der Eierstöcke und Eileiter, die zu den inneren Geschlechtsorganen der Frau gehören. Damit zählt diese Erkrankung zu den Entzündungen des Beckens, die in der medizinischen Fachsprache als PID (Pelvic inflammatory disease) bezeichnet werden. Dieser Begriff drückt aus, dass eine Eierstockentzündung oft nicht isoliert auftritt, sondern häufig Begleitentzündungen im Becken mit sich bringt und dadurch eine komplexe Entzündung entsteht.
 
Eine Eierstockentzündung ist sehr schmerzhaft

Wie viel kostet die Behandlung einer Eierstockentzündung?

Die Kosten für die Behandlung einer Eierstockentzündung variieren je nach Untersuchungsaufwand, also je nachdem, welche diagnostischen Schritte für Deinen Arzt notwendig sind, um eine Adnexitis feststellen zu können. Grundsätzlich kannst Du allerdings davon ausgehen, dass Deine Krankenkasse die Kosten für die Behandlung übernimmt.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Eierstockentzündung?

In den meisten Ländern übernehmen die Krankenkassen die Behandlung einer Adnexitis durch einen Gynäkologen. Das gilt ebenfalls für die Medikamente. Allerdings kann es sein, dass die Rezeptgebühr von Dir zu entrichten ist.

 


Dauer Dauer

Bis zu 3 Wochen

Ausfallzeit Ausfallzeit

Bis zu 3 Wochen

Stationärer Aufenthalt Stationär

Je nach Stadium

Das Wichtigste zusammengefasst

Unter einer Adnexitis versteht man eine bakterielle Eierstockentzündung, ausgelöst durch Erreger, die von außen in die Eierstöcke gelangen. Betroffen sind meist junge, sexuell aktive Frauen


Die Ansteckung erfolgt über Erreger, die in die Eierstöcke eindringen und eine Entzündung verursachen. Das Ansteckungsrisiko kann durch sorgsame Hygiene, das Verwenden von Kondomen beim Geschlechtsverkehr und regelmäßige Kontrollbesuche beim Frauenarzt vermindert werden


Wenn eine Adnexitis rasch durch einen Arzt diagnostiziert und behandelt wird, sind die Heilungschancen sehr gut und es kommt in der Regel nicht zu Komplikationen. Wenn sie allerdings über einen längeren Zeitraum unbehandelt bleibt, kann es zu einer drastischen Verschlimmerung des Krankheitsverlaufes und unangenehmen Folgen kommen


Die Behandlung einer Adnexitis erfolgt meist mit einer Antibiotika-Kombination, zusammen mit entzündungshemmenden und schmerzlindernden Medikamenten. Die Kosten dafür werden in der Regel von den österreichischen Pflichtversicherungen übernommen

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