Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)

Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) handelt es sich um eine Entzündung der Nasennebenhöhlenschleimhaut, die wenige Tage bis zu mehreren Wochen andauern kann. Es wird zwischen der akuten und der chronischen Form unterschieden, wobei die akute Sinusitis durch Viren, Bakterien oder Pilze ausgelöst wird. Die chronische Sinusitis weist zusätzlich meist anatomische Besonderheiten, Allergien oder Wucherungen der Schleimhaut (Polypen) auf. Die Symptome beinhalten mitunter starke Schmerzen im Gesichtsfeld bzw., Kopfschmerzen. Je nach Ausprägung und Dauer der Infektion kommen unterschiedliche Behandlungsmethoden zum Einsatz.


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Zuletzt aktualisiert: 11. März, 2020



Was versteht die Medizin unter einer Nasennebenhöhlenentzündung?

Die Medizin versteht unter einer Sinusitis eine Entzündungsreaktion der Nasennebenhöhlenschleimhaut. Hervorgerufen wird diese Entzündung meist durch Viren oder Bakterien, selten durch Pilze. Eine Sinusitis ist oft Folge eines vorausgegangenen Schnupfens (Rhinitis). Besteht die Krankheit bis zu 12 Wochen lang, sprechen Mediziner von einer akuten Form, ab einer Dauer von 12 Wochen handelt es sich um einen chronischen Verlauf.

Die Medizin versteht unter einer Sinusitis eine Entzündungsreaktion der Nasennebenhöhlenschleimhaut

Wie sehen die Symptome einer Nasennebenhöhlenentzündung aus?

Der Mensch hat verschiedene Bereiche der Nasennebenhöhlen: die Kieferhöhle, die Stirnhöhle, die Keilbeinhöhle und die Siebbeinzellen. Je nachdem, welche Region betroffen ist, leiden Patienten unter verschiedenen Symptomen:

 

  • Bei einer Stirnhöhlenentzündung konzentriert sich der Schmerz auf Stirn und Augen. Vor allem im vorderen Bereich des Kopfes und beim Bücken verstärken sich die Symptome.
  • Bei einer Kieferhöhlenentzündung schmerzt der Oberkiefer und Wangenbereich. Weiters können Zahnschmerzen auftauchen, da die Zahnwurzeln direkt unter der Schleimhaut der Kieferhöhle liegen und sich deren Nerven in Form eines Geflechts am Boden der Kieferhöhle ausbreiten. Ist die Schleimhaut hier angeschwollen, drückt sie auf die Nervenäste und führt so zu Zahnschmerzen.
  • Entzündungen der Keilbeinhöhlen und der Siebbeinzellen kommen seltener vor, da sie eher weiter hinten liegende Nebenhöhlen sind. Sie lösen Schmerzen an den Schläfen und am Hinterhaupt aus.

 

Sofern alle Nebenhöhlen auf einmal betroffen sind, nennen Mediziner das eine Pansinusitis. Weitere Symptome, die auftreten können, sind Fieber, eine verstopfte Nase, eine Ansammlung von Sekret und Schleim im Nasen-Rachen-Raum, ein vermindertes Geruchsempfinden und Abgeschlagenheit.

Wie ist der Verlauf einer Nasennebenhöhlenentzündung?

Eine akute Sinusitis fängt in der Regel mit einem Schnupfen (Rhinitis) an. Deine Nase läuft dann, brennt und juckt unter Umständen auch und Du musst häufig niesen. Im weiteren Verlauf der Krankheit kommt es zu einer vermehrten Verstopfung Deiner Nase, da die Nasenschleimhaut immer weiter anschwillt. Dabei können meist zähe, gelblich-grüne und seltener weißliche, dünnflüssige Nasenausscheidungen auftreten. Du verspürst stechende, pulsierende, bohrende oder drückende Kopfschmerzen und ein Druckgefühl im Gesicht. Beim Bücken, Niesen, Husten oder bei leichtem Druck auf die betroffenen Stellen verschlimmern sich die Schmerzen. In der Regel heilt die akute Nasennebenhöhlenentzündung innerhalb von 8-14 Tagen aus und ist gut behandelbar.

 

Der Verlauf einer chronischen Sinusitis verläuft meist anders. Neben eher dünnflüssigem Sekret, das aus der Nase läuft, merkst Du die chronische Nebenhöhlenentzündung an einer verstopften Nase und Problemen mit der Nasenatmung. Du fühlst dich schlapp und müde, empfindest eventuell Schmerzen und leidest unter einer verminderten Leistungsfähigkeit und Riechstörungen.

Welche Formen der Sinusitis gibt es?

Mediziner unterscheiden zwischen einer akuten und chronischen Sinusitis.

 

Akute Sinusitis

 

Die akute Form der Sinusitis tritt in Folge einer Erkältung oder eines Schnupfens auf. Der Schleim und das Sekret, die in den Nasennebenhöhlen gebildet werden, können aufgrund einer Schwellung der Schleimhäute nicht mehr abfließen, wobei es zu einem Sekretstau und in Folge dessen zu einer Entzündung kommt. In 90 Prozent der Fälle wird die Sinusitis von Viren, in fünf bis zehn Prozent von Bakterien verursacht. Zu den auslösenden Viren gehören meist Rhino- oder Influenza-Viren, zu den bakteriellen Auslösern zählen Streptokokken, Haemophilus influenzae B, Chlamydien und Mykoplasmen.

Die akute Form der Sinusitis tritt in Folge einer Erkältung oder eines Schnupfens auf

Chronische Sinusitis

 

Sollte die Nebenhöhlenentzündung länger als 12 Wochen andauert oder öfter als viermal im Jahr auftreten, spricht der Arzt von einer chronischen Form. Die Symptome sind schwächer ausgeprägt, wobei es aber zu schmerzhaften Schüben kommen kann.

Wodurch wird eine Entzündung der Nasennebenhöhlen ausgelöst?

Unsere Nasenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume um die Nase herum, die über enge Öffnungen mit der Nase verbunden und mit einer dünnen Schleimhaut überzogen sind. Diese Schleimhaut ist von vielen winzigen Flimmerhärchen bedeckt und produziert ein schleimiges Sekret, mit dessen Hilfe sie Fremdkörper, wie Staub- und Schmutzpartikel sowie Krankheitserreger aus der Nase bis in den Magen transportiert. Dort werden sie von der Magensäure unschädlich gemacht. Wird dieser Abtransport durch ein Anschwellen der Schleimhaut oder einer Verstopfung der Nasen gestört, kann es auf der Nebenhöhlenschleimhaut zu einer Ansiedlung von Viren oder Bakterien kommen, die eine Entzündungsreaktion hervorrufen.

Was sind die Ursachen für eine Nasennebenhöhlenentzündung?

Die akute Nasennebenhöhlenentzündung wird meist von Viren, Bakterien oder seltener Pilzen ausgelöst. Bei der chronischen Form der Sinusitis können die Ursachen jedoch unterschiedlich sein. Entweder sie taucht als Folge einer nicht ausgeheilten akuten Nebenhöhlenentzündung oder aufgrund von Allergien, Zahnentzündungen, Medikamentenunverträglichkeiten, Asthma oder anatomischen Engstellen der Nasenscheidewand bzw. Wucherungen der Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen (Polypen) auf. Das Nasenhöhlenvolumen wird dabei verringern, wobei das Nasensekret nicht mehr so gut ablaufen kann.

 

Zu den einzelnen Ursachen:

 

  • Zahnentzündung (dentogene Sinusitis): Treten Entzündungen im Kieferbereich auf, wie in etwa Zahnwurzelspitzenentzündungen, können Krankheitserreger vom Oberkiefer aus in die benachbarte Kieferhöhle gelangen und dort zu Entzündungen führen. In diesem Fall muss ein Zahnarzt die entzündete Zahnwurzelspitze entfernen (Wurzelspitzenresektion).
  • Allergien: Bei Allergikern sind die Nasenschleimhäute dauerhaft angeschwollen und entzündet, wodurch das Nasensekret nicht richtig abfließen kann und die Nase nicht richtig belüftet wird. Viren und Bakterien finden damit einen idealen Lebensraum und begünstigen die Entstehung von Entzündungen.
  • Anatomische Besonderheiten: Angeborene oder erworbene Engstellen der Naseneingänge, wie in etwa eine krumme Nasenscheidewand, verengte Nasenhöhlengänge oder Nasenpolypen (Wucherungen der Schleimhaut) können ebenfalls Nasennebenhöhlenentzündungen begünstigen.

 

Weitere Ursachen können eine angeborene oder erworbene Immunschwäche, gut- und bösartige Tumore oder Erbkrankheiten wie Mukoviszidose (Atemwegsdrüsen bilden zähen Schleim, der auch die Nasennebenhöhlen verschließen kann) sein.

Die akute Nasennebenhöhlenentzündung wird meist von Viren, Bakterien oder seltener Pilzen ausgelöst

Ist eine Nasennebenhöhlenentzündung ansteckend?

Eine Nasennebenhöhlenentzündung ist nur ansteckend, wenn sie von Viren oder Bakterien ausgelöst wird. Erreger können sich leicht über eine Tröpfcheninfektion verbreiten, wie beispielsweise beim Sprechen, Atmen, Niesen oder Husten. Indirekt können sich Viren über eine Schmierinfektion verbreiten (zB.: Benutzen von gemeinsamem Besteck oder Anfassen von Gegenständen auf denen Erreger sind). Deshalb solltest Du, so lange Deine Beschwerden andauern, einen engen Kontakt zu Deinen Mitmenschen meiden, um so die Ansteckungsgefahr zu mindern.

Wie lässt sich eine Nasennebenhöhlenentzündung diagnostizieren?

Der Arzt kann eine akute Nasennebenhöhlenentzündung aufgrund einer Anamnese und Untersuchungen diagnostizieren. Dabei schaut er mit einem Nasenendoskop in die Nase hinein (Nasenspiegelung oder Rhinoskopie), um zu sehen, ob die Nasenhaupthöhle Eiter enthält bzw. ob die Nasenschleimhaut gerötet und geschwollen ist und somit eine Entzündung vorliegt. Weiters sieht er anatomische Veränderungen in deiner Nase. Diese Untersuchung ist im Normalfall nicht schmerzhaft, kann aber unangenehm sein.

 

Anschließend klopft der Arzt die betroffenen Stellen ab, wobei sich üblicherweise die Schmerzen in diesen Bereichen verstärken. Um abzuklären, welcher Erreger für die Entzündung verantwortlich ist, kann der Arzt einen Abstrich des Nasensekrets machen. Im Falle eines bakteriellen Infekts verschreibt er Dir das passende Antibiotikum. Bei Verdacht einer chronischen Sinusitis greift der Arzt auf bildgebende Verfahren wie Röntgen, Computertomografie oder Ultraschalldiagnostik zurück. Daneben können noch ein Allergietest gemacht und bei Verdacht auf eine Tumorerkrankung Gewebeproben, auch Biopsie genannt, entnommen werden.

Wer ist am häufigsten davon betroffen?

Bei Kindern tritt eine Nebenhöhlenentzündung meist erst im Kleinkindalter auf, da die Nebenhöhlen noch nicht voll ausgebildet sind. Am häufigsten sind dabei die Siebbeinzellen betroffen. Da die kindliche Nasenhöhle direkt mit dem Ohr verbunden ist, kann sich zudem eine akute Mittelohrentzündung entwickeln. Kinder erkranken etwa doppelt so oft an einer Sinusitis wie Erwachsene. Bei Erwachsenen sind am ehesten die Kieferhöhlen entzündet.

Wenn eine lang anhaltende Sinusitis nicht richtig behandelt wird, kann sich die Entzündung in andere umliegende Regionen wie in etwa die Augen

Welche Folgen hat eine Nasennebenhöhlenentzündung?

Wenn eine lang anhaltende Sinusitis nicht richtig behandelt wird, kann sich die Entzündung in andere umliegende Regionen wie in etwa die Augen, die Hirnhaut (Meningitis) oder das ganze Gehirn (Enzephalitis) ausbreiten. Als Warnsignale für eine Entzündung des Gehirns gelten starke Kopfschmerzen und übermäßige Müdigkeit. Bei Anzeichen dieser Symptome solltest Du sofort in eine Klinik fahren, da die Gefahr einer Hirnschwellung oder dauerhaften Krampfanfällen besteht. Die Entzündung kann auch auf die knöcherne Nebenhöhlenwand übergreifen und eine Knochenhautentzündung hervorrufen.

Wie lässt sich eine Nasennebenhöhlenentzündung behandeln?

Eine Nasennebenhöhlenentzündung kannst Du auf drei verschiedene Arten therapieren:

 

  • Nicht-medikamentös: in etwa mit Salzlösungen, Inhalationen (zB. mit Kamillendampf) oder Infrarotlichtbehandlungen, feuchte Wäsche auf der Heizung. Dies dient dazu Sekret zu lösen und abfließen zu lassen.
  • Medikamentös: Der Arzt kann Dir Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen sowie abschwellende Medikamente verschreiben. Je nach Art und Schwere der Entzündung kann Dir der Arzt auch kortisonhaltige Nasensprays geben, um die Entzündung zu reduzieren. Sind Bakterien Auslöser der Entzündung, brauchst Du ggf. ein Antibiotikum, welches Du vom Arzt verschrieben bekommst.
  • Chirurgisch: Bei anatomischen Gründen und falls keine Besserung trotz Behandlung über Monate hinweg eintritt, kann ein chirurgischer Eingriff, wie die Entfernung der Polypen, Abhilfe schaffen.

Wie kann ich eine Nasennebenhöhlenentzündung vorbeugen?

Vermeide den engen Kontakt mit kranken Personen und stärke Dein Immunsystem durch ausreichend Schlaf, einer vitaminreichen Ernährung und viel Bewegung an der frischen Luft. Einem Austrocknen Deiner Nasenschleimhäute kannst Du mit feuchten Handtüchern über der Heizung entgegenwirken.

Kann ich selbst etwas gegen eine Nasennebenhöhlenentzündung tun?

Im Allgemeinen solltest Du zumindest zwei bis drei Liter pro Tag trinken, um das Nasensekret zu verflüssigen. Beim Schlafen achte auf eine erhöhte Kopflage, damit der Schleim in der Nacht besser abfließen kann. Zur Behandlung einer Sinusitis kannst Du zusätzlich zu den Medikamenten folgende Hausmittel einsetzen:

 

  • Dampfinhalationen mit ätherischen Ölen wie Lavendel-, Kamille- oder Thymianölen: Diese wirken entzündungshemmend, schleimlösend und durchblutungsfördernd. Du kannst deinen Kopf unter einem Handtuch über eine Schüssel kochendes Wasser halten oder ein Inhalationsgerät verwenden. Aber Achtung: Verbrühungsgefahr!
  • Nasenduschen mit Salzlösung: In der Apotheke oder im Drogeriemarkt kannst Du Spülkannen oder Sprays besorgen, mit denen Du Deine Schleimhaut befeuchten und Deine Nase von angestautem Sekret befreien kannst.
  • Infrarotbehandlungen: Falls Du eine wärmende Rotlichtlampe zu Hause hast, kannst du mit deren Bestrahlung die Entzündung eindämmen.

Dampfinhalationen mit ätherischen Ölen wie Lavendel-, Kamille- oder Thymianölen: Diese wirken entzündungshemmend, schleimlösend und durchblutungsfördernd

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Für die Behandlungen beim HNO-Arzt entstehen im Normalfall keine Kosten, da die Krankenkassen diese übernehmen. Solltest Du zu einem Privatarzt gehen, der keinen Vertrag mit den Kassen hat, musst Du die Kosten selbst tragen, außer Du hast eine Zusatzversicherung. Im Falle eines operativen Eingriffs kann es zu Kosten kommen, welche Du im jeweiligen Spital nachfragen kannst.


Dauer Dauer

Bis zu 120 Minuten

Ausfallzeit Ausfallzeit

Bis zu 14 Tage

Stationärer Aufenthalt Stationär

Bis zu 4 Tage

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Das Wichtigste zusammengefasst

Eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) ist eine Entzündung der Nasennebenhöhlenschleimhaut. Verursacht wird sie durch Viren, Bakterien oder selten auch Pilzen


Man unterscheidet zwischen einer akuten und einer chronischen Sinusitis, welche sich hinsichtlich ihres Verlaufs und der Dauer unterscheiden


Typische Symptome sind Gesichts- und Kopfschmerzen, die sich beim Bücken verschlimmern. Der Arzt diagnostiziert die Krankheit durch ein Anamnesegespräch, Abtasten der betroffenen Stellen, einer Nasenspiegelung bzw. bildgebenden Verfahren


Die Behandlung kann nicht-medikamentös, medikamentös oder chirurgisch erfolgen

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