Ohrläppchen sind im Alltag stärker belastet, als man zunächst denkt. Ein Ohrring kann beim Umziehen hängen bleiben, ein Kind kann daran ziehen oder schwerer Schmuck kann das Ohrloch über Jahre immer weiter ausdehnen. Da das Ohrläppchen keinen Knorpel und kein festes Stützgerüst besitzt, kann es leicht einreißen, ausleiern oder seine Form verlieren. Auch gedehnte Ohrlöcher nach einem Tunnelpiercing bilden sich häufig nicht vollständig zurück. Eine Ohrläppchenkorrektur kann das Gewebe wieder verschließen oder neu formen. Der Eingriff ist meist klein, wird ambulant durchgeführt und hinterlässt in der Regel nur eine feine Narbe.
Auf einen Blick: Ohrläppchenkorrektur
Was wird korrigiert?
Gerissene oder stark ausgeleierte Ohrlöcher lassen sich meist ambulant und unter örtlicher Betäubung korrigieren. Ein einfacher Eingriff dauert pro Ohr ungefähr 15 bis 30 Minuten.
Was lässt sich noch formen?
Auch gedehnte Ohrlöcher durch Tunnelpiercings sowie erschlaffte, verlängerte oder ungleichmäßige Ohrläppchen können behandelt und neu geformt werden.
Wann wieder Ohrringe?
Ein neues Ohrloch sollte erst nach vollständiger Heilung gestochen werden, meist frühestens nach sechs bis acht Wochen. Es wird etwas neben der Narbe platziert, damit das Gewebe nicht erneut einreißt.
Was kostet die Korrektur?
Je nach Aufwand liegen die Kosten meist zwischen 250 und 900 Euro pro Ohr. Da es sich normalerweise um einen ästhetischen Eingriff handelt, übernimmt die Krankenkasse die Kosten in der Regel nicht.
Welche Probleme am Ohrläppchen lassen sich korrigieren?
Am häufigsten werden gerissene oder ausgeleierte Ohrlöcher behandelt. Ein Ohrloch kann plötzlich durchreißen, wenn ein Ohrring hängen bleibt. Häufiger wird es jedoch über längere Zeit durch schweren Schmuck gedehnt. Dabei verlängert sich das Loch zunehmend zu einem Schlitz, bis nur noch ein dünner Gewebesteg übrig bleibt oder das Ohrläppchen vollständig reißt. Beide Formen lassen sich chirurgisch verschließen. Auch stark gedehnte Ohrlöcher nach Tunnelpiercings können korrigiert werden. Nach dem Entfernen des Schmucks zieht sich das Gewebe nur bis zu einem gewissen Grad von selbst zusammen. Bei größeren Tunneln bleibt meist ein sichtbarer Hautring zurück. Aus diesem Gewebe kann der Arzt wieder ein möglichst natürlich geformtes Ohrläppchen herstellen.
Darüber hinaus lassen sich auch Form und Größe des Ohrläppchens verändern. Behandelt werden zum Beispiel altersbedingt erschlaffte oder verlängerte Ohrläppchen, angeborene Größenunterschiede sowie sehr große oder asymmetrische Läppchen. Auch nach einem Facelift oder durch einen stärkeren Volumenverlust kann das Ohrläppchen ausgezogen oder angewachsen wirken. Fehlt vor allem Fülle, kann in einzelnen Fällen eine Behandlung mit Hyaluronsäure ausreichen. Bei deutlichem Hautüberschuss oder einer veränderten Form ist dagegen meist eine kleine Operation sinnvoller.
Wie bereite ich mich auf den Eingriff vor?
Eine Ohrläppchenkorrektur erfordert nur wenig Vorbereitung. Informiere den Arzt trotzdem über alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, die Du einnimmst. Präparate, die die Blutgerinnung beeinflussen, müssen möglicherweise vorübergehend pausiert werden. Setze verschriebene Medikamente jedoch niemals ohne ärztliche Rücksprache ab.
Am Behandlungstag solltest Du keinen Ohrschmuck tragen und im Bereich der Ohren auf Make up verzichten. Lange Haare bindest Du am besten zusammen.
Tunnel oder Plugs sollten nach Absprache mit der Praxis bereits einige Wochen vor dem Eingriff entfernt werden. So kann sich das Gewebe so weit wie möglich von selbst zusammenziehen. Das kann die Operation erleichtern und den notwendigen Schnitt verkleinern.
Plane außerdem ein, dass Du für etwa zwei Wochen auf Schwimmbad, Sauna und sehr schweißtreibenden Sport verzichten solltest. In den ersten Nächten kann das Schlafen auf der operierten Seite unangenehm sein. Werden beide Ohren gleichzeitig behandelt, solltest Du Dich darauf entsprechend vorbereiten.

Wie läuft die Ohrläppchenkorrektur ab?
Die Ohrläppchenkorrektur wird ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Nach der Desinfektion wird das Ohrläppchen betäubt, sodass Du während des Eingriffs keine Schmerzen spürst.
Bei einem gerissenen oder ausgeleierten Ohrloch entfernt der Arzt zunächst sparsam die dünne Haut an den Rändern. Dieser Schritt ist notwendig, weil bereits verheilte Hautflächen nicht einfach wieder zusammenwachsen würden. Anschließend werden die frischen Wundränder mit sehr feinen Nähten verbunden und das Ohrläppchen möglichst natürlich geformt.
Ein einfacher Riss lässt sich meist innerhalb von 15 bis 30 Minuten korrigieren. Bei großen Tunnelpiercings ist die Behandlung aufwendiger, da das verbliebene Gewebe neu geformt werden muss. In diesem Fall kann der Eingriff pro Ohr bis zu einer Stunde dauern.
Nach der Operation kannst Du direkt nach Hause gehen. Meist reicht ein kleines Pflaster zum Schutz der Naht aus. Stärkere Schmerzen sind nicht zu erwarten und lassen sich bei Bedarf normalerweise mit einem leichten Schmerzmittel behandeln. Du bist im Alltag sofort wieder einsatzfähig. In den ersten ein bis zwei Wochen bleiben die feinen Fäden und möglicherweise leichte Schwellungen oder Blutergüsse sichtbar.
Wie funktioniert der Rückbau von Tunneln?
Wie ein gedehntes Ohrloch korrigiert wird, hängt vor allem von seiner Größe ab. Kleine Dehnungen bis etwa acht oder zehn Millimeter können sich nach dem Entfernen des Schmucks teilweise von selbst zusammenziehen. Das funktioniert besonders bei jungen Menschen mit elastischem Gewebe. Bleibt anschließend ein kleines Loch oder ein Schlitz zurück, kann dieser wie ein eingerissenes Ohrloch verschlossen werden.
Bei größeren Tunneln bildet sich das Ohrläppchen nicht mehr von allein zurück. In diesem Fall entfernt der Arzt überschüssige Haut und formt aus dem verbliebenen Gewebe ein neues Ohrläppchen. Ziel ist eine möglichst natürliche Form, bei der später nicht mehr erkennbar ist, dass zuvor ein Tunnel getragen wurde.
Bei sehr großen Tunneln steht allerdings weniger Gewebe für die Rekonstruktion zur Verfügung. Das neue Ohrläppchen kann deshalb etwas kleiner ausfallen als ursprünglich. Im Beratungsgespräch sollte Dir der Arzt anhand ähnlicher Fälle zeigen, welches Ergebnis bei Deiner Ausgangssituation realistisch ist.
Wie verläuft die Heilung?
In den ersten Tagen kann das Ohrläppchen leicht geschwollen sein und die Naht etwas spannen. Stärkere Schmerzen sind normalerweise nicht zu erwarten. Falls nötig, reichen meist leichte Schmerzmittel aus.
Die Fäden werden je nach Nahttechnik nach etwa zehn bis vierzehn Tagen entfernt. Bei selbstauflösendem Nahtmaterial ist kein Fädenziehen notwendig. Duschen ist häufig schon am Tag nach dem Eingriff wieder möglich. Die Naht sollte zunächst jedoch nicht direkt eingeweicht oder stark gerieben werden.
In den ersten Wochen solltest Du nicht am Ohr ziehen und beim Anziehen von Kleidung besonders vorsichtig sein. Schlafe möglichst nicht auf der operierten Seite und verzichte zunächst auf Sportarten, bei denen das Ohr gestoßen oder belastet werden könnte. Schütze die frische Narbe außerdem konsequent vor Sonne. Dadurch lässt sich das Risiko einer dauerhaften dunklen oder rötlichen Verfärbung verringern. Die Narbe verändert sich über mehrere Monate. Anfangs ist sie meist gerötet und etwas fester. Mit der Zeit wird sie heller und weicher. Da der Schnitt möglichst entlang der natürlichen Form des Ohrläppchens gesetzt wird, ist die Narbe später häufig nur noch wenig sichtbar. Wenn Du zu auffälligen oder wulstigen Narben neigst, solltest Du das vor dem Eingriff ansprechen. Dann kann die Nachsorge entsprechend angepasst werden.
Wann kann ich wieder Ohrringe tragen?
Ein neues Ohrloch sollte erst gestochen werden, wenn das Gewebe stabil verheilt ist. Meist ist das frühestens nach sechs bis acht Wochen der Fall. Nach einer größeren Rekonstruktion kann es sinnvoll sein, etwa drei Monate zu warten. Das neue Ohrloch sollte nicht direkt durch die Narbe gestochen werden. Narbengewebe ist weniger belastbar und könnte erneut einreißen. Am besten wird das Loch leicht versetzt und nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt platziert. Beginne anschließend mit leichten Ohrsteckern. Schwere oder lange Ohrringe solltest Du besonders im ersten Jahr nur selten und für kurze Zeit tragen. Stützpflaster können das Ohrläppchen bei besonderen Anlässen zusätzlich entlasten.

Was hilft bei erschlafften Ohrläppchen ohne Operation?
Nicht jedes erschlaffte Ohrläppchen muss operiert werden. Wirkt es vor allem dünn, faltig oder eingefallen, kann eine Behandlung mit Hyaluronsäure sinnvoll sein.
Der Filler wird in das Ohrläppchen gespritzt und ersetzt verlorenes Volumen. Dadurch kann das Gewebe glatter und voller wirken. Auch ein ausgeleiertes Ohrloch wird besser gestützt, sodass Ohrstecker wieder gerader sitzen können.
Die Behandlung dauert nur wenige Minuten und verursacht normalerweise keine längere Ausfallzeit. Das Ergebnis hält je nach Produkt und Stoffwechsel ungefähr neun bis achtzehn Monate.
Hyaluronsäure kann auch nach einer operativen Korrektur eingesetzt werden, wenn dem neu geformten Ohrläppchen noch etwas Fülle fehlt. Ein gerissenes Ohrloch, einen großen Tunnel oder ein deutlich verlängertes Ohrläppchen kann sie jedoch nicht korrigieren. In diesen Fällen ist eine Operation notwendig.
Welche Risiken gibt es bei einer Ohrläppchenkorrektur?
Die Ohrläppchenkorrektur ist ein vergleichsweise kleiner Eingriff. Trotzdem können wie bei jeder Operation Komplikationen auftreten. Möglich sind Nachblutungen, Infektionen und Wundheilungsstörungen. Wird das Ohr zu früh belastet oder bleibt ein Ohrring an der frischen Naht hängen, kann die Wunde wieder aufgehen. Selten bleiben eine kleine Verhärtung, eine leichte Asymmetrie oder eine auffällige Narbe zurück. Solche Veränderungen lassen sich bei Bedarf häufig durch eine kleine Nachkorrektur verbessern.
Am Ohr können außerdem wulstige Narben oder Keloide entstehen. Dabei wächst das Narbengewebe über den ursprünglichen Wundbereich hinaus. Wenn Du bereits früher auffällige Narben entwickelt hast, solltest Du den Arzt darüber informieren. Je nach Risiko können Silikon, Druckbehandlungen oder Kortison zur Vorbeugung und Behandlung eingesetzt werden. Bei sorgfältiger Durchführung und konsequenter Nachsorge heilen Ohrläppchenkorrekturen normalerweise ohne größere Probleme ab.

Wer führt den Eingriff durch?
Die Ohrläppchenkorrektur sollte von einem Arzt durchgeführt werden, der regelmäßig kleinere plastisch chirurgische Eingriffe am Ohr vornimmt. Geeignete Ansprechpartner sind Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie sowie Hautärzte mit operativer Erfahrung. Besonders beim Rückbau großer Tunnel lohnt es sich, nach Vorher-Nachher-Bildern vergleichbarer Fälle zu fragen. Daran kannst Du erkennen, ob der Arzt Erfahrung mit ähnlichen Ausgangssituationen hat.
Im Beratungsgespräch sollten die geplante Schnittführung, die zu erwartende Form des Ohrläppchens, der Verlauf der Narbe und der richtige Zeitpunkt für neuen Ohrschmuck besprochen werden. Der Arzt sollte Dir außerdem ehrlich erklären, wie viel Gewebe für die Rekonstruktion vorhanden ist und welches Ergebnis möglich ist.
Sei vorsichtig bei Angeboten, bei denen gerissene Ohrlöcher lediglich verklebt oder verödet werden sollen. Dauerhaft zusammenwachsen können die bereits verheilten Hautränder meist nur, wenn sie zuvor aufgefrischt und anschließend sorgfältig vernäht werden.
Viele Praxen, die Ohrläppchen korrigieren, bieten auch weitere Eingriffe am Ohr an. Informationen dazu findest Du auf unseren Seiten zum Thema Ohren anlegen und zur Ohrenverkleinerung.
Was kostet eine Ohrläppchenkorrektur?
Die Kosten hängen davon ab, wie aufwendig die Korrektur ist. Der Verschluss eines einfachen Risses kostet in Deutschland häufig etwa 200 bis 300 Euro pro Ohr. Umfangreichere Formkorrekturen liegen meist zwischen 400 und 900 Euro pro Ohr. Der Rückbau eines großen Tunnels ist aufwendiger und kann entsprechend mehr kosten. In Österreich bewegen sich die Preise häufig in einem ähnlichen Bereich. In der Schweiz musst Du meist mit höheren Kosten rechnen. Im Kostenplan sollten das Beratungsgespräch, der Eingriff, das Nahtmaterial und die Nachkontrollen enthalten sein. Kläre vorab, ob auch das Entfernen der Fäden und eine mögliche kleine Nachkorrektur im Preis eingeschlossen sind.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Da die Ohrläppchenkorrektur meistens aus ästhetischen Gründen erfolgt, übernimmt die Krankenkasse die Kosten in der Regel nicht. Eine Ausnahme kann bei einer frischen Verletzung bestehen, die unmittelbar medizinisch versorgt werden muss.
Eine geeignete Praxis in Deiner Region findest Du über unsere Arztsuche.
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