Nasenmuschelhyperplasie

Vergrößert sich die untere der drei Nasenmuscheln (Nasenmuschelhyperplasie), kommt es zu einer Beeinträchtigung der Nasenatmung und vermehrter Mundatmung. Das zieht unangenehme Begleiterscheinungen wie Schnarchen oder eine höhere Infektanfälligkeit im Rachenraum und Hals mit sich. Neben körperlichen Ursachen wie Allergien oder Entzündungen kann auch eine chronische Anwendung abschwellender Nasensprays eine Vergrößerung der Nasenmuscheln verursachen. Eine Behandlung erfolgt je nach Ursache medikamentös oder auch durch eine operative Nasenmuschelverkleinerung.


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Zuletzt aktualisiert: 2. Dezember, 2021

INHALTSVERZEICHNISInhaltsverzeichnis

Unter einer Nasenmuschelhyperplasie versteht die Medizin eine permanente Vergrößerung der Nasenmuscheln, die mehr als drei Monate anhält. Eine temporäre Nasenmuschelvergrößerung ist hingegen völlig normal und gesund.

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Bei einer Nasenmuschelhyperplasie kommt es zu einer Beeinträchtigung der Nasenatmung und der Ventilation der Nasennebenhöhlen. Betroffene haben dadurch das Gefühl einer ständig verstopften Nase, weshalb sie vermehrt durch den Mund atmen. Dadurch kann es zu weiteren Beschwerden kommen.

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Es gibt verschiedene Faktoren, die eine Vergrößerung der Nasenmuscheln begünstigen. Dazu gehören unter anderem der chronische Gebrauch von Nasensprays, Hormonschwankungen in der Schwangerschaft und östrogenhaltige Verhütungsmittel, Entzündungen im Rachen- und Nasenbereich sowie diverse Umweltfaktoren.

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Für die Diagnose führt der behandelnde Arzt eine Reihe von Untersuchungen durch. Eine davon ist die sogenannte Rhinoskopie, auch als Nasenspiegelung bekannt. Damit kann der Arzt die Form, Größe und Beschaffenheit der Nasenmuscheln untersuchen.

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Bei chronischem Gebrauch von Nasensprays kann eine Entwöhnung dieser zu einer Verkleinerung der Nasenmuscheln führen. Je nach Ursache kann eine Nasenmuschelhyperplasie auch mit Kortison oder Kochsalzlösungen behandelt werden.

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Der Begriff Conchotomie umfasst eine Reihe von Methoden der operativen Nasenmuschelverkleinerung. Meistens wird die Technik benutzt, bei der das Gewebe gezielt geschädigt wird, welches anschließend vernarbt und gestrafft wird.

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Eine Conchotomie gilt als sehr schonender und risikoarmer Eingriff. Dennoch kann es zu Schwellungen und einer vorübergehenden Beeinträchtigung der Nasenatmung kommen. Wenn mehr Gewebe zerstört wird als beabsichtigt, kann dies zu einem Empty Nose Syndrome führen. Typische Symptome sind dabei eine Austrocknung der Nasenschleimhaut, Krustenbildung und ein vermindertes Riechvermögen.

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Nach einer Nasenmuschelverkleinerung ist es vor allem wichtig, keinen Druck auf die Nase auszuüben. Außerdem musst Du für einige Wochen auf Sport, Rauchen, Sauna und Bäder verzichten. Mit Kochsalzlösungen oder einer Wundsalbe kannst Du den Heilungsprozess zusätzlich unterstützen.

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Eine Conchotomie bietet gute Chancen, eine freie Nasenatmung zu ermöglichen. Eine Nasenmuschelverkleinerung kann beliebig oft wiederholt werden, weshalb es kein Problem ist, wenn sich die Nasenmuscheln mit der Zeit wieder vergrößern oder der Eingriff nicht den erwünschten Erfolg gebracht hat.

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Die Kosten für die Behandlung einer Nasenmuschelhyperplasie variieren je nach gewählter Behandlungsmethode. In vielen Fällen übernimmt jedoch die Krankenkasse die Kosten für eine Nasenmuschelverkleinerung, da eine Nasenmuschelhyperplasie die Lebensqualität Betroffener stark einschränken kann.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

Das Wichtigste zusammengefasst

Eine Nasenmuschelhyperplasie ist eine Vergrößerung der Nasenmuschel, die für längere Zeit besteht. Nasenmuscheln dienen zur Befeuchtung, Erwärmung und Filtration der Atemluft.


Diese Vergrößerung geht mit einer Beeinträchtigung der Nasenatmung und folgender Mundatmung einher, die sich in Schnarchen und einer erhöhten Infektanfälligkeit im Rachen und Hals bemerkbar macht.


Eine Nasenmuschelhyperplasie kann durch eine Entzündung, Allergie oder einen übermäßigen Gebrauch von abschwellenden Nasensprays verursacht werden.


Neben einer medikamentösen Behandlung der Ursachen kann auch eine risikoarme Nasenmuschelverkleinerung angewandt werden, die mittels verschiedener Techniken entweder die Schleimhaut allein oder mit den darunterliegenden Knochen abträgt.

Was ist eine Nasenmuschelhyperplasie?

Das Naseninnere ist durch die Nasenscheidewand in zwei separate Nasenhaupthöhlen getrennt. In der seitlichen Nasenwand zur Nasenhaupthöhle hin befinden sich drei knöcherne Leisten, die sogenannten Nasenmuscheln. Die untere Nasenmuschel liegt am unteren Nasengang, der eine Verbindung zum Nasenrachenraum und damit der Atemwege besitzt. Die mittlere Nasenmuschel bildet den Nasengang, in den die Nasennebenhöhlen münden. Der Nasengang der oberen Nasenmuschel führt zum Riechorgan.
 
Das Naseninnere ist mit einer Schleimhaut ausgekleidet, im Bereich der Nasenmuscheln liegt darunter ein Schwellkörper. Dieser Schwellkörper besitzt ein dichtes Kapillarnetz, das unterschiedlich stark durchblutet werden kann. Wird es gut durchblutet, schwillt der Schwellkörper an und drosselt gleichzeitig die Blutzufuhr. Dadurch schwillt er anschließend wieder ab. Dieser Zyklus passiert regelmäßig ungefähr alle vier bis sechs Stunden, wobei die beiden Seiten wechselseitig an- und abschwellen. Diese Vergrößerung der Nasenmuschel reguliert den Luftstrom, der entstandene Spaltraum erwärmt, befeuchtet und filtert die eingeatmete Luft. Die Filterung größerer Partikel passiert durch die Nasenhaare, kleinere Partikel hingegen werden von den sogenannten Zilien, kleinen beweglichen Zellfortsätzen der Schleimhaut, in Richtung Rachenraum abtransportiert und dort geschluckt.

Nasenmuschelhyperplasie - Was ist eine Nasenmuschelhyperplasie?

Würden die Nasenmuscheln nie anschwellen, wäre die Luft weder erwärmt noch gefiltert und die Schleimhaut würde austrocknen, was Halsinfektionen und ein ständiges Fremdkörpergefühl nach sich ziehen würde. Kommt es hingegen zu einer permanenten Vergrößerung, die mehr als drei Monate anhält, spricht der Mediziner von einer Nasenmuschelhyperplasie. Meist betrifft es die untere Nasenmuschel, was eine Beeinträchtigung der Nasenatmung mit sich bringt. Seltener sind die mittlere Nasenmuschel und der Eingang zum Nebenhöhlensystem betroffen. Eine vergrößerte pneumatisierte mittlere Nasenmuschel kann völlig normal und nicht krankhaft sein (Concha bullosa).

Was sind die Symptome einer Nasenmuschelhyperplasie?

Nasenmuschelhyperplasie - Was sind die Symptome einer Nasenmuschelhyperplasie?

Eine vergrößerte Nasenmuschel beeinträchtigt die Nasenatmung und Ventilation der Nasennebenhöhlen. Dadurch haben Betroffene das Gefühl einer ständig verstopften Nase. Die Atmung kann einseitig, beidseitig oder wechselseitig beeinträchtigt sein.

Im Liegen verstärkt sich das Gefühl, da dann die Nasenmuscheln stärker durchblutet werden und weiter anschwellen.

 

Durch das Gefühl der verstopften Nase atmen die Betroffenen verstärkt durch den Mund. Die Mundatmung führt zu Schnarchen beim Schlafen (Rhonchopathie ohne Atemaussetzer) und einem Austrocknen der Schleimhäute, mit Schwierigkeiten beim Sprechen, Essen und Trinken und vorwiegend morgens trockenen Reizhusten und Halsschmerzen. Die Infektanfälligkeit erhöht sich; chronische Entzündungen der Nebenhöhlen (Sinusitis), des Rachens (Pharyngitis), Kehlkopfes (Laryngitis) oder der Bronchien (Bronchitis) sowie eine Mandelentzündung (Tonsilitis) können die Folge sein.

 

Oft leiden die Patienten an einem Druckgefühl in den Nasennebenhöhlen, einer vermehrten Sekretion der Nase oder Niesreiz sowie an einer Geruchsstörung, Nasenbluten oder Tubenbelüftungsstörung der Mittelohren. Auch Kopfschmerzen und Schlafstörungen bis hin zu Atempausen während des Schlafens (Schlafapnoe) mit Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit und Mortalität können vorkommen.

Nasenmuschelhyperplasie - die Nasenmuscheln stärker durchblutet werden und weiter anschwellen

Welche Ursachen hat eine Nasenmuschelhyperplasie?

Eine Nasenmuschelhyperplasie ist nicht angeboren, sondern entsteht durch verschiedene Faktoren. Ein extensiver und chronischer Gebrauch von abschwellenden Nasensprays oder Nasentropfen ist einer der möglichen Gründe. Auch Nahrungsmittel- oder Medikamentenunverträglichkeiten bei Antihypertensiva wie ACE-Hemmer oder Psychopharmaka äußern sich mitunter in einer Vergrößerung der Nasenmuscheln.
 
Unter Umständen liegen eine schiefe Nasenscheidewand (Septumdeviation), chronische Nebenhöhlenentzündung, Nasenentzündung (Rhinitis), Heuschnupfen (allergische Rhinitis) oder eine andere Allergie sowie eine nicht allergische Überempfindlichkeit der Nasenschleimhaut durch das vegetative Nervensystem (Vasomotorische Rhinitis, hyperreflektorische Rhinopathie) einer Nasenmuschelhyperplasie zugrunde.
 
Hormonschwankungen in der Schwangerschaft und östrogenhaltige Verhütungsmittel (Antibabypille) können ebenfalls einen vergrößernden Effekt auf die Nasenmuscheln besitzen. Weitere Ursachen sind trockene Wohn- und Arbeitsbereiche, Schadstoffe in der Luft, wechselnde extreme Temperaturunterschiede, psychische Ursachen, Verletzungen oder Fehlfunktionen, Infektionen mit Viren oder Bakterien oder auch Alkoholmissbrauch.

Nasenmuschelhyperplasie - Welche Ursachen hat eine Nasenmuschelhyperplasie?

Wie diagnostiziert der Arzt eine Nasenmuschelhyperplasie?

Nasenmuschelhyperplasie - Wie diagnostiziert der Arzt eine Nasenmuschelhyperplasie?

Am Anfang einer jeden Untersuchung steht ein Gespräch, das sogenannte Anamnesegespräch. In diesem fragt der Arzt nach den Beschwerden, der Krankengeschichte, vorhandene Allergien und regelmäßige Medikamenteneinnahme sowie der beruflichen Tätigkeit und eventuellen Schadstoffen am Arbeitsplatz.

Danach erfolgt die körperliche Untersuchung, bei der der Arzt andere Erkrankungen wie eine Septumdeviation, eine chronische Sinusitis mit oder ohne Polypen, Pilzerkrankungen oder auch gutartige wie bösartige Tumore ausschließt.
 
Die Form, Größe und Beschaffenheit der Nasenmuscheln kann der Arzt durch eine Nasenspiegelung (Rhinoskopie) feststellen. Zur Untersuchung des vorderen Teils der Nase reicht ein Nasenspekulum, ein abgerundetes Instrument, mit der der Arzt den Naseneingang aufspreizt. Für die Untersuchung des mittleren Abschnittes der Nase führt der HNO-Arzt ein Endoskop, einen röhrenartigen Stift mit einer Lichtquelle und einer Kamera, in die Nasenhaupthöhle ein.
 
Den hinteren Abschnitt der Nasenhöhle kann der Mediziner mit einem durch Mund und Nasenrachengang eingeschobenen abgewinkelten Spiegel untersuchen. Diese Untersuchung kann auch schon erste Hinweise auf die Ursache liefern. So spricht eine bläuliche Nasenmuschel, gerötete Schleimhaut und ein ganzjährig auftretendes seröses Sekret für eine Allergie, ein putrides (fauliges) Sekret hingegen für eine Entzündung.
 
Eine Beeinträchtigung des Luftstroms misst der Mediziner durch eine Rhinomanometrie (Nasenflussmessung). Der Patient erhält eine luftdichte Gesichtsmaske mit einer Luftzufuhr und Sonde für die zu messende Nasenseite. Die Seite, die nicht gemessen wird, erhält eine luftdichte Drucksonde am Naseneingang. Der Betroffene atmet ruhig, während der Atemstrom gemessen wird. Anschließend verabreicht der Arzt ein abschwellendes Medikament und die Messung wird 15 bis 20 Minuten später wiederholt, um die Wirkung der Medikamente zu beurteilen. Mit diesen gemessenen Werten berechnet ein Computer anschließend eine Druck-Volumen-Kurve.
 
Bildgebende Verfahren wie eine Computertomografie (CT), Ultraschall (Sonografie) oder Magnetresonanztomografie (MRT) ermöglichen eine Untersuchung der Nasennebenhöhlen auf Entzündungen. Besteht der Verdacht auf eine Allergie, kann der HNO-Arzt einen Allergietest anordnen. Der Mediziner wird die Allergene von zum Beispiel Pollen, Tierhaaren oder Hausstaubmilben auf die Haut auftragen, die bei einer vorliegenden Allergie mit Rötungen und Juckreiz reagiert.

Nasenmuschelhyperplasie - Ultraschall (Sonografie) oder Magnetresonanztomografie (MRT)

Wie funktioniert die konservative Behandlung einer Nasenmuschelhyperplasie?

Nasenmuschelhyperplasie - Wie funktioniert die konservative Behandlung einer Nasenmuschelhyperplasie?

Eine Therapie erfolgt bei hohem Leidensdruck, je nach der Ursache und den Beschwerden. Ist chronischer Gebrauch abschwellender Nasensprays und Nasentropfen die Ursache, kann der Patient im ersten Schritt von diesen entwöhnt werden.

Unter Umständen verschwinden die Beschwerden bereits danach. Dazu werden Kochsalzlösungen und eventuell ein örtlich wirkendes Kortison verwendet.
 
Eine medikamentöse Behandlung mit Kortison erfolgt auch bei einer vorliegenden Entzündung oder Allergie. Bei Schnarchen als Ursache können Nasenpflaster helfen, eine trockene Schleimhaut kann mit einer Nasensalbe und eine chronische Nasenatmungsbehinderung mit einer Nasendusche behandelt werden. Eventuell verschreibt der Arzt abschwellende Nasensprays bei einer akuten Nasenatmungsbehinderung. Bringen die Behandlungen der zugrunde liegenden Faktoren keinen Erfolg, kann eine Nasenmuschelverkleinerung angedacht werden.

Wie ist der Ablauf einer operativen Nasenmuschelverkleinerung?

Nasenmuschelhyperplasie - Wie ist der Ablauf einer operativen Nasenmuschelverkleinerung?

Es gibt verschiedene Techniken, die eine Nasenmuschelverkleinerung erreichen. Meist wird das Gewebe gezielt geschädigt, welches anschließend vernarbt und gestrafft wird. Dadurch schrumpft die Nasenmuschel.

Oft wird eine Nasenmuschelverkleinerung im Rahmen einer Nasenoperation aufgrund einer schiefen Nasenscheidewand durchgeführt.
 
Operative Methoden zur Nasenmuschelverkleinerung nennt der Arzt Conchotomie, bei der ein Teil der Nasenmuschel, oft die Schleimhaut, abgetragen wird. Eine Art der Operation ist die Muschelkappung. Dabei schneidet der Arzt einen wenige Millimeter breiten Streifen der Schleimhaut über die gesamte Länge der Nasenmuschel mittels Schere oder Laser ab (Streifenconchotomie). Die Schleimhaut wächst daraufhin narbig zusammen und schrumpft dabei.
 
Im Rahmen einer submukösen Turbinektomie wird der darunterliegende Knochen abgetragen und so das Gesamtvolumen reduziert. Um die Atemwege freizuhalten, kann der Arzt den Knochen, anstatt wegzuschneiden, auch lösen und in einer seitlichen Position fixieren (Lateroposition). Da das Gewebe gut durchblutet ist, wird bei diesen Techniken eine Tamponade verwendet. Als Alternative stehen andere Eingriffe zur Verfügung, die das Gewebe vorwiegend durch Hitze schädigen und damit veröden.

Nasenmuschelhyperplasie - Laserconchotomie (Lasermuschelkautik)

Die Laserconchotomie (Lasermuschelkautik) arbeitet mit einem Diodenlaser, der einen Streifen der Schleimhaut erhitzt. Die roten Blutkörperchen nehmen den Laser auf und wandeln ihn in Wärmeenergie um, was zu einer Erhitzung des Gewebes führt.

Tamponaden sind nicht notwendig, da auch die Blutgefäße dabei verödet und verklebt werden, sodass es zu keiner Blutung kommt (Koagulation). Eine Lasermuschelkautik ist auch für Personen, die keine Allgemeinanästhesie und Intubationsnarkose vertragen, geeignet. Bei Schwangeren und stillenden Frauen sowie Patienten mit einer knöchernen Vergrößerung (Hypertrophie), symptomatischen schiefen Nasenscheidewand oder einer chronischen Sinusitis mit oder ohne Polypen rät der Arzt von dieser Technik ab.
 
Die Elektrokaustik, Radiofrequenztherapie, bipolare Schleimhautkaustik und submuköse Diathermie verwenden anstatt eines Diodenlasers Elektroden, zwischen denen Strom fließt. Im Falle der Radiofrequenztherapie verödet der Stromfluss mittels Hochfrequenz die tiefen Schichten der Schleimhaut und den Schwellkörper. Für Menschen mit einer ganzjährigen Allergie, einer schiefen Nasenscheidewand oder einer chronischen Sinusitis ist dieses Verfahren nicht geeignet.
 
Infrarotlicht schädigt das Gewebe ebenfalls mit Hitze. Bei der Argon-Plasma-Therapie wird der Strom durch das ionisierende Gas Argon (Plasma) auf die Schleimhaut übertragen, ohne dass die Elektrode direkt Kontakt mit dem Gewebe hat. Daneben gibt es noch die Kryotherapie, welche die Schleimhaut mit flüssigem Stickstoff vereist und die Schleimhaut sowie die autonomen Nerven zerstört.

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Was muss ich vor einer Nasenmuschel OP beachten?

Sieben Tage vor einer Operation solltest Du in Absprache mit Deinem Arzt keine blutverdünnenden Medikamente wie auch Acetylsalicylsäure einnehmen, um die Blutungsneigung nicht zu erhöhen. Mehrere Stunden vor dem Eingriff ist das Essen, Trinken und Rauchen zu vermeiden.

Wie läuft eine Conchotomie ab?

Je nach angewandter Technik unterscheidet sich der Ablauf etwas. Größere Operationen werden unter Vollnarkose und meist stationär durchgeführt. Nasenmuschelverkleinerungen in Form von einer Laserbehandlung oder Radiofrequenztherapie finden ambulant unter örtlicher Betäubung statt.
 
Anfangs werden dem Patienten abschwellende Medikamente mit einem Tupfer oder einem Nasenspray verabreicht. Auch die Lokalanästhesie wird mit Tupfer oder Nasenspray, selten durch eine Spritze (Infiltrationsanästhesie), verabreicht. Nach etwa 15 bis 20 Minuten wirkt die Anästhesie, vorwiegend spürbar als Taubheit an den Vorderzähnen, und der Arzt beginnt mit der Behandlung. Die Lasermuschelkaustik wird oft in halbliegender Position unter video-endoskopischer Kontrolle vorgenommen. Mit einer Laserfaser wird das Gewebe beschossen und entstehender Rauch abgesaugt. Während einer Radiofrequenztherapie sticht der Arzt an mehreren Stellen in die Schleimhaut ein, wo er ungefähr 15 Sekunden lang Strom appliziert.

Nasenmuschelhyperplasie - Wie läuft eine Conchotomie ab?

Welche Komplikationen können im Rahmen einer Conchotomie auftreten?

Nasenmuschelhyperplasie - Welche Komplikationen können im Rahmen einer Conchotomie auftreten?

Eine Conchotomie gilt als schonender und risikoarmer Eingriff, trotzdem kann es zu Komplikationen kommen. Natürlicherweise treten nach einem Eingriff Schwellungen und damit eine Beeinträchtigung der Nasenatmung, eine vermehrte Sekretion sowie ein vorübergehender Verlust des Geruchssinnes auf.

Bei einigen Patienten kann die vermehrte Sekretion oder die Riechstörung auch dauerhaft bestehen bleiben.
 
Es kann zu Nachblutungen kommen, die meist schnell wieder versiegen. Stärkere Blutungen machen entweder eine Tamponade oder eine neuerliche Operation notwendig. Wenn Blut in das umliegende Gewebe austritt, bilden sich dort Blutergüsse. Auch Entzündungen oder Wundheilungsstörungen können vorkommen. In einigen Fällen bilden sich Verwachsungen (Synechien) zwischen der Nasenmuschel und der Nasenscheidewand, die der Arzt operativ entfernt.
 
Unter Umständen wird mehr Gewebe zerstört als beabsichtigt. Das kann zu einem sogenannten Empty Nose Syndrome führen, das mit einer Austrocknung der Nasenschleimhaut, Krustenbildung und verminderten Riechvermögen einhergeht. Siedeln sich dort auch noch Bakterien an, kommt es oft zu einem unangenehmen Geruch, das bezeichnet der Arzt als Stinknase (Ozaena). Diese ist aber nicht dauerhaft und bildet sich schnell wieder zurück. Zudem können während der Lasermuschelkaustik die Haut oder die Augen verletzt werden.

Was muss ich nach einer Nasenmuschelverkleinerung beachten?

Nasenmuschelhyperplasie - Verzichte einige Wochen auf Sport und anstrengende Tätigkeiten

Verzichte einige Wochen auf Sport und anstrengende Tätigkeiten

Nasenmuschelhyperplasie - Verzichte nach dem Eingriff auf blutverdünnende Medikamente

Verzichte nach dem Eingriff auf blutverdünnende Medikamente

Nasenmuschelhyperplasie - Verzichte in den ersten Tagen auf Nikotin, Alkohol, heiße Duschen, Bäder oder die Sauna

Verzichte in den ersten Tagen auf Nikotin, Alkohol, heiße Duschen, Bäder oder die Sauna

Nasenmuschelhyperplasie - Kochsalzlösungen, Wundsalben oder Nasensprays können die Wundheilung unterstützen

Kochsalzlösungen, Wundsalben oder Nasensprays können die Wundheilung unterstützen

In der Regel ist die Fahrtüchtigkeit gegeben, sodass der Patient selbstständig nach Hause fahren kann. Ein ambulanter Eingriff erfordert meist keine weiteren Tage im Krankenstand, sofern Du keinen körperlich anstrengenden Beruf nachgehst. Dennoch solltest Du mehrere Wochen auf Sport und anstrengende Tätigkeiten verzichten, da es sonst zu Nachblutungen kommen kann. Niesen mit offenem Mund reduziert den Druck in der Nase und statt zu schnäuzen, kannst Du das Sekret einfach abtupfen.
 
Ferner solltest Du auf blutverdünnende Medikamente, Nikotin und Alkohol sowie auf Hitze wie heiße Duschen, Bäder oder die Sauna in den ersten Tagen nach der Behandlung verzichten. Im Falle von Blutungen hilft eine Kühlung im Nacken mit leicht vorgebeugten Kopf.
 
Um den Heilungsprozess zu unterstützen, kann eine Nasenpflege durch den Arzt oder auch den Patienten selbst vorgenommen werden. Meist fühlt sich die Nase für zwei bis drei Wochen verstopft an und es bilden sich anfangs Fibrinbeläge und anschließend trockene Wundbeläge, die sich in den nächsten Wochen lösen. Entfernt der Arzt die Wundbeläge, kommt es meist zu einer schnelleren Besserung der Nasenatmung. Patienten können mit Kochsalzspülungen und einer Wundsalbe die Wundheilung zusätzlich unterstützen. Eventuell wird der Arzt auch ein Nasenspray verschreiben. Schmerzmittel sind in der Regel nicht nötig.

Wie ist die Prognose bei einer Nasenmuschelhyperplasie?

Eine Conchotomie ist ein kurzer Eingriff, der recht gute Erfolgschancen besitzt, sowohl das Schnarchen zu beseitigen als auch das freie Durchatmen zu ermöglichen. Es kann vorkommen, dass der Eingriff nicht die ausreichende Wirkung erzielt, dann wird dieser nach drei Monaten wiederholt. Auch nach fünf bis zehn Jahren kann es zu einer erneuten Vergrößerung der Nasenmuschel kommen. Dann kann der Arzt eine erneute Nasenmuschelverkleinerung vornehmen, da diese beliebig oft wiederholt werden kann.

Nasenmuschelhyperplasie - Wie ist die Prognose bei einer Nasenmuschelhyperplasie?

Was kostet die Behandlung einer Nasenmuschelhyperplasie?

Nasenmuschelhyperplasie - Kosten

Die Kosten der Behandlung richten sich nach der gewählten Therapieform, aber auch nach den anatomischen Gegebenheiten des Patienten. Daher können diese individuell variieren.
Operative Eingriffe wie die Muschelkappung und Teilentfernung der knöchernen Anteile der Nasenmuschel werden von der Krankenkasse übernommen.

Auch die Kosten der Radiofrequenztherapie werden von den Versicherungsträgern bezahlt. Eine Ausnahme bildet die Laserchirurgie, die der Patient in der Regel selbst bezahlen muss. Ist bei der Nasenmuschelverkleinerung ein stationärer Aufenthalt notwendig, fällt für den Patienten täglich ein Tagesgeld an.

 

Wir empfehlen grundsätzlich, sich bereits im Vorfeld bei seinem Versicherungsträger bezüglich einer möglichen Kostenübernahme zu informieren. So weißt Du, ob und wie viel Du selbst bezahlen musst.

 


Über den Autor: Dr. med. Benjamin Gehl

Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie


Als Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie liegt die Leidenschaft von Dr. Gehl schon immer im Bereich der medizinischen Contentproduktion.

Aufgrund seiner Ausbildung, einer langjährigen Einsatzzeit in der rekonstruktiven und plastischen Chirurgie, sowie zahlreichen Auslandseinsätzen in Indien, Afrika und Amerika weiß er, welche Techniken und Behandlungen für medizinische Indikationen international Anwendung finden und State of the art sind.

Weiterhin beschäftigt er sich täglich mit neuen Trends und Techniken in der operativen und nicht-operativen Chirurgie. Fortbildungen sowie Studien zählen genauso zu seiner Leidenschaft wie die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten zu den neuesten fachspezifischen Themen.

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Wichtige Punkte zusammengefasst

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Eine Nasenmuschelhyperplasie ist eine Vergrößerung der Nasenmuschel, die für längere Zeit besteht. Nasenmuscheln dienen zur Befeuchtung, Erwärmung und Filtration der Atemluft.


Diese Vergrößerung geht mit einer Beeinträchtigung der Nasenatmung und folgender Mundatmung einher, die sich in Schnarchen und einer erhöhten Infektanfälligkeit im Rachen und Hals bemerkbar macht.


Eine Nasenmuschelhyperplasie kann durch eine Entzündung, Allergie oder einen übermäßigen Gebrauch von abschwellenden Nasensprays verursacht werden.


Neben einer medikamentösen Behandlung der Ursachen kann auch eine risikoarme Nasenmuschelverkleinerung angewandt werden, die mittels verschiedener Techniken entweder die Schleimhaut allein oder mit den darunterliegenden Knochen abträgt.

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